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Über dieses Buch

Der Sammelband Raum und Bild gibt Einblick in die Verortung und Erforschung visueller Kommunikation über Raum und der damit einhergehenden (Re)Produktion von Raum durch die Präsentation von empirischen Projekten aus aktueller sozial-, kultur- und raumbezogener Forschung. Im Zuge dessen wir das Verhältnis von Raum und Bild aus zwei Perspektiven betrachtet. Im Teil I Bilder (er-)öffnen Raum werden Arbeiten vorgestellt, in welchen Bilder einen Zugang zu Raum bieten und in unterschiedlichster Form (Foto, Karte, Film, Video) Verwendung finden. Dies mit dem Ziel Raum erkunden, verstehen und übersetzen zu können und einen Zugang zu räumlichen Alltagspraktiken zu gewähren. Im Teil II Bilder (re-)konstruieren Raum versammeln sich Beiträge, die Raumbilder als Mittel der Wirklichkeitskonstruktion verhandeln. Hier werden Beiträge vorgestellt, die Bilder als imaginäre Bilder in den Mittelpunkt stellen. So zum Beispiel produziert kartographisches Material Raumvorstellungen, Imaginationen verändern Raumpraktiken und mediale Bilder beeinflussen lebensweltbezogene Handlungsprozesse. Der Sammelband richtet sich an Forschende, die sich mit Strategien raumgezogener, visueller Ansätze auseinandersetzen und sich der Vielfalt räumlicher Bilder und bildlicher Räume widmen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

BILDER (ER-)ÖFFNEN RAUM

Frontmatter

Kapitel 1. Fotografierpraktiken in Go-Along-Interviews

Wie Fotos Gespräche strukturieren
Zusammenfassung
Dieser Beitrag untersucht im Anschluss an die Ethnografie die Alltagspraxis des Waldspaziergangs. Die zentrale Fragestellung ist, wie das Fotografieren während Go-Along-Interviews dazu eingesetzt wird, um in dieser Praxis soziale Wirklichkeit von Wald und Raum interaktional zu konstituieren. Die Fotografierpraktiken werden dabei als Aktivitäten verstanden, die – neben z. B. sprachlichen – die Interaktionsaufgabe der Raumerzeugung erfüllen. Raum wird als ein relationaler Beziehungsraum verstanden, der mittels Syntheseleistung und spacing in der Interaktion erzeugt wird. Bei den Fotografierpraktiken werden drei Modi unterschieden: themengliedernde-prospektive, themengliedernde-retrospektive und themenbegleitend-mediale Fotografierpraktiken.
Kerstin Botsch

Kapitel 2. Reflexive Fotografie und Partizipation

Auflösung von Hierarchien in raumbezogener Forschung
Zusammenfassung
Der Beitrag thematisiert Formen der Partizipation bei der Anwendung reflexiver Fotografie als Forschungsmethode für die raumbezogene Forschung. Dabei wird Bezug genommen zu Hella von Ungers (2014) Ausführungen zu Partizipativer Forschung und Michael T. Wrights (2010) Stufenmodell der Partizipation sowie zu Aspekten visueller Methoden nach Gillian Rose (2016). Beispielhaft wird auf Forschungsprojekte von Verena Röll (Röll und Meyer 2018, 2020) und Andreas Eberth (2017, 2019) eingegangen, im Rahmen derer mit reflexiver Fotografie gearbeitet wurde. Davon ausgehend werden verschiedene Formen der Partizipation bei der Anwendung der Methode entwickelt. Deutlich wird die Differenzierung zwischen Forschungen, die umfänglich von der Projektidee bis zur Kommunikation der Ergebnisse als partizipativ zu bezeichnen sind und Forschungen, die Partizipation z. B. im Rahmen der Erhebungsphase ermöglichen, das Forschungsdesign in Gänze aber nicht die Ansprüche partizipativer Forschung erfüllt, bzw. diese nicht anstrebt.
Andreas Eberth, Verena Röll

Kapitel 3. Navigating with Maps

Transition from Mental Maps to Paper Maps and Digital Maps
Abstract
The transformation of how maps are used has accelerated over recent decades. Before paper maps became an ordinary tool, we read our territory with the help of mental maps. Until the nineteenth century, access to hand-drawn maps was very limited owing to cost and the production process. Later on, paper maps became more easily available to a wider audience. The arrival of the internet ushered in digital maps, and their diverse uses, together with the extensive capabilities of mobile technologies. In this paper, we look at different types of map (mental maps, paper maps and digital maps), the ways in which they are used as orientation tools within a given environment, their relationship to each other, and the transition from one type to another. All types of map influence how we perceive our surroundings and how we experience them. Recent technological advancements will only become more integrated into our everyday life; this, in turn, will open up exciting opportunities for map users to read their territories, while creating possible disruptions. Future research will demonstrate how digital maps affect our perceived space and the consequences that flow from this.
Burcu Mikulcik, Sibylla Zech

Kapitel 4. Mobile Methods im Sozialraum

Walking Interviews, GPS-Tracking und Fotos mit älteren Menschen
Zusammenfassung
Der vorliegende Beitrag setzt sich methodisch mit den kommunikativen und visuellen Daten des Projekts Gesund älter werden in Wien auseinander, in dem mit 30 älteren BewohnerInnen Stadtteilbegehungen und parallel geführte Interviews durchgeführt wurden. Mithilfe von Fotos, Bezirkskarten und GPS-Routenaufzeichnungen erhoben die Forscherinnen Daten zur Frage, wie sich ältere Menschen ihr Wohnumfeld und Angebotsstrukturen der Stadt aneignen. Die Methodenreflexion zeigt, dass walking interviews eine niederschwellige und flexible Methode darstellen, die sozialräumliche Lebenswelt von mobilen und aktiven älteren Menschen zu erfassen.
Katharina Resch, Julia Demmer, Anna Fassl

Kapitel 5. Autoethnography and Photo-Essay

Combining written word and photographs
Abstract
Autoethnography can be described as a combination of autobiographical and ethnographic practices. It is a method that emphasizes the researcher’s emotions and experiences. For the most part, autoethnography comes in written form, based on introspection of one’s memory as well as on field notes, diary entries, drawings, or photographs. The visual material, however, is mostly regarded as a stimulant for emotional recall and not as autoethnography itself. The following contribution therefore explores how autoethnography and photography can be combined through the medium of the photo-essay. The photo-essay is based on fieldwork experiences in Detroit, MI, between 2016 and 2019. It is an attempt to question and unveil my positionality and the situatedness of (my) knowledge (production), aiming towards a more reflexive way of doing ethnography.
Nora Mariella Küttel

Kapitel 6. Body Mapping as a Feminist Visual Method

Exploring the Field Through the Body
Abstract
Scholars of health ethnography, psychology, education, and geography use body maps—life-sized drawings of bodies—to understand people’s personal experiences with (ill) health, trauma, violence, migration, and other social phenomena. Most of the literature focuses on body mapping as a participatory data collection method with multiple functions in research, community activism and health education. However, there is a lack of evidence on the possibilities of using body mapping to explore the field with research participants. In this article, I present how I used body mapping in an exploratory workshop with residents from Taranto, South Italy, an area with high industrial pollution. I argue that creating and discussing body maps helped the participants to reflect on their everyday challenges and relationships in contexts of polluted environments.
Maaret Jokela-Pansini

Kapitel 7. Blicke durch die Brille

Bilder als taktische Fährten im gemeinsamen Raum
Zusammenfassung
Die Forschungsbrillen-Methode wurde entwickelt, um AkteurInnen in raumbezogene Forschungs- und Planungsprozesse einzubinden. Vor allem Kinder sehen die Welt mit anderen Augen als Erwachsene. Sie haben allerdings weniger Möglichkeiten, ihre Sichtweisen kundzutun, um z. B. bei der Gestaltung von Stadträumen mitzuwirken. Die Forschungsbrillen zielen darauf ab, thematisch fokussierte Erlebnisse und Erfahrungen mit dem eigenen Lebensraum in Gruppensettings sprech-, diskutier- und abbildbar zu machen. Das Bildhafte spielt in dieser Auseinandersetzung mit individuellem und kollektivem Raumerleben eine tragende Rolle: einerseits in den von den Kindern gezeichneten, dargestellten und verdichteten Bildern des gemeinsamen Raums; andererseits ist die Bildproduktion durch das Forschungsteam selbst ein zentrales Moment der Prozessgestaltung – von der Etablierung gemeinsamer und individueller Forschungsfragen über Feldforschung, Reflexion und Analyse bis hin zu einer kindgerechten Ergebnisdarstellung. Die Herstellung von Forschungsbrillen ist dabei Ausgangspunkt für die Erforschung eines Raums aus unterschiedlichen Perspektiven. Der Artikel bespricht Ablauf und Kontext des Prozesses und dessen Bildprodukten anhand einer Forschungswerkstatt.
Korinna Lindinger, Margit Prünner, Lena Schartmüller

Kapitel 8. Spontan-authentische Liveaufnahmen

Ein raumsensibles Forschungsdesign bewegter Bilder
Zusammenfassung
Spontan-authentische Liveaufnahmen sind Forschungsmaterialien, die Potenziale für raumsensible Forschungen bieten. Die Aufnahmen entstehen spontan, sind ausschnitthaft und ungescriptet und werden direkt im Geschehen von Anwesenden gefilmt. Der Beitrag stellt die Charakteristika des Materials sowie ein hermeneutisch-wissenssoziologisch ausgerichtetes Notationssystem für die Verschriftlichung des Materials vor. Es werden Schnittstellen von spontan-authentischen Liveaufnahmen mit Raum aufgezeigt, die auf deren vielversprechende Anwendung für die raumsensible Forschung verweisen.
Katharina Braunsmann, Felicitas Wagner

Kapitel 9. Dialogische Videoforschung im transnationalen Grätzel

Intersektionalität in visueller raumbezogener Forschung
Zusammenfassung
Der Beitrag fragt, wie visuelle sozialraumanalytische Ansätze als Erhebungsinstrumente genutzt werden können, um eine intersektionale Perspektive auf urbane Raumproduktion in der österreichischen Migrationsgesellschaft zu entwickeln. Dazu reflektieren wir ein Seminar zu Raumaneignungsstrategien von weiblichen Kindern und Jugendlichen. Wir beschreiben die Methode eines videobasierten dérive als visuelle Forschungsstrategie und diskutieren deren analytischen sowie emanzipatorischen Gehalt in Bezug auf die Raumproduktion und Raumwahrnehmung der Protagonistinnen.
Julia Edthofer, Irene Bittner

Kapitel 10. Bild-Text-Relationen in Narrativen Karten

Raumkonstruktionen des Berufsalltags von Lehrer*innen dokumentarisch analysieren
Zusammenfassung
Der Beitrag stellt die dokumentarische Analyse von Narrativen Karten vor. Sie wurden erhoben, um präreflexive und praktisch hervorgebrachte Raumkonstruktionen des Berufsalltags von Lehrer*innen zu untersuchen. Die der dokumentarischen Bild- und Textinterpretation zugrunde liegenden Kategorien und Arbeitsschritte ermöglichen einen Zugang zu impliziten Wissensbeständen in Bild-Text-Relationen. Dabei wird gezeigt, wie die Dokumente und Rekonstruktionen über den gewählten forschungspraktischen Zugang für die raumbezogene praxeologische Erforschung des Lehrberufs fruchtbar gemacht werden können.
Dominique Matthes

BILDER (RE-)KONSTRUIEREN RAUM

Frontmatter

Kapitel 11. Kartographische Raumproduktionen

Zugänge Kritischer Kartographien
Zusammenfassung
Karten sind in der Geographie klassische und zentrale Instrumente der Visualisierung raumbezogenen Wissens. Zugleich wird ihnen in den Diskussionen um den visual turn und um visual methodologies wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Dieser Text begründet diese geringe Aufmerksamkeit mit der Dominanz textualistischer Ansätze in Kartographie und Kritischer Kartographie und einer Abwendung vom Bildlichen beim Verständnis von Karten. Der vorliegende Beitrag schließt an ein neues Interesse an Mapping und Karten in den letzten Jahren an und macht einen offeneren Begriff kritischen Kartierens stark. Dieser ermöglicht es, Karten als experimentelle Formen visuellen Denkens und Fragens zu begreifen.
Boris Michel

Kapitel 12. Geographie-Machen durch Ein-Bild-ung

Visuelle und ästhetische Ansätze in der Humangeographie
Zusammenfassung
Dieser Beitrag formuliert konzeptionelle Ansätze um zu analysieren, wie Bilder bei der Produktion von Räumen mitwirken. Aufbauend auf der von Benno Werlen formulierten sozialgeographischen Perspektive des „Geographie-Machens“ werden Imaginationspraktiken als grundlegender Bestandteil menschlichen Vorstellens und Gestaltens beschrieben. Um sich materiellen und immateriellen Praktiken des Vorstellens und Gestaltens anzunähern, verbindet dieser Beitrag Ansätze aus Sozialtheorie und der Ästhetischen Theorie. In Anlehnung an Ansätze der Visuellen Geographie eröffnen sich damit Potenziale, sich in humangeographischer Forschung mit den Zusammenhängen zwischen (Un-)Sichtbarmachung- und Raumproduktion auseinanderzusetzen.
Christiane Stephan

Kapitel 13. Raumbilder in und durch Medien

Phänomenologisch-semiotischer Zugang zu Fotografien der Klimawandel-Berichterstattungen
Zusammenfassung
Anknüpfend an Klaus Sachs-Hombachs Verständnis von Bildern als wahrnehmungsnahen Zeichen wird ein Analyseinstrument vorgestellt, das phänomenologische und semiotische Bildzugänge integriert. An einem Fallbeispiel aus der massenmedialen Berichterstattung über den Klimawandel wird die Anwendung des Analyseinstruments veranschaulicht und damit das Erkenntnispotenzial für die visuelle, raumsensible Forschung aufgezeigt.
Eva Nöthen

Kapitel 14. #SLUMIOTICS

Instagram und touristische Raum-Bilder aus mediensemiotischer Perspektive
Zusammenfassung
Dieser interdisziplinäre Beitrag befindet sich an der Schnittstelle von kulturgeographischer Tourismusforschung und einer semiotisch orientierten Medienkulturwissenschaft. Er zielt darauf ab, die Mediensemiotik als methodologische Perspektive zur Analyse von „Raumbildern“ vorzustellen. Die Mediensemiotik geht per se von medial vermittelten Wirklichkeitskonstruktionen aus, die sich zeichenhaft äußern. Raum wird in dieser Hinsicht zu einer symbolischen Welt, die analysier- und interpretierbar ist. Am Beispiel touristischer Instagram-Kommunikation wird eine Heuristik analytischer Komponenten entwickelt. Das Anwendungsbeispiel bildet hier das Phänomen des Slumtourismus im Globalen Süden und die touristische Slumkonstruktion. Wie werden „Räume der Armut“ in touristischen Instagram-Posts durch Text-Bild-Relationen kommunikativ hergestellt?
Dennis Gräf, Malte Steinbrink

Kapitel 15. Kunst und (Stadt-)Raum

Sichtbarmachung zukünftiger Urbanität durch Kreativität
Zusammenfassung
Der Beitrag zeigt auf wie künstlerische Interventionen mit konventionellen Sehgewohnheiten brechen und urbane (Veränderungs-)Prozesse anregen. Kunst dient in ihrer Forschung als Mittel und Gegenstand der Datenerhebung, dessen Grenzen und Potenziale anhand von Dimensionen aus der Kreativitätsforschung (Product, Process, Person, Press) diskutiert werden. Diese interdisziplinäre Herangehensweise integrierte auch transdisziplinäre Denkweisen beispielsweise durch die Integration der Künstler*innen des Kollektivs REFLEKTOR NEUKÖLLN. Dabei konnten durch Kreativität Vorstellungsbilder, Visionen und Wünsche zukünftiger Urbanität sichtbar gemacht werden.
Christine Scherzinger

Kapitel 16. Visual Negotiations of Space

Street Art Between Democracy, Art, Vandalism
Abstract
Street art can be located in between artistic practice, public promotion of cultural policies and anarchistic counter cultures that challenge given perceptions and trigger critical discussions. Using the theoretical stances of Henri Lefebvre on the social production of space and the right to the city, the article explores the role of street art as a form of bottom-up movement that claims the city to be open for everyone. Street art as an expression of collective struggle is embedded in processes of space negotiations between multiple actors. Building on the outcomes of the empirical analysis, the article discusses how artists make use of inclusive as well as irritative strategies in order to increase the visibility of the marginalized in public space and to stimulate public discourse. Related to concepts of urban citizenship, this analysis focuses on activist aims as well as social divisions within urban societies that become visible through artworks and their public contestation.
Beate Steurer

Kapitel 17. Film und (Stadt-)Raum

Eine Analyse von filmischen Bildern im städtischen Raum
Zusammenfassung
Die Beziehungen zwischen Filmbildern, d. h. Bildern eines ablaufenden Films, und (Stadt-)Raum sind Gegenstand vielfältiger filmwissenschaftlicher Arbeiten. Die Analyse filmischer Bilder im städtischen Raum ist hingegen ein Desiderat. Unter filmischen Bildern werden Bilder verstanden, die außerhalb von Filmen existieren, aber über eine enge Beziehung zu ihnen verfügen. Der Beitrag widmet sich filmischen Bildern in der Filmstadt Potsdam. Hierbei handelt es sich überwiegend um Material, das ursprünglich für die Vermarktung von Kinofilmen produziert worden ist. Durch ihre vormals werbliche und nun dekorative Nutzung verfügen die filmischen Bilder über komplexe Raumbeziehungen, die nur gemeinsam mit der Dimension Zeit erschlossen werden können. Die ikonologische Kontextanalyse eignet sich hierfür; sie wird modifiziert und exemplarisch auf ein Wandbild angewandt. Dabei wird herausgearbeitet, dass filmische Bilder zur Konstruktion eines filmhistorisch-affizierten städtischen Raums beitragen.
Anna Luise Kiss

Kapitel 18. Architekturrenderings in Stadtplanungsprozessen

Imagineering und Sichtbarkeitspolitiken des Städtischen
Zusammenfassung
Entscheidungs- und Diskussionsprozesse über die Gestaltung des zukünftigen Stadtraums kommen nicht ohne Visualisierungen aus. Insbesondere Architekturrenderings sind zu einem zentralen Bestandteil der Kommunikation stadtplanerischer Vorhaben geworden. Gerade in Hinblick darauf, dass Architekturrenderings einen Ausschnitt von zukünftiger gebauter Umwelt simulieren, erscheinen die Fragen notwendig, was von wem wie ins Bild gesetzt wird. Der vorliegende Beitrag befasst sich mit diesem Bildtypus und beleuchtet die Funktion und Intention im Produktionsprozess, welche Architekturrenderings als interessengeleitete Bildentwürfe und strategische Bildträger, die Blicke lenken, erkennbar werden lassen.
Daniela Schadauer

Kapitel 19. Stadt(-Raum) im Bild

Imaginationen des Urbanen in Renderings
Zusammenfassung
Visualisierungen von Stadtentwicklungsprojekten – sogenannte Renderings – gewinnen für das Stadtmarketing an Bedeutung. Sie ermöglichen die Verwertung und Positionierung neuer Stadtteile. In diesem Beitrag wird ihre Wirkmächtigkeit zum Gegenstand wissenschaftlicher Reflexionen gemacht. Am Beispiel der Seestadt Aspern wird der Frage nachgegangen, welche Bedeutungszuschreibungen von Stadtentwicklungsgebieten in den Renderings vermittelt werden und welchen Einfluss sie auf die Stadtteilproduktion haben.
Cornelia Dlabaja

Kapitel 20. Imaginationen von Zentrum

Analyse sprachlich-bildlicher Zuschreibungen in Stadtplanungsdebatten
Zusammenfassung
Vorstellungsbilder in stadtbezogenen Materialien, wie Renderings oder Broschüren, können zeigen, wie die Zukunft einer Stadt aussehen kann. Stadtplanung arbeitet zudem mit sprachlichen Bildern und Metaphern über zukünftige Entwicklungen. Durch sprachliche Zuschreibungen von Vorstellungsbildern werden Zukünfte imaginiert und in Folge bei verschiedenen Akteuren und Akteurinnen implementiert. Die Analyse sprachlich-bildlicher Zuschreibungen in der Stadtplanung ist für das Verständnis von Stadtentwicklung notwendig, um die Zielsetzungen für die Zukunft von Räumen besser nachvollziehen zu können. In diesem Beitrag wird ein Forschungsweg zur Analyse sprachlicher Zuschreibungen von Vorstellungsbildern am Beispiel der Untersuchung des Konzepts Zentrum im Stadtplanungsdiskurs in Zürich mithilfe einer Inhaltsanalyse skizziert.
Isaak Granzer

Kapitel 21. Die (im)materielle Lebenswelt demenzerkrankter Menschen

Sozialpädagogisches Fallverstehen im Medium der Fotografie
Zusammenfassung
Der Beitrag untersucht am Beispiel einer Fallvignette, wie sich durch reflexive Fotografie neue Zugänge zur Lebenswelt von Bewohner*innen von Einrichtungen der stationären Altenhilfe mit Alzheimer-Demenz schaffen lassen und sich damit in der Folge für Mitarbeiter*innen des Sozialdienstes ein verändertes sozialpädagogisches Fallverstehen ergeben kann. Lebenswelt wird dabei als eine Kategorie mit räumlichen-materiellen Implikationen gedeutet.
Nikolaus Meyer
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