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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

I. Einleitung

Zusammenfassung
Regionen sind ein wichtiges Strukturmerkmal der internationalen Beziehungen. Geographisch rückgebundene Begriffe wie „Europa“, „Nordamerika“, „Südostasien“, „Asien-Pazifik“ oder der „Nahe Osten“ teilen das globale System in voneinander abgrenzbare Räume auf. Sie sind feste Bestandteile des politischen Vokabulars, wenn es um die „Verortung“ von Weltgeschehnissen geht.
Manuela Spindler

II. Der Neue Regionalismus in der Theorie der Internationalen Beziehungen

Zusammenfassung
Mit dem Neofunktionalismus entstand in den späten 1950er und in den 1960er Jahren eine theoretische Strömung, die den Anspruch erhob, eine allgemeingültige wissenschaftliche Theorie regionaler Integration zu formulieren (u.a. Deutsch 1957; Haas 1958, 1961, 1964, 1967; Lindberg 1963; Nye 1968c). Ihr zentraler Untersuchungsgegenstand waren die neuen kooperativen Beziehungen der Nachkriegszeit im atlantischen und ganz besonders im westeuropäischen Raum, die vom Neofunktionalismus als Beginn eines Prozesses der politischen Gemeinschaftsbildung gefasst wurden. Wenig später erfolgte die Anwendung neofunktionalistischer Überlegungen auch zur Erklärung der Bemühungen um regionale Integration zwischen Staaten des Südens in Lateinamerika und Afrika (Haas/Schmitter 1964; Wionczek 1966 und Haas 1967 zu Lateinamerika; Nye 1963 und Emerson 1962 zu Afrika; im Überblick auch Hansen 1969).
Manuela Spindler

III. Der Neue Regionalismus: Empirische Befunde

Zusammenfassung
Der Begriff des „Birmenmarktprograrnms“ bezieht sich auf den Beschluss des Europäischen Rates von 1985 in Mailand, bis zum Jahr 1992 einen Gemeinsamen Markt — einen Europäischen Binnenmarkt — zu schaffen.11 Im Kern zielt das Programm auf die Beseitigung aller nicht-tarifaren Handelshemmnisse, die den Austausch von Gütern und Dienstleistungen zwischen den Mitgliedstaaten der EU12 erschweren, weil sie den Import einer Ware entweder ganz untersagen oder an bestimmte, Kosten verursachende Bedingungen knüpfen. Dazu zählen beispielsweise Kontingente, also mengenmäßige Einfuhrbeschränkungen, rigide nationale Vorschriften zum Schutz der Verbraucher, der Umwelt oder der Arbeitnehmer oder auch nationale Vorschriften bei technischen Standards und spezielle Industrienormen. Im Gegensatz zu diesen nicht-tarifären Handelsbarrieren waren die tarifären Handelshemmnisse, also Zölle und Abgaben im Warenverkehr zwischen den Mitgliedstaaten, bereits mit Vollendung der Zollunion im Rahmen der EWG im Jahre 1968 beseitigt worden. Mit dem Binnenmarktprogramm sollte der Gemeinsame Markt, dessen Verwirklichung bereits im EWG-Vertrag von 1957 vorgesehen war. nunmehr „vollendet“ werden.13
Manuela Spindler

IV. Strukturen und struktureller Wandel in der globalen politischen Ökonomie: Grundlegung einer sozialkonstruktivistischen Perspektive

Zusammenfassung
Eines der zentralen ontologischen Probleme der Internationalen Beziehungen (wie auch anderer sozialwissenschaftlicher Teildisziplinen) ist die angemessene Konzeptualisierung des wechselseitigen Beziehungszusammenhangs zwischen Akteuren und Strukturen: Die Akteure der internationalen Politik reproduzieren und verändern als zielgerichtet Handelnde ihre internationale Umwelt. Das internationale System selbst besteht wiederum aus Beziehungen, welche die Interaktion der Handelnden strukturieren. Eine theoretische Konzeptualisierung der strukturbildenden Faktoren internationaler Politik basiert daher immer auf einem zumindest impliziten Verständnis der jeweiligen Eigenschaften der Akteure und des internationalen Systems sowie ihrer wechselseitigen Bedingtheit (vgl. u.a. Kohler-Koch 2000: 263).
Manuela Spindler

V. Die Strukturen der globalen politischen Ökonomie gestalten und verändern: „Globales Regieren“ und die Konstruktion von Ordnung

Zusammenfassung
Im vorangehenden Kapitel wurde eine sozialkonstruktivistische Perspektive für den Wandel von Ordnungen entwickelt, die im Kern die intersubjektiven Bedeutungsgehalte von Ordnungsstrukturen in den Blick nimmt. Am Kriterium des intersubjektiven Bedeutungsgehalts wurde die Bestimmung des „Inhalts“ einer Ordnung festgemacht. Auf dieser Grundlage wurde eine neue Perspektive für das Phänomen des Regionalismus entwickelt. Eine holistische Konzeptualisierung von Regionalismus als regionalisierte Ordnung wurde einer partikularistischen Konzeptualisierung von Regionalismus als Prozess der sozialen Konstruktion von Regionen gegenübergestellt. Der „Inhalt“ einer regionalisierten Ordnung wird dabei maßgeblich über die intersubjektiven Bedeutungsgehalte konstituiert, auf deren Basis Akteure Regionen konstruieren. Auf dieser Grundlage wurde der „Inhalt“ bzw. die „Logik“ der Region für die regionalisierte internationale Ordnung der Nachkriegszeit bestimmt. Der „eingebettete Liberalismus“ dieser Ordnung hat den Typus der geschlossenen, „protektionistischen“ Region hervorgebracht und mit ihm eine Ordnung nach außen abgegrenzter regionaler Räume.
Manuela Spindler

VI. Synthese: Regionalismus im Wandel

Zusammenfassung
Eingebettet in die Diskussion des Konzepts eines „globalen Regierens“ als auf die Konstruktion von Ordnungsstrukturen gerichtetes intentionales politisches Handeln von Akteuren, wurde im vorangehenden Kapitel die neue strukturale Macht globaler Marktakteure und damit ihre grundsätzliche Bedeutung für den Wandel der Strukturen der globalen politischen Ökonomie herausgearbeitet. „Globales Regieren“ auf der Grundlage strukturaler Macht wurde in Erweiterung der Diskussion intersubjektiver Bedeutungsgehalte von Strukturen in Kapitel IV.2. sozialkonstruktivistisch als „imposing international purpose“ definiert. Kern des Wandels der Strukturen der globalen politischen Ökonomie ist dabei der Wandel des Wohlfahrtsstaates der Nachkriegsordnung zum Wettbewerbsstaat. Er ist gleichbedeutend mit einem grundlegenden Wandel des intersubjektiven Bedeutungsgehalts der Strukturen der globalen politischen Ökonomie, und zwar rückgebunden an eine zunehmende politische Definitions- und Gestaltungsmacht globaler ökonomischer Akteure und die Herausbildung neuer Formen eines globalen Regierens durch wirtschaftliche und staatliche Akteure.
Manuela Spindler

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