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Über dieses Buch

Publizistik und gesellschaftliche Verantwortung – der Titel der Festschrift für Wolfgang Donsbach ist das Credo seiner akademischen Tätigkeit. Ob als Hochschullehrer oder als Präsident der International Communication Association (ICA) oder der World Association for Public Opinion Research (WAPOR) standen und stehen die Analyse der Leistungen der Massenmedien für das politische System, der Stellenwert eines unabhängigen und neutralen Journalismus und einer daraus resultierenden qualitativ anspruchsvollen Berichterstattung im Zentrum seines Schaffens. Das Buch beinhaltet Aufsätze von Weggefährten und Schülern, die ein gemeinsamer roter Faden eint: Die Überzeugung, dass Forschung nicht um ihrer selbst willen betrieben werden darf, sondern dann zu rechtfertigen ist, wenn sie sich in den Dienst eines pluralen, demokratischen Gemeinwesens stellt.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

I. Wolfgang Donsbach und die Entwicklung des Fachs

Frontmatter

Journalism as a Profession: The Visionary Scholarship of Wolfgang Donsbach

Few scholars have been more devoted to advancing journalism as a profession than Wolfgang Donsbach. From Wolfgang’s 1975 master’s thesis (“The Role of Mass Communication Research for Professional Training in Journalism”) to his recent article in Journalism (“Journalism as the New Knowledge Profession and Consequences for Journalism Education”), the effort spans nearly four decades.
Thomas E. Patterson

Mainz-Tunis-Mainz

Die beiden in Tunis herausgegebenen Tageszeitungen, Le Temps und La Presse, berichteten am 1. Dezember 1983 in ausführlichen Beiträgen über Vorträge der „éminents chercheurs allemands…Hans Mathias Kepplinger et Wolfgang Donsbach“ zum Einfluss des Fernsehens auf die ländliche Bevölkerung Tunesiens. Und das kam so: Im Spätsommer 1980 wurde ich von einem Vertreter der Friedrich-Naumann-Stiftung gefragt, ob ich Interesse daran hätte, einen Methodenkurs an der Universität Tunis zu leiten. Angeregt hatte das vermutlich Helmut Schäfer, damals außenpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion und viele Jahre früher mein Englischlehrer am Schlossgymnasium in Mainz.
Prof. Dr. Hans Mathias Kepplinger

Dallas und Mohamed: Wie das Fernsehen das Denken und Leben in ländlichen Regionen Tunesiens veränderte

Nach dem Zweiten Weltkrieg interessierten sich die Industrienationen für die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse in den Ländern der Dritten Welt. Aus verschiedenen Motiven heraus wollte man den Entwicklungsprozess beschleunigen, wobei mit „Entwicklung“ eine Modernisierung in Richtung der westlichen Systeme gemeint war. Die Entwicklungs-Differenzen von Jahrhunderten, die beispielsweise zwischen einem schwarz-afrikanischen Land und den Vereinigten Staaten von Amerika bestanden, sollten durch gezielte, auf sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Erkenntnissen beruhende Planung innerhalb weniger Jahrzehnte überwunden werden.
Prof. Dr. Wolfgang Donsbach, Prof. Dr. Hans Mathias Kepplinger

Zum Publikationsverhalten in der deutschen Kommunikationswissenschaft

Wolfgang Donsbach überlässt einem viele Freiheitsgrade, wenn es um die Wahl eines Themas für diese Festschrift geht. Journalismus, politische Kommunikation, Medienwirkung, das sind einige der Themen, in denen der Erstautor und Donsbach zusammen publiziert haben. Auch die Situation des Fachs kann man als Gedankenschwerpunkt der Arbeit von Wolfgang Donsbach begreifen. Wir haben auch hier zusammen publiziert (Donsbach et al. 2005). Wir haben gerade eine Inhaltsanalyse – die fünfte ihrer Art – abgeschlossen, welche diesen Faden Donsbach’scher Gedanken aufgreift und weiterführt. Die vier Vorläuferstudien wurden allesamt in den beiden Zeitschriften publiziert, die Gegenstand dieser Studie sind. Wir bitten die Herausgeber um Verzeihung, dass wir in dieser Situation die fünfte Studie in der Festschrift platzieren.
Hans-Bernd Brosius, Alexander Haas

A Research Career in the Public Interest

In 2008, at the annual meeting of the International Communication Association in Montreal, the Political Communication Division bestowed upon Wolfgang Donsbach the David Swanson Award for Service to Political Communication Scholarship.
Patricia Moy, Michael W. Traugott

II. Mediennutzung und Medienentwicklung

Frontmatter

Abkehr von politischen Informationsangeboten

Eine gesellschaftsweite politische Öffentlichkeit ist ein zentrales Element im Selbstverständnis der westlichen Moderne; es kulminiert im Gedanken der Partizipation der Bürger an politischen Entscheidungen (Wendelin 2011). Medien gelingt es – das zeigen die Statistiken der letzten Jahrzehnte – ein großes und beständiges Publikum aufzubauen. Sie zählen zu den wichtigsten Informationsquellen über das politische Geschehen. Aus diesem Grund wird ihnen die zentrale Aufgabe zugesprochen, ein gemeinsames Reservoir an Themen und Wissen bereitzustellen (Schulz 2008: 27ff.), das es allen Gesellschaftsmitgliedern erlaubt, sich untereinander über gemeinsame medial vermittelte Erfahrungen auszutauschen. Wir haben es hier mit einer monolithischen und keiner liquiden Vorstellung von Öffentlichkeit zu tun.
Olaf Jandura, Katja Friedrich

News Selectivity and Beyond: Motivated Reasoning in a Changing Media Environment

Since at least the 1950s, scholars have noted that partisans both select and process information in a biased manner. The latter has often been examined under the conceptual umbrella of “motivated reasoning.” In the last few years there has been a resurgence of interest in the topic, due in part to discussions of the issue in the popular press. In this essay, we review the existing motivated reasoning research. We focus our work on the proposed mechanisms behind motivated reasoning and the implications that the phenomenon carries on public attitudes. In addition, we outline the importance of the phenomenon in light of our changing media environment. We discuss how the new media environment has changed the way people consume media information and speculate on how this will affect motivated reasoning research moving forward. Finally, we discuss motivated reasoning in the context of a shifting paradigm for media effects models, a paradigm that places greater emphasis on the role of audiences in determining communication impacts. We hope that scientists, communication specialists, science writers, political elites, and scholars will benefit from this work by obtaining insight into the theory of motivated reasoning and how it infiltrates their own fields.
Sara K. Yeo, Michael A. Cacciatore, Dietram A. Scheufele

Kurzfristige und langfristige Effekte von Nachrichten auf politische Informationsinteressen

Lässt man Wolfgang Donsbachs wissenschaftliche Laufbahn Revue passieren, fallen mindestens vier Beweggründe auf, die seine Forschung besonders stark vorangetrieben zu haben scheinen. Ganz zuvorderst steht ein Wille, Forschung zu betreiben, die von demokratiepraktischer Relevanz ist – Forschung, die vielleicht nicht immer ‚Wissenschaft als Frühwarnsystem’ ermöglicht, wohl aber soziale Missstände offenzulegen hilft, wie sie durch Kommunikation entstehen, aber auch durch sie überwunden werden können.
Cornelia Mothes, Silvia Knobloch-Westerwick

La información sobre salud en los medios online españoles

Ha cambiado en nuestros días el modo en que se entienden la salud y la enfermedad. Durante siglos, incluso durante milenios, la humanidad vivió a merced de los más diversos agentes patógenos, de las inclemencias meteorológicas y de una naturaleza hostil o, cuando menos, indómita, por no hablar de los peligros emanados de los propios congéneres. La mortalidad infantil era muy elevada y la esperanza de vida, más bien corta. La existencia estaba frecuentemente amenazada, de modo que sobrevivir era una suerte, un regalo de los dioses o del destino.
Alejandro Navas y, José J. Sánchez Aranda

III. Die Rolle des Journalismus in der Gesellschaft

Frontmatter

„Wer sagt Ihnen, dass die Journalisten nicht Recht haben?“ Die Kommunikationsforschung und die Ethik des Journalismus

Elisabeth Noelle-Neumann (1916-2010), Gründerin und langjährige Leiterin des Instituts für Demoskopie Allensbach und des Instituts für Publizistik der Universität Mainz, war die vielleicht wichtigste Pionierin der empirischen Kommunikationswissenschaft in Deutschland und Wolfgang Donsbachs akademische Lehrerin, die ihm ein Leben lang als gute Freundin und Ratgeberin eng verbunden blieb. Mit Wolfgang Donsbach hatte sie die unbändige Energie und die kreative Kraft gemeinsam, die jeder benötigt, der etwas Neues aufbauen und erhalten will. Eine weitere Gemeinsamkeit beider ist die seltene Fähigkeit, gründliche, möglichst neutrale empirische Forschung mit entschiedenem gesellschaftspolitischem Engagement zu verbinden, und zwar so, dass die Forschung zum Nutzen der Gesellschaft eingesetzt wird, ohne dass ihre Qualität durch den Einfluss der persönlichen Überzeugungen beeinträchtigt wird. Elisabeth Noelle-Neumann hätte es sich nicht nehmen lassen, einen Artikel zu einer Festschrift für Wolfgang Donsbach beizutragen. Deswegen wird im Folgenden ein wenig bekannter Text von ihr erneut abgedruckt, der dieses gesellschaftspolitische Engagement illustriert.
Elisabeth Noelle-Neumann, Thomas Petersen

Geht‘s bergab? Ein Blick auf den Wandel der politischen Kommunikation

Die These vom Niedergang ist verbreitet in der politischen Kommunikationsforschung. Gestützt auf Langzeitbeobachtungen kritisieren einige Autoren den Verlust an Vertrauen in die öffentliche Kommunikation und ihre abnehmende Relevanz für politisches Handeln (Gurevitch/Coleman/Blumler 2009). Andere kritisieren den Stilwandel von Wahlkampagnen und machen ihn für die abnehmende Wahlbeteiligung und für zunehmende Politikverdrossenheit verantwortlich (Patterson 2002, Kleinnijenhuis/van Hoof/Oegema 2006). Wieder andere befürchten, dass die Proliferation der Medien und die Fragmentierung der Öffentlichkeit zu einer politischen „Balkanisierung“ führen (Swanson 1997: 1279). Besorgnis erregt auch, dass aus der unterschiedlichen Verfügbarkeit und Nutzung neuer Medien eine Kluft erwächst zwischen gesellschaftlichen Gruppen einerseits und zwischen unterschiedlich entwickelten Ländern andererseits (Bennett/Iyengar 2008, Selwyn 2004).
Winfried Schulz

Das Wirtschaftswachstum und die Objektivität seiner Darstellung in den Medien. Eine normative und empirische Betrachtung

Wolfgang Donsbach hat sich stets deutlich für das ausgesprochen, was er einen "realitätsbezogenen Objektivitätsbegriff" nennt. Damit meint er vor allem, dass sich journalistische Realitätskonstruktionen an Außenkriterien messen lassen müssen. Zugleich hat er deutlich gemacht, dass solche Kriterien gewissen Validitätsbedingungen unterliegen (1990: 25): Erstens müssen sie explizit aus "demokratietheoretischen oder kommunikationspolitischen Norm(en)" abgeleitet sein. Zweitens sollen die verwendeten Kriterien nicht "verzerrt" sein durch "spezifische Interessen" oder "professionelle Funktionen" der generierenden Institutionen. Drittens sollen sie einen Vergleich mit Medieninhalten ermöglichen.
Lutz M. Hagen, Claudia Seifert

Media, Issue Information and Vote Choice in a Referendum Campaign

Early theorists framed public opinion as an emergent product of broad discussion – emanating ideally from a debate open to wide popular participation, free-flowing and uncensored, and well-informed (Lasswell 1941; Price 1992; Price/Neijens 1997). However, early scientific analysts (e.g. Allport 1937) found the concept of public opinion as an “emergent product” of discussion difficult to grasp empirically and problematic in a number of respects. Over time, they came to accept mass survey data as the only workable empirical expression of public opinion (Key 1961; Converse 1987). The extent to which general population surveys provide valid measures of what has traditionally been defined as public opinion – grounded in public discussion and well-informed by debate – has been questioned by scholars of many stripes (Price & Neijens 1998; Crespi 1989; Saris/Sniderman 2004). Empirical evidence suggests that opinions given to pollsters and survey researchers are often unorganized, disconnected, individual responses that have not been influenced by public debate (Bishop/Oldendick/Tuchfarber/Bennet 1980).
Peter Neijens, Jeroen Slot

IV. Public Opinion and Public Opinion Research

Frontmatter

Schäffle and Cooley on Public Opinion

Sixty years ago, Harwood and Cartier (1953a) suggested that the progress in certain areas of knowledge tended “to underscore the need for a general theory of communication”. In view of the vast range of different proposals from different disciplines, they concluded that whatever else, they had to avoid emulating the character invented by Stephen Leacock, who “mounted his horse and rode off furiously in all directions.” Communications theorists have charged around enthusiastically ever since then, leading us to the situation described by Donsbach (2006), who emphasizes that, despite the extraordinary way in which communication has flourished in academia, it still lacks an identity of its own as a field of research, or perhaps has even actually lost the one it originally had. Although a considerable volume of empirical evidence exists concerning the communication process, this area of research can increasingly be seen to be suffering from a kind of erosion on the one hand, and a flawed epistemology on the other.
Esteban López-Escobar, Ruth Breeze

Das „Easterlin-Paradox“ – eine Scheinkorrelation?

Wolfgang Donsbachs Forschung ist durchzogen von der Überzeugung, dass die Sozialwissenschaft kein Selbstzweck sein darf, sondern der Gesellschaft dienen soll, die sie untersucht. Neben der notwendigen wissenschaftlichen Gründlichkeit und Unvoreingenommenheit bei der Analyse steht bei seiner Forschung deswegen immer auch eine normative Komponente im Hintergrund, nämlich das Ziel, dazu beizutragen, die freiheitliche Demokratie zu stärken oder dazu, das Leben der Menschen ein wenig zu erleichtern.
Thomas Petersen

Revolution durch Öffentlichkeit

Der Mensch ist ein öffentliches Wesen und eine freie Öffentlichkeit konstituiert das Ganze (Gerhardt 2012): Dies ist eine treffliche Zuspitzung liberal-individueller Kommunikationsfreiheit und des ihr zugeordneten pluralistischen Öffentlichkeitsmodells. Es durchzusetzen war im Kern die revolutionäre Tat (Kowalczuk 2009) des Widerstands gegen das bestehende DDR-System im Herbst 1989: die Erringung demokratischer politischer Öffentlichkeit, gestützt auf freie Medien.
Heinrich Oberreuter

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