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11.03.2019 | Rentenversicherung | Nachricht | Onlineartikel

Frauen bangen um finanzielle Sicherheit im Alter

Autor:
Alexa Michopoulos
2:30 Min. Lesedauer

Viele künftige Rentnerinnen sorgen sich um ihre finanzielle Unabhängigkeit am Lebensabend. Sie fürchten laut einer aktuellen GDV-Umfrage Vorsorgelücken vor allem als Folge der Familienphase.

Frauen haben Angst vor Altersarmut: Wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in einer Forsa-Umfrage ermittelt hat, gehen 45 Prozent der Frauen davon aus, im Alter auf finanzielle Unterstützung angewiesen zu sein. Bei den Männern fürchten dies lediglich 26 Prozent. 30 Prozent der Frauen, aber nur sechs Prozent der Männer, sagen, dass sie aufgrund von Kindererziehungs- oder Familienzeiten nicht in der Lage waren eine ausreichende Altersvorsorge aufzubauen.

Viele Mütter arbeiten in Teilzeit

34 Prozent der Frauen erwarten, dass sie im Rentenalter ihren Lebensstandard stark einschränken müssen, bei den Männern sind dies 27 Prozent. In punkto Altersvorsorge besteht bei der Gleichstellung von Frauen und Männern also Nachholbedarf. Wer die Verantwortung für die Familie übernimmt, darf dafür nicht benachteiligt werden", fordert Peter Schwark, Geschäftsführer Altersvorsorge beim GDV. Die notwendigen Altersvorsorgebeiträge sollten während dieser Phase von beiden Partnern gemeinsam aus der Haushaltskasse gestemmt werden, mahnt Schwark. In der Regel sind es die Mütter, die ihre Arbeitszeit reduzieren, um sich um den Nachwuchs zu kümmern. Von den Frauen mit Grundschulkindern arbeiten 51 Prozent in Teilzeit. Bei den Vätern sind es gerade einmal fünf Prozent. 

Frauen fehlt finanzielles Selbstbewusstsein

Die Versicherungsgruppe Axa hat anlässlich des internationalen Frauentages ihre Fokusbefragung "Anlageverhalten der Deutschen 2018/2019" nach geschlechtsspezifischen Merkmalen ausgewertet. Ein Ergebnis zeigt, dass Frauen bei finanziellen Fragen wenig Selbstbewusstsein haben. 28 Prozent der weiblichen Befragten trauten sich nicht zu, zu entscheiden, welche Geldanlagen langfristig am besten zum Vermögensaufbau geeignet sind. Nur 14 Prozent der Männer hatten auf diese Frage keine Antwort. 

Auch beim Thema Inflationsrate sind Frauen in ihrer Einschätzung zaghafter: 68 Prozent der weiblichen Befragten trauen sich nicht zu, die Höhe der Inflationsrate einzuschätzen. Bei den Männern waren es 42 Prozent. Die Analyse belegt außerdem, dass Frauen generell weniger Interesse an Börsengeschäften haben. 34 Prozent finden "Geld an der Börse anzulegen hochinteressant", unter den Männern sagen das 50 Prozent.

Wissen hilft gegen Altersarmut

Auch das Fintech Raisin bescheinigt den Deutschen Nachholbedarf in Sachen Finanzwissen und sieht bei den Frauen besondere Wissenslücken. Das Start-up hat in einer aktuellen Geschlechterumfrage rund um Finanzen ermittelt, dass 83 Prozent der Studienteilnehmer den Umgang mit Geld nicht als Frage des Geschlechts betrachten. Gefragt nach ihrem Finanzwissen schätzen 72 Prozent der Frauen aber ihre Kenntnisse als "mittelmäßig bis schlecht" ein. Unter den Männern sind es 55 Prozent. "Ausgezeichnet bis sehr gut" bezeichnen nur 28 Prozent der Frauen ihr finanzielles Know-how. Bei den männlichen Teilnehmern sind es 45 Prozent. 

"Wir beobachten, dass die Deutschen insgesamt Wissenslücken in Sachen Geldanlage aufweisen, Frauen hier aber eine besonders extreme Position einnehmen", sagt Monika Tautoris, Leiterin Produktservices Vorsorge bei Axa Deutschland. "Doch sind es gerade Frauen, die im Alter häufiger mit Vorsorgelücken zu kämpfen haben und sich deshalb eigentlich vermehrt mit ertragreicher Geldanlage auseinandersetzen sollten", so Tautoris weiter.

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Quelle:
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