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29.06.2022 | Recycling | Im Fokus | Online-Artikel

Bioabfälle regional erfassen und effizienter verwerten

verfasst von: Frank Urbansky

2 Min. Lesedauer
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Bioabfälle werden meist in kleinen, auf Kommunen beschränkten Kreisläufen verwertet. Eine Erfassung in größeren Maßstäben könnte die Effizienz insbesondere der energetischen Nutzung erhöhen.

Die Nutzung von Biomasse ist eine – wenn auch mitunter umstrittene – Säule der Energiewende. "Die auf der Welt vergärbare Biomasse ist sehr vielfältig, von Klärschlamm, Bioabfall, Speiseresten, Gülle, Mist, Pflanzenresten, bis zu den unterschiedlichsten Energiepflanzen", benennt Springer-Autor Cornel Stan in seinem Buchkapitel Feuer mittels klimaneutraler Brennstoffe auf Seite 79 einige Möglichkeiten.

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2022 | OriginalPaper | Buchkapitel

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Dabei wird die Verwertung von Bioabfällen kaum in Frage gestellt, da sie keine Konkurrenz zu Nahrungsmitteln herstellt. Sammlung und Nutzung erfolgen meist auf kommunaler Ebene, etwa durch die braune Tonne. Das gesetzliche Regelwerk dafür wird auf nationaler Ebene oder durch die EU vorgegeben. Dabei wäre eine Nutzung in größeren Regionen auch aufgrund der vielfältigeren Möglichkeiten der Verwertung angebracht.

Analyse und mögliche Gestaltung

Das Projekt "Transformationsanalyse und Gestaltungskonzepte für eine regionale Bioökonomie", kurz TransRegBio, soll dazu einen Beitrag leisten. Die Koordination liegt bei der Technischen Universität Darmstadt, Fachgebiet Stoffstrommanagement und Ressourcenwirtschaft, Projektpartner sind unter anderem die DECHEMA Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie, Senckenberg – Leibniz Gesellschaft für Naturforschung, die Universität Kassel, CESR - Center for Environmental Systems Research und das auf Biomasse spezialisierte Thünen-Institut.

Es läuft drei Jahre und soll im November 2022 abgeschlossen werden. Es ist Teil des übergeordneten "Innovationsraums BioBall", der den Strukturwandel hin zu einer biobasierten Wirtschaftsweise in der Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main beschleunigen soll. TransRegBio soll zum einen die wissenschaftliche Begleitung gewährleisten und zum anderen Modelle, Werkzeuge sowie Konzepte für die Bewertung und Gestaltung einer regionalen Bioökonomie entwickeln.

Dabei wollen die Wissenschaftler unter anderem folgende Fragen beantworten: Was sind Hemmnisse und Treiber für die Markteinführung bioökonomischer Technologien? Welche Umweltwirkungen haben die bioökonomischen Technologien im Lebenszyklus und können sie einen Beitrag zur Erreichung der gesetzten Klimaziele leisten?

Kreislaufwirtschaft in Modellen erprobt

Eines der bisher schon erforschten Modelle etwa ist eine Insektenpopulation, die innerhalb eines Bioabfallkreislauf-Projekts entsteht und die als Futter für eine Garnelenzucht dient. In einem anderen Projekt wird kommunaler Grünschnitt genutzt, um Elektrodenmaterial und Karbonsäuren herzustellen.
Damit wird ein Prozess qualitativ und quantitativ weitergeführt, der in Deutschland schon vor vielen Jahren implementiert wurde. "Die getrennte Sammlung und die stoffliche Verwertung von Bioabfällen sind in rund vier Jahrzehnten zu einer bedeutenden abfallwirtschaftlichen Sekundärrohstoffquelle gewachsen", beschreiben dies die Springer-Autoren Stephan Dreyer und Hans-Peter Ewens in ihrem Buchkapitel Neue Regelungen für die Verwertung von Bioabfällen auf Seite 48.

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