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Sandra Dorobek geht in ihrer Dissertation der Frage nach, inwieweit auch öffentliche Wertschöpfungsketten mittels klassischer privatwirtschaftlicher Managementkonzepte (hier: mithilfe des SCM-Ansatzes) gesteuert werden können, so dass die Gesellschaft als Adressat der politisch gewünschten öffentlichen Leistung von den damit verbundenen Effizienzvorteilen profitiert. Die Arbeit leistet einen grundlegenden Beitrag zur Weiterentwicklung des SCM-Ansatzes zu einem Public SCM für die Steuerung öffentlicher Wertschöpfungsketten. Es wird aufgezeigt, welche Ansätze und Ideen des bewährten privatwirtschaftlichen SCM-Modells für ein Public SCM angesichts der Besonderheiten öffentlicher Wertschöpfungsketten dennoch Relevanz besitzen.
Die öffentliche Hand stellt für die Erfüllung ihrer Aufgaben auf Bundes-, Länder- und kommunaler Ebene eine Vielzahl von Leistungen für die Gesellschaft bereit – von der Ausstellung eines Reisepasses hin zu komplexen Gütern wie dem Bau von Autobahnen. Mehr als 600 Mrd. Euro werden von der öffentlichen Hand jährlich für die Erfüllung ihrer Aufgaben aufgewendet.
Der Wandel des Staates zu einem Gewährleistungsstaat (Abschnitt 2.2) führt zu einer Vielzahl neuer institutioneller Arrangements, die an der Er- und Bereitstellung öffentlicher Leistungen beteiligt sind (Abschnitt 2.2.1). Aus institutioneller Perspektive führt dies zu einer Neugestaltung der jeweils dahinterliegenden öffentlichen Wertschöpfungsketten.
Zur Beantwortung der Frage, welche (Management-)Ansätze für die umfassende Steuerung der öffentlichen Wertschöpfungskette existieren, werden verschiedene Forschungsfelder der (öffentlichen) Betriebswirtschaftslehre untersucht. Solch eine Analyse dient im Sinne einer Bezugsrahmenentwicklung dazu, bereits vorhandenes Wissen zu der eingangs skizzierten Problemstellung der Steuerungsnotwendigkeit aufzuarbeiten und zu strukturieren.
Bisher existiert in der Literatur keine allgemeingültige Definition für den Begriff der ‚öffentlichen Wertschöpfungskette‘. Lediglich erste Ansätze von ESSIG ET AL. setzen sich mit dieser Thematik intensiv auseinander. Aus diesem Grund zielen die Abschnitte 4.2 bis 4.7 darauf ab, aufbauend auf den bisherigen Arbeiten, elementare Unterschiede zwischen öffentlichen und privaten Wertschöpfungsketten aufzuzeigen.
Bisher konnte gezeigt werden, dass die Erfüllung öffentlicher Aufgaben im Gewährleistungsstaat durch unterschiedliche Beteiligte (Institutionen) erfolgt und die öffentliche Wertschöpfungskette als vielschichtiges, zu koordinierendes Mehrebenennetz in der Literatur wahrgenommen wird.
Die zentrale Frage, die sich bei der Konzeptentwicklung eines Managementansatzes zur Steuerung der öffentlichen Wertschöpfungskette stellt, ist, inwiefern das Konzept des privatwirtschaftlichen SCM den komplexen Steuerungsansprüchen der öffentlichen Wertschöpfungskette, bedingt durch deren institutionelle Vielschichtigkeit, wie sie in Kapitel 5 herausgestellt wurde, gerecht werden kann.
Neben der Identifikation der wesentlichen Konzeptmerkmale eines Public SCM stellt sich in einem weiteren Schritt die Frage, inwieweit die öffentliche Wertschöpfungskette unter Anwendung der Instrumente des privatwirtschaftlichen SCM-Ansatzes gesteuert werden kann.
Die vorliegende Arbeit versucht die Fragestellung zu beantworten, inwieweit der Ansatz des privaten Supply Chain Management (SCM) für die Steuerung von öffentlichen Wertschöpfungsketten angewendet werden kann. Für die Beantwortung dieser Fragestellung wurden in Kapitel 1 sechs Teilforschungsfragen aufgeworfen.
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