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13.04.2018 | Rechnungswesen | Im Fokus | Onlineartikel

Mit Forderungsinkasso die Liquidität sichern

Autor:
Sylvia Meier

Es gibt immer wieder Kunden, die Rechnungen erst einmal ignorieren. Für die Liquidität eines Unternehmens ist das natürlich eine Belastung. Viele Unternehmen beauftragen deshalb für Forderungsinkasso externe Dienstleister.

Der Ruf von Inkassounternehmen ist in Deutschland durchwachsen. Dies liegt daran, dass viele schwarze Schafe mit zweifelhaften Geschäftspraktiken Verbraucher irritiert und verschreckt haben. Wer bekommt schon gerne einen Hausbesuch von Leuten, die sich als Geldeintreiber ausgeben? Und nicht zu vergessen sind auch die vielen Mails, die mittlerweile fast jeder in seinem Postfach, meist in der Rubrik "Spam", bekommt, die an scheinbar offene Forderungen erinnern und von Inkassounternehmen stammen sollen. Betrügereien wie diese sollten jedoch nicht dazu führen, dass vergessen wird, warum gerade seriöse Inkassounternehmen für Firmen wichtige Ansprechpartner sein können. Die Bundesregierung will übrigens die Aufsicht über Inkassounternehmen verstärken. So sieht es zumindest der Koalitionsvertrag vor. Für seriöse Inkassounternehmen dürfte dies eine positive Entwicklung sein, denn die schwarzen Schafe schaden einer ganzen Branche. 

 

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2018 | OriginalPaper | Buchkapitel

Forderungsmanagement als strategische Fragestellung

Das betriebliche Kredit‑ und Forderungsmanagement ist in der Wahrnehmung des Autors in erster Linie eine kaufmännische und erst danach – unter Umständen – eine juristische Aufgabenstellung. Das Kreditmanagement besitzt strategische Relevanz für …

Der Bundesverband Deutscher Inkassounternehmen e.V. (BDIU) hat in einer Zahlungsmoral-Trend-Umfrage festgestellt, dass jeder zehnte Verbraucher seine Rechnung nicht pünktlich bezahlen kann. Dies heißt umgekehrt für Unternehmen: Jede zehnte gestellte Rechnung bleibt erst einmal offen und das Geld fehlt auf dem Bankkonto. Für das Liquiditätsmanagement ist das eine Herausforderung, denn jede Forderung muss finanziert werden. Wie kann das Forderungsmanagement hiermit umgehen?

Mahnverfahren sind unangenehm, aber notwendig

Springer-Autor Rudolf Müller erläutert in seinem Buchkapitel "Forderungsmanagement ist Liquiditätsmanagement", welche Maßnahmen Unternehmen ergreifen können, damit das Geld eingeht. Damit die Zahlungen pünktlich realisiert werden, können beispielsweise Anreize in Form von Skontoregelungen. Bleibt der Rechnungsbetrag dennoch aus, kommt das Mahnverfahren zum Ansatz. Allerdings erklärt Müller in diesem Zusammenhang, dass nach seiner Wahrnehmung das Mahnverfahren äußerst ungern übernommen wird und sowohl intern wie extern nicht gerade wenig Konfliktpotenzial in Firmen birgt. Ein Inkassounternehmen kann diese unangenehmen Aufgaben übernehmen. In manchen Fällen werden nicht nur einzelne Aufgaben, sondern das komplette Forderungsmanagement ausgelagert. Doch was sind überhaupt Inkassomaßnahmen? Müller definiert (Seite 235): 

Inkassomaßnahmen sind nach kaufmännischer Lesart alle Maßnahmen, die der Aufforderung zur Begleichung der fälligen Rechnungen Nachdruck verleihen." 

Hierzu führt der Autor unter anderem beispielhaft an:

  • Lieferstopp,
  • Kürzen des Kreditlimits,
  • Verwertung von Sicherheiten,
  • Androhung gerichtlicher Schritte,
  • Beauftragung eines Rechtsanwalts/Inkassoinstituts,
  • Mahnbescheid.

Inkassounternehmen oder Rechtsanwalt?

Wenn ein Kunde stur bleibt und seine Rechnung nicht begleicht, sind manchmal die "einfachen Wege" in der Kommunikation ausgeschöpft. Dann braucht ein Unternehmen Hilfe von außen. Ein Inkassounternehmen kann gerade für Unternehmen, die intern kaum fachliche Kompetenz im Forderungsmanagement haben, eine Komplettlösung anbieten.

Müller empfiehlt jedoch auch die Beauftragung eines Juristen. Dies kann auch eine Alternative zu einem Inkassounternehmen sein. Zum Einen fühlen sich hier viele Firmen seriös vertreten, da der Anwalt vielleicht auch schon lange bekannt ist und oft auch in der Nähe zu finden ist, zum anderen ist auch der Kostenpunkt interessant. "Die Anwaltskosten dürften unterhalb dessen liegen, was Inkassounternehmen normalerweise geltend machen, zumal Inkassounternehmen selbst bei Gericht nicht auftreten dürfen. Sie stellen dann ihrem Auftraggeber neben den eigenen Gebühren die Gebühren des Rechtsanwalts und des Gerichts in Rechnung", erklärt Müller in seinem Buchkapitel "Struktur und Prozesse beeinflussen den Erfolg" (Seite 72). Ob Inkassoinstitut oder Anwalt: Unternehmen brauchen beim Eintreiben von Forderungen regelmäßig fachliche externe Unterstützung. Nachlässigkeiten sind hier schlichtweg teuer und liquiditätsschädigend.

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