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29.09.2016 | Rechnungswesen | Im Fokus | Onlineartikel

Forderungsmanagement ist nicht mehr konsequent genug

Autor:
Sylvia Meier

Das Forderungsmanagement soll dafür sorgen, dass die gestellten Rechnungen von den Kunden auch beglichen werden. Doch aktuell scheinen sich Unternehmen hier Nachlässigkeiten zu leisten.

Die Analyse "Creditreform Zahlungsindikator Deutschland – Sommer 2016" zeigt, dass Unternehmen, die Lieferungen und Leistungen an andere Unternehmen erbracht haben, im ersten Halbjahr 2016 länger auf ihr Geld warten mussten. Im zweiten Halbjahr 2015 betrug der Zahlungsverzug durchschnittlich 9,96 Tage. Im ersten Halbjahr 2016 erhöhte sich dieser Wert auf 10,45 Tage. Entsprechend verschlechtert sich die Liquiditätssituation von Unternehmen.

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Unternehmen sind schlecht zahlende Kunden

Nicht nur Privatpersonen zeigen sich hier als zahlungsunwillige Kunden. Mehr als die Hälfte des gesamten offenen Forderungsvolumens (59,9 Prozent) ist laut der Creditreform-Analyse auf Großunternehmen als Schuldner zurückzuführen. Damit bringen Unternehmen natürlich die eigenen Geschäftspartner in Schwierigkeiten und verursachen Liquiditätskosten. Zudem ist es für die Geschäftsbeziehung nicht gerade förderlich, den Lieferanten auf sein Geld warten zu lassen. Nicht selten liegt eine Insolvenzursache eines Unternehmens in der schlechten Zahlungsmoral der Kunden. 

Zahlungsbedingungen prüfen

Warum geht das Geld immer später bei den Firmen ein? Oftmals basiert dies auch auf den Bedingungen, die Unternehmen selbst bestimmt haben. Viele Firmen haben von sich aus längere Zahlungsziele vereinbart. Das Forderungsmanagement sollte hier kritisch prüfen, ob es auf Dauer nicht Sinn macht, wieder kürzere Zahlungsfristen zu gewähren. Im internationalen Vergleich zeigt sich jedoch laut einer Befragung des Unternehmens Coface, dass deutsche Unternehmen relativ kurze Zahlungsfristen einräumen, im Gegensatz zu ausländischen Firmen. Bei rund der Hälfte beträgt die durchschnittliche Zahlungsfrist bis zu 30 Tage. Immerhin 12 Prozent der befragten Unternehmen berichten jedoch von Zahlungfristen, die bei mehr als 120 Tagen liegen.

Forderungsmanagement braucht entsprechendes Selbstverständnis 

Was kann das Forderungsmanagement tun, damit das Warten auf Zahlungseingänge nicht Alltag wird? Unternehmen können eine Vielzahl von Maßnahmen ergreifen. Ein Hebel sind die Zahlungsbedingungen, die das Unternehmen bestimmt. Aber wichtig ist vor allem, welches Verständnis ein Unternehmen selbst mitbringt. Die Art und Weise des Forderungsmanagements hängt davon ab, mit welcher Einstellung das Management ein solches implementiert und lebt. Springer-Autor Rudolf H. Müller betont in seinem Buchkapitel "Forderungsmanagement als strategische Fragestellung" (Seite 14):
"Die Art und Weise, wie das Forderungsmanagement im Unternehmen betrieben wird, besitzt weitreichende Folgen für:
1. die Ertragskraft,
2. die Zahlungsfähigkeit,
3. die Kundenstruktur,
4. das Image des Unternehmens sowie,
5. die Handlungsfähigkeit des Unternehmens am Markt."

Aktuell scheinen Unternehmen sich hier Gelassenheit zu leisten. Doch spätestens, wenn die Liquidität sich bereits verschlechtert hat, werden Manager händeringend Maßnahmen fordern. Unternehmen sollten jedoch von vornherein das Risiko von Forderungsausfällen so minimal wie möglich halten.

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