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Über dieses Buch

Vor dem Hintergrund zunehmender Flutrisiken erörtert Oskar Marg anhand von Interviews mit Betroffenen die Frage, was die Resilienz von Haushalten gegenüber Hochwasser – verstanden als Widerstands-, Bewältigungs- und Anpassungsfähigkeit – fördert und was sie schwächt. Der Autor zeigt, dass es gerade in strukturschwachen Regionen auch (und teilweise eher) nicht ‚klassisch‘ vulnerable Gruppen wie Unternehmer oder Hauseigentümer sind, denen es an Resilienz mangelt. Die Hochwasserresilienz von Haushalten mit ihren zentralen Elementen (Schadenserfahrung durch Hochwasser sowie individuelle, staatliche und zivilgesellschaftliche Faktoren der Hochwasservorsorge und -bewältigung) muss zudem als Ganzes betrachtet werden, um die teilweise paradoxen Nebenwirkungen der Elemente aufeinander berücksichtigen zu können.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Chapter 1. Einleitung

Zusammenfassung
Am Samstag, den 7. August 2010, wurde die kleine, sächsische Stadt Ostritz vom höchsten Hochwasser ihrer Geschichte getroffen. Auf den unbeteiligten, distanzierten Fernsehzuschauer, der sich bereits an den alltäglichen Anblick medial vermittelter Katastrophen verschiedenster Art gewöhnt hat, mag der Bericht im ZDF Heute Journal zu diesem Hochwasser keinen allzu aufrüttelnden Einblick vermittelt haben – noch dazu, wenn direkt vorher, wie hier in der eingangs zitierten Überleitung des Fernsehmoderators verkündet, über eine noch weitaus größere Katastrophe anderswo berichtet wurde. Was jedoch bedeutete diese Erfahrung für die betroffenen Menschen selber? Wie schafften und schaffen sie es, sich auch längerfristig von dem Ereignis zu erholen und wer unterstützt sie dabei? Mit diesem Thema setzt sich die vorliegende Arbeit auseinander.
Oskar Marg

Chapter 2. Forschungsüberblick zu Schadenserfahrung, Vorsorge und Bewältigung von Haushalten bezüglich Hochwasser

Zusammenfassung
Im folgenden Kapitel werden Forschungsstand und einzelne theoretische Ansätze zu den Herausforderungen bei einer Schadenserfahrung durch Hochwasser (1), zu den individuellen Faktoren für die Hochwasservorsorge und -bewältigung (2), zur Bedeutung der staatlichen Hochwasservorsorge und -bewältigung sowie der Frage der privaten Eigenverantwortung (3) und schließlich zur Bedeutung von Zivilgesellschaft und sozialen Netzwerken für die Hochwasserbewältigung (4) dargelegt. Im Fokus steht dabei jeweils die Perspektive von Haushalten, wofür es jedoch stellenweise auch erforderlich ist, darunter (etwa die Risikowahrnehmung von Individuen) oder darüber liegende Perspektiven (etwa die gegenseitige Unterstützung in Ortsgemeinschaften nach Hochwasser) zu behandeln. Es wird mehrfach auf den Begriff der Katastrophe bzw. ‚Natur‘katastrophe und auf Erkenntnisse der Katastrophensoziologie zurückgegriffen, da ein Hochwasserereignis, von dem eine Gesellschaft betroffen ist, oft unter dieser Bezeichnung gefasst und analysiert wird.
Oskar Marg

Chapter 3. Resilienz als theoretisches Analysekonzept

Zusammenfassung
Es ist wichtig, sich darüber klar zu sein, was man erforscht, denn Definitionen und Konzepte bestimmen auch darüber, was man herausfindet: „definitional and conceptual issues are no side matters, but go to the very heart of what we will find in our studies” (Quarantelli 2005, 332). Die verwendeten Begriffe repräsentieren die Realität, ohne treffende Wörter kann es daher auch keine gelungene Praxis bzw. Lösung der Probleme geben (Dombrowsky 2005).
Oskar Marg

Chapter 4. Fragestellung und Modell zur Hochwasserresilienz von Haushalten

Zusammenfassung
Bevor in den folgenden Kapiteln auf die Methoden, das untersuchte Fallbeispiel und die empirischen Ergebnisse der Studie eingegangen wird, soll hier zunächst das Untersuchungsmodell dargestellt und die Fragestellung noch einmal wiederholt und genauer erläutert werden. Anzumerken ist dabei, dass dieses Kapitel sowohl auf Literaturrecherche und theoretischer Vorarbeit (deduktiv), deren Ergebnisse in den beiden vorhergehenden Kapiteln dargestellt wurden, als auch – an dieser Stelle für das bessere Leseverständnis notwendigerweise vorgreifend – auf der Empirie und deren Auswertungen (induktiv) basiert. So ist das Untersuchungsmodell in einem Wechsel von deduktiven und induktiven Forschungsprozessen entstanden und stellt somit zugleich bereits auch ein Auswertungsergebnis dieser Arbeit dar.
Oskar Marg

Chapter 5. Forschungsdesign und verwendete Methoden

Zusammenfassung
Im folgenden Kapitel wird die Methodologie dargestellt, mit der die Forschungsfragen analysiert wurden. Zuerst wird übergreifend auf das qualitative Forschungsdesign der Studie eingegangen (1). Anschließend werden die Kriterien für die Auswahl des untersuchten Ortes und Hochwasserereignisses dargelegt (2), dann das verwendete Erhebungsinstrument des problemzentrierten Interviews (3), die Kriterien bei der Auswahl der Befragten und der Feldzugang (4), die Auswertungsmethode (5) und zuletzt ethische Aspekte (6).
Oskar Marg

Chapter 6. Fallbeispiel: Die Stadt Ostritz und das Hochwasser vom August 2010

Zusammenfassung
Bei qualitativer Forschung hängt der Sinn vom Kontext ab, womit der Kontext zu einem Bestandteil der Daten wird (Schreier 2012). Der kulturelle Kontext mit seiner jeweiligen Eigenart, die Realität zu konstruieren und mit seinen akzeptierten und einflussreichen allgemeinen kulturellen Narrativen ist bedeutsam dafür, wie Individuen verstehen und interpretieren, was ihnen widerfahren ist (Calhoun, Tedeschi 2006). Auch für die Untersuchung der Hochwasserresilienz von Haushalten wird festgestellt, dass der historische, kulturelle, demografische und geografische Kontext berücksichtigt werden muss, denn: „Each location, its flood history, culture of self-protection, community structure, tenure distribution, and physical conditions are specific“ (Steinführer, Kuhlicke et al. 2009, 78).
Oskar Marg

Chapter 7. Exemplarische Biographie einer betroffenen Unternehmerin

Zusammenfassung
Das folgende Kapitel behandelt den ersten Teil der Auswertungsergebnisse. Die Frage der Hochwasserresilienz von Haushalten wird dabei anhand eines ausgewählten Falles exemplarisch tiefgehend untersucht. Grundsätzlich eignet sich eine vertikale Fallanalyse anhand eines Einzelfalles besonders gut dafür, Zusammenhänge der Erfahrungs- und Handlungsprozesse über den gesamten Zeitraum eines Ereignisses darzustellen.
Oskar Marg

Chapter 8. Der Ablauf des Hochwassers aus Sicht der Betroffenen

Zusammenfassung
Im folgenden Kapitel werden die Erfahrungen, welche die hier befragten Betroffenen direkt vor, während und nach dem Hochwasser machten, in der chronologischen Reihenfolge der Abläufe dargestellt und analysiert. Es geht dabei immer um die Frage, worin die Herausforderungen der jeweiligen Phasen bestanden und darum, was bei der Bewältigung der verschiedenen Herausforderungen hilfreich war und was nicht. Mögliche Quellen der Hilfe konnten sowohl die individuellen Ressourcen der Haushaltsgemeinschaften sein als auch die externe Unterstützung von Freunden, der Familie, Nachbarn, Fremden oder staatlichen Institutionen.
Oskar Marg

Chapter 9. Schluss: Rückbezug der empirischen Ergebnisse auf Theorie und Forschungsstand

Zusammenfassung
Ausgangspunkt dieser Arbeit ist die Frage gewesen, was die Resilienz von Haushaltsgemeinschaften gegenüber Hochwasser fördert und was sie schwächt. Als Bestandteile der Resilienz gegenüber Hochwasserereignissen wurden die Herausforderungen, die individuellen Bewältigungsweisen durch die Haushalte und die Unterstützung durch Staat, Zivilgesellschaft und soziale Netzwerke in den verschiedenen Phasen vor, während und nach einem Hochwasser sowie die Lern- bzw. Anpassungsfähigkeit der Betroffenen analysiert. Im Folgenden werden die Auswertungsergebnisse der Befragung vergleichend zu den im Anfangsteil der Arbeit dargestellten Ausgangsthesen und Theorien dargestellt.
Oskar Marg

Chapter 10. Zusammenfassung, Einordnung, Ausblick und Empfehlungen

Zusammenfassung
Im folgenden Kapitel werden die wichtigsten Ergebnisse dieser Arbeit zusammengefasst (1). Anschließend werden Geltungsanspruch und Grenzen der Arbeit diskutiert (2), Forschungsanregungen gegeben (3) und zuletzt Empfehlungen an die Politik aufgelistet (4).
Oskar Marg

Backmatter

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