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22.02.2017 | Rechnungswesen | Im Fokus | Onlineartikel

Prognosen haben oft keinen Bestand

Autor:
Sylvia Meier
2 Min. Lesedauer

Viele Unternehmen müssen die Gewinn- und Umsatzprognosen korrigieren. Für Anleger kann das irreführend sein, denn viele treffen ihre Investitionsentscheidungen aufgrund der vorhergesagten Entwicklungen.

Die Studie "Prognoseänderungen im Prime All Share" der Beratungsgesellschaft Ernst & Young zeigt, dass trotz politischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten mehr Unternehmen ihre Gewinn- und Umsatzprognosen 2016 nach oben als nach unten korrigieren mussten. 56 Prozent Aufwärtskorrekturen standen 44 Prozent Gewinnwarnungen gegenüber. Auffällig ist, dass nach wie vor viele Unternehmen überhaupt mit der ursprünglichen Planung daneben lagen. In 2016 mussten 38 Prozent der im Prime Standard gelisteten Unternehmen mindestens einmal die eigene Prognose anpassen. Bei Dax-Unternehmen ist der Trend noch deutlicher: 63 Prozent haben hier im Laufe des vergangenen Jahres ihre Vorhersagen korrigiert. 2015 waren es lediglich 47 Prozent.

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Die Planungsrechnung scheint hier oft nicht aufgegangen zu sein. Wurden die Erwartungen, wie in 2016, in vielen Fällen übertroffen, ist dies leicht zu verschmerzen. Aufwärtskorrekturen führten laut der Analyse zu einem Kursanstieg von durchschnittlich fünf Prozent. Bedingt waren diese verbesserten Erwartungen vor allem durch die Konjunktur, beziehungsweise den Markt, Veräußerungen, Akquisitionen, Sondereffekte und vorgezogene Bestellungen.

Korrekturen wirken sich auf Kurse aus 

Anleger beobachten sehr genau, welche Entwicklung ein Unternehmen im Hinblick auf Gewinne und Umsätze erwartet. So erklärt auch Springer-Autor Andreas Mosler in seinem Buchkapitel "Planungsrechnung in Industrieunternehmen" (Seite 62), dass es bei börsennotierten Unternehmen sehr unangenehme Konsequenzen haben kann, wenn diese aufgrund mangelhafter Planungsrechnungen eine Gewinnwarnung nach der anderen folgen lassen müssen. Die Studie bestätigt dies und zeigt, dass eine Gewinnwarnung im Jahr 2016 Kurse binnen einer Woche um durchschnittlich sieben Prozent sinken ließ. Die Gründe für Gewinnwarnungen waren vielfältig. So gaben die Studienteilnehmer als Auslöser an:

  • Konjunktur/Markt (51 Prozent)
  • Auftrags-/Umsatzverschiebung (15 Prozent)
  • Sondereffekte (elf Prozent)
  • Restrukturierung (neun Prozent)
  • Wertberichtigung (acht Prozent)
  • Zinsniveau (sechs Prozent)

Prognosen sind wichtig für das Image 

Die durchschnittliche Prognosekorrektur des EBIT betrug 2016 bei Gewinnwarnungen minus 53 Prozent. Wurden mehr Gewinne oder Umsätze erwartet, betrug die durchschnittliche Prognosekorrektur des EBIT plus 28 Prozent. Unternehmen müssen sich bewusst machen, wie wichtig das Erstellen der Prognosen für das Außenbild des Unternehmens ist. Natürlich sind nicht alle Entwicklungen vorhersehbar, und gerade politische Turbulenzen können oftmals vorher nicht berücksichtigt werden. Es lohnt sich jedoch, Zeit zu investieren, wenn Prognosen erstellt werden müssen, um letztlich auch das Vertrauen der Anleger in verlässliche Unternehmenszahlen zu stärken.

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