Skip to main content
main-content

20.04.2018 | Recruiting | Im Fokus | Onlineartikel

Was Bewerber garantiert abschreckt

Autor:
Michaela Paefgen-Laß

Sie sollen Status symbolisieren und modern daher kommen, erreichen aber das genaue Gegenteil. Arbeitsuchende empfinden englische Jobtitel häufig als unnötig aufgebläht. Keep it simple, ist der bessere Anglizismus im Recruiting.

Richtig, die Berufsbezeichnung Facility Manager ist internationaler als ihr deutsches Äquivalent "Liegenschaftsverwalter". Sie impliziert außerdem akademisches Wissen und steht damit sowohl ihrem Träger als auch dem Arbeitgeber bestens zu Gesicht. Schließlich soll noch der unliebsamen Verwechslung mit dem Hausmeisterjob vorgebeugt sein. Soweit, so gut gemeint. Aber womit bitte verdingt sich ein Technical Horticultural Maintenance Officer und was ist Aufgabe des Master of Welcome? 

Mit der Globalisierung haben englisch klingende Jobbezeichnung Einzug in deutsche Stellenausschreibungen gehalten. Die meisten verstehen sich mittlerweile von selbst, andere scheinen sich an Skurrilität geradezu zu überschlagen. Sie verwirren und sprechen Bewerber nicht an, sondern schrecken ab. Welche Stolpersteine Unternehmen sich bei der Suche nach den begehrten Talenten sonst noch selbst in den Weg legen, fand eine Befragung des Arbeitgeberportals stellenanzeigen.de und der Meta HR Unternehmensberatung mit 773 Teilnehmern heraus. 

Empfehlung der Redaktion

2016 | OriginalPaper | Buchkapitel

Die Candidate Journey und Touchpoints

Ansätze zur systematischen Betrachtung und Strukturierung der verschiedenen Kontaktpunkte zwischen Bewerber und Arbeitgeber – mit Ideen zur Messbarkeit

Wenn man sich mit dem Thema Candidate Experience beschäftigen möchte, muss man es ganzheitlich tun. Man muss sich also mit sämtlichen Kontaktpunkten zwischen Arbeitgeber und Bewerber auseinandersetzen – eine Betrachtungsweise, mit der man dies machen

Kein "Denglisch" im Jobtitel

Es gibt keine geschützten Jobtitel mehr. "Jedes Unternehmen und jede HR-Abteilung kann beliebige Job-Namen und Job-Level entwickeln", kritisiert Springer-Autor Frank Rechsteiner in "The Perfect (Mis)Match" (Seite 18). "Denglische" Kombinationen lösen oft Erwartungen aus, die nicht zum Angebot passen. Dabei ist die Stellenbeschreibung der erste Kontakt im Recruiting-Prozess. Unternehmen mit einer ergebnisorientierten Ansprache können ab hier als Arbeitgebermarke punkten. Um Missverständnissen vorzubeugen, sollten Hierarchiestufe, Berichtswege und Aufgaben der zu besetzenden Stellen klar und ehrlich kommuniziert werden. Unverständliche Jobtitel bewegen bis zu 40 Prozent aller Bewerber zur Umkehr, wie die Candidate Journey Studie 2017  zeigt. 

Die Kunst des Einfachen

"Radikal anders" wünscht sich Springer-Autorin Caroline Stadelmann den Recruitingprozess (Seite 302 ff). Ihr Tipp: Bewährte Bewerbungsformen entschlacken und mit der einfachen Bewerbung um Sympathien werben. Unternehmen, die Kandidaten als Kunden verstehen, ihren Ansprüche und Wünschen nachkommen, haben am Ende im Rennen um die begehrten Talente die Nase vorn und pflegen ihr Arbeitgeberimage. Realisieren lässt sich die einfache Bewerbung mit einer ganzen Reihe an Tools, wie etwa der One-Click-Bewerbung. Für welche "Necessaires aus dem Toolregal" Unternehmen schließlich entscheiden, sollte nicht nicht an aktuellen Hypes ausgerichtet werden, sondern an den Gewohnheiten und Vorlieben der Zielgruppe.  

Klarer Favorit von Jobsuchenden ist laut Studie die Bewerbung via E-Mail mit Dateianhängen. Neben aussagekräftigen Jobtiteln wünscht sich jeder Dritte keines der ungeliebten Anschreiben mehr verfassen zu müssen. Aus der Generation Y sogar jeder zweite Befragte. Bewerbungsformular ausfüllen oder gar nicht erst bewerben, so gefragt entscheiden sich elf Prozent gegen das Jobangebot. One-Click-Verfahren wie sie Xing oder Linkedin anbieten sind für 50 Prozent aller Umfrageteilnehmer und 62 Prozent der unter 30-Jährigen attraktiv. Sind alle wichtigen Ansprechpartner im Unternehmen namentlich erwähnt und gewähren Bilder oder Geschichten einen Einblick in den künftigen Arbeitsalltag, lassen sich Jobsuchende gerne auf den Recruitingprozess ein. Ein Tipp von Springer-Autor Rechsteiner: "Personaler müssen schreiben lernen! Gemeint sind nicht Rechtschreibung und Grammatik, sondern Geschichten." (Seite 21)

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

Das könnte Sie auch interessieren

Premium Partner

BranchenIndex Online

Die B2B-Firmensuche für Industrie und Wirtschaft: Kostenfrei in Firmenprofilen nach Lieferanten, Herstellern, Dienstleistern und Händlern recherchieren.

Whitepaper

- ANZEIGE -

Wie können Sie Stress im Fernstudium bewältigen?

Ein Fernstudium erfordert ein hohes Maß an Selbstorganisation und Disziplin. Das bedeutet oft Stress - Prüfungsstress, Abgabetermine, Zeitdruck… Stress wird dann zum Problem, wenn wir ihn nicht mehr im Griff haben. Wenn wir die Ursachen und auch Auswirkungen von Stress verstehen, ist das ein wichtiger Schritt hin zu einem erfolgreichen Stressmanagement. Lesen Sie in diesem Auszug aus dem Fachbuch "Stressmanagement im Fernstudium" wie Sie Ihren Stress effektiv bewältigen können. Inklusive Selbsttest.
Jetzt gratis downloaden!

Bildnachweise