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13.09.2013 | Public Relations | Im Fokus | Onlineartikel

Wenn Lobbying einfach mal politische Beratung ist

Autor:
Andrea Amerland
1:30 Min. Lesedauer

Consulting rund um politische Entscheidungen wird schnell als Lobbying diffamiert. Dabei geht es oft um den Wissenstransfer aus der Wissenschaft in die Praxis oder um kommunikative Politikberatung. Eine Begriffsbestimmung.

"Politikberatung hat die Aufgabe, einerseits Forschungsergebnisse aus dem Horizont leitender Interessen, die das Situationsverständnis der Handelnden bestimmen, zu interpretieren, und andererseits Projekte zu bewerten, und solche Programme anzuregen und zu wählen, die den Forschungsprozess in die Richtung praktischer Fragen lenken.“ So hat Jürgen Habermas den Begriff 'Politikberatung' Ende der 1960er Jahre richtungsweisend definiert. Mehr als 50 Jahre später wird unter 'Politikberatung' ein ganzes Bündel an Consulting-Dienstleistungen verstanden, zu denen auch Kommunikation, Öffentlichkeitsarbeit und Public Affairs zählen.

Politische Beratung mit Hindernissen

Ohne Politikberatung durch Dritte sind viele komplexe Gesetzesentwürfe und Aktivitäten kaum noch zu bewältigen, urteilen Tassilo Wanner und Daniel von Hoyer in ihrem Fachbeitrag "Angebot trifft Nachfrage? Politikberatung im Umfeld deutscher Parlamente". Doch die Beratungspraxis rund um Bundestag und Landtag gleiche häufig einem strukturellen Hindernisslauf. Die Gründe: es gibt zu wenig informelle Austausch zwischen Parlamentarien und Beratern, die Budgets setzen Grenzen, ebenso die gesetzliche Rahmenbedingungen.

"Science meets Parliament"

Eine neue Form der Politikberatung stellt Josef Zens in seinem Beitrag "Science meets Parliament" vor. Dabei handelt es sich um eine australische Initiative, die seit 1999 jährlich Wissenschaftler mit Abgeordneten des Parlaments in persönlichen Begegnungen zusammenführt. "Die Politik profitiert durch die neuesten Forschungsergebnisse aus erster Hand", ist sich Zens sicher. Aber auch die Wissenschaft könne von der Politik lernen. Die Leibniz-Gemeinschaft hat das Modell im Jahr 2008 erstmals für Deutschland adaptiert, um so unmittelbaren Wissenstransfer und wissenschaftlich fundierte Politikberatung zu ermöglichen.

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