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Über dieses Buch

Über Propaganda extremistischer Gruppierungen zu stolpern, ist für viele Jugendliche längst alltäglicher Bestandteil ihrer Mediennutzung – und damit gesellschaftliche wie pädagogische Herausforderung. Der Band versammelt tiefgehende Einblicke in theoretische und empirische Fragestellungen der pädagogischen Arbeit mit und über extremistische Internetpropaganda. Ein Schwerpunkt liegt auf Ergebnissen des durch die Europäische Kommission geförderten Forschungsprojekts CONTRA. Zudem versammelt der Band eine Vielzahl weiterer Perspektiven auf das Phänomen extremistischer Propaganda und deren pädagogische Implikationen aus Wissenschaft und Praxis.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Projekt CONTRA: Hintergrund, Entwicklung und Evaluation der Lernarrangements

Frontmatter

Radikalisierungsprävention mit Fokus auf Online-Propaganda als internationale und interdisziplinäre Herausforderung – Genese und Zielsetzung des EU-Forschungsprojektes CONTRA

Im vorliegenden Kapitel wird die Grundidee dieses Herausgeberwerkes vorgestellt. Ausgehend von einer Beschreibung zur Rolle des Internets für RadikalisierungsprozesseRadikalisierungsprozess und Präventionsansätze werden die Entstehungsgeschichte und Grundidee des EU-Projektes CONTRA dargestellt. Drei wichtige Ansatzpunkte werden näher skizziert: 1) Der Fokus des Projektes auf die Zielgruppe Jugendlicher, die als sogenannte Digital Natives im Internet sowohl extremistische Angebote, als auch Präventionsmaßnahmen finden können, 2) Schlüsselherausforderungen für die Online-Präventionsarbeit im Kontext von Gegenmaßnahmen 3) die wichtige Rolle der Schule als Ort der Prävention, vor allem für die Förderung von MedienkompetenzMedienkompetenz . Abschließend werden die einzelnen Bereiche und Kapitel des Buches vorgestellt.

Diana Rieger, Josephine B. Schmitt, Julian Ernst, Peter Vorderer, Gary Bente, Hans-Joachim Roth

Die Förderung von Medienkritikfähigkeit zur Prävention der Wirkung extremistischer Online-Propaganda

Ausgehend von einem allgemeinen Überblick über MedienkompetenMedienkompetenz wird in diesem Kapitel MedienkritikfähigkeitMedienkritikfähigkeit als spezifische Facette von Medienkompetenz vorgestellt, deren Förderung im Hinblick auf die Prävention der Wirkung extremistischer Online-PropagandaOnline-Propaganda in CONTRA von besonderer Bedeutung ist. Medienkritikfähigkeit wird in CONTRA in drei Präventionsebenen zerlegt (#weARE): AwarenessAwareness , ReflectionReflection , EmpowermentEmpowerment . Die drei Ebenen werden vorgestellt und mit bestehenden erziehungswissenschaftlichen Forschungsarbeiten in Beziehung gesetzt.

Josephine B. Schmitt, Julian Ernst, Diana Rieger, Hans-Joachim Roth

Internetpropaganda als Unterrichtsgegenstand – der didaktische Ansatz des Präventionsprogramms CONTRA

Dieses Kapitel widmet sich dem didaktischen Ansatz im Präventionsprogramm CONTRA. Wie kann extremistische InternetpropagandaInternetpropaganda zum Gegenstand von Unterricht gemacht werden? Der didaktische Ansatz spiegelt sich in den LernarrangementsLernarrangement wider und bietet Praktiker*innen Orientierung für die Durchführung der Lernarrangements. Nach einer allgemeinen Einführung, was unter didaktischen PrinzipienPrinzipien, didaktische zu verstehen ist, verorten wir den verwendeten didaktischen Ansatz innerhalb etablierter Theoriegebäude der allgemeinen Didaktik und schließen daran die Darstellung der eigentlichen Prinzipien an. Abschließend verorten wir den Ansatz in medienpädagogischen Traditionslinien.

Julian Ernst, Josephine B. Schmitt, Diana Rieger, Hans-Joachim Roth

Evaluation einer medienpädagogischen Maßnahme im Schulunterricht zur Prävention der Wirkung extremistischer Online-Propaganda: Ein Überblick

Neben einem allgemeinen Überblick über Evaluationsformen und ihre Funktionen in der sozialwissenschaftlichen Forschung, beschreibt das vorliegende Kapitel ausgehend von einer schlaglichtartigen Auseinandersetzung mit Evaluationen medienpädagogischer Maßnahmen im Bereich der RadikalisierungspräventionRadikalisierungsprävention das Evaluationsvorgehen (PretestPretest , Expert*innenworkshopExpert*innenworkshop , Implementierung im SchulunterrichtSchulunterricht ) im Rahmen des Projektes CONTRA.

Josephine B. Schmitt, Julian Ernst, Diana Rieger, Hans-Joachim Roth

Ein Sprung ins kalte Wasser oder: Eine qualitative Pretest-Evaluation von Lernarrangements zur Förderung von Medienkritikfähigkeit

Im Kontext der Entwicklung und EvaluationEvaluation der LernarrangementsLernarrangement im Projekt CONTRA wurde zunächst ein PretestPretest durchgeführt. In dessen Rahmen wurden zum einen erste Ideen zur Förderung von MedienkritikfähigkeitMedienkritikfähigkeit in einem Workshop gemeinsam mit Jugendlichen als Repräsentant*innen der Zielgruppe erprobt und qualitativ evaluiert. Zum anderen wurden die Ergebnisse des Workshops mit internationalen Expert*innen aus verschiedenen Blickwinkeln (Praktiker*innen der Prävention, Sicherheitsbehörden, Wissenschaft) diskutiert und Implikationen für die zu pilotierenden Lernarrangements abgeleitet.

Julian Ernst, Ann-Kristin van Balen, Josephine B. Schmitt, Diana Rieger, Hans-Joachim Roth

Qualitative und quantitative Befragungen als Datenquellen für die Evaluation einer medienpädagogischen Maßnahme

Dieses Kapitel gibt einen Überblick über qualitative und quantitative Befragungsmethoden als Datenquellen für die EvaluationEvaluation einer medienpädagogischen Maßnahme – der Evaluation der Qualität und Wirksamkeit der drei im Rahmen des Projektes CONTRA entwickelten LernarrangementsLernarrangement . Im Zuge dessen werden einerseits der Leitfaden für die BefragungBefragung der Lehrer*innen sowie andererseits die Operationalisierung der im FragebogenFragebogen für die Schüler*innen verwendeten Konzepte im Detail dargestellt. Darüber hinaus wird ein Überblick über das jeweilige Auswertungsvorgehen gegeben.

Josephine B. Schmitt, Olivia Rutkowski, Claus Caspari, Ann-Kristin van Balen, Julian Ernst, Diana Rieger, Hans-Joachim Roth

Videographie medienpädagogischer Lernarrangements zur Förderung von Medienkritikfähigkeit

Dieses Kapitel behandelt die VideographieVideographie medienpädagogischer LernarrangementsLernarrangement . Neben grundsätzlichen Ausführungen zur Erhebung und Analyse audiovisueller Daten wird das konkrete Vorgehen der Videographie in Bezug auf die CONTRA-Lernarrangements erläutert. Nach der Beschreibung des Untersuchungsaufbaus der Studie folgt abschließend die Diskussion von Potenzialen des Ansatzes für medienpädagogische Evaluationsforschung.

Julian Ernst, Josephine B. Schmitt, Diana Rieger, Hans-Joachim Roth

Wissen über digitale Medien und Propaganda to go?! Wie viel Informationen wollen und brauchen Lehrer*innen – Eine qualitative Studie

Im Rahmen dieses Kapitels wird über die Fortbildung der Lehrer*innen im Hinblick auf den theoretischen Hintergrund der CONTRA-LernarrangementsLernarrangement sowie im Hinblick auf ihre praktische Durchführung berichtet. Dabei wird einerseits die durchgeführte Fortbildung in Aufbau, Gliederung und Ziel besprochen, andererseits wird sie basierend auf ihrer Beurteilung im Rahmen des Feedbacks durch alle Teilnehmer*innen direkt im Anschluss an die Fortbildung selbst sowie im Rahmen der Leitfadeninterviews eingeordnet und bewertet.

Josephine B. Schmitt, Julian Ernst, Diana Rieger, Ann-Kristin van Balen, Hans-Joachim Roth

Von Schulklassen und Klassenunterschieden: Zur Charakterisierung der Stichprobe

Das folgende Kapitel betrachtet demographische und einstellungsbezogene Merkmale der untersuchten Schulklassen (Experimental- und Kontrollklassen) und gibt damit einen Überblick über die Schüler*innen, die an der Pilotierung der CONTRA-LernarrangementsLernarrangement im Schulkontext teilgenommen haben. Es zeigt sich, dass Unterschiede im Hinblick auf soziodemographische Merkmale (Alter, Geschlecht, Erstspracherwerb, Bildung, Religionszugehörigkeit und Sozialisation im Sinne der Elternberufe) zwischen den verschiedenen Experimental- und Kontrollklassen bestehen. Die Klassen unterscheiden sich zudem im Hinblick auf Religiösität und die politischen Einstellungen. Hinsichtlich des Mediennutzungsverhaltens sowie einer Autoritarismusneigung zeigen sich keine Unterschiede.

Tim Wulf, Claus Caspari, Olivia Rutkowski, Josephine B. Schmitt, Julian Ernst, Diana Rieger, Hans-Joachim Roth

Beurteilung der Lernarrangements durch Schüler*innen und Lehrer*innen

Dieses Kapitel widmet sich der Beurteilung der LernarrangementsLernarrangement vonseiten der Schüler*innen und der Lehrer*innen. Grundlage hierfür sind die Ergebnisse aus den Leitfadeninterviews und der standardisierten BefragungBefragung , welche im Zuge der EvaluationEvaluation der Lernarrangements mit Lehrer*innen und Schüler*innen durchgeführt wurden. Die Ergebnisse der Erhebungen werden sowohl in Bezug auf die Lernarrangements im Allgemeinen als auch hinsichtlich einiger zentraler Problempunkte diskutiert. Hierbei werden Überlegungen zur Überarbeitung bzw. Anpassung der Lernarrangements angestellt.

Julia R. Winkler, Josephine B. Schmitt, Ann-Kristin van Balen, Claus Caspari, Olivia Rutkowski, Julian Ernst, Diana Rieger, Hans-Joachim Roth

Wenn es plötzlich um etwas anderes geht. Rekonstruktion eines Beispiels didaktisch-kommunikativer Praxis der Gegenstandsorientierung im Rahmen schulischer Radikalisierungsprävention

Das Kapitel rekonstruiert auf Basis audiovisuellen Datenmaterials ein didaktisch herausforderndes Unterrichtsgespräch zu extremistischer InternetpropagandaInternetpropaganda . Die ethnomethodologisch orientierte Rekonstruktion zeigt, wie die beteiligte Lehrerin GegenstandsorientierungGegenstandsorientierung kommunikativ herstellt und das Unterrichtsgespräch zum didaktisch gewollten Unterrichtsthema zurückführt. Als Praxis-Beispiel werden von den Rekonstruktionen ausgehend Empfehlungen für didaktische Handeln in der schulischen RadikalisierungspräventionRadikalisierungsprävention sowie Implikationen für eine entsprechende Didaktik formuliert.

Julian Ernst, Josephine B. Schmitt, Diana Rieger, Hans-Joachim Roth

Förderung von Awareness zu Inhalten und Verbreitungswegen extremistischer Online-Inhalte bei Schüler*innen

In diesem Kapitel wird die erste von drei Präventionsebenen der MedienkritikfähigkeitMedienkritikfähigkeit , AwarenessAwareness , vorgestellt. Neben einer kurzen Einführung in den Gegenstand und seine Bedeutung für Strategien in der RadikalisierungspräventionRadikalisierungsprävention werden in diesem Kapitel die Ergebnisse zur Förderung von Awareness des in CONTRA evaluierten Schulprogrammes vorgestellt. Die Ergebnisse weisen auf einen Zuwachs an WissenWissen zu Online-PropagandaOnline-Propaganda hin. Abschließend werden diese Ergebnisse diskutiert und Veränderungs- bzw. Verbesserungspotenziale für die CONTRA-LernarrangementsLernarrangement abgeleitet.

Diana Rieger, Julia R. Winkler, Olivia Rutkowski, Claus Caspari, Josephine B. Schmitt, Julian Ernst, Hans-Joachim Roth

Förderung von Reflexion extremistischer Online-Inhalte bei Schüler*innen

Das vorliegende Kapitel befasst sich mit der Frage, inwieweit die Reflexion extremistischer Online-Inhalte durch die CONTRA-LernarrangementsLernarrangement gefördert werden konnte. Dabei wird ein Überblick über die hier zugrunde liegende Konzeptualisierung von Reflexion gegeben und die verwendeten Erhebungsmethoden dargestellt. Die quantitative Analyse konnte keinen Effekt der Lernarrangements auf die Reflexion der Schüler*innen feststellen. Jedoch finden sich in der qualitativen Inhaltsanalyse der Körperkameravideos sowie in den Leitfadeninterviews der Lehrer*innen Hinweise darauf, dass durchaus Reflexionsprozesse während der Lernarrangements stattgefunden haben. Die Ergebnisse werden vor dem Hintergrund möglicher Unterschiede in der Konzeptualisierung von Reflexion diskutiert. Abschließend werden praktische Implikationen für die Gestaltung des zweiten Lehrarrangements erörtert.

Claus Caspari, Jana Schneider, Tim Wulf, Ann-Kristin van Balen, Olivia Rutkowski, Josephine B. Schmitt, Julian Ernst, Diana Rieger, Hans-Joachim Roth

Förderung von Empowerment gegenüber extremistischen Online-Inhalten bei Schüler*innen

Dieses Kapitel gibt einen Überblick darüber, ob und inwiefern durch die CONTRA-LernarrangementsLernarrangement EmpowermentEmpowerment gefördert werden konnte. Neben einer kurzen Einführung zum Begriff und der verschiedenen Formen der Messung von Empowerment im Rahmen der EvaluationEvaluation der Lernarrangements gibt das vorliegende Kapitel einen Überblick über die Ergebnisse der Evaluation. Auf der Grundlage der quantitativen Daten zeigen sich keine Effekte der Lernarrangements auf das Empowerment der Schüler*innen der ExperimentalgruppeExperimentalgruppe . Aus der Perspektive der Lehrer*innen ist eine mögliche Überforderung der Schüler*innen mit der Aufgabenstellung und den Arbeitsmaterialien in Lernarrangement III verantwortlich für einen eingeschränkten Zugewinn. Diese Ergebnisse werden im Hinblick auf ihre theoretische und praktische Bedeutung für die Messung von Empowerment sowie hinsichtlich der für die Lernarrangements formulierten Ziele diskutiert.

Josephine B. Schmitt, Claus Caspari, Julia R. Winkler, Tim Wulf, Olivia Rutkowski, Lea Braun, Diana Rieger, Julian Ernst, Hans-Joachim Roth

Empowerment, Gegenbotschaften und politische Partizipation: Gegenbotschaften als Mittel zur Förderung von Empowerment gegenüber extremistischer Online-Propaganda

Dieses Kapitel analysiert GegenbotschaftenGegenbotschaft , die Jugendliche in Bezug auf islamistische und rechtextremistische Videos im Internet im Rahmen des dritten CONTRA-LernarrangementsLernarrangement formuliert haben. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse möglicher Anzeichen für ein durch die Aufgabenstellung gefördertes EmpowermentEmpowerment der Jugendlichen gegenüber rechtsextremistischer und islamistischer Online-PropagandaOnline-Propaganda als wichtiger Faktor der Präventionsarbeit. Es wird eine qualitative Analyse der Arbeitsergebnisse auf der Grundlage transkribierter Videoaufzeichnungen vorgenommen. Anhand dieser wird deutlich, dass die Konzeption von Gegenbotschaften einen kreativen Raum zur MedienkritikfähigkeitMedienkritikfähigkeit schaffen kann, die Rolle der Lehrperson bei der Ausgestaltung dieses Raumes jedoch wichtig ist.

Lea Braun, Julian Ernst, Josephine B. Schmitt, Diana Rieger, Hans-Joachim Roth

Die Evaluation eines Präventionsprogramms zur Förderung von Medienkritikfähigkeit: Diskussion und Implikationen

Das Kapitel diskutiert zusammenfassend die Evaluationsergebnisse zu den drei CONTRA-LernarrangementsLernarrangement . Diese verfolgten das Ziel MedienkritikfähigkeitMedienkritikfähigkeit im Hinblick auf extremistische Online-PropagandaOnline-Propaganda im Unterricht zu fördern. Die EvaluationEvaluation erfolgte auf Grundlage der Triangulation verschiedener Erhebungs- und Auswertungsmethoden. Die Ergebnisse verdeutlichen die Notwendigkeit von systematischen Evaluationen im Bereich medienpädagogischer Maßnahmen im Allgemeinen und der RadikalisierungspräventionRadikalisierungsprävention im Besonderen. Darüber hinaus bieten sie zahlreiche Anknüpfungspunkte für die Überarbeitung der verwendeten Materialien und Methoden sowie zahlreiche Implikationen für die weitere Forschung und Praxis.

Josephine B. Schmitt, Tim Wulf, Julian Ernst, Diana Rieger, Hans-Joachim Roth

CONTRA-Lernarrangements

Frontmatter

#weARE – Drei Lernarrangements zur Förderung von Medienkritikfähigkeit im Umgang mit Online-Propaganda in der Schule

Die im nachfolgenden Kapitel dargestellten Lernarrangements sind das Ergebnis des in den vorangegangenen Kapiteln beschriebenen umfassenden und komplexen Entwicklungs- und Evaluationsprozesses. Neben den Lernarrangements, die praxisorientiert und detailliert vorgestellt werden, bieten die folgenden Seiten eine Reihe didaktischer Hinweise für den konkreten Einsatz der Lernarrangements im Schulunterricht.

Julian Ernst, Josephine B. Schmitt, Diana Rieger, Hans-Joachim Roth

Klickpfade verstehen – Interpretationshilfe

Die vorliegende Interpretationshilfe beschäftigt sich damit, wie im Kontext von Lernarrangement II das Zustandekommen unterschiedlicher Klickpfade erklärt werden kann. Hierbei spielen diverse inhaltliche und thematische Assoziationen zwischen Videos eine Rolle, aber auch das vorangegangene Nutzungsverhalten (d. h. das Anklicken bestimmter Videos, die Eingabe bestimmter Suchbegriffe) und weitere personenbezogene Daten (Alter, Geschlecht, Standort von Nutzer*innen), die bei YouTube zur Verfügung stehen.

Julia R. Winkler

Propaganda und Extremismus als Thema der schulischen und außerschulischen Bildung

Frontmatter

Extremistische Internetpropaganda und das Schulprogramm CONTRA – Vom Gegenstand zum Thema in sozialwissenschaftlichen Schulfächern

Im Beitrag werden Möglichkeiten erläutert, ein Programm zur Extremismusprävention wie CONTRA in sozialwissenschaftlichen Fächern an allgemein- und berufsbildenden Schulen in Deutschland zu verankern. Dargelegt werden fachdidaktische und curriculare Rahmenbedingungen, weiterhin Wege ihrer Umsetzung in Schulcurricula sowie unterrichtspraktische Herausforderungen und Möglichkeiten für die Lehrkraft, ihnen zu begegnen.

Kuno Rinke

Propaganda im Internet als Gegenstand philosophischer Reflexion – Zu Möglichkeiten der Implementation des Präventionsprogramms CONTRA im Philosophieunterricht

Der Artikel zeigt Möglichkeiten der Durchführung des Präventionsprogramms CONTRA im Philosophieunterricht auf. Es wird dargestellt, wie die drei Zieldimensionen des Programms AwarenessAwareness , ReflectionReflection und EmpowermentEmpowerment Aspekte der Erkenntnistheorie, Ethik, Argumentationstheorie als auch der Sprachphilosophie umfassen. Weiter werden exemplarische Zuordnungen des Programms an curriculare Vorgaben sowie eine Auswahl ergänzender und vertiefender philosophischer Methoden und Theorien als Basis einer variablen Aufbereitung des Programms in unterschiedlichen Lerngruppen dargestellt.

Petr Frantik

Extremistische Internetpropaganda im Grundkurs Deutsch einer 11. Klasse sowie Überlegungen zur Einbindung der CONTRA-Lernarrangements in den Lehrplan Deutsch

Der Artikel dokumentiert die leicht abgewandelte Durchführung der LernarrangementsLernarrangement I und II im Grundkurs Deutsch der Klasse des Autors. Anschließend führt er aus, dass die Implementation der CONTRA-Lernarrangements in die Richtlinien und Lehrpläne bzw. den schulinternen Lehrplan „Deutsch“ der Sekundarstufen I und II in NRW kein größeres Problem darstellt. Die vorgestellten Lernarrangements sind grundsätzlich gut geeignet, die antizipierten Ziele AwarenessAwareness , ReflectionReflection und EmpowermentEmpowerment in einer Schulumgebung zu erreichen. Den curricularen Anforderungen werden sie aber erst gerecht, wenn der Auseinandersetzung mit dem Material mehr Zeit und mehr Tiefe und den Lehrerinnen und Lehrern intensive Fort- und Weiterbildung ermöglicht wird.

Andreas Grüderich

Genderspezifische Überlegungen in der sekundären Präventionsarbeit – Möglichkeiten und Grenzen des Präventionsprogramms CONTRA

Das Ziel des Projektes CONTRA ist es, über den Einsatz einer Unterrichtseinheit einen Beitrag zur primären Prävention zu leisten, indem junge Menschen für den Umgang mit Online-PropagandaOnline-Propaganda sensibilisiert werden sollen. Ein solches Projekt aus dem Bereich der primären Prävention kann durch zielgruppenspezifische Veränderungen und Erweiterungen auch einen Beitrag zur Entwicklung von Präventionsprojekten der sekundären Prävention leisten. Aktuell erscheinen Überlegungen für ein solches sekundäres Präventionsprojekt zum Thema Onlinepropaganda für Frauen in Bewegungen des religiös begründeten Extremismus sinnvoll. An dieser Stelle setzt das folgende Kapitel an. Ziel ist es, Impulse zu setzen, wie Erfahrungen aus dem EU-Projekt CONTRA genutzt werden könnten und das Projekt gleichfalls so modifiziert werden könnte, um es speziell für die Zielgruppe Frauen zuzuschneiden. Kernvorschlag des Beitrages ist es, das Projekt um eine weitere Komponente zum Thema soziale Medien zu erweitern.

Hannah Strauß

Das Unterrichtsthema Internetpropaganda aus Sicht männlicher Schüler

Dargestellt wird zunächst, warum sich InternetpropagandaInternetpropaganda als grundsätzlich anschlussfähig an die Lebenssituation männlicher Schüler aus prekären Milieus erweist (1). Danach wird erläutert, welche sozialisatorischen Aufforderungen Unterricht aus Sicht eines Schülers beinhaltet (2). Diese beiden Bausteine werden miteinander verknüpft (3), um so didaktische Hinweise zur Durchführung des Unterrichtsthemas Internetpropaganda abzuleiten. Als entscheidende Bausteine für eine grundsätzlich erfolgreiche Rahmung des Unterrichtsthemas werden der Themenbeginn, die Ansprache und kommunizierte Intention der Lehrer*in sowie die Bedeutung des Peer-Learning identifiziert.

Markus Hoffmann

Islamismus als Herausforderung im Unterricht – Ansätze der politischen Bildung und der Präventionsarbeit in der Schule

Präventionsarbeit in der Schule beschränkt sich nicht auf die Dekonstruktion islamistischer Ideologien, sondern beinhaltet insbesondere auch die Auseinandersetzung mit lebensweltlichen Interessen und Konflikten, die in islamistischen Ansprachen instrumentalisiert werden. Dazu gehören neben religiösen Themen auch Fragen zu Identität, Zugehörigkeit und Teilhabe sowie gesellschaftliche und politische Konflikte. Im Mittelpunkt steht das Ziel, alternative Angebote zu machen, die attraktiver sind als die Angebote islamistischer Akteure.

Canan Korucu, Götz Nordbruch

Universelle Extremismusprävention durch politische Bildung? – Eine Übersichtsdarstellung über Ansätze und Formate der Bundeszentrale für politische Bildung

Sich politisch oder religiös begründende Extremismen stellen aufgrund der Ablehnung einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung und grundlegender Prinzipien des gewaltfreien Diskurses eine Bedrohung für demokratische Gesellschaftsformen dar. Die Bundeszentrale für politische Bildung Bildung, politische /bpb entwickelt lebensweltorientiert zielgruppenspezifische Ansätze und Angebote der universellen Extremismusprävention durch politische Bildung für unterschiedliche Personengruppen, zunehmend auch für die Kommunikations-, Informations- und Bildungsräume des Social Web Social Web . Eine wissenschaftlich valide Evaluation Evaluation dieser Angebote in der Form von Langzeitstudien steht jedoch noch aus.

Clemens Stolzenberg

Interdisziplinäre Perspektiven: Propaganda und Gegenerzählungen im Internet

Frontmatter

Formen, Funktionen und Dimensionen extremistischer Online-Propaganda im Web 2.0 – Herausforderungen und Untersuchungsansätze

Extremistische Web 2.0-Propaganda ist stark erlebnishaft und (inter-)aktiv. Angesichts des komplexen Formen- und Formatreichtums skizziert der Beitrag einen Unterscheidungs- und Analyseansatz. Ausgehend von der Grobunterteilung in klassische autoritäre Botschaften und gemeinschafsbildende Social Media-Propaganda wird eine Herangehensweise über und an die einzelnen Mediensorten bzw. Textgattungen empfohlen. Zeichentheoretisch und (medien-) rhetorisch begründet können so drei Überzeugungsebenen sowie bestimmte Funktionen untersucht werden. Zudem wird auf die Bedeutung formalästhetischer Gestaltung von Propaganda eingegangen.

Bernd Zywietz

Symbole als Transmitter dschihadistischer Ideologie im Internet: Jugendliche im Fokus

Symbole haben u. a. eine identitätsstiftende Funktion und sind für die Herausbildung einer kollektiven IdentitätIdentität wichtig. Sie dienen unterschiedlichsten Gruppierungen dabei, Eigenschaften wie Zusammenhalt zwischen den einzelnen Mitgliedern zu etablieren. Ein Gefühl der Verbundenheit auf der Grundlage von realen oder vorgestellten Gemeinsamkeiten, die mit starken emotionalen Bindungen und klar definierten Werten und Normen verbunden sind. Das Individuum soll Teil einer GemeinschaftGemeinschaft werden. Symbole übernehmen in diesem Prozess eine Transmitter-Funktion, die die Vorstellung von Einheit und dem Gefühl der Zugehörigkeit in einer bestimmten Gruppe, sowohl offline als auch online, unterstützt. Dschihadistische Online-PropagandaOnline-Propaganda stellt daher eine Symbolwelt bereit, die bei Jugendlichen Interesse wecken und sie an die extremistische Ideologie heranführen soll.

Fehime Oezmen, Patrick Frankenberger

Narrative Persuasion and Violent Extremism: Foundations and Implications

Communication researchers have long-explored the ability of narratives to change the viewpoints of those that are exposed to them. Only recently, however, have terrorism researchers begun to investigate whether narratives produced by terrorist groups effectively promote terrorist ideologies. This chapter provides a brief summary of narrative persuasionNarrative Persuasion , how terrorists use narratives to promote radicalization, and how terrorist narratives targeted at adolescents can be challenged.

Kurt Braddock

Technische Faktoren bei der Verbreitung propagandistischer Inhalte im Internet und den sozialen Medien

Dieser Beitrag nimmt die technischen Faktoren in den Blick, die bei der Erstellung, Weitergabe, Verbreitung und Rezeption von Propagandainhalten im Netz eine Rolle spielen. Folgend wird die Rolle von automatisierten AlgorithmenAlgorithmus diskutiert, die mittlerweile bei zahlreichen Online-Plattformen im Hintergrund agieren und in diesen Prozessen wirken. Konkret werden zunächst die Verfahren des Rankings, der Selektion und der Filterung von Inhalten besprochen, und dann die algorithmische Personalisierung als Form des Informationsmanagements beschrieben, die zu negativen Auswirkungen führen kann (etwa sog. Filterblasen und Echokammern), um anschließend auf automatisierte Programme einzugehen, die in Social Media-Plattformen wirken. Zum Abschluss werden knapp Maßnahmen und konkrete Handlungsstrategien vorgestellt.

Cornelius Puschmann

Extremismus hinter jedem Klick? Ergebnisse einer Mehrmethodenstudie zum Kontakt und Erkennen extremistischer Online-Inhalte durch Jugendliche

Extremist*innen nutzen vermehrt soziale Medien, um Jugendliche als Zielgruppe ihrer Radikalisierungs- und Rekrutierungsaktivitäten zu erreichen. Doch wo kommen Jugendliche mit extremistischen Botschaften in Kontakt? Welche erkennen sie und wovon wird das Erkennen beeinflusst? Wo kann, wo sollte die Präventionsarbeit ansetzen, um Jugendliche für extremistische Inhalte zu sensibilisieren? Diesen und anderen Fragen ging eine von der Landesanstalt für Medien in Nordrhein-Westfalen (LfM) in Auftrag gegebene Studie unter 14 bis 19-jährigen Jugendlichen in Deutschland nach.

Claudia Riesmeyer, Carsten Reinemann, Angela Nienierza, Katharina Neumann, Nayla Fawzi

Gruppenzugehörigkeiten und Radikalisierungsprozesse

Die Tendenz, sich Gruppen zuzuordnen und die eigene IdentitätIdentität über Gruppen zu definieren, bietet Erklärungen, wieso sich vor allem junge Menschen, die sich in Krisen befinden, radikalen Gruppen anschließen. Gruppenzugehörigkeiten machen Konflikte mit anderen Gruppen und der Mehrheitsgesellschaft nachvollziehbar und liefern eine Rechtfertigungsideologie für radikales Verhalten. Präventionsmöglichkeiten sind Angebote von alternativen Gruppenmitgliedschaften mit anderen Überzeugungs- und Handlungsmustern. Inklusionsangebote sind effektive Präventionsmaßnahmen gegen Radikalisierung und Propaganda.

Ulrich Wagner, Inga Lisa Pauls

Gegenbotschaften als Baustein der Extremismusprävention

Mit Counter-Narrativen wird in der Extremismusprävention die Intention verbunden, Mediennutzer*innen (auch) in digitalen Welten attraktive „Gegengeschichten“ zu extremistischen Weltbildern zur Verfügung zu stellen. In diesem Kapitel werden Counter-NarrativeNarrative und die mit ihnen verbundenen Intentionen eingehender beschrieben. Praxisnah wird auf Bedingungen für überzeugende Geschichten gegen Extremismus, verschiedene Formen von Counter-Narrativen und erste Forschungsergebnisse zu ihrer Wirksamkeit eingegangen.

Anna Morten, Lena Frischlich, Diana Rieger

Narrative gegen Islamismus in einer kritischen politischen Bildungsarbeit

Im Mittelpunkt des Textes stehen die Verschränktheit von Bildungsarbeit, Sicherheit und Hegemonie. NarrativeNarrative gegen IslamismusIslamismus sind in diesem Zusammenhang zuvorderst als hegemoniale Ordnungsversuche definiert. Anschließend werden Argumente für die Wichtigkeit einer kritischen Bildungsarbeit erläutert, um StigmatisierungStigmatisierung und MarginalisierungMarginalisierung insbesondere von als muslimisch markierten Jugendlichen durch einen hegemonial erzeugten, jedoch teilweise ausschließenden Konsens vorzubeugen.

Sindyan Qasem

Zwischen Co-Terrorismus und Lebensweltorientierung: Ist das Internet ein geeignetes Feld der Radikalisierungsprävention?

Ausgehend von einem Begriffsverständnis, dem zu Folge Radikalisierung als eine typische Begleiterscheinung gesellschaftlicher Entwicklung verstanden wird, die nicht automatisch in Gewalt oder gar TerrorismusTerrorismus mündet, werden Grundzüge einer Handlungsperspektive einer lebensweltorientierten und ideologieunspezifischen RadikalisierungspräventionRadikalisierungsprävention entwickelt. Im Lichte einer solchen Perspektive erscheint das Internet aufgrund bestimmter Einschränkungen nicht als vordringlicher Raum der Radikalisierungsprävention.

Uwe E. Kemmesies

Internationale Perspektiven auf Prävention und extremistische (Online-)Propaganda

Frontmatter

Australian Measures to Counter Violent Extremism Online: A Comparative Perspective on Far-Right and Jihadist Content

This chapter illustrates that online and offline measures to counter violent extremismExtremismus in Australia have targeted jihadism over other forms of extremism. With attention to the open and intensifying state of far-right extremism in Australia, it advocates for increased attention to this situation. It contends that, given the recursive nature of online extremism and its political and international dimensions, material disseminated by far-right and jihadist groups should be addressed from a comparative perspective.

Imogen Richards

An Overview on Extremism and Prevention Programs in Romania

Extremism is a newfangled research topic in Romania. The number of studies on extremismExtremismus conducted and published in Romania is scarce. Random acts of violence motivated by racism, homophobia, or intolerance do occur, but have not been widespread in recent years. Cases of football hooliganism—in which fan groups display racist banners and utter racist chants (mostly hostile to the Roma)—do take place, but their outbreak is rather spontaneous. Due to the lack of synthetic reports or research reviews based on scientifically sound surveys and analyses, which go beyond case studies, it is rather vexatious to shape an exact image of the extremism incidence, of the relative proportion of its victims and communication channels.

Cristian Jura

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