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Ressource

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Kapitel 8. Hydrologie des Flusseinzugsgebiets

Im seinem Einzugsgebiet nimmt der Fluss nur einen kleinen Teil der Gesamtfläche ein. Der meiste Niederschlag geht daher über Landflächen nieder und fließt dem Fluss entweder über den Oberflächenabfluss oder das Grundwasser zu. Um ein Oberflächengewässer als hydrologisches System zu verstehen, müssen wir also zunächst das Zustandekommen von Niederschlägen zuwenden. Wenn dann das Wechselspiel von Fließgewässer und Grundwasser mit der Entstehung von Abfluss erfasst werden soll, müssen wir die Simulation des Fließgewässers selbst möglichst einfach gestalten. Daher werden wir danach ein solches einfaches Fließgewässermodell entwickeln, welches den Fluss in einzelne Zellen oder Speicher zerlegt, die linear hintereinander angeordnet sind.

Andreas Malcherek

Kapitel 5. International Sports – The world is getting smaller

Der Sport hat sich heute als ein weltumspannendes Funktionssystem der modernen Gesellschaft entwickelt und übergreifende Leistungsvergleichsräume hervorgebracht, die die Kommunikation sportlicher Leistungsfähigkeit jenseits nationaler Grenzen ermöglichen. Als ein Meilenstein der Entwicklung des modernen Sports kann die Wiederbelebung der Olympischen Spiele durch Pierre De Coubertin ausgemacht werden, die 1896 erstmals in der Neuzeit in Athen stattfanden. Diese Einheit des Sports ist strukturell keineswegs homogen, sondern ist durch Unterschiede in den lokalen Gegebenheiten geprägt. Für das Sportmanagement, verstanden als eine Wissenschaft, die anwendungsorientiert, interdisziplinär und technologisch untersucht, wie sich der Sport auf den Ebenen Funktionssystem, Organisation und Rolle in der ökonomisch wichtigen Mittelbeschaffung betätigt, ist dieser Umstand fundamental: Sportmanagement kann nur verstanden werden, wenn die weltweite kommunikative Vernetzung mitgedacht wird. Basale Funktionen von Sportmanagern, wie die Planung, Organisation, Personaleinsatz, Führung und Kontrolle im Bereich des Sportbusiness müssen lokal probat sein, jedoch an internationale Regelungen und Ansprüche angepasst sein. Der Aufsatz ordnet konkrete Phänomene, vor allem mit Bezug zum Fußball, vor dem Hintergrund theoretischer soziologischer und ökonomischer Ansätze ein und gibt dadurch Hilfestellungen, auch zukünftige Ereignisse besser zu verstehen.

Carsten Schröer

Kapitel 5. Ergebnisse

In diesem Kapitel werden die Ergebnisse der vorliegenden Studie vorgestellt. Die Reihenfolge der Präsentation orientiert sich an der Struktur der Forschungsfragen aus 3. Untersuchungsgegenstand Prozessmodell. Weiterhin wird die in Abschnitt 2.3.2 Umgang mit Herausforderungen eingeführte Strukturierung aufgegriffen, welche sich, wie in Abbildung 6 dargestellt, in eine Betrachtung der Aktionen & Reaktionen sowie der Ressourcen differenzieren lässt.

Alexander Goebel

Kapitel 2. Theoretischer Hintergrund

Ziel des Kapitels 2. Theoretischer Hintergrund ist die strukturierte und systematische Beschreibung der Grundstruktur des Prozessmodells zum Umgang mit unternehmerischen Herausforderungen. Dazu erfolgt im ersten Abschnitt 2.1 Unternehmensgründungen als Prozess die Abgrenzung und Einordnung des Gründungsbegriffs. Ferner werden bestehende Prozessmodelle sowie relevante Betrachtungsebenen vorgestellt, aus welchen die Notwendigkeit sowie erste Rahmenfaktoren für das Prozessmodell zum Umgang mit unternehmerischen Herausforderungen abgeleitet werden.

Alexander Goebel

Kapitel 6. Diskussion

Im folgenden Teil der Arbeit werden die Ergebnisse der Untersuchung anhand der Fragestellungen zusammengefasst und diskutiert sowie Implikationen für die Forschung als auch Praxis vorgestellt.

Alexander Goebel

Kapitel 4. Theoretischer Rahmen – von der Verhaltensabsicht der Onlinebeteiligung

Die Beschreibung der Aktivitätstypologien (vgl. Kapitel 2.3) hat bereits einen Hinweis auf unterschiedliche Motive und Gründe gegeben, aufgrund derer sich Parteimitglieder innerparteilich engagieren.

Annika Döweling

Kapitel 5. Der Wertbegriff

In Kapitel vier wurde gezeigt, dass bereits mehrere Studien mit ökonomischen Fragestellungen eine Adaption praxistheoretischer Begrifflichkeiten anwenden. Wie in Analyse der Studien deutlich wurde, hat sich noch keine einheitliche Verwendung der Begriffe etabliert. Praxeologie wurde in der Literatur in Zusammenhang mit Konsum zudem bisher entweder breit theoretisch betrachtet oder anhand sehr spezieller empirischer Themen.

Erik Völker

19. Produktionsfaktor Energie – Stromkosten als Einflussgröße in der Produktionsplanung

Dieses Kapitel beschäftigt sich mit den durch die Energiewende und die Digitalisierung entstehenden Herausforderungen sowie Auswirkungen auf Unternehmen und wie diese darauf reagieren können. Die Frage, wie neue und digitalisierte Informationsquellen und der stark fluktuierende Strompreis durch eine flexiblere Produktionsplanung genutzt werden können, wird untersucht. So soll die Produktionsplanung automatisiert durch eine webbasierte Plattform anhand der Stromverfügbarkeit und des Strompreises optimiert und auch automatisiert gesteuert werden. Dabei wird auf vorhandene Daten zurückgegriffen. In unserer Umsetzung wurden eine webbasierte Plattform erarbeitet, ein Optimierungsalgorithmus erstellt und die Zusammenarbeit beider an einer prototypischen Modellbildung getestet.

David Heim, Gregor Friedrich-Baasner

13. Stay on Track – die Transformation zu Utility 4.0 strukturiert und nachhaltig gestalten

Die Einführung neuer digitaler Geschäftsmodelle ist kein leichtes Unterfangen. Die gewohnten Pfade zu verlassen und ein digitales Prozessmodell nebst passender Unternehmenskultur zu etablieren, ist in historisch gewachsenen Industrien eine grenzwertige Herausforderung. Teils fehlt es an der Vorstellungskraft, teils am Willen, das bestehende Unternehmen vollständig zu wandeln. Welche Chance haben die Stadtwerke und Co, die vom Markt und Gesetzgeber gleichermaßen geforderte Veränderung mit ihren vorhandenen Mitarbeitern erfolgreich zu gestalten? Wir zeigen in diesem Beitrag, wie der Wandel trotz aller Hürden und Widerstände strukturiert und nachhaltig gelingen kann. Mit dem „Enterprise Transformation Cycle (ETC)“ behalten Sie stets den Überblick und erkennen, welche Maßnahmen Sie zum richtigen Zeitpunkt weiterbringen. Mit anderen Worten zeigen wir, wie Sie bei der Transformation auf Kurs bleiben – „Stay on Track“.

Ernst Kiel, Ines Muskau

48. Entwicklung eines digitalen Workflows, von der Idee zur Wirklichkeit – Beschreibung des Wandels einer prozessorientierten Projektentwicklung zu einer agilen am Beispiel Netzanschluss

In einem mehrere Monate andauernden Projekt wurde ein digitaler Workflow zu Steuerung des Netzanschlussprozesses entwickelt. Zu Beginn des Projekts wurde mit der Wasserfallmethode gearbeitet. In der zweiten Projektphase wechselten die Projektmitarbeiter zur agilen Projektmethode. In der ersten Projektphase hatte die Wasserfallmethode Vorteile und zum positiven Projektabschluss beigetragen. Durch diese sehr intensive Vorarbeit wurde im Nachgang die Dokumentation an einen Softwareentwickler zur Umsetzung als Cloud-Version gegeben. Die agile Projektmethode findet oft in der IT Anwendung und hat durch die parallele Bearbeitung verschiedener Arbeitspakete einige Vorteile, wie beispielsweise eine schnellere Projektumsetzung.

Frank Dietrich

34. Agile Transformation eines kommunalen Energiedienstleisters – ein Erfahrungsbericht

„Alles, was erfunden werden kann, wurde bereits erfunden“, sagte Charles Duell als Chef des amerikanischen Patentamts im Jahr 1899. Bill Gates wiederum sah auf jedem Schreibtisch, in jedem Haus einen Personal Computer. Vision und Tradition standen sich immer schon polarisierend gegenüber: Das Thema „Arbeiten nach agilen Werten“ spaltet nicht nur die Energiebranche in gleicher Weise. Für die eine Fraktion ist es schon nicht mehr neu und für die andere immer noch ein Reizthema. Die einen arbeiten mit diesen Methoden nachgewiesen erfolgreicher und wollen oder können sich arbeiten „ohne agil“ gar nicht mehr vorstellen. Die Konventionellen und Veränderungsaversen sind skeptisch. Agile „Experimente“ in technisch sensiblen Bereichen können nicht nur lebensgefährlich sein, sondern können unser tägliches Leben total lahmlegen. Das hat nicht nur Marc Elsberg in seinem Buch „Blackout“ (Elsberg 2013) eindrücklich beschrieben. Die Agilen leben und arbeiten nicht nur sprachlich in einer für die anderen scheinbar eigenen Welt von Scrum, Kanban, Product Owner und Scrum Master. Die Beständigen halten sie für arrogant und besserwisserisch. Sie arbeiten lieber, anstatt Zettel zu kleben. Um es vorwegzunehmen, beides hat seine Berechtigung. An den Schnittstellen kommt es zu Spannungen. Wie lebt und arbeitet also die Quantum als Energiedienstleister agil, während ihre Gesellschafter und Kunden das nicht tun? Warum arbeiten wir heute nach agilen Werten und Konzepten? Wie machen wir was anders? Einige dieser Fragen versuchen wir mit dem nachfolgenden Beitrag zu beantworten.

Timo Eggers, Dirk Hardt

Die Messung der Arbeitsfähigkeit in der digitalisierten Produktion – eine Analyse und Bewertung bestehender Verfahren

Die Digitalisierung des industriellen Sektors führt zu veränderten Arbeitsbedingungen und -anforderungen. Die Messung der Arbeitsfähigkeit ist eine Möglichkeit, um eine Aussage treffen zu können, wie eine Arbeitsperson mit den sich verändernden Arbeitsbedingungen und -anforderungen umgeht und wie sich ihre Arbeitsfähigkeit voraussichtlich entwickeln wird. Ziel dieses Beitrags ist es, bestehende Instrumente zur Messung der Arbeitsfähigkeit auf ihre Anwendbarkeit unter den neuen Arbeitsbedingungen im industriellen Sektor zu analysieren. Es wurde eine strukturierte Literaturrecherche durchgeführt, um bestehende Instrumente zu identifizieren. Anschließend wurden die Verfahren anhand aus der Literatur abgeleiteter Kriterien bewertet. Von 19 analysierten Instrumenten weisen die Instrumente BASA II, COPSOQ, SALSA und WAI die größten Adaptionspotenziale auf.

Martin Ulber, Paul Bittner

Wie Produktionsmitarbeiter die Digitalisierung erleben – eine qualitative Untersuchung

Um Digitalisierung in Unternehmen nachhaltig zu verankern, genügt es nicht, lediglich die technologische Infrastruktur entsprechend zu gestalten. Auch die von Digitalisierungsmaßnahmen Betroffenen müssen als Träger und Gestalter von Digitalisierungsprozessen verstanden und in das unternehmerische Handeln einbezogen werden. Welche erhofften, befürchteten oder bereits eingetretenen Auswirkungen digitalisierte Produktionsbedingungen auf die menschliche Arbeit haben, wurde am Beispiel zweier produzierender Unternehmen untersucht. Die Basis der Untersuchung bildeten Gruppeninterviews mit verschiedenen Beschäftigtengruppen zur Arbeitsfähigkeit von Produktionsmitarbeitern. Es wurde ersichtlich, dass Digitalisierung als ambivalenter Prozess erfahren wird, der durch arbeitsgestalterische Maßnahmen in seinen negativen Folgen abgemildert und, noch wichtiger, in seinen positiven Folgen nicht nur Arbeitsbedingungen verbessern, sondern auch die Motivation und Arbeitsfreude von Mitarbeitern steigern kann.

Silke Stopper

Die Arbeitsfähigkeit in der digitalisierten Produktion – von den wissenschaftlichen Grundlagen zum integrativen Modell

In diesem Kapitel werden die wesentlichen wissenschaftlichen Theorien erörtert, die der Bearbeitung des Forschungsprojektes Prädikatsarbeit und damit den Ausführungen in den weiteren Kapiteln zugrunde liegen. Das soziotechnische System, bestehend aus einem technischen und einem sozialen Subsystem, stellt den wesentlichen Ausgangspunkt zur Analyse des Verhältnisses zwischen technologischen Entwicklungen und menschlicher Arbeitskraft dar. Um ein tiefgreifendes Verständnis bezüglich der Subsysteme zu ermöglichen, wurden diese entsprechend eines hierarchischen Systemverständnisses weiter strukturiert. Dem Verständnis soziotechnischer Systeme folgend, handelt es sich dabei um Arbeitssysteme, die mit der Arbeitsaufgabe als verbindendes Systemelement das Zusammenwirken von Mensch bzw. Arbeitsperson und Technologie definiert. Eine Systematisierung der Arbeitsperson wird weiter durch die Betrachtung der Arbeitsfähigkeit ermöglicht; die Systematisierung der Technologien und Prozesse erfolgt durch das Produktionssystem. Basierend auf der wissenschaftlichen Theorie und unter Einbeziehung der Ergebnisse aus den in den Kapiteln 4 bis 7 dargestellten Analysen wurde anschließend das Integrative Modell der Arbeitsfähigkeit in der digitalisierten Produktion entwickelt.

Paul Bittner, Stefanie Samtleben

Kapitel 6. Integriertes Controlling mit SAP-Software

Die bisherigen Kapitel haben gezeigt, wie im Rahmen von SAP ERP ein System einer operativen internen Erfolgsrechnung aufgebaut und zur Unterstützung von Entscheidungen verwendet werden kann. Der Gegenstand des betriebswirtschaftlichen Bereichs Controlling ist jedoch weitergehend. Dieses Kapitel geht auf den Gegenstand des Controllings ein und zeigt auf, inwieweit SAP durch sein Produkt ERP bzw. weitere Software-Anwendungen den Anforderungen an ein modernes Controlling genügt.

Gunther Friedl, Burkhard Pedell

Kapitel 9. Demografie, Arbeitsmarkt und „neue Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer“ in Ostdeutschland – Werden die Grenzen des Kompetenzmanagements verschoben?

Viele ostdeutsche Unternehmen haben lange von personalwirtschaftlich „paradiesischen Bedingungen“ profitiert: Die Arbeitsmärkte hielten ein Überangebot fachlich gut qualifizierter Arbeitskräfte bereit, und die hohe Erwerbslosigkeit trug dazu bei, dass verängstigte Beschäftigte ihre Ansprüche an Arbeit „krisengerecht“ anpassten. Die betriebliche Integration der Arbeitenden stand in dieser historischen Phase nicht nur unter stetem Vorbehalt, sie war gleichzeitig eng begrenzt. Die Unternehmen adressierten die Menschen primär als Arbeitskraft, weniger als Bürger im Betrieb. Inzwischen haben sich die Asymmetrien auf den ostdeutschen Arbeitsmärkten umgekehrt, und die Arbeitsansprüche der Subjekte werden neu konfiguriert. Ein zukunftsfähiges Personal- und Kompetenzmanagement muss, insbesondere in schrumpfenden Regionen, die veränderten Ansprüche der Subjekte an Arbeit systematisch reflektieren und mit der in Ostdeutschland tief verwurzelten Traditionen „begrenzter Integration“ brechen.

Ingo Singe

Kapitel 3. Diversity-Management als grenzüberschreitender Prozess in Organisationen?

Diversity-Management steht für ein Handlungskonzept in Organisationen, mit dem die Vielfalt der Organisationsmitglieder nicht nur respektiert und zugelassen, sondern ausdrücklich gewünscht und gefördert wird. Beim Diversity-Management geht es somit darum, Grenzen und Barrieren innerhalb von Organisationen angesichts einer zunehmend heterogenen Mitarbeiterschaft – etwa in Bezug auf die Herkunft, das Alter und das Geschlecht – zu überwinden. Es gibt zahlreiche Handlungsempfehlungen für Organisationen, aber auch große Zweifel an der Umsetzbarkeit von Diversity-Management. In diesem Beitrag sollen Möglichkeiten und zugleich Schwierigkeiten der Implementierung aufgezeigt werden. So hat Diversity-Management zwar den Anspruch, grenzüberschreitend – etwa in Bezug auf Kompetenzen und Ressourcen – in Organisationen zu sein, hierbei bestehen aber große organisationale Herausforderungen, und Diversity-Management kann auch selbst zu Grenzziehungen in Organisationen beitragen.

Claudia Muche

Eine systemische Perspektive auf Lern- und Kompetenzentwicklungsprozesse im dualen Hochschulstudium

Hochschulen stehen in Anbetracht vielfältiger und sich dynamisch entwickelnder gesamtgesellschaftlicher Anforderungen vor der Herausforderung, (Weiter-)Bildungsangebote zu gestalten, die ihren Studierenden die Möglichkeit geben, sich Berufsqualifikationen anzueignen und die erwarteten Kompetenzen zu entwickeln (Vgl. HRK, Positionen. https://www.hrk.de/positionen/beschluss/detail/die-hochschulen-als-zentrale-akteure-in-wissenschaft-und-gesellschaft/ . 2016). Vor diesem Hintergrund wird eine systemische Perspektive auf die Ermöglichung von Kompetenzentwicklung in der dualen Hochschullehre gerichtet. Aufgezeigt werden Interdependenzen und Synergien, die sich insbesondere aus der Haltung Lehrender heraus im pädagogischen Lehr- und Lernsetting abzeichnen. Die Fundierung erfolgt durch die Zusammenführung ausgewählter Aspekte von Kompetenzentwicklungsprozessen, Aspekten eines systemisch-konstruktivistischen Lernverständnisses sowie Aspekten einer systemischen Professionalität. Eine dynamische Verknüpfung des Außen und Innen – dem institutionellen Rahmen und den notwendigen Bedingungen einer gelingenden Kompetenzentwicklung einerseits sowie dem Lernverständnis und der Haltung Lehrender andererseits – ermöglicht einen erweiterten Blick auf Gelingensfaktoren, die im Rahmen eines dualen Hochschulstudiums Kompetenzentwicklungsprozesse fördern.

Sandra Henze

Kapitel 2. Stand der Forschung zu nachhaltigen Dienstleistungsinnovationen in der Logistik

In diesem Kapitel werden die wichtigsten Begriffe im Zusammenhang mit dem Untersuchungsgegenstand nachhaltiger Dienstleistungsinnovationen in der Logistik erläutert und diskutiert, eine thematische Abgrenzung durchgeführt, der Forschungsstand zu Wirkungen und Wirkungs-zusammenhängen nachhaltiger Dienstleistungsinnovationen in der Logistik aufgearbeitet und theoretische Bezugspunkte der Arbeit dargestellt.

Cornelius Moll

2. Das ökonomische Effizienzparadigma

Bevor wir uns ausführlich mit den ökonomischen Methoden zur Bewertung von Rechtsnormen sowie wirtschaftspolitischen Maßnahmen beschäftigen können, müssen wir uns den Referenzmaßstab anschauen, mit dem wir beurteilen, ob eine Veränderung (Reform) einen besseren oder schlechteren sozialen Zustand hervorruft. Vor diesem Hintergrund ergeben sich eine Reihe von Fragestellungen, die wir im Laufe dieses Kapitels beantworten werden: Womit beschäftigt sich die Ökonomie? Und was ist demzufolge unter der ökonomischen Analyse (des Rechts) zu verstehen? Was wollen wir durch eine ökonomische Beratung zu rechtspolitischen Fragestellungen erreichen? Wie bewerten wir verschiedene soziale Zustände aus ökonomischer Sicht? Wie sollten wir in unserer Analyse vorgehen, um zu sinnvollen Schlussfolgerungen hinsichtlich der Neugestaltung oder Reformierung der Rechtsnorm oder Wirtschaftspolitik zu gelangen?

Marc Scheufen

3. Klassische Mikroökonomik

Wie das Pareto-Kriterium verdeutlicht, bedeutet Allokationseffizienz effizientes Handeln auf mehreren Ebenen. Mit anderen Worten: Sämtliche Wirtschaftssubjekte handeln im Sinne des ökonomischen Effizienzgedankens. In diesem Zusammenhang wird erstmals der (vereinfachte) Wirtschaftskreislauf deutlich, in dem Unternehmen und Haushalte eigennutzorientiert und trotzdem zum Wohle der Allgemeinheit handeln. Wie Adam Smith bereits betonte, lenkt der Marktmechanismus – wie eine unsichtbare Hand – das Handeln der Marktakteure in eine sozial wünschenswerte Richtung. Zu Wirtschaftwachstum kommt es, weil Haushalte und Unternehmen über den Markt interagieren.

Marc Scheufen

4. Spieltheorie

Bisher haben wir unsere Entscheidung der Haushalte und Unternehmen immer getrennt voneinander betrachtet. Allerdings wurde im Kontext der Edgeworth-Box bereits deutlich, dass unsere Marktakteure auch miteinander interagieren, und damit miteinander verhandeln. Bei der Edgeworth-Box konnten wir bisher keine konkrete Aussage darüber machen, auf welchen Punkt sich die Haushalte bzw. Unternehmen in unserer Tauschökonomie einigen. Abhängig ist dies unter anderem von der Verhandlungsmacht der einzelnen Parteien. Solche Interaktionen lassen sich schließlich mithilfe der Spieltheorie analysieren. Die Spieltheorie blickt dabei auf eine noch relativ junge Literatur zurück und stammt urspünglich aus der Mathematik. Deshalb kann die Spieltheorie – wie auch die Mikroökonomie – zum Teil sehr mathematisch sein.

Marc Scheufen

3. Wahrscheinlichkeitsrechnung

In diesem Kapitel werden basierend auf den Grundlagen und Operatoren der Mengenlehre die Grundlagen der Wahrscheinlichkeitsrechnung erarbeitet. Diese beinhalten neben allgemeinen Rechenregeln für Wahrscheinlichkeiten, bedingte Wahrscheinlichkeiten, den Satz über die totale Wahrscheinlichkeit sowie den Satz von Bayes. Für die vorgestellten Konzepte wird darüber hinaus dargestellt wie diese mittels Microsoft Excel berechnet werden können. Eine Sammlung von Aufgaben, den zugehörigen Lösungen und Wiederholungsfragen rundet das Kapitel ab.

Jens K. Perret

Kapitel 2. Diskursanalyse

In diesem Kapitel werden die Ergebnisse der im Rahmen der Förderlinie vorgenommenen wissenssoziologischen Diskursanalyse (WDA) dargestellt. Dabei werden die beiden Förderprogramme „Betriebliches Kompetenzmanagement im demografischen Wandel“ und „Lernkultur Kompetenzentwicklung“ hinsichtlich ihrer zentralen diskursiv erzeugten Deutungsmuster analytisch miteinander verglichen. Ziel ist die Identifikation von zentralen Deutungsmustern im Diskurs um ein betriebliches Kompetenzmanagement im demografischen Wandel. Im Kern zielt die Analyse der Deutungsmuster im Sinne der Ableitung von Empfehlungen zudem auf die Identifikation der sozialen Folgen, die mit der Spezifik des diskursiven Wissens und deren Wirklichkeitskonstruktionen einhergeht. Die Darstellung der Ergebnisse erfolgt in drei Schritten, die sich aus der diskurstheoretischen Rahmung der Analyse ergeben und schließt mit einem Fazit, in dem die analytischen Erkenntnisse verglichen und hinsichtlich ihrer sozialen Folgen diskutiert werden.

Inga Truschkat, Carolin Oppermann, Sabrina Volk, Luisa Peters, Miriam Sitter

Kapitel 7. Ausgewählte Hypothesen des InDeKo-Modells

In diesem Kapitel werden die Inhalte des InDeKo-Modells anhand von 23 Hypothesen dargestellt. Das Kapitel gliedert sich in vier methodischen Zugänge, die Diskurs-, Portal-, Netzwerk- und Trendanalyse. Darüber hinaus werden Querverweise zwischen den Hypothesen aufgezeigt. Sich an den Grundsätzen einer systemischen Beratung orientierend wird in der Präsentation der Hypothesen dem Dreiklang gefolgt, zunächst Bekanntes, dann Neues und zuletzt Irritierendes aufzuzeigen.

Markus Baum, Michael Eggert, Roger Häußling, Julien Hofer, Ralf Knackstedt, Luisa Peters, Kirsten Rüssmann, Miriam Sitter, Inga Truschkat, Urs Wolter, Axel Zweck

Kapitel 10. Oktober – Weinlese und erste Nachtfröste

Der goldene Oktober beginnt mit der Weinlese. Dabei schauten die Winzer der Natur ab, wie sich der Zuckergehalt in Trauben besonders steigern lässt – jedoch mit dem Risiko, die Ernte zu verlieren. Was machen Edelfäule und Frost mit den Trauben? Apropos Frost: Braucht der Grünkohl ihn wirklich vor der Ernte? Und da der Herbst Kohlzeit ist: Was ist der Unterschied zwischen Blaukraut und Rotkraut? Wie wappnen sich Pflanzen vor der Kälte? Und was machen die Tiere? Ein Ausflug in eisige, polare Gebiete zeigt: Auch dort, im Dauerfrost wachsen Algen und sind Grundlage für die Nahrungskette. Was vereint die Gletscher der Alpen mit Schnee und Eis der Polargebiete?

Sylvia Feil

Kapitel 2. Alles wird digital

Der technologische Fortschritt ist Treiber des gesellschaftlichen und ökonomischen Wandels. Sowohl die zwischenmenschliche Kommunikation als auch die Arbeitsprozesse in Unternehmen – und in der Konsequenz das Leben jedes Einzelnen in einer vernetzten Gesellschaft – sind von den Veränderungen durch die Digitalisierung betroffen. Dieser Wandel verlangt ein Umdenken. Unternehmen müssen ihre Wertschöpfungsprozesse anpassen, um nicht als Verlierer aus dem disruptiven Wettbewerb hervorzugehen. Digitale Plattformen, die moderne Technologien effizient einsetzen und an das veränderte Nutzungsverhalten der Konsumenten angepasst sind, verdrängen klassische Geschäftsmodelle. Gleichzeitig sinkt die Bedeutung der physischen Produktion. Dadurch wird die Digitalisierung zu einem Katalysator für die Modernisierung von Unternehmen. In der Konsequenz stehen viele Unternehmen vor schmerzlichen Einschnitten. Die Umsetzung dieses Wandels erfordert Mut und Weitsicht. Diese Einschätzung wird mittlerweile auch von der Politik geteilt (BMWi 2019). In dieser Hinsicht kann die europäische Industrie sowohl von den Vorreitern der Digitalisierung im Silicon Valley als auch von den digitalen Jägern aus Fernost lernen.

Roland Frank, Gregor Schumacher, Andreas Tamm

Kapitel 5. Beratung als Verbindungsarbeit

Erweiternde Einstellungen

Im vorausgegangenen Kapitel wurden die Beratungsanlässe mit Leben gefüllt. Für jedes Untersuchungsfeld ließ sich eine Situation der Ausweglosigkeit identifizieren und auf verschiedene Beratungsvoraussetzungen zurückführen. Dabei hat sich die Entkopplung des Selbst als Gradmesser der Beratung erwiesen. Sie bestimmt die Verteilung ratsuchender Menschen in die drei Untersuchungsfelder und ist Faktor ihrer Hierarchisierung.

Sarah Mönkeberg

Kapitel 8. Die Cloud-Transformation

Der erste Schritt, um die Grenz- und Transaktionskosten eines Unternehmens auf das Niveau jener Konkurrenten zu senken, die bereits mit neuen Technologien arbeiten, ist die Migration der klassischen IT-Infrastruktur eines Unternehmens in die Cloud (Infrastruktur optimieren). Die Wettbewerbsfähigkeit wird zusätzlich gestärkt, wenn das Unternehmen seine Applikationen auf cloud-native Software-Architekturen umstellt und die Prozesse der Software-Entwicklung modernisiert. Im nächsten Schritt werden die Geschäftsmodelle inhaltlich verbessert (Betriebsmodell modernisieren), und zwar durch datenbasierte Analysen des tatsächlichen Kundenbedarfs. In kurzen Zyklen stellen die verantwortlichen Teams immer bessere Funktionen zur Verfügung. Für diesen Zweck können die Teams aus dem großen Portfolio fertiger Bauteile der Cloud schöpfen. Dazu gehören unter anderem Services für Machine Learning oder Internet-of-Things. Der herausforderndste Schritt ist die Veränderung des gesamten Geschäftsportfolios des Unternehmens (Portfolio transformieren). Meist passiert das unfreiwillig, wenn externe Disruptoren das Kerngeschäft bedrohen. Freiwillig ist eine Transformation dann, wenn das Unternehmen im neuen Geschäftsmodell eine besondere Chance sieht und bereit ist, die großen Transformationsrisiken einzugehen.

Roland Frank, Gregor Schumacher, Andreas Tamm

Umgang mit Mehrsprachigkeit und sprachsensibler Unterricht aus pädagogischer Sicht: Ein einführender Überblick

Wie ist mit Mehrsprachigkeit im Unterricht umzugehen? Was ist und was bedeutet eigentlich sprachsensibler Unterricht? Diese Fragen sind zu Gegenständen teils kontroverser Diskussionen avanciert. Der vorliegende Beitrag führt in das Thema ein und skizziert Anforderungen an unterrichtliches Handeln. Bildungsund sprachwissenschaftliche Befunde belegen die Aktualität und Relevanz einer verstärkten Förderung unterrichtssprachlicher Kompetenzen (Kapitel 2).

Vera Busse

Bürgerhaushalte

Bei Bürgerhaushalten werden Bürger in die Diskussion über Einnahmen und/oder Ausgaben öffentlicher Gelder einbezogen. Oft betrifft dies den Gemeindehaushalt, aber auch andere Verwaltungsebenen und Institutionen. Zur Unterscheidung wird eine Typologie herangezogen. Für Deutschland sind Verwaltungsmodernisierung und Stadtteilprojekte besonders relevant. Es bestehen Potentiale für ländliche Räume.

Carsten Herzberg, Yves Sintomer, Anja Röcke

Bürger und Verwaltung

Ausgehend von den verschiedenen Rollen des Bürgers gegenüber der Verwaltung, der Bürger als Auftraggeber, Mitgestalter und Adressat von Verwaltungsleistungen, wird das Konzept der Bürgerkommune vorgestellt. Anschließend werden Leistungen, Grenzen und Probleme dieses Konzeptes empirisch validiert. Abschließend werden Entwicklungsperspektiven bezogen auf die weitere Ausgestaltung des Verhältnisses von Bürgern und Verwaltung skizziert.

Jörg Bogumil, Lars Holtkamp

Wissensmanagement

Wissen ist für die Bewältigung der Verwaltungsaufgaben eine wichtige Ressource. Das wirft die Frage auf, wie das notwendige Wissen erzeugt, bewahrt, verteilt und auffindbar gemacht werden kann. Ein solches Wissensmanagement kann die Arbeit der Behörden qualitativ verbessern und effizienter machen. Dennoch wird Wissen in der Verwaltungspraxis bisher nur unzureichend gemanagt. Ein systematisches Wissensmanagement erfordert personelle, finanzielle und technische Ressourcen. Sind diese nicht vorhanden, können Verwaltungen zunächst auf einzelne Instrumente des Wissensmanagements zurückgreifen, um ihre Arbeit mit begrenztem Aufwand zu verbessern.

Göttrik Wewer, Caroline Fischer

Personalmanagement

Anfangs wird ein Überblick über Begriff, Ziele und Bereiche des Personalmanagements im öffentlichen Sektor gegeben und es werden verschiedene Einflussfaktoren und Entwicklungstrends geschildert. Die gegenwärtige Lage des öffentlichen Personalmanagements in den deutschsprachigen Ländern, künftige Herausforderungen sowie notwendig erscheinende Reformen im Personalmanagement werden herausgestellt.

Christoph Reichard

Kapitel 38. Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen?

Wieso visionäres Führen im Gesundheitsmanagement den entscheidenden Unterschied macht

Kostendruck, keine Zeit, Notfalleinsätze, zu wenig Personal – und dann soll man sich auch noch über visionäre Führung Gedanken machen? Da liegt einem doch eher der Satz von Helmut Schmidt im doppelten Wortsinn auf den Lippen: „Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen!“ Warum es aber ausgerechnet in einem so intensiven Berufsalltag wichtig ist, sich über das Ziel seiner Arbeit im Klaren zu sein und wie Sie auf diese Weise Ihr Team effektiv und erfolgreich leiten, wird im folgenden Beitrag dargelegt.

Silvia Ziolkowski

Kapitel 4. Strategien erfolgreich planen und umsetzen

Paradigmen strategischen Denkens

Strategische Vorhaben erfolgreich umzusetzen, ist in der Praxis erfahrungsgemäß schwierig. Allzu oft treffen Akteure mit unterschiedlichen Annahmen über die Wirklichkeit aufeinander, ohne dass dies den Akteuren bewusst wird. Der vorliegende Beitrag zeigt die Grenzen des klassisch-rationalistischen Paradigmas (Denkrahmen) auf und hebt praxisorientiert die Vorteile des verständnisorientierten Ansatzes hervor. Dabei wird die begrenzte Wirksamkeit „einsamer Entscheidungen“ und „von oben“ angeordneter Richtungsentscheidungen des klassischen Vorgehens belegt. Demgegenüber werden Sensibilität, Flexibilität und die Gestaltung sozialer Beziehungen als Bestandteil des verständnisorientierten Ansatzes betont und als wichtige Ingredienzen erfolgreichen strategischen Managements identifiziert.

Helmut Siller

Kapitel 30. Standardisierung von Geschäftsprozessen am Beispiel Schockraum in Krankenhäusern

Zeit ist Geld. Besonders heutzutage steigt das Bewusstsein gegenüber der begrenzten Ressource Zeit. Unternehmen suchen nach Möglichkeiten, ihre Effizienz zu steigern und nachhaltig zu wirtschaften. Durch die Standardisierung von Geschäftsprozessen wird der Zeitaufwand auf ein Minimum reduziert. Es werden fest implementierte Strukturen eingehalten und Abläufe verschlankt. Dabei entsteht ein Spannungsfeld zwischen Stabilität und Flexibilisierung. Ein optimaler Trade-Off dieser beiden Ansätze wird im Schockraum in Krankenhäusern erzielt. Die symbiotische Verbindung ermöglicht ein sicheres und agiles Netz zur schnellen Patientenversorgung. Der vorliegende Beitrag definiert zunächst den Begriff der Standardisierung von Geschäftsprozessen und erörtert deren Vor- und Nachteile. Die praktische Anwendung wird am Beispiel Schockraum in Krankenhäusern dargestellt und durch ein Interview mit dem ärztlichen Leiter des Notarztstandortes Traunstein reflektiert.

Monika Brandner, Verena Kurz

Kapitel 15. Einführung in das Green Controlling

Der vorliegende Beitrag präsentiert die wichtigsten Erkenntnisse einer vom österreichischen Wissenschaftsministerium prämierten Masterarbeit zum Thema Green Controlling in Krankenanstalten. Ziel der Arbeit war es, auf Grundlage einer Case Study bei der im Bereich des ökologischen Managements führenden Landeskrankenanstalten-Betriebsgesellschaft des Landes Kärnten (KABEG) und externen Experteninterviews ein Referenzmodell für eine Green Scorecard in Krankenanstalten zu entwickeln. Insbesondere wurde untersucht, welches Set an Kennzahlen sich für die Performance-Messung und -Steuerung des ökologischen Fußabdrucks eignet.

Lisa Bachtrog, Christoph Eisl

Kapitel 40. Betriebliches Gesundheitsmanagement im Krankenhaus

Gesundheitsmanagement als Organisationsentwicklung

Das vival.institute ist ein Kompetenzzentrum für Gesundheitsförderung in Südtirol. Neben den Bereichen Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, psychosoziale Gesundheit, Bewegung und Ernährung nimmt das Betriebliche Gesundheitsmanagement als strukturierter Prozess für die Planung und Umsetzung von gesundheitsorientierten Maßnahmen in Betrieben einen hohen Stellenwert ein. Der Beitrag beschreibt die Einführung und Weiterentwicklung des betrieblichen Gesundheitsmanagements in Krankenhäusern. Neben den konkreten Umsetzungsmodalitäten wird einführend eine Übersicht über wichtige Themen der betrieblichen Gesundheitsförderung und der konzeptuelle Rahmen der „Gesundheitsfördernden Krankenhäuser“ gemäß Richtlinien der WHO vorgestellt.

Ruth Gschleier, Manfred Andergassen

Kapitel 18. Teammanagement als Methode der Organisationsentwicklung

Flache Hierarchien, agile Strukturen und sich selbst organisierende Netzwerke brauchen Wertschätzung, Entscheidungsfreiräume und Eigenverantwortung. Damit T.E.A.M. als Akronym für „together everybody achieves more“ und nicht für „toll, einer allein macht’s“ steht, sind viele Regeln des Teammanagements zu beachten.

Ümit N. Civan

Kapitel 5. Der Krankenhausmanager als Verwalter und als Unternehmer

Mutiert eine bisher eher als Verwalter agierende Führungskraft über Nacht vom Verwalter zum Manager? Natürlich nicht. Wenn es dieser Führungskraft nicht aus eigener Kraft und Kompetenz, unterstützt durch entsprechende Schulungen, gelingt dazuzulernen – was durchaus einige Zeit in Anspruch nehmen wird und auch darf –, dann wird aus ihm keine gute Führungskraft. Das führt in weiterer Folge weder zu Zufriedenheit am neuen Arbeitsplatz noch bringt es dem Krankenhaus Wertschöpfung. Somit wird der Krankenhausleitung früher oder später ein Personalwechsel ins Haus stehen (müssen). Wer Führungsaufgaben hat, muss Zeit dafür einplanen. Der Umfang der erforderlichen Zeit ist abhängig von der Führungsspanne. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Manager im Durchschnitt rund 15–30 min pro Woche jedem einzelnen seiner (direkt berichtenden) Mitarbeiter widmen sollte. Zusätzlich ist Zeit für zwei längere Gespräche pro Jahr vorzusehen sowie möglicherweise das ein oder andere Gespräch zwischendurch.

Helmut Siller

Kapitel 7. Vorbildfunktion des Arztes – Realität und Herausforderung

Die Vorbildfunktion des Arztes für seine Patienten und im gesellschaftlichen Kontext darf nicht unterschätzt werden. Gleichzeitig sollte seine Führungsfunktion im Unternehmen Krankenhaus nicht außer Acht gelassen werden. Diese Kombination stellt für den Arzt eine besondere Herausforderung dar. Hier bedarf es sowohl der Unterstützung durch die Rahmenbedingungen des Krankenhauses – u. a. eines gut aufgestellten Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) – als auch eines professionellen Selbstmanagements des Arztes bezogen auf seine eigenen Bedürfnisse, um langfristig gesund und leistungsfähig zu bleiben. Einige Krankenhäuser zeigen mit ihren Best-Practice-Beispielen, dass BGM auch in dieser speziellen Branche gut funktioniert und gerade in der heutigen Wettbewerbssituation der Krankenhäuser für diese immer wichtiger werden wird.

Simone Becker, Markus A. W. Hoehner

Kapitel 11. Chefärzte – (fast) die perfekte Zielgruppe für Coaching

Die Verantwortungsbereiche eines Chefarztes überschneiden sich zunehmend mit denen von Top-Managern anderer Branchen. Personalführung, Prozessoptimierung und betriebswirtschaftliches Denken werden weder im Medizinstudium erlernt, noch lassen sich die entsprechenden Kompetenzen ausschließlich über „Learning by Doing“ entwickeln. Top-Manager aller (anderen) Branchen bevorzugen als Instrument der persönlichen Reflexion, Entlastung und Weiterentwicklung das Einzelcoaching. Kein anderes Instrument kann derart fokussiert auf den Bedarf eines einzelnen Managers zugeschnitten werden.

Peter Weber

Kapitel 27. Langfristige Planung strategischer Geschäftseinheiten im Krankenhaus

Neue Instrumente zur Erkennung von Strategieoptionen und innovativen Gesamtdarstellung der Geschäftsfelder eines medizinischen Unternehmens

Alle Gesundheitsbetriebe sehen sich einem erhöhten wirtschaftlichen Druck zur Eigensicherung ausgesetzt und gleichzeitig einem Anspruch aus der Bevölkerung, sowie mit der Gesetzgebung, z. B. in Form des Versorgungsauftrages konfrontiert. Die alleinige Ausrichtung des unternehmerischen Handelns auf die Erfüllung des gesetzlichen Versorgungsauftrages bietet jedoch nur eine vermindert tragfähige Zukunftsperspektive. Der Spagat zwischen Ökonomie und sozialer Verantwortung verlangt nach einer weitreichenden Betrachtung aller gegenwärtigen und zukünftigen Einflussfaktoren, um eine erfolgreiche – an der Unternehmensphilosophie ausgerichteten – Strategie zur Sicherung einer langfristigen Wettbewerbs- und Marktposition gewährleisten zu können. Hierzu müssen sowohl unternehmenseigene Ressourcen, als auch die – im Gesundheitswesen – hochdynamischen Variablen durch das strategische Management des Medizinbetriebes analysiert und in der Entscheidungsfindung beachtet werden. Die Synthese aus interner und externer Analyse resultiert in der Aggregation mittels SWOT und einer Visualisierung im innovativen Geschäftsfeldentwicklungsportfolio (GEP).

Raik Siebenhüner, Michael Görlitz, Sebastian Gmehling

Kapitel 9. Personalressourcen und Human Capital Management im Krankenhaus

Humankapital und mitarbeiterorientiertes Personalmanagement sind keine Gegensätze. Nicht nur das ökonomische Potenzial, sondern auch das intellektuelle und kulturelle Kapital einer Belegschaft sind Erfolgsparameter für jedes Unternehmen. Insbesondere in Krankenhäusern spielen noch sowohl die medizinisch-pflegerische Qualität als auch „weiche“ Faktoren wir Empathie und Ethik eine wichtige Rolle. Strategisches Personalmanagement muss eine messbare Größe in der Wertschöpfung in diesem Fall von Expertenorganisationen sein; dies beinhaltet eine Toolbox, die Elemente der Personalentwicklung mit der Unternehmensentwicklung verbindet, mit dem Ziel den Mitarbeiter als Ressource, nicht als reiner Kostenfaktor, zu betrachten. Human Capital Management umfasst diesen integrierten Ansatz.

Julia Schäfer

Kapitel 20. Strategische Personalplanung

Zur Intensiv- und Anästhesiefachpflegekräfte-Sicherung in Deutschland

Der Megatrend des demografischen Wandels bewirkt zum einen eine Steigerung der Nachfrage nach professioneller Pflege und zum anderen einen Rückgang des Arbeitskräftepotenzials, um den Bedarf nach Fachpflegekräften zu decken. Dieser Pflegefachkräftemangel wird von geringen Verweildauern im Beruf, langen Ausbildungszeiten, hohen Anforderungen in den Funktionsabteilungen und belastenden Arbeitsbedingungen verstärkt. Dies führt dazu, dass die Berufssparte unattraktiv erscheint und eine sinkende Bewerberanzahl zu verzeichnen ist, obwohl Gesundheits- und Krankenpfleger in Deutschland hohes Ansehen in der Bevölkerung genießen.

Monika Brandner

Globaler Terrorismus und internationale Ordnung: der „Re-Retreat of the State“

Terroristische Anschläge, wie sie in London, Paris, Nizza, New York oder in Berlin auf dem Breitscheidplatz (2016) von Selbstmordattentätern und halbprivaten Politikakteuren verübt werden, stellen für die westlichen Gesellschaften eine doppelte Herausforderung dar: zum einen sind sie Ursache für ein schwer kalkulierbares Sicherheitsrisiko, das in den Gesellschaften ein latentes oder auch akutes Bedrohungsempfinden erzeugt; zum anderen zielen die religiösen und politischen Ideologien terroristischer Akteure, in den letzten Jahren vor allem des transnationalen Terrorismus islamistischer Prägung (z. B. Al Qaida, Islamischer Staat), auf eine Destabilisierung der internationalen Ordnung und ihres normativen Fundaments.

Andreas Wilhelm

Geografie des Terrors

Der Geopolitik wird spätestens seit dem Ukrainekonflikt wieder mehr Aufmerksamkeit zuteil. Während sie gerade im angelsächsischen Raum fester Bestandteil des politischen Diskurses ist, ist sie im deutschen nur schwerlich zu finden – und falls doch, dann ist sie mindestens verdächtig, wenn nicht „brandgefährlich“. Um politische und historische Entwicklungen zu verstehen, sind ihre Ansätze und Schlüsse aber lehr- und hilfreich.

Fabian Schmidt

Die veränderte Rolle der Wohnungswirtschaft in den Großen Siedlungen

Die Veränderungen der deutschen Wohnungsmärkte in den letzten Jahrzehnten war tiefgreifend. Die Ära der Privatisierung 1994–2008 lässt sich durch den Beginn des Altschuldenhilfegesetzes in Ostdeutschland (und Berlin) datieren, denn seitdem wurde den Kommunen nahegelegt, sich von Beständen ihrer öffentlichen Wohnungsunternehmen zu trennen (damals: um Altschulden der DDR-Unternehmen tilgen zu können). Dresdens Verkauf der WOBA war der Höhepunkt, seit der Finanzkrise nimmt die öffentliche Hand weitgehend von Verkäufen Abstand.

Arvid Krüger

Civic Crowdfunding

Ein Instrument für eine lebendige Stadtentwicklung

In den letzten Jahren widmeten sich insbesondere Blogbeiträge und Zeitschriftenartikel mit der Thematik des Urbanism Crowdfundings, wobei sich die Auseinandersetzungen mit der Idee, das Schwarmfinanzierungsprinzip auf Projekte der Stadtentwicklung zu übertragen, deutlich in ihrer Tiefe und Motivation unterschieden. Während die Thematik von einem Großteil der Planenden und Stadtpolitiker*innen unkommentiert blieb, wurde das Konzept besonders von Internetblogger*innen und Stadtaktivist*innen enthusiastisch als das neue Instrument für eine demokratische und partizipative Stadtentwicklung angepriesen.

Melana Jäckels

Kapitel 5. Enttäuschungen verarbeiten

Der Moment, in dem die Blutung vorzeitig eintritt oder das Testergebnis negativ ist, zerstört gefühlt eine ganze Welt. Alle Hoffnungen der letzten Wochen werden in einer Sekunde zerschlagen, und die Seele zerbricht wie eine zu dünne Porzellantasse. Vermehrtes Weinen, ein zeitweiliger Rückzug und Wut auf die ganze Welt haben hier ihre Berechtigung.

Julietta Kuehn

Über die (Un-)Möglichkeit Co-Creation zu managen

Kulturmanagement in Theorie und Praxis zeichnet sich durch eine angebotsorientierte Denkweise aus. Die Digitalisierung als externer, nicht durch die Kultureinrichtungen kontrollierbarer Trend, stellt diese Denkweise vor Probleme, da sie Vernetzung und Interaktivität verschiedenster Akteure und Anspruchsgruppen in bislang ungekanntem Ausmaß ermöglicht und so die Kontrollmöglichkeiten der Kultureinrichtungen einschränkt. Vor diesem Hintergrund zeigt der Beitrag Ansätze auf, wie Co-Creation in den Management Studies diskutiert wird und inwieweit diese Ansätze erste Überlegungen, die im Feld des Kulturmanagements gemacht wurden, erweitern können.

Christian Holst

Die Grenzen der Aufmerksamkeit: Mentale Überlastungen in einer mediatisierten Gesellschaft

Der Beitrag behandelt die Frage, wie unsere mediatisierte Gesellschaft mit den Schattenseiten einer digitalen Ökonomie der Aufmerksamkeit umgeht. Im öffentlichen Diskurs, aber auch in der wissenschaftlichen Psychologie und Pädagogik, wird auf die zunehmende Überlastung von Mediennutzern durch eine stark zugespitzte und grenzenlose Online-Kommunikation hingewiesen. Darunter fallen Suchterscheinungen, Erschöpfungssyndrome und Angstzustände. Im theoretischen Teil wird deshalb erläutert, wie die Mediatisierung die Funktionslogik der öffentlichen und privaten Kommunikation verändert. Wichtige Basiskonstrukte sind hierbei Uwe Schimanks Akteur-Struktur-Dynamiken in gesellschaftlichen Teilsystemen, der Medienlogik-Ansatz nach David Altheide und Robert Snow sowie die systematisierenden Beiträge zur Mediatisierung der Gesellschaft nach Michael Meyen und Friedrich Krotz. Ausgehend vom stark prozessbezogenen empirischen Forschungsstand wird hier eine kritische Folgenperspektive eingenommen. In 19 Leitfaden-Interviews mit Experten aus der praktischen Psychologie, Pädagogik und Massenkommunikation zeigt sich: Mentale Grenzüberschreitungen in einer digitalen Ökonomie der Aufmerksamkeit sind eine reale und gesamtgesellschaftliche Herausforderung, die der einzelne Nutzer oft nicht bewältigen kann. Appelliert wird deshalb an intensivere Medienkompetenzvermittlung über alle Altersgruppen hinweg. Befürwortet werden zudem interdisziplinäre Projekte, die den Nutzer und sein soziales Umfeld präventiv und kurativ begleiten.

Fabian Wiedel

3. „Sphären Modell“ der systemischen Führung

Zur Leitfrage dieser Forschungsarbeit wird genommen, wie ein sozialpsychologisch-empirisch überprüfbares Führungsmodell aussehen kann, das tatsächlich den Ansprüchen einer dynamischen, komplexen (Unternehmens-) Umwelt gerecht wird. Arbeitsthese einer solchen Führung soll die „Systemische Führungskraft“ (SF) sein. Es wird angenommen, dass eine SF besser auf die beschriebenen Umweltbedingungen reagieren kann als eine konventionelle Führungskraft. Führung ist möglich, wenngleich sie neue, inhaltlich hinreichend offene Modelle benötigt. Eine Führungskraft, die sich dessen bewusst ist, beobachtet die für sie sichtbaren Rückkopplungen, interpretiert sie und leitet daraus künftige Aktionen ab. Führung ist somit ein iterativer, selbstreferenzieller Prozess. Einfache Ursache-Wirkungs-Führungsmodelle werden der Dynamik und Komplexität von Systemen nicht gerecht, weil diese von nicht-kontingenten, berechenbaren Zusammenhängen ausgehen und somit ein unterkomplexes Führungsverhalten nahelegen. Für den Alltag eines (Wirtschafts-)Unternehmens bedeutet dies, dass Energie nie in eine Richtung fließt – so etwa von oben nach unten in der Hierarchie –, sondern ein Energieimpuls immer Auswirkungen in alle Richtungen hat und sich unabhängig von ihrem Inhalt (z. B. private oder professionelle Kommunikation, wichtige oder unwichtige Aufgaben) ausbreitet. Entscheidend ist mit einem solchen Energieverständnis nicht mehr, wo Energie (z. B. eine Anweisung) ausgesendet wurde, sondern welche und wie viele Adressaten/Akteure („Knots“) davon etwas mitbekommen und in welcher Art daraufhin das gesamte System Änderungen erfährt.

Daniel F. Pinnow

4. Nachhaltige und effiziente Unternehmensführung durch „Candorship“ und „Lean-Agile“ Organisationsausrichtung

Dieser Beitrag beleuchtet Nachhaltigkeit in der Unternehmensführung vor dem Hintergrund von Führungsqualitäten wie Authentizität, Geradlinigkeit und Transparenz, die in dem Begriff „Candorship“ gefasst werden können. Es wird anhand unterschiedlicher Studien gezeigt, dass die von Candorship geprägten Unternehmen auch bessere ökonomische Performance erbringen und damit effizienter sind als vergleichsweise intransparente, Fehler negierende und nicht auf schnelles Lernen ausgerichtet Unternehmen. Das digitale Zeitalter fordert anpassungsfähige Organisationen, die sich schnell auf neue Anforderungen ausrichten. Der Beitrag zeigt, wie durch eine „lean-agile“ Ausrichtung, die im Kern schnelles Lernen und Anpassungen durch dezentrale, operative Entscheidungskompetenz innerhalb agiler Teams einerseits, und ein dienenden Führungsverständnis auf Managementebene („Servant Leadership“) andererseits genau dieses Candorship-Prinzip realisiert werden kann. Es bedarf eines ganzheitlichen Konzeptes zur koordinierenden Umsetzung, damit der agile Ansatz skaliert und – im Sinne Lean – industrialisierbar ist. Anhand des marktführenden „Scaled Agile Frameworks“ (SAFe), eines ganzheitlichen, offenen Rahmenwerkes aus aufeinander abgestimmter Best Practices, wird das Potenzial konkretisiert: Dieser holistische Ansatz bietet bei konsequenter Umsetzung die notwendige Authentizität, Offenheit und Fehlerkultur, die Candorship und nachhaltige Unternehmensführung im digitalen Zeitalter ermöglicht.

Stefan Vieweg

Migrationspolitik im Bundestagswahlkampf 2017: Die Kluft zwischen Entscheidungs- und Darstellungspolitik

Der Wahlkampf zur Bundestagswahl war von einem Paradoxon geprägt: Die Erwartung an Parteien als rationale Akteure im Wahlkampf ist, dass sie zu relevanten Themen ihre Konzepte und Erfolge darstellen. Doch obwohl die Zuwanderung eine erhebliche Rolle in der öffentlichen Diskussion spielte und die Regierung nach 2015 viele Entscheidungen der Migrationskontrolle getroffen hatte, wurde dies im Wahlkampf der Regierungsparteien nicht dargestellt. Der Wahlkampf war von einem Syndrom, das wir fame avoidance nennen, geprägt: Die Regierungsparteien rühmten sich nicht der von ihnen auf den Weg gebrachten Gesetzesänderungen und der erzielten Steuerungserfolge. Die Strategien der Akteure mögen jeweils für sich rekonstruierbar sein, doch führt fame avoidance zu einem kollektiv problematischen Ergebnis. Die entstandene Kluft zwischen Entscheidungs- und Darstellungspolitik lässt politisch weiten Raum für Vorwürfe, die Regierung sei blind gegenüber Problemlagen, nicht handlungsbereit und handlungsfähig und mangelhaft responsiv gegenüber den Wählerinnen und Wählern. Das Muster der fame avoidance schwächt somit das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die politischen Institutionen und deren Problemlösungskapazitäten. Diese Diskrepanz zwischen Entscheidungs- und Darstellungspolitik seitens der Regierungsparteien im Bundestagswahlkampf 2017 hat ihre Politik zu einem leicht angreifbaren Ziel gemacht. Die AfD vermittelte im Wahlkampf klar formulierte, alternative Handlungsvorschläge. Der Bundestagswahlkampf illustriert also die Gefahren der Nicht-Vermittlung demokratisch legitimierter Gestaltungsfähigkeit für die Demokratie.

Andreas Blätte, Simon Gehlhar, Jan Gehrmann, Andreas Niederberger, Julia Rakers, Eva Weiler

Kapitel 14. Synergien und Zielkonflikte in der Agenda 2030 im Kontext des nachhaltigen Konsums – eine systemische Perspektive

Nachhaltigem Konsum kommt in der öffentlichen Debatte seit mehreren Jahrzehnten eine hohe Aufmerksamkeit zu. Dabei stehen häufig individuelle Konsumkonzepte im Mittelpunkt, die aber zur Lösung der Probleme einer globalen nachhaltigen Entwicklung nicht entscheidend beitragen können. Ein mehr oder weniger nachhaltiges Einzelverhalten reicht nicht aus, und es zeigt sich, dass man eine systemische Perspektive einnehmen muss, um zu einer vollumfänglichen Bewertung heutiger Konsummuster zu kommen. Hierzu bildet die Agenda 2030 aufgrund ihrer Ganzheitlichkeit einen geeigneten Ausgangspunkt. Als eigenständiges Ziel für nachhaltige Entwicklung steht SDG 12, „Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen“, in einem Zusammenhang mit beinahe allen anderen Zielen der globalen Agenda.

Karolina Lecina

Kapitel 2. Zur Umsetzbarkeit der Agenda 2030 – Was kann ein Marshallplan mit Afrika beitragen?

Dieser Beitrag diskutiert die Agenda 2030 der Vereinten Nationen mit den sogenannten Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals/SDGs) und ihre Umsetzungschancen. Er stimmt nicht in den allgemeinen „Lobgesang“ auf die SDGs ein, sondern sieht diese eher als einen Rückschritt gegenüber den Millennium Development Goals (MDGs), weil sie es reichen Ländern erleichtern, sich auf ihre eigenen Probleme zu konzentrieren, statt in internationaler Zusammenarbeit die großen weltweiten Herausforderungen im Nachhaltigkeitsbereich anzugehen. Die Umsetzungschancen für die SDGs werden als nicht gut angesehen. Es wird dann überlegt, ob ein neuer „Marshallplan“ eine Chance bieten würde, die Umsetzung der SDGs voranzubringen, insbesondere am Beispiel Afrika, wo die größten Herausforderungen bestehen. In der Tat bietet ein Marshallplan solche Chancen, allerdings stellt sich auch hier wiederum die Frage, ob ein solcher Plan je zur Umsetzung kommen wird. Mit der jüngst ins Leben gerufenen „Allianz für Entwicklung und Klima“ des deutschen Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) deutet sich ein Weg an, wie im Rahmen einer Multi-Stakeholder-Initiative möglicherweise ein Ansatz gefunden werden kann, einen Marshallplan mit Afrika und andere, damit zusammenhängende internationale Entwicklungen zu fördern und damit dann auch substanziell zur Umsetzung der SDGs beizutragen. Der Text diskutiert die genannten Themen und damit verbundene Fragestellungen.

Franz Josef Radermacher

Kapitel 6. Zum Systemverständnis und seiner Anwendung in der Unternehmenspraxis

Welche Impulse lassen sich aus der Systemtheorie für die Nachhaltigkeitsdiskussion ableiten? Und wie können diese Erkenntnisse in konkretes unternehmerisches Entscheiden und Handeln einfließen? Diesen Fragestellungen geht der Beitrag nach, mit Verweis auf die Grundlagen eines entscheidungsorientierten Systemdenkens sowie auf den SUDEST-Analyseansatz. Wer Entscheidungssituationen auf der Grundlage dynamisch-vernetzter Wirkungsgefüge begreift, der sieht sich mit einer hohen situativen Komplexität konfrontiert. Der Umgang mit dieser Komplexität wird den Erfolg jedes Nachhaltigkeits-Managements entscheidend prägen. Der Beitrag operationalisiert deshalb das Phänomen „Komplexität“ und zeigt auf, wie die verschiedenen Komplexitäts-Parameter in Entscheidungsstrukturen überführt werden können.

Barnim G. Jeschke

Kapitel 11. Im Spannungsfeld von Klimawandel, Overtourism und Agenda 2030 – Tourismus in Destinationen des Globalen Südens

Die Tourismusindustrie zählt in einer zunehmend transnationalen, vernetzten Welt zu den weltweit erfolgreichsten Branchen. Insbesondere Destinationen des Globalen Südens versprechen sich vom Ausbau des Tourismus eine Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Lage und damit einhergehend einen Abbau ihrer sozialen Disparitäten. Gleichzeitig wächst aber auch angesichts von fortschreitendem Klimawandel und Overtourism der Widerstand gegen eine Industrie, die von einem Rekord zum nächsten eilt. Vor diesem Hintergrund beleuchtet der vorliegende Beitrag die komplexen Strukturen und Implikationen einer weitgehend ungebremsten Touristifizierung zahlreicher Destinationen des Globalen Südens. Ein besonderer Fokus liegt in diesem Zusammenhang auf der Agenda 2030, die Tourismus nicht nur als eine der weltweit führenden Leitbranchen anerkennt, sondern diesen auch in möglichst nachhaltige Bahnen lenken will.

Nicolai Scherle

Kapitel 3. Vorbereitung

Um einen erfolgreichen Hackathon zu veranstalten müssen im Vorfeld viele Dinge bedacht, geplant und vorbereitet werden. In diesem Kapitel wird ein Überblick über die wichtigsten Punkte gegeben, die Sie bei Ihrer Planung beachten sollten. Dies reicht von einfachen Dingen wie Termin, DauerDauer, Thema und Teilnehmeranzahl über die richtige Location, Ihr Team, Technik, Sponsoren und Kosten bis hin zu rechtlichen Aspekten, die bereits bei der Planung beachtet werden sollten.

Andreas Kohne, Volker Wehmeier

1. Energy Storage Through the Ages

Prof. Dr.-Ing. Michael Sterner

Kapitel 18. Das große Missverständnis

Das große Missverständnis der Wissensverarbeitung auf dem Computer ist der Glaube, dass man ohne Wissenssubjekt auskommt. Selbst die sprachlichen Symbole der Prädikatenlogik haben für sich genommen keine Bedeutung, sie gewinnen Bedeutung erst druch eine semantische Zuordnung zu den je konkreten Relationen und Funktionen des betrachteten Bereichs. Diese Zuordnung findet jedoch außerhalb des Kalküls der Prädikatenlogik statt. Darum ist der Computer außerstande über den Sinn oder Unsinn von Datenhaufen zu entscheiden.

Wolf Zimmer

Kapitel 5. Liquid Democracy

Für Netzoptimisten besitzt das Internet ein geradezu außerordentliches demokratisches Potenzial, weil es den Zugang und die Bereitstellung von Informationen erleichtert. Wenn du eine freie Gesellschaft willst, so ihre einfache Botschaft, dann gib den Menschen einfach das Internet.

Wolf Zimmer

Kapitel 6. Schule 4.0

Der vermeintlich positive Ansatz, dass es in den Zeiten von Google & Co. nicht mehr so darum gehe, was gelernt wird, sondern vor allem darum, welche Fertigkeiten am Ende eines Lernprozesses beherrscht werden, verschleiert eine generelle Entwertung von Bildung und Wissen. Bildung und Wissen werden reduziert auf Informationen, die in den Datenbanken des Internet jedem und jederzeit zur Verfügung stehen. Dabei geht verloren, dass es einen grundlegenden Unterschied gibt zwischen dem Abrufen von Informationen und dem Verstehen einer Sache.

Wolf Zimmer

Kapitel 5. IT für die digitale Transformation

Mit den Anforderungen eines optimal ausgelegten logistischen Netzes, einer durchgängig vernetzten IT-Infrastruktur sowie der intelligenten Aufbereitung und Nutzung enormer Datenmengen stellt die digitale Transformation die Unternehmen in Industrie und Handel vor enorme Herausforderungen. In der PSI Logistics Suite ist mit dem PSIglobal eine vollumfängliche Standardsoftware für strategisches Supply Chain Network Design (SCND), Steuerung und kontinuierliche Optimierung logistischer Netze verfügbar. Mit einem wettbewerbsdifferenzierenden Funktionsumfang erschließt das PSIglobal dabei nicht allein Kosteneinsparungen bei Logistikstrukturen und – prozessen in Höhe von bis zu 20 %. Es übernimmt vielmehr auch eine zentrale Funktion in Big-Data-Konzepten und sichert mit seiner Systemarchitektur, Upgrade- und Releasefähigkeit eine zukunftsfähige Agilität im Rahmen der digitalen Transformation.

Giovanni Prestifilippo

Kapitel 3. Die wichtigsten Sozialkompetenzen im Online-Marketing

Für das Online-Marketing ist eine Vielzahl von Fertigkeiten und Fähigkeiten erforderlich bzw. hilfreich. In der Literatur und den Unternehmen weltweit scheint sich so etwas wie eine Grundübereinkunft, ein Set dieser Soft und Hard Skills herauszubilden. In diesem Buch sind die fachlichen, im Online-Marketing eher stark techniklastigen Fähigkeiten nicht das Thema. Hier beschäftigen wir uns vielmehr mit den Charaktereigenschaften und menschlichen Fähigkeiten, die Online-Marketing-Experten auch zukünftig befähigen, ihren Job zu entwickeln und zukunftssicher zu gestalten. Um für den Kunden die bestmöglichen, kreativsten Interaktionsmöglichkeiten zum eigenen Produkt oder zum Unternehmen zu präsentieren. Das nachfolgende Kapitel stellt diese wichtigen sozialen Kompetenzen eines Online-Marketing-Managers im Überblick vor.

Markus Bockhorni, Claudia Beauchamp

7. Was um Himmels willen war nochmal ein Fax?

Neue Geschäftsmodelle bringen neues Geschäft

Mit jeder Woche drängen neue Technologien und Geschäftsmodelle auf den Markt und verdrängen alte. Deshalb sollten wir zwar mit ganzer Kraft unser aktuelles Geschäftsmodell verfolgen, doch stets auch ein wachsames Auge auf jene neuen Technologien und Modelle haben, die unsere alten verdrängen könnten – und uns eben nicht verdrängen lassen, sondern zeitig und taktisch klug mit dem Wandel mitgehen. Und das nicht erst, wenn er zur Bedrohung wird, sondern noch, solange er sich als Chance präsentiert. Das erfordert eine Korrektur unserer häufigsten Fehleinschätzungen des Wandels, ein entschlossenes Herangehen an den aktuellen Mega-Wandel der Digitalisierung, die Aktivierung ex- und interner Informationsquellen, die organisatorische Spiegelung des Wandels und ein Senken der üblichen Hemmschwellen.

Cordula Grimm

Eine öffentlichkeitssoziologische Theorie des sozialen Wandels in der digitalen Gesellschaft

Inspiriert von seinem beeindruckenden Werk wagen wir in unserem Beitrag, eine breite Klammer um diejenigen beiden theoretischen Perspektiven, die Kurt Imhof zeitlebens am stärksten beschäftigten: den sozialen Wandel moderner Gesellschaften im Licht öffentlicher Kommunikation zu erschließen (Öffentlichkeit und sozialer Wandel) sowie den strukturellen Wandel der Öffentlichkeit selbst zu ergründen und im Hinblick auf seine gesellschaftlichen und demokratischen Folgen zu reflektieren (Strukturwandel der Öffentlichkeit). Weil Kurt Imhof immer daran gelegen war, seine Ideen nicht einfach zu replizieren, sondern kritisch weiterzuspinnen und auf aktuelle Transformationsprozesse anzuwenden, entwickeln wir in unserem Beitrag eine öffentlichkeitssoziologische Theorie des sozialen Wandels, die erstmals intendiert, die beiden genannten theoretischen Perspektiven zu einem Gesamtmodell zu verbinden. Ebenfalls bezweckt dieser Beitrag, die gewonnene theoretische Perspektive auf den jüngsten Wandel der modernen Gesellschaft anzuwenden. Wir wollen zeigen, wie der soziale Wandel im Gefolge der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise in eine neue Gesellschaftsphase hineinführt, die wir als digital-solutionistische Ära bezeichnen wollen.

Mark Eisenegger, Linards Udris

Aufklärung neben Barbarei

Die Ambivalenzen öffentlicher Kommunikation in heterogenen Gesellschaften

Mit Blick auf autoritäre nationalistische Bewegungen wie in Ungarn, Polen, der Türkei, den USA, den Niederlanden oder Frankreich, die – sofern sie an die Macht gelangen – illiberale Regime etablieren, stellt der Partizipationsforscher van Deth fest: «Offensichtlich gelingt es Populisten, die Demokratie mit demokratischen Mitteln zu gefährden» (van Deth 2017). Das institutionelle Gefüge demokratischer Systeme allein vermag nicht sicherzustellen, was den Geist dieser Herrschaftsform ausmacht: der Schutz der Freiheit des Einzelnen, auch und gerade vor der «Tyrannei der Mehrheit», das Ringen um die Gleichheit, nicht allein vor dem Gesetz, sondern auch in der sozialen Teilhabe an der Wohlfahrt des arbeitsteiligen Gemeinwesens, der «brüderliche» Zusammenhalt, der jenseits des Konflikts von Interessen und Positionen alle Gruppen der Gesellschaft als Mitglieder einer Rechtsgenossenschaft respektiert, die ihre innere Ordnung nach den Prinzipien von Kompromiss und Toleranz gestaltet. Diese geistig-moralischen Grundlagen für das Gelingen einer Demokratie müssen unablässig erneuert werden. Darin können – wie van Deth feststellt – Demokratien scheitern.

Ralph Weiß, Olaf Jandura, Raphael Kösters

Intimisierung und Postdemokratie

Kurt Imhofs Auseinandersetzung mit der medienvermittelten Kommunikation ist immer auch eine Auseinandersetzung mit dem Zustand der Demokratie, seine Medienkritik immer auch Demokratiekritik. In diesem Beitrag sollen deshalb Imhofs Überlegungen zum Wandel der öffentlichen Kommunikation im Lichte einer Krisendiagnose der Demokratie interpretiert werden. Konkret möchte ich fragen: Inwiefern lässt sich die von Imhof konstatierte «Intimisierung» der öffentlichen Kommunikation innerhalb des Analyserahmens der Postdemokratie-Diagnose deuten?

Christian Caspar

Kapitel 8. Selective sweeps

In diesem und den nächsten beiden Kapiteln geht es um den Nachweis der natürlichen Selektion auf der genomischen Ebene. Wir beginnen in diesem Kapitel mit der positiv gerichteten Selektion, die bewirkt, dass ein vorteilhaftes Allel in der Frequenz zunimmt und schließlich fixiert wird. Um Selektion nachzuweisen, betrachten wir die Allele, die unter dem Einfluss der Selektion stehen, jedoch nicht selbst. Da diese in den meisten Fällen a priori nicht bekannt sind, ist das auch gar nicht möglich. Stattdessen gehen wir indirekt vor und analysieren den sogenannten hitchhiking-Effekt eines selektierten Allels auf neutrale Polymorphismen, die an dieses Allel gekoppelt sind. Dies führt zu einem charakteristischen Muster der genetischen Variation in der Nähe der selektierten Stelle, das im Falle der positiv gerichteten Selektion als selective sweep bezeichnet wird und durch spezifische Testverfahren erkannt werden kann.

Wolfgang Stephan, Anja C. Hörger

Modellprojekt LeLA: Integration integrativ – Reflexionen aus der Projekt-Praxis

Drei regional bedeutende Bildungsträger haben für das Integrationsprojekt „LeLA – Leben-Lernen-Arbeiten“ eine Kooperation gegründet, um ihre jeweiligen Stärken zu bündeln. Das Projekt verbindet und verzahnt Sprachunterricht mit Elementen beruflicher und sozialer Integration ( www.lela-uelzen.de [abgerufen am 11.01.2019]). Diese Konzeption war ein wesentlicher Faktor für eine Förderung als Modellprojekt durch den Europäischen Sozialfonds (ESF). Der Beitrag beschreibt die Tätigkeiten der Mitarbeitenden sowie ihre Erfahrung aus zwei Jahren erfolgreicher Integrationsarbeit mit Geflüchteten sowie Migrantinnen und Migranten. Anhand praktischer Beispiele werden Querschnittsaspekte wie Gender, Mobilität oder Qualifizierung illustriert und diskutiert. Abschließend werden Erfolgsfaktoren einer gelingenden Integrationsarbeit herausgearbeitet, die insbesondere im integrierten, kooperativen Ansatz des Projektes begründet liegen.

André Pohlmann

Kapitel 2. Von Spitzenleistungen im Vertrieb zu einem vertriebsorientierten Spitzenunternehmen

Es gibt handfeste Gründe für Unternehmen, sich zu Sales Driven Companies zu entwickeln. Die Austauschbarkeit von Produkten nimmt ebenso zu wie die globale Konkurrenz, die selbst die sicher geglaubte Marktführerschaft vieler Hidden Champions infrage stellt. Die sich exponentiell beschleunigende Digitalisierung führt zu bahnbrechend neuen Produktlösungen und hebt die Forschungsgeschwindigkeit in vielen Branchen auf ein neues und schnelleres Niveau. Industriespionage und weltweit angebotene Billigkopien vieler Qualitätsprodukte tun ihr Übriges. In einer Welt zunehmender Austauschbarkeit stellt Sales Drive den stärksten Hebel für die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen dar.

Dirk Zupancic

Kapitel 5. Sales Driven Leadership: Professionelle Führung im Vertrieb

Mit der Qualität der Führung steht und fällt der Erfolg einer Sales Driven Company. Besonders herausfordernd ist, dass es hier neben den Führungsqualitäten zusätzlich auf die Fähigkeit ankommt, in Vertriebsdimensionen zu denken, statt einer abstrakten Unternehmensstrategie zu folgen. Weil es keine dezidierte Ausbildung zum Leader gibt, können viele, die mit einem MBA ausgestattet sind, zwar managen, müssen das Führen aber erst noch lernen. Im Sales Drive tritt der Erwerb von Vertriebskompetenz noch hinzu. Die fünf Hauptkompetenzen lauten: Veränderungen steuern, Talente entwickeln, Kreativität erzeugen, Mitarbeiter besser machen und Strategien umsetzen. Durch die Heterogenität von Menschen und Situationen im Vertrieb müssen mehrere Führungsstile beherrscht werden und situativ richtig eingesetzt werden können.

Dirk Zupancic

Kapitel 6. Sales Driven People: Die Stellhebel des Erfolgs im persönlichen Verkauf

Verkauf ist ein People Business, das intuitiv beherrscht, aber auch systematisch erlernt werden kann. Für Sales Driven People ist Vertrieb kein bloßes Verkaufen, sondern eine komplexe Aufgabe, für die profunde Produktkenntnisse und geschickte Verkaufsrhetorik nicht mehr ausreichen. Die besten Verkäufer verkaufen nicht nur viel. Sie sind auch virtuos und engagiert im Umgang mit dem CRM, repräsentieren als Botschafter das Standing ihres Unternehmens und sind dem Kunden durch ständiges Lernen immer eine Nasenlänge voraus. Sechs Attribute zeichnen die besten Verkäufer aus: Sie machen mehr Kontakte, priorisieren ihre Kunden, schaffen Mehrwerte, setzen hohe Preise durch, übertreffen Erwartungen und orchestrieren sowohl ihr eigenes Team als auch die Mitarbeiter, die ihnen aus anderen Bereichen zuarbeiten.

Dirk Zupancic

Kapitel 3. Geschäftsmodelle im B2B eCommerce

Die Möglichkeiten des B2B eCommerce unterscheiden sich wesentlich danach, um welche Betriebsform und welchen Geschäftstyp es sich handelt. Bereits im Produktgeschäft unterscheiden sich die Vermarktungsbesonderheiten von Industrie- und Konsumgütern wesentlich. So verkaufen Hersteller von Konsumgütern nicht selten auch an Endkunden, so dass hier duale Online-Shops – neuerdings auch als B2B2C-Geschäft gekennzeichnet – Sinn machen. Hier bewegen sich Neukauf und Wiederkauf in einem relativ ausgewogenen Verhältnis, während im Zuliefergeschäft beispielsweise der identische Wiederkauf nicht selten das Geschäft dominiert, sodass die Neukundenakquise hier nicht so häufig erfolgt, aber doch noch erheblich mehr Gewicht hat als beispielsweise im Industriegütergeschäft oder bei Systemen. Im Projekt- bzw. Anlagengeschäft schließlich finden kaum identische Wiederkäufe statt, wobei im Zweifel jedes Neugeschäft mit einer Kundengewinnung einhergeht.

Gerrit Heinemann

Kapitel 2. Grundlagen des B2B eCommerce

Neben dem Thema Digitalisierung ist derzeit vor allem der Begriff der „Industrie 4.0“ in aller Munde. Dieser vernachlässigt allerdings weitgehend den B2B eCommerce und spricht lediglich von einer Vernetzung zwischen den Unternehmen und den von ihnen benutzten Plattformen. Das ist aber nicht neu, denn das gab es bereits vor dem Internet-Zeitalter bzw. vor der dadurch eingeleiteten digitalen Revolution, die vor allem dadurch gekennzeichnet ist, dass sie neue Geschäftsmodelle hervorbringt. Daher gilt es, die digitalen Grundlagen sowie die Besonderheiten der virtuellen Wertschöpfung zu klären. Dies ermöglicht eine differenzierte Betrachtung nach Geschäftstypen, die stark durch ihre Stellung in der Wertschöpfungsstufe und die Art der Kundeninteraktion geprägt sind. Diese Faktoren bestimmen, welche Marketing- und Verkaufspolitik Sinn macht, um den Anspruch an ein kundenzentriertes Unternehmen überhaupt erfüllen zu können. Klassische Handelsmodelle werden es deswegen zunehmend schwerer haben, auf dem sich stetig wandelnden Markt zu überleben. Vor allem digitale Plattformen und Online-Marktplätze sind in der Lage, effiziente Marktmechanismen vergleichsweise kostengünstig und schnell zu gewährleisten. Gerade für B2B Multi-Channel-Anbieter wird es immer wichtiger, sich durch zusätzliche Serviceleistungen vom klassischen Geschäftsmodell abzugrenzen und dadurch beim B2B-Kunden zu punkten.

Gerrit Heinemann

Das Produkt: Objekt und/oder Ding? Neue Dimensionen einer Pragmatik der Konventionen

Aus den Beiträgen zum vorliegenden Band geht hervor, wie zentral Produktqualität für die Märkte und Produktionssysteme ist. Der Grund dafür ist das alles andere als marginale oder bloß technische Problem der Verständigung darüber, was, wie, mit wem und für wen produziert wird – mit anderen Worten: Der Grund ist das Produkt selbst, das die Basis sowohl der Organisation und Konfiguration der Märkte als auch der Produktion darstellt. Das Problem geht über die Ökonomie im engeren Sinn hinaus und umfasst Fragen, die in der Regel auch von der Soziologie, der Politik- oder der Rechtswissenschaft behandelt werden (etwa Fragen der kollektiven Beratung, des Übereinkommens, der rechtlichen Rahmung oder der öffentlichen Politiken).

Robert Salais

Konventionen und Normen der Produktqualität

Wenn Sozialwissenschaftlerinnen und Sozialwissenschaftler die Dynamik eines Wirtschaftssystems beobachten, müssen sie über die immense Vielfalt der angebotenen Produkte und Dienstleistungen, über die Komplexität ihres inneren Aufbaus und ihre Entwicklung unweigerlich ins Staunen geraten. Jedes Produkt besteht aus einer Fülle an einzelnen Elementen und mobilisiert – zumal im Kontext der Globalisierung – eine große Zahl von Unternehmen und Arbeitern mit unterschiedlichen Kompetenzen. Die Komponenten stammen aus manchmal weit voneinander entfernten Orten und Ländern mit ihren je spezifischen soziohistorischen Kontexten und institutionellen Konstellationen. Und dennoch: Trotz der fortwährend zu beobachtenden Spannungen und Reibungen, die eher ein Scheitern wahrscheinlich machen, versammeln und fügen sich Orte, Betriebe, Arbeiter und Komponenten zu einem Prozess, an dessen Ende ein fertiges Produkt steht.

Robert Salais

Kapitel 11. Begründeter Flächenbedarf vs. verfügbares Flächenangebot

Gleich, ob bei einer Belegungsplanung in einem Neubau oder einer geplanten Flächenverdichtung im Bestand: Die frühzeitige, idealerweise digitale Aufbereitung von Informationen zum verfügbaren strukturierten Flächenangebot und dem durch einen Flächenstandard gestützten begründeten Flächenbedarf des Unternehmens oder der Organisation hilft maßgeblich bei der objektiven Bewertung von Ist-Situationen und dem Erkennen von Potenzialen sowie bei der Durchführung von Planungen für Neubelegungen, die zu einer Entscheidungssicherheit des Managements im Umgang mit dem Flächenportfolio führt.

Regina Zeitner, Michael Marchionini, Günter Neumann, Heike Irmscher

Kapitel 2. Schulleitung im Kontext von Qualifizierung und Auswahl

Das Kapitel 2 setzt sich mit den Aufgaben, Anforderungen und Qualifikationswegen von Schulleiterinnen und Schulleitern auseinander. Der Fokus liegt dem Forschungsgegenstand entsprechend auf Deutschland und insbesondere auf dem Bundesland Nordrhein-Westfalen. Da die Diskussion um Schulleitung in Deutschland stark durch den englischsprachigen Diskurs geprägt ist, wird die Perspektive mit relevanten Forschungsergebnissen aus dem internationalen Kontext gerahmt.

Melanie Erckrath

Kapitel 5. Organisationstheoretische Erklärungsansätze des Neo-Institutionalismus

Dieses Kapitel wird in die Organisationstheorie des Neo-Institutionalismus einführen und die für diese Arbeit wesentlichen Konzepte und Annahmen herausarbeiten. Das erste Unterkapitel (5.1) widmet sich dem Entstehungskontext und den Grundideen des NI. In Kapitel 5.2 werden wichtige Konzepte wie Institution, Legitimität, Isomorphie und Institutionalisierung erarbeitet, indem Ideen der Gründungsphase des NI um spätere Ausdifferenzierungen erweitert werden.

Melanie Erckrath

Kapitel 3. Ideenformulierung

Die folgenden Ausführungen befassen sich mit dem ersten Erfolgsfaktor eines jeden zu gründenden Unternehmens für die Phase der Ideenformulierung: dem Gründer bzw. dem Gründerteam und dessen bzw. deren Beschreibung im Rahmen der Erstellung eines Businessplans. Durch diesen Businessplan erfährt die Gründungsidee eine schriftliche Formulierung bzw. Darstellung. Entsprechend sind die nachfolgenden Punkte Bestandteile dieses Plans. Dabei stehen folgende Fragen für den Faktor „Management“ im Mittelpunkt der Betrachtungen, deren Antworten zugleich auch die Lernziele darstellen: Welche allgemeinen Informationen müssen zu den Gründern hinsichtlich deren Qualifikation und Vision im Rahmen eines Businessplans gemacht werden? Wie sieht die Aufgaben- bzw. Rollenverteilung zwischen den Gründern aus und welche Beteiligungsverhältnisse liegen vor? Wie gestaltet sich die Organisation innerhalb des Gründerteams und welche Regeln gilt es hierbei zu beachten?

Tobias Kollmann

Kapitel 5. Ideenintensivierung und -fortführung

Die folgenden Ausführungen befassen sich mit dem ersten Erfolgsfaktor eines jeden zu gründenden Unternehmens für die Phase der Ideenintensivierung: dem Gründer bzw. dem Gründerteam. Dabei stehen für den Faktor „Management“ vor diesem Hintergrund folgende Fragen, deren Antworten zugleich auch die Lernziele darstellen, im Mittelpunkt der Betrachtungen: Wie sind die internen Kommunikationsprozesse eines jungen Unternehmens der Digitalen Wirtschaft zu gestalten? Wie genau entstehen Teams im Zeitablauf, was macht ein gutes Team aus, welche Probleme existieren und wie kann diesen Problemen entgegengewirkt werden? Welche besonderen Informations- und Kommunikationsbedürfnisse haben die Shareholder als herausgehobene Anspruchsgruppe eines Startups in der Digitalen Wirtschaft?

Tobias Kollmann

Kapitel 2. Ideenfindung

Die folgenden Ausführungen befassen sich mit dem ersten Erfolgsfaktor eines jeden zu gründenden Unternehmens für die Phase der Ideenfindung: dem Gründer bzw. dem Gründerteam. Dabei stehen folgende Fragen im Mittelpunkt der Betrachtungen, deren Antworten zugleich auch die Lernziele dieses Kapitels darstellen: Existieren charakterliche Merkmale, die einen Unternehmer/Gründer vom Rest der Bevölkerung unterscheiden und wenn ja, welche Implikationen ergeben sich hieraus? Welche Kompetenzen zeichnen einen erfolgreichen Unternehmensgründer aus? Welche Kompetenzen zeichnen einen erfolgreichen Unternehmensgründer insbesondere in der Digitalen Wirtschaft aus?

Tobias Kollmann

Kapitel 4. Ideenumsetzung

Die folgenden Ausführungen befassen sich mit dem ersten Erfolgsfaktor eines jeden zu gründenden Unternehmens für die Phase der Ideenumsetzung: dem Gründer bzw. dem Gründerteam. Dabei stehen folgende Fragen für den Faktor „Management“ im Mittelpunkt der Betrachtungen, deren Antworten zugleich auch die Lernziele darstellen: Auf welche Art und Weise und nach welchen Regeln können innerhalb des Managements/Gründerteams zu treffende Entscheidungen abgestimmt werden? Wie ist die Kontrolle der Geschäftsführung durchzuführen, um eventuelle Zielkonflikte zwischen geschäftsführenden und nicht geschäftsführenden Gesellschaftern zu minimieren? Wie findet sich das geeignete Personal für eine Unternehmensgründung innerhalb der Digitalen Wirtschaft und wie ist es auszuwählen bzw. anschließend zu steuern?

Tobias Kollmann

Kapitel 11. Spitzenleistung durch Exzellenz in der Industrie

In den vorherigen Kapiteln wurde beschrieben, wie es der Luftfahrt in den letzten 30 Jahren gelungen ist, gestiegene Anforderungen an ihre Wertschöpfung erfolgreich umzusetzen und dieses Niveau langfristig aufrecht zu erhalten. Dazu wurden die Prozesse neu ausgerichtet, die Standardisierung vorangetrieben und das Verhalten der Akteure an die Bedürfnisse einer zukunftsorientierten Leistungserbringung angepasst. So wurde schließlich ein Kulturwandel vollzogen.

Martin Hinsch, Jens Olthoff

Kapitel 6. Crew Resource Management (CRM)

SeitCrew Resource Management (CRM) Beginn der Luftfahrt analysieren Experten, wie es zu Unfällen kommen kann. Die Frage ist also nicht, warum so viele Unfälle passieren, sondern warum sie überhaupt geschehen. Sehr oft wurde festgestellt, dass ein Mensch einen Fehler begangen hat – dass die Ursache also in den Human FactorsHuman Factors lag. Solch ein Versagen ist ein völlig normaler Vorgang, der immer passieren kann, wenn Menschen arbeiten, denn irren ist menschlich. Aufgrund der hohen Schadenpotenziale entsteht daraus gerade in der Luftfahrt die Frage, wie sich Arbeitsfehler vermeiden, oder mindestens minimieren, lassen.

Martin Hinsch, Jens Olthoff

Kapitel 2. Ursache-Wirkungsstruktur und intentionale Struktur

Wir wenden uns der Frage nach der Regieführung zu, dazu wird das physikalische Konzept der verschiedenen Zeitpfeile erörtert. Diesem physikalischen Ansatz wird die Grundstruktur der intentionalen Struktur mit den drei Handlungsebenen gegenübergestellt. Dazu sind Heuristiken notwendig, die auf die Ursache-Wirkungsstruktur projeziert werden. Am Beispiel des Bogenschusses werden die Kausalketten für die vier Einzelereignisse erarbeitet. Zum Schluss des Kapitels werden Ursache-Wirkungsstruktur und intentionale Struktur zusammengeführt.

Volker Hoensch

Kapitel 2. Wissenschaftlicher Forschungsstand zu den Kontexten Mittelstand / Familienunternehmen, Women Entrepreneurship und Entrepreneurship Education

In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen für diese Arbeit gelegt. Zunächst werden grundsätzliche Begriff sbestimmungen in den Kontexten Mittelstand in Deutschland, Familienunternehmen und Unternehmensnachfolge dargestellt und jeweils untersuchungsspezifi sch defi niert und abgegrenzt. Nach einem geschichtlichen Rückblick auf die Unternehmensnachfolge wird die derzeitige Generationennachfolge thematisiert.

Birgit Schulte

Kapitel 6. Ergebnisse und Diskussion der Datenauswertung

Die für die Auswertung eingesetzten statistischen Methoden können in deskriptive und inferenzstatistische Verfahren unterteilt werden. Zunächst erfolgt eine Beschreibung der Stichprobe anhand der Ergebnisse der deskriptiven Statistik. Je nach Skalenniveau der Variablen werden unterschiedliche Maße der zentralen Tendenz und Dispersionsmaße dargestellt: Kategoriale Daten (nominales Skalenniveau) werden mit Häufigkeiten und Prozenten dargestellt, für ordinalskalierte Daten wird der Median und der Interquartilsabstand angegeben.

Birgit Schulte

Kapitel 3. Innovation & Wissen – Triebkräfte wissensbasierter Ökonomien

Der Erfolg von Unternehmen ist eng mit deren Innovativität verknüpft. Insbesondere in einem dynamischen Wettbewerbsumfeld gilt die kontinuierliche Innovationstätigkeit als Voraussetzung für die Realisierung dauerhafter Wettbewerbsvorteile und Triebfeder unternehmerischen Wachstums (Brockhoff 2008). Im Erfolgsfall können Innovationen zu Beschäftigungswachstum beitragen. Innovativen Unternehmen wird daher eine zentrale Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit und Dynamik von Wirtschaftsräumen beigemessen. Bereits in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts betonte der österreichische Ökonom JOSEPH A. SCHUMPETER die Bedeutung von Innovation als Basis ökonomischen Wandels und Wohlstands (Schumpeter 1934).

Judith Terstriep

Kapitel 4. Wissen, Kompetenzen & Relationen – Innovation aus unternehmerischer Perspektive

Wissen und Interaktionen sowie damit einhergehende Lernprozesse bilden – wie im vorangehenden Kapitel aufgezeigt – wesentliche Determinanten im Innovationsprozess. Was bezogen auf dieses komplexe Zusammenspiel als strategisch sinnvoll erachtet wird, kann einerseits durch eine nach innen gerichtete ressourcenbasierte Sicht (»Resource-based View«, kurz: RBV) des Unternehmens, welche die Ressourcenausstattung des Unternehmens in den Vordergrund stellt (Barney 1991), erklärt werden. Andererseits kann eine nach außen gerichtete Marktperspektive (»Market-based View«, kurz: MBV) eingenommen werden, die den Unternehmenserfolg primär durch die Marktstruktur sowie eine vorteilhafte Positionierung in attraktiven Branchen begründet (Porter 1980).

Judith Terstriep

Kapitel 5. Cluster – Ein Konzept mit vielen Facetten

Ausgehend von den Arbeiten KRUGMANs (1991), PORTERs (2000, 1998b, 1990) und ENRIGHTs (1999, 1995) erlebte die Clusterforschung seit Anfang der 1990er Jahre einen wahren Boom, der mit einer Vielzahl clusterbezogener Publikationen einherging. Dieser hat jedoch wenig zur Herausbildung eines homogenen Forschungsfeldes mit einer einheitlichen Terminologie beigetragen. So konstatiert GLASMEIER (2002: 117), dass »[…] the extent of what we do not know is still surprising. Much of what we know still consists of lists of ingredients with imprecise measures in no particular order«. Eine Feststellung, die bis heute Gültigkeit besitzt. Nach wie vor bildet die Clustertheorie kein in sich geschlossenes Theoriegebäude, vielmehr vereint sie unter ihrem Dach ein breites Spektrum unterschiedlicher Ansätze, wie PORTERs Clusterkonzept, mehrdimensionale und wissensbasierte Ansätze.

Judith Terstriep

Kapitel 9. Ergebnisse der empirischen Untersuchung

Nachdem das Forschungsdesign vorgestellt wurde, widmet sich dieses neunte Kapitel den empirischen Befunden der Untersuchung. Einleitend werden die deskriptiven Ergebnisse vorgestellt (Kapitel 9.1). Daran schließt sich die Evaluation der verwendeten reflektiven und formativen Messmodelle an (Kapitel 9.2). Die Hypothesenprüfung sowie die Beurteilung des Strukturmodells sind Gegenstand des Kapitels 9.3. Abschließend erfolgt eine zusammenfassende Darstellung der Untersuchungsergebnisse (Kapitel 9.4).

Judith Terstriep

Kapitel 10. Reflexion der Ergebnisse

Das zentrale Erkenntnisinteresse der vorliegenden Arbeit bildete die mikroökonomische Fundierung von Clustern im Sinne eines vertiefenden Verständnisses der angenommenen innovationsfördernden Wirkung von Clusterinitiativen auf die partizipierenden Unternehmen am Beispiel der Software- und IT-Dienstleistungsbranche. Die Analyse der relevanten innovations-, management- und clustertheoretischen Literatur (Teil II, Kapitel 3 bis 5) zeigte, dass kooperativen Innovationsprozessen, wissensbasierten Interaktionen und interaktiven Lernprozessen zwischen Unternehmen ein zentraler Stellenwert für die unternehmerische Innovativität eingeräumt wird. Cluster wurden in diesem Kontext als räumliche Konzentration von Unternehmen einer Branche und unterstützender Einrichtungen definiert, die durch formelle und informelle, wettbewerbliche und kooperative sowie wissensbasierte Interaktionen flexibel miteinander verbunden sind (Teil II, 3.1).

Judith Terstriep

Kapitel 2. Aufbau der Arbeit

Wie nachfolgend dargestellt, gliedert sich die Arbeit in vier Teile. Mit den vorangehenden Ausführungen des ersten Teils wurde eine Einführung in die Clusterthematik gegeben, die Relevanz des Themas dargelegt und die forschungsleitenden Fragestellungen formuliert.

Judith Terstriep

Kapitel 2. Komm zu DIR! – (M)ein Begleitwort

Danke sehr, lieber Peter. Ich möchte direkt an deinen letzten Gedanken anknüpfen, der von Reflexion und Selbstwirksamkeit spricht: DAS Hauptthema meiner Stoßrichtung für „meine Juristen“, die mir als Berufsgruppe sehr am Herzen liegen. Ich werde den Titel des Buches sehr ernst nehmen und eine Erwartungshaltung an die Leser aufbauen: Ohne Training ist kein persönlicher Gegenentwurf zu krankmachendem Stress möglich.

Stefanie Simone Klief

Kapitel 6. Das Training

„Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Hört man damit auf, treibt man zurück.“ Dieses chinesische Sprichwort prangte in meiner Schulzeit an meiner Pinnwand. Damals noch mit Benjamin Britten unterschrieben, aber da uns das Netz klüger macht, weiß ich heute, es kommt ganz woanders her. Wichtiger ist allerdings, wo es „hinfällt“. Als Schülerin auf den wenig fruchtbaren – gleich faulen – Boden außerhalb der kognitiven Erkenntnis, dass da natürlich was dran sei. Heute habe ich allerdings die Aufgabe zu erfüllen, Ihnen einen sogenannten Mehrwert zu liefern, statt nur schöne Worte zu schwingen.

Stefanie Simone Klief

Kapitel 5. Der Antistress: Wie entsteht Gesundheit?

Es gibt etliche Möglichkeiten, um situative Stresshormone körperlich schnell wieder abzubauen. Sie sind nahezu jedermann bekannt. Ob Bewegung und Sport, von moderatem Spazierengehen bis Puls hochpuschen, tief ein- und langsam wieder ausatmen, von 100 rückwärts zählen, ein großes Glas Wasser schnell in großen Schlucken trinken, den Sekundenzeiger einer Uhr eine Weile beobachten, puzzeln, ein Mandala ausmalen und vieles mehr. Doch kann dies nicht verhindern, dass es überhaupt erst zu einer Ausschüttung der Stresshormone kommt.

Stefanie Simone Klief

Kapitel 4. Der Stress: Wie entsteht Stress?

Stress ist ein besonderes Phänomen, dem meist so verflixt Unrecht getan wird, dass ich hier mal zunächst eine Lanze für ihn brechen will. Nicht mit der Allerweltsformel, dass er uns evolutionär geschenkt wurde, um Leben und damit unsere Arterhaltung zu retten. Nein, das wissen Sie längst – hilft Ihnen aber weder im täglichen Dschungelkrieg gegen den Säbelzahntiger Aktenberge noch das Mammut Termindruck.

Stefanie Simone Klief

Kapitel 11. Schlussfolgerungen zur allgemeinen Wirksamkeit aktiver Bodenpolitik zur Umsetzung planerischer Ziele (Diskussion der Hypothesen)

Die präsentierten Fallstudien dienen der Analyse der tatsächlichen Wirkungszusammenhänge. Sie schliessen den Baustein C (Fallstudien) ab und ergänzen die vorangegangen empirischen Bausteinen A (Fernerkundung) und B (Fragebogen). Im Baustein A wurde mittels Fernerkundung die städtebauliche Qualität (fast) aller Lebensmittel-Discounter-Filialen in der Schweiz evaluiert, also eine Grobabschätzung des Zustandes der abhängigen Variable vorgenommen.

Andreas Hengstermann

Kapitel 1. Bodenpolitik im Kontext des „Galmiz-Problems“ der Raumplanung

Im Jahr 2004 wurde öffentlich, dass ein US-amerikanischer Biotechnologiekonzern für ca. 2. Mrd. Franken einen neuen Produktionsstandort mit rund 1.200 Arbeitsplätzen aufbauen möchte (vgl. NZZ 2006, Bachmann 2005). Zunächst war unklar, um welchen Konzern es sich handelt.

Andreas Hengstermann

Kapitel 13. Ableitung von Handlungsempfehlungen

Die bisherigen dargestellten Erkenntnisse sind ausschliesslich analytisch. Um die daraus gewonnenen Erkenntnis auch für die planerische Praxis relevant zu machen, werden im Folgenden Handlungsempfehlungen abgeleitet. Diese sind lösungs- und handlungsorientiert und dementsprechend deutlich interpretativer als die bisherigen Abstraktionen.

Andreas Hengstermann

Kapitel 7. Untersuchungsmethode

Entsprechend ist für die vorliegende Arbeit eine zielführende Methodik zu entwickeln. Im Sinne eines Ansatzes mit verschiedenen Methoden (mixed-methods) werden dabei sowohl qualitative, wie quantitative Methoden herangezogen (vgl. Etzioni 1967). Hierdurch wird ermöglicht, dass sowohl Erkenntnisse über den Zustand der Ressource (oder genau: der gewählten Untersuchungseinheit) erhoben, als auch die akteurszentrierten Prozesse analysiert werden, die diesen Zustand verursacht haben. Des Weiteren wird ermöglicht, dass (im Sinne einer hypothesengeleiteten Forschung) deduktiv erarbeitete Erwartungen getestet werden, als auch (im Sinne einer offenen Forschung) explorative Erkenntnisse zugelassen werden.

Andreas Hengstermann

Kapitel 2. Stand der bodenpolitischen Forschung

Die Auseinandersetzung um Bodenpolitik basiert auf der Annahme, dass eine bodenpolitische Vorgehensweise der öffentlichen Hand eine grössere Wirksamkeit aufweist, als dies mit der klassischen Raumplanung der Fall ist. Diese Grundannahme besteht wiederum aus zwei wesentlichen, weiteren Annahmen: Erstens, dass Bodenpolitik etwas Anderes ist, als das, was als ´klassische Raumplanung´ bezeichnet wird. Zum anderen, dass diese, wie auch immer definierte, klassische Raumplanung eine geringe Wirksamkeit aufweist. Zusammengenommen definieren diese Grundannahme mit ihren beiden Teilannahmen den Rahmen der vorliegenden Arbeit – oder, um genauer zu sein – die Forschungslücke, zur deren Verkleinerung die vorliegende Arbeit einen Beitrag liefern möchte.

Andreas Hengstermann

Kapitel 10. Befunde zum Wirkungsmechanismus aktiver Bodenpolitik

Die Befunde zum Wirkungsmechanismus aktiver Bodenpolitik stützen sich auf die vier dargestellten Bausteine. Das vorliegende Kapitel folgt grundsätzlich diesem Aufbau. Zunächst werden daher die Ergebnisse der Fernerkundung präsentiert, welche Rückschlüsse zur städtebaulichen Qualität von Lebensmittel-Discounter-Filialen in der Schweiz ermöglichen (Kap. 10.1).

Andreas Hengstermann

Kapitel 9. Bodenpolitische Instrumente

Basierend auf der erarbeiteten Definition sollen nun die Instrumente der Bodenpolitik identifiziert und vorgestellt werden. Da allein im öffentlich-rechtlichen Bereich der Schweizerischen Rechtsordnung etwa 158 Instrumente existieren, die Bodeneigentum und dessen Nutzung regulieren (vgl. Knoepfel und Wey 2006), erfolgt die Darstellung gezwungenermassen selektiv. Verschiedene Instrumente, die auf einem grundsätzlich vergleichbaren Mechanismus basieren, werden dabei zusammengefasst.

Andreas Hengstermann

Kapitel 4. Allgemeiner Forschungsrahmen

Auf Grundlage dieser allgemeinen und theoretischen Vorüberlegungen wird ein allgemeiner Forschungsrahmen bestehend aus dem Forschungsinteresse (Kap. 4.1), den Forschungsvariablen und -fragen (Kap. 4.2), den Forschungshypothesen (Kap. 4.3) und der Positionierung der Arbeit (Kap. 4.4).

Andreas Hengstermann

Kapitel 6. Untersuchungseinheit Lebensmittel Discounter

Die Wahl der Untersuchungseinheit Lebensmittel-Discounter macht es notwendig diese als räumliches Element vorzustellen. Die Darstellung der Discounter soll dabei die der vorliegenden Arbeit zugrundeliegenden Annahmen kenntlich machen und begründen. Untersuchungseinheit wird daher aus vier unterschiedlichen Perspektiven betrachtet.

Andreas Hengstermann

Kapitel 3. Theoretische Annahmen zur Wirkung von Bodenpolitik

Die Ausarbeitung von theoretischen Annahmen zur Wirksamkeit von Bodenpolitik soll in Bezugsrahmen, Theorie und Modell gestaffelt werden. Die drei Teile entsprechend der Einteilung nach Ostrom (2005, 2007) und sind nach ihrem Abstraktionsgrad sortiert.

Andreas Hengstermann

Kapitel 8. Screening des institutionellen Bodenregimes in der Schweiz

In der Kommunikationswissenschaft gilt, dass es unmöglich ist nicht zu kommunizieren. “Denn jede Kommunikation (nicht nur mit Worten) ist Verhalten und genauso wie man sich nicht nicht verhalten kann, kann man nicht nicht kommunizieren.” (Watzlawick / Beavin / Jackson (1969/2007: 53).

Andreas Hengstermann

Kapitel 10. Diagramme: Mit Zeichnungen denken

Der Technikhistoriker Eugene S. Ferguson betonte in seinem aufschlussreichen Artikel The Mind‘s Eye: Nonverbal Thought in Technology (Ferguson 1977) die visuellen Komponenten des Denkens. Er zeigte darin, wie Technikentwickler und Wissenschaftler Bilder und Diagramme statt Wörter und Zahlen benutzen, um Ideen und Möglichkeiten darzustellen. Schon lange haben Erfinder und Ingenieure Bilder verwendet um zu durchdenken, wie Maschinen arbeiten, und sie haben sich gegenseitig ihre Ergebnisse in bildlicher Form vorgestellt.

Howard S. Becker

Kapitel 10. Engagementverstärker und Brückenbauer? Kirchengemeinden als Akteure der lokalen Energiewende

Die Erreichung der bundesdeutschen Klimaschutzziele bedarf einer gesellschaftlich breit getragenen Transformationsanstrengung (WBGU 2011), eines letztlich lang währenden, teils radikalen Prozesses: der Energie-, Wärme- und Mobilitätswende. Dabei spielte Klimapolitik im vergangenen Bundestagswahlkampf 2017 keine Rolle. Stattdessen mischten sich verstärkt nationalistische und populistische Töne in die Debatten um die zukünftige Energieversorgung. Der Blick auf die Entstehungsprozesse und das Engagement von Kirchengemeinden für klimaschonende Innovationen und deren Etablierung hilft zu verstehen, wie komplexe Prozesse – wie der abstrakte Klimawandel – in lokales Engagement umgesetzt und gleichzeitig zu einer Stärkung der demokratischen Strukturen und Vertrauensbildung führen können. Im Fokus der empirischen Untersuchung steht dabei der Vertrauensaufbau, die Knüpfung neuer sozialer Verbindungen und die Freisetzung neuen Engagements. Die einfachen Antworten des Populismus auf meist komplexe politische und gesellschaftliche Prozesse werden so bestenfalls im Zuge des Innovationsprozesses anschaulich und konkret infrage gestellt. Schließlich, so die These, können Innovationen neue Netzwerke bilden, tradierte Konfliktlinien durchbrechen und neue Vertrauensbildungsprozesse (eben: soziales Kapital) bei den beteiligten Akteuren in Gang setzten.

Sophia Schönborn

Alle 50 New Work Hacks

Hier findest du nun die 50 New Work Hacks in alphabetischer Reihenfolge zum Einlesen und Erarbeiten.

Nils Schnell, Anna Schnell

Kapitel 8. Instrumentalisierung von räumlichen Repräsentationen in Planungskonflikten

Betrachtet man die Entwicklungen in der Raum- und Umweltplanung, so treten in den letzten Jahren Konflikte auf regionaler und lokaler Ebene vermehrt und in deutlicher Ausprägung auf. Diese Konflikte können als das Resultat der Reaktionen lokaler und regionaler Akteure, die von den jeweiligen Planungsvorhaben betroffen sind und unterschiedliche Positionen einnehmen, verstanden werden. Beobachtbar ist, dass sich an den Konflikten um Raum und Macht nicht mehr nur politisch gewählte und legitimierte Institutionen beteiligen, sondern in zunehmendem Maße auch weitere Akteursgruppen, wie z. B. bürgerschaftliche Initiativen, aktiv sind.

Daniela Boß

Einleitung oder das „Warum“ zum Buch

Erkläre Menschen, warum du etwas tust, und sie werden dir zuhören und dich besser verstehen: „always start with the why“ – ganz nach dem inzwischen in New-Work-Kontexten legendären Leitspruch von Simon Sinek (2011). Anhand unseres Warum zeigen wir dir die Stoßrichtung des Buches auf und geben Auskunft darüber, für wen das Buch gedacht ist und wer es vielleicht wieder aus der Hand legen kann.

Nils Schnell, Anna Schnell

Kapitel 12. Wahrgenommener Einfluss. Protestbilder und Anpassungsstrategien von Protestadressaten in lokalen Konflikten um Energiewendeprojekte

Proteste können sehr unterschiedliche Folgen und Effekte haben. Die Forschung hierzu konzentriert sich vielfach auf rückblickend beschreibbare Protestfolgen. Hier wird die These diskutiert, dass in lokalen energiepolitischen Konflikten bereits der wahrgenommene Einfluss im Prozess selbst eine entscheidende Rolle spielt. Bei den Protestadressaten lassen sich drei unterschiedliche Bilder der Protestierenden feststellen: emotionaler, nützlicher und bedrohlicher Protest, welche wiederum Effekte auf den Umgang mit Protesten haben.

Sören Messinger-Zimmer, Klaudia Hanisch, Christoph Hoeft, Julia Zilles

Kapitel 14. Die deutsche Dekarbonisierungsbewegung: Bottom-up-Exnovation zwischen Post-Politik und Partizipation?

In der Darstellung der Energiewende dominiert das Narrativ soziotechnischer Innovation: Die Gesellschaft entwickelt Umsetzungswege, auf deren Grundlage ein Wandel in Richtung Nachhaltigkeit möglich ist. Diese einseitige Konzentration auf das technische Erneuern verschleiert jedoch, dass mit der Einführung neuer Technologien stets eine grundsätzliche gesellschaftliche Entscheidung über die bis dahin genutzten Praktiken und Strukturen aussteht. Solche Prozesse werden in der Literatur über Exnovation genannt.

Martin David

Kapitel 2. In der Demokratiefalle? Probleme der Energiewende zwischen Expertokratie, partizipativer Governance und populistischer Reaktion

Dieser Beitrag erläutert die Verbindungslinien zwischen dem Aufstieg des Populismus und der Energiewende und deutet sie im Lichte von drei gegenwärtigen Herausforderungen der Demokratie (Politisierung, Differenzierung und Kognitionsasymmetrie). Daran anknüpfend werden Expertokratie, partizipative Energie-Governance und Populismus als drei Perspektiven des Umgangs mit diesen Herausforderungen herausgearbeitet, wobei insbesondere deren jeweiliger Zugriff auf den Prozess der Energiewende im Fokus steht. Der Populismus erweist sich in diesem Kontext als kein eigenständiges politisches Programm, sondern als eine Reaktion auf die Probleme der anderen beiden Perspektiven

Veith Selk, Jörg Kemmerzell, Jörg Radtke

Kapitel 6. Ergebnisse der qualitativen Untersuchungsschritte in Österreich und den USA

Nach den Ergebnissen der Fragebogenauswertung stehen in diesem Kapitel die Ergebnisse der Auswertung der qualitativen Untersuchungsschritte im Fokus. Wie in Kapitel 4 schon ausgeführt wurde, handelt es sich bei der Datenauswertung um einen viel stärker zirkulären Prozess, als es hier in der Ergebnisdarstellung zuerst scheint. Im gesamten Prozess wurden die einzelnen Komponenten der qualitativen Datenbasis immer wieder zueinander in Beziehung gesetzt und – wo möglich – miteinander verbunden.

Jasmin Kulterer

Kapitel 2. Zum theoretischen Rahmen der Arbeit – ein integrativer Zugang zur Erforschung und Kontextualisierung der Nutzung und Bewertung von MTV im Kontext der Lebenswelt Jugendlicher und junger Erwachsener: Verbindung praxeologischer, entwicklungspsychologischer und transkulturellerPerspektiven

Die vorliegende Arbeit beleuchtet die Nutzung und den Gebrauch von MTV und verwandten Angeboten durch Jugendliche und junge Erwachsene in unterschiedlichen Lebenskontexten und deckt die Relevanz von Musikfernsehen in der heutigen Jugendkultur auf. Dies erfolgt über eine Annäherung aus unterschiedlichen Richtungen: Einerseits wird der Entstehungskontext von MTV und seinen Inhalten im Sinne einer Auseinandersetzung mit den relevanten Momenten des technologischen, medialen sowie gesellschaftlichen Wandels nachgezeichnet, andererseits wird die konkrete Einordnung und Bedeutungszuweisung durch Jugendliche und junge Erwachsene, also ihre subjektive Perspektive im Kontext ihrer jeweiligen Lebensbedingungen, ihrer sozialen und kulturellen Einbettung, analysiert.

Jasmin Kulterer

Kapitel 2. Von nationaler zu internationaler Regelbefolgung

In diesem Kapitel erfolgt eine Bestandsaufnahme der Compliance-Forschung unter besonderer Berücksichtigung von Beiträgen zur Europäischen Union. Dazu werden zunächst – unabhängig von der Europaforschung – zwei frühe Arbeiten mit unterschiedlicher Ausrichtung betrachtet, um so einen grundlegenden Blick auf das Phänomen zu ermöglichen. Zum einen wird Regelbefolgung in der Beziehung von Bürgerinnen und Bürgern mit dem Staat am Beispiel von Tom Tylers ursprünglich 1990 erschienenem Werk Why People Obey the Law veranschaulicht (Tyler 2006b).

Andreas Corcaci

Rechtsextremismus als Herausforderung für die Schule

Rechtsextremismus ist eine Herausforderung für die Schule. Der Beitrag benennt dazu verschiedene Dimensionen in der schulischen Praxis und verweist sowohl auf politische Einstellungen von Schüler*innen als auch die strukturellen Ambivalenzen der Institution Schule. Es werden direkte und indirekte Strategien des Umgangs mit Rechtsextremismus in der Schule vorgestellt und übergreifende Schlussfolgerungen formuliert.

Wilfried Schubarth, Saskia Niproschke, Juliane Ulbricht, Sebastian Wachs

1. Herausforderungen moderner Arbeitswelten

Die Modernisierung der Arbeitswelt verändert tiefgreifend die Personalarbeit. Die Wirtschaftspsychologie unterstützt die Personalarbeit durch Methoden zum Erhalt und zur Förderung menschlicher Arbeitskraft in einem agilen Arbeitsumfeld. Die Psychologisierung der Personalarbeit bedeutet, dass der Mensch als Potenzial- und Wertschöpfungsträger zum Erfolgsfaktor guter Personalarbeit aufrückt. Das Kapitel beschreibt Herausforderungen, zeigt Reaktionen des Personalmanagements auf und endet mit der Forderung nach neuen Spielregeln im Umgang mit der fragilen, knappen und wertvollen Ressource Mensch.

Michael Treier

2. Blickwinkel der Wirtschaftspsychologie

Die Wirtschaftspsychologie bietet Instrumente und Methoden an, um das Personal gegenüber den Herausforderungen zu stählen und das Wertschöpfungspotenzial zu steigern. Der Schlüssel zum Erfolg liegt im Personal. Das Kapitel stellt die Wirtschaftspsychologie als Disziplin vor. Die Wirtschaftspsychologie zielt nicht nur auf das Verhalten einzelner Personen ab, sondern gestaltet primär Personalsysteme, um nachhaltig das organisationale Verhalten zu beeinflussen. Überdies berücksichtigt die Wirtschaftspsychologie die prägenden Zielkonflikte zwischen sozialen und wirtschaftlichen Interessen der Organisation und zwischen Selbst- und Fremdbestimmung in Bezug auf das Individuum. Die psychologischen Ansätze werden skizziert und Bezüge zu den Stationen der Personalarbeit aufgezeigt.

Michael Treier

3. Rundblick „Personal im Blick AG“

Die Personal im Blick AG verpflichtet sich dem Anspruch eines entwicklungsorientierten Personalmanagements. Neben den Einflussfaktoren werden in diesem Kapitel die Kernaufgaben und die zugrunde liegenden Handlungsvektoren der Aktivierung, Lenkung und Bindung vorgestellt. Es resultiert ein ressourcenbasiertes Strategiekonzept der Personalarbeit. Primär geht es um den Zufluss, Abruf und Erhalt von Personalressourcen. Aus psychologischer Sicht sind die Maximen der positiven Psychologie prägend. Aus theoretischer Sicht wird das ressourcenbasierte Strategiekonzept v. a. durch drei Rahmenkonzepte bestimmt: gesundheits- und persönlichkeitsförderliche Aufgabenorientierung und Arbeitsgestaltung sowie das Humankapital- und Sozialkapitalkonzept. Die Abkehr von einer verwaltenden zur wirkenden Personalarbeit in der Personal im Blick AG wird durch den Paradigmenwechsel von der Administration zum Management und durch die Transformation von einer operativen zur strategischen Personalarbeit bestimmt. Als Fazit werden Leitsätze festgelegt.

Michael Treier

9. Fünfte Station des Personalmanagements: Personalentwicklung

Personalentwicklung steht hoch im Kurs. Das Engagement zeichnet sich in wachsenden Investitionen ab – niemand leugnet den Wettbewerbsfaktor Mitarbeiterkompetenz in einer Wissensgesellschaft, in der Fachkräfte Mangelware sind. In diesem Kapitel werden Inhalte, Ziele und Einflussfaktoren unter Berücksichtigung der Methoden und Prozesse der Personalentwicklung thematisiert, um die Professionalisierung der Personalentwicklung zu verdeutlichen. Aktuelle Trends werden im Hinblick auf das Spannungsfeld zwischen Instruktion und Konstruktion vorgestellt. Aus wirtschaftspsychologischer Sicht werden das arbeitsorientierte und selbstbestimmte Lernen erörtert. Das Ziel ist die Steigerung der Handlungskompetenz in authentischen und sozialen Lernkontexten, damit Transfer gelingt und kein träges Wissen resultiert.

Michael Treier

5. Erste Station des Personalmanagements: Personalplanung

Planung ist der Ausgangspunkt reflektierten personalwirtschaftlichen Handelns. Kosten- und Strukturdaten überwiegen oftmals bei den planerischen Szenarien der Personalarbeit. Allerdings ist die Ressource Mensch weitaus mehr als Kostenträger und Kopf im Personalmanagement. Der Planungshorizont muss mithin erweitert werden, wenn der am Beginn der Wertkette stehende Kernprozess die erforderlichen Ausgangsbedingungen für eine funktionsfähige und reibungslos laufende Wertkette schaffen soll. In diesem Kapitel werden Ziele und Einflussfaktoren der Personalplanung vorgestellt. Der Schwerpunkt liegt bei den Aufgaben und Methoden der Personalbedarfsplanung. Dabei sind Weitsicht und Tiefenschärfe aus wirtschaftspsychologischer Sicht durch Instrumente der Arbeits- und Anforderungsanalyse zu steigern. Am Ende des Kapitels wird das anforderungsorientierte Stellenprofil als Grundlage einer prospektiven Personalplanung erläutert.

Michael Treier

Kapitel 3. Das Phasenmodell im Positive Coaching

Jeder Coachingprozess durchläuft fünf Prozessphasen. In der ersten Phase, dem Kennenlernen, geht es zunächst darum, Beziehung herzustellen und gegebenenfalls schon mehr über die KlientInnen und deren Anliegen zu erfahren. In der zweiten Phase, der Zielklärung, wird konkret besprochen, woran gearbeitet werden soll und was die KlientInnen im Coaching erreichen möchten.

Judith Mangelsdorf

Version Control. Zur softwarebasierten Koordination von Ko-Laboration

Die Feststellung, dass digital vernetzte Medien ihren Nutzern Teilhabe ermöglichen, ist mittlerweile kaum mehr als ein Gemeinplatz. Dabei ist das Teilen – von Entdeckungen, Ereignissen, Beobachtungen, Nachrichten, Meinungen, Bewertungen, Überzeugungen, Informationen, Daten, Geheimnissen, Zeit, Entwicklungen, Ressourcen usw. – zum Imperativ in der Ökonomie digitaler Plattformen geworden. „[S]haring is caring“, ließ Dave Eggers (2013, S. 301) die Protagonistin Mae in seinem Roman The Circle proklamieren und eben hierfür dürfen und sollen alle Nutzer Sorge tragen.

Marcus Burkhardt

How to Sign with White-Boxed AES

We investigate the possibility to use obfuscated implementations of the Advanced Encryption Standard AES (“white-boxed AES”) to devise secure signature schemes. We show that the intuitive idea to use AES-based message authentication codes to sign, and the white-boxed implementation to verify, fails in general. This underlines that providing a secure white-box implementation is only the first step and that using it securely as a component in cryptographic protocols may be harder than originally thought. We therefore provide secure signature schemes based on white-boxed AES and on random oracles, as well as stateful and stateless constructions without random oracles. All our solutions are shown to be secure for reasonable parameters.

Marc Fischlin, Helene Haagh

3. Planung und Steuerung des Einsatzes von Informationssystemen

Dieses Kapitel führt in die Aufgaben ein, die sich für die Leitung eines Unternehmens aus der Nutzung der Informationstechnologie ergeben. Dazu gehören vereinfacht Planung, Umsetzung und Überwachung. Überwachung schließt die ökonomische Bewertung des Einsatzes von Informationstechnologie ein.

Prof. Dr. Paul Alpar, Prof. Dr. Rainer Alt, Prof. Dr. Frank Bensberg, Prof. Dr. Peter Weimann

7. Strategieebene

Kapitel 7 beschreibt strategische Gestaltungsaspekte der digitalen Transformation. Hier zeigt sich, wie sich Kundenanforderungen mit den grundsätzlichen Fragen des Geschäftsmodells wie der Positionierung im Wettbewerb, den Partnerverflechtungen und den Leistungsbestandteilen modellhaft abbilden lassen. Neben der Gestaltung geht das Kapitel auf die Bedeutung von Unternehmenszielen als Basis für die Umsetzung der strategischen Prozessführung ein.

Prof. Dr. Paul Alpar, Prof. Dr. Rainer Alt, Prof. Dr. Frank Bensberg, Prof. Dr. Peter Weimann

13. Phasenmodelle in der Softwareentwicklung

Dieses Kapitel erläutert zunächst den Gegenstand und die Ziele der Softwareentwicklung. Es stellt die grundlegenden Entwicklungsstrategien und den Softwareentwicklungszyklus vor und beschreibt die Rolle, Probleme und die Techniken des Anforderungsmanagements. Dabei geht es auf die Problematik unklarer Anforderungen und Ziele in Pflichtenheft und Lastenheft ein. Es folgt die Vorstellung sowohl klassischer als auch agiler Vorgehensmodelle inklusive ihrer jeweiligen Vor- und Nachteile. Dies sind zum einen das Wasserfallmodell und das V-Modell, zum anderen Extreme Programming, Scrum, KANBAN und Feature Driven Development sowie der DevOps-Ansatz. Ergänzend dargestellt sind die Bereiche des Projekt-, Risiko-, Qualitäts- und Konfigurationsmanagements von Entwicklungsprojekten.

Prof. Dr. Paul Alpar, Prof. Dr. Rainer Alt, Prof. Dr. Frank Bensberg, Prof. Dr. Peter Weimann

Kapitel 5. Moderatoren im Institutionalisierungsprozess

Nachdem das vorherige Kapitel eine Operationalisierung des Institutionalisierungsprozesses geliefert hat, nimmt dieses Kapitel eine Präzisierung der Kontextfaktoren vor, die als Moderatoren einen Einfluss auf den Institutionalisierungsprozess haben. Diese Präzisierung ist vor allem notwendig, da die bisherigen Ausführungen von allgemeiner Natur waren, sodass sie im Prinzip auch für andere Formen kollektiven Handelns, andere gesellschaftliche Teilbereiche und andere institutionelle Ordnungen gültig sind. Deshalb dient dieses Kapitel dazu, dem Status von Interessenorganisationen als spezifische Organisationen und den Spezifika von Onlinekommunikation als Teil der Digitalisierung gerecht zu werden.

Paula Nitschke

Kapitel 8. Befunde der empirischen Untersuchung

Im Folgenden werden die Befunde der empirischen Untersuchung anhand der Forschungsheuristik dargestellt, die den komplexen Institutionalisierungsprozess der Untersuchung zugänglich macht und dafür die Dimensionen Artefakte, Arbeitsroutinen und Arbeitsregeln, Beziehungsnetzwerke und Koordination sowie sprachbasierte Sinnwelten unterscheidet. Um die Befunde zu den beiden untersuchten Organisationen sinnvoll aufeinander zu beziehen, werden die Organisationen nicht einzeln besprochen und anhand der vier Dimensionen durchdekliniert. Es wird stattdessen andersherum vorgegangen und innerhalb der Analysedimensionen die Befunde beider Organisationen dargestellt.

Paula Nitschke

Kapitel 2. Strategische Planung

Räumliche Planung leistet Beiträge zur Koordination und Steuerung der Nutzung des Raumes durch die Gesellschaft. Sie ist damit Teil der politischen SteuerungSteuerung, politische gesellschaftlicher Ressourcen (zur Stadtentwicklung vgl. z. B. Selle 2005; zur Regionalentwicklung vgl. Fürst 2005). In den 1960er Jahren setzte sich in Deutschland allerdings ein Verständnis räumlicher Planung als sachlicher und „technischer“ Prozess zweckrationaler EntscheidungenEntscheidung auf der Basis möglichst weitreichender wissenschaftlicher Erkenntnisse durch. Planungstheoretische Arbeiten der 1980er und 1990er Jahre betonten demgegenüber den kommunikativen Charakter räumlicher Planung sowie deren institutionelle Einbettung. Der Fokus lag nicht mehr auf zweckrationaler Planung bzw. auf „technischer“ RationalitätRationalität , sondern auf der Funktion von Planung als kommunikativer Handlung, als sozialer Lernprozess und als Teil politisch-institutioneller Prozesse. Zwecke und Ziele waren nicht mehr einfach der Planung vorgegeben, sondern selbst Gegenstand politischer Auseinandersetzungen und des sozialen Lernens in der Planung. Planungsforscher reagierten damit einerseits auf wissenschaftlich-theoretische Entwicklungen (z. B. Kritiken positivistischer Forschung, neue Sozialtheorien, z. B. Theorien sozialer Praktiken, Aktor-Netzwerk-Theorie; vgl. z. B. Healey 2017). Sie reagierten andererseits auf gesellschaftliche Konfliktlagen, UnsicherheitenUnsicherheit und Wandelungsprozesse, wie sie nach dem „Goldenen Zeitalter“ der Nachkriegszeit in westlichen Gesellschaften offensichtlich geworden waren (zum „Goldenen Zeitalter“ der 1950 und 1960er Jahre und zu den danach aufkommenden Unsicherheiten, insbesondere nach der „Ölkrise“ in der ersten Hälfte der 1970er Jahre vgl. Hobsbawm 1995).

Gérard Hutter, Thorsten Wiechmann, Thomas Krüger

Nachhaltigkeit im Personalmanagement

Der vorliegende Beitrag veranschaulicht, wie es in der Unternehmenspraxis möglich ist, den Gedanken der Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit in Einklang zu bringen. Als Beispiel dient die TELE HAASE Steuergeräte Ges.m.b.H., im weiteren als TELE bezeichnet, mit Sitz und Produktionsstandort in Wien. Es handelt sich dabei um ein mittelständisches Unternehmen der Elektronikbranche in Familienbesitz, das seit etwa 50 Jahren besteht.

Bernd Walzer, Michael Müller-Camen

Anmerkungen zur nachhaltigen Erstellung und Nutzung von Absatzobjekten aus Sicht der Leistungstheorie

Nachhaltigkeit, verstanden als zeitlich stabiles Gleichgewicht, das den Bedürfnissen der gegenwärtigen Generation Rechnung trägt, ohne die Möglichkeit zukünftiger Generationen einzuschränken, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen (Brundtland 1987: Kapitel 2), ist in den zurückliegenden Dekaden zu einem quasi allgegenwärtigen Phänomen avanciert, das sowohl die Wirtschaftsethik und die Gesellschaftspolitik, als auch die praktische Betriebswirtschaftslehre maßgeblich prägt und wahrscheinlich auch zukünftig erheblichen Einfluss ausüben wird (Wang et al. 2019). Neben zahlreichen, schillernden, normativ-philosophisch aufgeladenen, vage definierten und vermarktungstaktisch leicht instrumentalisierbaren Begriffen wie Corporate Social Responsibility, Corporate Governance, Corporate Citzenship oder Triple-Bottom-Line (Beschorner 2005; Beschorner/Schmidt 2008), wird auch dem historischen Kern der Problematik ein hohes Maß an Relevanz zugesprochen – namentlich Fragen zur nachhaltigen Produktion und zum nachhaltigen Ge- und Verbrauch bzw. Konsum von Wirtschaftsgütern (Veleva et al. 2001a, 2001b; Krajnc/ Glavič 2003; Cohen 2004; Chapman/Shigetomi 2018). Erste Gedanken zu den damit einhergehenden Herausforderungen, speziell zum Einsatz von Produktionsfaktoren (Inputs, Ressourcen, Leistungspotenzialen), finden sich bereits bei von Carlowitz, der schon im 18.

Christian Arnold, Martin Reckenfelderbäumer

Prinzipienorientierte Einbettung als Beitrag der Unternehmen zu nachhaltigem und inklusivem Wachstum

Multinationale Unternehmen (MNU) sind exponiert. Regelmäßig sorgen sie für Schlagzeilen und werden zu Recht oder zu Unrecht für die Übel in dieser Welt – wie Kinderarbeit, Umweltverschmutzung, Verletzung der Menschenrechte – verantwortlich gemacht. Dabei wird von der Prämisse ausgegangen, dass Unternehmen nur auf den Profit für die Firma und dessen Besitzer (z. B. Aktionäre) aus sind, und dies auf Kosten der Umwelt und der Menschenrechte.

Isabelle Schluep

Sustainable Business Development Space – Skizze eines integralen Erfahrungsraumes

Alle Transformationswilligen sind willkommen! Unserer Beobachtung nach gibt es immer mehr Menschen, die in Unternehmen und anderen sozialen Systemen spüren, dass ein Wandel ansteht, der nicht nach dem Nächstanstehenden fragt (noch ein paar Anreize mehr?), sondern nach einem evolutionären Sprung, um Unternehmen und andere soziale Systeme gesünder, nachhaltiger und outputfähiger zu gestalten (Laloux 2017). Gefühlt gab es noch nie so viel praxisnahe Literatur, die sich mit dem Wandel beschäftigt, der immer häufiger als Transformation bezeichnet wird.

Georg Müller-Christ, Sabine Sohn

Kapitel 19. Die Chancen der Digitalisierung nutzen am Beispiel der Einführung der elektronischen Rechnung für die Landesverwaltung in Hessen

Die Chancen der digitalen Transformation müssen auch in der öffentlichen Verwaltung genutzt werden. Dabei kann die Verwaltung nicht mehr in dem Tempo auf die technologischen Änderungen reagieren, wie sie dies bisher getan hat. Es wird in Zukunft nicht mehr ausreichen, alte Papierprozesse in die neue digitale Welt zu transformieren. Mit der Digitalisierung müssen die herkömmlichen Prozesse überprüft und durchgängig modernisiert werden. Gleichzeitig ist es notwendig, neue Verfahren einzuführen, die benutzerfreundlich und effizient arbeiten. Der Mehrwert der neuen Verfahren muss für die Anwenderinnen und Anwender direkt erlebbar sein, die wirklichen Technologiesprünge der Digitalisierung müssen zukünftig genutzt werden. Der nachfolgende Beitrag spezifiziert diese Aussagen am Beispiel der Einführung der elektronischen Rechnung in der Landesverwaltung Hessen

Andreas Michalewicz

Bundesgrenzschutzgesetz 1972

Mit dem BGSG 1972 findet die Konsolidierung des Bundesgrenzschutzes im föderalen Sicherheitssystem einen Abschlusspunkt. Das BGSG 1972 transferiert den Bundesgrenzschutz endgültig von der reinen Grenzpolizei mit partiellen Verteidigungsaufgaben zur Polizei des Bundes mit erweitertem Aufgabenspektrum und eigenem materiellen Polizeirecht. Die Sicherheitslage von 1968 bis 1972 wirkte, wie auch bereits die Spannungslage 1951 an der innerdeutschen Grenze, katalysatorisch auf die Entwicklung des Bundesgrenzschutzes.

David Parma

Digitalisierung im Rechnungswesen und Controlling – praktische Aspekte der Steuer- und Unternehmensberatung

Der Begriff Digitalisierung umfasst ein sehr breites Themenspektrum, von „papierlosen“ Tätigkeiten bis zur gänzlichen Disruption von gesamten Geschäftsmodellen. Digitalisierung bedeutet somit, dass analoge Wertschöpfung durch Leistungserbringung in einem digitalen, computerhandhabbaren Modell ganz oder teilweise ersetzt wird. Es wird daher ein digitales Modell der betrieblichen Realität geschaffen, welches eine Analog-Digital-Wandlung unternehmensrelevanter Daten und Prozesse erfordert. Die digitale Transformation verändert die Art, wie wir produzieren, Dienstleistungen erstellen und damit auch wie wir arbeiten.

Dietmar Ploier, Stefan Mayr

Strategisches CSR-Controlling in Familienunternehmen

Familienunternehmen sind für die deutsche und österreichische Wirtschaft von großer Bedeutung. Unternehmen, die sich mehrheitlich im Eigentum von einer überschaubaren Anzahl von natürlichen Personen befinden, also familienkontrolliert sind, haben einen Anteil von 91 % an allen privatwirtschaftlichen Unternehmen in Deutschland. Der Anteil von familienkontrollierten Unternehmen, die von einem der Eigentümer geführt werden, beträgt 87 %.

Reinhard Altenburger

Die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Rolle des Controllers

Digitalisierung wird in der Wissenschaft und Praxis als maßgebendes Thema der Zukunft diskutiert. Der Themenkomplex Digitalisierung und dessen Auswirkungen lassen sich aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten. Digitalisierung bedeutet nicht nur die Umwandlung von analogen in digitale Darstellungen, sondern umfasst aus betriebswirtschaftlicher Sicht die Veränderungen des Kundenverhaltens und der Märkte durch digitale Technologien, sowie den notwendigen Wandel von Geschäftsmodellen, Wertschöpfungsketten und Organisationsstrukturen in den Unternehmen.

Tanja Wolf, Melanie Heidlmayer

Die Rolle des Controllers – lokale Entwicklungen, globale Trends und Ausblick in die Zukunft

Die Entwicklung des Controllings und des Controllers hat seit der Entstehung der Funktion und Profession in den 1970er Jahren viel Aufmerksamkeit sowohl in der wissenschaftlichen als auch praxisorientierten Literatur auf sich gezogen. Mit Blick auf die täglichen Aufgaben des Controllers zeigt sich eine enorme Bandbreite, die von der Abbildung relativ simpler buchhalterischer Vorgänge bis zur fortgeschrittenen Datenanalyse mit Hilfe von Monte Carlo-Simulationen reicht. Diese Vielfalt wurde bisher primär über intraorganisationale Faktoren wie z. B. die Organisationsstruktur, den Status oder die Autorität der Controllingfunktion im spezifischen Unternehmen, persönliche Eigenschaften oder über landesspezifische Faktoren wie die Ausbildungswege des Controllers, den relativen Status der Controllerprofession im Vergleich zu anderen Professionen oder nationale Kultureinflüsse begründet.

Erik Strauß, Christoph Reuter

Controlling und Digitalisierung – Änderungen im Kompetenzprofil

Das Controlling hat sich in der Vergangenheit sowohl hinsichtlich seines Rollenverständnisses als auch seiner Instrumente deutlich weiterentwickelt. So prägen heute unterschiedliche Controlling-Konzeptionen und Rollenbilder die Unternehmenspraxis, gleichzeitig besteht weitgehende Einigkeit darüber, dass sich beides auch aktuell ändert bzw. in Zukunft ändern wird. Vorangetrieben wird diese Entwicklung derzeit massiv durch die Digitalisierung, und zwar sowohl im Hinblick auf das Aufgabenfeld (Controlling der Digitalisierung) als auch durch neue Ansätze für das Controlling selbst (neue Instrumente, Systeme usw.).

Gernot Mödritscher, Friederike Wall

Erfolg und Erfolgssteuerung in Non-Profit-Organisationen

Non-Profit-Organisationen (NPO) sind de facto in allen gesellschaftlichen Sektoren tätig. Ob wir im Sportverein unsere Fitness trainieren, ins Theater oder Museum gehen, die Dienste einer Einsatzorganisation, eines Kindergartens oder der mobilen Pflege in Anspruch nehmen bzw. mit unserer Spende Bedürftige unterstützen, wir sind dabei häufig mit NPO in Kontakt.

René Andeßner

5. Welche Stadtnatur welche Leistung erbringt

In Städten finden sich Naturelemente, die auch außerhalb von ihnen vorkommen. Das Besondere ihrer Urbanität ist jedoch die Dichte ihrer Verbreitung, die Intensität ihrer Nutzung und die Variabilität ihrer oft kleinteiligen Struktur. Ziel in der Stadt ist es, diese Naturelemente so zu erhalten, neu zu etablieren, zu pflegen und zu entwickeln, damit sie den Bedürfnissen der Stadtbewohner möglichst gerecht werden können. Dazu sollten die Leistungen von Stadtnatur unterschiedlichster Art klug bedacht werden, damit sie auch sich ändernden Bedürfnissen der Stadtbewohner gut entsprechen. Viele Ansprüche an Stadtnatur widersprechen sich oder werden nur von bestimmten Bevölkerungsgruppen geäußert. Manche können überhaupt nicht gleichzeitig realisiert werden (s. Kap. 7). Es bedarf also eines gestaltenden Moderationsprozesse der Leistungen von Stadtnatur und der Bedürfnisse der diese Leistungen wahrnehmenden Bevölkerung. Zuerst sollte Klarheit darüber bestehen, welche Leistungen von welcher Stadtnatur überhaupt erbracht werden können und wie diese bereits jetzt genutzt werden. Das ist der Gegenstand dieses Kapitels. Zur besseren Übersicht wurden vier häufig auftretende, stadttypische Naturtypen ausgewählt betrachtet. Sie sind die Hauptleistungsträger, auch überregional und z. T. weltweit verbreitet, und sie werden am intensivsten genutzt: Stadtparke, der Stadtbaumbestand (Urban Forest), Stadtgärten und Stadtgewässer.

Jürgen Breuste

1. Was Stadtnatur ist

Der Terminus „Grün“ gerät in der Alltagssprache derzeit in Gefahr belanglos zu werden, zumindest aber unkonkret und bedeutungsvariabel. Dies trifft auch auf „Grüne Stadt“ zu. Hier können sehr vielfältige Inhalte von Verkehr über Energie bis zu Natur einbezogen werden.

Jürgen Breuste

1. Grundlegende Fragen

Trailer: Marktorientierte Unternehmensführung erfordert eine Orientierung an den Bedingungen des Marktes. Der Nachfrager erfordert eine Problemlösung, die seinen Bedingungen am besten entspricht. Personaldienstleistungen unterliegen neben dem Austausch zwischen Anbieter und Nachfrager auch verschiedenen Einflussfaktoren, seitens der Gesetzgebung und der Gesamtgesellschaft.

Steffen Hillebrecht

2. Strategische Fragen

Die Unternehmensführung basiert auf strategischen Vorgaben, die das Selbstverständnis des Unternehmens betreffen und längerfristig angelegt sind. Hierzu sind Ziele aufzustellen und anhand einer umfassenden Analyse von Markt- und Unternehmensbedingungen zu konkretisieren: Ziele sind messbare Zustände zu einem Zeitpunkt, die nach bestimmten Kriterien aufgestellt werden.

Steffen Hillebrecht

Kapitel 3. Burnout – Ursachen auf unterschiedlichen Ebenen

Das Leben der Menschen ist in einem Spannungszustand und aufgrund von ungeplanten Effekten in einem Wandel. Das ungewollte und unbedachte Auszehren findet dabei aufgrund der Verknüpfung von Gesellschaft, Organisation, Team und Individuum auf allen Ebenen des menschlichen Lebens statt.

Jasmin Schwazer

Kapitel 5. Ursachenanalyse in der Praxis

Dieses Kapitel beinhaltet den empirischen Teil und wird mit der Wiederholung des in Kapitel eins angegebenen Untersuchungszieles eingeleitet. Anschließend sorgen eine detaillierte Beschreibung der Erhebungsmethode sowie die für die Auswahl der Interviewpartner festgelegten Kriterien für Transparenz und Offenheit. Darüber hinaus wird die angewandte Methode zur Auswertung des Datenmaterials erläutert, wodurch Einblicke in die Art und Weise der wissenschaftlichen Untersuchung gewährt werden. Den Abschluss bilden eine ausführliche und präzise Darstellung, Analyse und Interpretation der Forschungsergebnisse.

Jasmin Schwazer

Kapitel 12. Softwaremodellierung und Analyse

In diesem Kapitel werden verschiedene Verfahren für die Modellierung eingebetteter Systeme vorgestellt. Neben verschiedenen Diagrammtypen für UML wird auch SDL betrachtet. Hiermit stehen Werkzeuge der grafischen Modellierung zur Verfügung, mittels derer eine interdisziplinäre Kommunikation und eine klare Strukturierung der Entwicklung eingebetteter Systeme möglich ist. Schließlich wird mit den Petrinetzen ein oft verwendetes Werkzeug zur Analyse nebenläufiger Prozesse, wie sie häufig in eingebetteten Systemen vorkommen, eingeführt.

Karsten Berns, Alexander Köpper, Bernd Schürmann

Kapitel 8. Optimierung der Gesamtmenschheit, oder: Wie mit vertrauensvoller KI als Entscheidungsinstanz die neue Utopie realisiert wird

Die Maschine übernimmt die Fähigkeiten des Menschen – in Teilaspekten gibt es das heute schon. Interessant allerdings wird es an dem Punkt, an dem es um technische Singularität geht. Dabei geht es um den Zeitpunkt, bei dem sich Maschinen mittels Künstlicher Intelligenz selbst verbessern und damit den technischen Fortschritt rasant beschleunigen.

Daniel Rebhorn

Kapitel 4. Künstliche Intelligenz modelliert unseren Arbeitsmarkt um, oder: Auf der Suche nach dem Sinn, neuen Zielen und wie und wo neue Jobs entstehen

Über die Branchen und Aufgabengebiete hinweg haben sich Prozesse bereits automatisiert oder lassen sich automatisieren. An genau diesem Punkt stehen wir. Nichts und niemand bleibt von der Digitalisierung unangetastet.

Daniel Rebhorn

Kapitel 3. Grundlagen des Ausschreibungsmanagements

Im Folgenden werden die Grundlagen des Ausschreibungsmanagements (engl. tender management) betrachtet und somit das literarische Fundament dieser Arbeit gebildet. Es werden Definitionen, Ausschreibungsarten, der Ausschreibungsprozess aus Anbieterperspektive, der Beschaffungsprozess aus Kundenperspektive und im Anschluss die Anbieter-Teams in Ausschreibungen betrachtet. Darauf folgen Angebotsbestandteile, die Erklärung für die Ressourceneffizienz von Anbieter-Teams, die Entscheidungsfindung und Bewertung durch den Kunden sowie ein kurzes Zwischenfazit. Die Ausschreibungsgrundlagen werden weitestgehend allgemeingültig für industrielle Unternehmen erklärt und teilweise durch automobilspezifische Ausschreibungsmerkmale gestützt.

Lucas Klöpfer

Kapitel 3. Zweiter Akt: Theoretisch-Methodologischer Rahmen

Im Folgenden werde ich aufbauend auf den vorausgegangen Ausführungen meinen theoretisch-methodologischen Rahmen darlegen. Im Wesentlichen geht es mir konzeptionell um einen mehrdimensionalen Analyserahmen für außenpolitische Identität, sowie methodisch um eine ethnographisch inspirierte, historisch-vergleichende Analyse ihrer Praxis auf zentralen Interaktionssituationen von Außenpolitik: Friedenskongresse. Zunächst werde in den folgenden Abschnitten den konzeptionellen Rahmen darlegen, der aus einem mehrdimensionalen und praxisbezogenen Identitätsmodell besteht.

Úrsula Stark Urrestarazu

Open Access

Kapitel 3. Big Data: Chancen und Risiken aus Sicht der Bürger

Ausgehend von den vorangegangenen Teilen beschreibt dieses Kapitel auf einer Basis von 1000 Befragten das Verhältnis der deutschen Bevölkerung zu digitaler Vernetzung, Big Data und Künstlicher Intelligenz. Aufbauend darauf wird das Potenzial für einen möglichen Paradigmenwandel eruiert – in der Datenpolitik, in den medialen und gesellschaftlichen Narrativen und schließlich – beispielhaft für eine Branche – in der Versicherungswirtschaft.

Susanne Knorre, Horst Müller-Peters, Fred Wagner

Open Access

Kapitel 2. Big Data, Data Analytics und Smart Services rund um Wohnen, Gesundheit und Mobilität: Bürgerschreck und Hoffnungsträger in privaten Lebenswelten

Jeder Mensch befindet sich und handelt in verschiedenen Lebenswelten. Eine erste einfache Definition gibt der Duden und beschreibt eine Lebenswelt als „persönliches Umfeld; Welt, in der sich jemandes Leben abspielt“. Seine Wurzeln hat der Begriff ‚Lebenswelt‘ in der philosophischen Strömung der Phänomenologie und er wurde insbesondere durch den Philosophen Edmund Husserl geprägt. Nach seiner Definition umfassen Lebenswelten den menschlichen Wirklichkeitsbereich und dessen egologische Beziehung zur Umwelt.

Susanne Knorre, Horst Müller-Peters, Fred Wagner

Open Access

Kapitel 1. Big Data im öffentlichen Diskurs: Hindernisse und Lösungsangebote für eine Verständigung über den Umgang mit Massendaten

Was Big Data betrifft, so ist die öffentliche und politische Debatte in Deutschland über Sinn und Unsinn, über Nutzen- und Schadenspotenziale noch ohne erkennbares Ergebnis im Sinne eines gesellschaftspolitischen Mehrheitskonsenses. Zu den Protagonisten von Big Data gehören nicht nur die großen Internetkonzerne, sondern auch die deutschen Industrieunternehmen, deren Manager angesichts von kritischen Stimmen schon mal vor einer „kleingeistig geführten Angstdebatte“ warnen. Diese ‚Angstdebatte‘ wiederum lässt sich an einer regelrechten Veröffentlichungswelle festmachen, die kritische Positionen einnimmt und deren Beginn ziemlich genau zu datieren ist. Im Sommer 2013 enthüllte der ehemalige CIA-Mitarbeiter Edward Snowden das ganze Ausmaß der Überwachungs- und Spionagepraxis von Geheimdiensten und löste damit die sogenannte NSA-Affäre aus. Einen zusätzlichen.

Susanne Knorre, Horst Müller-Peters, Fred Wagner

1. Eine Art Hinführung

Unsere Herausforderung in einer immer komplexer werdenden Welt lautet: Halte vor Dir selber inne! Geh Deinen gedanklichen und emotionalen Reflexen nicht auf den Leim! Tritt vor Dir selber zurück! Was uns durch schwere Zeiten trägt und über Augenblicke hinweghilft, in denen wir morgens nicht aufstehen wollen, weil uns ein Tag voller schwerer, schwerster Schritte erwartet, das sind unsere Ziele und ihr Sinn. Und vor allem helfen uns hierbei unsere Werte, nach denen wir unsere sinnvollen Ziele oder den einen Sinn, auf den unser Leben zielt, entwerfen. Das, woraufhin der Mensch sich entwirft, entspringt dem, was er kann und was er will. In jedem Augenblick – und das macht unser Leben so spannend – können wir auf das hinsteuern, was wir zu sein beanspruchen, auf der Basis dessen, was wir zu leisten fähig und bereit sind. Wer sich selbst akzeptiert und vertraut und weiß, für welche Werte er lebt, bleibt sich selbst gewiss, auch wenn unsere Gedanken vor oder in den jeweiligen Situationen uns Gefahr, Risiko oder Unsicherheiten suggerieren.

Kai Hoffmann

Kapitel 15. Word-of-Mouth: Von Mund-zu-Mund-Propaganda zu viralem Marketing

Ein einsamer alter Herr, alleine am Weihnachtstisch, der seinen Tod inszeniert, um seine Familie am Weihnachtstag zu versammeln. Das ist die Geschichte des #heimkommen-YouTube-Clips, veröffentlicht von dem Handelsriesen EDEKA in der Vorweihnachtszeit 2015 ( www.youtube.com/watch?v=V6-0kYhqoRo ; Abb. 15.1). Der Kurzfilm bewegt, polarisiert und rückt zentrale Werte wie Familie, Zusammenhalt und Heimat in den Fokus des Betrachters.

Konstantin Ripperger, Markus Appel

Transnationale religiöse Akteure am Beispiel der palästinensischen Boykott-Kampagne gegen Israel

Religionen sind heute transnationaler denn je: vernetzt über neue Kommunikationstechnologien und verbesserte Mobilität, verbunden durch Solidarität und den Austausch von Informationen, Ressourcen und Personen, engagiert in den aktuellen Themenfeldern globaler Politik wie Frieden, Klimawandel oder Menschenrechte. Während religiöse Gemeinschaften und Organisationen innerhalb von Staaten seit langem Gegenstand der Forschung sind – insbesondere mit Blick auf ihr ambivalentes Verhältnis zu Konflikt und Gewalt – wissen wir über transnationale religiöse Akteure noch vergleichsweise wenig. Der Beitrag untersucht am Beispiel zweier christlicher Organisationen und ihrer Positionierung zur palästinensischen Boykott-Kampagne gegen Israel, wie und warum sich diese grundlegende Ambivalenz religiösen Handelns auch im transnationalen Bereich zeigt.

Claudia Baumgart-Ochse

Internationale Personalführung im Spannungsfeld der Kulturen

Am Beispiel von Deutschland, China und Indien

Die Globalisierung führt zur zunehmenden Verflechtung der internationalen Weltwirtschaft. Als Hauptmotive dieser Internationalisierungsbestrebungen sind die Eroberung neuer Zielmärkte für Gewinnsteigerungen, Unternehmenswachstum oder Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit zu nennen. Um dies zu unterstützen, werden vermehrt Expatriates eingesetzt, die oftmals internationale Führungsverantwortung übernehmen. Künftig ist sogar von steigenden Auslandsentsendungen auszugehen. Internationale Personalführung ist damit ein bedeutender Teil unternehmerischen Alltags, weist jedoch nach wie vor eine Kernherausforderung auf: Häufig kommt es zum Scheitern von Auslandsentsendungen, denen insbesondere kulturelle Diskrepanzen zugrunde liegen. Dadurch entsteht nicht zuletzt ein immenser planerischer und finanzieller Aufwand für die Unternehmen. Deswegen besteht großes Interesse, diesem mit einem Beitrag zur Entwicklung und Stärkung interkultureller Handlungskompetenz führungsverantwortlicher Expatriates zu begegnen.Im nachfolgenden Beitrag werden daher zunächst wichtige Dimensionen internationaler Personalführung definiert, Ausprägungen auf Basis einer Untersuchung von Einflussfaktoren am Beispiel von Deutschland, China und Indien kulturspezifisch festgelegt und Ableitungen für eine interkulturell wirksame Führung deutscher, chinesischer und indischer Mitarbeitender angeführt.

Jy-Vonne Tan

Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Kontext der Zeitsouveränität durch den Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie

In unserem Alltag stellen Privatleben und Arbeit die beiden zentralen Lebensbereiche dar, jedoch scheint es in der heutigen Zeit immer schwieriger zu sein, Arbeitsplatz und Privatleben in Einklang zu bringen. Mit einer individuellen, zeitlich befristeten Arbeitszeitverkürzung soll den Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie zukünftig – entsprechend der Lebensphase – mehr Freiraum in der Arbeitszeitgestaltung ermöglicht werden. Der Beitrag zeigt die Ergebnisse einer empirischen Untersuchung zu dem Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie mit dem Schwerpunkt der individuellen Arbeitszeitgestaltung. Dabei sollen sowohl Chancen als auch Herausforderungen (sowohl aus Arbeitnehmender- als auch Arbeitgeberperspektive) verbunden mit einer vorübergehenden Arbeitszeitreduzierung im Sinn des Modells der kurzen Vollzeit der Metall- und Elektroindustrie aufgezeigt werden.

Alisa Winicker

Agilität und Flexibilität – auf dem Weg zur Ambidextrie

Wie die Verbindung agiler Arbeitsmethoden mit flexiblen Arbeitsformen gelingt

Viele Unternehmen und Institutionen streben nach agilen Organisationen und agilen Arbeitsmethoden mit dem Ziel schneller, weniger sowie besser zu sein als der Wettbewerber, die Zufriedenheit der Kundinnen und Kunden beständig zu erhöhen, dem Innovationsdruck standzuhalten sowie die Nase vorne zu haben. Gleichzeitig praktizieren die gleichen Unternehmen und Institutionen häufig flexible Arbeitsformen mit dem Ziel, den Beschäftigten die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben zu ermöglichen sowie als attraktiver Arbeitgeber zu gelten. Vielfach werden dabei die Begrifflichkeiten agil und flexibel synonym verwendet oder vermischt. In der Regel zeigt sich jedoch, dass beide Konzepte nicht überein kommen, die Schnittstellen nicht funktionieren und die Logiken nicht oder nur bedingt harmonieren. Es steht somit die Frage im Raum: Lassen sich agile Organisationen und Arbeitsmethoden mit flexiblen Arbeitsformen verbinden und damit eine Ambidextrie in dem Sinn erreichen, beiden Ansätzen gleichermaßen gerecht zu werden? Und wenn ja, welche Voraussetzungen sind dafür erforderlich?

Jutta Rump, Silke Eilers

Die Digitalisierung akademischer Berufe am Beispiel der (Syndikus-)Rechtsanwältinnen und -anwälte

Die Digitalisierung stürmt die nächste Bastion: Die akademischen Berufe. Denn auch Wissensprodukte sind letztlich nur ein Konglomerat an Daten. Je mehr dieser Daten verfügbar sind, desto wirtschaftlich sinnvoller wird eine automatisierte Datenverarbeitung. Dies wird erhebliche Veränderungen in der Art und Weise der akademischen und damit auch der juristischen Produkterstellung und Wertschöpfung mit sich bringen. Der Beitrag zeigt auf, wie sich das Tätigkeitsprofil von Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten konkret bis 2030 ändern wird und wie Kanzleien, Rechtsabteilungen und Berufsträger die hierin liegenden Chancen ergreifen können.

Anna-Luise Börner

Kapitel 10. Papst Franziskus (Jorge Mario Bergoglio)

Was bringt einen Menschen dazu, sein eigenes Leben und Wohlergehen zu riskieren oder sogar zu opfern, damit es benachteiligten und bedürftigen Menschen unserer Gesellschaft besser geht? In diesem Kapitel wird versucht, dieser Frage an dem Beispiel von Papst Franziskus nachzugehen. Dass ein Geistlicher seinen Nächsten lieben und ihm helfen muss, klingt vielleicht selbstverständlich. Doch warum ist dann alle Welt erstaunt von diesem „barmherzigen Papst“ und nennt ihn sogar den „Anwalt der Armen“? Sollten dieser Logik nach nicht alle Menschen christlichen Glaubens so handeln? Und was ist mit Gläubigen anderer Religionen? Um mögliche Antworten auf diese Fragen zu finden, soll daher analysiert werden, welchen Einfluss der Glaube eines Menschen auf seine Wohltätigkeit haben kann und welche Rolle seine persönlichen Erfahrungen und sein Hintergrund dabei spielen können.

Cintia Malnis

Kapitel 12. Jeanne d’Arc

Jeanne d’Arc war eine französische Nationalheldin, die über Jahrhunderte hinweg als Retterin Frankreichs im 100-jährigen Krieg gegen die Engländer verehrt wurde und wird. Sie verhalf den Franzosen zum Sieg in der Schlacht von Orléans und geleitete anschließend den französischen Thronerben zu seiner Königskrönung nach Reims, wobei sie auf Anweisung dreier von Gott gesandter Heiliger handelte, die ihr in Visionen erschienen waren. 1431 wurde sie nach ihrer Gefangennahme durch die Engländer als Ketzerin verurteilt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Franziska Brotzeller

Kapitel 15. Nutzergenerierte Dienstleistungssysteme zur digitalen Transformation von Organisationen

Angetrieben durch die zunehmende Geschwindigkeit der Digitalisierung und die mit ihr einhergehenden Chancen, befindet sich eine Vielzahl von Unternehmen in einem Transformationsprozess, der die von ihnen angebotenen Produkte und Dienstleistungen genauso verändert wie ihre Geschäftsprozesse und Organisationsstrukturen. Während viele organisatorische Abläufe häufig noch von Medienbrüchen und Papier geprägt sind, ist für eine umfassende digitale Wertschöpfungskette ein Umdenken in vernetzten Dienstleistungssystemen notwendig. Jedoch zeichnet sich die Entwicklung von Dienstleistungssystemen durch ein hohes Maß an Komplexität aus, da verschiedenste Akteure und Ressourcen kollaborativ auf ein gemeinsames Wertversprechen hin abgestimmt agieren müssen. Um dieser Herausforderung zu begegnen, wird im Projekt „Engineering von Dienstleistungssystemen für nutzergenerierte Dienstleistungen“ gemeinsam mit Unternehmenspartnern sowie Forschungseinrichtungen ein nutzergeneriertes Dienstleistungssystem entwickelt, um die Einbindung von Nutzern bei der Einführung von Software zu forcieren. Hierdurch wird eine zentrale Herausforderung für den Erfolg von Informationssystemen, nämlich die erfolgreiche Einführung und Nutzung von Informationssystemen durch Anwender, adressiert. Durch die enge Zusammenarbeit mit den Unternehmenspartnern wird die Möglichkeit geschaffen, evidenzbasiertes Gestaltungswissen für Dienstleistungssysteme zu gewinnen. Eine Herausforderung besteht darin, dass zum einen der Kontext die Entwicklung des Dienstleistungssystems beeinflusst, zum anderen dessen Einführung Auswirkungen auf die Struktur und Zusammenarbeit innerhalb der Organisation hat. Diese Veränderungen führen wiederum zu Herausforderungen im Transformationsprozess, die im folgenden Beitrag aufgezeigt und durch neues Methodenwissen adressiert werden.

Nivedita Agarwal, Moritz Bästlein, Tilo Böhmann, Sissy-Josefina Ernst, Albrecht Fritzsche, Christian Grotherr, Holger Hoffmann, Pablo Klemm, Jan Marco Leimeister, Mahei M. Li, Kathrin Möslein, Christoph Peters, Benjamin Sarpong, Sebastian Saxe, Thorsten Schmidt, Martin Schymanietz, Moritz S. Wurfbaum, Martin Semmann, Dirk Ziegler

Kapitel 3. Zwischen Interaktionsarbeit und Service-Engineering – Auf dem Weg zu einem integrativen Ansatz in der Dienstleistungsforschung

Zurzeit dominieren zwei Ansätze die Dienstleistungsforschung: Das sogenannte „Service-Engineering“ und die „Interaktionsarbeit“. Vertreter des Service-Engineerings gehen bei der Konzeption von Dienstleistungen von einer betriebswirtschaftlich-technischen Sicht aus und versuchen, das Wissen und Technologien aus der klassischen Produktentwicklung auf die Entwicklung von Dienstleistungen zu übertragen. Ein „Technology first“ greift aber bei (personenbezogenen) Dienstleistungen zu kurz, da sich die Qualität von Dienstleistungen immer erst in der direkten Interaktion von Dienstleister und Kunden manifestiert. Dieser „blinde Fleck“ des Service-Engineerings steht im Mittelpunkt der Forschung zur Interaktionsarbeit. Neben dem Dienstleister spielt aus dieser Perspektive der Kunde eine entscheidende Rolle, denn der Kunde ist gleichzeitig immer auch Co-Produzent der Dienstleistung und damit zentraler Bestandteil des Dienstleistungsprozesses. Damit gehen Unwägbarkeiten einher, die sich dem Einsatz von Technik und einer Standardisierung im Sinne des Service-Engineerings widersetzen. Entscheidend für das Gelingen der Dienstleistung ist vielmehr das erfahrungsgeleitete Handeln des Dienstleisters und die daraus resultierende Kooperationsbereitschaft des Kunden. Dennoch gehen nach unserer Auffassung die Vertreter der Interaktionsarbeit zu stark von der konkreten Interaktion zwischen Dienstleister und Kunden aus. Sie vernachlässigen dabei die Rolle, die neue Technologien als „Enabler“ oder als „Kontextsteuerer“ in Dienstleistungsprozessen spielen können. Somit kommt bei beiden Ansätzen die jeweils andere Perspektive zu kurz. Im vom BMBF geförderten Projekt DiDiER („Digitalisierte Dienstleistungen im Bereich der Ernährungsberatung von Personengruppen mit erhöhten gesundheitlichen Risiken bei Fehlernährung“) werden diese beiden bislang weitgehend unverbundenen Forschungsstränge miteinander vereint und produktiv aufeinander bezogen.

Henning Haab, Daniel Bieber, Patrick Elfert

Kapitel 28. Digitale Plattformstrategien für hybride Wertschöpfungssysteme: Exploration und Wirkungsanalyse im Maschinen- und Anlagenbau

Der Erfolg des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus im globalen Wettbewerb fußte in der Vergangenheit primär auf der konstruktionsbezogenen Innovationskraft und der Produktqualität. Auch wenn dies weiterhin von hoher Relevanz ist, steht die Industrie vor der Herausforderung sinkender Margen im Neumaschinengeschäft. Dies wird einerseits auf die seit Jahren zunehmende Wettbewerbsintensität zurückgeführt, andererseits verändern sich die Anforderungen des Marktes hin zu Systemlösungen, die nicht das reine Produkt, sondern dessen Kundennutzung in den Fokus rücken. Vor diesem Hintergrund steigt für viele Hersteller die Bedeutung der Entwicklung produktbegleitender Dienstleistungen, wie Instandhaltungsangebote oder Notfall-Services, die als sog. hybrides Leistungsbündel (Produkt-Service-Systeme, eng. Product-Service Systems) angeboten werden. Doch die globale Ausdehnung der mittlerweile bedienten Absatzmärkte birgt für die agierenden Hersteller Umsetzungsschwierigkeiten, da die Qualität einer solchen Lösung oftmals von Reaktions- und Wartezeiten sowie anfallenden Kosten abhängt und so im Fall klassischer Dienstleistungsangebote mit der Distanz zwischen Hersteller und Kunde skaliert. Hinzu kommt, dass kundenindividuelle Anforderungen an die Lösungserbringung gestellt werden und so die Flexibilisierung klassischer Angebote erforderlich macht. Angesichts dieser Herausforderung entstand in der letzten Dekade ein hohes Interesse an der Digitalisierung des produktbezogenen Dienstleistungsangebots. Serviceplattformen stellen einen Kristallisationspunkt dieser Bemühungen dar, indem sie modulare Dienstleistungsbausteine zur Verfügung stellen, aus denen sich kundenindividuelle Portfolios konfigurieren und mittels Informations- und Kommunikationstechnologie global vertreiben lassen. Allerdings bringt das Konzept ein hohes Maß an technischer und organisatorischer Komplexität mit sich, die es zu bewältigen gilt. In diesem Beitrag soll die Einführung einer Serviceplattform im Wertschöpfungsnetz eines global agierenden Unternehmens untersucht und so die entstehenden Fragestellungen identifiziert werden. Hierfür skizzieren wir das Kernkonzept der Serviceplattform und analysieren dessen Wirkung auf bestehende Wertschöpfungsverflechtungen. Von diesem Ausgangspunkt erweitern wir das Wertschöpfungsmodell und zeigen, wie Plattformstrategien zur Entwicklung kundenindividueller Lösungsangebote beitragen können.

Friedemann Kammler, Ercan Acik, Jonas Brinker, Oliver Thomas, Markus Nüttgens

Kapitel 1. Grundwissen: Die Content-Basics

Buzzwörter haben eine ungute Eigenschaft: Man weiß nicht, wo man mit der Erklärung anfangen und wo man besser aufhören sollte. Ich habe die Basics gestrafft und beschäftige mich auf den folgenden Seiten des ersten Kapitels mit diesen Themen: Warum Content nicht gleich Content und das Zeitalter der Werbesprache vorbei ist. Sorgen wir für Klarheit: Die Definition von Content und warum der Begriff mehr ist als ein Buzzword. Wie sich der Hype um Content entwickelt hat, und warum Content bereits vor dem digitalen Zeitalter wichtig war. Grundwissen zum Storytelling, zur menschlichen Kommunikation und zur menschlichen Psychologie. Die aktuellen Content-Formate und Content-Channels unserer Welt. Wie Sie an die Planung und Erstellung guter Inhalte herangehen müssen.

Florian Schauer-Bieche

Kapitel 6. Fallbeispiel Grünlandstrom

Die im Kap. 6 skizzierte abgeänderte Fallstudie beruht auf Arbeiten von Studierenden im Wintersemester 2017/2018 an der Fachhochschule Aachen im Masterstudiengang Energiewirtschaft & Informatik.

Jörg Heiner Georg

Kapitel 8. Politisches Interesse und politisches Informationsverhalten von Migrantinnen und Migranten

Fragen zur politischen Teilhabe, sei es politische Partizipation oder aber auch politisches Interesse und politische Informiertheit, stellen Gesellschaften vor komplexe und oftmals schwer zu lösende Aufgaben (z. B. Dalton 2013, Wolfsfeld et al. 2016). So auch in Österreich, wie eine Vielzahl aktueller sozialwissenschaftlicher Publikationen zeigen. Diese widmen sich bspw. jüngeren Alterskohorten, bildungsfernen Personen oder auch gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen im Zeitverlauf (bspw.: Glavanovits et al. 2019; Kritzinger und Zeglovits 2016; Moosbrugger et al. 2019; Prandner und Grausgruber 2019).

Dimitri Prandner, Alfred Grausgruber

Kapitel 3. Sprache und soziale Integration

Die Deutschkenntnisse der Zugewanderten

Gute Kenntnisse der Sprache des Aufnahmelandes gehören zu den wichtigsten Faktoren für die soziale und kulturelle Integration von Zugewanderten sowie für ihren gesellschaftlich-wirtschaftlichen Erfolg in Bildung, Arbeitsmarkt und politischem Leben (z. B. Chiswick 1992; Dustmann und van Soest 2002; Heckmann 2015). Wie Hartmut Esser aufgrund einer umfangreichen Studie pointiert festhält: „Die Sprache bildet einen zentralen Aspekt der Integration von Migranten, womöglich sogar den wichtigsten“ (Esser 2006, S. 23). In Österreich ist Deutsch im Bundesverfassungsgesetz als Staatssprache festgelegt (B-VG, Art. 8).

Max Haller, Caroline Berghammer

Kapitel 7. Die Bedeutung der Religion für Migrantinnen und Migranten

Der Begriff „Religion“ hat – je nach Wissenschaftsdisziplin – ein nahezu unüberschaubares Bedeutungsspektrum. Während religionssoziologische Zugänge nach der sozialen Bedeutung und Funktion von Religion fragen (Pickel 2011; Pollack et al. 2018), nähern sich Religionswissenschaft, Religionsphilosophie oder Theologie dem Phänomen vor allem hermeneutisch (Figl 2017). Wer also nach „der“ Religion von „Migrant_innen“ fragt, diese mit Blick auf unterschiedliche Religionszugehörigkeiten oder mit „der“ Religion der Aufnahmegesellschaft vergleichen und daraus sogar politische Schlussfolgerungen ziehen möchte, ist deshalb gut beraten, sich der Fragestellung interdisziplinär zu nähern und gegenüber der Komplexität des Phänomens sensibel zu sein.

Franz Höllinger, Regina Polak

Daten als „Einnahmen“ von Nutzern urheberrechtlich geschützter Werke und Leistungen

Daten – der „Rohstoff des 21. Jahrhunderts“ – werden zunehmend als Gegenleistung erhoben. Eine anschließende Frage ist, welchen wirtschaftlichen Wert diese Daten haben. Das kann insbesondere für diejenigen von Bedeutung sein, die Ansprüche haben, deren Höhe vom Wert der Gegenleistung abhängt. Der Beitrag illustriert die damit zusammenhängenden Fragen am Beispiel des Vergütungsanspruchs von Verwertungsgesellschaften. Die ökonomische Problematik, den Wert von Daten zu bestimmen, könnte rechtlich im Wege von Schätzungen und Pauschalierungen aufgefangen werden.

Karl Riesenhuber

Personenbezogene Daten in der digitalen Ökonomie – Eine wirtschaftliche und juristische Betrachtung

Es ist wohl unumstritten, dass personenbezogene Daten in der heutigen, digitalen Zeit einen immer größer werdenden Stellenwert einnehmen. Viele der neu entstehenden Geschäftsmodelle basieren auf den Daten ihrer Nutzer und wie lukrativ diese Modelle sein können, demonstrieren die finanziellen Erfolge von den großen Akteuren wie beispielsweise Google und Facebook. Und nicht nur datenbasierte Unternehmen vertrauen auf die „Macht der Daten“, mittlerweile sammeln und analysieren fast alle Unternehmen die Daten ihrer Nutzer oder kaufen Datensätze auf sog. Datenmarktplätzen ein. Personenbezogene Daten werden in der Wirtschaft also in verschiedensten Praktiken verwendet, mit mehr oder weniger starker Akzeptanz ihrer Nutzer. Fraglich bleibt dabei, wem die Daten eigentlich „gehören“, also ob es eine Art Eigentumsrecht an personenbezogenen Daten formal überhaupt geben kann, zu wessen Gunsten und wie dieses ausgestaltet sein könnte. Die Erkenntnisse zu dieser rechtswissenschaftlichen Fragestellung sowie der wirtschaftlichen Perspektive werden in diesem Beitrag gegenübergestellt und diskutiert.

Nora Wessels, Anne Laubach, Peter Buxmann

Spannende Gestaltungsperspektiven durch offene Verwaltungsdaten

Ausgehend von den Potenzialen offener Daten (Open Data) und offener Verwaltungsdaten (Open Government Data) in der Datenökonomie werden deren Gestaltungsperspektiven für eine Geschäftsfeldentwicklung und Wertschöpfung aus staatlicher Sicht sowie für eine Verbesserung des Gemeinwohls dargestellt. Dies führt Staat und Gesellschaft sowohl zu urbanen Datenräumen als auch zu einem offenen Regierungs- und Verwaltungshandeln (Open Government).

Jörn von Lucke

Kritische Theorie des Lifeloggings als Prüfstein möglicher Gestaltungsperspektiven der Datenökonomie?

Lifelogging (LL) ist eine prototypische Form der Lebensführung unter Bedingungen des digitalen und flexiblen Kapitalismus und kann mit Hilfe einer integrativen kritischen Theorie analysiert werden. Zunächst deuten wir die Erzeugung von Datendoubles in der individuellen Interaktion mit der digitalen LL-Technik als Verdinglichung. Dann verknüpfen wir die durch LL-Technik ermöglichte extensive und intensive Überwachung gesellschaftlicher Praxen mit der Produktion gesellschaftlicher Ungleichheit durch Ausbeutung. In einem dritten Schritt vermitteln wir die individuellen Motivationslagen zum LL mit einem Begriff gesellschaftlich erzeugter ‚falscher‘ Bedürfnisse, bevor wir in einem letzten Schritt die intersubjektive Ambivalenz des LL zwischen Autonomiegewinn und Entfremdungserfahrung diskutieren. Abschließend skizzieren wir vor dem Hintergrund unserer kritischen Analyse des LL, in welche Richtung aus unserer Sicht eine Gestaltung und Transformation der Datenökonomie in Angriff genommen werden sollte.

Peter Schulz, Sebastian Sevignani

Governance der Datenökonomie – Politökonomische Verfügungsmodelle zwischen Markt, Staat, Gemeinschaft und Treuhand

Der Beitrag untersucht vier Formen der Governance der Datenökonomie, die beanspruchen, eine Alternative zu gegenwärtigen Geschäftsmodellen der Plattformindustrie zu leisten. Darin werden Daten (1) als privates Gut mit Mikrozahlungen (Lanier), (2) als öffentliches Gut (Morozov), (3) als Allmendegut (Ostrom) und (4) mittels Treuhandschaft (Winickoff) verwaltet und bewirtschaftet. Diese vier Modelle werden diskutiert und kritisch gewürdigt.

Ingrid Schneider

Kapitel 3. Die Universität als organisierte Institution

In diesem Kapitel wird der theoretische Zugang der Dissertation erläutert. Leitend ist hierbei u. a. der Anspruch, ein Konzept der Universität als organisierte Institution zu entwickeln. Hierzu werden die beiden Theorierichtungen des organisationalen Neo-Institutionalismus und der soziologischen Systemtheorie miteinander verglichen und zusammengeführt. In diesem Sinne handelt es sich sowohl um einen soziologischen Theorienvergleich, mit dem u. a. auch „Relationswissen“ (Greshoff 1999: 16) zur Verfügung gestellt wird, als auch um eine Theorienintegration (vgl. Greshoff, Lindemann & Schimank 2007). Ziel dieses Vorgehens ist dabei auch, die zentralen Forschungsphänomene wie etwa Universitätsverwaltungen und Organigramme besser zu verstehen.

Michael Borggräfe

Blockchain in der Verwaltung

Die öffentliche Verwaltung steht vor massiven Herausforderungen, auch im Zusammenhang mit der fortschreitenden Digitalisierung. Der Kostendruck steigt stetig und daher werden von der Verwaltung Lösungen gefordert, die effizient, sicher, zukunftsorientiert und kostengünstig sind. Aus diesem Grund wird in öffentlichen Verwaltungen rund um das Thema Blockchain analysiert, geforscht und Pilot-Projekte auf- und umgesetzt. Mit dieser neuen Technologie wurde ein Konzept geschaffen, das es ermöglicht, vorhandenen Problemfeldern bzw. Anforderungen anders zu begegnen. Aus diesem Grund wird die Blockchain-Technologie die Verwaltung verändern und die Digitalisierung weiter beschleunigen. Es stellt sich in diesem Zusammenhang auch die Frage, inwieweit Regierungen und Verwaltungsbehörden durch die Blockchain disruptiert werden bzw. welche Änderungen sich in den Organisationen etablieren werden.

Wolfgang Eixelsberger, Manfred Wundara, Walter Huemer

Open Government und Open Data als Modernisierungskonzepte: Chancen und Herausforderungen offener Verwaltungen

Open Government als Modernisierungskonzept ist eine Weiterführung von Good Governance und beantwortet die Frage, wie Regierungs- und Verwaltungshandeln ausgestaltet sein soll. Aus einer Analyse des zeitlichen, wertebezogenen und territorialen Kontexts folgt die Erkenntnis, dass Open Data als das zentrale Innovationskonzept der letzten Jahre gesehen werden kann. Die Chancen und Herausforderungen werden entlang technischer, wirtschaftlicher, rechtlicher, politischer, gesellschaftlicher, organisatorischer und verwaltungsökonomischer Argumente diskutiert.

Bernhard Krabina

Prozesse und Prozessmanagement in der öffentlichen Verwaltung

Die prozessorientierte Betrachtung von Organisationen verspricht vielfältige Potenziale bei der Verwaltungsmodernisierung. Eine am Bürger und Unternehmen ausgerichtete Leistungserbringung verlangt als Grundlage ein umfassendes Verständnis der eigenen Abläufe. Hierbei ist es wichtig, jeden Prozess für sich verstehen zu können, um die richtigen Weichen zu stellen. Grundlage für die Hebung dieser Potenziale ist die Etablierung eines Prozessmanagements. Im Beitrag werden entsprechende Vorgehensweisen, Modellierungsmethoden und die sich ergebenden Nutzenpotenziale aufgezeigt.

Sebastian Halsbenning, Marco Niemann, Michael Räckers, Hendrik Scholta

E-Government auf den unterschiedlichen administrativen Ebenen: Schweiz

In internationalen Rankings im Bereich E-Government ist die Schweiz trotz günstiger Voraussetzungen bei den Infrastrukturen und der Dichte der Internet-Nutzer nicht im vorderen Drittel zu finden. Als primäre Gründe werden oftmals die dezentralen Strukturen, die hoheitsrechtlichen Zuständigkeiten, die vier Landessprachen (Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch) und die in vielen Bereichen freiwillige Partizipation der Verwaltungsorgane aufgeführt.In diesem Kapitel wird zunächst ein Überblick der administrativen Ebenen in der Schweiz gegeben und deren Rahmenbedingungen und Aktionskontext dargestellt. Folgend werden die grossen Herausforderungen der Weiterentwicklung des E-Governments diskutiert und einzelne bestehende Lösungsansätze dargestellt.Da die Unterzeichnung der Tallin Deklaration im Jahr 2017 für das aktuelle und die kommenden Jahre wegweisend für das E-Government der Schweiz sein wird, werden die Herausforderungen und Lösungsansätze auf den administrativen Ebenen anhand der Prinzipien der Deklaration dargestellt.

Kathrin Schmidt, Marlies Pfister

Flexible und benutzerfreundliche Authentifizierungsverfahren zur Umsetzung transaktionaler E-Government-Services auf mobilen Geräten

Die sichere und zuverlässige Identifikation auf Authentifizierung von Bürgerinnen und Bürgern ist eine der wichtigsten Säulen transaktionaler E-Government-Services. Die zunehmende Popularität mobiler Endnutzergeräte wie Smartphones und Tablets stellt bestehende Lösungen der Benutzerauthentifizierung, die zumeist für klassische Geräte wie PCs und Laptops entwickelt wurden, vor neue Herausforderungen. In diesem Kapitel stellen wir ein Konzept vor, mit welchem diesen Herausforderungen begegnet werden kann. Möglichkeiten des vorgestellten Konzepts werden über dessen prototypische Anwendung im Identity-Management-System des österreichischen E-Governments aufgezeigt.

Kevin Theuermann, Thomas Zefferer, Thomas Lenz, Arne Tauber

7. Identitätsdiebstahl

Aktuell gehören Diebstähle der virtuellen Identität zu den häufigsten Cybercrime-Delikten. Der Diebstahl von Identitäten ist allerdings keine neue Form des Verbrechens, allerdings bekommt er im digitalen Zeitalter eine neue Dimension. Das nun Kapitel Datendiebstahl beschreibt die unterschiedlichen Varianten von Identitätsdiebstahl. Es wird dabei auf die Methoden und Formen, das Profiling der Opfer und Täter sowie sein Businessmodell und auf eine mögliche Prävention eingegangen.

Edith Huber

Kapitel 22. Präventionsallianzen in einer digitalisierten Industrie

Um die rasant fortschreitende Digitalisierung als Chance zu begreifen und zu nutzen, ist es notwendig, Mitarbeiter in ihrer Gesamtheit – mit biologischen und psychologischen Limitationen – an einer Mensch-Maschine-Schnittstelle zu betrachten. Zur Optimierung dieser Schnittstelle muss der Mensch zunehmend befähigt und unterstützt werden und die Arbeit sowie das Arbeitsumfeld müssen so gestaltet werden, dass sie die Arbeitsfähigkeit und Arbeitsbereitschaft ihrer Belegschaften langfristig sichern. Besonders kleinere und mittelständische Unternehmen, welche nicht dauerhaft Spezialisten hierfür vorhalten können, benötigen Unterstützung durch transparente und flexibel gestaltete Präventionsallianzen, als Kombination von Dienstleistungen und Dienstleistern. Notwendige Empfehlungen für deren Gestaltung müssen auf einen möglichst breit gefächerten Maßnahmenkatalog von Best Practices aufgebaut sein. Hierzu wurden notwendige Anforderungen zur Bewältigung für eine praktische Umsetzung den verschiedenen betrieblichen Handlungsebenen – als Anwendungsfelder – zugeordnet. Durch eine Sichtung dieses Maßnahmenkataloges ist eine erste Aussage bezüglich deren potenzieller Partner und Strukturen möglich, welche auch das gesamte Gesundheitssystem mit infiltrieren müssen.

Jörg von Garrel, Simone Thomas

Kapitel 3. Digital Health Literacy – Thesen zu Konzept und Förderungsmöglichkeiten

Digital Health Literacy wird von vielen Stakeholdern im Gesundheitswesen als Grundbedingung für eine gelingende digitale Transformation eingefordert; welche Kompetenzen jedoch damit gemeint sind und wie diese gefördert werden können, das bleibt meistens im Dunkeln. Das Projekt „TK-DiSK“ hat das Ziel, das Konzept Digital Health Literacy wissenschaftlich zu begründen und weiterzuentwickeln. Kompetenz, Wissen und Fähigkeiten werden hier nicht ausschließlich in den Köpfen von Patienten und Versicherten verortet, sondern als soziale Praktiken verstanden, die von Erfahrungen, materiellen Realitäten und sozialem Kontext mitbestimmt werden. Digital Health Literacy muss daher nicht nur als Eigenschaft von Individuen, sondern auch von soziotechnischen Systemen verstanden werden. Den Organisationen und Institutionen im Gesundheitswesen kommt damit bei der Realisierung von Digital Health Literacy eine zentrale Rolle zu.

Silja Samerski, Hardy Müller

Kapitel 8. Medizinischer Unterversorgung im Vogtland mittels Telemedizin aktiv begegnen

Das Vogtland steht aufgrund des Hausärztemangels vor großen gesundheitspolitischen Herausforderungen. Insbesondere für die zunehmend ältere Bevölkerung, häufig ohne familiäre Unterstützung vor Ort, wird die ärztliche Betreuung schwierig. Zur Unterstützung der Hausärzte, Entlastung der Rettungsstellen sowie zur Vermeidung von langen Wegstrecken der Patienten zu den ambulanten Praxen soll das Projekt „Telematikunterstützung für die Impulsregion Vogtland 2020“ umgesetzt werden. Hierzu sollen im Projekt zwei ambulante Servicezentren in verschiedenen Orten errichtet und zur ersten Anlaufstelle für Patienten werden. Mögliche Voruntersuchungen durch das ansässige mittlere medizinische Personal und der virtuelle Arztbesuch mittels Videosprechstunde sollen Hausärzte entlasten und Zeitressourcen optimal ausnutzen. In einer patientenzentrierten Akte werden Informationen zum Patienten vom Arzt, Pflegedienst und von im häuslichen Umfeld angebundenen medizinischen Kleingeräten zusammengetragen. Ergebnis soll ein Konzept mit nachgewiesenem Nutzen sein, welches nach der Projektlaufzeit auf andere Regionen ausgerollt werden kann.

Linda Weichenhain, Daniel Schiffer, Maximilian T. Schwiercz, Anke Häber

Kapitel 14. Elisabeth Brönnimann und ihr Weg durch das Gesundheitssystem – Digitale Transformation aus Patientensicht

Durchgängige Informationsflüsse in den Behandlungsprozessen sind eine wesentliche Voraussetzung für Effizienz, Behandlungsqualität und Patientensicherheit. Aus Sicht der fiktiven Patientin „Elisabeth Brönnimann-Bertholet“ wird aufgezeigt, wie sich die digitale Transformation auf die Navigation des Patienten auf seinem Behandlungspfad auswirken kann. Wir betrachten drei Anwendungsfälle: 1) die Begleitung von Frau Brönnimann auf ihrem Weg durch den Behandlungspfad mittels mobilen Pfadnavigators und anknüpfender Applikationen, 2) die Informationssuche in sozialen Medien sowie 3) die Bereitstellung von Gesundheitsdaten für die Forschung. Es werden soziale und ethische Herausforderungen zusammengetragen, die für eine Integration dieser Anwendungen in die Abläufe des Gesundheitswesens berücksichtigt werden sollten.

Kerstin Denecke, Serge Bignens, Thomas Bürkle, Sang-Il Kim, Michael Lehmann, Stephan Nüssli, Murat Sariyar, Jürgen Holm

Rechtsform und Rechtsgewalt: Zwei Seiten des Kapitalismus

Der Beitrag befasst sich mit der rechtlichen Durchsetzung und Reproduktion des Kapitalismus. Die kapitalistische Akkumulation weist zwei widersprüchliche Seiten auf: den Äquivalententausch und die Landnahme. Die These des Beitrags ist, dass die Kritik an der Rechtsform des Kapitalismus, wie sie Eugen Paschukanis übt, die Entwicklung des Kapitalismus nicht wirklich verstehen kann, da sie die Rolle des Rechts nur im Rahmen der Warenform und des Äquivalententauschs untersucht. In seiner Expansionsphase ist der Kapitalismus aber darauf angewiesen, nichtkommodifizierte Räume zu kommodifizieren, also in die Welt des Tauschs und Privatwirtschaftsrechts hineinzuziehen, ja hineinzuzwingen. Diese Phase wird anhand der Marxʼschen Darstellung der ursprünglichen Akkumulation und des Landnahme-Theorems analysiert. Unter diesen Bedingungen erscheint das Recht als unverhüllte Rechtsgewalt, die soziale Ungleichheit schafft. Während der kapitalistischen Landnahme operiert das Recht auf der Grundlage von Diskursen des „Othering“, von Privatisierungsregimen und von strafrechtlichen Maßnahmen gegen jene, die sich der Landnahme und Enteignung widersetzen.

Guilherme Leite Gonçalves

Das soziale Band neu knüpfen?

Bürgerschaftliche Sorgedienstleistungen im Schatten von Arbeitsmarkt und Sozialstaat

Im Kontext des sozialstaatlichen Strukturwandels und einer Krise der sozialen Reproduktion wird die Frage nach den Trägerinstanzen der sozialen Reproduktion und des gesellschaftlichen Zusammenhalts immer drängender. Während die Sorgekapazitäten der Familie abnehmen, sich der Sozialstaat auf die Rolle eines Governance-Managers zurückzieht und die fortschreitende Kommodifizierung von Sorgedienstleistungen nur begrenzt Integrationserfolge verspricht, widmet sich eine neue Generation von Sozialpolitiken der Suche nach einem dritten Weg zur Sicherung der sozialer Reproduktion nicht nur jenseits von Staat und Markt, sondern zunehmend auch jenseits der Familie. Im Zuge der Förderung freiwilligen sozialen Engagements und im Kontext einer doppelten Privatisierung von Sorgedienstleistungen vollzieht sich eine neue Doppelbewegung: Im Schatten von Staat und Markt entsteht ein staatlich gefördertes Regime gemeinwohldienlicher Schattenarbeit, in dem die Zivilgesellschaft für ihre reproduktiven Belange zunehmend selbst Sorge trägt.

Tine Haubner
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