Skip to main content
main-content

26.10.2014 | Programmiersprachen | Im Fokus | Onlineartikel

Mit dieser Software entziffern Sie alte Handschriften

Autor:
Andreas Burkert
2 Min. Lesedauer

Die Krux alter Dokumente ist, dass sie so zahlreich vorliegen. Philologen oder Historikern müssen sie deshalb alle sichten, um einen Eindruck der Geschichte zu erhalten. Künftig soll eine spezielle Software die Arbeit erleichtern.

Die beiden guten Nachrichten zuerst: Historische Schriften und Dokumente werden vermehrt digitalisiert, um sie für die Nachwelt erhalten zu können. Und. Für die Digitalisierung gibt es inzwischen gute und verlässliche Verfahren. Zwar stehen die Dokumente, die sogenannten Digitalisate, dann weltweit zur Einsicht bereit. Doch nur als Foto, an dem sich nichts suchen oder vergleichen lässt. Das will Privatdozent Björn Gottfried vom Technologie-Zentrum Informatik und Informationstechnik der Universität Bremen, nun ändern.

In Zusammenarbeit mit der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften entsteht derzeit „eine Software, die den Nutzern eine echte Hilfestellung für ihre Forschung bietet“, erklärt Gottfried. Er leitet das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) jetzt um zwei weitere Jahre verlängerte Projekt mit dem Titel „Diptychon“. Im ersten Schritt ging vor allem darum, mit Verfahren der Bildverarbeitung die visuelle Qualität der Dokumentbilder zu verbessern. Nun soll im nächsten Schritt eine Software mit konkreten Hilfestellungen realisiert werden. „Die Vision ist, dass wir Handschriften exakt vergleichen können“, erklärt der Projektleiter.

Buchstaben und Wörter sicher entziffern

Eine Sammlung von Urkunden Kaiser Karls IV. (1316 bis 1378) bearbeitet er beispielhaft. „Da gilt es etwa Buchstaben und Wörter sicher zu entziffern oder nachzuweisen, ob eine Urkunde von einem oder mehreren Schreibern verfasst wurde. Vielleicht handelt es sich sogar um eine nachträgliche Fälschung.“ Bisher argumentieren Historiker bei dieser detektivischen Arbeit eher subjektiv nach Ähnlichkeit und setzten auf ihre Erfahrung mit alten Handschriften.

Weitere Artikel zum Thema Dokumentenerkennung

„Die Software vergleicht die Buchstaben und Wörter objektiv und visualisiert den Grad ihrer Übereinstimmung. Sie soll am Ende des Projekts dem Editor auch Argumente für Ähnlichkeiten und Unterschiede liefern können“, sagt Gottfried. Zudem möchte er mit der Software die Transkription von historischen Dokumenten mit einigen tausend Zeichen pro Seite über eine komfortable Suchfunktion, wie wir sie aus Textverarbeitungsprogrammen kennen, generell erleichtern.

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

Premium Partner

    Bildnachweise