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Propan/Isobutan-Gemische in Wärmepumpen: Sensitivität der optimalen Gemischzusammensetzung auf Prozessrandbedingungen

  • Open Access
  • 01.12.2025
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Zusammenfassung

Der Fachbeitrag untersucht die Sensitivität der optimalen Gemischzusammensetzung von Propan/Isobutan-Gemischen auf Prozessrandbedingungen in Wärmepumpen. Es wird gezeigt, dass die Effizienz und das Potenzial von zeotropen Gemischen stark von äußeren Randbedingungen und Betriebsbedingungen abhängen. Die Studie umfasst eine detaillierte Simulationsanalyse, die die Auswirkungen von Temperaturspreizungen und Leckagen auf die Effizienz der Wärmepumpe untersucht. Besonders hervorgehoben wird das Verbesserungspotential von zeotropen Gemischen im Vergleich zu Reinstoffen und die Notwendigkeit, verschiedene Betriebsbedingungen bei der Entwicklung von Wärmepumpensystemen zu berücksichtigen. Die Ergebnisse zeigen, dass zeotrope Gemische ein erhebliches Effizienzpotential bieten, das jedoch sorgfältig auf die spezifischen Anwendungsbedingungen abgestimmt werden muss.

Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.
GWP
Treibhausgaspotential (global warming potential)
KW
Kohlenwasserstoffe
NBP
Normalsiedepunkte (normal boiling point)

1 Einleitung

Innerhalb des Gebäudesektors entfällt ein Großteil der Emissionen auf die Bereitstellung von Raumwärme und Trinkwarmwasser [1]. Die Emissionen entstehen durch die Verbrennung von fossilen Energieträgern, welche für den Betrieb von Gas- und Ölheizungen benötigt werden. Eine emissionsärmere Möglichkeit der Wärmeerzeugung stellt die Wärmepumpe dar. Diese kann mit Hilfe von elektrischem Strom und Umgebungswärme Nutzwärme für den Gebäudebedarf bereitstellen [2].
Grundlegend unterteilen sich die Emissionen von Wärmepumpen in zwei Bereiche: die indirekten und die direkten Emissionen. Die indirekten Emissionen resultieren aus der Stromerzeugung und sind an die benötigte Strommenge und somit die Effizienz der Wärmepumpe gekoppelt. Die direkten Emissionen entstehen durch Leckagen des Kältemittels, welches zum Betrieb einer Wärmepumpe benötigt wird und typischerweise ein Treibhausgaspotential (engl. Global warming potential (GWP)) besitzt. Folglich werden die direkten Emissionen unmittelbar vom gewählten Kältemittel beeinflusst. Zusätzlich interagiert das Kältemittel mit den in der Wärmepumpe verbauten Komponenten, wodurch maßgeblich die Effizienz der Wärmepumpe bestimmt wird. Das Kältemittel beeinflusst somit sowohl die direkten als auch die indirekten Emissionen und ist folglich einer der Haupteinflüsse auf die Gesamtemission einer Wärmepumpe. Es existieren bereits Regularien, welche den ökologischen Einfluss von Kältemitteln und damit zulässige GWPs vorgeben [3, 4]. Diese werden derzeit überarbeitet, sodass weitere Einschränkungen für den zukünftigen Einsatz von Kältemittel entstehen [5].
Aufgrund der derzeitigen Regularien sind Kohlenwasserstoffe (KW) als Kältemittel im Fokus der Industrie. Für Wärmepumpen zur Bereitstellung von Raumwärme wird Propan (R290) häufig eingesetzt. Innerhalb von Kühlschränken hat sich das Kältemittel Isobutan (R600a) etabliert [6]. Zusätzlich zu Kältemittelreinstoffen wie Propan und Isobutan sind zeotrope Gemische derzeitiger Stand der Forschung [7]. Zeotrope Gemische können zu zwei Vorteilen führen. Zum einen können durch die Mischung zweier oder mehrerer Reinstoffe die thermodynamischen Eigenschaften des resultierenden Kältemittelgemischs angepasst werden. Durch die Einstellung der thermodynamischen Eigenschaften kann unter anderem die Wärmeübertragung verbessert, die Effizienz gesteigert und die Betriebsgrenzen erweitert werden [8, 9]. Zum anderen haben zeotrope Gemische die zusätzliche Eigenschaft des Temperaturgleites (TG), welcher zu weiteren Effizienzverbesserungen führen kann [10]. Der Temperaturgleit kann anhand des Tx-Diagramms veranschaulicht werden (Abb. 1 links).
Abb. 1
Tx-Diagramm für das Gemischpaar Propan/Isobutan (links) und der schematische Temperaturverlauf eines zeotropen Gemisches und eines Reinstoffs innerhalb des Verdampfers und Kondensators
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Bei zeotropen Gemischen findet die isobare Verdampfung nicht isotherm wie bei Reinstoffen statt. Das exemplarische binäre Kältemittelgemisch Propan/Isobutan in Abb. 1 hat einen Propananteil von xA. Zu Beginn der Verdampfung liegt das gesamte Gemisch flüssig vor (Punkt a). Die Zusammensetzung der entstehenden Dampfblasen unterscheidet sich allerdings von der Zusammensetzung der Flüssigphase und ist eine Funktion des Dampfgehaltes sowie des Druckes. Hierdurch stellen sich innerhalb des Zweiphasengebietes (Punkt b) Propananteile in der Flüssigphase xB (Punkt c) und Gasphase xC (Punkt d) ein, welche sich von der Ausgangszusammensetzung xA unterscheiden. Aufgrund der sich stetig ändernden Zusammensetzung der Flüssigphase steigt die Sättigungstemperatur während der isobaren Verdampfung, wodurch eine Temperaturerhöhung entsteht. Der Temperaturgleit ist dabei die Differenz der Temperaturen auf der Tau- und Siedelinie bei einer isobaren Verdampfung und ist eine Funktion des Druckes. Der Temperaturgleit verändert somit im Vergleich zum Reinstoff die thermodynamische Mitteltemperatur während der Verdampfung und Kondensation. Dieser Effekt kann nach Abb. 1 rechts genutzt werden, die Temperaturdifferenz zwischen Kältemittel und Sekundärmedium zu reduzieren und somit die Verluste während der Wärmeübertragung zu minimieren [11].
Innerhalb der Forschung wird daher untersucht, welches Potenzial von zeotropen Gemischen ausgeht und wie dieses Potenzial in Wärmepumpen genutzt werden kann. Die Forschungsbeiträge teilen sich dabei in simulative [1221] und experimentelle Arbeiten [2228], wobei die Anzahl simulativer Arbeiten überwiegt. Zühlsdorf et al. [14] untersuchen, wie sich der Temperaturgleit auf das Potenzial von Kältemitteln auswirkt. Die Untersuchung umfasst binäre zeotrope Gemische basierend auf 14 natürlichen Kältemitteln für den Einsatz in Booster-Wärmepumpen. Die Autoren identifizieren ein theoretisches Potenzial durch die Nutzung von zeotropen Gemischen von bis zu 27 %, wobei das Verbesserungspotential vom Betriebspunkt abhängig ist. Mota-Babiloni et al. [20] analysieren das Potenzial von ternären Kältemittelgemischen für die Anwendung in Ultratieftemperatur-Kältemaschinen. Die untersuchten Gemische basieren auf 13 Reinstoffen. Die Studien zeigen, dass Verbesserungen der Effizienz von bis zu 13 % und der volumetrischen Heizenergie von bis zu 147 % im Vergleich zum Kältemittelreinstoff R170 möglich sind. Die Autoren weisen allerdings darauf hin, dass die Sicherheitsklasse berücksichtigt werden muss und die hochentzündlichen Kältemittel höhere Effizienzen aufweisen. Zu ähnlichen Erkenntnisse gelangen Bell et al. [15], welche Gemische mit bis zu vier Komponenten erstellen. Zwar können manche Kältemittelgemische die Effizienz im Vergleich zu Reinstoffen erhöhen, allerdings muss die Brennbarkeit berücksichtigt werden.
Die Ergebnisse der simulativen Studien konnten bereits durch experimentelle Arbeiten bestätigt werden, wobei das Potenzial in den experimentellen Arbeiten meist niedriger ausfällt. Chang et al. [22] untersuchen Kohlenwasserstoff-Reinstoffe sowie Gemische. Die experimentellen Ergebnisse zeigen für die Gemischpaare Propan/Butan und Propan/Isobutan Verbesserungen von 11 % und 7 % im Vergleich zu den betrachteten Reinstoffen. Das Potenzial hängt allerdings stark von der gewählten Gemischzusammensetzung ab. Venzik et al. [29] untersuchen das binäre Gemischpaar Propen/Isobutan. Die Autoren identifizieren ein Verbesserungspotential im Vergleich zu den Reinstoffen von bis zu 7 %. Quenel et al. [30] untersuchen das Gemischpaar Propan/Isobutan. Die Studie führt für eine Zusammensetzung von Propan/Isobutan (75/25) zu den höchsten Effizienzen mit möglichen Verbesserungen der Effizienz von bis zu 5 %. Die Autoren zeigen weiterhin, dass das Potenzial sowohl von der Verdichterdrehzahl als auch vom Betriebspunkt abhängig ist.
Die vorgestellten Studien der Literatur zeigen, dass zeotrope Gemische in Wärmepumpen ein Verbesserungspotential gegenüber Reinstoff aufweisen können. Gleichzeitig wird gezeigt, dass das Potenzial vom Betriebspunkt und somit den äußeren Randbedingungen abhängig ist. Die Untersuchungen finden alle allerdings unter Laborbedingungen statt. Wie sich unterschiedliche Betriebsbedingungen während der gesamten Lebensdauer einer Wärmepumpe auf die Gesamteffizienz auswirken, wurde bisher noch nicht untersucht. Generell zeigen die Studien, dass der Temperaturgleit des Kältemittelgemisches ähnlich zu den Temperaturspreizungen der sekundären Fluiden sein sollte, um die Effizienz zu maximieren [14]. In vielen Anwendungsfällen variieren die Spreizungen Quelle und der Senke allerdings mit dem Betriebspunkt. Im Gebäudesektor sind beispielsweise die Spreizungen einer Fußbodenheizung geringer als die eines Radiatorsystems oder während der Trinkwarmwasserbereitstellung [31]. Folglich kann das Potenzial eines Temperaturgleits vom späteren Anwendungsfall abhängig sein. Der genaue Einfluss der Temperaturspreizungen wurde bisher noch nicht untersucht.
Zusätzlich zu den Schwankungen der Temperaturen während des Betriebs treten über die Lebensdauer einer Wärmepumpe Kältemittelleckagen auf [32]. Aufgrund der unterschiedlichen Zusammensetzung der Gas- und Flüssigphase eines zeotropen Kältemittelgemisches entweicht dabei ein höherer Anteil der leichtsiedenden Komponente. Dies führt zu einer Verschiebung der Gemischzusammensetzung. Die Auswirkungen einer langfristigen Nutzung zeotroper Gemische und die entstehenden Sensitivitäten auf die Betriebsbedingungen und einer auftretenden Entmischung wurden bisher noch nicht untersucht.
Im Rahmen dieses Beitrags werden daher die Einflüsse des Betriebspunktes, der Temperaturspreizung der sekundären Fluide sowie auftretender Entmischungseffekte auf das Potenzial von zeotropen Gemischen bewertet. Die Analyse erfolgt am Beispiel des binären zeotropen Gemischpaares Propan/Isobutan. Dafür ist der Beitrag wie folgt aufgebaut: Zunächst werden das numerische Simulationsmodell sowie die Bewertungsvorschrift des seasonal coefficient of performance (SCOP) in Anlehnung an die DIN EN 14825 [33] vorgestellt. Anschließend wird zunächst die Ausgangssituation für die Anwendung in einer Fußbodenheizung mit einer Vorlauftemperatur von 35 °C analysiert. Innerhalb der Bewertung werden insgesamt 21 Kältemittel (19 zeotrope Gemische basierend auf Propan und Isobutan sowie die beiden Reinstoffe) analysiert. In Abschn. 4 wird daraufhin die Sensitivität der optimalen Gemischzusammensetzung auf eine Entmischung in Folge einer Leckage, auf einen Wechsel des Anwendungsfalls (Radiatorsystem mit 55 °C Vorlauftemperatur) und einer Variation der Temperaturspreizung analysiert. Im Anschluss werden die Ergebnisse diskutiert und die Umsetzbarkeit sowie das Gesamtpotential von zeotropen Gemischen bewertet. Abschließend werden die Ergebnisse zusammengefasst und weiterer Forschungsbedarf abgeleitet.

2 Numerisches Berechnungsmodell

Innerhalb dieses Abschnitts werden Rahmenbedingungen der simulativen Untersuchung vorgestellt. Zunächst wird das Modell zur Berechnung des Kältemittelkreislaufes beschrieben. Abschn. 2.2 umfasst die Berechnungsvorschrift des SCOP in Anlehnung an die DIN EN 14825. Abschließend werden die Parameter der durchgeführten Simulationsstudien vorgestellt.

2.1 Modellierung des Kältemittelkreislaufes

Die Berechnung des Kältemittelkreislaufes basiert auf einem Optimierungsschema [34]. Innerhalb der Optimierung werden die Prozessparameter x des Kältemittelkreislaufes variiert, sodass die Effizienz (COP) für jedes Kältemittel und jeden Betriebspunkt maximiert wird. Gleichung (1) beschreibt die allgemeine Formulierung.
$$\max _{\boldsymbol{x}}COP\left(\boldsymbol{x},\boldsymbol{\theta }\right)s.t.\;\boldsymbol{g}\left(\boldsymbol{x},\boldsymbol{\theta }\right)\geq 0\quad \boldsymbol{x}_{\mathrm{lb}}\leq \boldsymbol{x}\leq \boldsymbol{x}_{\mathrm{ub}}$$
(1)
Die Optimierung unterliegt Nebenbedingungen in Form von Ungleichheitsbedingungen g sowie unteren (xlb) und oberen Grenzen (xub) der Prozessparameter. Der Vektor θ umfasst betriebspunktspezifische Parameter wie die Temperaturen der Quelle und Senke sowie die minimale Pinch-Temperaturdifferenz ΔTmin innerhalb der Wärmeübertrager.
Die Nebenbedingungen stellen einen physikalisch sowie technisch möglichen Betrieb sicher. Die erste Nebenbedingung überprüft, dass kein Tropfenschlag im Verdichter stattfindet. Dabei wird die Verdichtung in 50 Schritte unterteilt und der resultierende Zustand mit dem entsprechenden Sättigungszustand auf der Taulinie verglichen.
Die zweite Nebenbedingung schreibt einen unterkritischen Betrieb vor. Die Effizienz einer überkritischen Prozessführung ist stark von der Spreizung der Senke abhängig [35]. Im Gebäudesektor liegen diese meist im Bereich von 5–15 K [36], in welchem die überkritische Prozessführung deutlich ineffizienter als eine unterkritische Prozessführung ist. Daher wird die überkritische Prozessführung direkt in der Simulation ausgeschlossen.
Die dritte Nebenbedingung nutzt die Pinch-Modellierung der Wärmeübertrager und überprüft, ob an jeder Stelle die minimale Pinch-Temperaturdifferenz ΔTmin von 2 K eingehalten wird. Die Wärmeübertrager sind in 50 Zellen unterteilt.
Als Kältemittelkreislauf wird der Kreislauf mit internem Wärmeübertrager herangezogen. Durch den internen Wärmeübertrager (IWÜ) kann die Überhitzung aus dem Verdampfer ausgelagert und in den IWÜ verschoben werden. Aufgrund der Auslagerung der Überhitzung kann das untere Druckniveau ansteigen, wodurch insgesamt die Effizienz steigen kann. Der Effekt ist besonders stark für zeotrope Gemische ausgeprägt [14], welche im Rahmen dieses Beitrags untersucht werden sollen. Abb. 2 zeigt das Kreislaufschema (links) und das zugehörige Th-Diagramm für den Reinstoff Propan im Betriebspunkt A2/W35 (rechts). Dabei steht A2 für die Wärmequelle Luft (englisch air) mit einer Eintrittstemperatur von 2 °C und W35 für die Wärmequelle Wasser (englisch water) mit einer Austrittstemperatur von 35 °C. Die blaue und rote Linie repräsentieren die Zustandsänderung der Wärmequelle bzw. Wärmesenke.
Abb. 2
Kreislaufschema mit internem Wärmeübertrager (links) und resultierendes Th-Diagramm für den Reinstoff Propan im Betriebspunkt A2/W35 (rechts)
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Innerhalb der Kreislaufberechnung bestimmt der Optimierer die vier Prozessparameter: Den Verdampfungsdruck pVer, den Kondensationsdruck pKon, die Überhitzung am Eintritt des Verdichters \(\Updelta T_{\text{{\"U}H}}\) und die Unterkühlung Austritt des Kondensators ΔTUK.
$$\boldsymbol{x}=[p_{\mathrm{Ver}},p_{\mathrm{Kon}},\Updelta T_{\text{{\"U}H}},\Updelta T_{\mathrm{UK}}]$$
(2)
Zusätzliche Annahmen innerhalb der Modellierung sind:
  • Vollständig gesättigter Dampf am Austritt des Verdampfers (Zustand 6)
  • Vernachlässigung der Druck- und Wärmeverluste
  • Isenthalpe Expansion
Zur Berechnung des Kreislaufes wird eine Beschreibung der Zustandsänderung innerhalb des Verdichters benötigt. Hierfür wird ein semi-physikalisches Modell eines Hubkolbenverdichters herangezogen [37]. Mit Hilfe des Modells können auf Basis von Zustand 1 und des Kondensationsdrucks der isentrope und volumetrische Wirkungsgrad bestimmt werden. Die Berechnung bezieht den Einfluss des Betriebspunktes und des verwendeten Kältemittels mit ein. Insbesondere die Berücksichtigung des Kältemittels ist für den zu untersuchenden Einfluss zeotroper Gemische essentiell, da die Verdichterwirkungsgrade unmittelbar vom Kältemittel abhängig sind [11, 38]. Mit Hilfe des isentropen Wirkungsgrades kann nach Gl. (3) die Enthalpie am Zustand 2 bestimmt werden. Alle weiteren Zustände folgen aus der Anwendung des 1. Hauptsatzes der Thermodynamik in den entsprechenden Komponenten.
$$h_{2}=h_{1}+\frac{h_{2\mathrm{s}}-h_{1}}{\eta _{\mathrm{is}}}$$
(3)
$$h_{2\mathrm{s}}=f(p_{2},s_{1})$$
(4)
Eine ausführliche Beschreibung der Modellierung liefert [34]. Das Programm ist in der Programmiersprache Python geschrieben und verwendet zur Berechnung der Stoffwerte die Stoffdatenbank REFPROP Version 10 [39].
Nach Berechnung der Zustände können die Effizienz des Kreislaufes nach Gl. (5) und die volumetrische Heizenergie (VHC) nach Gl. (6) berechnet werden.
$$COP=\frac{h_{2}-h_{3}}{h_{2}-h_{1}}$$
(5)
$$VHC=\left(h_{2}-h_{3}\right)\cdot \rho _{1}$$
(6)
Im Rahmen der Analyse der Kältemittelgemische soll der Einfluss unterschiedlicher Betriebspunkte analysiert werden. Folglich ist die Berechnung eines einzelnen Betriebspunktes und damit einer einzelnen Effizienz nicht ausreichend. Aus diesem Grund wird der seasonal coefficient of performance (SCOP) innerhalb der Auswertung verwendet, welcher eine Gewichtung mehrere Betriebspunkte darstellt. Die zugrundeliegende Berechnungsvorschrift wird nachfolgend vorgestellt.

2.2 Berechnung des SCOP

Zur Berechnung des SCOP wird die Norm DIN EN 14825 [33] herangezogen, welche die aktuelle Bewertung von bestehenden Wärmepumpensystemen umfasst. Für die Bewertung müssen die klimatischen Bedingungen (kalt, mäßig, warm) und eine Temperaturanwendung (niedrig, intermediär, mittel, hoch) ausgewählt werden. Typischerweise werden ein mäßiges Klima, welches Straßburg entspricht, und eine niedrige Temperaturanwendung von 35 °C verwendet, welche das Temperaturniveau einer Fußbodenheizung darstellt. Abb. 3 zeigt die Häufigkeitsverteilung der einzelnen Temperaturbins der drei möglichen klimatischen Bedingungen nach Norm [33].
Abb. 3
Häufigkeitsverteilung der Temperatur bins für die Klimazonen. (Nach DIN EN 14825 [33])
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Neben dem Temperaturniveau und den klimatischen Bedingungen hängt die Berechnung des SCOP nach Norm vom Wärmepumpentyp ab. Im Rahmen dieses Beitrags wird eine Luft-Wasser-Wärmepumpe betrachtet, woraus sich als Quellenmedium die Umgebungsluft und als Senkenmedium das Heizwasser ergeben. Hieraus folgen weiterhin die Quellentemperaturen, welche in die Berechnung des SCOP einfließen. Standardmäßig werden die Temperaturen −7, 2, 7 und 12 °C verwendet. Hinzukommen die Auslegungstemperatur der Wärmepumpe Tdesign sowie die Bivalenztemperatur bei bivalenten Systemen. Die nachfolgenden Studien fokussieren sich auf die Wärmepumpe, weshalb ein monovalentes System betrachtet wird. Folglich existiert keine Bivalenztemperatur. Als Auslegungstemperatur wird −10 °C herangezogen, welches die minimale Temperatur des mäßigen Klimas darstellt. Eine Zusammenfassung aller Rahmenbedingung liefert Tab. 1.
Tab. 1
Rahmenbedingungen der SCOP Berechnung nach DIN EN 14825
Parameter
Wert
Klimatische Bedingungen
Mäßig (Straßburg)
Temperaturanwendung
Niedrig (35 °C)
Medium der Wärmequelle
Umgebungsluft
Medium der Wärmesenke
Wasser
Auslegungstemperatur der Wärmepumpe Tdesign
−10 °C
Resultierende Quellentemperaturen TQuelle
−10 °C, −7 °C, 2 °C, 7 °C, 12 °C
Temperaturdifferenz der Quelle und Senke
5 K
Die Berechnung des SCOP erfolgt nach Gl. (7). Die Berechnung umfasst die Berücksichtigung eines Teillastfaktors (partial load ratio (plr)), welcher nach Gl. (8) bestimmt werden kann.
$$SCOP=\frac{{\sum }_{i=1}^{n}h_{i}\left(T_{\text{Quelle},i}\right)\cdot plr\left(T_{\text{Quelle},i}\right)}{{\sum }_{j=1}^{n}h_{j}\left(T_{\text{Quelle},j}\right)\cdot \frac{plr\left(T_{\text{Quelle},j}\right)}{COP\left(T_{\text{Quelle},j}\right)}}$$
(7)
$$plr(T_{i})=\frac{T_{i}-16}{T_{\text{design}}-16}$$
(8)

2.3 Rahmenbedingungen der Fallstudien

Im Rahmen der Studien wird das binäre Gemisch basierend auf den Reinstoffen Propan und Isobutan betrachtet. Die resultierenden Gemische sind zeotrop und führen zu einem Temperaturgleit von unterschiedlichem Ausmaß. Derzeit existieren zwei Kältemittelgemische basierend auf Propan und Isobutan auf dem Markt (R436A und R436B). Tab. 2 umfasst die Stoffeigenschaften beider Reinstoffe sowie beider markterhältlicher Gemische.
Tab. 2
Eigenschaften der Kältemittelreinstoffe sowie markterhältlicher Kältemittelgemische
Kältemittel
Zusammensetzung in mol-%
GWP
Tkrit  in °C
NBP in °C
Molare Masse in g/mol
TG in K
R290
3
96,7
−42,4
44,1
0
R600a
3
134,7
−12,1
58,1
0
R436A
R290/R600a (62,6/37,4)
3
115,9
−34,6
49,3
7,2
R436B
R290/R600a (58,9/41,1)
3
117,4
−33,6
49,9
7,4
Der Temperaturgleit liegt bei einer Kondensationstemperatur von 20 °C vor.
Zur detaillierten Untersuchung werden im Rahmen dieser Studie weitere Kältemittelgemische erstellt. Hierfür wird eine äquidistante Schrittweite von 5 mol-% heranzogen. Folglich umfassen die Studien 19 zeotrope Gemische sowie die beiden Reinstoffe. Die Bestimmung der Stoffeigenschaften der resultierenden Gemische erfolgt mit Hilfe von REFPROP [39].
Innerhalb dieser Untersuchung werden vier Studien durchgeführt. Für die Berechnung des SCOP werden die Werte aus Tab. 1 herangezogen, sofern keine weiteren Angaben bei der jeweiligen Studie gemacht werden. Die erste Studie stellt die Grundlage für die weiteren drei Untersuchungen dar. Innerhalb der Studie wird analysiert, wie sich die Gemischzusammensetzung auf die Zielfunktionen Effizienz (SCOP), volumetrische Heizenergie (VHC) und die Betriebsgrenzen (insbesondere die maximale Prozesstemperatur) grundlegend auswirken. Dadurch wird das Potenzial von zeotropen Gemischen aufzeigt.
Die nachfolgenden drei Studien umfassen die Bewertung von Sensitivitäten auf das Potenzial von zeotropen Gemischen. Studie zwei umfasst den Einfluss einer nicht optimalen Gemischzusammensetzung auf das Gesamtpotential. Hierbei wird insbesondere der Einfluss von Leckagen berücksichtigt. In Studie drei werden die Auswirkungen einer veränderten Temperaturanwendung (Wechsel von Fußbodenheizung mit 35 °C Vorlauftemperatur auf Radiatoren mit 55 °C) quantifiziert. Studie vier bewertet die Auswirkungen unterschiedlicher Spreizungen der Quelle (3, 5, und 7 K) und Senke (5, 7 und 10 K).

3 Simulationsstudie

Zunächst wird die Basis für die anschließende Sensitivitätsstudie gelegt. Die Rahmenbedingungen der Studie sind in Abschn. 2.3 zusammengefasst. Die Ergebnisse für die niedrige Temperaturanwendung (35 °C) zeigt Abb. 4. Für den SCOP (Abb. 4a) stellt sich ein Optimum von 4,63 bei einer Zusammensetzung von 80 mol-% Propan ein. Im Vergleich zum Reinstoff Propan wird eine Verbesserung von 6,3 % festgestellt. Zusätzlich wird deutlich, dass der Reinstoff Propan deutlich höhere Effizienzen als der Reinstoff Isobutan aufweist.
Abb. 4
Der SCOP (a), die volumetrische Heizenergie (VHC) (b), der isentrope Verdichterwirkungsgrad ηis bei einer Quellentemperatur von 2 °C (c) für eine niedrige Temperaturanwendung in Abhängigkeit der Zusammensetzung. d zeigt den resultierenden Temperaturgleit (TG) bei einer Temperatur von 20 °C auf der Taulinie
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Die Änderungen im SCOP können auf zwei Haupteffekte zurückgeführt werden. Zum einen bildet das Gemisch mit der Zusammensetzung 80/20 einen Temperaturgleit von 5,3 K bei 20 °C (Abb. 4d) aus. Dieser liegt damit in der Größenordnung der Temperaturspreizung der sekundären Fluide (Tab. 1). Der vorliegende Temperaturgleit innerhalb des Kondensators und Verdampfers weicht allerdings leicht von diesem Wert, da der Temperaturgleit druckabhängig ist. Außerdem kann innerhalb des Verdampfers nicht der gesamte Temperaturgleit genutzt werden, da der Zustand des Kältemittels am Eintritt bereits im Zweiphasengebiet vorliegt (s. Zustand 5 in Abb. 2). Insgesamt fällt auf, dass der effektive Temperaturgleit im Verdampfer im Optimum nahe an der sekundären Temperaturspreizung liegt. Im Kondensator liegt der effektive Temperaturgleit zwar ebenfalls in der Nähe der Temperaturspreizung des sekundären Fluides, allerdings sind die Abweichungen dort größer. Insgesamt führt der Temperaturgleit damit zum einen zu einer Reduktion der treibenden Mitteltemperatur während der Wärmeübertragung in beiden Wärmeübertragern, wodurch die Verluste in den Wärmeübertragern (irreversible Entropieproduktion der Wärmeübertragung) reduziert werden. Zum anderen kann das untere Druckniveau ansteigen, wodurch sich das resultierende Druckverhältnis (Kondensationsdruck zu Verdampfungsdruck) reduziert und die benötigte Verdichterarbeit abnimmt. Beide Effekte führen zu reduzierten Verlusten und somit zu erhöhten Effizienzen.
Der zweite Effekt ist der Einfluss des isentropen Wirkungsgrads (Abb. 4c). Der isentrope Wirkungsgrad nimmt mit zunehmenden Propananteilen zu und weist das Maximum beim Reinstoff Propan (etwa 62 %) auf. Im Vergleich zum Reinstoff Isobutan (etwa 50 %) liegt dieser deutlich höher. Hieraus resultieren niedrigere Verluste im Verdichter, welche die Hauptursache von Verlusten in konventionellen Wärmepumpenanwendungen darstellt [38]. Die niedrigeren Verluste sind wiederum die Ursache für die deutlich höheren Wärmepumpeneffizienzen von Propan im Vergleich zu Isobutan. Hauptursache für die zusätzlichen Verluste von Isobutan während der Verdichtung sind die höhere molare Masse und die niedrigeren Dichten am Eintrittszustand in den Verdichter. Die benannten Effekte werden ausführlich in [40] und [41] beschrieben, weshalb an dieser Stelle auf eine ausführliche Begründung verzichtet wird.
Das Gemisch aus beiden Reinstoffen mit einer Zusammensetzung von 80/20 führt in diesem Fall zu einem isentropen Wirkungsgrad von 60 % und somit zu höheren Verlusten als Propan. Die Auswirkungen des isentropen Wirkungsgrades sind allerdings von den Auswirkungen des Temperaturgleits überlagert, wodurch sich insgesamt ein vom maximalen isentropen Wirkungsgrad unterschiedliches Effizienz-Optimum einstellt. Folglich müssen beide Effekte betrachtet werden, um das Effizienz-Optimum einer Wärmepumpe zu bestimmen. So führt weder der höchste isentrope Wirkungsgrad noch der optimal angepasste Temperaturgleit zum Effizienz-Optimum. Daher bildet sich insgesamt auch nur ein Effizienz-Maximum aus. Die Zusammensetzung 20/80 führt zwar zu einem ähnlichen Temperaturgleit, der isentrope Wirkungsgrad allerdings deutlich niedriger ausfällt, wodurch die Effizienz der Wärmepumpe reduziert wird.
Die Beobachtungen beim SCOP decken sich mit den Ergebnissen experimenteller Arbeiten der Literatur [22, 26, 30]. Chang et al. [22] identifizierten ebenfalls ein Optimum beim Gemischpaar Propan/Isobutan. Dieses lag bei einer Zusammensetzung von etwa 75 mol-% Propan und führte zu einer Verbesserung des COPs von etwa 7 %. Ähnliche Ergebnisse zeigte die Studie von Quenel et al. [30]. Innerhalb der Studie identifizierten die Autoren ein Optimum im Bereich von ebenfalls 75 mol-% Propan und einer maximalen Verbesserung von bis 8 %.
Neben der Effizienz beeinflusst die Zusammensetzung weitere Parameter, welche für den Wärmepumpenbetrieb ausschlaggebend sind. Ein Aspekt ist die Heizleistung, welche innerhalb dieser Studie als volumetrische Heizenergie (VHC) berücksichtigt wird (Abb. 4b). Die volumetrische Heizenergie ist das Produkt der Enthalpiedifferenz über den Kondensator und der Dichte am Verdichtereintritt (s. Gl. 6) und steigt mit zunehmenden Propananteil nahezu linear an. Das Effizienzoptimum führt somit zu Heizleistungen, welche um 14,1 % niedriger als die des Reinstoffs Propan ausfallen. Ursache hierfür sind die deutlich höheren Betriebsdrücke von Propan im Vergleich zum Reinstoff Isobutan. Bei einer Quellentemperatur von 2 °C liegt der Betriebsdruck von Propan bei 4,1 bar und der von Isobutan bei 1,3 bar. Aus dem höheren Betriebsdruck folgt eine höhere Dichte am Eintritt des Verdichters. Gleichzeitig ist die Enthalpiedifferenz über den Kondensator für die untersuchten Kältemittel nahezu konstant, wodurch insgesamt deutliche Unterschiede in der volumetrischen Heizenergie aufgrund der Dichteänderungen folgen.
Zusätzlich sind die Betriebsgrenzen einer Wärmepumpe für das Einsatzgebiet entscheidend und hängen ebenfalls vom Kältemittel ab. Die Betriebsgrenzen werden bei niedrigeren Verdampfungstemperaturen durch den Normalsiedepunkte (NBP) beschränkt. Dieser liegt für Propan bei etwa −42,4 °C und für das Gemisch Propan/Isobutan (80/20) bei etwa −38,5 °C. Folglich resultiert eine Differenz von 4 K. Zu hohen Kondensationstemperatur werden die Betriebsgrenzen durch die maximale Prozesstemperatur und damit durch die Temperatur am Austritt des Verdichters bestimmt, da das im Verdichter verwendete Schmieröl maximale Temperaturen nicht überschreiten darf. Die Temperaturen am Austritt des Verdichters weichen innerhalb dieser Studie allerdings für alle betrachteten Kältemittel um weniger als 1 K ab, weshalb die Auswirkungen bei dem betrachteten Gemischpaar vernachlässigt werden können. Insgesamt wird also nur die minimale Verdampfungstemperatur durch das Gemisch angehoben. Die Änderung liegt allerdings in einem sehr kleinen Bereich, welcher für die konventionelle Anwendung von Wärmepumpen ebenfalls vernachlässigt werden kann.
Zusammenfassend zeigen die Ergebnisse ein Verbesserungspotential, welches zeotrope Gemische (in diesem Fall das Gemischpaar Propan/Isobutan) haben können. Dabei sollten allerdings immer mehrere Zielfunktion gegeneinander abgewogen werden. Dazu gehören die unterschiedlichen Auswirkungen auf die Effizienz und die volumetrische Heizenergie (Abb. 4). Inwieweit das Potenzial von optimal ermittelten zeotropen Gemischen in der Praxis genutzt werden kann, hängt von der Sensitivität der Ergebnisse ab. Wärmepumpen werden über den gesamten Lebenszyklus (> 15 Jahre) betrieben und müssen über den gesamten Betriebsbereich hohe Effizienzen erreichen. Die detaillierte Analyse hinsichtlich der Auswirkungen einer Kältemittelleckage und einer Variation der äußeren Randbedingungen (Temperaturniveau und Temperaturspreizungen) umfasst der nachfolgende Abschnitt.

4 Bewertung der Sensitivität

Nachfolgend wird der Einfluss einzelner Änderungen der Rahmenbedingungen analysiert. Zunächst wird der Einfluss einer kontinuierlichen Kältemittelleckage und der daraus resultierenden Entmischung untersucht. Anschließend werden die Auswirkungen einer Temperaturänderung in der Senke (von 35 auf 55 °C Vorlauftemperatur) bewertet. Abschließend wird die Sensitivität der optimalen Zusammensetzung auf die vorliegenden Temperaturspreizungen der sekundären Medien analysiert.

4.1 Einfluss einer Entmischung

Während des Betriebs einer Wärmepumpe können sehr kleine, kontinuierliche Leckageraten auftreten. Folglich entweicht über den Lebenszyklus eine gewisse Menge an Kältemittel. In Wärmepumpen sind die Komponenten allerdings meist mittels Lötverbindungen miteinander verbunden, welche leckageunanfälliger im Vergleich zu Steck- oder Schraubverbindungen sind. Daher ist die auftretende Leckagerate von Wärmepumpen im Vergleich zu bspw. Kältemaschinen deutlich geringer.
Nichtsdestotrotz können Leckagen auftreten. In Folge einer Leckage entweicht gasförmiges Kältemittel aus dem Kältemittelkreislauf in die Umgebung. Bei Kältemittelreinstoffen (bspw. Propan) entweicht nur der jeweilige Reinstoff. Bei Kältemittelgemischen hingegen, entweicht immer ein Gemisch aus den jeweiligen Bestandteilen. Dabei reichert sich innerhalb der Gasphase immer die leichtsiedende Komponente an, weshalb die Gas- und Flüssigphase unterschiedliche Zusammensetzungen aufweisen (Abb. 1). Folglich hat das aufgrund einer Leckage entweichende Gemisch nicht die ursprüngliche Zusammensetzung, wodurch eine schleichende Entmischung entsteht. Der Einfluss dieser schleichenden Entmischung wird nun nachfolgend untersucht. Hierfür wird angenommen, dass die Wärmepumpe eine ursprüngliche Kältemittelfüllmenge von 2 kg besitzt und eine konstante jährliche Leckagerate von 2 mas-% ausweist. Dies entspricht einer anfänglichen jährlichen Kältemittelleckage von 40 g/a. Als Ausgangszusammensetzung wird das Optimum aus Abschn. 3 mit 80 mol-% Propan genutzt. Die Berechnung unterliegt der Annahme, dass nur die leichtsiedende Komponente (hier Propan) entweicht. Dies stellt eine konservative Abschätzung dar, da der Anteil an Propan in der Gasphase zwar höher ausfällt, aber auch ein kleiner Anteil Isobutan in der Gasphase vorliegt (s. Abb. 1). Folglich ist der nachfolgend beschriebene Einfluss in der Praxis tendenziell kleiner als es die Berechnung darstellt. Die Annahme vereinfacht die Berechnung und führt zu einer ersten Einschätzung. Tab. 3 zeigt die entsprechenden Auswirkungen der Leckage auf die Gesamtmasse, die Zusammensetzung, den SCOP und die volumetrische Heizenergie (VHC) in Abhängigkeit der Lebensdauer. Die Berechnung berücksichtigt die Auswirkungen der sich einstellenden Entmischung. Die Auswirkungen aufgrund einer zu geringen Füllmenge wird hier nicht berücksichtigt.
Tab. 3
Veränderung der Zusammensetzung eines Propan/Isobutan (80/20) Gemisches bei einer jährlichen Leckagerate von 2 % unter der Annahme, dass nur die leichtsiedende Komponente (Propan) entweicht
Lebensdauer in a
Gesamtmasse in kg
Molanteil Propan in mol-%
Massenanteil Propan in mas-%
ΔSCOP in %
ΔVHC in %
0
2
80,0
75,2
0,0
0,0
1
1,96
79,6
74,7
0,1
−0,3
2
1,92
79,1
74,1
0,1
−0,6
3
1,88
78,7
73,7
0,0
−1,0
4
1,84
78,2
73,1
−0,2
−1,6
5
1,81
77,7
72,6
−0,3
−2,1
6
1,77
77,2
72,0
−0,5
−2,7
7
1,74
76,7
71,4
−0,6
−3,2
8
1,70
76,2
70,8
−0,7
−3,7
9
1,67
75,7
70,3
−0,9
−4,2
10
1,63
75,2
69,7
−1,0
−4,8
11
1,60
74,6
69,0
−1,1
−5,4
12
1,57
74,1
68,4
−1,3
−5,9
13
1,54
73,5
67,8
−1,4
−6,5
14
1,51
72,9
67,1
−1,5
−7,0
15
1,48
72,3
66,4
−1,7
−7,6
Die Tabelle zeigt, dass eine Änderung der molaren Zusammensetzung um 5 mol-% erst nach etwa zehn Jahren auftritt. Damit geht eine Änderung der Effizienz (SCOP) um etwa 1 % und ein Leistungsverlust von 4,8 % einher. Beide Veränderungen sind also in einem zu vernachlässigenden Bereich. Gleichzeitig reduziert sich die Gesamtmasse um etwa 20 %. Dies stellt eine signifikante Änderung der Kältemittelmasse dar, welche meist mit betrieblichen Problemen eingehergeht. Wenn die Kältemittelmasse zu niedrig ausfällt, können die Betriebsdrücke oder die benötigte Leistung in den Betriebspunkten teilweise nicht mehr bereitgestellt werden [42]. Die Auswirkungen der Füllmenge auf die Effizienz und die Heizleistungen sind in den dargestellten Berechnungen allerdings nicht enthalten. Aufgrund der Auswirkungen der Füllmenge auf den Wärmepumpenbetrieb werden Wärmepumpen regelmäßig gewartet und entsprechend Kältemittel nachgefüllt. Dabei sind Wartungszyklen von wenigen Jahren üblich, weshalb eine Veränderung der Zusammensetzung von über 5 mol-% aufgrund von kleinen Leckagen unwahrscheinlich ist.
Die dargestellten Änderungen beziehen sich allerdings nur auf den Einfluss der Entmischung und stellen damit nur den direkten Einfluss der Entmischung dar. Neben dem direkten Einfluss existieren allerdings auch indirekte Folgen einer Entmischung. Ein indirekter Einfluss ist die fehlerhafte Berechnung von Stoffeigenschaften. In Wärmepumpen werden meist nur die Betriebstemperaturen und die Betriebsdrücke gemessen. Aus den beiden Messgrößen werden anschließend mit Hilfe von Stoffdaten weitere Größen bestimmt, die für eine ordnungsgemäße Betriebsführung notwendig sind. Für die Regelung ist hier insbesondere die Überhitzung am Eintritt des Verdichters relevant. Aufgrund der veränderten Zusammensetzung stimmen die hinterlegten Stoffdaten allerdings nicht mehr mit dem Kältemittel in der Wärmepumpe überein, da der Anteil der leichtsiedenden Komponente (hier Propan) niedriger als zu Beginn ist. Eine Folge hiervon ist, dass die berechnete Überhitzung höher als die reale Überhitzung ausfallen wird, da die Sättigungstemperatur bei gleichem Sättigungsdruck im Falle der entmischten Zusammensetzung höher ausfällt. Inwieweit dieser Effekt Einfluss auf den sicheren Betrieb oder die Effizienz der Wärmepumpe hat, ist von der individuellen Regelung der Wärmepumpe abhängig. Folglich kann an dieser Stelle keine allgemeine Aussage getroffen werden. Der beschriebene Effekt kann aber unter anderem Einfluss auf die minimale stabile Überhitzung [43] haben, wodurch die Regelung insgesamt instabiler werden kann.
Zusätzlich sollte berücksichtigt werden, dass die Einflüsse der Leckage vom verwendeten Kältemittel abhängig sind. Folglich muss die Abschätzung der Einflussfaktoren für jedes zeotrope Gemische individuell erfolgen. Die hier vorliegende Analyse des Gemisches Propan/Isobutan (80/20) zeigt aber, dass der Einfluss der Entmischung auch für weitere Kältemittelgemische vernachlässigbar klein ausfallen kann.

4.2 Einfluss des Temperaturniveaus

Nach dem Einfluss einer potenziellen Leckage wird nun der Einfluss einer Änderung der Senkentemperatur (von 35 auf 55 °C) und damit des Betriebspunktes untersucht. In der Praxis stellt die Änderung einen Wechsel von einer Fußbodenheizung auf ein Radiatorsystem dar. Die Spreizung der sekundären Fluide beträgt weiterhin 5 K. Abb. 5 zeigt den Einfluss der Zusammensetzung auf den SCOP für die beschriebene Anwendung.
Abb. 5
SCOP in Anhängigkeit der Zusammensetzung für eine mittlere Temperaturanwendung (55 °C)
Bild vergrößern
Der Verlauf des SCOP ist ähnlich zu den Ergebnissen für die niedrige Temperaturanwendung aus Abschn. 3 (Abb. 4a). Der Reinstoff Isobutan führt erneut zu den niedrigsten Effizienzen mit einem SCOP von etwa 2,8. Das Optimum hinsichtlich des SCOPs liegt erneut bei einer Zusammensetzung von 80 mol-% Propan mit einem SCOP von etwa 3,2. Im Vergleich zum Reinstoff Propan (SCOP von 3,1) stellt dies eine Verbesserung von 4 % dar und fällt somit niedriger im Vergleich zu Abschn. 3 aus. Weiterhin ist zu beobachten, dass die Änderungen zwischen den Zusammensetzungen geringer ausfallen. Folglich wirkt sich eine suboptimale Zusammensetzung oder eine Leckage während des Betriebes insgesamt weniger stark auf den SCOP als bei den Ergebnissen aus Abschn. 3 aus. Die Beobachtungen sind auf zwei Effekte zurückzuführen. Zum einen steigen die Gesamtverluste der Wärmepumpe mit erhöhter Senkentemperatur an. Die Zunahme der Gesamtverluste resultiert aus den höheren Druckverhältnissen, welche wiederum zu erhöhten reversiblen Arbeiten in den Expansionsventilen und im Verdichter führen. In den Expansionsventilen dissipiert die reversible Arbeit aufgrund der isenthalpen Zustandsänderung vollständig. Im Verdichter sind die Verluste über den isentropen Wirkungsgrad an die reversible Arbeit gekoppelt. Folglich steigen die Gesamtverluste an. Hierdurch wird der Einfluss einer Reduktion der Verluste in den Wärmeübertragern aufgrund des Temperaturgleits kleiner, wodurch sowohl das Gesamtpotential als auch die Unterschiede zwischen den Zusammensetzungen abnehmen.
Zum anderen steigen aufgrund der höheren Druckverhältnisse auch die Unterschiede im Temperaturgleit zwischen Verdampfer und Kondensator. Der Temperaturgleit ist druckabhängig und somit unmittelbar an die Druckniveaus gekoppelt. Weiterhin wirkt innerhalb des Verdampfers nur ein effektiver Temperaturgleit, welcher wiederum von der Enthalpie bzw. dem Dampfgehalt am Eintritt des Verdampfers abhängig ist. Bei höheren Kondensationsdrücken verschieben sich diese zu größeren Werten, wodurch der effektive Temperaturgleit im Verdampfer abnimmt. Daraus resultiert nicht nur ein optimaler Temperaturgleit, sondern mehrere Kompromisslösungen. Folglich fallen die Änderungen des SCOP aufgrund der Zusammensetzung geringer aus.
Die Änderungen der volumetrischen Heizenergie in Abhängigkeit der Zusammensetzung fallen identisch zu den Ergebnissen bei einer niedrigeren Temperaturanwendung (Abschn. 3) aus. Ähnliche Beobachtungen können für die Betriebsgrenzen gemacht werden, weshalb auf diese Größen nicht weiter eingegangen wird.
Insgesamt zeigt die Veränderung der Senkentemperatur, dass das Potenzial von zeotropen Gemischen vom Betriebspunkt abhängig ist. Der Vorteil zeotroper Gemische ist bei niedrigen Temperaturhüben besonders groß. Weiterhin kann beobachtet werden, dass sich zwar das Potenzial verändern kann, das Optimum verschiebt sich allerdings nicht. Folglich ist dieselbe Zusammensetzung für unterschiedliche Temperaturanwendungen optimal. Hierbei muss allerdings beachtet werden, dass sich mit der Temperaturanwendung häufig auch die Temperaturspreizung der Senke ändert. Die Auswirkungen einer veränderten Spreizung werden daher im nachfolgenden Abschnitt untersucht.

4.3 Einfluss der Temperaturspreizungen

Als dritter Einfluss auf das Potenzial von zeotropen Gemischen werden die Wechselwirkungen mit den Temperaturspreizungen der sekundären Fluide untersucht. Hierzu werden sowohl für den Kondensator (5, 7, 10 K) als auch für den Verdampfer (3, 5, 7 K) jeweils drei Temperaturspreizungen analysiert. Die gewählten Spreizungen entstammen dabei unterschiedlichen Anwendungen im Gebäudesektor. Abb. 6 zeigt die Einflüsse auf den SCOP in Abhängigkeit der Zusammensetzung. Die Berechnung erfolgt für eine niedrige Temperaturwendung (35 °C).
Abb. 6
SCOP in Abhängigkeit der Zusammensetzung für eine niedrige Temperaturanwendung mit unterschiedlichen Spreizungen der Quelle (ΔTVer) und Senke (ΔTKon)
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Die graue Kurve stellt die Ergebnisse aus Abschn. 3 dar, bei der die effizienteste Zusammensetzung bei 80 mol-% Propan vorlag. Die Verläufe der weiteren Kurven sind dem Ausgangsverlauf sehr ähnlich. Für alle Spreizungen zeigt Isobutan die niedrigsten Effizienzen. Weiterhin bildet sich für alle Kurven ein Optimum bei einem zeotropen Gemisch aus, welches ein Verbesserungspotential im Vergleich zum Reinstoff Propan darstellt. Das Optimum liegt dabei abgesehen von der roten Kurve (\(\Updelta T_{\mathrm{Ver}}=3\,\mathrm{K}\)) bei 80 mol-% Propan. Für die kleine Spreizung im Verdampfer mit 3 K (rote Kurve) verschiebt sich das Optimum zu höheren Propananteilen mit insgesamt 90 mol-%. Daraus ergeben sich Verbesserungspotentiale im Vergleich zum Reinstoff Propan, welche zwischen 4,6 % (rote Kurve) und 7,7 % (blaue Kurve) liegen. Auffällig ist dabei, dass die Betriebspunkte mit den höchsten und kleinsten Temperaturspreizungen die entsprechenden Grenzwerte darstellen. Dies zeigt die hohe Sensitivität von zeotropen Gemischen auf den eingestellten Betriebspunkt. Weiterhin zeigt die Untersuchung, dass die Spreizung der Wärmequelle das Potenzial stärker als die Spreizung der Wärmesenke beeinflusst. Der höhere Einfluss der Wärmequelle folgt aus der höheren Abhängigkeit der Effizienz vom Verdampfungsdruck. Die benötigte Leistung des Verdichters ist direkt an das Druckverhältnis zwischen Kondensationsdruck und Verdampfungsdruck gekoppelt. Da der Verdampfungsdruck deutlich kleiner als der Kondensationsdruck ist und gleichzeitig im Nenner des Druckverhältnisses steht, führen bereits kleine Änderungen des Verdampfungsdrucks zu signifikanten Änderungen des Druckverhältnisses und damit der benötigten elektrischen Leistung.
Die Studie zeigt damit, dass nicht nur der Betriebspunkt, sondern auch die Temperaturspreizungen einen entscheidenden Einfluss auf das Potenzial von zeotropen Gemischen. Folglich sollte für zeotrope Gemische der spätere Anwendungsfall innerhalb der Entwicklung frühzeitig bereits aufgenommen werden, um das gesamte Potenzial ausschöpfen zu können. Gleichzeitig zeigt sich allerdings auch, dass sich die optimale Zusammensetzung nur mäßig mit einer Veränderung der Spreizung verändert. Hierbei sollte insbesondere berücksichtigt werden, dass die am häufigsten verbauten Wärmepumpensysteme derzeit mit Umgebungsluft als Wärmequelle arbeiten. Aufgrund der geringen Energiedichte von Luft sind entweder sehr hohe Volumenströme notwendig, welche mit erhöhten Ventilatorleistungen einhergehen oder es werden höhere Temperaturspreizungen im Bereich von 5 K notwendig. Diese stellen in dieser Studie gute Rahmenbedingungen dar, um zeotrope Gemische effizient einzusetzen.

5 Diskussion

Die vorausgegangenen Studien zeigen, dass zeotrope Gemische hinsichtlich der Effizienz ein deutliches Verbesserungspotential im Vergleich zu Kältemittelreinstoffen aufweisen können. Innerhalb der Studien wird ein Potenzial von bis zu 7,7 % hinsichtlich des SCOPs beobachtet. Das Potenzial hängt allerdings sowohl vom Betriebspunkt und damit den Temperaturniveaus der Quelle und Senke als auch von den äußeren Temperaturspreizungen ab. Aus diesem Grund sollte das Gesamtpotential für unterschiedliche Szenarien in weiteren Studien untersucht werden. Daraus folgt entsprechend, für welche Anwendungen zeotrope Gemische eine effiziente und sinnvolle Alternative im Vergleich zu Reinstoffen darstellen. Weiterhin sollte der Fokus nicht allein auf der Effizienz liegen, da weitere Faktoren wie Wärmeleistung und Betriebsgrenzen einen wichtigen Einfluss auf die Integration einer Wärmepumpe in bestehende Energiesysteme darstellen. Hierfür sollten weitere zeotrope Gemischepaare im Detail analysiert werden. Eine Beimischung von CO2 zu Propan anstelle von Isobutan beispielsweise kann die Wärmeleistung aufgrund der höheren Betriebsdrücke signifikant erhöhen. Die daraus resultierenden Auswirkungen auf die Effizienz und weiteren Faktoren müssen allerdings individuell untersucht werden. Gleichzeitig kann durch die Mischung zweier Komponenten die Wärmeübertragung aufgrund niedrigere Wärmeübertragungskoeffizienten eingeschränkt werden [44]. Dieser Effekt wurde im Rahmen dieses Beitrags nicht beleuchtet, da vor allem höhere Investitionen in Folge vergrößerter Wärmeübertrager entstehen. Dementsprechend sollte für eine abschließende Bewertung von zeotropen Gemischen eine ökonomische Analyse durchgeführt werden.
Ein häufig auftretendes Gegenargument zu zeotropen Gemischen ist die mögliche Entmischung in Folge von Leckagen und die daraus entstehende Verschlechterung des Systemverhaltens. Die Studie aus Abschn. 4.1 zeigt allerdings, dass die direkten Einflüsse der Leckage mit einer Veränderung von einem Prozent der Effizienz nach zehn Jahren vernachlässigbar sind. Unter Berücksichtigung der regelmäßigen Wartung von Wärmepumpen fallen die Auswirkungen sogar noch kleiner aus. Die Auswirkungen sind dabei allerdings von dem gewählten zeotropen Gemisch abhängig. Die Studie zeigt aber, dass die Auswirkungen geringer als meist angenommen ausfallen. In diesem Kontext muss berücksichtigt werden, dass die Befüllung einer Wärmepumpe im Feld mit einem zeotropen Gemisch aufwendiger ist. Bei Kältemittelreinstoffen kann das sich noch in der Anlage befindliche Kältemittel weiter genutzt werden, weshalb nur die Leckage bei der Wartung ausgeglichen werden muss. Da bei zeotropen Gemischen eine Entmischung aufgrund der Leckage auftritt und somit die verbliebene Zusammensetzung unbekannt ist, muss immer das vollständige Kältemittel entnommen und ein neues Kältemittelgemisch befüllt werden. Daraus folgt ein erhöhter Kältemittelbedarf und höhere Mengen an Kältemittel, welche recycelt werden müssen, wodurch insgesamt die Kosten der Wartung steigen werden. Welche Auswirkungen genau zu erwarten sind, ist allerdings an dieser Stelle nur schwierig zu quantifizieren. Weiterhin beschäftigt sich die Forschung derzeit intensiv mit der frühzeitigen Fehlererkennung von Wärmepumpensystemen [45, 46]. In Zukunft könnte also die sowohl die fehlende Menge an Kältemittel als auch der Anteil der jeweiligen Komponente bei zeotropen Gemischen bereits vorab festgestellt werden, was den Wartungsaufwand auch für zeotrope Gemische reduziert wird. Die genauen Methoden und Auswirkungen auf die Praxis bleibt es aber abzuwarten und können in diesem Beitrag nicht weiter diskutiert werden.
Ein bisher noch nicht diskutierter Einfluss zeotroper Gemische ist die Veränderung der Wärmeübertragung. Zum einen zeigen die durchgeführten Studien, dass zeotrope Gemische aufgrund des Temperaturgleits die treibende Temperaturdifferenz innerhalb der Wärmeübertrager reduzieren. Dementsprechend muss der Wärmeübertrager für die gleiche Wärmeleistung größer ausgelegt werden, da andernfalls die resultierende Pinch-Temperaturdifferenz größer ausfallen wird. Zum anderen führen insbesondere binäre zeotrope Gemische zu niedrigeren Wärmeübertragungskoeffizienten als die entsprechenden Reinstoffe [47], wodurch die Wärmeübertrager ebenfalls größer auslegt werden müssen. Die Vergrößerung der Wärmeübertrager hat mehrere negative Auswirkungen. Zum einen erhöhen sich die Kosten. Gleichzeitig steigt der Materialbedarf und somit steigt auch der ökologische Einfluss der Wärmepumpe. Zum anderen steigt mit größeren Wärmeübertragungsflächen der Bauraum der Wärmepumpe, was bei manchen Anwendungsfällen nachteilig sein kann. Die genauen Auswirkungen auf die einzelnen Zielfunktion müssen allerdings im Detail untersucht werden. Die Autoren erwarten hier eine vernachlässigbare Veränderung. Nichtsdestotrotz sollten die Phänomene berücksichtigt werden.
Neben den Wärmeübertragern beeinflusst das Kältemittel den Schmierstoff innerhalb des Verdichters, da diese im direkten Austausch miteinanderstehen. Folglich muss mit der Mischung von Reinstoffen ebenfalls der Schmierstoff berücksichtigt werden. Die Studien innerhalb der Literatur zeigen allerdings, dass bei der Mischung von Kohlenwasserstoffen, wie beispielsweise Propan/Isobutan, keine Änderungen am Schmierstoff aus technischer Sicht notwendig sind [24]. Der Schmierstoff beeinflusst allerdings zusätzlich die benötigte Füllmenge der Kältemittel, da immer ein Teil des Kältemittels im Schmierstoff gelöst ist. Folglich kann die Veränderung des Kältemittels eine erhöhte Löslichkeit hervorrufen, wodurch zusätzliches Kältemittel benötigt wird. Dieses Phänomen ist bisher noch nicht im Detail erforscht, weshalb die konkreten Wechselwirkungen zwischen Kältemittelgemischen und Schmierölen analysiert werden sollten.
Daraus folgt, dass Kältemittelgemische einen unmittelbaren Einfluss auf die benötigte Füllmenge haben. Dieser Einfluss resultiert aus den möglichen Anpassungen der Komponenten (Wärmeübertrager, Schmieröl) und den veränderten Stoffeigenschaften (Veränderung der Heizleistung, veränderte Dichten). Allerdings kann keine pauschale Aussage auf die Folgen getroffen werden. Zum einen können zeotrope Gemische die volumetrische Heizenergie erhöhen, wodurch tendenziell niedrigere Füllmengen möglich werden. Zum anderen hängt die erlaubte Füllmenge von der Sicherheitsklasse und der unteren Flammbarkeitsgrenze ab. Die untere Flammbarkeitsgrenze ist allerdings eine Stoffeigenschaft und kann durch die Beimischung eines nicht-brennbaren Kältemittels (bspw. CO2) angehoben werden, wodurch die erlaubte Füllmenge steigt. Folglich muss für jedes Gemisch individuell der Einfluss auf die Füllmenge untersucht werden.
Zusammenfassend führen zeotrope Gemische zu zusätzlichen Herausforderungen und Anforderungen an Wärmepumpen. Allerdings existiert ein Verbesserungspotential insbesondere hinsichtlich der Effizienz, welches langfristig genutzt werden sollte. Weiterhin werden derzeit bereits Wärmepumpensysteme mit dem Kältemittel R454C, welches ein zeotropes Gemisch auf Basis von R32 und R1234yf darstellt, eingesetzt und installiert. Der Einsatz von R454C zeigt, dass die zusätzlichen Herausforderungen zeotroper Gemische lösbar sind. Insbesondere für Anwendungen, welche niedrige Temperaturhübe vorweisen, haben zeotrope Gemische ein hohes Potenzial die Effizienz zu steigern und somit langfristig den Primärenergiebedarf und die Emissionen der Wärmebereitstellung zu reduzieren.

6 Zusammenfassung

Innerhalb dieses Beitrags wird das Potenzial von zeotropen Gemischen und der Einfluss von veränderten Betriebsbedingungen in Wärmepumpen untersucht. Die Studien umfassen das zeotrope Gemischpaar Propan/Isobutan, aus dem in 5 mol-% Schritten Gemische erstellt werden. Hieraus resultieren 19 zeotrope Gemische und zwei Reinstoffe. Die Berechnung des Kältemittelkreislaufes nutzt einen Kreislauf mit internem Wärmeübertrager, um das vollständige Potenzial zeotroper Gemische nutzen zu können. Das Modell umfasst zusätzlich ein semi-physikalisches Verdichtermodell, um alle Komponenten fluid- und betriebspunktabhängig analysieren zu können. Die anschließend Bewertung erfolgt auf Basis einer SCOP Berechnung in Anlehnung an die DIN EN 14825.
Die Kernaussagen der durchgeführten Studien sind:
1.
Für eine Temperaturanwendung von 35 °C stellt sich eine optimale Zusammensetzung von 80 mol-% Propan ein. Diese führt zu einer Verbesserung der Effizienz (SCOP) von 6,3 % im Vergleich zum Reinstoff Propan. Gleichzeitig sinkt die volumetrische Heizenergie (VHC) um 14,1 % ebenfalls im Vergleich zum Reinstoff Propan. Folglich muss ein Kompromiss aus zwischen volumetrischer Heizenergie und Effizienz eingegangen werden.
 
2.
Bei einer Änderung der Temperaturanwendung von 35 auf 55 °C bleibt die optimale Zusammensetzung identisch. Das Potenzial nimmt aufgrund der höheren Gesamtverluste ab. Die Studie führt zu einer maximalen Verbesserung des SCOPs von 4 % im Vergleich zum Reinstoff Propan.
 
3.
Das Verbesserungspotential im Vergleich zu Propan sowie die optimale Zusammensetzung reagiert sensitiver auf die Temperaturspreizung der Wärmequelle als die der Wärmesenke. Die Variation der Temperaturspreizungen der Wärmequelle (3, 5, 7 K) und Wärmesenke (5, 7, 10 K) führen zu Verbesserungspotentialen zwischen 4,6 und 7,7 % Dabei verschiebt sich nur für eine Spreizung der Wärmequelle von 3 K die optimale Zusammensetzung zu 90 mol-% Propan. Für die anderen Temperaturspreizungen bleibt die optimale Zusammensetzung identisch.
 
4.
Der direkte Einfluss einer Entmischung in Folge einer kontinuierlichen Leckage über den Betriebszeitraum ist zu vernachlässigen. Die Studie zeigt eine Veränderung des SCOP von 1 % und eine Veränderung der VHC von 4,8 % nach zehn Jahren bei einer jährlichen Leckagerate von 2 mas-%. Die indirekten Auswirkungen aufgrund einer fehlerhaften Bestimmung von Stoffeigenschaften durch die verwendete Regelung müssen im Detail untersucht werden und hängt von der gewählten Regelung ab.
 
Folglich erhöhen zeotrope Kältemittelgemische die Anzahl von Einflüssen, welche bei der Auslegung berücksichtigt werden müssen. Gleichzeitig führen Kältemittelgemische zu einem erheblichen Verbesserungspotential hinsichtlich der Effizienz, welches langfristig genutzt werden sollte, um die Emissionen der Wärmebereitstellung zu minimieren.

7 Nomenklatur

Die Nomenklatur ist in Tab. 4 zu sehen.
Tab. 4
Nomenklatur
Formelzeichen
  
COP
Leistungszahl
g
Vektor der Nebenbedingungen der Optimierung
h
Spezifische Enthalpie
J/kg
\(h_{i}\)
Häufigkeit der Temperaturbins
h
p
Druck
Pa
plr
Teillastverhältnis
s
Spezifische Entropie
J/(kg K)
SCOP
Seasonal coefficient of performance
T
Temperatur
K
TG
Temperaturgleit
K
VHC
Volumetrische Heizenergie
MJ/m3
x
Vektor der Optimierungsvariablen
\(\Updelta T\)
Temperaturdifferenz
K
\(\eta _{\mathrm{is}}\)
Isentroper Verdichterwirkungsgrad
\(\rho\)
Dichte
kg/m3
\(\theta\)
Vektor mit Parametern der Optimierung

Förderung

Die Arbeiten wurden im Rahmen des Vorhabens LOGIN (Förderkennzeichen: 03EN4011) durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) gefördert.

Interessenkonflikt

C. Höges, C. Vering und D. Müller geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.
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Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.
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Titel
Propan/Isobutan-Gemische in Wärmepumpen: Sensitivität der optimalen Gemischzusammensetzung auf Prozessrandbedingungen
Verfasst von
Christoph Höges
Christian Vering
Dirk Müller
Publikationsdatum
01.12.2025
Verlag
Springer Berlin Heidelberg
Erschienen in
Engineering Research / Ausgabe 1/2025
Print ISSN: 3091-3292
Elektronische ISSN: 3091-3306
DOI
https://doi.org/10.1007/s10010-024-00767-x
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    Marktübersichten

    Die im Laufe eines Jahres in der „adhäsion“ veröffentlichten Marktübersichten helfen Anwendern verschiedenster Branchen, sich einen gezielten Überblick über Lieferantenangebote zu verschaffen. 

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