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17.02.2016 | Programmiersprachen | Gesellschaft für Informatik | Onlineartikel

Darum programmieren Frauen besser

Autor:
Andreas Burkert

 

Eine Frau erfand den Compiler, die erste nutzbare Programmiersprache und Frauen schreiben oftmals bessere Programme, so eine aktuelle Studie. Warum sie sich dennoch noch kaum fürs Informatikstudium entscheiden, ist ebenso banal wie unverständlich.

Die Liste berühmter Frauen, die als Informatikerinnen Geschichte geschrieben haben, ist nicht lang. Aber sie ist bemerkenswert. Vor allem im Hinblick auf die Leistungen, die sie vollbracht haben. Wer nun eine solche Liste herausragender Persönlichkeiten erstellt, muss unweigerlich Grace Hopper zuerst nennen. Sie gilt als Pionierin der Informatik. Während ihrer Zeit in Harvard arbeitete sie mit dem Mark I, dem weltweit ersten vollelektronischen Rechner. Beachtlich aber ist, dass die moderne Informatik ihr unter anderem den Compiler verdankt. Eine Software, die Programmierkommandos in Maschinensprachcode übersetzt. Später präsentierte Hopper dann die erste Programmiersprache.

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Allein vor dem Hintergrund der außerordentlichen Leistung der Grace Hopper stellt sich die Frage, ob es nicht die Frauen sind, die der Informatik auf die Beine helfen? Und warum ist die Informatik noch derart vom Mann dominiert, obschon IT-Spezialistinnen in den Unternehmen der Informationstechnologie und Telekommunikation sehr gefragt sind? Nun könnte eine neue Studie der California Polytechnic State University und der North Carolina State University für weitere Diskussionen sorgen. Die Wissenschaftler haben nämlich herausgefunden, dass  Programmiererinnen besser arbeiten als Programmierer.

Frauen programmieren möglicherweise selbstkritischer

Doch wie kommen die Forscher der beiden US-amerikanischen Universitäten auf dieses Ergebnis? Eigenen Angaben zufolge haben sie die Arbeiten der zur Open-Source-Community gehörenden Plattform GitHub untersucht.  Dort können Mitglieder selbstverfasste Open-Source-Software einstellen, Programme mit offenem Quellcode wie sie unter anderem für zahlreiche beliebte Anwendungen zum Einsatz kommen. Um nun erkennbare Unterschiede in der Programmierqualität zwischen beiden Geschlechtern zu finden, haben die Forscher die abgelieferte Leistung männlicher und weiblicher Programmierer analysiert.

Sie haben dazu annähernd 1,4 Millionen GitHub-Zuträger identifiziert. Genauer gesagt: Sie haben die sogenannten Pull requests genauer untersucht und herausgefunden, dass die der Frauen eine etwas höhere Erfolgsrate aufweisen. Ein Indiz dafür ist, ob der entwickelte Programmcode von anderen Softwareentwicklern genutzt wird oder nicht. Werden die Pull requets angenommen, sind die qualitativ hochwertig. Nun schlussfolgern die Autoren der Studie, dass Frauen unter anderem selbstkritischer programmieren. Eine weitere Erklärung ist, dass Frauen im Informatikstudium unter anderem mit Vorurteilen kämpfen müssen.

Bundesweit meiden Frauen das Informatikstudium

Von einer ähnlichen Erfahrung berichten auch die Springer-Autoren Tobias Berg, Rebecca Apel, Hendrik Thüs, Ulrik Schroeder und Carmen Leicht-Scholten. In ihrem Beitrag "Vielfalt in der Informatik – Ergebnisse des Forschungsprojektes IGaDtools4MINT" zitieren sie unter anderem aus den Veröffentlichen des Statistisches Bundesamts. Demnach beträgt der Anteil von Frauen in der Informatik bundesweit nur 16,3 % liegt. (2013). Die Gründe für dieses Phänomen sind ihrer Ansicht vielschichtig: „Falsche Vorstellungen von Informatik, die hartnäckig bestehenden Hacker- und Nerd-Images, die oftmals noch unzureichende Vermittlung im Informatikunterricht an Schulen, ein Mangel an weiblichen Rollenmodellen, fehlende Anwendungsbezüge in der Lehre zu Anfang des Studiums et cetera", so die Autoren.

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