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20.02.2019 | Recycling | Interview | Onlineartikel

"Rezyklatqualitäten passen oft nicht zusammen"

Autor:
Dipl.-Ing. Edgar Freund
2:30 Min. Lesedauer

Rainer Mantel, Geschäftsführer der BKV, bezieht gegenüber WASSER UND ABFALL zu Umweltfragen mit Kunststoffrelevanz Stellung. Das Augenmerk liegt auf der Bereitstellung von Daten und Fakten – aber nicht nur.


WASSER UND ABFALL: Unter der Schlagzeile "Plastik in der Umwelt" wird zunehmend der Einsatz und Konsum von Kunststoffen und deren Auswirkungen auf die Umwelt debattiert. Wie steht es um die Produktion, Verarbeitung und Verwertung von Kunststoffen in Deutschland?

Rainer Mantel: Die BKV beauftragt seit über 20 Jahren alle zwei Jahre mit Unterstützung von mittlerweile 13 Verbänden und Organisationen der gesamten Wertschöpfungskette die Erstellung eines Stoffstrombilds für Kunststoffe in Deutschland. Auftragnehmer der Studie, die umfassend Zahlen zur Erzeugung, Verarbeitung und Verwertung von Kunststoffen liefert, ist die Conversio Market & Strategy GmbH. Die Ergebnisse für das Jahr 2017 wurden im Oktober veröffentlicht. Erstmalig enthalten sie auch detailliert die Mengen der Erzeugung und Verarbeitung von Rezyklaten. Die Zahlen zeigen, dass Recyclingkunststoffe immer mehr zu einer Alternative werden und wichtiger Rohstoff für neue Kunststoffprodukte sind. 12,3 Prozent der Kunststoffverarbeitungsmenge in Deutschland werden schon heute durch Rezyklate gedeckt – bei einer Gesamtmenge von 14,4 Millionen Tonnen, wovon 1,8 Millionen Tonnen Rezyklate sind. Die Kunststoffabfallmenge betrug im gleichen Jahr rund 6,2 Millionen Tonnen. Mehr als 99 Prozent wurden verwertet, davon rund 46 Prozent werkstofflich, ein Prozent rohstofflich und 53 Prozent energetisch. Die werkstoffliche Verwertung erreichte im Jahr 2017 mit rund 2,8 Millionen Tonnen ihren bisher höchsten Wert und lag rund 6 Prozent über der Menge von 2015. Über 30 Prozent des Kunststoffabfalls wurde somit wieder als Rezyklat in Deutschland in den Kreislauf zurückgeführt. Berücksichtigt man auch die aus deutschem Abfall im Ausland hergestellten Rezyklate unter Annahme einer ähnlichen Rezyklatausbeute, so wurden 2017 fast 40 Prozent der zu Abfall gewordenen Kunststoffe aus Deutschland im Kreislauf geführt.

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01.01.2019 | Interview | Ausgabe 1-2/2019

"Angebotene und nachgefragte Rezyklat-qualitäten passen oft nicht zusammen"

Die Redaktion von WASSER UND ABFALL hat Rainer Mantel, Geschäftsführer der BKV, zu Umweltfragen mit Kunststoffrelevanz interviewt.


Das deutsche Ressourceneffizienzprogramm (ProgRess) propagiert neben der Wiederverwendung von gebrauchten Produkten die Rückgewinnung von Kunststoffen aus Abfall. Können Sie anhand von einzelnen Anwendungsgebieten Beispiele nennen, in denen dies bereits heute erfolgreich geschieht?

Rezyklate kommen in nahezu allen Anwendungsbereichen vor, auch in hoch technischen Anwendungen wie dem Fahrzeugbau oder dem Elektro/Elektronikbereich. In der Landwirtschaft werden Rezyklate mit Anteilen von 35 Prozent eingesetzt, im Baubereich mit 22 Prozent und in Verpackungen mit circa 9 Prozent. Produktbeispiele in der Landwirtschaft sind Abdeck- und Silagefolien, Regentonnen und Komposter. Im Baubereich erfolgt der Einsatz etwa in Fenster- und Türprofilen, Rohren oder Straßenbauprodukten. Für den Einsatz in Verpackungen gibt es viele Beispiele, unter anderem Flaschen, Fässer und IBCs oder etwa Verpackungs- und Luftpolsterfolien. Bei technischen Anwendungen wie im Automobilbau kommen Rezyklate beispielsweise in Radhausschalen oder auch in sogenannten „under the hood“ Anwendungen zum Einsatz. Die Kunststoffwertschöpfungskette leistet so einen unverzichtbaren Beitrag zur effizienten und nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen und für den Weg in eine zirkuläre Wirtschaft.

Lesen Sie das gesamte Interview mit der Überschrift "Angebotene und nachgefragte Rezyklatqualitäten passen oft nicht zusammen" mit Rainer Mantel in WASSER UND ABFALL | Ausgabe 1-2/2019.

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