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Über dieses Buch

Verfolgt man die mediale Berichterstattung, so verdichtet sich schnell der Eindruck, dass die Bedingungen, unter denen Jugendliche aufwachsen, fortlaufend ungünstiger werden. Ziel dieses Buches ist es, diese Hypothesen einem Realitätscheck zu unterziehen und sie auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen:

Machen digitale Medien einsam und aggressiv, wann werden Jugendliche zu Gewalttätern und nehmen psychische Störungen wie ADHS immer mehr zu? Ist Rauschtrinken unter Jugendlichen tatsächlich ein immer ernster werdendes Problem und welchen Einfluss haben sexuelle und aggressive Medieninhalte auf die Entwicklung Jugendlicher?

Welche Entwicklungen sind tatsächlich ungünstig oder sogar gefährlich, welche Aussagen sind nicht haltbar und an welcher Stelle haben sich Bedingungen sogar verbessert?

Zu Wort kommen Expertinnen und Experten aus den Bereichen Psychologie, Psychiatrie, und Soziologie, die ihre Forschungsergebnisse im Interview-Stil klar, unterhaltsam und verständlich auf den Punkt bringen und gesellschaftliche Herausforderungen aufzeigen. Nicht nur lehrreich für Masterstudierende, sondern besonders geeignet für Professionals aus Bildung und Erziehung, Psychologie, Psychiatrie, Pädagogik, sowie für alle an dieser Thematik Interessierten.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Phänomene im Kontext digitaler Medien

Frontmatter

1. Wie beeinflusst die leichte Verfügbarkeit sexueller Medieninhalte die Entwicklung Jugendlicher?

Zusammenfassung
Seit der Legalisierung sexueller Medieninhalte Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts und insbesondere angesichts des digitalen Wandels hat die Verfügbarkeit pornografischer Darstellungen deutlich zugenommen. Laut Untersuchungen der britischen Regierung im Rahmen der Etablierung von Filtersystemen zu Nutzerzahlen pornografischer Internetseiten in Europa entfallen in Deutschland 12,5 % aller Seitenaufrufe auf diese Inhalte (Arthur 2013). Gleichzeitig ist eine effektive Kontrolle durch den Jugendschutz de facto nicht mehr möglich bzw. stoßen Jugendliche im Netz fast zwangsläufig darauf, selbst wenn sie nicht aktiv danach suchen. Hieraus ergibt sich die Fragestellung, in welcher Weise die Entwicklung Jugendlicher durch die Verfügbarkeit pornografischer Inhalte beeinflusst wird. Ergeben sich dadurch Risiken für die Entwicklung und das Verhalten und, wenn ja, worin bestehen diese? Werden Verhalten und Einstellung von Jugendlichen überhaupt beeinflusst, und welche Wirkmechanismen könnten einem Einfluss zugrunde liegen? Ist beispielsweise bereits die bloße Darstellung von Nacktheit problematisch, oder geht es eher um den Erwerb von Handlungsplänen und Rollenerwartungen?
Barbara Krahé

2. Wie gefährlich sind gewalthaltige Computerspiele?

Zusammenfassung
Vermutlich gibt es kaum ein Themengebiet, bei dem die Einschätzungen so weit divergieren wie bei der Frage nach den Auswirkungen medialer Gewaltdarstellungen und -handlungen und dabei insbesondere in Bezug auf gewalthaltige Computerspiele. Der Konsum auch von nicht für Jugendliche freigegebenen Spielen ist in dieser Altersgruppe weit verbreitet. Etwa die Hälfte der befragten Personen im Alter zwischen 14 und 16 Jahren gab in der repräsentativen JIM-Studie 2014 (MPFS 2014, S. 44) an, selbst besonders brutale Computerspiele zu spielen. Mit Kommentaren versehene Videoaufzeichnungen des Spielgeschehens (sog. Let’s-Play-Videos) gehören zu den am häufigsten abgerufenen Inhalten auf Online-Videoplattformen, darunter häufig und in der Regel frei zugänglich auch Darstellungen von Gewaltexzessen.
Robert Busching

3. Lässt sich eine Computerspiel- oder Internetabhängigkeit mit stoffgebundenen Abhängigkeiten vergleichen?

Zusammenfassung
Computerspiele haben bereits seit Langem das Nischendasein von Zeitvertreib und Unterhaltung vornehmlich männlicher Jugendlicher verlassen und erlangen im kulturellen Leben und als Wirtschaftszweig immer größere Bedeutung. Nach Angaben des Bundesverbands Interaktive Unterhaltungsindustrie (BIU 2015) erzielte die Branche in Deutschland allein im ersten Halbjahr 2014 einen Umsatz von 798 Mio. €. Es ergab sich innerhalb eines Jahres ein Zuwachs von 6 %, vor allem aufgrund von Mikrotransaktionen (sog. In-App-Käufen). Etwa 45 % der zwölf- bis 19-jährigen Jugendlichen spielen mehrmals die Woche (MPFS 2014, S. 11 ff.), wobei nach wie vor Jungen mit 70 % erheblich häufiger spielen als Mädchen. Diese Anteile werden durch die Internetnutzung sogar noch deutlich übertroffen: Etwa 94 % der Personen dieser Altersgruppe sind regelmäßig online. Drei Viertel der Jugendlichen verfügen über einen eigenen Computer, wobei diese Geräteklasse zunehmend durch Smartphones abgelöst wird.
Florian Rehbein

4. „Immer online, immer allein?“ – Zu den Auswirkungen des digitalen Wandels

Zusammenfassung
Neue Medien stellen für Gesellschaften eine Herausforderung dar. Bereits mit der zunehmenden Verbreitung schriftsprachlicher Fähigkeiten im 18. Jahrhundert und der damit einhergehenden „Lesesucht“-Debatte mehrten sich kritische Stimmen, die vor einem übermäßigen Konsum von Buchpublikationen warnten (z. B. Beyer 1795). Gleiches galt in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts für das Fernsehen. Auch hier gab es kritische Stimmen von fachlicher Seite und besorgte Eltern, die die Entwicklung ihrer Kinder gefährdet sahen. In der Tat ist es wichtig, Nutzen und Risiken neuer Medien abzuwägen, um einen angemessenen Umgang zu ermöglichen. Auch gibt es unbestreitbar potenziell negative Auswirkungen der Digitalisierung, wie in Kap. 2 und Kap. 3 diskutiert wird. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind einige von der Öffentlichkeit sehr stark rezipierte Publikationen verfügbar, die für sich Wissenschaftlichkeit in Anspruch nehmen und die sehr stark vor neuen Medien warnen. Äußerst bekannt wurde in diesem Zusammenhang beispielsweise die von Spitzer (2012) formulierte These, dass der Computer einsam, krank, dumm und abhängig mache, was schließlich in „digitale Demenz“ münden würde, einer durch Medienkonsum verursachten hirnorganischen Schädigung. Er wiederholte damit Aussagen, die von ihm einige Jahre zuvor bereits über das Fernsehen vorgebracht worden waren. Auch Bergmann und Hüther (2013) warnen eindringlich vor dem Gefährdungspotenzial des Computers.
Markus Appel

Externalisierendes und aggressives Verhalten

Frontmatter

5. Stell dir vor, du wirst schikaniert, und keiner schaut hin – Alte und neue Fragen an die Mobbingforschung

Zusammenfassung
„Mobbing“ ist ein Begriff, der häufig und in unterschiedlichen Kontexten gebraucht wird. Ein großer Bereich stellt dabei das Berufsleben dar, und es geht in diesem Zusammenhang um Ausgrenzung und Schikanen am Arbeitsplatz. Ein anderer großer Bereich ist die Schule, wo in einem bestimmten Umfang Konflikte an der Tagesordnung sind, insbesondere da Kinder und Jugendliche soziale Kompetenzen Stück für Stück erwerben müssen und adäquate Lösungsstrategien für zwischenmenschliche Auseinandersetzungen nicht per se jeder Person zur Verfügung stehen. Allerdings sind die Begriffe „Konflikt“ und „Mobbing“ keineswegs gleichbedeutend, und nicht jede Auseinandersetzung muss als Mobbinggeschehen begriffen werden. So kann es durchaus Formen von Konflikten geben, die erwünscht sind, da im Falle einer produktiven Lösung neue Verhaltensweisen erworben werden können. Doch wo enden normale Konflikte, und wo wird das Eingreifen durch Dritte notwendig, um Schaden von den Betroffenen abzuwenden? Sollte beispielsweise bereits ein gegenseitiges Necken auf dem Pausenhof unterbunden werden? Wann wird ein sozialer Konflikt zu Mobbing? Welche Rolle spielt dabei der soziale Rahmen, in den der Konflikt eingebettet ist? Was versteht man unter neuen Formen von Mobbing, beispielsweise dem Cybermobbing? Nimmt Mobbing immer mehr zu? Und schließlich: Was kann man tun, um ein Mobbinggeschehen zu unterbinden oder, noch besser, gar nicht erst in Gang kommen zu lassen?
Mechthild Schäfer, Manuel Stoiber

6. Ist ADHS eine Modediagnose? Haben Aufmerksamkeitsprobleme und Hyperaktivität zugenommen?

Zusammenfassung
Als der Arztreport der Barmer GEK im Jahr 2013 zum Schwerpunktthema Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) veröffentlicht wurde (Grobe et al. 2013), schienen sich viele Befürchtungen der Kritiker der Diagnose ADHS und insbesondere der medikamentösen Behandlung drastisch zu bestätigen: In den davor liegenden Jahren war es zu einer deutlichen Zunahme der Diagnosestellung gekommen, verbunden mit einem rasanten Anstieg der Verschreibung des Stimulans Methylphenidat, das zur Steigerung der Aufmerksamkeit und einer Reduktion hyperkinetischen Verhaltens bei den betroffenen Kindern und Jugendlichen beitragen soll. Regionale Unterschiede in der Diagnose- und Verschreibungshäufigkeit, die einen auffälligen Zusammenhang zwischen der örtlichen Präsenz von kinder- und jugendpsychiatrischen Praxen aufwiesen, suggerierten zudem fehlende Objektivität in der Diagnosestellung: Entweder würde in den unterversorgten Regionen ADHS nicht korrekt erkannt oder in den sehr gut versorgten Gebieten zu progressiv mit der Diagnosestellung umgegangen. Aufgrund der deutlichen Zunahme wurde insbesondere in populären Nachrichtenmagazinen die Frage aufgeworfen, inwieweit es überhaupt möglich sei, zwischen lebhafteren Kindern mit noch normalem Verhalten und Kindern und Jugendlichen mit tatsächlichen Aufmerksamkeitsproblemen zu unterscheiden (z. B. Spiegel Online 2013). Ist möglicherweise die Zunahme an Diagnosen und Stimulanzienverordnungen der Spiegel unserer Leistungsgesellschaft, die auch von Kindern und Jugendlichen vermeintlich immer mehr Leistung fordert und damit einhergehend die Anforderungen und den Druck in einem zu jungen Alter immer mehr ansteigen lässt?
Christina Schwenck

7. Jugendliche Extremtäter und U-Bahn-Schläger – Wann und warum begehen Jugendliche Gewalttaten?

Zusammenfassung
Adoleszenz und junges Erwachsenenalter sind die Lebensabschnitte mit der höchsten Gefahr, Opfer oder Täter von Gewalthandlungen zu werden. Betrachtet man die polizeiliche Kriminalitätsstatistik, so ist zu erkennen, dass die Rate an versuchten und vollzogenen Straftaten mit dem Lebensalter stark zunimmt, im Alter zwischen 14 und 21 Jahren schließlich ein hohes Plateau mit ca. 6500 Vorfällen pro Jahr unter 100.000 Einwohnern gleichen Alters erreicht, um danach wieder auf ein Drittel dieses Wertes zurückzugehen (BMI 2013, S. 34 f.). Die Opfergefährdung nimmt einen ähnlichen Verlauf, und hier macht die Körperverletzung den größten Anteil der Vorfälle aus: Im Alter zwischen 14 und 18 Jahren liegt dieser Wert bei etwa 1900 Vorfällen pro Jahr bei 100.000 Personen dieses Altersbereichs, zwischen 18 und 21 Jahren bei 2800 Vorfällen. Auch hier sinkt der Wert anschließend wieder auf ein Drittel ab. Zwei Drittel bis drei Viertel der Tatverdächtigen sind männlich, und auch bei den Opfern dominieren – mit Ausnahme der Verstöße gegen die sexuelle Selbstbestimmung – männliche Jugendliche und Erwachsene (BMI 2013, Kap. 6). Eine hohe öffentliche Aufmerksamkeit erhalten diese Sachverhalte insbesondere dann, wenn besonders brutale Fälle von Gewalt auftreten und aus meist nichtigem Grund eine Auseinandersetzung eskaliert. Gleichzeitig tritt ein kleiner Teil überwiegend männlicher Jugendlicher besonders auffällig in Erscheinung, zum einen weil von diesen Personen besonders häufig Straftaten ausgehen und zum anderen weil die Intensität der Taten besonders hoch ist. Leicht verdichtet sich der Eindruck, dass extreme Taten immer häufiger vorkommen und zunehmend brutaler werden. Zudem entsteht schnell der Verdacht, bestimmte Personengruppen, z. B. Jugendliche mit Migrationshintergrund, würden besonders negativ in Erscheinung treten. Lässt sich dieser Eindruck empirisch bestätigen?
Dirk Baier

8. Lassen sich schwere schulische Gewalttaten frühzeitig erkennen und verhindern?

Zusammenfassung
Oft verschleiert der nüchterne, formelle Charakter von Bezeichnungen aus dem Beamtendeutsch die Tragweite der Konzepte, die hierdurch beschrieben werden. Ein solcher Begriff ist die Großschadenslage, wodurch katastrophale Ereignisse mit vielen verletzten und möglicherweise auch toten Menschen bezeichnet werden, häufig in Zusammenhang mit fatalen Verkehrsunglücken, Großbränden oder Naturkatastrophen. Bezogen auf von Menschen ausgeübte Gewalttaten fällt darunter der sogenannte erweiterte Suizid – eine Bezeichnung, die ebenfalls zu harmlos klingt, um die hierdurch beschriebenen Ereignisse angemessen zu charakterisieren: Menschen suchen den Tod oder nehmen ihn billigend in Kauf und möchten gleichzeitig so vielen Personen wie möglich massiven Schaden zufügen. In der Öffentlichkeit wurde hierfür der Begriff Amoklauf geprägt. So eingängig der Begriff ist, so irreführend ist er zugleich, denn es handelt sich in der Regel nicht um eine Form von Kurzschlusshandlung, sondern um ein langfristig geplantes und detailliert ausgearbeitetes Gewaltverbrechen. Leider ist zum Zeitpunkt der Erstellung des vorliegenden Buches diese Form der Aggression zu einem regelmäßigen Ereignis in Europa geworden, und fast jeden Monat ereignen sich in einem anderen Land vergleichbare Ereignisse: Mit Schusswaffen ausgestattete Einzeltäter oder kleine Gruppen von fast immer sehr jungen Männern versuchen, unter Andersdenkenden, Andersgläubigen, aus rassistischen Motiven oder aufgrund einer vermeintlichen Kränkung heraus ein Blutbad anzurichten, wahllos möglichst viele Menschen zu töten und dabei potenziell selbst zu sterben.
Rebecca Bondü

Substanzmissbrauch und selbstverletzendes Verhalten

Frontmatter

9. Warum verletzen sich Jugendliche selbst, und wie veränderte sich die Selbstverletzungsrate in den letzten Jahrzehnten?

Zusammenfassung
Schmerz ist eine sehr grundlegende Sinneswahrnehmung, die Organismen davor bewahrt, sich schädigenden Reizen auszusetzen, oder sie dazu veranlasst, solche Situationen zu verlassen. In den selten Fällen, in denen ein Mensch nicht über Schmerzwahrnehmung verfügt (sog. angeborene Analgesie oder auch bei bestimmten Erkrankungen, z. B. der Lepra) kommt es häufig zu massiven Verletzungen, da Schmerz keine Warnfunktion mehr hat und sich die betroffenen Personen versehentlich stark selbst schädigen. Abgesehen von diesen seltenen Fällen sind für die meisten Menschen Schmerzen sehr aversiv, sodass es umso paradoxer wirkt, wenn Personen sich diese selbst aktiv zufügen. Für Eltern und Personen im Erziehungsbereich kann es besonders belastend sein, wenn sie bei Kindern oder Jugendlichen selbstverletzendes Verhalten bemerken, da sie einerseits den Anspruch haben, Schaden von den Kindern abzuwenden, und andererseits die Selbstverletzungen nur schwer verhindern können. Es ist ein Phänomen, das zumindest gemäß der internationalen Klassifikationsmanuale keine eigene psychische Störung darstellt und gleichzeitig bei Jugendlichen sehr häufig zu finden ist (Brunner und Schmahl 2012), insbesondere im Zusammenhang von belastenden Situationen und als Symptom im Rahmen psychiatrischer Erkrankungen. In meinen Vorlesungen geben jedes Semester in anonymen Umfragen zwischen 11 % und 15 % der Studierenden aus dem Lehramtsbereich an, sich in ihrer Jugend mehrfach und willentlich selbst verletzt zu haben, und über 75 % der Teilnehmenden haben ein solches Verhalten bei Gleichalterigen bemerkt. Bei bestimmten Personengruppen, beispielsweise in der Kinder- und Jugendpsychiatrie oder bei Strafgefangenen, liegen die Prävalenzen sogar noch deutlich darüber.
Romuald Brunner

10. Binge Drinking unter Jugendlichen: Wie drängend ist das Problem?

Zusammenfassung
Rettungssanitäter und das medizinische Personal von Krankenhäusern kennen das Problem nur zu gut: Vor allem am Wochenende betrinken sich Jugendliche bis zur Besinnungslosigkeit und werden aufgrund akuter Alkoholvergiftung in Kliniken eingeliefert, wo sie ihren Rausch auskurieren. Die Zahl der stationären Aufnahmen hat seit 2002 drastisch zugenommen und bewegt sich seit 2008 auf einem hohen Niveau (Statistisches Bundesamt 2015). Besonders die 15- bis 20-Jährigen fallen diesbezüglich besonders deutlich auf: Hier treten nicht nur weitaus die meisten Vorfällen bezogen auf die Größe der Personengruppe auf, sondern in dieser Altersgruppe nahm auch die Zahl stationärer Behandlungen zwischen 2002 und 2012 um 230 % und somit weit überproportional zu. Einerseits lässt sich daran die Frage knüpfen, wie es sein kann, dass insbesondere in einer Altersgruppe, in der zum Teil Alkohol noch nicht legal erworben werden kann, ein solcher Anstieg zu verzeichnen ist. Zum anderen ist eine deutliche Veränderung in der Inanspruchnahme medizinischer Leistungen nicht zwangsläufig auf die Zunahme eines medizinischen Problems zurückführbar. Schließlich kann sich auch einfach die Bereitschaft zur Inanspruchnahme geändert haben. Zeit für eine Bestandsaufnahme: Wie häufig konsumieren Jugendliche Alkohol, und welche Mengen werden dabei aufgenommen? Welche Personengruppen sind besonders gefährdet, und wer zeigt eher selten riskantes Konsumverhalten? Ab wann spricht man von Rauschtrinken, und welche Alkoholmengen sind dagegen unbedenklich konsumierbar? Wie hat sich das Konsumverhalten Jugendlicher im letzten Jahrzehnt verändert?
Carolin Donath
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