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Über dieses Buch

Was brauchen Nachwuchsjournalisten, um für die berufliche Realität vorbereitet zu sein? Dieses Buch gibt sowohl aus wissenschaftlicher als auch aus praktischer Sicht Aufschluss darüber, welche Inhalte Bestandteil einer zeitgemäßen Journalistenausbildung sein müssen. Grundlage dafür ist die Auswertung einer Studie, die die TU Ilmenau gemeinsam mit dem Deutschen Journalistenverband durchgeführt hat. Diese wird ergänzt durch Beiträge von Professoren, Ausbildern und Praktikern aus dem Journalismus sowie durch Porträts, die den Arbeitsalltag und dessen Anforderungen am Beispiel ausgewählter Journalisten darstellen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Einleitung

„Journalisten werden für eine Zukunft in der Vergangenheit ausgebildet.“ So drastisch formulierte ein Teilnehmer der Studie „Quo Vadis Journalistenausbildung“ den aktuellen Zustand der Journalistenausbildung in Deutschland. Die Studienergebnisse geben dem Zitatgeber recht, zumindest zum Teil: Zwar werden angehende Journalisten und Journalistinnen in einzelnen Fällen gut für die Anforderungen des heutigen journalistischen Geschäfts ausgebildet, doch das Gros der Ausbildungen hinkt gewaltig hinterher. Und noch schlimmer: Nicht einmal das klassische Handwerkszeug des Journalismus – etwa die Recherche – wird in allen Ausbildungswegen hinreichend vermittelt.
Britta M. Gossel, Kathrin Konyen

Eine empirische Studie zur Journalistenausbildung aus Sicht junger Journalistinnen und Journalisten

Die Studie „Quo Vadis Journalistenausbildung?“ widmet sich einem relevanten und immer wieder neu zu diskutierenden Thema: Wie kann die Ausbildung für Journalistinnen und Journalisten verbessert werden? Die Berufstätigkeit im journalistischen Kontext hat sich durch die Digitalisierung radikal verändert und befindet sich auch weiterhin in ständiger Veränderung. Dies betrifft verschiedenste Ebenen, wie z. B. die Produktion journalistischer Inhalte, die journalistischen Produkte und die Prozesse ihrer Erstellung, die Interaktion mit den Rezipienten bzw. Konsumenten journalistischer Inhalte und etwa die Gestaltung von Arbeitsabläufen im Produktionsprozess.
Britta M. Gossel

Perspektiven der Journalistenausbildung in Deutschland und international

Frontmatter

Der wissenschaftlich-analytische Blick auf die akademische Journalistenausbildung in Deutschland

Journalisten in Deutschland neigen zu zwei Koketterien: Viele Redakteure gestehen gefragt und ungefragt, dass ihnen schon in der Schule verwehrt worden sei, in die Tiefen von Mathematik und Naturwissenschaften einzutauchen, nicht (nur) aufgrund ihres eigenen Unvermögens, sondern weil es die Lehrer einfach nicht geschafft hätten, die kryptische Welt verständlich zu erschließen. Es blieb also keine andere Wahl, als ein geistes- oder sozialwissenschaftliches Studium zu absolvieren. Hat der Journalist aber neben Geschichte, Politik- oder Wirtschaftswissenschaften auch Kommunikations- und Medienwissenschaft oder gar Journalistik studiert, distanziert er sich mit zunehmender Berufserfahrung davon.
Beatrice Dernbach

Internationale Perspektive

Die Untersuchung der Journalistenausbildung hat in den vergangenen Jahren nicht nur in Deutschland einen Aufschwung erlebt, wo sich zunehmend wieder Studien mit Fragen der Anforderungen (Nowak 2007), der Akzeptanz im Beruf (Harnischmacher 2010) und der Didaktik (Dernbach und Loosen 2012) beschäftigen. Es ist eine erfreuliche Entwicklung, dass, nach einer kurzen Phase der gründlicheren Auseinandersetzung der Kommunikationswissenschaft mit der Journalistenausbildung in den Siebzigern und frühen Achtzigern und einer sehr langen Zeit, in der das Thema kaum mehr jemanden in der Forschung zu interessieren schien (von wenigen Ausnahmen wie etwa Bernd Blöbaums Habilitation im Jahre 2000 einmal abgesehen), die Ausbildungsforschung langsam wieder mehr Zuspruch und Interesse erfährt.
Michael Harnischmacher

Perspektiven der hochschulischen Ausbildung

Frontmatter

Entrepreneurs und digitale Realisten Von der sozialen Erwünschtheit des Sich-Ernähren-Könnens durch Irgendwas mit Medien

Seit dem Beginn der hochschulgebundenen Journalistenausbildung 1976, also mittlerweile mehr als vierzig Jahre lang, ähneln sich die Narrative, die Frames und Argumentationsfiguren, die Versprechungen und behaupteten Notwendigkeiten und Befürchtungen, die sich den Erwartungen und Wünschen von Journalist_innen an die journalistische Ausbildung widmen. Das dahinterliegende Narrativ ist das vom Theorie-Praxis-Verhältnis zwischen Journalismus und Journalistik.
Klaus-Dieter Altmeppen

Journalistenausbildung an staatlichen Fachhochschulen

Kompetenzorientierung und Entwicklungspotenzial
Wer sich in den 1980er Jahren mit hochschulgebundener Journalistenausbildung beschäftigte, stieß auf eine überschaubare Zahl von Studiengängen vor allem an Universitäten. Journalistenausbildung an Fachhochschulen gab es nicht. Noch 2007 zählte eine Studie 57 Studiengänge für „Journalismus“ bzw. „Journalistik“ an deutschen Universitäten, aber nur 21 an Fachhochschulen (Nowak 2007, S. 140). Eine aktuelle Zählung ergab nur noch 22 Journalismus-/Journalistik-Studiengänge an Universitäten, aber 38 an Fachhochschulen, davon 17 an staatlichen Fachhochschulen.
Eva Nowak

Rasender Stillstand?

Eine Polemik zur Lage der digitalen Journalistenausbildung
„Rasender Stillstand“: Mit diesem Oxymoron hat der Philosoph Paul Virilio (1990) in einem viel beachteten Essay (im Original: L’inertie polaire) vor fast 30 Jahren ein Stadium beschrieben, in dem unsere spätmoderne Gesellschaft vor der Beschleunigung des technologischen Wandels kapituliert. Endgültig. Als die digitale Gesellschaft noch eine bloße Utopie war, hatte der französische Medienkritiker bereits erkannt, dass die ubiquitäre Echtzeit-Technokratie der audiovisuellen Medien in einer total gewordenen Eigendynamik mündet. Die Konsumenten seien, so Virilios These, zur Regungslosigkeit verdammt.
Stephan Weichert

Perspektiven der praxisnahen Ausbildung

Frontmatter

Das Volontariat aus Sicht eines regionalen Verlags

Also dann beginnen wir mit der Schlachtschüssel in Biengarten. Weil sie sich in meinem Gehirn verhakt hat. Die Zeitung, so sagte nämlich vor wenigen Tagen ein Anrufer am wöchentlichen Lesertelefon der Nürnberger Nachrichten (NN), müsse attraktiver werden. „Sie müssen aufhören, die Themen der normalen Leute zu vernachlässigen.“ So habe es, so der Anrufer, in Biengarten (einem Dorf mit 102 Einwohnern) eine Pfunds-Schlachtschüssel gegeben, den ganzen Abend habe die Musik gespielt – und kein Zeitungsvertreter sei da gewesen.
Gudrun Bayer

Die journalistische Ausbildung in großen Verlagen

„Was müssen Journalisten heute können, um in einem modernen Newsroom bestehen zu können?“ Diese Frage hat das New Yorker „Tow-Knight Center for Entrepreneurial Journalism“ 2016 gestellt. Für einen Report wurden über hundert Stellenanzeigen ausgewertet und knapp 40 US-Entscheider mit Budget- und Personalverantwortung aus rund 30 wichtigen Redaktionen nach ihren Einstellungskriterien für junge Journalisten befragt. Das Ergebnis: Neben einer ausgeprägten journalistischen Kompetenz erwartet man möglichst viele zusätzliche Fähigkeiten. Diese sind: Programmieren, Audience Developement, Datenanalyse, Video, Produktentwicklung, Social Media Kompetenz und Digital Design. Da niemand alles beherrsche, müsse am Ende die Mischung innerhalb eines Redaktionsteams die erforderlichen Qualifikationen abdecken.
Nikolaus Von der Decken

Die Deutsche Journalistenschule (DJS)

Sieben Jahrzehnte erfolgreiche Journalistenausbildung
Diese Zeilen, die von einer Absolventin des Jahrgangs 2015 der Deutschen Journalistenschule stammen, würde sicher nicht jeder so schreiben, der die älteste Ausbildungseinrichtung für Journalisten in der Bundesrepublik besucht hat. Dennoch sind die meisten DJS-Absolventen am Ende der Ausbildung dankbar, diese Chance bekommen zu haben. Nach wie vor ist die Aufnahme an der DJS für viele angehenden Journalistinnen und Journalisten der Traumstart in einen nach wie vor attraktiven Beruf.
Jörg Sadrozinski

Alles neu, alles alt, alles gut?

Die journalistische Ausbildung beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Das Beispiel Deutsche Welle
Am Ende ihrer Ausbildung schenken wir den Volontärinnen und Volontären der Deutschen Welle (DW) immer ein kleines Büchlein mit einer Rede von David Foster Wallace. „Das hier ist Wasser“ heißt der Text, den man so ungeheuer gerne selbst geschrieben hätte, auch weil er trotz seiner zeitweise etwas religiös daherkommenden Gleichnishaftigkeit das Thema der Selbstreflexion aufgreift. Wallace meint: „Die wirklich wichtige Ausbildung im Denken (…) betrifft gar nicht die Fähigkeit im Denken, sondern die Entscheidung für das, worüber sich nachzudenken lohnt.“
Ramón García-Ziemsen

Volontariat und Journalistenausbildung aus Sicht des privaten Rundfunks

Wie sieht das Berufsbild eines Hörfunk-Journalisten heute und in den 2020er Jahren überhaupt aus? Was sind die Aufgaben? Welche Fähigkeiten sind erforderlich? Und vor allem: Wie dehnbar ist der Begriff „Journalist“?
Yvonne Malak

Pratikerporträts

Wie fast alle: Schülerzeitung, erstes Praktikum und freie Mitarbeit noch während der Schulzeit und dann mehr journalistische Projekte als Uni während des Studiums.
Markus Kaiser

Fazit

Frontmatter

Und nun? Quo Vadis Journalistenausbildung?

Aus der Studie mit jungen Journalistinnen und Journalisten haben wir viel erfahren über die Einschätzung zu Ausbildungsinhalten, über das Selbstbild und Karrierewünsche und wir haben viele Verbesserungsvorschläge erhalten. Aus beidem, der Studie und den reflektierenden Beiträgen der Ausbilder in der Praxis und an den Hochschulen können wir jedoch die Frage nach einer künftigen Journalistenausbildung nicht abschließend beantworten. Angesichts des nach wie vor anhaltenden Wandels im Journalismus ist das auch kein Wunder.
Britta M. Gossel, Kathrin Konyen
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