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2002 | Buch | 3. Auflage

Psychologische Diagnostik und Intervention

verfasst von: Prof. Dr. Manfred Amelang, Prof. Dr. Werner Zielinski

Verlag: Springer Berlin Heidelberg

Buchreihe: Springer-Lehrbuch

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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter
1. Einleitung
Zusammenfassung
Wie viele andere Begriffe in der Psychologie so haben auch diejenigen von Diagnose und Diagnostik ihre Wurzeln im Griechischen, wo das Verb „diagignostikein“ eine kognitive Funktion mit den Bedeutungen „gründlich kennenlernen“, „entscheiden“ und „beschließen“ bezeichnet.
Manfred Amelang, Werner Zielinski
2. Grundlagen diagnostischer Verfahren
Zusammenfassung
Alle diagnostischen Verfahren gehen davon aus, dass Unterschiede bestehen und diese gemessen werden können. Im Sinne der eingangs dargelegten Aufgabenfelder der Psychologischen Diagnostik betreffen diese Unterschiede solche zwischen Personen, Objekten, Behandlungen, Institutionen usw. Weil die interindividuelle Perspektive, wie historische Analysen zeigen, den Beginn ernsthafter Bemühungen um die psychodiagnostische Erfassung von Merkmalsausprägungen bestimmt hat und auch heute noch im Vordergrund der beruflichen Routinetätigkeit vieler Psychologen steht, folgt die nachfolgende Darstellung hauptsächlich diesem Gesichtspunkt. Die einzelnen thematisierten Überlegungen, Prinzipien und Probleme gelten in den Grundzügen jedoch auch für andere diagnostische Problembereiche.
Manfred Amelang, Werner Zielinski
3. Ausgewählte Beispiele diagnostischer Verfahren
Zusammenfassung
Allgemeine Leistungstests sollen die allgemeine Fähigkeit erfassen, sich unter Ausblendung irrelevanter Reize ununterbrochen aufgabenrelevanten Merkmalen zuwenden zu können. Zu ihrer Prüfung dienen Konzentrationstests und Vigilanztests.
Manfred Amelang, Werner Zielinski
4. Erhebungsstrategien
Zusammenfassung
Die Erkenntnis, dass Gruppentestungen ökonomischer sind als Einzeltestverfahren, da sich mit ihrer Hilfe im gleichen Zeitraum mehr diagnostische Informationen erheben lassen als mittels Einzeltestung, ist unschwer nachzuvollziehen und bedarf daher keiner besonderen Erklärung. Die gleichzeitige Testung größerer Gruppen ermöglicht ferner die Gewinnung von Vergleichsdaten, die unter ähnlichen Bedingungen gewonnen wurden und somit eine lokale Aktualisierung der jeweiligen Testnormen, deren Ermittlung in den meisten Fällen schon längere Zeit zurückliegt. Dass trotz alledem Einzeltests weiterhin Verwendung finden, hängt einmal damit zusammen, dass viele Tests keine Gruppenanwendungen erlauben und zum andern, dass bei Einzeluntersuchungen genauere Verhaltensbeobachtungen möglich sind als bei der Untersuchung von Gruppen. Gruppentests haben daneben noch andere Nachteile, die nicht ohne weiteres auf der Hand liegen.
Manfred Amelang, Werner Zielinski
5. Der diagnostische Prozess
Zusammenfassung
Der diagnostische Prozess beginnt nicht erst mit der diagnostischen Untersuchung selbst, sondern bereits mit der ersten Kontaktnahme des Diagnostikers mit dem Auftraggeber der Untersuchung.
Manfred Amelang, Werner Zielinski
6. Zuordnungs- und Klassifikationsstrategien
Zusammenfassung
Es ist bereits mehrfach darauf hingewiesen worden, dass moderne Diagnostik einen Finalitätscharakter besitzt, d.h. mit einer konkreten Zielvorstellung vorgenommen wird, die über die Beschreibung eines bestimmten Zustandes hinausgeht. Auf der Basis der erhobenen diagnostischen Informationen müssen Entscheidungen über anstehende Fragen gefällt werden, etwa der Art, ob ein Bewerber die ausgeschriebene Stelle erhält, welche Schüler zweckmässigerweise welchen Unterrichtseinheiten zugeordnet werden, ob bei einem Klienten eine Gesprächsoder Verhaltenstherapie angemessen ist usw. In einem allgemeinen Sinn gehören die Arbeitsstelle, Unterrichtseinheiten und therapeutische Eingriffe in die Kategorie von Interventionen, d.h. Maßnahmen, die aus den verschiedensten Gründen eingeleitet werden. Sie setzen an diagnostischen Feststellungen an, mit dem Ziel, Veränderungen auf organisatorischer oder individueller Ebene herbeizuführen. Im angloamerikanischen Raum ist dafür der Terminus „treatment“, also Behandlung, gebräuchlich. Die intendierten Effekte sind erwartungsgemäß dann besonders positiv, wenn die Passung zwischen Diagnose und Intervention in optimaler Weise ausfällt. Nachfolgend sollen die Probleme, Fehler und Lösungsmöglichkeiten erörtert werden, die sich bei der Zuordnung von diagnostischen Daten zu Interventionen ergeben.
Manfred Amelang, Werner Zielinski
7. Probleme und Differenzierungen von Prognosen
Zusammenfassung
Bestimmte Situationen engen den Verhaltensspielraum in einem Maße ein, dass interindividuelle Unterschiede nahezu verschwinden. Damit aber droht der Ansatz sinnfrei zu werden, auf der Basis von Eigenschaftsmaßen Vorhersagen und Varianzaufklärung vornehmen zu wollen. So stellt z.B. Rotlicht bei Verkehrsampeln für alle Kraftfahrer einen „starken“ Stimulus mit hohem Uniformitätsdruck dar. Ähnlich verhält es sich mit dem Erscheinen des Pfarrers in der Kirche oder dem Heben des Taktstocks durch den Dirigenten, was i.allg. alle Unterhaltungen binnen kurzem verstummen lässt. Diese Erwartung konformer Verhaltensweisen kann auch zum Konzept von prototypischen Situationen gewendet bzw. verallgemeinert werden (s. Schufte et al., 1985), die ganz spezifische Verhaltensmuster nahelegen bzw. mit unterschiedlich starkem Nachdruck verlangen (Abb. 7.1a-c). Wenn dabei allerdings der situative Druck soweit geht, traitgeleitete Unterschiede in Handlungstendenzen obsolet zu machen (Stagner, 1977), schwindet die individuelle Variabilität und damit die Aussicht, diese durch Testmaße aufklären zu können. Vielmehr verlangt der eigenschaftstheoretische Ansatz außerhalb des Leistungsbereiches zwingend solche Situationen, die eher schwach oder uneindeutig strukturiert sind und für verschiedene Individuen eine unterschiedliche Bedeutung aufweisen. Diese Forderung gilt gleichermaßen für die Erhebung von Prädiktor- wie von Kriteriumsmaßen.
Manfred Amelang, Werner Zielinski
8. Diagnostik und Intervention in der Arbeits-, Betriebs- und Organisations-(ABO-)Psychologie
Zusammenfassung
Von Anfang an waren Diagnostik und Intervention in der ABO-Psychologie sehr eng auf die praktischen Bedürfnisse von Organisationen (und zwar vor allem im industriellen Bereich) bezogen. Zu ihren Anwendungsfeldern zählen auf einer mehr abstrakten Ebene die Diagnostik und Entwicklung von Organisationen und auf etwas konkreterem Niveau einerseits die am Individuum ausgerichtete Beurteilung und Entwicklung von Personal sowie andererseits die an den Arbeitsbedingungen ansetzende Analyse und psychologische Gestaltung der Arbeit.
Manfred Amelang, Werner Zielinski
9. Diagnostik und Intervention in der pädagogischen Psychologie
Zusammenfassung
Diagnostik im Rahmen der pädagogischen Psychologie war von Anfang an auf Intervention angelegt. Zwei große Bereiche zählen zu ihren Anwendungsfeldern, die Schullaufbahnberatung und die individuumzentrierte Schülerhilfe. Während die Intervention bei der Schullaufbahnberatung sich auf Personen- und/oder Bedingungsselektion im Sinne von Pawlik (1976) beschränkt, kann bei individueller Schülerhilfe eher von Intervention im Sinne von Behandlung gesprochen werden.
Manfred Amelang, Werner Zielinski
10. Diagnostik und Intervention in der Klinischen Psychologie
Zusammenfassung
Die Klinische Psychologie beschäftigt sich mit der Anwendung von Erkenntnissen aus der (wissenschaftlichen) Psychologie und ihrer Übertragung auf den Bereich psychischer Störungen sowie körperlicher Störungen, bei denen psychische Faktoren eine bedeutsame Rolle spielen.
Thomas Fydrich
Backmatter
Metadaten
Titel
Psychologische Diagnostik und Intervention
verfasst von
Prof. Dr. Manfred Amelang
Prof. Dr. Werner Zielinski
Copyright-Jahr
2002
Verlag
Springer Berlin Heidelberg
Electronic ISBN
978-3-662-09578-2
Print ISBN
978-3-662-09579-9
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-662-09578-2