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Über dieses Buch

Dieses Buch vermittelt relevante Aspekte der Rechnungslegung in katholischen Bistümern. Deren wichtigste Einnahmequelle sind neben Staatsleistungen und Zuschüssen die Kirchensteuern. Zusätzlich zu ihrer Kernaufgabe, der Verkündigung des Evangeliums, leisten die Kirchen wichtige Beiträge für die Gemeinschaft. Doch der demographische Wandel und Kirchenaustritte wirken sich langfristig negativ auf die finanzielle Lage aus. Als wichtige Gegenmaßnahme gilt die Schaffung von mehr Transparenz: Wie die katholische Kirche ihr Rechnungswesen von der Kameralistik auf die Doppik umstellt, Jahresabschlüsse erstellt und veröffentlicht, zeigen die Beiträge in diesem Buch. Im Vordergrund stehen Ansatz und Bewertung, aber auch Umstellungsfragen und die Modernisierung der Governance-Strukturen. Die dargestellten Aspekte zur Rechnungslegung sind zumindest teilweise anwendbar für andere katholische Rechtsträger wie Bischöfliche Stühle, Domkapitel, Orden, Stiftungen und Kirchengemeinden sowie für Rechtsträger der evangelischen Kirche.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Grundlagen

Frontmatter

1. Die Rechnungslegung von Bistümern im Wandel

Zusammenfassung
Die Öffentlichkeit erwartet von den deutschen Bistümern die Transparenz ihrer finanziellen und wirtschaftlichen Lage. Die Rechnungslegung der deutschen Bistümer hat sich daher in den letzten Jahren stark verändert. Vieles wurde auf den Weg gebracht. Die Buchführung wurde von der Kameralistik auf die Doppik umgestellt, Vermögensgegenstände und Schulden wurden inventarisiert und in einer Eröffnungsbilanz erfasst, die Rechnungslegung wurde dem Handelsrecht angeglichen, es wurden Jahresabschlüsse mit Bilanz und Ergebnisrechnung aufgestellt, das Controlling wurde angepasst, alle Buchhaltungsprozesse und Abschlussprozesse wurden verändert. Es bleibt abzuwarten, ob mit der aktuellen Berichterstattung die Fragen der Öffentlichkeit beantwortet werden können.
Reiner Klinz, Ulrike Stefani

2. Die Vergleichbarkeit der Jahresabschlüsse von Bistümern

Zusammenfassung
Rechnungslegung ist kein Selbstzweck. Der Jahresabschluss hat die Aufgabe, ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Bistums zu vermitteln. Auf dieser Grundlage sollten die Jahresabschlüsse der deutschen Bistümer vergleichbar gemacht werden können, woraus die allseits diskutierte Transparenz entsteht. Es gibt allerdings viele Faktoren, die die Vergleichbarkeit beeinträchtigen. Ziel ist es, ein Schema zu entwickeln, mit dessen Hilfe die finanzielle und wirtschaftliche Lage eines Bistums analysiert werden kann.
Christian Heidenreich, Reiner Klinz, Pier Stefano Sailer

3. Die Gliederung des Jahresabschlusses von Bistümern

Zusammenfassung
Viele katholische Bistümer haben bereits auf freiwilliger Basis einen Jahresabschluss veröffentlicht. Die Darstellung der Informationen in den J ahresabschlüssen unterscheidet sich jedoch erheblich. Dies wiederum schränkt die Vergleichbarkeit ein und gefährdet die Transparenz . Ziel ist es, aus den Besonderheiten der Bistümer ein einheitliches Gliederungsschema für den Jahresabschluss zu entwickeln, um Vergleichbarkeit und Transparenz zu fördern.
Sarah Walter

Inventuren

Frontmatter

4. Die Durchführung von Inventuren

Zusammenfassung
Die erstmalige Inventur der Vermögensgegenstände, Schulden, Ansprüche und Verpflichtungen ist ein Meilenstein für die erstmalige Aufstellung einer Eröffnungsbilanz. Die Inventur bedarf einer sehr strukturierten und einheitlichen Vorgehensweise, um den gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden. Dabei sind handels-, steuer- und zivilrechtliche sowie auch kirchenrechtliche Vorschriften zu beachten. Bistumsspezifische Strukturen und Vermögensarten stellen besondere Herausforderungen dar, die in der Planung und Durchführung Beachtung finden müssen.
Björn Blankschyn, Fabian Göppert

Bewertung

Frontmatter

5. Die Bewertung von Grundstücken und Gebäuden

Zusammenfassung
Die katholische Kirche verfügt über einen der größten Immobilienbestände in Deutschland. Um diese teils sehr alten Immobilien bilanziell erfassen zu können, muss deren Bewertung auf Basis von allgemein anerkannten Bewertungsverfahren durchgeführt werden. Je nach Charakter und Nutzung von Grundstück und Gebäude werden diese nach dem Vergleichswertverfahren, dem Ertragswertverfahren oder dem Sachwertverfahren bewertet.
Timo Hellstern, Nico Rüge

6. Die Bewertung von Kirchen

Zusammenfassung
Der Bewertung von Kirchen zum Erinnerungswert und dem daraus resultierenden Bilanzausweis von jeweils einem Euro für Grundstück und Gebäude im Jahresabschluss kommt regelmäßig ein großes öffentliches Interesse zu. Andere Wertansätze sind aufgrund der Besonderheit des Bewertungsgegenstands Kirche i. d. R. nicht anwendbar. Es zeigt sich, dass der Erinnerungswert einen nachvollziehbaren und objektiven Wert für Kirchen darstellt.
Andreas Lohner, Janine Schluer, Jan Vollertsen

7. Die Bewertung von Kunstgegenständen

Zusammenfassung
Kunst ist elementarer Bestandteil des kirchlichen Auftrags und ist zur Nutzung im Gottesdienst, zur Ausgestaltung der Kirchen oder zur Ausstellung in kirchlichen Museen bestimmt. Kunstgegenstände dienen dauerhaft dem Betrieb eines Bistums und sind daher als Anlagevermögen im Jahresabschluss eines Bistums auszuweisen. Die spezifische Art und die Anzahl von Kunstgegenständen bringen hinsichtlich der Bewertung verschiedene Herausforderungen mit sich.
Daniela Büdel

8. Die Bewertung von Pensionsverpflichtungen

Zusammenfassung
Die Kirche gewährt ihren Mitarbeitern verschiedene Formen von Versorgungsleistungen, um deren finanzielle Absicherung im Alter zu gewährleisten. Der dieser Altersversorgung zuzurechnende Aufwand entsteht dabei nicht erst bei Beginn der Rentenzahlungen, sondern bereits viele Jahre zuvor während des aktiven Arbeitslebens. Das Handelsrecht erfordert eine periodengerechte Erfassung dieses Aufwands und macht Vorgaben zur Bestimmung der Höhe der im Jahresabschluss zu reservierenden Mittel. Veränderungen des wirtschaftlichen Umfelds, insbesondere die gegenwärtige Niedrigzinsphase, können dazu führen, dass tatsächlich weit mehr Mittel zur Finanzierung der Altersversorgung benötigt werden als nach den Vorschriften des Handelsrechts zurückzustellen sind.
Stefan Bäumler, Sonja Pfeifer

Bilanzierung

Frontmatter

9. Rechtliches und wirtschaftliches Eigentum

Zusammenfassung
Der wirtschaftliche Eigentümer ist derjenige, welcher die tatsächliche Herrschaft über einen Vermögensgegenstand ausübt. Nach handelsrechtlichen Grundsätzen hat der wirtschaftliche Eigentümer die Vermögensgegenstände in seiner Bilanz als Vermögen auszuweisen. Da der wirtschaftlich Begünstigte aber nicht immer der zivilrechtliche Eigentümer ist, hat in diesen Fällen eine Prüfung des wirtschaftlichen Eigentums zu erfolgen. Rechtliche Gestaltungen, bei denen wirtschaftliches und zivilrechtliches Eigentum auseinanderfallen, sind in der Praxis weit verbreitet, u. a. bei Treuhandverhältnissen, Leasingverträgen und Nießbrauchverträgen.
Madeleine Vogt, Franziska Roth

10. Ausgewählte Aspekte der Bilanzierung von Kirchensteuern

Zusammenfassung
Für die Bilanzierung der Kircheneinkommensteuer kommen grundsätzlich mehrere Zeitpunkte und Zeiträume in Betracht. In Frage kommen das Steuerjahr, das Datum des Steuerbescheids, das Datum, zu dem der Steuerbescheid rechtskräftig wird, sowie das Datum der Zahlung. Dieses Kapitel behandelt den Ansatz und den Ausweis der Kirchensteuern. Das Kapitel geht weiterhin auf ausgewählte Themen der Bilanzierung von Kirchensteuern ein, beispielsweise das Kirchensteuerclearing, die Rückstellung für Erstattungsverpflichtungen und die Gebühren für die Erhebung der Kirchensteuer.
Christian Heidenreich

11. Die Bilanzierung erhaltener Zuwendungen

Zusammenfassung
Zuwendungen gibt es bei Bistümern in unterschiedlicher Form: als Spenden, Kollekten, Erbschaften von privaten Personen, aber auch als Aufwands- und Investitionszuschüsse von öffentlichen oder kirchlichen Organisationen. Viele kirchliche Aufgaben wären ohne diese Zuwendungen nicht erfüllbar. Die Bilanzierung dieser Zuwendungen ist davon abhängig, ob Aufwands- oder Investitionszuschüsse gegeben werden, ob die Zuwendung als Geldschenkung oder Sachschenkung geleistet wird und ob bei der Schenkung ein Zweck vereinbart wird.
Franz Biler, Reiner Klinz

12. Die Bilanzierung des Eigenkapitals bei Bistümern

Zusammenfassung
Die Höhe des Eigenkapitals ist ein Maßstab für die finanzielle Stabilität eines Bistums. Eigenkapital hat wirtschaftlich gesehen die Funktion eines Risikopuffers für Zeiten mit schlechter wirtschaftlicher Lage. Die einzelnen Bestandteile des Eigenkapitals haben dabei unterschiedliche Funktionen. Es braucht ein Kapital, welches immer erhalten bleiben muss, es braucht Rücklagen für hohe, unbekannte Risiken, Rücklagen für Baumaßnahmen, für Pensionslasten oder für zukünftige Projekte. Für die Bilanzierung ist eine geeignete Struktur zu entwickeln.
Reiner Klinz

13. Die Bilanzierung der zweckgebundenen Rücklagen bei Bistümern

Zusammenfassung
Rücklagen dienen der finanziellen Mittelbindung für zukünftige Aufgaben und Zwecke. Bistümer setzen zweckgebundene Rücklagen für die Finanzierung großer Belastungen, wie Instandhaltungsverpflichtungen für kirchliche Immobilien oder Pensionen für Mitarbeiter und Priester, ein. Für die Bilanzierung zweckgebundener Rücklagen gibt es nur wenige gesetzliche Bestimmungen.
Reiner Klinz, Lea Ossola

Governance

Frontmatter

14. Führungs- und Aufsichtsstrukturen bei der Aufstellung und Genehmigung von Jahresplanung und Jahresabschluss

Zusammenfassung
Für die Herstellung von Transparenz ist es wichtig, dass alle Finanzinformationen nach anerkannten Standards zur Führung und Aufsicht erstellt wurden. Die Vorgaben des Kirchenrechts sind unbedingt zu beachten. Allerdings hinterlässt das Kirchenrecht Regelungslücken, bei denen anerkannte gesellschaftsrechtliche Normen Orientierung geben können. Es werden sieben Anforderungen an eine gute Governance definiert, die im Einklang mit kirchenrechtlichen Regelungen und den Erwartungen der Öffentlichkeit stehen. Diese gewährleisten einem Bistum bei der Aufstellung und Genehmigung von Jahresabschluss und Jahresplanung eine transparente und verständliche Governance nach anerkannten Standards.
Claudia Keitel, Reiner Klinz

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