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07.02.2018 | Rechnungswesen | Im Fokus | Onlineartikel

Corporate Reporting wird immer komplexer

Autor:
Sylvia Meier

Der Aufwand für das Corporate Reporting wird immer größer. Vor allem die Zahl der Finanzberichte steigt.  

Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2017 sind viele Finanzabteilungen bereits seit Wochen mit der Erstellung von Finanzberichten befasst. Die Ermittlung dieser Berichte gehört zu den wichtigsten Aufgaben des Rechnungswesens. Es gibt verschiedene Arten von Finanzberichten, die Unternehmen erstellen müssen. So erklären Hans Peter Möller, Bernd Hüfner, Erich Keller, Holger Ketteniß und Heinz Viethen in ihrem Buchkapitel "Konzern-Finanzberichte als Resultat der Rechnungslegung von Konzernen" (Seite 2): "Zu den wichtigen Arten der in der EU vorgeschriebenen Finanzberichte rechnen wir generell eine Einkommensrechnung, für Unternehmen, welche die International Financial Reporting Standards (IFRS) anwenden, auch eine Ergänzung zu dieser, die so genannte

  • Gesamteinkommensrechnung, 
  • eine Eigenkapitaltransferrechnung, 
  • eine Eigenkapitalveränderungsrechnung und eine Bilanz. 

Schließlich müssen nach den IFRS eine Zahlungsstromrechnung und ein Bericht aufgeführt werden, der als wichtig erachtete Zahlen nach den einzelnen Segmenten des Unternehmens getrennt enthält."

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Wie wichtig die Finanzberichterstattung ist, erläutern auch die Springer-Autoren Hans Peter Möller, Bernd Hüfner und Holger Ketteniß in ihrem Buchkapitel "Zwecke und Zielgrößen der Finanzberichte von Unternehmen" (Seite 27): "Unternehmen müssen in Deutschland einige Veröffentlichungspflichten erfüllen. Diejenigen für Kapitalgesellschaften sind umfangreicher und strenger als diejenigen für andere Unternehmen. Hinzu kommen detaillierte Vorgaben für so genannte kapitalmarktorientierte Unternehmen." 

Eine aktuelle Studie des Beratungsunternehmens Ernst & Young legt offen, dass die Ansprüche an das Corporate Reporting immer größer werden. Über 1.020 Finanzvorstände und Verantwortliche aus Finanzabteilungen wurden befragt, 40 stammten dabei aus Deutschland. 56 Prozent der insgesamt befragten Unternehmen müssen mehr als elf Standards beachten. 

Modernes Corporate-Reporting ist noch die Seltenheit 

Es überrascht daher nicht, dass 71 Prozent davon ausgehen, dass durch die steigende Komplexität ihre Berichterstattung weniger effektiv wird. Noch werden Potenziale durch modernes Corporate Reporting nur selten genutzt. Erschwerend kommt hinzu, dass bei vielen Unternehmen, die international tätig sind und Tochtergesellschaften im Ausland betreiben, unterschiedliche Systeme zum Einsatz kommen. Dem wollen zwar viele Firmen entgegenwirken: 87 Prozent wollen mehr in Technologien für das Reporting investieren, vor allem in moderne IT-Konzepte und den Einsatz von Data Analytics. Doch viele Finanzchefs fürchten, dass die Umstellung des derzeitigen Reportingsystems alles andere als einfach wird. 

Die größten Sorgen bei der Umstellung

Vor allem deutsche CFOs sehen noch  Hürden, die sie bei der Modernisierung des Reportings nehmen müssen. 53 Prozent der deutschen Umfrageteilnehmer betrachten die Erfüllung von Compliance-Vorgaben und Sicherheitsstandards rund um den Datenschutz in den einzelnen Ländern als die größte Herausforderung im derzeitigen Reporting-Umfeld. Und mehr als jedes zweite deutsche Unternehmen (58 Prozent) setzt laut der Ernst & Young-Analyse seine Priorität auf die Einrichtung eines integrierten Datenmanagements für den Umgang mit Daten, während weltweit nur 42 Prozent diese Meinung vertreten. In fast der Hälfte der deutschen Unternehmen (45 Prozent) fehlt noch das Know-how im Bereich Data Analytics. Und 43 Prozent der deutschen Umfrageteilnehmer sehen in einer fehlenden Zusammenarbeit zwischen der Finanzabteilung und der IT Probleme bei der Einführung innovativer Technologien. Auch wenn es noch viel zu tun gibt für CFOs: Das Thema Finanzberichterstattung ist von großer Bedeutung. Die Umstellung des Reportings auf modernere, effektivere Systeme ist unvermeidbar.

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