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05.06.2014 | Rechnungswesen | Interview | Onlineartikel

Sieben Tipps zum erfolgreichen Quereinstieg

Autor:
Sylvia Meier

Im Interview erläutert Springer-Autor Stefan Rippler, wie Quereinsteiger überzeugen und auf Dauer erfolgreich sein können.

Springer für Professionals: In Unternehmen sind immer mehr Quereinsteiger anzutreffen. Auch im Finanzbereich. Doch wie kann man als Quereinsteiger überhaupt einen Personaler überzeugen, dass man trotz nicht „idealer“ Qualifikationen der Richtige für den Job ist?

Stefan Rippler: Überzeugen kann nur, wer fest vom Quereinstieg überzeugt ist und nicht allein der Frust am aktuellen Job das Motiv für den Wechsel ist. Sie sollten also genau wissen, was sie wollen und sich darauf so intensiv wie möglich vorbereiten - am besten im Austausch mit anderen und nach Beratung durch Dritte. Außerdem ist die Strategie zum Traumjob gut zu planen - von der (Initiativ-)Bewerbung bis zum Vorstellungsgespräch. Dabei hilft, wenn man sich bewusst ist, dass die mangelnde Fachkompetenz mit anderen Stärken auszugleichen sind - ob mit  ausgeprägten Soft Skills, Methodenkompetenz, Organisationstalent, interdisziplinäre (fachübergreifende) Arbeits- und Denkweise, Motivation, hohes Engagement und ausgeprägte Lernbereitschaft oder besondere Auslandserfahrung und Sprachkenntnisse.

Last but not least: Es hilft, sich im Klaren darüber zu sein, dass man mit dem Quereinstieg einen mutigen Schritt wagt, der sich meist nur schwer rückgängig machen lässt. Klar, ein Arzt, der nach einem Jahr in der Controlling-Abteilung wieder in eine Praxis zurückkehren möchte, wird weniger Probleme haben als ein Programmierer, der nach fünf Jahren als Journalist wieder in der IT-Welt Fuß fassen möchte. Dennoch: Die grundsätzliche Problematik sollte jedem Wechselwilligen bewusst sein.

Viele fürchten den „Bruch im Lebenslauf“. Ist das so? Was sollten Quereinsteiger bei den Bewerbungsunterlagen beachten?

Ecken und Kanten zu haben, ist bekanntlich von Vorteil: So geht man nicht im Mainstream unter. Genau diese Tatsache sollte man sich in der Bewerbung zu nutze machen: Zur Bewerbung gehört eine intensive Auseinandersetzung mit dem Arbeitgeber und den Gründen für den Quereinstieg. Statt also die Abfolge der bisherigen Jobs in den Vordergrund zu stellen, gilt es, die übertragbare Fähigkeiten hervorzuheben und die damit verbundenen Erfahrungen und Kenntnisse, die einen in dem neuen Job glänzen lassen. Oder kurz:  Bewerbung und Werbung in eigener Sache gehören zusammen.

Für Ihr Buch haben Sie Gespräche mit erfolgreichen Quereinsteigern geführt. Aus Ihrer Sicht: Was macht den Quereinstieg schwierig und was macht den Quereinstieg auf Dauer erfolgreich?

Nicht nur der Fachkräftemangel und das Altern der Gesellschaft spielen Quereinsteigern in die Karten. Unternehmen in Deutschland, Europa und der Welt entdecken langsam, dass Talente, Kenntnisse und Fähigkeiten bei der Besetzung offener Stellen entscheidend sind – nicht lückenlose Lebensläufe und lebenslange Branchentreue. Die folgenden sieben Key-Learnings zeigten uns die Gespräche mit erfolgreichen Quereinsteigern:

  1. Eine gute Vorbereitung ist die halbe Miete – es gilt den Quereinstieg als eigenständiges Projekt zu verstehen; inklusive Projektplan und Zwischenschritte, die nacheinander abgearbeitet werden.
  2. Geschützte Berufe eignen sich nicht für den Quereinstieg - ein Wechsel vom Metzger zum Chirurgen ist beispielsweise nicht möglich.
  3. Ein erfolgreich realisierter Quereinstieg hat eine erschwerte Rückkehr in den alten Job bzw. die alte Branche zur Folge.
  4. (Initiativ-) Bewerbungen sollten intensiv vorbereitet sein, um dem Personaler eindrucksvoll zu vermitteln, warum man der richtige Kandidat für genau dieses Unternehmen ist und was einen zum Quereinstieg bewegt. Hierbei ist es wichtig die eigenen, individuellen Kompetenzen hinter den bisherigen beruflichen Positionen zu identifizieren und in Bezug zur Stelle bzw. dem Unternehmen zu stellen.
  5. Während der Probezeit gilt es, sich in besonderer Weise engagiert und interessiert zu zeigen, Input aufzusaugen, auf die richtigen Soft Skills zu setzen (z. B. Kommunikationsfähigkeit, Integrität) und sich die notwendigen Hard Skills anzueignen (z. B. Fachkenntnisse, Branchen-Insights).
  6. Wichtig ist, auf seine eigenen Stärken zu vertrauen und sich nicht entmutigen zu lassen, wenn die ersten Bewerbungen im Sande verlaufen - eine Absage ist immer eine Chance, etwas zu lernen oder zu verbessern, um beim nächsten Versuch zu überzeugen. Ein kleiner Tipp: Nicht die allererste Bewerbung an den absoluten Wunscharbeitgeber verschicken, sondern zuerst die Nummer 2 und 3 oder 4 und 5 auf Ihrer Wunschliste kontaktieren. Wenn diese Arbeitgeber überzeugt werden können, so stehen die Chancen für Nummer 1 nicht schlecht.
  7. Networking, Vitamin B, Kontakte: Je mehr berufliche Verbindungen man hat, je mehr man über den Ziel-Job und seine Branche weiß, desto besser. Berufliche Kontakte können Türen zum erfolgreichen Quereinstieg öffnen.

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