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20.06.2018 | Recycling | Nachricht | Onlineartikel

Verwertungsszenarien kohlenstofffaserhaltiger Abfälle

Autor:
Andreas Burkert

Das Recyceln von CFK-Reststoffen bleibt eine Herausforderung. Nur ausgewählte CFK-Abfälle lassen sich derzeit gut recyceln. 

Im Rahmen des BHT – Freiberger Universitätsforum diskutierten Experten aus Forschung und Industrie gemeinsam mit Vertretern des Koordinationsprojektes FOREL (Forschungs- und Technologiezentrum für ressourceneffiziente Leichtbaustrukturen der Elektromobilität) sowie des Umweltbundesamts über Verwertungsszenarien von Kohlenstofffaserhaltigen Abfällen. Hierfür lud das Institut für Aufbereitungsmaschinen (IAM) der TU Bergakademie Freiberg zur Tagung ein, um die neusten Erkenntnisse zum Thema Recycling von kohlenstofffaserverstärkten Kunststoffen (CFK) vorzustellen.

Die Vortragenden vom Bundesumweltamt und vom IAM ordneten das Thema ein und wiesen auf Trends und bestehende Herausforderungen sowie technologische Lücken hin. Dabei zeigte sich, dass die Qualität der aus kohlenstofffaserhaltigen Kunststoffen (CFK) gewonnenen Rezyklate stark vom Zustand der Abfälle und von der Recyclingroute abhängen und die Behandlung der Abfälle sehr anspruchsvoll ist.

Hochwertige Recyclingfasern mit Wiedereinsatzmöglichkeiten

Zwar existieren geeignete Recyclingrouten, die wie in den Vorträgen gezeigt, hochwertige Recyclingfasern mit Wiedereinsatzmöglichkeiten erzeugen können, allerdings sind diese Verfahren nur für ausgewählte Abfälle geeignet. Bei einigen CFK-haltigen Abfällen bestehen nach Ende des Lebenszyklus weiterhin teils erhebliche Herausforderungen für die Aufbereitung und Verwertung. Die Teilnehmer aus der Recyclingindustrie waren sich einig, dass zukünftig mehr Stoffströme betroffen sein werden, als bisher angenommen und die bestehende Aufbereitungstechnik technologisch sowie organisatorisch auf die Verarbeitung von Stoffströmen mit Gehalten an CFK anzupassen ist.

Fraglich bleibt, wer die zusätzlichen Kosten der Aufbereitung trägt und welche Verwertungswege für die Reststoffe nutzbar sind. Diskutiert wurde über die Einhaltung der Produktverantwortung der Hersteller, die Einführung von Abfallschlüsselnummern zur verbesserten Kontrolle der Stoffströme bis hin zu Regularien über den Wiedereinsatz von Recyclingware in der Fertigung neuer Produkte.

Nur ausgewählte CFK-Abfälle lassen sich gut recyceln

Diskutiert wurde ausgiebig zwischen den Herstellern von CFK-Werkstoffen, der Recyclingindustrie und dem Bundesumweltamt, wobei die Teilnehmer aus dem universitären Umfeld die Diskussion mit konkreten Fakten untermauern konnten. Die TU Bergakademie Freiberg mit den Instituten für Aufbereitungsmaschinen (Prof. Lieberwirth) sowie der Professur Recyclingmaschinen (Dr. Jäckel) sowie Herr Weißgerber von den Carbon-Werke Weißgerber GmbH & Co KG konnten Verwertungsstrategien auch für CFK-Reste vorstellen, so dass eine Entsorgungssicherheit über eine rohstoffliche Verwertung zukünftig gewährleistet sein wird. Diese befinden sich aber alle jedoch erst im Erprobungsstadium. Damit bleibt das Recycling von CFK-Reststoffen bis auf wenige Ausnahmen ausgewählter CFK-Abfälle eine Herausforderung für die Recyclingindustrie.

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