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19.10.2018 | Rechnungswesen | Infografik | Online-Artikel

Schlechte Zahlungsmoral bringt Unternehmen in Not

verfasst von: Angelika Breinich-Schilly

2 Min. Lesedauer

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Wenn Kunden nicht rechtzeitig Dienstleistungen oder Waren bezahlen, kann dies das Aus für die unternehmerische Existenz bedeuten. Eine aktuelle Umfrage hat die Auswirkungen für Unternehmen in ganz Europa ermittelt.

Werden Rechnungen nicht fristgerecht beglichen, bedeutet das für Unternehmen mitunter eine wirtschaftliche Schieflage. Wie die aktuelle Studie von Eos Solutions "Europäische Zahlungsgewohnheiten 2018" zeigt, die zum elften Mal zusammen mit dem Marktforschungsinstitut Kantar TNS durchgeführt wurde, sind Gewinneinbußen mit 42 Prozent und Liquiditätsengpässe mit 38 Prozent europaweit die häufigsten Folgen eines Zahlungsverzugs der Kunden. Die Ergebnisse haben sich im Vergleich zur Vorjahresstudie zwar leicht verbessert. Dennoch treibt die schlechte Zahlungsmoral ihrer Kunden einige Unternehmen an das Existenzlimit. 

Für die Erhebung wurden rund 3.400 Unternehmen in 17 europäischen Ländern zu den dortigen Zahlungsgewohnheiten befragt. Die Studienmacher analysierten die Meinungen von Experten im Forderungsmanagement in Unternehmen mit durchschnittlich 28 Millionen Euro Jahresumsatz und 183 Mitarbeitern.

Im Ernstfall droht Insolvenz

"Müssen Unternehmen lange auf ausstehende Zahlungen warten, können sie mitunter ihre laufenden Kosten wie etwa Gehälter für ihre Belegschaft nicht weiter bedienen. Im schlimmsten Fall folgt die Insolvenz. Damit werden wirtschaftliches Potenzial und Arbeitsplätze vernichtet", erklärt Klaus Engberding, CEO der Eos-Gruppe. Er plädiert daher für ein professionelles Forderungsmanagement in den Unternehmen. 

Dabei sind laut Erhebung die Folgen in Osteuropa besonders stark ausgeprägt. Während dort 45 Prozent der Betriebe über Gewinneinbußen klagen, sind es im Westen 37 Prozent. Noch größer ist der Unterschied in puncto Liquiditätsengpässe. Diese betreffen in den osteuropäischen Ländern 42 Prozent der Unternehmen, im Westen lediglich 31 Prozent. Auch der Blick auf die einzelnen Länder zeigt deutliche Unterschiede. Besonders negativ stechen Spanien und Griechenland hervor. 59 Prozent der spanischen Betriebe leiden an rückläufigen Gewinnen infolge von Zahlungsverzögerungen und -ausfällen. Dagegen verbuchten 57 Prozent der griechischen Unternehmen knappe liquide Mittel und 45 Prozent sahen einen Rückgang von Investitionen – der Spitzenwert in Europa. Problematisch ist auch die Situation für britische Unternehmen: 54 Prozent verzeichneten Gewinneinbußen. "Der Brexit schürt Unsicherheit. Die schlechte Zahlungsmoral der Briten macht deutlich, wie die derzeitige politische Situation die Wirtschaft ausbremst", erläutert Engberding.

Deutsche Unternehmen weniger betroffen

Deutsche Unternehmen stehen wesentlich besser da. So sieht sich nur jedes fünfte mit einer Schmälerung des Gewinns als Folge von verspäteten oder ausgefallenen Zahlungen konfrontiert. 14 Prozent melden jedoch Liquiditätsengpässe, doppelt so viele wie 2017. In ganz Europa ist dagegen das Szenario der Existenzbedrohung leicht gesunken. Sahen 2017 noch 17 Prozent der europäischen Unternehmen ihren Fortbestand in Gefahr, waren es ein Jahr später nur 14 Prozent.

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