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Über dieses Buch

Tobias J. Knoblich gibt erstmals einen umfassenden diskurskritischen Überblick über die Soziokultur als Schlüsselbegriff der Neuen Kulturpolitik, welche die Debatten der letzten Jahrzehnte prägte und zugleich für einen neuen Typus kultureller Institutionen steht. Der Autor deckt mit der Analyse zentraler Debatten und Praxisfelder der Soziokultur die enge Verbindung mit Fragen der Demokratieentwicklung auf und fragt nach heutigen Entwicklungsproblemen. Damit legt er zugleich eine Kulturpolitikgeschichte vor, die die Perspektive ‚von unten‘ aufmacht und die Entstehung einer kulturellen Zivilgesellschaft nachzeichnet.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Chapter 1. Einleitung

Kulturpolitik in Deutschland hat sich in den letzten Jahrzehnten wesentlich durch Impulse „von unten“ entwickelt, lange bevor von einer tragfähigen und politisch anerkannten Zivilgesellschaft die Rede sein konnte. In der alten Bundesrepublik spielten dabei soziale Bewegungen eine wichtige Rolle, aber ebenso einzelne reflektierende Akteure, die den Kommunen und dem Staat programmatisch auf die Sprünge halfen. Auch wenn diese – wie Hermann Glaser, Hilmar Hoffmann oder Alfons Spielhoff – selbst als politische Wahlbeamte arbeiteten, erfanden sie ihre Gegenstände als gute Beobachter und Vordenker von kultureller Praxis wesentlich mit.

Tobias J. Knoblich

Chapter 2. Soziokultur: Zur Konstruktion von Kulturpolitik

Soziokultur als Programmbegriff sowie die praktischen Umsetzungsversuche der ersten Jahre erschließen sich erst durch einen Blick auf die seinerzeit herrschenden kulturellen und gesellschaftspolitischen Umstände. In den späten 1960er Jahren setzte ein „kulturpolitisches Erwachen“ ein (Trommler 1983: 382), das mit politisch-kulturellen Protestbewegungen und einem Wandel des politischen Klimas in der alten Bundesrepublik einherging. Im Ergebnis profilierte sich eine „Neue Kulturpolitik“ oder überhaupt erst eine wahrnehmbare Kulturpolitik nach der „Schönwetterdemokratie“ der 1950er Jahre, die eher durch politische Passivität denn echte bürgerschaftliche Gestaltung gekennzeichnet war.

Tobias J. Knoblich

Chapter 3. Soziokultur als Praxis

Kulturpolitik „von unten“ hat im Rahmen der reformerischen, angebotsorientierten Erweiterung von Kultur, die mit den Erlebnis-, Gestaltungs- und vor allem Individualisierungsansprüchen der Menschen korrespondiert, auch zu neuen Konstanten im Kulturleben geführt. Keine neue Strategie kommunaler oder staatlicher Kulturpolitik könnte sie leicht beiseite expedieren. Was sich aus der Ferne jedoch wie ein fluider, sich ausweitender Strom ausnimmt, ist bei konkreter Betrachtung auch Ablagerung, Verfestigung und Konvention. Die wichtigste „Konvention“ oder ein Resultat einer Kulturpolitik „von unten“ sind Soziokulturelle Zentren. In ihnen findet bis heute der Begriff Soziokultur seine deutlichste praktische Bestimmung.

Tobias J. Knoblich

Chapter 4. Kulturpolitik für Soziokultur

Am Anfang der Soziokultur der alten Bundesrepublik stand die „Erfindung“ der Zivilgesellschaft, die Durchsetzung von Impulsen „von unten“. Diese Pionierarbeit wirkte in unterschiedlichen Sphären der Gesellschaft strukturbildend. Genau genommen hat der Kulturbereich von der Repolitisierung und gesellschaftlichen Modernisierung profitiert, er war jedoch nicht der maßgebende Ausgangspunkt von Veränderung und trug seinen Teil allenfalls als „Sound der Revolte“ bei.

Tobias J. Knoblich

Backmatter

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