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21.03.2018 | Rechnungswesen | Im Fokus | Onlineartikel

Wie die Finanzabteilung 2020 aussehen wird

Autor:
Sylvia Meier
3 Min. Lesedauer

Die Digitalisierung verändert gerade viele Prozesse. Vor allem bei den Finanzabteilungen sehen viele Unternehmen neue Chancen und Potenziale durch den Umbruch. Welche Trends sind zu erwarten und wo stehen die Firmen heute?

Das Unternehmen Diamant Software hat im Rahmen einer Studie mittelständische Unternehmen zum digitalen Wandel befragt. Hier wurde unter anderem untersucht, welche Entwicklungen im Rechnungswesen und Controlling zu erwarten sind. Die Studienergebnisse zeigen, dass zwei Drittel der Unternehmen eine Digitalisierungsstrategie haben oder sich gerade damit beschäftigen. Vor allem die Bereiche Controlling, Rechnungswesen und Verwaltung sind Bestandteil der Digitalisierungsstrategie (90 Prozent).

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Eine Entwicklung, die auch Springer-Autor Stefan Behringer in seinem Buchkapitel "Trends im Controlling" beobachtet. Aus seiner Sicht werden sich sowohl die Aufgaben von Controllern als auch die Controllingorganisation verändern, vor allem auch durch die steigende Bedeutung von Data Analytics (Seite 111): "Bedeutend für die Zukunft des Controllings ist, dass die Kompetenzen erworben werden, die notwendig sind, sich mit den neuen Methoden auseinanderzusetzen und bei deren Anwendung Einfluss zu nehmen. Dies hat auch Auswirkungen auf die Organisation, Data Science Kompetenzen müssen explizit in der Controlling-Organisation verankert werden, auch dann, oder gerade, wenn sich starke Data Science Abteilungen in den Unternehmen etablieren", so Behringer.

Manuelle Aufgaben können automatisiert werden

Doch in welchen Bereichen bietet es sich überhaupt an, Prozesse zuerst anzupassen? Die Analyse zeigt, dass die Daten aus dem Rechnungswesen eine hohe Relevanz für die täglichen Controllingaufgaben haben. Viele Aufgaben im Rechnungswesen und Controlling könnten jedoch automatisiert werden. Es fällt vor allem noch viel manueller Aufwand für folgende Aufgaben an:

  • Eingangsrechnung prüfen (52 Prozent manuell)
  • Berichte verteilen (38 Prozent)
  • Inkasso (35 Prozent)
  • Mahnen (31 Prozent)

Es werden beispielsweise 71 Prozent der Daten aus dem Controlling noch manuell per Mail verschickt. Und 43 Prozent der Daten werden noch immer in bestimmten Ordnern manuell abgelegt. Technologisch gibt es jedoch längst Lösungen dafür, die den manuellen Aufwand deutlich verringern werden. Die Zukunft liegt deshalb, nur wenig überraschend, für viele Studienteilnehmer in der Cloud. Bis 2020 setzt rund die Hälfte der Befragten darauf. Interessant ist, dass die Studienteilnehmer zwar einerseits auf den technologischen Fortschritt setzen, jedoch tendenziell nicht daran denken, das Rechnungswesen auszulagern. Für 75 Prozent ist das kein präferierter Ansatz.

Neue Aufgaben für Rechnungswesen und Controlling

Welche Aufgaben rücken künftig im Rechnungswesen und Controlling in den Fokus? Hier haben die Studienteilnehmer vor allem festgestellt, dass der Aufwand für die Erfassung von Daten sinkt, wodurch mehr Zeit für Auswertungen bleibt (78 Prozent). Für 46 Prozent liegt der Fokus auf der Dokumentation und Sicherstellung der Prozesse. Und 18 Prozent gehen davon aus, dass die Mitarbeiter neue Aufgaben im Unternehmen übernehmen werden. Auch der Springer-Autor Olaf Mäder glaubt, dass sich Controller neuen Herausforderungen stellen müssen. In seinem Buchkapitel "Controlling: Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft" verweist er auf die Überlegungen von Horváth und stellt fest, dass das interne Rechnungswesen nicht mehr die Hauptaufgabe des Controllers ist (Seite 119): "Vielmehr ist der Controller über die Zeit, nach seiner Einschätzung, ein Berater und Koordinator im Unternehmen geworden." Sowohl die Studienergebnisse als auch Behringer und Mäder sehen große Veränderungen auf Controlling und Rechnungswesen zukommen. In der Finanzabteilung werden sich Mitarbeiter demnach künftig weniger mit manuellen Aufgaben befassen wie bisher. Stattdessen werden sie sich neuen Herausforderungen stellen müssen. Spannend ist, dass Unternehmen den Bereich digitalisieren aber nicht auslagern wollen. Das zeigt: Kompetenz innerhalb des Unternehmens ist weiterhin gefragt.

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Quelle:
Controlling

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