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22.11.2012 | Public Relations | Im Fokus | Onlineartikel

Im Hintergrund: PR-Beratung in der Politik

Autor:
Andrea Amerland
2 Min. Lesedauer

Der Bundestagswahlkampf 2013 wirft seine Schatten voraus. PR-Berater spielen dabei als Drahtzieher und Strategen eine wichtige Rolle. Ohne Sie kommt keine Partei und kein Wahlkampf mehr aus.

"Currywurst ist SPD" - der Claim der SPD im NRW-Wahlkampf sorgte bundesweit für Furore. Ob er letztendlich für den Wahlsieg von Hannelore Kraft verantwortlich war, sei dahin gestellt, auch wenn viele Medien nach dem Wahlabend von einem Sieg für die Currywurst sprachen. Fakt ist jedoch, das Claim und Motiv für die SPD-Wahlkampfplakate aus einem Online-Wettbewerb als Sieger hervorgingen, von zwei Studenten aus Tübingen entworfen wurden und bis dato geltende Regeln der politischen Kommunikation auf den Kopf stellen. Das Lebensgefühlplakat, das keine politische Position transportiert, aber Herbert Grönemeyers Wurst-Hymne mit Ruhrpott-Mentalität in Einklang bringt, gehört zu den eher seltenen Beispielen, bei denen die Macher einer politischen Kampagne derart stark in den Vordergrund treten. Jonathan Gauß und Erik Flügge standen kurzfristig im Rampenlicht.

PR-Berater - Dunkelmänner im Politikbetrieb?

Dabei ist es ist längst kein Geheimnis mehr, dass Marketing- und PR-Berater in der poltischen Kommunikation eine wichtige Rolle spielen. Agenturen, die sich verstärkt darauf spezialisieren, sind vor allem in Berlin zu finden. In die Karten gucken lassen sich externe Berater in der politischen Kommunikation allerdings nicht so gerne. Wie das Beispiel NRW zeigt, treten Berater vornehmlich im Zusammenhang mit Wahlkämpfen in Erscheinung. Ein Grund für die Geheimnistuerei ist die Frage nach dem Einfluss der PR-Beratung auf politische Prozesse, so Ulrike Röttgen und Sarah Zielmann, die für die erste Studie zum Markt der externen PR-Beratung in der Bundespolitik verantwortlich sind. Der Beratungsbedarf ist bei politischen Akteuren sei zwar hoch. Dennoch agieren nur rund ein Dutzend der PR-Agenturen auf politischem Gebiet, über deren Arbeit sich generelle Aussagen machen lassen.

Befunde zur politischen PR in Deutschland

  • politische Kommunikation wird werblicher
  • Darstellung von Politik ist integraler Bestandteil des politischen Prozesses
  • PR-Experten managen Kommunikationsbeziehungen zwischen politischen Akteuren und Journalisten, sind also Public Affairs Manager
  • politische Kommunikation heißt politische PR, Lobbying und die Durchführung von Abstimmungs-/Wahlkampagnen
  • das Feld der externen politischen Kommunikationsdienstleister ist sehr heterogen
  • PR-Beratungsleistungen sind umsetzungorientiert, weniger konzeptionell
  • Ausgeprägte Öffentlichkeits- und Medienorientierung

Das Autorenteam informiert zudem über die Art der Beratungsleistungen aus Sicht der Agenturen und der Klienten, über die Erwartungen und die Beraterauswahl seitens der Politik oder die Ausschlusskriterien für einen Auftrag. Auch auf Konflikte zwischen beiden Seiten und das Maß an Vertrauen in die PR-Beratung gehen Röttger und Zielmann ein.

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