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04.06.2018 | Rating | Nachricht | Onlineartikel

S&P-Herabstufung setzt Deutsche Bank unter Druck

Autor:
Angelika Breinich-Schilly

Mit der Herabstufung ihrer langfristigen Bonitätseinschätzung setzt die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) die Deutsche Bank zusätzlich unter Handlungsdruck und schickt die Aktie weiter auf Talfahrt. Vorstandschef Sewing setzt auf schnelle und konsequente Umsetzung der Wachstumsziele.

In einem Schreiben an die Mitarbeiter stellte Christian Sewing, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank, fest, dass S&P nicht an der "Stärke unserer Bilanz" zweifele. Grund für die Herabstufung sei die geringe Profitabilität. Diese bezieht sich im konkreten Fall auf die Einschätzung der Bonität des Instituts auf lange Sicht. Die Ratingagentur sehe "bedeutende Umsetzungsrisiken" für die strategischen Pläne des Geldhauses. Ihrer Entscheidung vorausgegangen waren bereits Herabstufungen dreier US-Töchter der Bank durch die Federal Reserve vor einigen Monaten, die dort seither als "Problemfälle" unter anderem hinsichtlich der internen Strukturen eingestuft werden. Dennoch gehe S&P laut Sewing davon aus, dass die Bank das längerfristige Ziel eines "stabileren und besser funktionierenden Geschäftsmodells" erreichen werde.

Wealth Management-Geschäft auf Wachstumskurs

"Wir müssen liefern – und zwar schnell und konsequent", so der Bankchef. "Hinter uns liegen bereits der Börsengang der DWS und – seit wenigen Tagen – die rechtliche Fusion der Postbank und des Privat- und Firmenkundengeschäfts der Deutschen Bank im Heimatmarkt." Auch das Geschäft mit Vermögenskunden liege auf Wachstumskurs, betont Sewing. "Und in der Unternehmens- und Investmentbank haben wir nun eine klare Richtung und sind dabei, das umzusetzen, was wir kürzlich angekündigt haben." Zuletzt war in verschiedenen Medien berichtet worden, dass der geplante Stellenabbau zunächst in der Zentrale der Bank beginnen und die Restrukturierung des Geldhauses zügig angegangen werden soll. 

Laut der Wirtschaftszeitung Handelsblatt prüfe auch die Ratingagentur Moody‘s eine Herabstufung der Deutschen Bank. Wie das Blatt berichtet, habe die dritte große Ratingagentur Fitch die Bonitätsnote und den Ausblick für die Bank nach der Übernahme des Vorstandspostens durch Christian Sewing dagegen nicht angerührt. Nach einer Herabstufung im September war die Bewertung mit "BBB+" aber bereits eine Note schlechter als bei S&P und Moody's.

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