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28.05.2019 | Projektcontrolling | Im Fokus | Onlineartikel

Innovationscontrolling verhindert Fehlentscheidungen

Autor:
Sylvia Meier

Viele Firmen investieren Millionen in Innovationsprojekte. Doch nicht selten scheitern diese vor allem aufgrund von irrationalen Entscheidungen und mangelnden Informationen. Controller können einen Rationalitätscheck durchführen.

In vielen Unternehmen entstehen zahlreiche kreative Produkte und Services. Eine Studie der Beratungsfirma Boston Consulting Group (BCG) zeigt, dass viele der innovativsten Unternehmen aus Deutschland kommen. Wie die Tageszeitung FAZ zu der Studie berichtet, sind unter den Top 50 der Innovationsspitzenreiter neun deutsche Konzerne. Neue Ideen sind für langfristigen Erfolg eines Unternehmens wichtig. Allerdings führen die Begeisterung über mögliche Perspektiven und die Digitalisierung nicht selten dazu, wesentlich mehr Geld und Ressourcen in ein Projekt zu stecken, als ursprünglich geplant. 

Doch nicht jede kreative Idee macht sich auch bezahlt. Werden unrentable Projekte eingestellt, entsteht ein großer Verlust. Im vergangenen Jahr haben erfolglose und vermeidbare Innovationen die deutsche Wirtschaft laut einer Studie des Beratungsunternehmens Oliver Wyman zwischen 20 und 60 Milliarden Euro gekostet, denn nicht immer ist vorher absehbar, dass sich eine Innovation in der Praxis nicht umsetzen lässt. Dennoch lassen sich Kosten und Risiken mit der richtigen Strategie vermeiden. 

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Innovationscontrolling unterstützt Entscheider 

Helfen kann hier das Innovationscontrolling: "Die Aufgaben eines Innovationscontrollers lassen sich entlang des Management-Zyklus in die Themenfelder Budgetplanung für Forschung & Entwicklung (F&E-Budgetplanung), Bewertung von Projekten sowie Performance-Steuerung und -Kontrolle unterteilen", beschreibt Sabine Landwehr-Zloch in ihrem Beitrag "Verhaltensorientiertes Innovations-Controlling" (Seite 58). Die Autorin erklärt, dass hierdurch die ökonomische Rationalität im unternehmerischen Handeln sichergestellt und Wertorientierung erreicht werden sollen. 

Damit das auch gelingt, müssen die Unternehmensressourcen so eingesetzt werden, dass der erwartete Wertbeitrag maximiert wird. Es heißt aber auch, dass Innovationsprojekte, bei denen von vornherein schlechte Erfolgsaussichten erkannt werden können, entsprechend schnell gehandelt wird. Das kann die Finanzsituation eines Unternehmens erheblich entlasten. Vor allem, wenn gar nicht erst große Verluste durch ein erfolgloses Projekt entstehen.

Irrationale Entscheidungen 

Die Wissenschaft hat gezeigt, dass viele Entscheidungen intuitiv getroffen wurden. "In der Praxis ist der Controller gefordert zu erkennen, wann die Informationsverarbeitung beim Entscheider nicht in der gebotenen Tiefe und Intensität stattfindet und damit die ökonomische Rationalität gefährdet ist", schlussfolgert Landwehr-Zloch. Der Innovationsprozess kann in unterschiedliche Phasen unterteilt werden. In jeder Phase lauern typische Stolpersteine, wie die Autorin anhand der Grafik verdeutlicht:

 

Die Darstellung zeigt, dass bereits auf der Suche nach neuen Ideen Probleme auftreten können, beispielsweise, wenn eine Innovation gar nicht erst erkannt wird. Oder auch, wenn ein Projekt nicht früh genug aufgegeben wird, weil sich der Manager in seiner Meinung ohne weitere Informationen bestätigt sieht. Hohe Kosten sind dann meist vorprogrammiert.

Controlling kann atypische Prozesse ermitteln

Ein Controller ist in der Lage, solche Entwicklungen erkennen, während den Beteiligten selbst oft nicht bewusst ist, dass sie gerade irrational handeln und entscheiden. Dies muss dann das Controlling mit Fingerspitzengefühl vermitteln. Möglich sei das, "in dem der Controller anhand eines typischen Projektverlaufs mögliche Ansatzpunkte für Entscheidungsanomalien aufzeigt und erläutert", meint Landwehr-Zloch. Mit diesem Vorgehen kann er nicht nur Schwachstellen im Entscheidungsprozess erkennen und überwinden, sondern auch seine eigene Rolle im Unternehmen stärken.

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