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A Novel Personalized Preference-based Approach for Job/Candidate Recommendation

Although fuzzy-based recommendation systems are widely used in several services, scanty efforts have been carried out to investigate the efficiency of such approaches in job recommendation applications. In fact, most of the existing fuzzy-based job recommendation systems are only considering two crisp criteria: Curriculum Vitae (CV) content and job description. Other factors like personalized users needs and the fuzzy nature of their explicit and implicit preferences are totally ignored. To fill this gap, this paper introduces a new fuzzy personalized job recommendation approach aiming at providing a more accurate and selective job/candidate matching. To this end, our contribution considers a Fuzzy NoSQL Preference Model to define the candidates profiles. Based on this modeling, an efficient Fuzzy Matching/Scoring algorithm is then applied to select the top-k personalized results. The proposed framework has been added as an extension to TeamBuilder software. Through extensive experimentations using real data sets, achieved results corroborate the efficiency of our approach in providing accurate and personalized results.

Olfa Slama, Patrice Darmon

Online-Beratung Jugendlicher in Japan

Im Jahr 2016 bot das Zentrum für Geschlechtergleichstellung der Stadt Sapporo erstmals Chat-Beratung an. Der Beitrag analysiert die Bedeutung dieses Projektes vor dem Hintergrund der bisherigen Entwicklung der Online-Beratung in Japan und des Alltags Jugendlicher aus beratungsmethodischer und genderspezifischer Perspektive. Er schließt mit einer kurzen Skizze hervorstechender Ähnlichkeiten und Unterschiede im Vergleich zur deutschen Online-Beratung.

K.-Ulrike Nennstiel

„Schreib’ ich da eigentlich wirklich mit jemandem…?“

Chancen und Grenzen von Online-Trainings mit Jugendlichen

Anhand eines von Drudel 11 e. V. entwickelten digitalen Trainings zum Abbau von Gewalt und Hass beleuchtet der Beitrag grundlegende Gestaltungsprinzipien wie Interaktivität, Multimedialität und Gamification. Insbesondere geht es dabei um die Frage, welche Rolle dem Beziehungsaspekt bei der pädagogischen Arbeit im digitalen Raum zukommt. Neben konzeptionellen Überlegungen auf der Basis von zentralen Forschungsergebnissen zu Online-Interventionen bündelt der Beitrag Praxiserfahrungen aus einer fünfjährigen Entwicklungs- und Erprobungsphase.

Daniel Speer, Andreas Prokop

Digitalisierung, Flaschensammeln und das Repräsentationsdefizit in der Sozialen Arbeit

Am Beispiel der digitalen, innovierenden Transformation des Flaschensammelns als Phänomen soll der Beitrag aufzeigen, wie soziale Ungleichheiten ohne Kenntnisnahme der Mehrheitsgesellschaft verstärkt werden. Auf der individuellen Ebene gehen damit das Verschwinden von Menschen und ihren Perspektiven einher, die im öffentlichen Diskurs schon jetzt als mehrfach marginalisiert angesehen werden müssen. Das damit verbundene Repräsentationsdefizit können Betroffene auch aufgrund der immer weiter Geschwindigkeit aufnehmenden sozialen, ökonomischen und politischen Umwälzungen nicht mehr ausgleichen. Im Sinne der habermasschen Diskursethik plädieren wir daher für ein neues, aktiveres Selbstverständnis von Sozialarbeiter*innen. So verstandenen digitalen Wandel gilt es nicht nur zu bewältigen. Als aktiv vermittelnde Repräsentant*innen sollen sich Sozialarbeiter*innen vielmehr darum bemühen, sich selbst und damit letzten Endes auch Flaschensammler*innen in diese Prozesse sozialen Wandels stärker zu integrieren und in ihrem Sinne zu verändern.

Florian Engel, Gunnar Plettenberg

Homeless in Cyberspace? Über die digitale Ungleichheit wohnungsloser Menschen

Für den deutschsprachigen Raum ist bisher unbeantwortet, inwiefern wohnungs- und obdachlose Menschen Zugang zu digitalen Informations- und Kommunikationstechnologien erhalten und wie ihnen diese nutzen. Anders als der Diskurs um die digitale Spaltung nahelegt, zeigt sich in der Verfügbarkeit sowie im Nutzungsverhalten zwischen Menschen mit und ohne Wohnung keine digitale Kluft: wohnungslose Menschen besitzen häufig ein Smartphone und nutzen es in ihrem Alltag. Dennoch ist die tatsächliche, kontinuierliche Verfügbarkeit digitaler Technologien sozial ungleich verteilt (1). Dabei können digitale Technologien die Teilhabe von Menschen ohne eigene Wohnung verbessern (2).

Benedikt Rösch, Frieda Heinzelmann, Frank Sowa

Kapitel 1. Einleitung

Führung braucht Führungskraft und Resilienz, um sich selbst und andere gesund führen zu können.

Wolfgang Roth

Kapitel 3. Resiliente Selbstführung

Führungskräfte sind, was Gesundheit anbelangt, doppelt gefordert. Sie sollen nicht nur selbst gesund und leistungsfähig bleiben, sondern sich zusätzlich der Gesundheit ihrer Mitarbeiter annehmen. Minimalanforderung ist dabei die Durchführung der Gefährdungsbeurteilung (biologisch und psychisch), um Gesundheitsschädigungen zu vermeiden.

Wolfgang Roth

Supporting Interaction with CO2 as a Resource with Individual Carbon Footprint Trackers as Everyday Assistants

A massive reduction in CO2 emissions is needed to reach the Paris climate goals on many societal levels - including individual consumer decisions. In contrast to resources as time or money, it is challenging to monitor one’s own impact on CO2 emissions. Designing digital assistants to provide users with information about their CO2 footprint could improve CO2 literacy (i.e., mental models), enabling individual behavioural change. We reviewed how characteristics of human bounded rationality (c.f. behavioural economics), such as temporal discounting, hamper effective interaction with CO2 as a resource. We examined user requirements for a carbon footprint tracker in an online study with 249 participants. Our study suggests CO2 tracking apps should encompass three types of functions: presentation of concrete CO2 emissions at a product or action level, direct comparisons between decision alternatives, and the proposal of better alternatives.

Tim Schrills, Laura Rosenbusch, Mourad Zoubir, Jacob Stahl, Thomas Franke

Kapitel 4. Vertrauen als Zielgröße der PR von Ärzt*innen

Vertrauen ist ein zentraler Wert des Gesundheitswesens. Es schafft die Basis einer funktionierenden Arzt-Patienten-Beziehung sowie der Versorgung von Patient*innen durch medizinisches Fachpersonal und dient dem oder der Einzelnen zur Orientierung im Gesundheitssystem. Dem Wert Vertrauen stehen allerdings eine zunehmend stärkere ökonomische Ausrichtung des Gesundheitssystems und veränderte Rahmenbedingungen der Beziehung zwischen Ärzt*innen und Patient*innen entgegen. Dies sind z. B. neue Anforderungen an informierte Patient*innen oder die zunehmende Auswahl und Bewertung von medizinischem Fachpersonal über Online-Portale. Sie führen dazu, dass die Vertrauensbeziehung zwischen Ärzt*innen und Patient*innen gefährdet ist. PR-Maßnahmen, die das Ziel haben, Vertrauen zu stärken, können zum besseren Umgang mit den beschriebenen Herausforderungen beitragen. Dementsprechend zielt der vorliegende Beitrag auf eine Integration der Perspektiven der Gesundheitskommunikation und der Public Relations ab. Damit soll ein höheres Bewusstsein für die Anforderungen an eine vertrauensbildende persönliche und öffentliche Kommunikation im Gesundheitswesen erreicht werden.

Elena Link

Kapitel 3. Der Zweckbetrieb Krankenhaus im europäischen Beihilferecht

Das Gemeinnützigkeitsrecht muss dem Europarecht insofern standhalten können, als das Europarecht gegenüber dem nationalen Gemeinnützigkeitsrecht höherrangig ist und ihm vorgeht.

Luisa Margitta Braun

Kapitel 6. Digitale Innovationsfähigkeit durch die Zusammenarbeit

Ob das neu erworbene Wissen durch die Zusammenarbeit tatsächlich die Digitale Innovationsfähigkeit verbessert, um neue und/oder bestehende Digitale Innovationen (weiter) zu entwickeln, wird in der vierten Studie D untersucht. Im Rahmen dieser Studie wird empirisch belegt, dass die Zusammenarbeit zwischen etablierten Unternehmen und Startups zu mehr Ergebnissen bezüglich Digitaler Innovationen führt. Dabei tragen nicht alle fünf Wissensdomänen gleichermaßen zu einer verbesserten Fähigkeit hinsichtlich der Entwicklung Digitaler Innovationen bei. Darüber hinaus wird nachgewiesen, dass flexible organisationale Strukturen das Ergebnis in Bezug auf Digitale Innovationen erhöhen.

Nihal Islam

Besonderheiten des Controlling im Dienstleistungsmarketing

Eine wichtige Aufgabe im Marketingmanagement stellt das Marketingcontrolling dar. Aufgrund der Besonderheiten von Dienstleistungen besteht die Notwendigkeit einer speziellen Betrachtung des Marketingcontrolling im Dienstleistungsbereich. Infolgedessen wird im Rahmen des vorliegenden Beitrags unter Berücksichtigung der dienstleistungsspezifischen Besonderheiten sowie zur Sicherstellung der Rationalität des Controlling die Begrifflichkeit eines Dienstleistungsmarketing-Controlling definiert.Ein spezieller Aufgabenbereich des Controlling für Dienstleistungen ist eine Analyse der Wirkungen des Dienstleistungsmarketing. Der vorliegende Beitrag befasst sich daher mit dem Dienstleistungsmarketing-Controlling auf der konzeptionellen Grundlage der sogenannten Service-Erfolgskette, die die vorökonomischen und ökonomischen Wirkungen des Dienstleistungsmarketing systematisch erfasst. Vor diesem Hintergrund werden ausgewählte Zielgrößen betrachtet und das Controlling der Kundenzufriedenheit, der Kundenbindung und des Kundenwerts behandelt.

Manfred Bruhn, Karsten Hadwich

Strategische Analysetechniken

Strategische Analysetechniken ermöglichen langfristig eine strukturierte Erfassung unternehmensinterner Ressourcen in Ausrichtung auf den Markt. Die hier beschriebenen Basis-Techniken umfassen das Produkt-Lebenszyklusanalyse-Modell, verschiedene Typen der Portfolio-Analyse, die Wertketten-Analyse und die SWOT-Analyse. Diese Techniken unterstützen das Marketing-Controlling, Geschäftsfeld- und Marktanalysen für das Management zu erstellen und strategische Handlungsoptionen abzuleiten.

Christopher Zerres

Controlling im industriellen B2B-Marketing: Eine Customer Experience orientierte Perspektive

Das industrielle B2B-Marketing (Industriegütermarketing) weist gegenüber dem B2C-Marketing (Konsumgütermarketing) eine Reihe von Besonderheiten auf, die zu veränderten Gestaltungserfordernissen im B2B-Controlling führen. Andererseits sind Industrieunternehmen Fremdbedarfsdecker und weisen im Hinblick auf Struktur und Organisation durchaus eine Vergleichbarkeit mit Konsumgüterunternehmen auf. Dadurch besitzt auch das Marketing-Controlling im B2B-Kontext eine nennenswerte Schnittmenge mit dem Marketing-Controlling in B2C-Unternehmen, sodass viele in diesem Handbuch in eigenständigen Kapiteln behandelte Themen ebenso für das B2B-Controlling gelten. Vor diesem Hintergrund zeigt der vorliegende Beitrag zunächst zentrale Charakteristika des B2B-Marketing auf und gibt einen Überblick zu wichtigen Controlling-Feldern in industriellen B2B-Unternehmen. Mit Blick auf die auch im B2B-Sektor zentrale Zielsetzung langfristiger Geschäftsbeziehungen wird im dritten Teil des Beitrags die Customer Experience (CX) im B2B-Kontext und deren Controlling in den Blick genommen: In der CX schlägt sich im B2B-Bereich die Erfahrung nieder, die Kundenunternehmen mit Anbietern und deren Leistungsangeboten machen. Die CX bildet die zentrale Basis für die Kundenzufriedenheit und damit für das Ziel der Etablierung langfristiger Geschäftsbeziehungen. Da im B2B-Sektor Kundenunternehmen typischerweise sowohl in den anbieterseitigen als auch in den eigenen Wertschöpfungsprozessen miteinander interagieren, entsteht die CX vor allem an den Interaktionspunkten dieser Prozesse. Der Beitrag diskutiert, wie sich die CX an den verschiedenen Interaktionspunkten herausbildet und gibt Hinweise zur Messung der CX sowie auf mögliche Key Performance Indicators (KPIs). Die Überlegungen münden abschließend in einem Vorschlag zum Konzept eines an der Kundenperspektive der Balanced Scorecard orientierten Kennzahlensystems, das ein Monitoring der KPIs ermöglicht. Auf diese Weise soll kontinuierlich eine positive CX gefördert und damit das Ziel langfristiger Geschäftsbeziehungen gestützt werden.

Rolf Weiber, Mi Nguyen

Kapitel 4. Digitalisierung und technisches Wort-Bingo

Ziel dieses Kapitels ist es, die existentiell wichtigen technischen Themen für das selbstfahrende Unternehmen einfach und verständlich für Entscheidungsträger zu erklären. Als erfahrener Softwarestrategie-Berater sehe ich seit Jahren immer wieder Themen, die in den großen und erfolgreichen Betrieben nicht funktionieren. Ein Beispiel, das dies gut veranschaulicht, ist die Anwendung zum Kauf eines Fahrtickets eines öffentlichen Transportunternehmens. Die Idee hinter diesem Prinzip ist ganz einfach, es sollte ermöglicht werden, auf dem Handy eine passende Verbindung zu suchen und das Ticket per Klick zu bezahlen. Gleich vorweg das Ergebnis: Die App kostete das Transportunternehmen über 100 Mio. Euro – während eine durchschnittliche App mit ähnlicher Funktionalität etwa mit 70.000 € zu kalkulieren ist. Dieses Kapitel beschreibt die Problemfelder, die in diesem Großprojekt schiefgelaufen sind und bringt zahlreiche weitere Beispiele und Anleitungen für bessere Lösungen.

Florian Schnitzhofer

Open Access

Kapitel 1. Einleitung

Zu Beginn dieses Kapitels ist ein kurzer Abriss der Historie des Recyclings und der Entwicklung der Circular Economy (CE) gegeben. Recycling – das zentrale Thema dieser Forschungsarbeit – ist keineswegs ein neues Phänomen, sondern vielmehr beinahe so alt wie die Menschheit. Heute ist Recycling insbesondere als wesentliche Strategie der CE bekannt und daher als wesentlicher Teil der Nachhaltigkeits- sowie Umwelt- und Ressourcenschutzdebatte stark propagiert und politisch forciert. Allerdings weist die CE – wie sie derzeit angestrebt wird – noch einige Inkonsistenzen auf, die sich auch auf die Zielausrichtung des Recyclings auswirken und nun in der Wissenschaft vermehrt diskutiert werden.

Philipp Schäfer

Kapitel 3. Grundlagen der Kompetenzorientierung

Der Begriff Kompetenz wird im Alltag und auch in der Fachsprache oftmals verwendet und dabei fälschlicherweise mit Wissen, Fertigkeiten oder Qualifikationen gleichgesetzt. Im Zusammenhang mit Personalentwicklung ist es zweckmäßig, berufliche Kompetenzen als Leistungsdispositionen zu verstehen, die eine erfolgreiche Bewältigung aktueller und zukünftiger beruflicher Herausforderungen ermöglichen. Kompetenz beinhaltet damit neben Wissen und Können auch Könnten und Wollen, also Handlungs- und Problemlösefähigkeit. Die Entwicklung von Kompetenzen der Mitarbeitenden vor dem Hintergrund der persönlichen und der unternehmerischen Ziele ist zentraler Gegenstand der betrieblichen Personalentwicklung. Basis der Kompetenzentwicklung ist die Kategorisierung der Kompetenzen in Klassen. In Bezug auf Kompetenzen von Controllern ist es angesichts der Herausforderungen durch Globalisierung und Digitalisierung sinnvoll, neben den vier gebräuchlichen Klassen fachliche, methodische, soziale und persönliche Kompetenzen zwei zusätzliche Klassen zu bilden, die interkulturellen und die digitalen Kompetenzen. Die Definition der Kompetenzen ist ein wesentlicher Bestandteil von so genannten Kompetenzmodellen, mit denen eine systematische Kompetenzentwicklung im Unternehmen entsprechend den betrieblichen und persönlichen Bedürfnissen erreicht werden soll.

Stephan Schöning, Viktor Mendel

5. IoT Best Practices

Fallstricke bei der Realisierung von (Industrial) Internet of Things (IIoT)-Projekten frühzeitig erkennen und adressieren

Das Internet der Dinge treibt die Digitalisierung in vielen Lebensbereichen und vor allem in der Industrie stark voran. Dabei ergeben sich eine Vielzahl von neuen und verbesserten Anwendungsszenarien und Geschäftsmodellen. Getrieben durch die (theoretisch) unbegrenzten Möglichkeiten der Umsetzung, müssen besonders in der Planung zentrale Sachverhalte vorab evaluiert und bewertet werden, um in Bereichen wie Sicherheit, Betriebsfähigkeit, Skalierung, Wirtschaftlichkeit sowie Geschäftsmodell eine bestmögliche Qualität zu erreichen. Wir geben einen Überblick über die Bedeutung und Zusammenhänge dieser verschiedenen Aspekte und zeigen an einem internationalen (I)IoT-Projekt konkrete Fallstricke und die getroffenen Gegenmaßnahmen auf, um darauf basierend eine Empfehlung an Best Practices abzugeben, um neu zu beginnende (I)IoT-Projekte zukünftig zielgerichtet planen zu können.

Marco Barenkamp, Jan Hendrik Schoenke, Novica Zarvic, Oliver Thomas

21. IoT Security Best Practices

Eine Fallstudie zur Clientseitigen-Authentifizierung im IoT

Der Artikel gibt einen Überblick über Best-Practice-Standards zur Authentifizierung von IoT (Internet of Things) Zugängen. Es wird aufgezeigt, dass clientseitige Authentifizierung gegenüber einer herkömmlichen Authentifizierung und Blockchain-basierten Ansätzen das höchste Potenzial für sichere Prozessautomatisierung bei hoher Interaktionsfrequenz bietet.Ein neuartiges Konzept des clientseitigen automatisierten Zugangsmanagements auf Basis von TLS (transport layer security), welches sich im Agriculture Segment seit über einem Jahr bewährt hat, wird vorgestellt. Gegenüber derzeitig eingesetzten Authentifizierungsverfahren bietet es den Vorteil höherer Sicherheit bei gleichzeitig automatisierter Anmeldung jeglicher Endgeräte auf dem IoT-Server. Aufgrund dieser Potenziale eignet sich der dargestellte Authentifizierungsstandard zukünftig als allgemeines branchenübergreifendes Zugangssystem für IoT-Anwendungen.

Marco Barenkamp

Bausteine solider Finanzen – Wie verschuldete Mittelständler sicher an frisches Geld kommen

Stefanie Burgmaier, Hans Haarmeyer, Thorsten Garber

Kapitel 1. Einleitung

Ab Ende der 1990er Jahre ereignete sich im lateinamerikanischen und v. a. im südamerikanischen Raum ein beispielloser politischer Umschwung, der sogenannte Left Turn (Castaneda 2006; Levitsky/Roberts 2011). Beginnend mit dem Wahlsieg Hugo Chávez’ in Venezuela im Jahr 1998 gelang es in der Folge linksgerichteten Präsidentschaftskandidaten immer häufiger, die Regierungsgeschäfte ihrer Länder zu übernehmen. So triumphierten linke Kandidaten in Chile (2000), Brasilien (2002), Argentinien (2003), Uruguay (2004), Bolivien (2005), Nicaragua (2006), Ecuador (2006), Paraguay (2008) und El Salvador (2009) (Levitsky/ Roberts 2011: 1).

Raphael M. Peresson

Kapitel 5. Das ‚Mehr‘ am Computerspiel: Spiel, Prozeduralität, Sinnlichkeit

In Kapitel 5 werden zunächst all die medienspezifischen Faktoren und Strukturprinzipien herausgearbeitet, die nötig sind, um ein vollständiges Bild vom Vermittlungspotenzial des Computerspiels zu erhalten. Besonders relevant ist dabei die sensomotorische Involvierung, die durch die direkte Verschaltung der SpielerIn mit einem audiovisualisierten digitalen Simulationssystem (mittels Hardware) in einer gemeinsamen Rücklaufschleife erreicht wird. Diese Involvierungsstrategie integriert den in Kapitel 1 besprochenen Modus leiblich-phänomenologischer Welterfahrung in den Umgang mit der virtuellen Spielwelt und kann deshalb ähnlich wirkungsvolle Affekt-, Lern- und Erinnerungseffekte hervorrufen, wie die sinnliche Präsenz innerhalb der Alltagswelt. Weitere medienspezifische Potenziale der Welterfahrung werden durch die Möglichkeit prozeduraler Weltgenerierung mittels digitaler Algorithmen eröffnet.

Robert Baumgartner

Kapitel 6. Synthese: Multimodale Welterschließung im Computerspiel. Modelle, Beispiele, Implikationen

Im sechsten Kapitel werden die zuvor herausgearbeiteten Ebenen möglicher Weltvermittlung im Computerspiel im Rahmen eines größeren Schemas verbunden und auf Basis ihrer Hinterfragbarkeit durch die SpielerIn gegliedert. Nachdem so der theoretische Möglichkeitsrahmen von Weltvermittlung etabliert wurde, wird in einem zweiten Schritt analysiert, wie diese durch das Zusammenwirken ihrer Einzelebenen erweiterte Wirkungseffekte erzielen kann. Anhand des Isotopie- und Allotopiekonzepts werden die typischen Formen des Zusammen- und Gegeneinanderwirkens unterschiedlicher Vermittlungswerkzeuge vorgestellt und durch zahlreiche Spielbeispiele illustriert.

Robert Baumgartner

Atomfreie Zone – Dematerialisierung, Digitale Zwillinge und Bündelung

Es ist November 2018. Ein kalter und düsterer Tag in Frankfurt am Main. Uns gegenüber steht ein Mittfünfziger, Vorstand eines M-Dax-Unternehmens. Die Offenheit dieser Aussage überrascht uns, ihr Inhalt weniger. Wir sind heute in Frankfurt, um im Rahmen eines Workshops mit ausgewählten Führungskräften die Auswirkungen der Digitalisierung auf Produkte, Services und das Geschäftsmodell des Unternehmens zu erarbeiten. Unser Eindruck, man ist sich der Bedeutung der digitalen Transformation für das eigene Geschäft bewusst. Man stellt sich der Herausforderung. Aber man unterschätzt die Geschwindigkeit, mit der der Digitale Tsunami auf unsere Wirtschaft zurollt, gewaltig. Man glaubt, die Zeit und einiges mehr auf seiner Seite zu haben. Hat man doch global nachgefragte Produkte, optimierte schlanke Prozesse und weltweit zufriedene Kunden. So schnell wird sich diese solide Geschäftsbasis nicht zerstören lassen.

Stefan Stoll, Sebastian Dörn

Kapitel 3. Die Wissensgesellschaft als neue Arbeitswelt

Wissensgesellschaft, Tertiarisierung, Kommunikationsgesellschaft, Informationsgesellschaft, Transformation, Postindustrielle Gesellschaft, Hybridindustrie, Ressourcennutzung, Nachhaltigkeit, Dienstleistungsgesellschaft, Humankapital.

Regine Grafe

Kapitel 2. Umweltgerechtigkeit und Arbeitsumwelt

Arbeitsumwelt, Arbeitswelt, Arbeitsgerechtigkeit, Arbeitsplatz, Leistungsgerechtigkeit, Arbeitssoziologie, Umweltsoziologie, Wirtschaftssoziologie, Arbeitsmedizin, Arbeitszeitmodell, Arbeitsform, Teilhabe, Teilzeit, Home-Office, Leiarbeit, Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz, Gesundheitsgerechtigkeit, Befähigung.

Regine Grafe

Kapitel 10. Digitalisierung und KI in der Produktion

Industrie 4.0 und die Künstliche Intelligenz durchdringt immer mehr Abläufe in produzierenden Unternehmen. So hat Mercedes-Benz im September 2020 mit der Eröffnung seiner Factory 56Factory 56 (siehe Abb. 10.1) Maßstäbe in der Digitalisierung aber auch bezüglich Effizienz und Nachhaltigkeit gesetzt. Die Smarte Fabrik soll bei der Montage der S-Klasse um 25 % Effizienter sein und im Sinne der Daimler-Strategie Ambition 2039 mit deutlich reduziertem Energiebedarf zur Zero Carbon Fabrik, also vollständig CO2-neutral werden (Daimler 2020).

Andreas Mockenhaupt

Kapitel 4. Ethisch-humanökologische Grundlagen

Die massiven Verluste von Arten sowie zerstörerische Veränderungen und extreme Flächenrückgange praktisch aller Ökosystemtypen aufgrund des Umfangs und der Art von Wirkungen des Agro-Urban-Industriellen Komplexes sind für die Humanökologie von höchster Relevanz. Zum ersten bildet es heute vielleicht sogar den zentralen Gegenstand der Forschung selbst, zum zweiten stellt sich die Frage, was dies für aktuelles und künftiges menschliches Handeln bedeuten kann – und soll. Die ethische Bedeutsamkeit der Natur, der Biosphäre, von Ökosystemen, der Biodiversität oder bestimmten Gruppen von Lebewesen lässt sich hinsichtlich Nutzenwerten, eudiamonistisch-relationalen Werten und Selbstwerten differenzieren. Eine mit der Humanökologie verbundene Ethik muss notwendig interdisziplinär sein, weil sie ethische Urteile nur im Horizont bestimmter empirischer Informiertheit angemessen treffen kann; sie muss darüber hinaus transdisziplinär sein, um auch mit außerakademischen Akteursgruppen das moralische Gespräch zu suchen. Als geteilte normative Basis können die politisch weltweit akzeptierten Prinzipien Nachhaltiger Entwicklung mit den Strategien der Effizienz, Suffizienz und – notwendig auch – der Suffizienz gelten, um sich zu Fragen der Klima- oder der Biodiversitätskrise zu positionieren, ohne die Debatten um Selbstwerte (in) der Natur entscheiden zu müssen.

Bernd Herrmann, Bernhard Glaeser, Thomas Potthast

Kapitel 3. Framing-Effekte bei Entscheidungen unter Unsicherheit und Risiko

Die ökonomische Theorie postuliert, dass Individuen auf Grundlage verfügbarer Informationen und deren verzerrungsfreier Verarbeitung rational handeln und Entscheidungen nach Abwägung zu erwartender Kosten und Nutzen treffen. Basierend auf psychologischen Erkenntnissen führen jedoch beispielsweise kognitive Beschränkungen und motivationale Faktoren zu fehlerhaften oder suboptimalen Entscheidungen (Kahneman & Tversky, 1979). Kahneman und Tversky (1979) stellten in einer Reihe von Untersuchungen Abweichungen von der in der normativen Entscheidungstheorie angenommenen Präferenzstruktur fest.

Denise Kaniok

Kapitel 5. Studie I – Attribute Framing

Im Fokus der ersten Studie stehen die persuasive Wirkung des Attribute Framings auf die Bewertung von Straßenbenutzungsgebühren und das Auftreten des Metric-Effektes. Die bezüglich der Darstellung von Straßenbenutzungsgebühren zu variierende Eigenschaft stellt die Gebühr dar. Diese Art der Beeinflussung wurde gewählt, da hinsichtlich potentieller Veränderungen der individuellen finanziellen Situation sowie des Autogebrauchs eine hohe Sensitivität vorherrscht.

Denise Kaniok

Kapitel 16. Use-Case: Entscheidungsunterstützung bei der Lieferantenenauswahl durch plattformbasierten Kapazitätshandel

Zur Sicherstellung der praktischen Relevanz der DiHP Plattform werden Praxispartner direct in die Evaluation des Marktplatzes eingebunden. Im Rahmen der Kooperation mit der Betterguards Technology GmbH wird der Use-Case Entscheidungsunterstützung implementiert und der Nutzen der Plattform anhand verschiedener Dimensionen evaluiert.

Steven Schwehm, Stella Werner, Max Müseler

Kapitel 14. Datenaustauschstrukturen bei plattformgestütztem Kapazitätshandel

Für den integrierten Handel von Kapazitäten ist der automatische Austausch von Daten zwischen den teilnehmenden Parteien unerlässlich. Im besonderen Fokus im plattformgestützten Handel liegt dabei der Austausch von Daten zwischen den Anwendern und deren Informationssystemen und der Plattform. Damit die Integration den Anwendern leichter fällt und der Austausch systemunabhängig ermöglicht wird, ist die Definition einer Datenaustauschstruktur notwendig. Im Rahmen des Kapitels wird aufgezeigt, wie am Beispiel der DiHP-Plattform und des damit verbundenen Ökosystems eine erfolgreiche Integration von mehreren Parteien und deren Informationssystemen innerhalb eines Ökosystems realisiert werden kann. Hierzu wird eine Datenaustauschstruktur definiert und diese beispielhaft angewendet.

Laurell Popp, Frank Baumeister, Oliver Stübs, David Hock

Kapitel 9. KMU-Informationssysteme in der Produktion

Informationssysteme bilden die Grundlage aller datenverarbeitenden Tätigkeiten in Unternehmen. Für den vollintegrierten Handel mit Kapazitäten ist daher grundsätzlich eine Vernetzung aller Informationssysteme notwendig, welche an den kapazitätsspezifischen Prozessen beteiligt sind. Um eine marktnahe Plattform entwickeln zu können, ist eine Bestandsaufnahme von verbreiteten Informationssystemen notwendig. Enterprise Resource Planning (ERP)-Systeme stellen dabei die am meisten verbreitete Form von Informationssystemen dar und bilden daher die Grundlage für viele Unternehmen. Als Zielgruppen des integrierten Handels wurden insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) definiert, sodass insbesondere KMU-spezialisierte ERP-Systeme untersucht werden. Da allerdings insbesondere produzierende Unternehmen auf Zusatzlösungen wie Produktionsplanungssysteme (PPS) zurückgreifen, sind diese ebenfalls Gegenstand der Untersuchung. Im Rahmen dieses Kapitels wird entsprechend ein breites Spektrum von Informationssystemen auf seine systemspezifischen Produktions- und Produktionsplanungsprozesse sowie auf ihre Integrationsfähigkeit durch Datenaustauschschnittstellen untersucht.

Laurell Popp

Kapitel 12. Datenstrukturen in Informationssystemen für unternehmensübergreifenden Kapazitätshandel

In diesem Kapitel gilt es zu überprüfen, welche Informationen in Informationssystemen aus der Praxis zu den betriebswirtschaftlichen und technischen Anforderungen für den Handel mit additiven Fertigungskapazitäten erzeugt und gespeichert werden können. Das Meta-Model aus Kapitel 10 bietet die Grundlage für die Analyse der Datenstrukturen in fünf verschiedenen ERP-Systemen. Zur Darstellung notwendiger Daten werden die Ergebnisse als relationale Datenbankmodelle festgehalten. Mittels der Datenbankmodelle können Aussagen über die Eignung eines ERP-Systems in Zusammenhang mit dem elektronischen Marktplatz getroffen werden.

Fabian Paul, Chiara Freichel

Youth Work in Europa

Der vorliegende Beitrag beschäftigt sich mit den Strukturen, Netzwerken und Instrumenten, die sich in den letzten Jahren auf europäischer Ebene im Kontext von Youth Work entwickelt haben und aus Sicht des Autors bisher ungenügend im bundesdeutschen Diskurs rezipiert wurden. Dabei bildet Youth Work in Europa für die Offene Kinder- und Jugendarbeit einen Rahmen, der sich längst bereits auch auf Policy-Ebene autonom etabliert hat und der für den deutschen Fachdiskurs von großer Bedeutung sein kann. Um die nationalen und internationalen Diskurszusammenhänge genauer zu analysieren, bedarf es einer entsprechenden international vergleichenden Youth-Work-Forschung bzw. europäischen non-formalen Bildungsforschung. Die Bedingungen hierfür sind jedoch noch nicht vorhanden. Insofern richtet sich der Aufsatz an Akteure aus dem politisch-administrativen System, der Wissenschaft sowie der Trägerlandschaft gleichermaßen und soll einen ersten Impuls dazu geben, wie die bisher wenig aufgeklärte Repräsentation Europas und des Internationalen in den Praxen von Jugendarbeit, Jugendpolitik und Jugendforschung in Deutschland reflektiert werden könnte. Aus Sicht der Jugendarbeit in Deutschland ist es nach Meinung des Autors längst an der Zeit, sich mit Youth Work in Europa in vergleichender und transnationaler Perspektive wissenschaftlich zu beschäftigen und aus Sicht der Praxis verstärkt europäische Projekte anzustoßen bzw. daran zu partizipieren. Die als Bonn-Prozess der European Youth Work Agenda bezeichnete jugendpolitische Entwicklung, die während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft 2020 ihren Anfang nimmt, ist ein zentraler Schritt in diese Richtung.

Andreas Thimmel

Qualitative Methoden der Konzeptentwicklung

In der Offenen Kinder- und Jugendarbeit nimmt die Konzeptentwicklung eine zentrale Rolle zur Weiterentwicklung von Einrichtungen und Projekten ein. Um Konzepte an den Interessen und Bedürfnissen der Beteiligten zu orientieren, ist es nötig, Sozialraum- und Lebensweltanalysen durchzuführen, mit denen die jeweiligen sozialräumlichen Zusammenhänge intensiver und umfassender erkundet werden können.Dabei spielen qualitative Methoden eine besondere Rolle, um lebensweltliche und sozialräumliche Bedingungen für das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen in ihrer Komplexität zu verstehen. Durch ihre dialogische Ausrichtung sind qualitative Erhebungsmethoden nicht nur Analysemethoden, sondern beteiligen Kinder und Jugendliche als Expert*innen ihrer Lebenswelten und schaffen direkte Anschlüsse für Interventionen, die für und mit den Adressat*innen gemeinsam entwickelt werden können.

Ulrich Deinet, Christian Spatscheck

Junge Erwachsene in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit

Der Beitrag beschäftigt sich mit der Herausforderung, die junge Erwachsene offensichtlich für die OKJA darstellen. Nach einem kurzen Blick auf den Forschungsstand zur Lebenslage junger Erwachsener, zu zentralen Bewältigungsanforderungen, aber auch zu ihren Bewältigungspraktiken wird gefragt, inwiefern junge Erwachsene die OKJA nutzen. Trotz der Erhebungsprobleme wird deutlich, dass junge Erwachsene inzwischen eine relevante Minderheit darstellen, die im Hinblick auf die Art und Weise, wie sie sich in die OKJA einbringen, nicht zu vernachlässigen ist. Dabei sind sie eben nicht nur als Nutzer*innen, sondern auch als Ehrenamtliche, Honorarkräfte und sogar als hauptamtliche Fachkräfte in der OKJA aktiv. Es ist aber nicht nur bezüglich unterschiedlicher ‚Nutzungs’weisen und Bedürfnisse junger Erwachsener in der OKJA zu differenzieren, sondern auch zu fragen, inwieweit sich in der Beteiligung junger Erwachsener an der OKJA Strukturen sozialer Ungleichheit zeigen und reproduzieren. Schließlich werden zentrale Aspekte eines offensichtlich schwierig gewordenen Verhältnisses und der Herausforderungen und Potenzale, die ältere Zielgruppen für die OKJA darstellen, herausgearbeitet.

Barbara Stauber, Andreas Walther

Umgang mit religiös begründeter Radikalisierung in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit

Pädagogische Fachkräfte in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit kommen auf unterschiedliche Weise mit religiös begründeten Radikalisierungsprozessen in Berührung. Religiös begründete Radikalisierung stellt laut Freise (2016, S. 456) eine „dunkle Seite“ von Religion dar. Nicht vernachlässigt werden darf die „helle Seite“ von Religion, die „emanzipatorisch wirken und in Menschen Resilienzkräfte freisetzen [kann]“, insofern sie sich „pluralitätskompatibel und respektvoll gegenüber andersdenkenden Menschen und Traditionen zeigt“ (ebd.). Radikalisierungsprozesse stehen mit Biografien und Sozialisationsbedingungen von Jugendlichen in Deutschland im Zusammenhang. Es ist Aufgabe pädagogischer Fachkräfte, unterschiedliche radikalisierungsfördernde Faktoren zu reflektieren und mögliche Radikalisierungsprozesse und -tendenzen zu erkennen, um situativ angemessen gruppen- und einzelfallorientiert sowie beratend zu agieren. Stadtteilarbeit und Sozialraumorientierung sowie eine konzeptionelle Vernetzung mit Beratungsstellen der Präventions- und Deradikalisierungsarbeit gehören zu einer Jugendarbeit, die sich an Jugendliche in Radikalisierungsprozessen richtet. Es gilt auch hier, Selbstbestimmung und gesellschaftliche Mitbestimmung von Jugendlichen gezielt zu fördern. Von besonderer Wichtigkeit ist ferner die Reflexion eigener Stereotype und Vorurteile.

David Yuzva Clement

Das sozialräumliche Konzept in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit

Vor dem Hintergrund einer in der Sozialwissenschaft breit diskutierten Sozialraumorientierung wird der Ansatz einer sozialräumlichen Jugendarbeit als konsequente Orientierung an den Handlungsräumen und Aneignungsformen von Kindern und Jugendlichen begriffen, aus deren Analyse sich Konsequenzen für die Gestaltung der Kinder- und Jugendarbeit ergeben. Der Ansatz einer sozialräumlichen Jugendarbeit ist immer verbunden mit einer qualitativen Sozialraumanalyse oder einer Methodik, die in Form von animativen, analytischen und partizipativen Methoden versucht, Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen mit diesen zusammen zu erkunden. Entsprechende Methoden werden in diesem Beitrag skizziert und an anderer Stelle weiter ausgeführt. Es geht im Weiteren um die Handlungsebenen einer sozialräumlichen Jugendarbeit und ihrer spezifischen Qualitäten, die sich unter anderem in ihren Bildungspotenzialen widerspiegeln. Die Bildungspotenziale sozialräumlicher Jugendarbeit werden im letzten Teil noch einmal konkretisiert und ergeben das Gesamtbild eines Ansatzes, der sich konsequent an den Lebenslagen von Kindern und Jugendlichen orientiert.

Ulrich Deinet, Richard Krisch

LSBTTIQ als Zielgruppe der Offenen Kinder- und Jugendarbeit

2003 hat die Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter festgestellt, dass die Jugendhilfe auf der Grundlage von § 1 (3) SGB VIII dazu verpflichtet ist, junge homo- und bisexuelle Menschen in ihrer individuellen und sozialen Entwicklung zu fördern und Benachteiligungen abzubauen. Heute würden hierzu auch trans*, inter* und genderqueere Jugendliche gezählt werden müssen. Da das Coming-out meist zwischen dem 11. Und 16. Lebensjahr stattfindet, ist eine Relevanz des Themas sexuelle und geschlechtliche Vielfalt für die Kinder- und Jugendarbeit offensichtlich. Zahlreiche Studien belegen, dass Kinder und Jugendliche unter der Diskriminierung aufgrund ihrer sexuellen oder geschlechtlichen Identität leiden. Der damit verbundene Minderheitenstress kann zu psychischen Erkrankungen oder Suizid führen. Es gibt aber auch Beispiele, die zeigen, dass junge Menschen gestärkt aus der kritischen Phase des Coming-out hervorgehen. Offene Kinder- und Jugendarbeit kann einen wertvollen Beitrag zur Unterstützung dieser Jugendlichen leisten. Dazu braucht es Regenbogenkompetenz, Schutz gegen Diskriminierung sowie spezielle Angebote für jugendliche LSBTTIQ.

Stefan Timmermanns, Peter Martin Thomas

Von Flucht betroffene Kinder und Jugendliche in der Offenen Jugendarbeit

Die Offene Kinder- und Jugendarbeit (OKJA) kann in der Arbeit mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen grundsätzlich an bewährte Prinzipien anknüpfen, weshalb ihr auch ein guter Zugang zu ihnen gelungen ist. Zugleich gilt es Besonderheiten zu beachten. Die Folgen der Flucht, die oft problematische Lebenslage in Deutschland, die ausgrenzenden rechtlichen Rahmenbedingungen und gesellschaftliche Abwehrreaktionen sowie das neue gesellschaftliche Umfeld mit zum Teil divergierenden Werten und Normen (etwa in Bezug auf familiäre Bindung, Erziehungs- und Genderfragen) sowie hohe Orientierungs- und Beratungsbedarfe u. Ä. m. sind spezifische Faktoren, die sich auch auf die OKJA auswirken. Die Akteure der OKJA sind stets gefordert, die jeweiligen Lebenslagen und Bedarfe ihrer Besucher*innen – in diesem Fall geflüchtete junge Menschen – wahrzunehmen und neue konzeptionelle Herausforderungen in der Arbeit zu berücksichtigen oder ggf. eine neue Fokussierung vorzunehmen (etwa aufsuchende Angebote, Beratungsaufgaben, Vernetzung im Sozialraum, Integrationshilfen, spezifische Angebote, gesellschaftspolitische Positionierung). Eine Überbetonung von Verschiedenheit und eine kollektive Konstruktion von Besonderheiten, die allen Geflüchteten zugeschrieben wird, ist jedoch unangemessen. Auch Flüchtlingskinder sind in erster Linie Kinder.

Reinhold Gravelmann

Jugenden in unterschiedlichen Lebenswelten und sozialen Milieus

Die jugendlichen Lebenswelten des SINUS-Instituts sind ein Modell, in dem junge Menschen entsprechend ihrer normativen Grundorientierung, ihrem Lebensstil, ihren Lebenszielen sowie ihrer formalen Bildung differenziert werden. In dem Modell, das sich am Konzept der sozialen Milieus orientiert, werden Vertreter*innen von sieben Lebenswelten beschrieben: Konservativ-Bürgerliche, Adaptiv-Pragmatische, Prekäre, Materialistische und Experimentalistische Hedonisten, Sozialökologische und Expeditive. In jeder dieser Lebenswelten gibt es ein spezifisches Alltagsbewusstsein, typische Freizeitinteressen, gemeinsame Haltungen zu Bildung, Beruf und andersen Themen. Junge Menschen aus einer Lebenswelt haben darüber hinaus Gemeinsamkeiten im Hinblick auf ihren Wohngegend und die Bewegung im sozialen Raum. Damit ist die Beschreibung der jugendlichen Lebenswelten für lebensweltorientierte und sozialräumliche Ansätze der Offenen Jugendarbeit ein hilfreiches Instrument zur Konzeptentwicklung.

Christine Uhlmann, Peter Martin Thomas

Kindheit und Jugend in der Migrationsgesellschaft

Der Ausgangspunkt dieses Beitrags ist, dass das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen in gesellschaftlichen Verhältnissen stattfindet, die durch Migration grundlegend geprägt sind. Dies bedeutet für die Jugendforschung und Jugendarbeit, dass die Lebensrealitäten von allen Kindern und Jugendlichen – gleich welcher Herkunft – im Kontext migrationsgesellschaftlicher Verhältnisse und globaler Ungleichheiten zu betrachten sind. Vor diesem Hintergrund wird Kindheit und Jugend in migrationsgesellschaftlichen Verhältnissen diskutiert. Dazu wird zunächst die Vielfalt von Kindheiten und Jugenden in der Migrationsgesellschaft aufgezeigt und herausgearbeitet, dass und inwiefern ungleiche Möglichkeiten und Begrenzungen in der Lebensgestaltung für Kinder und Jugendliche, die im Kontext von globalen Ungleichheiten und migrationsgesellschaftlichen Verhältnissen unterschiedlich positioniert sind, bestehen. Mit Bezug auf empirische Studien wird der Frage nachgegangen, wie sich Kinder und Jugendliche im Kontext hegemonialer Differenzordnungen sowie vor dem Hintergrund von Rassismuserfahrungen positionieren und soziale Zugehörigkeiten aushandeln. Schließlich werden Überlegungen zu daraus resultierenden Konsequenzen und Ansprüchen für die Kinder- und Jugendarbeit formuliert.

Christine Riegel

Jugendliche

Jugendliche Lebenswelten sind vielfältig und keineswegs homogen. Die Jugendphase ist durch Entstrukturierung, Entgrenzung, Verdichtung und Pluralisierung gekennzeichnet. Der Beitrag zeigt die gegenwärtigen Entwicklungen in ihrer Bedeutung für Jugendliche auf. Jugendliche sind bereits früh mit gesellschaftlichen Krisen und den Anforderungen eines durch Konkurrenz geprägten Arbeitsmarkts konfrontiert. Die Offene Kinder- und Jugendarbeit hat das Potenzial, Frei- und Experimentierräume jenseits eines Optimierungsdrucks zu schaffen, Jugendlichen die Erfahrung von Handlungsfähigkeit zu ermöglichen und sie in ihren Krisenerfahrungen aufzufangen. Sie nimmt für Jugendliche neben den Sozialisationsinstanzen Familie und Schule sowie Beruf eine zentrale Rolle in einer komplexen und unübersichtlichen Welt ein.

Matthias D. Witte, Caroline Schmitt, Yvonne Niekrenz

Sport in den Einrichtungen der Offenen Kinderund Jugendarbeit

Erfahrungsberichte und aktuelle statistische Erhebungen zur Angebotsstruktur der Einrichtungen der Offenen Kinder und Jugendarbeit (OKJA) deuten darauf hin, dass die beiden Themenschwerpunkte Spiel und Sport die dortigen sozialarbeiterischen Praxen stark prägen. Zudem zeigen sich verstärkt neue Ansätze einer aufsuchenden mobilen sozialräumlichen Kinder- und Jugendarbeit durch Sport. Ihre Entstehung verläuft kongruent zu den fachlichen Erkenntnissen, dass der räumlichen Nähe jugendarbeiterischer Angebote eine Schlüsselrolle für die Teilnahme zukommt und Kinder und Jugendliche Sport zunehmend nicht mehr vordergründig unter dem Blickwinkel des an Vereine gebundenen Wettkampfsports sehen. Im starken Kontrast zum hohen Umfang spiel- und sportbezogener Angebote in den Einrichtungen der OKJA stehen der Mangel an theoretischer Grundlegung für die Arbeit der hier beruflich tätigen Fachkräfte und an der erforderlichen konzeptionellen Aufbereitung von Sport als sozialarbeiterisches/-pädagogisches Mittel. Angesprochen sind damit zugleich die bislang stark vernachlässigte empirische Forschung und die theoretische Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten, Bedingungen und Grenzen des Einsatzes von Spiel und Sport in der OKJA und den diesbezüglich postulierten Wirkungen.

Olaf Zajonc, Sebastian Koerber

Selbstverwaltete Jugendeinrichtungen

Der Beitrag stellt Strukturmerkmale selbstverwalteter Jugendräume und deren Typisierung vor. Es werden Kriterien für eine Definition angeboten. Einer Skizze zum historischen Hintergrund der Jugendzentrumsbewegung und Ausführungen zur quantitativen Verbreitung der Einrichtungen in Deutschland folgt eine Einschätzung der selbstverwalteten Jugendräume hinsichtlich ihrer Wirkung auf individueller und gesellschaftlicher Ebene. Selbstverwaltete Einrichtungen werden ausgewiesen als Freiräume, in denen Bildungserfahrungen mit hoher biografischer Relevanz gemacht werden und die im Rahmen von Aushandlungsprozessen Orte demokratischer Bildung sind. Der Beitrag stellt den Status quo der pädagogischen Begleitung und Unterstützung der Einrichtungen durch Fachkräfte der OJA vor und formuliert normative Zielsetzungen hinsichtlich professioneller Haltung und Handlungsbereiche dieser Arbeit, bevor abschließend Perspektiven des Einrichtungstyps vor dem Hintergrund aktueller Fachdebatten skizziert werden.

Tobias Drumm, Alexandra Groß, Theo Koch

Geschichte der Offenen Kinder- und Jugendarbeit seit 1945

Die Offene Kinder- und Jugendarbeit reicht in den Beginn des 20. Jahrhunderts zurück und erfährt ihre Etablierung als eigenständiger Bereich der Jugendarbeit – wie wir sie heute kennen – in der Geschichte der Bundesrepublik. Die historische Entwicklung beginnt mit den German Youth Activities (GYA) der US-amerikanischen Besatzungsbehörden und ist dann in die Jugend- und Sozialgeschichte der Bundesrepublik eingebettet. Sie reicht von den „Heimen“ bzw. „Häusern der Offenen Tür“, über Modelljugendclubs, der Jugendzentrumsbewegung und selbstverwalteten Jugendzentren bis hin zu einer differenzierten und professionalisierten Struktur mit vielfältigen Arbeits- und Aneignungsformen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit in öffentlicher oder freien Trägerschaft. Die Geschichte der pädagogischen Leitidee entwickelte sich von „Reeducation“, „sinnvoller Freizeitbeschäftigung“, dann „Mitbestimmung“ und „Selbstverwaltung“ hin zu „Aneignung“. Die durchgehende normative Orientierung des Feldes und der Angebote war und ist, für alle Kinder und Jugendlichen offen sowie ein bedeutsames non-formales und informelles Lern- und Bildungsfeld zu sein.

Benno Hafeneger

Die Mitarbeiter*innen in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit

In dem Beitrag wird auf Basis der vorliegenden Daten der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik die Situation der Beschäftigten und deren Veränderungen seit den 2000er Jahren referiert und diskutiert. Konstatiert wird bei weiter zu beobachtenden Unterschieden zwischen Ost- und Westdeutschland ein Rückgang des Personals der Kinder- und Jugendarbeit, der aber keineswegs, wie zuweilen angenommen, eine Dramatik zeigt, die nahelegt, vom langsamen Ende der Kinder- und Jugendarbeit zu sprechen. Gleichwohl deutet sich über die Empirie an, dass konzeptionell-politische Grundlagen und Zukunftsstrategien im Zusammenhang mit der Kinder- und Jugendarbeit nicht mit einer entsprechenden Ressourcenausstattung für die Träger korrespondieren.

Jens Pothmann, Werner Thole

Interkulturelle und antirassistische Ansätze in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit

Der Beitrag zeigt auf, welche Anforderungen und Aufgaben der Jugendarbeit aus der unbestreitbaren Tatsache Einwanderungsgesellschaft resultieren. Konzepte der interkulturellen und multikulturellen Pädagogik werden dazu kritisch hinterfragt: Die Annahme, dass wir in geschlossenen Kulturen und mit stabilen kulturellen Identitäten leben, ist keine geeignete Grundlage für die Jugendarbeit. Vor diesem Hintergrund werden Perspektiven für eine Jugendarbeit dargestellt, die sich konsequent gegen Diskriminierung und Rassismus engagiert.

Albert Scherr

Genderorientierung in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit

Theoretische und handlungspraktische Perspektiven auf Gender in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit

Geschlecht ist ein zentrales gesellschaftliches Ordnungskriterium, mittels dessen Geschlechterdifferenzen zur sozialen Tatsache gemacht werden, und es ist auf vielerlei Ebenen relevant in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit. In der Umsetzung einer geschlechtsbezogenen und intersektionalen Qualitätsentwicklung die Kategorie Geschlecht zur professionellen Reflexion zu nutzen, heißt nicht nur, das Vorhandensein dieser Geschlechterordnung aufzuspüren, sondern sie auch zu verstehen und zu gestalten. Der vorliegende Beitrag stellt fünf theoretische Perspektiven aus der Geschlechterforschung sowie zentrale handlungspraktische Ansätze der geschlechtsbezogenen Pädagogik dar, um den Fachkräften der OKJA handlungsleitende Erkenntnisse und produktive Impulse zur fortwährenden Professionalisierung ihrer Arbeit anzubieten.

Mart Busche, Michael Cremers

Empirisches Wissen zur Finanzierung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit

Finanzielle Mittel sind eine zentrale Ressource zur Realisierung sozialer Zwecke und damit verknüpft auch ein Instrument der Steuerung. Diese Aussage gilt für nahezu alle Bereiche des Lebens in modernen kapitalistischen Gesellschaften, so auch für das Feld der Offenen Kinder- und Jugendarbeit. Vor diesem Hintergrund werden nachfolgend empirische Befunde zur Finanzierung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit vorgestellt. Dabei wird sowohl die Perspektive (öffentlicher) Fördermittelgeber – repräsentiert durch Daten amtlicher Statistiken – als auch die Perspektive der Einrichtungen – auf der Grundlage der DJI-Jugendzentrumsbefragungen 2011 und 2018 – in den Blick genommen.

Andreas Mairhofer

Freie Träger, Initiativen, Fach- und Dachverbände der Offenen Kinder- und Jugendarbeit

Der Beitrag befasst sich mit dem Thema freie Träger, die in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit, zu denen auch die Fach- und Dachverbände gehören, eine wichtige Rolle spielen. Initiativen sind eine Vorform von freien Trägern, die ab einer gewissen Etablierung häufig einen eingetragenen Verein gründen. Im Groben werden freie gemeinnützige Träger von öffentlichen und privat-gewerblichen Trägern unterschieden, die im Wechselspiel zueinander stehen. Die freien Träger der Kinder- und Jugendarbeit werden als Idealtypus dargestellt und ihre Möglichkeiten und Grenzen in der Arbeit skizziert. Daran schließen die Darstellung der statistischen Entwicklung der Jugendarbeit, Ausführungen zum Verhältnis zwischen öffentlichen und freien Trägern sowie die Wertegebundenheit der freien Träger an. Für die Kinder- und Jugendarbeit sind drei Grundformen freier Trägerschaft von Bedeutung: Wohlfahrtsverbände, Jugendverbände sowie Selbsthilfe- und Initiativgruppen. Ergänzend werden die Fachverbände genannt, die Lobbyisten, aber nicht selbst Träger sozialer (Jugend-)Arbeit sind. Die Trägertypen stehen dem öffentlichen Träger gegenüber, der auf der Bundes-, Landes- und kommunalen Ebene agiert. Das Kinder- und Jugendhilfegesetz gibt dabei auf Bundesebene die Rahmengesetzgebung vor, landesrechtliche Gestaltungsvorgaben ergänzen diese, die Aufgabe der konkreten Ausgestaltung liegt auf der kommunalen Ebene.

Ulrike Werthmanns-Reppekus

Sich optimieren (müssen) in der Adoleszenz

Im Mittelpunkt dieses Beitrags steht die Anforderung an eine flexible und gleichsam ‚optimierte‘ Lebensführung, die in modernen Gesellschaften von immer größerer Bedeutung geworden ist, um sich im Wettbewerb zu behaupten und soziale Anerkennung zu erlangen. Es wird dargestellt, welche Anforderungen für adoleszente Heranwachsende damit verbunden sind und auf welche Weise Optimierungsansprüche die Lebenswelt der Adoleszenten prägen. Im Besonderen wird in diesem Zusammenhang ein Blick auf das Bildungssystem, die Eltern-Kind-Beziehung und die Peergroup geworfen sowie auf den Umgang mit dem eigenen Körper.

Katarina Busch, Julia Schreiber

Prävention und Offene Kinder- und Jugendarbeit – eine Diskussion

Die beiden Autor*innen diskutieren kontrovers Begründungslinien und Konzeptansätze einer Präventionsorientierung in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit. Icking sieht im Konzept der Lebensbewältigung nach Böhnisch Anknüpfungspunkte für eine jugendarbeiterische Prävention, die schon länger empirisch nachweisbar in Handlungsschwerpunkten der OKJA (wie schulbezogene Nachmittagsbetreuung, individuelle Krisen- und Lebensberatung sowie Bearbeitung von Armutsfolgen) realisiert wird. Icking verwendet einen Präventionsbegriff, der nicht kausal auf den Zweck des Verhinderns von Schaden und Gefährdungen zielt, sondern sich an unterstützenden und fördernden Bedingungen ausrichtet, die es den Individuen erlauben, eigene – auch eigensinnige – Lebensentwürfe umzusetzen. Sturzenhecker stimmt mit diesem Ziel von Jugendarbeit durchaus überein und sieht es als konzeptionellen Kernbestand der OKJA auch schon bevor das Präventionsparadigma dominant wurde. Für ihn sind die Risiken der Unterordnung der Jugendarbeitskonzepte unter den aus anderen Disziplinen bzw. Professionen importierten Präventionsdiskurs allerdings zu groß. Für ihn kann die OKJA sich sehr wohl mit einer um die Ausrichtung an Subjekt- und Demokratiebildung erweiterte Bewältigungsorientierung fachlich orientieren und legitimieren, ohne die fachliche Eigenständigkeit an das Präventionsdenken abzugeben.

Maria Icking, Benedikt Sturzenhecker

Body and Beauty

Kinder und Jugendliche haben einen Körper. Schon vor der Geburt greifen engmaschige Kontroll- und Normalisierungsprozeduren auf ihn zu, die sich lebenslang, aber besonders intensiv in den frühen Lebensjahren fortsetzen. Vor diesem Hintergrund sprechen die Sozialwissenschaften von Bodyismus als einer relevanten sozialen Diskriminierungskategorie, über die soziale Anerkennung verliehen oder aber auch verweigert wird. Dies ist besonders relevant bei jenen sozialen Gruppen, deren Kapitalbesitz im Bourdieu’schen Sinne eher spärlich ist. Dazu gehören Kinder und Jugendliche.

Lotte Rose

Förderung gesellschaftlich-demokratischen Engagements in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit

Offene Kinder- und Jugendarbeit hat den gesetzlichen und fachlichen Auftrag, gesellschaftliche Mitverantwortung und demokratisches Engagement von Kindern und Jugendlichen zu fördern. Die hier vorgestellte Methode ist eigens für die Offene Kinderund Jugendarbeit (OKJA) entwickelt worden, um im Detail zu zeigen, wie Fachkräfte auf dieses Ziel hinarbeiten können. Es wird davon ausgegangen, dass auch die große Gruppe der benachteiligten Kinder und Jugendlichen gesellschaftlich handelt und bereit ist, sich gesellschaftlich demokratisch zu engagieren. Das allerdings nur, wenn es dabei tatsächlich um die sie betreffenden lebensweltlichen Themen und Anliegen geht. Die Methode zeigt, wie diese Anlässe im Alltag der OKJA erkannt, mit den Kindern und Jugendlichen dialogisch geklärt und zu Anlässen für Projekte von Demokratiebildung in der Einrichtung und in der Kommune werden können.

Benedikt Sturzenhecker

17. Lean Management im Dienstleistungssektor

Bei Dienstleistungen steht nicht die Fertigung eines Produktes oder der Handel mit Produkten im Vordergrund, sondern die Erbringung einer Leistung als Dienst am Kunden oder als Dienst für Kunden. Für die Ausführung wird ein Dienstleister zwar oftmals entsprechende Arbeitsmittel und Produkte, wie Handwerkzeug, Messgeräte, Reinigungs- oder Schmiermittel, einsetzen müssen, es wird jedoch (in der Regel) kein neues Produkt gefertigt. Ein Service ist der Prozess, die Aktion oder Aktivität einer Person oder einer Gruppe von Personen für einen Kunden oder eine Gruppe von Kunden, für die die Kunden bereit sind zu zahlen. Im Gegensatz zu Produkten können Dienstleistungen nicht berührt oder besessen werden. Dienstleistungen sind Maßnahmen wie Beratung, Unterkunft, Versicherung, Haarschnitt, medizinische Untersuchungen, Postzustellung, Autoreparatur oder Unterricht. Dienstleistungen verfügen über verschiedene Funktionen, die in Abb. 17.1 zusammengefasst dargestellt sind.

Marc Helmold

3. Transformation und kultureller Wandel zum Lean Management

Lean Management und schlanke Prozesse wirken sich positiv auf die Leistung des Unternehmens in Bezug auf Profitabilität, Qualität, Kosten, Logistik und andere Zielen aus (Helmold 2020). Es ist jedoch notwendig, organisatorische Infrastrukturen und eine Kultur im Unternehmen zu verankern, die für eine effektive und nachhaltige Implementierung des Lean Managements erforderlich sind (Fatma 2015). Die Umsetzung einer Strategie in Richtung Lean Management oder wichtiger Veränderungsprogramme scheitert häufig nicht zuletzt an der ungenügenden Beachtung der kulturellen Wurzeln eines Unternehmens. Gezielte Veränderungen der Unternehmenskultur sind stets ein kompliziertes Vorhaben. Denn gerade der Umgang mit kulturellen wie „innenpolitischen“ Traditionen, Denk- und Handlungsweisen erfordert viel Fingerspitzengefühl, da gerade die über lange Jahre gewachsenen Grundlagen der Unternehmenskultur nicht offensichtlich in Unternehmensbroschüren, Mission-Statements, Handbüchern o. Ä. manifestiert sind. Sie finden ihren Ausdruck vielmehr in der Art, wie bestimmte Dinge angegangen werden, sowie in den internen Umgangsformen und Sichtweisen. Das kulturelle Netz oder Web (Engl.: Cultural Web) ist eine Darstellung dieser grundlegenden Annahmen und Paradigmen, die eine Unternehmenskultur bestimmen, sowie der physischen Auswirkungen der Kultur. Das Cultural Web, das 1992 von Gerry Johnson und Kevan Scholes entwickelt wurde, bietet einen solchen Ansatz, um die Kultur Ihres Unternehmens zu betrachten und zu verändern (Johnson und Scholes 1997). Auf diese Weise können Unternehmen kulturelle Handlungsempfehlungen identifizieren und sich daran machen, organisatorische und kulturelle Elemente mit der Unternehmensstrategie in Einklang zu bringen (Helmold 2020). Diese Infrastrukturen müssen kulturelle Elemente integrieren, wie in Abb. 3.1 dargestellt.

Marc Helmold

Kapitel 2. Partizipative Forschung und Entwicklung im Kontext von Multi-, Inter- und Transdisziplinarität

Theoretische Ansätze zu Partizipation sind in vielen wissenschaftlichen Disziplinen verankert. Ein Blick auf jene Wissenschaften, die an der Entwicklung von Technik gewöhnlich mitwirken, zeigt, dass entsprechende Theorien, Methoden und Diskurse einen festen Platz in ihnen haben. Will man sich den Gemeinsamkeiten der verschiedenen Ansätze zuwenden, so kann zunächst festgehalten werden, dass die Betonung einer – mehr oder minder partnerschaftlichen – Beteiligung von nicht professionell Forschenden am Forschungsprozess den wichtigsten Baustein eines geteilten Verständnisses von Forschungspartizipation bildet.

Manuela Weidekamp-Maicher

Kapitel 3. Technikbezogene partizipative Forschung mit Menschen mit Demenz

Unter dem Gesichtspunkt sozialer Teilhabe bilden Menschen mit Demenz nach wie vor eine der am stärksten exkludierten Gruppen in der Gesellschaft. Diese Feststellung gilt auch für technikorientierte Vorhaben, in denen Betroffene in der Vergangenheit höchstens „Beforschte“ waren, selten dagegen die Rolle als Forschungssubjekte und noch seltener als Forschungspartner*innen innehatten. Werden technikorientierte Projekte der jüngsten Vergangenheit betrachtet, so hat die Zahl der Vorhaben, die Betroffene direkt einbinden, deutlich zugenommen.

Manuela Weidekamp-Maicher

2. Elemente des Logistikmanagements

Damit die Kernprozesse der Logistik effektiv und effizient erfolgen können und ein geldwerter Kundennutzen erzielt wird, müssen die Prozesse und die dafür notwendigen Strukturen gemanagt werden. Das Kapitel vermittelt eine grundlegende Einführung in das Logistikmanagement und gibt einen Überblick über die relevanten Dimensionen. Hierzu gehört zunächst der Aufbau eines Zielsystems der Logistik. Hiermit wird ein grundsätzlicher Orientierungsrahmen für logistische Entscheidungsprozesse gegeben. Als weitere Dimensionen des Logistikmanagements werden die Einbindung der Logistik in die Unternehmensstrategie und Aspekte des Logistikcontrollings behandelt, wobei Logistikkennzahlen herausgehoben werden.

Claus Muchna, Hans Brandenburg, Johannes Fottner, Jens Gutermuth

Mit Lead Management Kunden erfolgreich gewinnen und binden – Die Erfolgsgeschichte des Intralogistikanbieters STILL

Im B2B-Marketing spielt die Generierung von hochwertigen Leadsleads für den Vertrieb eine wichtige Rolle. Neben der Gewinnung von Leads auf Messen und über Onlinemedien (insbesondere Inbound)inbound ist die telefonische Leadgenerierunglead generation spätestens nach Umsetzung der DSGVOGDPR wieder zentrales Thema im B2B-Marketingmix geworden. Dieser Beitrag beschreibt die Umsetzung eines professionellen Leadmanagementslead managements mit Hilfe eines externen Dienstleisters beim Intralogistikanbieter STILLSTILL. Es wird aufgezeigt, wie das Thema organisatorisch und prozesstechnisch umgesetzt wird und welche Faktoren einen nachhaltigen Erfolg für die Zielerreichung des Unternehmens bringen.

Oliver Nolte, Sönke Caro

Next Generation B2B Marketing

In diesem Kapitel sollen die Hintergründe beleuchtet werden, die dazu führen, dass sich Industriegüter Marketing in den letzten Jahren begonnen hat massiv zu verändern. Es wird das große Ganze betrachtet, das dazu führt, dass sich gesamte Wirtschaftsbereiche verändern beziehungsweise verändern müssen. In diesem Zusammenhang sind die Digitalisierung und die Globalisierung nur zwei von vielen verschiedenen Faktoren. Warum ist Deutschland als ehemals drittgrößte Volkswirtschaft der Welt nicht mehr der treibende Wirtschaftsmotor, der es einmal war. Oder warum ist das früher überall präsente „Made in Germany“ Symbol einer wankenden Automobil- und Schwerindustrie? Vor dem Hintergrund dieses sich abzeichnenden Paradigmenwechsels befasst sich dieses Kapitel mit dem B2B Marketing der nächsten Generation. Einem B2B Marketing, dessen Ziel es sein muss, proaktiv westliche Industrieunternehmen nachhaltig erfolgreich in globalen Märkten zu positionieren, die geprägt sind von neuen, aufstrebenden Wirtschaftsmächten und deren agilen Unternehmen mit immer innovativeren Produkten. Westliche Ingenieure und deren konventionelle Denk- und Handlungsweisen alleine werden für das Überleben der Unternehmen nicht mehr ausreichen. Es bedarf der Konvergenz der verschiedenen Kompetenzbereiche auf Augenhöhe in den Unternehmen, um kundenzentriert Innovationen gezielt in den relevanten Märkten mittels modernem B2B Marketing nachhaltig erfolgreich zu platzieren.

Uwe Seebacher

85. Grundlagen des Arbeitsstudiums

Nach REFA (Verband für Arbeitsgestaltung, Betriebsorganisation und Unternehmensentwicklung e.V.) besteht das Arbeitsstudium in der Anwendung von Methoden und Erfahrungen zur Untersuchung und Gestaltung von Arbeitssystemen mit dem Ziel, unter Beachtung der Leistungsfähigkeit und der Bedürfnisse des arbeitenden Menschen, die Wirtschaftlichkeit des Betriebes zu verbessern. Dabei wirken in Arbeitssystemen Menschen und Betriebsmittel zusammen, um Arbeitsaufgaben zu erfüllen.

Klaus-Dieter Arndt

Kapitel 2. Grundlagen

Bakterien sind Prokaryonten mit einer durchschnittlichen Größe von etwa 0,2–2,5 µm. Die Länge der Bakterien variiert je nach Bakterientyp. In Abhängigkeit der Ausbildungsform der Zellwand können drei Grundformen unterschieden werden: Kokken (synonym: Kugelbakterien), Stäbchen und schraubenförmige Bakterien.

Franziska Claus

Überschuldung, Arbeit und Identität

Der Beitrag basiert auf Ergebnissen einer qualitativen Längsschnittuntersuchung überschuldeter Mittelschichtspaare und geht der Frage nach, welche Rolle Arbeit im Hinblick auf die Aufrechterhaltung einer Mittelschichtsidentität im Zusammenhang mit Überschuldung spielt. Im folgenden Beitrag steht mit Angehörigen der Mittelschicht eine Gruppe von Überschuldeten im Fokus, die aufgrund ihrer Ausbildung und ihrer Erwerbsintegration bislang keine grundlegenden gesellschaftlichen Ausgrenzungserfahrungen erleben mussten. Menschen, die sich in einer Überschuldungssituation oder in Insolvenz befinden, erleben Irritationen ihrer Identität, mit der Überschuldung ist ihre Lebenswelt von massiven Veränderungen und Einschränkungen bedroht. Es soll der Frage nachgegangen werden, welche Bedeutung Arbeit für die Identitätsarbeit überschuldeter Menschen der Mittelschicht hat und dies anhand der Analyse von drei herausgearbeiteten Identitätsarbeitsstrategien beleuchtet werden.

Patricia Pfeil, Marion Müller

Significant and Limited: Der TPNW und die Rolle internationaler Organisationen

Die UnterstützerInnen eines vertraglichen Verbots von Nuklearwaffen konnten durch die Überführung der sogenannten Humanitären Initiative in den UN-Rahmen ihr Ziel trotz der Ablehnung durch Nuklearmächte im Juli 2017 erreichen: Bei einer Abstimmung in der UN-Generalversammlung stimmten 122 Staaten für den Vertrag über das Verbot von Kernwaffen (TPNW), der u. a. die Produktion, den Erwerb, die Stationierung und den Einsatz von Nuklearwaffen verbietet. Internationalen Organisationen (IO) wird auch eine zentrale Rolle zukommen, wenn es um die Verifikation der Einhaltung der Vertragsbestimmungen durch die Vertragsparteien geht, obgleich nicht feststeht, wer die „competent authority“ oder „authorities“, denen der Vertragstext diese Aufgabe zuweist, sein werden. Diese Entwicklungen werden zum Anlass genommen, um die bedeutende aber begrenzte Rolle von internationalen Organisationen im Kontext der nuklearen Abrüstung am Fallbeispiel des TPNW herauszuarbeiten und zu veranschaulichen. Die Analyse wird um den Vertrag über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen (CTBT) erweitert, da gerade der CTBT eindrucksvoll illustriert, dass auch die Lösung der Verifikationsfrage keine Garantie für den Erfolg von Abrüstungs- und Rüstungskontrollvorhaben darstellt.

Robert Bandilli, Carolin Langhauser, Minela Ljuca, Lara Schneider, Hakan Akbulut

Alliance in Distress: Die NATO und die (Vertrauens-)Krise der Rüstungskontrollpolitik in der Ära Trump

Die America First-Doktrin des US-Präsidenten Trump hat die Krise der nuklearen Ordnung gerade in Europa erheblich verschärft. Für die NATO als zentrale Institution der transatlantischen Sicherheitsarchitektur hat die Kehrtwende in der Abrüstungs- und Rüstungskontrollpolitik durch die Führungsmacht im Bündnis gravierende negative Folgen, indem sie Zusammenhalt, Koordination und Problemlösungsfähigkeit untergräbt. In diesem Beitrag argumentiere ich, dass der Aspekt des transatlantischen Vertrauens zentral ist, um die Tragweite des Wandels der US-Politik unter Trump empirisch zu erfassen. Dabei konzentriere ich mich insbesondere auf die Entscheidungen aus den INF- und Open Skies-Verträgen auszutreten sowie den Iran-Deal aufzukündigen. Die Analyse macht deutlich, dass in allen drei Fällen zentrale prozedurale Normen (Multilateralismus und bedeutsame Kommunikation) verletzt wurden und dadurch das gegenseitige Vertrauen innerhalb der Sicherheitsgemeinschaft Schaden genommen hat. Ohne dieses Vertrauen, so mein Argument, reduziert sich die Fähigkeit der Allianz in diesem Politikfeld als Akteur aufzutreten und an einer Regelung der Krise der nuklearen Ordnung mitzuwirken.

Florian Böller

Kapitel 6. Rückkopplung in der Natur

Das Prinzip des Lebens

Alles gehorcht den Gesetzen der Physik. Hier nun finden wir eine Verbindung zum vermutlich mächtigsten Prinzip der Welt, dem die Rückkopplung gewissermaßen untergeordnet ist: der Evolution. Wir finden sie in der Natur, denn die belebte Natur (Gegenstand der Biologie) und die unbelebte (Gegenstand der Physik) entstanden dadurch überhaupt erst. Die meisten verbinden mit dem Begriff „Evolution“ jedoch das biologische Geschehen. Deswegen gibt es die „biologische Kybernetik“ als Zweig der Wissenschaft. Sie untersucht die Steuerungs- und Regelungsvorgänge in der Biologie, sowohl in Organismen als auch in Ökosystemen.

Jürgen Beetz

Kapitel 7. Erklärungsfaktoren für depressive Symptome im Geschlechter- und Ländervergleich

Der Überblick zur Prävalenz von depressiven Symptomen in Kapitel 6 zeigt, dass in sämtlichen Ländern und Altersgruppen Geschlechterunterschiede zum Nachteil der älteren Frauen bestehen. Zugleich werden die großen Ungleichheiten in der psychischen Gesundheit innerhalb der Geschlechtergruppen deutlich. Davon ausgehend geht dieses Kapitel der Erklärung von depressiven Symptomen im Geschlechter- und Ländervergleich nach.

Alina Schmitz

Kapitel 1. Einleitung

Der „Gender Gap“ in der psychischen Gesundheit wurde in zahlreichen Studien dokumentiert. Frauen leiden etwa doppelt so häufig an einer Depression wie Männer. Bezogen auf die Lebensphase Alter sind sowohl theoretische Ansätze als auch empirische Studien zur Erklärung von Geschlechterungleichheiten bei Depressionen aus soziologischer Sicht bislang äußerst selten.

Alina Schmitz

Kapitel 9. Verwitwung, das soziale Netzwerk und depressive Symptome

Die Analysen aus Kapitel 8 machen deutlich, dass der Anstieg von depressiven Symptomen nach einer Verwitwung durch eine Zunahme von Einsamkeit bedingt wird. Daher wird im Folgenden die Bedeutung des sozialen Netzwerks näher beleuchtet. Grundsätzlich wird dem sozialen Netzwerk eine wichtige Bedeutung bei der Bewältigung von belastenden Lebenssituationen zugeschrieben. Zu der Frage, ob dieser Effekt auch bei einer Verwitwung feststellbar ist, geben bisherige Studien keine eindeutige Antwort.

Alina Schmitz

Kapitel 3. Geschlecht, Alter und Depressionen: Lebenslauf im Kontext

Viele altersassoziierte Risikofaktoren für Depressionen betreffen Frauen in stärkerem Maße wie z.B. an der höheren Verbreitung von Altersarmut und Verwitwung unter den älteren Frauen abzulesen ist. Auf der anderen Seite wird vermutet, dass Frauen bis ins hohe Alter größere soziale Netzwerke haben als Männer und damit trotz widriger Lebensumstände über eine wichtige Ressource für das Altwerden in guter psychischer Gesundheit verfügen könnten. Die Lebenslage im Alter unterscheidet sich jedoch nicht nur im Geschlechtervergleich. Auch die wohlfahrtsstaatliche Politik spielt eine Rolle, sodass ältere Frauen und Männer je nach Länderkontext unterschiedlich stark von Risikofaktoren für Depressionen betroffen sein könnten.

Alina Schmitz

Kapitel 4. Westliche Theorien und Chinas Energiepolitik

Viele Länder der Welt stehen derzeit unter dem Druck der Energiewende, die sich aus verschiedenen Aspekten wie Energieversorgungssicherheit, Umweltschutz, Beschränkung der globalen Erwärmung, nachhaltiger wirtschaftlicher Entwicklung und sozialer Akzeptanz ergibt. Um untersuchen zu können, ob sich die Energie-Governance in China, insbesondere in der Provinz Shandong, von der in anderen Ländern unterscheidet, was die Manifestation des China-Modells im Bereich der Umwelt- und Energie-Governance bedeuten würde, ist es erforderlich, zunächst die in den westlichen Industrieländern am weitesten verbreiteten Theorien der Energie- und Umweltpolitik darzustellen, die dort ihren Ursprung haben und die die ökologische Modernisierung in diesen Ländern prägen.

Jingxue Chen

3. Politik

Konzeptioneller Rahmen – politischer Prozess und Instrumente: Die weltweiten Gesetzgeber haben eine umfassenden Instrumentenkasten entwickelt, mit dem die technischen Eigenschaften des Fahrzeugs und seine Nutzung immer enger regulatorisch beeinflusst wurden. Auf der Angebotsseite reicht das Spektrum von ordnungsrechtlich-technischen Vorgaben in Sachen Sicherheit und Umweltschutz bis hin zur Verwertung und zur Steuerung des CO2-Ausstoßes in der Flotte. Zugleich definieren Zulassungsregeln, Höchstgeschwindigkeiten, aber auch Zugangsbegrenzungen sowie Privilegien und Nachteile für definierte Fahrzeug- und Nutzerkategorien die Nachfrage nach Automobilen ganz wesentlich mit. Die steuerliche Behandlung des Fahrzeugs bei seinem Erwerb und seiner Nutzung aber auch Steuern auf das Einkommen des Nutzers oder auch den Kraftstoff, kommt hinzu. All diese Regeln sind Ausdruck eines politischen „Produktionsprozesses“, der von konkurrierenden politischen Parteien immer wieder neu geformt wurde. Dabei haben zuerst die Nutzung der mit dem Automobil verbundenen Chancen, zunehmend aber auch die von ihm ausgehenden Risiken die Legitimation für politische Intervention geliefert. Der Wandel der Medienlandschaft, die Rolle wissenschaftlicher Analysen aber auch der Einfluss von Interessengruppen spiegeln die Unterschiede der politischen Prozesse zwischen Europa, den USA und China.

Thomas Becker

6. Manager und Politiker

Konzeptioneller Rahmen - Unternehmensführung im politischen Kontext: Die Fähigkeit, die Legitimität des eigenen Handels und das Vertrauen in das eigene „Wollen“ und das „Können“ bei der Erfüllung gesellschaftlicher Erwartungen abzusichern, ist zum Engpassfaktor für die Automobilindustrie geworden. Die Berufung auf den marktwirtschaftlichen Ordnungsrahmen reicht ebenso wenig aus, wie der bloße wirtschaftliche Erfolg und die Sicherheit von Arbeitsplätzen. Vielmehr ist die Fähigkeit zur Transformation angesichts umfassend veränderter Umfeldbedingungen zur Voraussetzung für eine Einwirkungsmöglichkeit auf politische Prozesse geworden. Die Glaubwürdigkeit der Führung ist stärker gefordert denn je – und ihr Verlust hat schwerere Folgen als früher (siehe Volkswagen). Dabei ist eine bloße Anpassung im Modus des „Müssens“ im Verhältnis zur Politik immer weniger tragfähig – es geht um glaubwürdiges „Wollen“ auch unter Inkaufnahme unternehmerischer Risiken.

Thomas Becker

13. Digitalisierung

Politische Handlungsfelder - Digitalisierung: Digitale Technologien und auf ihnen aufbauende Geschäftsmodelle verändern das Automobil von außen. Es wird zum Marktplatz für digitale Dienstleistungen, der Betrieb von Autos wird zugleich um Dienstleistungsoptionen jenseits von Taxi, Mietwagen und öffentlichem Verkehr erweitert. Und die Ersetzung des Fahrers als alleinigem Entscheidungsträger für das Wo? Wohin? Wann? Wie schnell? des Autofahrens wird zur Option. Alle drei Momente erfordern politische Gestaltung, die von der rechtlichen Ermöglichung neuer technischer Optionen bis hin zur Regulierung des Verkehrs mit völlig neuen Managementoptionen reicht. Dazu gehört eine Marktordnungspolitik mit Rechten und Pflichten etablierter und neuer Akteure am Markt, aber auch die Regelung der Zugriffsrechte auf die in Fahrzeugen erzeugten Daten. Schließlich wird Politik darüber entscheiden, ob das „autonome“ Fahren letztlich faktische „Fernsteuerung“ bedeuten wird. Vieles spricht dafür, dass China in diesem Handlungsfeld ein mindestens so starker Treiber sein wird wie die US-Industrie. Zugleich wird für Europa die Rolle als Austragungsort eines amerikanisch-chinesischen Technologie- und Systemwettbewerbs erstmals in der automobilen Geschichte zu einem realen Szenario - ungeachtet der politischen Beschwörung „digitaler Souveränität“.

Thomas Becker

Integrierte Intelligenz: Neue Möglichkeiten im Marketing an der Schnittstelle menschlicher und künstlicher Intelligenz

Der Relevanz von künstlicher Intelligenz (KI) gerade für Marketing und Vertrieb können und sollten sich Unternehmen nicht entziehen. Bisher liegt der strategische Fokus bei der Nutzung von KI jedoch oft auf der Anwendung relativ isolierter KI-Lösungen, mit denen hauptsächlich Kosteneinsparungen durch eine Verbesserung der Effizienz angestrebt werden. Die Entwicklung ganz neuer Lösungen und Geschäftsmodelle wird dabei oftmals unberücksichtigt gelassen, weil hierfür eine Kombination von KI mit der jeweiligen spezifischen Expertise und menschlichen Intelligenz der Mitarbeiter erforderlich wäre. Im vorliegenden Kapitel wird daher auf das bestehende Konzept der Integrierten Intelligenz zurückgegriffen, um anhand von Beispielen aus jungen und etablierten Unternehmen, d. h. Precire Technologies, Tawny, General Electric und Amazon, Implikationen für Forschung und Praxis zu KI, Marketing, Innovation und nachhaltigen Wettbewerbsvorteilen abzuleiten.

Ulrich Lichtenthaler

Kapitel 4. Theorien mittlerer Reichweite und ihre Anwendbarkeit auf das Phänomen „Terrorismus“

Wie unter Abschnitt 3.4 bereits erwähnt, wird das Akteurs-Viereck jedem Unterkapitel vorangestellt, um zu verdeutlichen, dass in dieser Arbeit Terrorismus zwar als Prozess erfasst wird, aber auch immer nicht-lineare Handlungsrelationen vorliegen. Theorien mittlerer Reichweite setzen besonders nah an der Phänomen-Ebene an. Deshalb inkludiert dieses Kapitel viele deskriptive Passagen, um das Phänomen „Terrorismus“ umfassend darzustellen.

Liane Rothenberger

Kapitel 4. Technostress als Schattenseite der Digitalisierung: Ansatzpunkte für eine gesundheitsförderliche Gestaltung digitaler Arbeitswelten

Neben den sich bietenden Chancen der Digitalisierung der Arbeitswelt werden zunehmend auch Risiken und negative Folgen für Arbeitnehmer thematisiert. Wesentlich in diesem Zusammenhang sind durch den Einsatz digitaler Technologien induzierte Überlastungs- und Stressreaktionen bei Arbeitnehmern, die mit dem Begriff „Technostress“ umschrieben werden. Um das Konzept Technostress besser zu verstehen, wird im Folgenden ein Modell vorgestellt, das die aktuelle Forschung zu diesem Thema zusammenfasst. Zudem werden die Ergebnisse einer Online-Befragung über Risiken der Digitalisierung für Arbeitnehmer berichtet und vor dem Hintergrund des Konzepts Technostress gespiegelt. Schließlich werden auf Basis der Erkenntnisse konkrete Ansatzpunkte und Handlungsempfehlungen für eine gesundheitsförderliche Gestaltung digitaler Arbeitswelten gegeben.

Andreas Jager, Daniel Thiemann

F

Dieses Kapitel enthält die Stichworte zum Buchstaben F von Factoring bis Fusion des Gabler Kompakt-Lexikon Unternehmensgründung.

Tobias Kollmann

E

Dieses Kapitel enthält die Stichworte zum Buchstaben E von Early-Adopter bis externes Rechnungswesen des Gabler Kompakt-Lexikon Unternehmensgründung.

Tobias Kollmann

U

Dieses Kapitel enthält die Stichworte zum Buchstaben U von Übergeber bis USP des Gabler Kompakt-Lexikon Unternehmensgründung.

Tobias Kollmann

K

Dieses Kapitel enthält die Stichworte zum Buchstaben K von Kalkulation bis Kurs-Gewinn-Verhältnis des Gabler Kompakt-Lexikon Unternehmensgründung.

Tobias Kollmann

O

Dieses Kapitel enthält die Stichworte zum Buchstaben O von offene Beteiligung bis Oversubscription des Gabler Kompakt-Lexikon Unternehmensgründung.

Tobias Kollmann

P

Dieses Kapitel enthält die Stichworte zum Buchstaben P von Page Impression bis Put/Call-Option des Gabler Kompakt-Lexikon Unternehmensgründung.

Tobias Kollmann

S

Dieses Kapitel enthält die Stichworte zum Buchstaben S von Sachgründung bis Szenarioanalyse des Gabler Kompakt-Lexikon Unternehmensgründung.

Tobias Kollmann

Kapitel 12. Kritische Betrachtung des Forschungsvorgehens in Konzeption und Empirie

Mit ELIF ist in dieser Arbeit eine Unterrichtskonzeption entwickelt worden, die die geforderten Kriterien erfüllt und gleichzeitig durchführbar im Mathematikunterricht der dritten und vierten Klasse ist. Während in Kapitel 10 bereits eine Diskussion und Reflexion der Konzeption und der Entwicklung dieser auf inhaltlicher Ebene stattgefunden hat und die Gütekriterien in Teilen bereits retrospektiv in Abschnitt 9.4 reflektiert wurden, wird nun aus der Forschungsperspektive die konzeptionelle und empirische Studie abschließend kritisch betrachtet und es werden Optimierungsmöglichkeiten herausgestellt.

Sandra Strunk, Julia Wichers

Die passende Unterstützung – Coaches, Agenturen und mehr

In diesem Kapitel geht es darum, wie Sie Ihr inneres Team durch Unterstützung von außen sinnvoll erweitern können. Es befasst sich z.B. mit dem Angebot von Agenturen und Weiterbildungen und beleuchtet auch weitere Quellen von Unterstützung, die häufig ungenutzt bleiben.

Alina Gause

Der Teufelskreis des Selbstmarketings – Warum zu viel Markt Kreativität blockiert

In diesem Kapitel wird der „Teufelskreis des Selbstmarketings“ beschrieben - ein für kreative Persönlichkeiten typischer Kreislauf, der sich aus übermäßiger Markorientierung ergibt. Der „Teufelskreis des Selbstmarkteings“ ist häufig der Grund dafür, warum Selbstwerbung Kreative auslaugt und deprimiert.

Alina Gause

4. Rahmenbedingungen für Evolution

In diesem Kapitel geht es um Innovation durch Emergenz. Emergenz ist eine Form der Selbstorganisation, bei der sich neue Eigenschaften oder Strukturen aus dem Zusammenspiel der Elemente eines Systems ergeben. Es gibt viele Arten emergenter Selbstorganisation in der unbelebten und belebten Welt. Emergenz ist die magische Zutat, ohne die sich Kern und Elektronen nie zu Atomen verbunden hätten und ohne die es keine Sterne gäbe. Ohne Emergenz wäre das Leben nicht entstanden und die Evolution hätte nie stattgefunden. Emergenz ist ein spontan auftretender zeitlicher Prozess, der zu dauerhaften Strukturen führt. Sie verändert ein System und bringt Ordnung ins Chaos.Emergenz ist immer ein kleines Wunder. Sie ist beispielsweise verantwortlich für die Rippelmuster und Dünenlandschaften, die durch die Wechselwirkung von Wind und Sand entstehen. Surfer kennen den Strand von Zarautz im Baskenland, an dem das Wasser jeden Tag ein neues Parkettmuster in den Sand schleift. Emergenz ist außerdem hierarchisch. Größere emergente Prozesse setzen auf kleineren auf.Emergenz können wir auch im Verhalten von Lebewesen beobachten. Ein Wolfsrudel ist mehr als nur eine Sammlung individueller Wölfe. Jeder Wolf hat eine bestimmte Position inne, wodurch alle zusammen als Rudel stärker und effektiver sind als alleine. Jeder Wolf ist ersetzbar, weil jeder Wolf Potenzial für jede Rolle in sich trägt. Viele von uns kennen die Worte: Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen. In strengen totalitären Systemen sind Versammlungen von drei oder mehr Personen unerwünscht, da sie Keimzellen einer neuen Ordnung darstellen könnten. Andersherum: wenn wir Emergenz zulassen, können wir mit der gleichen Anzahl von Personen deutlich mehr bewegen.Emergenz ist ein komplexes System, das nur dann funktionieren kann, wenn die fördernden Rahmenbedingungen gesetzt werden und der Prozess ohne störendes Eingreifen des Schöpfers seinen Lauf nehmen kann. Die Rahmenbedingungen für Innovation schauen wir uns deshalb genauer an. Dabei hilft es uns, dass wir in den vorigen Kapiteln bereits die entscheidenden Akteure, die Energiequelle und den freien Willen, gefunden haben.

Jan Frensch, Burkard Wördenweber

Wir nehmen mehr wahr, als sich uns zeigt. Zur Ethnografie künstlerischer Praxis

Künstlerische und ethnografische Praxis privilegieren beide in unterschiedlicher Weise das Wahrnehmen als Zugang zu ihrem Gegenstand: Während die Ethnografie an der Produktion von Wissen und Erkenntnis über ihr Feld mittels Beobachtung und Teilnahme interessiert ist, geht es in der Kunst um die Hervorbringung künstlerischer Arbeiten beziehungsweise Werke, die ihre Wirkungen entfalten. Mit einer phänomenologisch orientierten ethnografischen Perspektive auf die Entwicklung von Werken im Bereich der bildenden Kunst schlägt der Beitrag vor, nicht allein das feldspezifische Wissen von Künstler*innen, sondern zudem deren Praxis des Wahrnehmens ins Zentrum des Erkenntnisinteresses zu rücken. Angeschlossen wird dieses Vorgehen an die Phänomenologie Maurice Merleau-Pontys, mit der sich das leiblich situierte Wahrnehmen auf die Kopräsenz der Ethnografin im Feld übertragen lässt. Aus dieser Perspektive zeigt sich künstlerische Praxis als eine, die den Bereich des Möglichen im Wahrnehmen und speziell Sehen zu erschließen vermag – ein Bereich, der auch für die Ethnografie selbst im Gang durch das Wahrnehmen dieser Praxis zugänglich(er) wird.

Christiane Schürkmann

Avantgarde oder Pop – Sinnliche Wahrnehmung und diskursive Verortung der Praxis der Neuen Deutschen Welle zwischen Kunst und Kommerz

Der Beitrag nimmt Praktiken des Wahrnehmens auf dem schmalen Grad der Genese kunstvoller und kommerzieller Musik in den Blick und fragt, wann das Erzeugnis von Künstler*innen im Zusammenspiel der wahrnehmenden Sinne Kunst ist. Die Antwort wird aus einem Begleitforschungsprojekt zu einer Ausstellung über die Neue Deutsche Welle im Osthausmuseum der Stadt Hagen extrahiert. Aus dem empirischen Material werden Praxisformen des Wahrnehmens als Bedingungsformen von Populärkultur als Kunst herausgearbeitet. Neben avantgardistischen geraten verstärkt populärkulturelle Praktiken der Affizierung und deren physisch-materielle Praxisdimensionen in den Fokus und erhellen die fluide Grenzregion zwischen Kunst und Pop. Um dem künstlerischen Potential der Popmusikpraxis von Bands wie Extrabreit, Ideal aber auch Nena auf die Spur zu kommen, wird in praxistheoretischer Perspektive auf der Folie der Arbeiten von Reckwitz (2015), Liegl (2015) oder Seyfert (2012) insbesondere nach dem Stellenwert des Affektiven im Rahmen der spezifischen Vollzugspraxis gefragt und die These verfolgt, die Kunst begründende kritisch soziale Praxis offenen Ausgangs, liege insbesondere in der Affektivität popmusikalischer Praxis.

Franka Schäfer

Wahrnehmen als soziale Praxis – Soziologische Perspektiven auf Wahrnehmen

Der Beitrag versteht sich als einleitendes Kapitel in den Band „Wahrnehmen als soziale Praxis. Künste und Sinne im Zusammenspiel“ und öffnet die Thematik im Hinblick auf verschiedene Ansätze und Positionen, die sich im Rahmen der Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften dem Wahrnehmen zuwenden. Dabei werden besonders solche Positionen reflektiert, die kunstsoziologische und kunstwissenschaftliche Diskurse bereichert haben beziehungsweise bereichern können. Diskutiert wird Wahrnehmen 1) in seiner Verortung zwischen Sinnhaftigkeit und Sinnlichkeit, 2) mit Blick auf die beiden Aspekte Materialität und Körperlichkeit sowie 3) in Bezug auf Perspektiven, die das Wahrnehmbare – das Materielle – eher essentialistisch fassen sowie Perspektiven, die die Situiertheit des Wahrnehmbaren, der Wahrnehmenden und des Wahrnehmens in seinen Vollzügen betonen. In dieser Weise nimmt sich der Beitrag zum Ziel mit einem öffnenden Gestus Wahrnehmen für die Kunstsoziologie und darüber hinaus als soziale Praxis zur Disposition zu stellen, wobei wir der Offenheit halber einen weiten Praxisbegriff zugrunde legen und somit ein Spektrum an Zugängen einbeziehen.

Nina Tessa Zahner, Christiane Schürkmann

Materialität der Wahrnehmung – Einblicke in die kuratorische Praxis

Mit einer ethnografischen Perspektive untersucht der Aufsatz Kunstwahrnehmung im Feld kuratorischer Praxis. Im Besonderen wird danach gefragt, wie Kunstobjekte in Zusammenarbeit von Künstler*innen, Kurator*innen und Mitarbeiter*innen inszeniert werden und welche Praktiken der Wahrnehmung sich im Zuge dieser Arbeit an den Kunstobjekten zeigen. Kunstwahrnehmung wird auch auf Seiten der Rezipient*innen über die Materialität der Ausstellung untersucht. In soziologisch-ethnografischen Analysen wird gezeigt, wie sich Kurator*innen und Künstler*innen in multimodalen Wahrnehmungsweisen den künstlerischen Arbeiten sinnlich annähern, wie in diesen Annäherungsweisen eine professionelle Kunstwahrnehmung beobachtbar wird und wie durch Gesten des Zeigens Situationen geteilter Wahrnehmung geschaffen werden. Schließlich wird mit Blick auf die Materialität des Zeigens sichtbar, wie mittels Ausstellungsarchitekturen den Betrachter*innen Wahrnehmungsweisen materiell vermittelt werden. Formuliert wird eine praxeologische Perspektive mittels derer Kunstwahrnehmung – jenseits ästhetischer Kompetenz – als räumlich und materiell organisierte Wahrnehmung konturiert wird.

Lisa Anders

1. Was ist Geld?

Die Erfindung des Geldes ist sicherlich eines der wichtigsten Ereignisse in der menschlichen Entwicklung. Mit Geld können Menschen und Gesellschaften große Herausforderungen bewältigen. Geld verschafft jedem Individuum Sicherheit und eine berechenbare Zukunft. Kann eine digitale Währung Geld von Fiskalpolitik trennen?

Graf Quirin Adelmann v. A., Derek Sheeler

8. Wissensmanagement implementieren

Dieses Kapitel orientiert die Implementierung eines Wissensmanagements an fünf Leitfragen.Der Leser lernt das Wissensmarktkonzept kennen mit seinen drei Elementen: Rahmenbedingungen, Spielregeln und Akteure sowie Prozesse/Strukturen, mit denen ein wissensorientiertes Unternehmen gestaltet werden kann. Viele Praxisbeispiele geben konkrete Umsetzungsempfehlungen. Rollen und Aufgaben von Wissensmanagern werden beschrieben.Außerdem wird ein Gesamtkonzept zur Einführung von Wissensmanagement orientiert an der Wissenstreppe dargestellt. Vier Einführungspfade und ein Zwölf-Punkte-Programm bereiten den Weg zum wissensorientierten Unternehmen.

Klaus North

7. Wissen messen und absichern

In diesem Kapitel lernen Sie, wie Wissen und intellektuelles Vermögen messbar gemacht werden können und welche Schwierigkeiten dabei bestehen. Gängige Indikatorensysteme werden vorgestellt und beurteilt. Auf Verfahren der Wissensbilanzierung wird eingegangen. Ein allgemeingültiges Set der zehn wichtigsten Wissensindikatoren kann es jedoch nicht geben. Im Kapitel werden weiterhin Ansätze zur Absicherung von Organisationen gegenüber Wissensverlust dargestellt.

Klaus North

1. Einführende Zusammenfassung

In diesem Kapitel werden zehn Fragen zum Wissensmanagement beantwortet und damit der Inhalt des Buchs einführend zusammengefasst.

Klaus North

5. Wissen ist menschlich

In diesem Kapitel erfahren Sie, wie sich die Wissensarbeit 4.0 entwickelt. Die veränderten Rollen oberer Führungskräfte, mittlerer Führungskräfte und fachlicher Mitarbeiter werden mit einer Selbstbeurteilung herausgearbeitet. Sie lernen weiterhin, wie Wissensarbeiter zu motivieren sind, wie sie ihre Kompetenzen entwickeln und was die Erfolgsfaktoren von Wissensgemeinschaften (Communities of Practice) sind, die Raum bieten, Erfahrungen auszutauschen und Ideen zu entwickeln.

Klaus North

4. Organisieren rund ums Wissen

In diesem Kapitel lernen Sie unterschiedliche Organisationsformen kennen, die Stabilität und Erneuerung sowie KooperationKooperation und Konkurrenz ausbalancieren. Sie erfahren, wie Organisationen dynamische Fähigkeiten entwickeln und wann sich Kooperation lohnt. Ausgewählte Organisationsformen werden mit Fallbeispielen vorgestellt und aus Sicht der wissensorientierten Unternehmensführung vergleichend beurteilt. Konkurrenz

Klaus North

3. Die Wissenstreppe

In diesem Kapitel lesen Sie, über welches Wissen Organisationen verfügen. Mit der Wissenstreppe lernen Sie die Begriffe Daten, Informationen, Wissen und Kompetenz abzugrenzen sowie Bezüge zur Wettbewerbsfähigkeit herzustellen. Am Ende des Kapitels wissen Sie außerdem, wie implizites in explizites Wissen überführt werden kann, was den Wert von Wissen ausmacht und wie intellektuelles Kapital strukturiert werden kann.

Klaus North

2. Auf dem Weg zur digitalen Wissensgesellschaft

In diesem Kapitel erfahren Sie, welche Veränderungen der strukturelle Wandel zur digitalen Wissensgesellschaft für Organisationen bedeutet. Ziele und Aufgaben wissensorientierter Unternehmensführung werden definiert und Kennzeichen von Wissensunternehmen beschrieben. Das Kapitel schließt ab mit einer Kurzdiagnose zur wissensorientierten Unternehmensführung.

Klaus North

6. Wissen aufbauen und teilen

Wenn Sie dieses Kapitel gelesen haben, wissen Sie, wie Unternehmen ihre Wissen Basis organisationale organisationale Wissensbasis gezielt verändern können, um damit die Erreichung der Unternehmensziele zu unterstützen. Auf Basis einer Vielzahl von empirischen Erhebungen wird beleuchtet, was Unternehmen von einem Management der Ressource Wissen erwarten, wodurch Wissensaufbau und -transfer gefördert bzw. behindert werden. Für die praktische Umsetzung werden sechs Konzepte des Wissensmanagements einer vergleichenden Beurteilung unterzogen und die Wissensmanagementanforderungen der ISO 9001:2015 anhand einer Checkliste erläutert. Außerdem wird auf Wissensmanagement in internationalen Kontexten, in kleinen und mittleren Unternehmen und in der öffentlichen Verwaltung eingegangen.

Klaus North

Open Access

Kapitel 15. Chancen vergangener Fehler: Flächenpotentiale am Weg zu einem automatisierten Mobilitätssystem

Die technologische Entwicklung automatisierter und vernetzter Fahrzeuge wird in jüngerer Zeit deutlich zurückhaltender bewertet als in den frühen Jahren des Hypes. Ein revolutionäres Szenario, in dem es einem Marktakteur aus der IT-Industrie gelingt, abrupt ein automatisiertes Fahrsystem zu lancieren, das in allen Fahrsituationen besteht, die auch menschliche FahrerInnen meistern (Beiker 2015), wird mittelfristig weitestgehend ausgeschlossen. Anstelle der angenommenen Revolution steht heute die Herausforderung einer Jahrzehnte dauernden Übergangszeit, des „Langen Level 4“, währenddessen nur Teile des Straßennetzes automatisiert befahren werden können (Mitteregger et al. 2020, Soteropoulos et al. 2020).

Mathias Mitteregger, Aggelos Soteropoulos

2. Puzzlesteine einer Systemkrise

Wir haben sowohl auf privater als auch auf beruflicher Ebene mit Menschen aus vielen verschiedenen Bereichen zu tun, von internationalen Wirtschaftsbossen bis zu Pflegepersonal, von Lehrern bis zu Gastronomen, von Psychotherapeuten bis zu Unternehmern. Viele haben das Gefühl, dass da etwas im Busch ist. Deshalb haben wir verschiedene Puzzleteile zusammengetragen, die ein recht gutes Bild davon abgeben, dass unser Wirtschafts- und Gesellschaftssystem bereits mitten in einer dramatischen und grundlegenden Veränderungswelle steckt. Weil diese Symptome der bevorstehenden Transformation einzeln für sich genommen weder besonders neu noch aufsehenerregend sind, wird die Veränderungswelle von vielen entweder noch gar nicht bemerkt oder bislang erfolgreich ausgeblendet. Das systemische Bild, das dabei entsteht, erlaubt uns jedoch den Versuch einer Diagnose.

Anja Kossik, Karl Hitschmann

5. Der Schritt in die Umsetzung

Am Übergang zwischen den beiden aktuellen Wirtschaftswellen treffen zwei grundlegend verschiedene Führungs- und Managementkonzepte aufeinander – und das kann durchaus chaotisch werden. Daher bieten wir neue Perspektiven, zukunftsorientierte Konzepte und konkrete praktische Anwendungen an, wie Führungskräfte und Entscheidungsträger in Organisationen auf die neue Welle nicht nur rechtzeitig aufspringen, sondern diese auch selbst proaktiv mitgestalten können. Wir wählen aus unserer beruflichen Praxis als Managementcoaches und Wirtschaftsberater hilfreiche Tipps und konkrete Ansätze aus, mit denen wir die Arbeitswelt unserer Kunden schon heute verändern und weiterentwickeln.

Anja Kossik, Karl Hitschmann

8. Gute und böse Themen

Theoretisch können Sie reden, über was Sie möchten. Von der Regel, nicht über Politik oder Religion zu sprechen, halte ich herzlich wenig. Warum sollte man nicht über die Fragen, die die Menschheit dazu bringt, so unbarmherzig mit sich und anderen umzugehen, reden dürfen?

Simone Burel

Social Media und digitale Kommentare als Herausforderung für kommunale Gremien

Social Media und die Kommentarmöglichkeiten auf lokalen, redaktionellen digitalen Plattformen sind nicht nur eine Chance für die zielgerichtete Kommunikation von Städten und Gemeinden, sondern auch eine Herausforderung, insbesondere im kontroversen kommunalpolitischen Alltag. Die Dialogmöglichkeiten haben die Möglichkeiten der Bürger*innen gestärkt, sich mit ihren Interessen, Anliegen und Meinungen Gehör zu verschaffen und die von der Verwaltung und den politischen Akteuren gesetzten Themen zu diskutieren und zu hinterfragen. Nicht immer findet hier in der kommunalen Praxis jedoch ein positiver und sachorientierter Dialog statt, so dass es gerade in der Kleinräumigkeit des kommunalen Geschehens auch zu sehr unangenehmen Szenarien kommen kann. Dies beruht dann meist auf einem unterschiedlichen Rollenkonzept der Akteure bis hin zu Abweichungen im Demokratieverständnis. Daher soll hier zunächst das Prinzip der repräsentativen Demokratie in Abgrenzung zu populistischen Rollenverständnissen dargestellt werden, bevor die konkreten Kommunikationsthemen analysiert werden.Social-Media-Kanäle spielen nicht nur für die Kommunikation von kommunalen Gremien, sondern vor allem im Wahlkampf für kommunale Spitzenämter eine besondere Rolle und erfordern die Berücksichtigung der Grundsätze authentischer Kommunikation.

Thomas Breyer-Mayländer, Christian Falk

Erreichbarkeit von Zielgruppen – Informations- und Mediennutzungsverhalten in Deutschland

Bevor man der Frage nachgeht, wie und in welcher Form am besten unterschiedliche Social-Media-Kanäle für die Kommunikation kommunaler Themen eingesetzt werden und somit ein wirksames Tool für die Interaktion der Kommunen mit ihren spezifischen Zielgruppen darstellen können, muss man sich ein paar generelle Gedanken machen, welche Stakeholder und Zielgruppen überhaupt auf diesem Weg bei welchen Themenkategorien erreichbar sind. Gerade aktuelle Fälle wie die Kommunikation während der Corona-Krise zeigen, wie man im Rahmen der Mediaplanung digitale Kanäle in das Gesamtspektrum der Kommunikationskanäle einordnen kann.

Thomas Breyer-Mayländer, Marc Löffel

Kapitel 16. Vernetztes Supply Chain Management

Die Fertigungstiefe in vielen Unternehmen beträgt oft nur noch 20 %. Dies bedeutet, dass 80 % der Wertschöpfung eines Produktes von den Lieferanten hergestellt wird. In der Automobilindustrie kommen bis zu 70 % aller Innovationen von den Lieferanten, da diese da auch den größten Teil des Fahrzeuges herstellen.

Helmut Wannenwetsch

Kapitel 13. Produktionsplanungs- und Produktionssteuerungs-Systeme (PPS) und Enterprise-Resource-Planning (ERP)-Systeme

Die industrielle Produktion hat in den letzten 20 Jahren starke Strukturveränderungen erlebt. Die explosionsartige Steigerung der Produktvielfalt, die komplizierten Zulieferer-/Abnehmer-Beziehungen haben zu immer größer werdender Komplexität in international agierenden Unternehmen geführt. Im Zuge der Entwicklung der IT wurde auch die Produktion mit verbesserten, computergestützten Produktionsplanungs- und -steuerungs-Systemen ausgestattet.

Helmut Wannenwetsch

Kapitel 4. Der neue Sinn und Zweck der öffentlichen Rechnungslegung

Historisch betrachtet lag bzw. liegt die zentrale Aufgabe der öffentlichen Rechnungslegung in der parlamentarischen Kontrolle. Dieser bedeutende Sinn und Zweck besitzt zwar noch heute Gültigkeit, wurde aber in der Mitte des 20.

Theresa Ummenhofer

Kapitel 4. Geschäftssysteme und Benchmarks im E-Commerce

Der Ausgestaltung des Geschäftssystems kommt eine Schlüsselrolle im Online-Handel zu. Sie ist auch Basis für Kanalexzellenz, die erfolgreiche Online-Händler auszeichnet. Diese sind in der Lage, mit ihren Leistungen im E-Commerce den Benchmark zu setzen, und nutzen alle Möglichkeiten der modernen Interaktion. Insgesamt sind acht zentrale Erfolgsfaktoren für das Vorliegen von Webexzellenz im B2C zu beachten. Eine große Herausforderung ist jedoch zunehmend die Nachhaltigkeit der Erfolgsfaktoren, da der Wettbewerb sich immer schneller anpasst.

Gerrit Heinemann

Open Access

Kapitel 3. Theoretische Grundlagen: Beitrag der soziologischen Systemtheorie

Vor dem Hintergrund des Fehlens von genuin organisationssoziologisch angeleiteten Studien zu vormodernen Fällen der Organisationsbildung begründe ich im Folgenden die Wahl eines systemtheoretischen Zugangs. Die Ausgangsvermutung dieser Arbeit ist, dass sich mit der Gründung des RKG am Ende des 15. Jahrhunderts die Strukturbedingungen der höchsten Rechtsprechung von der Interaktion unter Anwesenden auf formale Organisation umstellten.

Rena Schwarting

Das Digitale und das Politische

Alltags- und subjektorientierte Zugänge der Politischen Bildung

In diesem Beitrag wird aus einer politikdidaktischen Perspektive der Zusammenhang von Digitalem und Politischem reflektiert und Einblick gegeben, warum dieses Verhältnis relevant für die Politische Bildungsarbeit ist. Dabei wird der Einfluss beider Bereiche auf die politische Kultur und die Vorstellungen von Lernenden in Bezug auf politische und gesellschaftliche Themen erläutert. Vor diesem Hintergrund wird der Bedarf für eine Politische Bildung, die sich mit den Lernenden und deren Verständnissen, Perspektiven sowie Handlungsoptionen befasst, herausgestrichen.

Lara Möller, Dirk Lange

Electric Voting Man. Ausblicke auf posthumanistische politische Bildungen in der augmented democracy

Digitalisierung gilt als Bezeichnung für die umfassende (technologische) Transformation der Gegenwartsgesellschaft. Dieser Prozess wird aber nur unzureichend erfasst, wenn er überwiegend als Merkmal der Informationsverarbeitung und -vermittlung diskutiert wird. Neuere Beiträge thematisieren Digitalisierung deshalb als gesellschaftliches Strukturprinzip. Die digitale Transformation muss in ihren Folgen für die politische Bildung von Subjektivität demnach deutlich radikaler gelesen werden als es auf der Grundlage klassischer Unterscheidungen möglich ist: nicht als ein dem Menschen äußerlicher, technisch-medialer Prozess, sondern als Veränderung der Existenzweise. Im Beitrag werden mögliche Konsequenzen für eine posthumanistische politische Bildung skizziert.

Werner Friedrichs

2. Operatives Partner Management

Dieses Kapitel beschreibt ausführlich, welche Ziele modernes Partner Management verfolgt, welche Begriffe und Methoden dafür angewendet werden und welchen Strukturen man bei der Umsetzung folgen kann.

Klaus Krause, Tobias Schnitzler

5. Interest Management

Jeder Mensch hat Interessen, die er mehr oder minder aktiv verfolgt. In der Geschäftswelt folgen die Interessen eines Unternehmens aus seinem Geschäftszweck und steuern das Handeln. Wie geht man mit den verschiedenen Interessen um, die unweigerlich aufeinandertreffen, wenn zwei Unternehmen eine Partnerschaft eingehen wollen? Das Kapitel beantwortet diese und weitere Fragen.

Klaus Krause, Tobias Schnitzler

Dominante Strukturen und Akteure der Digitalisierung: von „Digital Divide“ auf Mikro-Ebene zu „Digital Inequality“ auf Makro-Ebene

Die rasche Verbreitung des Internets in den meisten westlichen Ländern ging mit verschiedenen Phänomenen des ungleichen Zugangs zum Internet und der unterschiedlichen Nutzung des Internet einher. Der Beitrag befasst sich im ersten Teil mit der Entwicklung der wichtigsten theoretischen Perspektiven und empirischen Befunde für digitale Unterschiede auf Mikroebene wie Klüfte bezüglich Bildung, Alter, Geschlecht oder ethnischer Herkunft. Der zweite Teil fokussiert auf die politökonomische Makro-Perspektive der globalen Akteure, Strategien und Auswirkungen des Plattform- und Überwachungskapitalismus im digitalen Strukturwandel der Gesellschaft. Abschließend werden politische Implikationen diskutiert und Empfehlungen formuliert.

Heinz Bonfadelli, Werner A. Meier

Worum geht es? Die Bedeutung von Themen für den Strukturwandel der (digitalen) Öffentlichkeiten

Analysen des Strukturwandels von Öffentlichkeiten gehen üblicherweise von der technologisch-ökonomischen Struktur aus, sie konzentrieren sich auf die technischen Geräte und Infrastrukturen sowie die daraus sich ergebenden Veränderungen bis hin zu neu entstehenden Organisationen und Institutionen. Im Fokus stehen dann beispielsweise die digitale Netzstruktur und die Plattformbetreiber wie Facebook, Twitter und Youtube. Mit diesem Beitrag soll eine andere Perspektive eingenommen werden: Im Vordergrund der Beobachtung des Strukturwandels der Öffentlichkeiten stehen Themen.

Klaus-Dieter Altmeppen, Tanja Evers

Kapitel 18. Architekturrenderings in Stadtplanungsprozessen

Imagineering und Sichtbarkeitspolitiken des Städtischen

Entscheidungs- und Diskussionsprozesse über die Gestaltung des zukünftigen Stadtraums kommen nicht ohne Visualisierungen aus. Insbesondere Architekturrenderings sind zu einem zentralen Bestandteil der Kommunikation stadtplanerischer Vorhaben geworden. Gerade in Hinblick darauf, dass Architekturrenderings einen Ausschnitt von zukünftiger gebauter Umwelt simulieren, erscheinen die Fragen notwendig, was von wem wie ins Bild gesetzt wird. Der vorliegende Beitrag befasst sich mit diesem Bildtypus und beleuchtet die Funktion und Intention im Produktionsprozess, welche Architekturrenderings als interessengeleitete Bildentwürfe und strategische Bildträger, die Blicke lenken, erkennbar werden lassen.

Daniela Schadauer

Kapitel 6. Zentrale Ergebnisse der qualitativen Inhaltsanalyse

Das Kapitel der zentralen Ergebnisse der qualitativen Inhaltsanalyse gliedert sich, analog zum Theoriekapitel (Kap. 4) in zwei Teile: In dem ersten Teil (Abschn. 6.1) werden empirischen Ergebnisse vorgestellt, die zeigen, dass vom Ehrenamt ein großer Nutzen für das Senden legitimitätssichernder Signale der Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit ausgeht und von den Akteuren dazu strategisch eingesetzt wird. Im zweiten Teil (Abschn. 6.2) wird anhand empirischer Ergebnisse gezeigt, dass die Akteure der Sozialen Dienste unterschiedliche Strategien anwenden, um das Transaktionskostenrisiko zu regulieren.

Stefanie Lünsmann-Schmidt

Kapitel 4. Theoretische Annäherung an den Nutzen und die Kosten des Ehrenamtes für Organisationen der Sozialen Dienste

Dieses Kapitel dient der theoretischen Annäherung an die Frage, worin der Nutzen des Ehrenamts für die Sozialen Dienste besteht, welche Kosten zu erwarten sind und welche Strategien des Umgangs mit potenziellen Kosten zu erwarten sind. Ziel ist es, diese Fragen für eine empirische Untersuchung analytisch handhabbar zu machen. Das Kapitel teilt sich in zwei Unterkapitel: In Abschn. 4.1 wird mittels eines neoinstitutionalistischen Zugangs (Suchman 1995) sowie des institutionenökonomischen Signalingansatzes (Spence 1973) diskutiert, ob und inwiefern der Nutzen des Ehrenamts für die Sozialen Dienste ein legitimativer sein könnte. Dies knüpft an den Forschungsstand an, in dem vermutet wurde, dass vom Ehrenamt legitimierende Signale ausgehen, die die Organisationen nutzen können. Abschn. 4.2 greift die Fragestellungen nach der Kostenseite des Ehrenamtes und möglicher Umgangsstrategien damit auf. Im Forschungstand wurde konstatiert, dass ein ökonomischer Ertrag und Nutzen ohne die Betrachtung potenziell anfallender Kosten nicht ermittelt werden kann. Anhand der Transaktionskostentheorie wird diskutiert welche organisationalen Konstellationen kostentechnisch vor- und nachteilhaft sind und für welche Organisationen, differenziert nach ihrer Formalstruktur und der Koordinationsweise des Ehrenamtes, welcher Umgang mit Kosten zu erwarten ist. Die Unterkapitel schließen jeweils mit forschungsleitenden Annahmen, die im empirischen Teil der Arbeit geprüft werden.

Stefanie Lünsmann-Schmidt

Kapitel 3. Ehrenamtliches Engagement: Forschungsstand und -desiderata

Im vorhergehenden Kapitel wurde erläutert, wie das Ehrenamt in den Sozialen Diensten einerseits deutlich an Einfluss verloren und an Bedeutung abgenommen hat. Anderseits lässt sich konstatieren, dass dem Engagement in den Sozialen Diensten, paradoxerweise, weiterhin hohe Wichtigkeit zugemessen wird. Das folgende Kapitel soll die Perspektive weiten und dient der Vermessung des Engagements und seiner Bedeutung.

Stefanie Lünsmann-Schmidt

3. Digital Analytics in der Praxis – Entwicklungen, Reifegrad und Anwendungen der Künstlichen Intelligenz

Die Professionalisierung des Digital AnalyticsDigital Analytics, der automatisierten Sammlung, Analyse und Auswertung von Web- und App-Daten, hat sich durch die DigitalisierungDigitalisierung in den letzten Jahren stark erhöht. Die damit einhergehenden Möglichkeiten, mit Kunden zu interagieren und deren Verhalten zu verstehen, werden zunehmend wichtiger, um wirtschaftlich erfolgreich zu bleiben. In diesem Kapitel werden nach 2011 und 2016 die Resultate der dritten Digital-Analytics-Umfrage vorgestellt. Es zeigt aktuelle Trends, den steigenden ReifegradReifegrad, Nutzenpotenziale und KI-AnwendungenKI-Anwendung der Digital-Analytics-Praxis auf. Dazu gehören die PersonalisierungPersonalisierung, Price NudgingPrice Nudging, Anomaly DetectionAnomaly Detection, Predictive Analytics sowie die MarketingMarketing AutomationMarketingAutomation. Die grössten Herausforderungen sind die Datenqualität, fehlendes Wissen beziehungsweise Know-How und die Datenkultur, sprich die Offenheit gegenüber Daten und datengetriebenen Prozessen im gesamten Unternehmen.

Darius Zumstein, Andrea Zelic, Michael Klaas

Kapitel 5. Modelle Anfertigen

Mathematical models underlie a material epistemology that changed over time. One and the same model - produced in different materials - could perform different functions. Exemplary for many more model materials, the focus in this chapter lies on the three materials of plaster, cardboard and wire. While an ellipsoid made of plaster was immobile and opaque, the same model made of cardboard was movable; if it was made of wire rod and provided with hinges, it was even transparent. A hyperboloid made of brass and thread, on the other hand, had the advantage over the plaster model that it could be moved. Thanks to existing works on material iconography and iconology, we know that material has value and must be treated as an object of study in its own right. Accordingly, besides scientific aspects, socio-economic and aesthetic issues always played a role for the choice of material.

Anja Sattelmacher

Kapitel 2. Problemkontext: Das Verhältnis der Wirtschaftspädagogik zu Wirtschaft und Wirtschaftswissenschaft

Das Verhältnis von Fachdidaktik und Fachwissenschaft in der Berufs- und Wirtschaftspädagogik wird thematisiert. Es wird herausgestellt, dass auch in der Lehrer*innenbildung einschlägige hochschul- und berufsdidaktische Eckpfeiler der Subjektorientierung, Situationsorientierung und Wissenschaftsorientierung balanciert werden müssen, um ideologische Verkürzungen zu vermeiden. Mit spezifischem Bezug zur Wirtschaftsdidaktik werden Fragen zu Macht, Kompetenz und instruemnteller Vernunft behandelt.

Marc Casper

Erkundungsaufstellungen als innovatives, transdisziplinäres Instrument der Nachhaltigkeitsforschung

In diesem Artikel beschreibe ich eine Forschungsreise in die Tiefe des Marketingsystems mittels der innovativen Methode der Erkundungsaufstellung. In der gegenwärtigen Konsumgesellschaft scheint die einzige Aufgabe von Marketing zu sein, ein fortwährendes Bedürfnis nach immer mehr Konsum zu wecken. Zeigt sich in dieser Funktion bereits das innere Wesen des Marketing? Liegt die einzig mögliche Seinsform von Marketing tatsächlich im „Werben und Verkaufen“ – wie es der Titel des Leitmediums der Branche suggerieren mag – oder ist auch ein anderes Marketing möglich – ein Marketing, das den aktuellen Anforderungen von Nachhaltigkeit adäquat begegnen könnte?Die Frage nach dem sozialökologischen Transformationspotenzial des Marketingsystems ist komplex und erfordert einen intuitionsfördernden Ansatz. Eine geeignete Forschungsmethode sind Erkundungsaufstellungen (Müller-Christ und Pijetlovic, Komplexe Systeme lesen. Aufstellungen in Wissenschaft und Praxis. Springer, Heidelberg 2018). Aufstellungen fördern den transdisziplinären Austausch, also das Bemühen, auch jenseits der eigenen fachlichen Sicht „in Unterschieden“ zu denken. Denn die erzeugten 3D-Raumbilder ermöglichen eine neue Qualität des Verstehens, da der Raum zugleich komplexitätserhöhend und -reduzierend wirkt. Darüber hinaus öffnet die Forschungsmethode einen Zugang zum „tacit knowledge“ (Polanyi, (1966, Neuauflage 2009) The Tacit Dimension. University of Chicago press, Chicago) dem unbewussten, in der Praxis jedoch oft entscheidenden Wissen. Diese Vielfalt unterschiedlicher Perspektiven hilft, über die eigenen disziplinären Grenzen hinauszugehen, bisherige Annahmen zu überdenken – und somit vielleicht auch Marketing anders zu denken.In this paper I outline an exploratory expedition into the deepest essence of marketing by means of the Constellation methodology. In the prevailing consumer-driven society, the only discernible objective of marketing seems to be the promotion of an insatiable desire for an ever-increasing number of goods and services. I wonder if these tasks do already highlight the full potential of marketing. Is it conceivable, that marketing can be designed in such a way that it performs appropriately for the current requirements of sustainability?Research into marketing’s potential for socio-ecological transformation is complex and requires a transdisciplinary approach. One suitable and very innovative qualitative research method is that of Systemic Constellations. This method aims to develop a deeper understanding of social systems by stimulating the researcher’s intuition. Moreover, it is an effective research tool to take those structures and dynamics into account which have, perhaps, been overlooked or neglected by one’s own discipline. This paper illustrates how the Constellation methodology provides access to differing perspectives: Transcending one’s own (disciplinary) limits serves to rethink previous assumptions – potentially also for marketing in the context of sustainability.

Ina Rieck

Kapitel 11. Lean Management im Dienstleistungssektor

Bei Dienstleistungen steht nicht die Fertigung eines Produktes oder der Handel mit Produkten im Vordergrund, sondern die Erbringung einer Leistung als Dienst am Kunden oder als Dienst für Kunden. Für die Ausführung wird ein Dienstleister zwar oftmals entsprechende Arbeitsmittel und Produkte, wie Handwerkzeug, Messgeräte, Reinigungs- oder Schmiermittel einsetzen müssen, es wird jedoch (in der Regel) kein neues Produkt gefertigt. Ein Service ist der Prozess, die Aktion oder Aktivität einer Person oder einer Gruppe von Personen für einen Kunden oder eine Gruppe von Kunden, für die Kunden bereit sind zu zahlen.

Marc Helmold

Kapitel 2. Transformation und kultureller Wandel zum innovativen Lieferantenmanagement

Das Lieferantenmanagement steht durch Krisen und Trends vor signifikanten Herausforderungen. Die weltweite Digitalisierung und der Drang nach immer schnelleren und neuen Innovationen zwingen Unternehmen ihre Strategie und traditionellen Leitbilder radikal zu verändern. Situationen, wie die Finanzkrise 2008 und die COVID-19-Pandemie 2019/2020, die zunehmende globale, und vor allem digitale, Vernetzung von Kunden, Lieferanten und Interessengruppen, die weltweite Vernetzung, sowie die damit einhergehende maximale Transparenz über einen Großteil der wertschöpfenden Aktivitäten innerhalb von weltumspannenden Lieferketten wirft die Frage nach der zukünftigen Generierung von Wettbewerbsvorteilen von produzierenden, Handels- aber auch Dienstleistungsunternehmen auf. In diesem Kontext kommt dem Lieferantenmanagement, also der Funktion, die die gesamte Wertekette steuert, über die gesamte Wertschöpfungstiefe hinweg eine wesentlich höhere Bedeutung zu als dies in den vergangenen Jahren der Fall war.

Marc Helmold

Public Leadership in der Führungskräftekommunikation

Das Vertrauen der Bevölkerung in ihre Wirtschaft ist auf dem Tiefpunkt, der Ruf nach Verantwortung wird lauter, doch wer mag antworten? In diesem Beitrag geht es um das Dilemma der Vertrauenskrise in unsere Wirtschaft und die Zurückhaltung ihrer Vertreter, persönlich Verantwortung wahrzunehmen und Position zu beziehen zu dem gesellschaftlichen Beitrag ihres Unternehmens. Die Autoren zeigen aus ihren praktischen Erfahrungen im Aufbau einer Onlinedialogplattform auf, wie Public Leadership gelingen kann, welche Rahmenbedingungen es braucht, welche Möglichkeiten bereits existieren und welche Chancen in einem fairen, offenen und direkten Dialog liegen. Vorstände, Geschäftsführer und Verantwortliche aus den Bereichen Kommunikation, Marketing, CSR und Personal erhalten hier einen praxisnahen Einblick und Einladung, den Dialog mitzugestalten, Antworten zu geben und Verantwortung wahrzunehmen.

Clemens Brandstetter, Florian Junge

Einfluss der Digitalisierung auf die Mode und warum daraus eine Frage der Verantwortung entsteht

Der Beitrag beschäftigt sich mit den Auswirkungen der Digitalisierung auf Mode und Kleidung, als Produkt derer. Er konzentriert sich hierbei auf die Phänomene der veränderten Inszenierung von Mode und deren verkürzten Rhythmus. Hieraus schließt er auf die Entwicklung zur Massenproduktion unter unmenschlichen Bedingungen und kommt somit zur Frage nach der Verantwortung dafür. Bestimmt der Konsum den Markt oder bestimmt der Markt den Konsum? Aus der Frage nach der Verantwortung wird entwickelt, welche Relevanz Manufakturen beigemessen werden kann. Am Beispiel werden deren Vorteile erklärt.

Natascha von Hirschhausen

Die neue Gleichzeitigkeit von Unterschieden – wie soll man da noch führen?

In Organisationen nehmen Vielfalt und Widersprüche zu, die Gleichzeitigkeit von Unterschieden ist zu handhaben – und dazu auch noch Nachhaltigkeit. Auf diese Herausforderungen antworten die Autoren mit dem Ansatz der „Organisation N.N.“. Die Organisation als unbeschriebenes Blatt, als offenes Spielfeld, erlaubt es, mit kreativer Energie jeweils wieder neu zu definieren, welche Aktionen, Positionen, Ziele und Geschwindigkeiten im ständigen Fluss der Veränderung die gerade richtigen, die passenden sind. Das geht am besten, wenn die Logik von Organisation und Ökonomie und die Dimensionen des Menschlichen zusammengeführt werden. Die Kernbotschaft für diesen Perspektivenwechsel lautet: Wir müssen die Ungewissheit umarmen, weil es die Gewissheit nicht mehr gibt. Die hier angesprochenen Perspektiven und Denkanstöße können helfen, sich als Führungskraft besser in der Welt der Unsicherheiten zu bewegen.

Herbert Schober-Ehmer, Susanne Ehmer, Doris Regele

Maßschuhe – ein nachhaltiges Produkt in Zeiten der Digitalisierung

Die Maßschuhmacherei Kirstin Hennemann wurde 2002 in Berlin-Prenzlauer Berg von Kirstin Hennemann gegründet. Einer Frau, die zunächst Politik und Germanistik studierte, dann aber das Schuhmacherhandwerk erlernte, nachdem sie frustriert von einer Shoppingtour in Frankfurt zurückkam. Es gab einfach keine schönen Schuhe für ihre anspruchsvollen Füße. Der Beitrag zeigt ihren außergewöhnlichen Karriereweg und die Bedeutung des Handwerks im Zeitalter der Digitalisierung.

Gabriele Braun, Kirstin Hennemann

Wie Unternehmen mit glaubwürdigem und empathischem Handeln zu digitalen Vorreitern werden können

Mit der Entwicklung von Technologien hat sich unsere Gesellschaft verändert. Im Zentrum dieser Wandlungen steht jedoch weiterhin der Mensch, die Mitarbeiter, die Kunden und die Partner. Denn die entscheidenden Faktoren für eine erfolgreiche Entwicklung im technologischen Umfeld hängen von den beteiligten Personen selbst ab. Hier spielen die Vertrauenswürdigkeit und eine glaubhafte Umsetzung von Compliance im Zusammenspiel aller beteiligten Akteure eine bedeutsame Rolle auf einem nachhaltigen Weg zu wirtschaftlichen Erfolgen in der Digitalisierung.

Tobias Loitsch

Sichere Datenkommunikation für die Smart City

Die Urbanisierung schreitet schnell voran. Um die schnell wachsenden Städte nachhaltig entwickeln zu können, müssen diese „smart“ werden. Digitale Technologien verbessern die Infrastrukturen und Angebote einer Stadt signifikant. Allerdings wächst dadurch das Datenvolumen stark. Es entstehen neue Anforderungen an den Daten-Traffic, die Performance, Sicherheit und Verfügbarkeit von Netzen. Erforderlich sind Kommunikationslösungen, die nicht nur für eine zuverlässige und hoch performante Datenkommunikation sorgen, sondern darüber hinaus die Cyber-Bedrohungen, denen intelligente Städte aufgrund der zunehmenden Vernetzung sowie Digitalisierung ausgesetzt sind, wesentlich reduzieren.

Sven Meise

Industrial Smart Grids – Ein Beitrag für ein nachhaltiges Energiesystem

Im Zuge einer wachsenden Volatilität in der Energieversorgung werden industrielle Verbraucher zunehmend in die Balance des Energiesystems einbezogen. Sich flexibel dem Energieangebot anzupassen stellt die industrielle Produktion vor große Herausforderungen und Risiken. Das Konzept des Industrial Smart Grid (ISG) bietet das Potenzial einer sicheren Energieversorgung und zusätzlich die Möglichkeit zur Entkopplung von Preisschwankungen auf dem Energiemarkt. Die Kombination aus regenerativen Energiequellen, Energiespeichern und einer energieflexiblen Produktion ermöglicht eine nachhaltige Energieversorgung der Industrie. Unternehmen, die sich in diesem Umfeld frühzeitig positionieren, haben die Möglichkeit, Wettbewerbsvorteile im nationalen und internationalen Umfeld zu erschließen und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag für die Realisierung eines nachhaltigen Energiesystems zu leisten.

Alexander Sauer, Sebastian Weckmann

Energiemanagement digital – Das MEMS METRO-ENERGY-MANAGEMENT-SYSTEM

Die METRO zählt zu den bedeutendsten internationalen Handelsunternehmen. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 89.000 Mitarbeiter und ist derzeit in 34 Ländern an weit über 700 Standorten tätig. Zum Portfolio gehören 678 METRO/MAKRO-Cash und Carry-Großmärkte sowie viele Lieferdepots in 24 Ländern, der Delikatessen-Händler Classic Fine Food in 10 Ländern sowie zahlreiche Beteiligungen im Bereich digitale Lösungen für Gastronomie und Wiederverkäufer. Zum Management der Energie-, Wasser- und Kältemittelverbräuche wurde das METRO Energy Management System entwickelt, implementiert und fortlaufend angepasst, um die Anforderungen an ein modernes internationales Energie-, Energiekosten- und Carbon Management eines international tätigen Handelsunternehmen zu unterstützen. Das MEMS ist ein wesentliches Tool, das ambitionierte Klimaschutzziel der METRO, von 2011 bis 2030 50% der CO²- Emissionen, berechnet auf den Quadratmeter Nettobetriebsfläche, zu reduzieren.

Olaf Schulze

Kapitel 8. Self Leadership – alles beginnt bei Ihnen

Systemische Dynamiken und strukturelle Faktoren sind mächtig. Systeme haben jedoch kein Bewusstsein, sie entscheiden nichts, sie reproduzieren einfach sich selbst. Es liegt deshalb immer an Einzelpersonen oder Personengruppen, Entscheidungen zu treffen und Systeme zu gestalten. Die psychologischen Anforderungen an Führungskräfte sind dabei enorm hoch. Führungspositionen haben strukturelle Randbedingungen, die bei Führungskräften zu einer Entfremdung von der Belegschaft und von einem Teil der Realität führen können. Der Umgang mit Komplexität, systemischen Perspektiven und einem konstruktivistischen Realitätsbegriff erfordert eine hohe persönliche Reife und Stabilität. Zahlreiche persönliche Fähigkeiten müssen entwickelt und integriert werden, bis hin zu transzendenten Dimensionen. Dafür gibt es diverse Entwicklungswege, die genutzt werden können und langfristig und stetig gepflegt werden müssen.

Tibor Koromzay

14. Grundlagen der nachhaltigen Verfahrensentwicklung

Die Entwicklung nachhaltiger Verfahren ist stets eine sehr komplexe Aufgabe, bei der eine Vielzahl unterschiedlicher Aspekte berücksichtigt werden müssen. Das ideale Verfahren ist sowohl ressourcenschonend, abfallarm, effektiv, gesellschaftlich akzeptiert als auch in Übereinstimmung mit gesetzlichen Regelungen und – insbesondere – wirtschaftlich. Um diesem Ziel möglichst nahe zu kommen, muss die Entwicklungsarbeit einem bestimmten Schema folgen. Im folgenden Kapitel werden daher die grundlegenden Etappen der Verfahrensentwicklung an einem Beispiel, dem MagnetoRec-Prozess, nachvollzogen. Dabei handelt es sich um ein neues Recyclingverfahren, das in den vergangenen Jahren entwickelt wurde, um Seltene Erden aus Permanentmagneten zurückzugewinnen. Damit dieses Verfahren unter den schwierigen Bedingungen des Seltenerdmarktes bestehen kann, wurde im MagnetoRec-Prozess eine neue unkonventionelle Methode eingeführt: Die Feststoffchlorierung. Hinter diesem Begriff verbirgt sich eine trockene Aufschlussmethode, die ohne Mineralsäuren auskommt und keine sauren Abwässer erzeugt. Im Vergleich zum Stand der Technik kommen Verfahren, die auf diese neue Methode zurückgreifen, mit weniger Chemikalien aus, generieren geringere Kosten und erzeugen weniger Abfall. Die Kehrseite unkonventioneller Methoden besteht jedoch im bedeutend höheren finanziellen und technischen Risiko, die eine Umsetzung in die industrielle Produktion erschweren. Durch das Wissen um das „Paradoxon der Verfahrensentwicklung“ und das konsequente Gegensteuern lässt sich am MagnetoRec-Prozess anschaulich zeigen, wie unnötige Arbeiten auf dem Weg zu einem nachhaltigeren Verfahren vermieden und Risiken effektiv verringert werden können.

Tom Lorenz, Martin Bertau

Chapter 9. Die bundesweiten Ermittlungen, 2000–2011

Nachdem die vorangegangenen Kapitel die Ermittlungen der thüringischen Sicherheitsbehörden analysiert haben, stehen in diesem Kapitel die bundesweiten NSU-Ermittlungen im Fokus. Die Analyse wird dabei zeigen, dass die bundesweiten Ermittlungen komplexer scheiterten als die thüringischen, da diese Ermittlungen mit einer schlechter strukturierten Problemlage konfrontiert waren.

Henrik Dosdall

Kapitel 3. Literaturarbeit

Die Literaturarbeit setzt an einem theoriegeleiteten Ausgangspunkt an. Erstens wird angenommen, dass Organisationen ihre Umwelt beobachten; zweitens wird angenommen, dass Organisationen an beiden Seiten von Kommunikation beteiligt sind. Die Betrachtung und Analyse der Literatur selbst erfolgt nach der Methode einer theoriegeleiteten Literaturarbeit. Forschungsleitend für diesen Schritt ist die zentrale Frage: Wie wird organisationaler Umweltbezug als Kommunikationsprozess in Theorien, Modellen und Ansätzen ausgewählter wissenschaftlicher Disziplinen bearbeitet?

Britta Maria Gossel

Kapitel 5. Empirische Arbeit

Auf der Basis leitfadengestützter Experteninterviews (Methode der Datenerhebung) mit mittelständischen Technologieunternehmen sowie einem kombinierte Verfahren aus Qualitativer Inhaltsanalyse, Dokumentarischer Methode und Theoretischem Lesen (Methoden der Datenanalyse) wurden 485 Unternehmensprogramme extrahiert und analysiert. Im Ergebnis werden sechs Programme organisationaler Umweltbeobachtung beschrieben. Abschließend wird das Zusammenspiel der sechs Programme entlang von drei Metaphern inspiriert von Chia (2011) dargestellt.

Britta Maria Gossel

6. Flucht aus dem Paradies? Auswanderung aus den OECD-Ländern – Ursachen, Konsequenzen und Zukunftsprognosen

Die gesellschaftliche und soziale Umwälzung durch globale Neujustierungen ist auch im demografischen Wandel wiederzufinden. Insbesondere die Migration stand in den letzten Jahren wiederholt im Fokus von Medien und Wissenschaft. Das Augenmerk wurde allerdings eher auf die Immigration in die westlichen Industriestaaten als die Emigration aus ebenjenen gerichtet. Dabei verlassen jedes Jahr immer mehr Einheimische die OECD-Länder. Ein Trend, der nicht unbemerkt bleiben sollte.In diesem Beitrag wird am Beispiel Deutschlands aufgezeigt, welche wirtschaftlichen, politischen und sozialen Ursachen und Konsequenzen diese Emigration sowohl für die Auswanderer als auch für die deutschen Firmen, Universitäten und den Staat selbst hat. Schlussendlich werden die Trendentwicklung und die Herausforderungen analysiert, die dieses transnationale Mobilitätsverhalten mit sich bringt.

Jacqueline Marie Scheibling

Kapitel 8. Konstruktivismusorientierung

Vereinfacht formuliert bedeutet das, zu akzeptieren, dass es keine allumfassende Realität und Objektivität gibt, sondern dass jede Person ihre eigene Sicht auf die Dinge hat, ihr eigenes Universum an Werten, Einsichten, Fantasien; und dass das von außen sichtbare Verhalten einer Person das Resultat innerer Prozesse ist. Das Ziel von systemischen Fragen ist nun, diese Verbindung von äußeren und inneren Prozessen durch Fragen abzubilden und einer Reflexion zugänglich zu machen.

Andreas Patrzek

Kapitel 8. Überblick über die Ergebnisse der Studie

Der Überblick über die Forschungsergebnisse erfolgt in mehreren Unterkapiteln. Zunächst werden Vorstellungen von Lehrpersonen und Vorstellungen von Schüler*innen zur schulischen Politischen Bildung in jeweils einem eigenen Unterkapitel präsentiert. Ein weiteres Unterkapitel berichtet über die Ergebnisse aus der Gegenüberstellung der Lehrer*innen- und Schüler*innenperspektiven.

Thomas Stornig

Kapitel 8. Resümee, Kontextualisierungen und Ausblicke zur soziologischen Geldtheorie in kultur-evolutionärer Absicht

Das Kapitel leistet sowohl ein Resümee zu den im Zuge der historischen Untersuchungen gewonnenen Befunden als auch eine in verschiedene Richtungen ausgreifende Kontextualisierung. Das Resümee ist zentral auf die beiden analysierten Formzusammenhänge und die dortigen Abstraktionsmodi bezogen. Die Kontextualisierung bezieht sich erstens auf politische Implikationen der historischen Fallstudien, liefert zweitens Argumente gegen soziologischen Disziplinzentrismus und adressiert drittens das Thema des Stoffwechselprozesses menschlicher Zivilisationen mit der sie umgebenden Natur.

Hanno Pahl

Kapitel 6. Marx kultur-evolutionstheoretisch situiert: Logisch-genetische Theorie ökonomischer Formen und historische Forschung

Das fünfte Kapitel verweist – eingeschoben zwischen die beiden historischen Kapitel – auf eine weitere wichtige Theorieressource, nämlich die Marxsche Kritik der politischen Ökonomie, und dort insbesondere auf die sogenannte Formanalyse von Geldmedien und Geldfunktionen. Man kann davon ausgehen, so wird argumentiert, dass die Motorik dieser Formanalyse ein geldtheoretisch komplementäres Unterfangen zu Polanyi darstellt. Während Polanyi vom historischen Auftauchen von Medien der Quantifizierung und Kommensurabilisierung her denkt, also bottom-up, verfährt Marx in erster Linie top-down.

Hanno Pahl

Open Access

Kapitel 3. Text und Kontext

Gesamtüberblick: Die vorliegende Arbeit forciert die Analyse von Texten und die damit in Verbindung stehenden rezeptiven Prozesse. Entsprechend sind eine Klärung und Erörterung des Begriffs Text für den Mathematikunterricht notwendig. Bei der Definition, was als Text verstanden wird, ergeben sich unterschiedliche Kriterien aus der Literatur, die verschiedene Facetten des Begriffs Text aufgreifen (Abschnitt 3.1).

David Bednorz

Open Access

Kapitel 4. Variationen von Sprache

Gesamtüberblick: Die sprachliche Kommunikation ist geprägt durch die Vielfalt an Varianten, die existieren, um Gedanken und Beobachtungen sprachlich auszudrücken. Ein Instrument zur sprachlichen Variation von Textaufgaben im Mathematikunterricht sollte sich an den Veränderungen von Sprache in der Nutzung orientieren. Daher ist das Ziel dieses Kapitels die bedeutsamen Konzepte von Variationen von Sprache zu beschreiben.

David Bednorz

Open Access

Kapitel 2. Zusammenhang zwischen Sprache und Mathematik

Gesamtüberblick: Sprache ist für mathematische Lehr- und Lernprozesse relevant, sowohl in Bezug auf sprachlich-kommunikative als auch auf inhaltliche Aspekte. Die Bedeutung, die Sprache für den Mathematikunterricht in den letzten Jahren dazugewonnen hat, ist anhand von internationalen Vergleichs- und Folgestudien zu erklären (Abschnitt 2.1). Anhand dieser Arbeiten sind die sprachlichen Voraussetzungen von Lernenden unter der Perspektive von heterogenen Lerngruppen ein substanzieller Gesichtspunkt, der im Mathematikunterricht mitgedacht werden muss (Abschnitt 2.2).

David Bednorz

Kapitel 10. Kapitel II – Leadership und Management

Grundlegend stellt sich bei der Führungsthematik die Frage, ob und wenn ja, inwiefern die beiden genannten Führungsformen zur Geltung kommen sollten. Dabei haben sich verschiedene Positionen herauskristallisiert, die die beiden Führungsformen zur Diskussion stellen (vgl. Abschn. 9.3 ).

PD Dr. Alexander V. Steckelberg, Charly Harrer

Perceptions of Soil in Catholic Theology

In times of climate change, population growth and international land speculation, soil protection is of special importance for sustainable development. The multiple functions of soil are endangered worldwide by a creeping process of degradation. From an ethical point of view this has to be answered by a paradigm shift towards nature-compatible agriculture and area planning. This shift touches upon not only some aspects of agricultural policy, development cooperation and consumption habits but also requires a deep transformation of values. In consequence theology is challenged to rediscover forgotten aspects of creation theology in which soil plays an astonishingly crucial role. For instance, the bible dubs the first human adam, “earthling” (cf. adamah, soil): he belongs to earth and soil, he is made from it. Soil protection is a question of culture. Against this background, the following theses infer ten ethical guidelines for soil protection.

Markus Vogt

Kapitel 6. Die Bilanzierung von Abschlusskosten vor dem Hintergrund der Neuregelung des ED/2019/4

Da es sich bei der Versicherung „um ein erklärungsbedürftiges, schwer verkäufliches Gut“ handelt, entstehen regelmäßig Vermarktungskosten. Deshalb stellt die Behandlung anfänglicher Abschlusskosten ein weiteres zentrales Thema bei der Bestimmung der mit einem Versicherungsvertrag assoziierten Zahlungsströme dar. Diese Ausgaben erreichen aufgrund der vorvertraglich notwendigen Prüfungen sowie der Einschaltung von Versicherungsmaklern häufig eine substanzielle Höhe, weshalb sich regelmäßig die Frage einer angemessenen bilanziellen Berücksichtigung stellt.

Nicholas Zeitler

Kapitel 3. Der Sinn und Zweck der IFRS

Das durch das privatrechtlich organisierte IASB begründete Normsystem der IFRS besteht aus dem Rahmenkonzept (framework), den Standards (IAS/IFRS) sowie den darauf aufbauenden Interpretationen (IFRIC). Das Rahmenkonzept bildet dabei ein theoretisches Grundgerüst, das vor allem für die Entwicklung neuer und die Weiterentwicklung bereits bestehender Standards von Bedeutung ist, aber keine konkreten bilanziellen Sachverhalte regelt. Vielmehr sieht das IASB das Rahmenkonzept als Deduktionsbasis oder Orientierungshilfe an.

Nicholas Zeitler

Kapitel 3. Gegenwartsdiagnosen zu Kindheit und ihrem Wandel

Nachdem in Kapitel 2 grundsätzliche konzeptionelle Fragen rund um Kindheit geklärt wurden, soll im Folgenden ein genauerer Blick auf aktuelle Entwicklungen und Trends geworfen werden, die das Aufwachsen von Kindern prägen. Dabei wird auch versucht, den Anspruch auf Differenziertheit einzulösen, den Kapitel 2 aufwirft. Der Erkenntnis entsprechend, dass Kindheit und Kindsein kultureller Variabilität unterliegen, beziehen sich die nachfolgenden Gegenwartsdiagnosen in erster Linie auf Lebensbedingungen von Kindern im europäischen Raum und in den USA und erheben keinen Anspruch auf Gültigkeit auch in anderen Weltregionen.

Astrid Ebner-Zarl

Kapitel 1. Definition von Entgrenzung

Der Entgrenzungsbegriff wird zur Beschreibung diverser gesellschaftlicher Veränderungen verwendet, die mit dem Verschwimmen von bislang klaren oder als klar empfundenen Einteilungen einhergehen. Entgrenzung bezeichnet demnach das Brüchigwerden, die Verschiebung oder sogar die Auflösung von Grenzen im vielfältigsten Sinne: Diese Grenzen, die von Zerfallsprozessen betroffen sind, können z. B. entlang von räumlichen oder symbolischen Lebensbereichen verlaufen sein, entlang von Institutionen, Lebensphasen, Tätigkeiten, Rollen, Funktionen oder sozialen Klassen und Schichten.

Astrid Ebner-Zarl

Kapitel 3. Von der Fragestellung zu den Daten

Datenquellen fließen so reichlich, dass beim Beginn eines jeden Projekts eine präzise Fragestellung wichtig ist. In diesem Kapitel zeige ich Ansätze, wie Daten den Kontext der Geschichten bilden und dabei helfen zu definieren, welche Zielgruppe ich anspreche, welche Themen ich setze und warum diese überhaupt relevant sind. Die Beispiele zeigen die Herausforderungen bei der Entwicklung der Fragestellung und liefern jeweils spezifische Antworten auf die zentralen Kommunikationsthemen: Warum wir etwas erzählen, wem wir es erzählen und was wir erzählen.

Hans-Wilhelm Eckert

Kapitel 4. Konzept zu cyber-physischen Produktionssystemen für die energieeffiziente Komponentenproduktion

Um die Planung energieeffizienter Komponentenproduktionen zu ermöglichen, ist wie vorhergehend gezeigt die Kombination aus geeigneten Planungsmethoden, eines effizienten Konzeptes zur Erfassung und Aufbereitung in der Fertigung erfasster Daten, sowie der adressatengerechten Aufbereitung dieser Daten notwendig.

Ingo Labbus

Natural Resources, Climate Change and Governance

As per the recent 2019 World Population Prospects, the world populationWorld population will reach 9.7 billion in 2050, and this rise in population will lead to a 70% increase in the demand for agricultural productionAgricultural production. Given the wrath of climate changeClimate change and resource constraints in AsiaAsia, Latin America has a comparative advantage in terms of physical resources which make it the most plausible contender for the role of world food factory at large, considering value added incorporating biotechnologyTechnology advances, logistics and the contribution of new technological development. The paper considers the local and global governance challenges due to economic and social disruptions, resulting from this significant opportunity for growth and development in the current world scenario.

Carlos Winograd

Chapter 6. Fertigungsmittel- und Personaleinsatzplanung

Innerhalb der Fabrikplanung gehört die Planung von ProduktionsressourcenProduktions-ressource zu den wichtigen drei Themen neben der gesamten Fabriklayoutgestaltung und der Ableitung der Produktionsplanungs- und -steuerungskonzepte. Zu den Aufgaben der Ressourcenplanung zählen die Darstellung des Kapazitätsangebotes und dessen Abgleich mit dem Kapazitätsbedarf sowie die Gestaltung der Ressourcen Personal und Fertigungs-, Montage- und Logistikmittel. Der Abgleich des Kapazitätsangebotes mit dem -bedarf ergibt die Anzahl der notwendigen Ressourcen, die eingestellt (Personal) oder beschafft (Produktionsmittel) werden müssen.

Peter Burggräf, Matthias Dannapfel, Matthias Ebade Esfahani, Christian Pulz, Philipp Attig

Kapitel 10. Integriertes Anlaufmanagement

Innerhalb des Produktentstehungsprozesses ist der Übergang von der Produktentwicklung zur Serienproduktion von essenzieller Bedeutung, um organisatorische und technische Störungen beim Hochlauf der Produktion zu vermeiden und die Time-to-market zu verkürzen. Vor diesem Hintergrund beschreibt Kap. 10 zunächst die Grundlagen des Anlaufmanagements und verdeutlicht hierbei mitunter den Zusammenhang zum Themenfeld der Fabrikplanung. Hierbei wird unter anderem das Spannungsfelds beschrieben, in dem sich Anlaufmanager und Anlaufmanagerinnen während des Anlaufs eines Produktionssystems befinden. Neben den klassischen BeschreibungsmodellenBeschreibungsmodellen wie der Anlaufkurve und dem Phasenmodell werden auch systemimmanente Einflussgrößen auf den Anlauf von Produktionssystemen und die drei Ebenen des übergeordneten Zielsystems im Anlauf vorgestellt. Anschließend werden grundsätzliche Aufgaben des Anlaufmanagements beschrieben, welche übergreifend der Beherrschung der Komplexität des Produktionsanlaufs dienen. Hier werden insbesondere geeignete Managementmethoden und Werkzeuge vorgestellt, die Anlaufmanagern und Anlaufmanagerinnen als Basis dienen sollen, um den Anlauf eines Produktionssystems effizient und effektiv durchzuführen.

Peter Burggräf, Thomas Gartzen, Johannes Wagner, Cathrin Wesch-Potente

Kapitel 7. Gestaltung der Produktionssteuerung

Die Gestaltung der Produktionssteuerung bildet ein weiteres zentrales Themenfeld der Fabrikplanung. Sie definiert den organisatorischen Ablauf der Produktionsaufträge unter Berücksichtigung des Produktionsprogramms innerhalb der Vorgaben, die in der Produktionsplanung gesetzt wurden [1]. Die sich ableitenden Materialflüsse wirken sich dabei unmittelbar auf Arbeitsplatzstrukturen und somit auf Flächen- und RaumbedarfeFlächen- und Raumbedarf aus [2].

Peter Burggräf, Günther Schuh, Matthias Dannapfel, Till Potente, Christian Pulz, Mateusz Swist, Tobias Welter, Matthias Ebade Esfahani

Kapitel 4. Produktionsprozessplanung

Die ProduktionsprozessplanungProzessplanung beschäftigt sich mit der Frage, wie die Anforderungen eines Produktes an seine Erstellung produktionsprozesstechnisch umgesetzt werden können. Bei der Planung des Produktionsprozesses ist die Abfolge der notwendigen Teilverrichtungen zeitlich und räumlich aufeinander abzustimmen. Daher beschäftigt sich Kap. 4 zunächst mit der Festlegung der Ziele, nach denen die Gestaltung erfolgen soll. Diese Ziele lassen sich auf vier Merkmale herunterbrechen, die sich zum Teil gegensätzlich verhalten, sodass vorab eine strategische Ausrichtung erfolgen sollte. Dabei ist die Analyse der Produktionsaufgabe der erste Schritt und definiert die Anforderungen an die Produkterstellung. Auf dieser Basis werden dann die Prozesse in der Fertigung und Montage geplant. Eine abschließende Bewertung reflektiert die Zielerreichung und den Nutzen der betrachteten Zielgrößen.

Peter Burggräf, Günther Schuh, Matthias Dannapfel, Sascha Fuchs, Andreas Roderburg, Ralf Schlosser, Stefan Tönissen

Chapter 1. Einführung in die Fabrikplanung

In der Regel ist die Layoutplanung die nächstliegende Vorstellung vom Begriff Fabrikplanung. Ein Verständnis der Fabrikplanung als Methodik zur Anordnung von Flächen greift jedoch viel zu kurz. Die Fabrikplanung gehört stattdessen zu den facettenreichsten Aufgaben für Ingenieurinnen und Ingenieure der Produktion. Gleichsam des sportlichen Zehnkampfes gilt es, in einer engen zeitlichen Abfolge unterschiedlichste Disziplinen auszuführen: Prozessplanung, Auslegung der Produktionssteuerung, Personalplanung, Kosten- und Investitionsrechnung und Gebäudeplanung, um nur einige Beispiele zu nennen. Berechtigterweise kann sich die Fabrikplanung daher als Königsdisziplin des Maschinenbaus bezeichnen lassen. Deswegen werden im ersten Kapitel dieses Buches die Grundlagen der Fabrikplanung vermittelt und insbesondere mit dem Aachener Modell der Fabrikplanung ein hochaktuelles Beispiel für Vorgehensweisen in der Fabrikplanung vorgestellt.

Peter Burggräf, Günther Schuh, Matthias Ebade Esfahani, Matthias Dannapfel, Jan Nöcker, Cathrin Wesch-Potente

2. Grundlegende Konzepte der Spieltheorie

In diesem Kapitel geht es um eine knappe Übersicht über grundlegende spieltheoretische Konzepte. Ohne dabei jeglichen Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben, werden elementare Methoden vorgestellt, die in den Folgekapiteln Anwendung finden. Für eine ausführliche, formal geprägte Darstellung empfehlen sich Berninghaus (2010) oder – weitgehend ohne Mathematik – Binmore (2007). Wer Vorkenntnisse in Spieltheorie mitbringt oder einfach ungeduldig ist, kann auch direkt zu Kap. 4 springen.

Christoph Pfeiffer

3. Beispiele angewandter Spieltheorie

Nach der Einführung elementarer spieltheoretischer Methoden, werden in diesem Kapitel konkrete Beispiele vorgestellt, anhand derer die Wirkweise spieltheoretischer Prinzipien nachvollzogen werden kann.

Christoph Pfeiffer

Open Access

Herausforderungen, Transformationen, Legitimität und der Einfluss von Kulturpolitik aus Sicht von Intendant*innen der Stadt- und Staatstheater in Deutschland. Ergebnisse einer quantitativen Befragung

Die Befragung untersucht die Herausforderungen, denen sich die Intendant*innen der Stadt- und Staatstheater gegenübersehen, wie sie darauf reagieren und inwieweit sie dabei Einflüsse durch externe Stakeholder und insbesondere durch kulturpolitische Akteure wahrnehmen. Es wird deutlich, dass sich die Kulturpolitik in Fragen der Programmatik der Theater weitgehend zurückhält und am ehesten Bedingungen hinsichtlich der Mittelverwendung stellt. Die meisten Theater zeigen eine hohe Veränderungsdynamik, wobei Maßnahmen einen Schwerpunkt bilden, die direkt oder indirekt zur Publikumsentwicklung auch in Richtung einer größeren Diversität beitragen können. Als wichtigste Aufgabe sehen die Intendant*innen der öffentlich getragenen Theater in den von ihnen geführten Häusern gesellschaftliche Diskurse abzubilden, zu verhandeln und weiterzudenken. Viele Theater sehen sich nicht nur der Produktion innovativer Kunst verpflichtet, sondern auch als gesellschaftspolitische Akteure. Für das eigene Theater stellen die Intendant*innen fast durchweg einen starken Rückhalt in der Stadtbevölkerung fest, bezogen auf die Legitimität des Systems der Stadt- und Staatstheater in Deutschland insgesamt sind sie skeptischer.

Birgit Mandel

Kapitel 7. Angelsächsische Sichtweisen – Die große Fallstudie Teil II

Die bisher dargestellten Investitionsrechenansätze sind die klassischen Methoden und sind in Europa auch vorherrschend.

Bernd Heesen, Michelle Julia Heesen

Management synergetischer Innovation in der Mobilität

Seit Jahrhunderten prägen technische Innovationen die Evolution der Mobilität. Im Wettbewerb darum, den Transport von Menschen und Gütern immer effizienter, schneller und angenehmer zu gestalten, folgt jeder technologischen Weiterentwicklung umgehend die Nächste. Mit der zunehmenden Emanzipation und Individualisierung unserer Gesellschaft, im Zuge welcher ganzheitliche Lösungen anstelle von Produkten in den Vordergrund treten, hält inzwischen jedoch längst eine neue Form des Wandels Einzug in die Branche.

Katharina Schubert, Manuel Ernst, Philipp Feldmann

6. Gesprächsführung

Dieses Kapitel umfasst den praktischen Teil, wie lösungsorientierte Gesprächsführung im Alltag umgesetzt werden kann. Gesprächen fehlt oft ein gemeinsames, wirksames Ziel, weil Klarheit über die Handlungsschritte fehlt oder weil mangels Kooperation Missverständnisse oder sogar Konflikte entstehen. Anhand vieler praktischer Beispiele werden in diesem Kapitel neben Gesprächsmustern auch die Muss-Kriterien für wirkungsvolle Gespräche erläutert. Das wichtigste Werkzeug für Führungskräfte sind qualitativ gehaltvolle Fragen sowie eine strukturierte Gesprächsstruktur. Ausführliche Beispiele für Alltags- sowie Kritikgespräche sollten Mut zum Ausprobieren und Anwenden im Berufsalltag machen!

Veronika Kolb-Leitner, Sonja Pichler

2. Lernen im Erwachsenenalter: Veränderungsprozesse ermöglichen

Dieses Kapitel zeigt auf, wie Lernen im Erwachsenenalter funktionieren kann und somit auch, wie Veränderungen unseres Verhaltens erzielt werden. Die einzige und nachhaltige Möglichkeit, einen original-originellen einzigartigen Menschen in Veränderung zu bringen, nennt sich Selbstreflexion. Ein Mensch muss seine/ihre eigene Lösung finden dürfen und mit dieser konform sein, damit er/sie die Änderung im Verhalten nachhaltig leben kann – und so funktioniert lebenslanges Lernen. Diese Theorie fußt auf wissenschaftlichen Hintergründen aus der Hirnforschung, dem Konstruktivismus, der Kybernetik, der Soziologie sowie der Hypnotherapie, die in diesem Kapitel erläutert werden.

Veronika Kolb-Leitner, Sonja Pichler

5. Emotionen

Im Unternehmenskontext werden Emotionen oft als etwas Negatives, Störendes, Defizitäres oder als Blockade interpretiert. Sätze wie „Du musst deine Emotionen in den Griff bekommen“ oder „Bitte bleiben wir hier sachlich, Gefühle haben am Arbeitsplatz nichts zu suchen“ sind den meisten von uns ein Begriff, haben aus unserer Sicht jedoch absolut keine Berechtigung. Emotionen aus unserem Arbeitsleben verbannen zu wollen, gleicht der Hexenverbrennung des 21. Jahrhunderts! Gefühle, also Emotionen, gehören genauso wie Denken zu unserem Leben, sie sind unser machtvollster Entscheider, ein Beziehungsregulator, schaffen eine vertrauensvolle Beziehungsebene sowie das Vertrauen zu und in uns selbst. Dieses Kapitel gibt Aufschluss darüber, wie nützlich unsere Emotionen für uns sind und verrät, wie wir MitarbeiterInnen bei der Auflösung ihrer Emotionen unterstützen können.

Veronika Kolb-Leitner, Sonja Pichler

7. Zusammenfassung

Wir erleben eine von vielen Veränderungen geprägte Zeit, in der die Fähigkeit des Neu-Denkens und Um-Denkens notwendig sein wird: Wissen veraltet wahnsinnig schnell, unser Arbeitsleben ist geprägt von Digitalisierung, rasanten Veränderungen. Die Umwelt und das Klima machen auf endliche Ressourcen aufmerksam, eine globale Pandemie hält uns in Schuss. Wir stehen an einem Wendepunkt, neben unserem Wirtschaftssystem müssen sich auch ganze sozialökonomische und politische Systeme verändern, um nachhaltig funktionieren zu können. Und so sind es starke und zukunftsorientierte Führungskräfte, die an diesem Wendepunkt als Unterstützer performen können – sofern sie eine neue Form der Gesprächsführung beherrschen. Dieses Zeitalter fordert höchste Agilität im DENKEN, während in der Führung das Angebot von Halt und Orientierung angesagter ist denn je. Denn Unsicherheitsfaktoren umschweben uns und unsere MitarbeiterInnen beständig und es stellt sich nicht die Frage nach der Beseitigung von Unsicherheit, sondern nach dem Umgang mit diesen volatilen Rahmenbedingungen. Die MitarbeiterInnen raus aus der Unmündigkeit hin zu selbstverantwortlichem Denken zu bewegen, kann nur mit dieser neuen Form der Gesprächsführung gelingen, die fragt, anstatt zu erklären: Diese neuen Dialoge sollen mehr „Was hast du für eine Idee?“ beinhalten und weniger „Mach es so!“ Eine Wende in der Kommunikation würde bedeuten, statt „Ich habe bei dir xy beobachtet“ mehr von „Und wie schätzt du dich hinsichtlich xy ein?“ zu hören. Das Universalwerkzeug für die erfolgreiche Führungskraft des 21. Jahrhunderts ist das Stellen wirkungsvoller Fragen. Denn so können Menschen als selbstgesteuerte, einzigartige Original in der Trias von Denken-Körper-Emotionen so sein, wie sie sind und sich auch dementsprechend entfalten. Es sind jene Fragen, die unterschiedliche Generationen und Kulturen verbinden können, die eine Brücke schlagen in dieser VUKA-Welt, die derzeit alles zu zerbersten scheint.

Veronika Kolb-Leitner, Sonja Pichler

1. Einleitung

Führungskräfte im mittleren Management gehen täglich ihren persönlichen Kreuzweg: Sie kämpfen in diesen Zeiten mit hohen Anforderungen und schwierigen Rahmenbedingungen sowie schleichenden Umweltfaktoren – jährlich höhere Ziele müssen erreicht, Prozesse und Abläufe dabei effizienter gestaltet werden. MitarbeiterInnen sollen motiviert, engagiert und zufrieden sein – gute Stimmung im Team gilt als Voraussetzung. Die komplexe VUKA-Welt (volatil, unsicher, komplex, mehrdeutig) erhöht den Druck gefühlt stetig und eine nachfolgende, anders tickende Generation hinterfragt bisherige Vorgehensweisen. In der Führungseinheit nach oben wird oft verzweifelt nach Unterstützung gesucht und hohle Sätze geerntet wie: „Schauen Sie doch, dass Sie Ihren Laden in den Griff bekommen – Sie werden ja schließlich dafür bezahlt.“ Führungsarbeit kann oft nur nebenbei erledigt werden, Zeit zum Führen ist Mangelware. In dieser Hierarchieebene begegnen wir als Trainer und Coaches nicht selten Unzufriedenheit, die Burn-out-Häufigkeit tritt im mittleren Management vermehrt auf und Kündigungen sind meist ein schmerzlicher Verlust für Unternehmen.

Veronika Kolb-Leitner, Sonja Pichler

CSR als unternehmerische Disziplin bei der Raith GmbH

Die Raith GmbH, ein mittelständisches Hightech-Unternehmen, setzt sich seit einigen Jahren mit CSR auseinander. Dabei arbeitet das Unternehmen mit einem strategischen Ansatz auf Basis des Deutschen Nachhaltigkeitskodex. Die Umsetzung musste so gestaltet werden, dass Raith dem Standard des Kodex gerecht wird, ohne die eigene Organisation personell und finanziell zu überfordern. Der strategische Ansatz, auch wenn er im ersten Schritt aufwendig war, hat genau das ermöglicht. Darüber hinaus führt er dazu, dass CSR nach und nach in allen Unternehmensbereichen „in Fleisch und Blut“ übergeht.

Rebecca Jacob

Erfolgreiche Frauen führen verantwortungsbewusst?! Nachhaltige Best Practices aus dem Mittelstand

Internationale Studien an großen Unternehmen geben Hinweise, dass der Corporate Social Responsibility (CSR) Erfolg eines Unternehmens steigt, wenn mehr Frauen Positionen im Topmanagement besetzen. Eine Studie des Verbandes deutscher Unternehmer und der Deutschen Bank zeigte zudem auf, dass Frauen vielfältige Maßnahmen in ihren Unternehmen implementieren, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erhöhen. Dennoch wissen wir wenig über die Rolle von Frauen in Bezug auf CSR in mittelständischen Unternehmen und ihre konkreten Maßnahmen. Im deutschen Mittelstand belegen Frauen knapp ein Drittel der Führungspositionen. Während diese Zahl auf der einen Seite gering erscheint aufgrund der obig erwähnten positiven Effekte von Diversität, so ist sie doch höher als in großen deutschen Unternehmen und unterstreicht damit die Wichtigkeit dieses Buchkapitels. Im vorliegenden Buchkapitel fassen wir den Stand der relevanten, bestehenden Literatur zusammen. Zudem zeigen wir Beispiele auf, wie Frauen im Mittelstand mit dem Thema CSR umgehen.

Claudia Rankers, Nadine Kammerlander, Katrin Keller

Kapitel 4. Ausgewählte praktische Probleme und Gestaltung von Lösungsansätzen

Viele Unternehmen proklamieren den Grundsatz, ihren Kostenmanagementprozessen eine ausgeprägte Marktorientierung zugrunde zu legen. Ein genauer Blick hinter diese Aussagen zeigt jedoch, dass sich dieses Engagement hauptsächlich auf die Einbindung der Dimension Kunde beschränkt. Die Marktorientierung umfasst jedoch mehr Dimensionen. Die Problembereiche des klassischen Target-Costing-Konzepts resultieren ebenso aus dem deterministischen Charakter unterstellter Bedingungen, der vielfältig nicht berücksichtigten Unsicherheiten des Umfeldes und des dominierenden Vollkostencharakters. Begleitet werden die Problembereiche davon, dass eine Partialverantwortung von Zielkostenvorgaben bei zunehmend komplexen Produkten mit einer großen kostenrelevanten Interdependenz des gesamten Produktgesamtsystems im Rahmen der Motivationsanreize zunehmend an Wirkung verliert. Die Weiterentwicklung klassischer Target-Costing-Konzepte ist insgesamt notwendig, um eine Ausrichtung auf die veränderten Bedingungen zu erreichen.

Robert J. Schildmacher

Ronald S. Burt: Structural Holes

Wie hat das Netzwerk zwischen Marktakteuren auszusehen, damit Gewinne maximiert werden? Dies ist die Grundfrage des wissenschaftlichen Werkes von Ronald S. Burt, dessen Essenz in dem Buch Structural Holes. The Social Structure of Competition zusammengetragen ist und das man durchaus als Klassiker der neuen Wirtschaftssoziologie amerikanischer Prägung bezeichnen kann. Die Grundthese lautet, dass Marktakteure, die über ein Beziehungsnetzwerk verfügen, das sehr reich an „strukturellen Löchern“ ist, entscheidende Wettbewerbsvorteile daraus erzielen können.

Mark Lutter

Bruce G. Carruthers und Arthur L. Stinchcombe: The Social Structure of Liquidity

Der hier behandelte Aufsatz ist eine Gemeinschaftsarbeit von Bruce G. Carruthers mit dem 2018 verstorbenen Arthur L. Stinchcombe. Während Letzterer neben wirtschafts- vor allem organisationssoziologische Fragestellungen behandelte, hat sich Carruthers – bis heute – mit zentralen wirtschaftssoziologischen Themen, wie Netzwerken, Märkten oder Geld, befasst. Die Kernthese des hier vorgestellten Beitrages lautet: Der Akteur „Staat“ kann nicht nur andere finanzmarktliche Akteure enorm beeinflussen, sondern – durch Schaffung von Liquidität – selbst zum market maker werden. Gemäß der Autoren sind zwecks Herstellung eines liquiden Marktes drei Aspekte zentral: Erstens ein kontinuierlicher börslicher Auktionshandel zwischen informierten Käufern und Verkäufern, zweitens „Markt Macher“, wie z. B. der Staat, der Preise garantiert, Risiken auffängt und rechtliche Rahmenbedingungen institutionalisiert sowie drittens eine Homogenisierung von Waren, die ihrerseits darin besteht, beispielsweise Hypotheken als immaterielle Vermögensgegenstände physischen Produkten gleichzusetzen und sie dann zu standardisieren.

Thomas Matys

Marie-France Garcia-Parpet: La construction sociale d’un marché parfait & Le marché de l’excellence

Die aus dem Umfeld von Pierre Bourdieu stammende Soziologin und Ethnographin Marie-France Garcia Parpet hat in den 1980er Jahren die Soziologie des Marktes zunächst in Frankreich maßgeblich neu initiiert. Ihre empirische Studie zur Konstruktion eines Erdbeerenauktionsmarktes (1986) kann nicht nur als eine Analyse aufgefasst werden, die die umfänglichen sozialen Investitionen aufweist, die für die Einführung von Märkten erforderlich sind und die dem Konzept der „Embeddedness“ eine soziologisch größere Reichweite verleihen, da hier nun auch die kulturelle Einbettung (nicht nur diejenige in soziale Netzwerke) einbezogen wird. Auch wenn die Arbeiten von Garcia-Parpet als grundlegende Kritik an dem neoklassischen Marktmodell rezipiert worden sind, so ist dieser – obwohl wichtige Beitrag – nur der Ausgangspunkt, um der Kritik eine innovative marktsoziologische Wendung zu geben.

Rainer Diaz-Bone

Kapitel 4. Grundlagen der Digitalisierung

Zur Verbesserung der Produktivität von Industrieunternehmen gibt es vielseitige Ansatzmöglichkeiten. Neben klassischen Ansätzen der kontinuierlichen Verbesserung, wie sie im Rahmen des Industrial Engineerings sowie des Lean Managements praktiziert und im vorherigen Abschnitt skizziert wurden, bietet die Nutzung moderner technischer Systeme erweiterte Möglichkeiten. In diesem Kapitel werden die als Digitalisierung bzw. Industrie 4.0 bezeichneten Ansätze erläutert und es wird der Versuch einer Kategorisierung für diesen breitgefächert genutzten Begriff unternommen.

Marc-André Weber

Kapitel 6. Strukturierung von Produktivitätsstrategien auf Basis der Digitalisierung

Die verschiedenen technologischen Ansätze der Digitalisierung sollen in diesem Kapitel mittels einer geeigneten Struktur klassifizierbar und aus dieser wiederum extrahierbar gemacht werden.

Marc-André Weber

5. Alltag mit Lust und Frust gestalten

Krisen können uns in den verschiedenen Bereichen unseres Lebens „erwischen“. Im Älterwerden können Belastungen und damit verbunden Krisen bspw. durch den körperlichen Abbau, den Verlust nahestehender Menschen und das Bewusstwerden der eigenen Endlichkeit gegeben sein. Damit stellt sich die Frage, wie uns die Veränderung psychisch und physisch trifft, aber auch, was wir konkret in den belastenden Bereichen für uns tun können. Steht uns ausreichend Wissen zur Verfügung, um die Situation in ihrer Komplexität erfassen zu können? Wissen wir, was wir jetzt für unseren Körper tun können? Welchen Einfluss hat die Belastung auf unsere sozialen Kontakte und was können wir bei aller Schwere doch gerade hier positiv gestalten? Ist unsere Arbeit oder die Aufgabe, der wir nachgehen, davon betroffen? Kann sie womöglich zum positiven Ausgleich werden, als Ablenkung von unseren Sorgen? Und welche Haltung, welche Einstellung haben wir zu der Krise, die uns trifft? Ist es möglich, an ihr zu arbeiten, um besser mit der Situation umgehen zu können? Gerade im „Frust“ einer Belastung ist es wichtig, dass wir immer wieder „Lust“, immer wieder Freude und Kraftquellen entdecken, gestalten und empfinden. So können wir einen notwendigen Ausgleich zu all dem Schweren schaffen.

Sabine Schröder-Kunz

3. Alter und Älterwerden in Zeiten von Krisen

Was bedeutet es, in Zeiten von Krisen älter zu werden? Gehört man, etwa bei Corona, automatisch zur Risikogruppe, wenn man 60 Jahre alt ist? Warum nicht mit 59 oder erst mit 70? Und ist eine strenge Isolierung eine geeignete Schutzmaßnahme? Die Heterogenität von älteren Menschen wird in diesem Kapitel ebenso beleuchtet wie die Frage, ob sie durch ihre lange Lebens- und vielleicht auch Krisenerfahrung über besondere Ressourcen verfügen oder ob sie angesichts einer mangelnden Flexibilität eher benachteiligt sind und vermehrt Unterstützung benötigen. In unserer modernen Gesellschaft bestehen für ältere Menschen zahlreiche Möglichkeiten, ihr Leben zu gestalten. Sie stellen keine homogene Gruppe dar, sondern sind so bunt wie nie zuvor. Was aber tun in Zeiten von Krisen, wenn ich die besonders Gefährdeten schützen möchte oder wenn ich, selbst schon älter, Angst um meine Gesundheit habe, aber auch einsam bin?

Sabine Schröder-Kunz

7. Psychische Widerstandskraft in der Krise stärken

Was ist Resilienz? Viel hört man von ihr: Wer eine gute psychische Widerstandskraft hat, erholt sich schneller von Krisen oder gerät erst gar nicht so schnell hinein. Aber kann man sie lernen? Und welche Faktoren beeinflussen sie? Was beinhaltet Resilienztraining? Sechs verschiedene Kompetenzen werden vorgestellt, die sowohl im Privat- als auch im Berufsleben eingeübt werden können. In der Resilienz spielt die Selbstverantwortung ebenso wie die Mitverantwortung eine Rolle. Wie Resilienz aussehen kann und auch konkret angewendet wird, dafür gibt es viele Beispiele in diesem Kapitel und auch konkrete Übungen.

Sabine Schröder-Kunz

Open Access

Kapitel 3. Handlungsfelder der Landnutzung

Mit welchen Maßnahmen eine angepasste Landnutzung zum Klimaschutz beitragen kann, wird anhand von Handlungsfeldern im Siedlungswesen, in der landwirtschaftlichen Landnutzung und forstlichen Handlungsoptionen sektoral veranschaulicht. Es werden die Maßnahmen beschrieben und ihre jeweilige Relevanz hergeleitet. Ferner wird spezifiziert, welche Maßnahmen konkret analysiert werden.

Sarah Baum, Peter Elsasser, Roland Goetzke, Martin Henseler, Jana Hoymann, Peter Kreins

The Handmaid‘s Whiteness: ‚Race‘ in Roman und Serie

Von Beginn ihrer Ausstrahlung an hat die TV-Adaption von Margaret Atwoods Roman The Handmaid's Tale ein enormes Echo in der US-amerikanischen Öffentlichkeit gefunden und wurde zu einem wichtigen Referenzpunkt in unterschiedlichen progressiver Medienpraktiken. In diesen Medienpraktiken spielen kritisch-skeptische Rezeptionen der Serie erwartungsgemäß eine untergeordnete Rolle. Dieser Beitrag nimmt die Spur solcher kritischen Lektüren gleichwohl auf – und zwar ausdrücklich nicht, um den politisch mobilisierenden und diskursanregenden Effekt der Serie zu schmälern. Vielmehr ist der Beitrag von der Überzeugung getragen, dass eine Unterhaltung über die Grenzen und blinden Flecke im progressiven Projekt von The Handmaid's Tale ihr Potential als Plattform für politischen Diskurs erst richtig ernst nimmt. Konkret geht darum zu fragen wie die Serie The Handmaid‘s Tale, wie sie mit ‚race‘ und dem diskursiven Erbe des Rassismus umgeht, und wie diese racial politics mit ihrem feministischen Projekt zusammengehen.

Katja Kanzler

Once upon a time nearby – Sakralisierung der Reproduktion und Reproduktion der Sakralität in Gilead

Eines der erstaunlicheren Elemente der letzten Präsidentschaftswahlen in den USA war die hohe Zustimmung die Donald Trump aus evangelikalen Kreise erfahren hat. Tatsächlich unterstützten deutlich mehr Evangelikale seine Kandidatur, als dies bei Ronald Reagan oder George W. Bush der Fall war. Dabei entsprach sein Programm nur in einem einzigen Punkt der evangelikalen Doktrin: der Ablehnung von Schwangerschaftsabbrüchen. Für diesen Vorgang bieten sich zwei Erklärungen an. Die erste Möglichkeit besteht darin, dass die Frage der menschlichen Reproduktion vielen Evangelikalen so wichtig war und ist, dass alle anderen Probleme demgegenüber zurücktreten. Die zweite Möglichkeit könnte sein, dass die Evagelikalen aus einem Gefühl zunehmender Minorisierung heraus alles über Bord geworfen haben um an die Macht zu kommen. Beide Erklärungen berühren das Zentrum der Serie und des Buchs The Handmaid’s Tale. Denn die Geschichte handelt davon, dass die menschliche Reproduktion zu etwas Heiligem stilisiert wird und umgekehrt das Heilige um der Macht willen künstlich reproduziert wird. Die Serie zeigt dabei, dass beides nur um den Preis ihrer völligen Entkernung zu haben ist. In diesem Beitrag sollen beide Erklärungsmuster systematisch betrachtet werden. Dabei wird sich zeigen, dass die Sakralisierung der Reproduktion und die Reproduktion von Sakralität uns tatsächlich näher sind, als es uns lieb sein sollte.

Christian Schwarke

Ein dystopischer Raum der Biopolitik: Der Report der Magd aus sozialgeographischer Perspektive

Der vorliegende Beitrag setzt sich mit der Funktion von „Raum“ in der Inszenierung eines biopolitischen Zugriffs auf Frauen und ihre Körper auseinander. Raum wird dabei als gesellschaftlich produziert betrachtet und Gesellschaft wiederum als verräumlicht (Belina et al.,.Vogelpohl et al.Michel et al.Lebuhn et al.Hoerning et al.Belina (Hrsg), Raumproduktionen, Westfälisches Dampfboot, Münster, 2018, S. 7). Damit ist gemeint, dass „Raum“ nicht als abstrakte Kategorie oder Idee verstanden wird, die der Gesellschaft vorausgeht und von ihr nur noch angeeignet würde, sondern als gesellschaftlich produziert, verfestigt und wirksam gemacht. Die in The Handmaid’s Tale inszenierte Form biopolitischer Herrschaft lässt sich, als eine Praxis lesen, die Staat und Zuhause als zwei Maßstabsebenen gesellschaftlicher Organisation in eine skalare Beziehung zueinander setzt. Ziel des Beitrags ist dabei allerdings keine systematische Analyse gesellschaftlicher Räumlichkeit; es geht vielmehr darum zu zeigen, dass die Weise wie das biopolitisches Programm Gileads Raum (bzw. Räume) als Herrschaftsmittel darstellt, in dem Sinn realistisch in dem eine biopolitisch-totalitäre Herrschaft durch eine bestimmte Raumordnung verwirklicht wird. Die Serie kann damit als Entwurf einer konkret gewordenen Dystopie, als mögliche Realität verstanden werden, an der sichtbar wird, dass Biomacht – eine Macht bestimmter Räume des Verwaltens, Sichern, Entwickeln und Bewirtschaftens bedarf, die jene Praktiken erst ermöglichen, die sich zum Mechanismus der Biomacht zusammenfügen. Räume werden in Relation zu Praktiken dabei verstanden als Produkt von Praxis wie auch als eine ihrer (formierenden) Bedingungen.

Judith Miggelbrink

Serialisierte Allegorien: The Handmaid’s Tale als ein Narrativer Palimpsest des 21. Jahrhunderts

Im Mittelpunkt des Beitrags steht die These, dass die Geschichte Gileads einen narrativen Palimpsest darstellt. Das heißt, dass „unter“ dem sichtbaren Text der Serienerzählung mehrere andere Texte existieren, die für die Tiefenbedeutung des darüber liegenden Textes extrem bedeutungsvoll sind. Mittels eines Palimpsests entstehen metatextuelle Ebenen, in denen Bezug auf verschiedene Texte oder Diskurse aus Geschichte und Gegenwart Bezug genommen wird. Die Serie kann in diesem Sinne als eine serialisierte Allegorie gelesen werden und verrichtet in diesem Kontext ihre kulturelle Arbeit.Diese Zusammenhänge werden im Beitrag an drei Beispielen aus der ersten Staffel belegt: zunächst am spielerischen Umgang der Serie mit Homophonie, anschließend an der Art und Weise, wie die zentralen Protagonistinnen den patriarchischen Machtanspruch unterminieren, und schließlich, in engem Zusammenhang mit dem zweiten Aspekt, der Verhandlung von surrogate parenting.

Angelika Köhler

Kapitel 4. Religionspädagogische Elemente des Videodramas

In den vorangegangenen Kapiteln dieser Arbeit wurden vor allem die Methoden und Elemente, aus denen sich das Videodrama speist, systematisiert, aufgearbeitet, aktualisiert, infrage gestellt und erweitert. Das Videodrama wurde als Projekt beschrieben und bearbeitet. Im folgenden Kapitel soll es im Kontext der religionspädagogischen Konzeptionen und Diskurse betrachtet werden, in denen Gutmann das Konzept verortet – auch wenn er das nie ausdrücklich tut.

Julian Sengelmann

8. Zusammenfassung mit Thesen und Resümee

Ein Resümee in Form einer wertenden Zusammenfassung über ein operatives Buch wie dieses muss sich ein wenig rechtfertigen. Man kann schon grundlegend die Frage stellen, ob das methodisch bei einem zum großen Teil auf Deskription angelegten Werk überhaupt angebracht ist.

Jörg Berwanger, Ulrich Hahn

4. Revisionsmanagement

Die Interne Revision lässt sich aus zwei grundlegenden Perspektiven (betrachten: Funktion und (Auftrags-) Ablauf, so wie beispielhaft ISACAs Modell für IT-Assurance beschrieben (vgl. ISACA (2013), S. 19). Dieses Kapitel widmet sich der Funktionssicht auf die Interne Revision, im Gegensatz zur der eher projektablaufbezogenen, in einem anderen Kapitel dargestellten Auftragssicht.Mit dem siebenteiligen Komponenten-Modell der Internen Revision lässt sich die Revisionsfunktion strukturiert darstellen. Die wesentlichen Tätigkeiten können mit dem vierstufigen Managementmodell der Internen Revision beschrieben werden.Die funktionale Betrachtung umfasst die Positionierung bzw. Fokussierung der Internen Revision sowie übergreifende Aspekte wie die Unabhängigkeit, Objektivität, Sachkunde und die Sorgfaltspflicht. Weiter gehören die Aufbauorganisation, die Priorisierung des Ressourceneinsatzes durch die – im Regelfall jährliche – Planung, die laufende Einsatzplanung, sowie das Qualitätsmanagement und die Führung der Internen Revision in diesen Themenkreis.Die Positionierung der Internen Revision umfasst funktionale und administrative Berichtslinien zur Geschäftsleitung und zum Überwachungsorgan sowie die Abstimmung mit Peers, d. h., mit der zweiten Leitungsebene und wichtigen Stabsfunktionen, wie z. B. Risikomanagement und Compliance-Funktion. Die risikoorientierte Prüfungsplanung ermöglicht eine effektive und effiziente Steuerung der Internen Revision und bildet eine Referenz für die finanzielle und personelle Ressourcenausstattung.Unabhängigkeit, Objektivität, Sachkunde und berufsübliche Sorgfalt sind wichtige Attribute, die sowohl dem Anschein nach als auch tatsächlich durch die Interne Revision als Funktion sowie auch durch den einzelnen Internen Revisor individuell gewährleistet werden müssen. Dies soll die Glaubwürdigkeit der Revisionsergebnisse sicherstellen.Die Revisionsleitung ist verpflichtet, eine den Aufgaben und dem Kontext genügende, sachgerechte Aufbau- und Ablauforganisation der Internen Revision zu implementieren, diese zu steuern, zu überwachen und bei Bedarf auch anzupassen. Sie wird dabei durch ein Qualitätsmanagement-System (im DIIR-Jargon das „QSVP“) unterstützt.Die Ausführungen in diesem Kapitel erklären die Anforderungen der Internationalen Grundlagen für die berufliche Praxis der Internen Revision (DIIR (2019b)), im weiteren auch Berufsgrundlagen oder IPPF genannt, an das Revisionsmanagement (Abdruck hier auszugweise und vollständig im Anhang mit freundlicher Genehmigung des DIIR e.V.). Dies sind insbesondere die Attributstandard-Blöcke IIAS 1000 bis IIAS 1300, und die primär Revisionsmanagement-bezogenen Ausführungsstandard-Blöcke IIAS 2000 und IIAS 2100. Berücksichtigt werden weiter auch das IIA Quality Assessment Manual und der DIIR-Revisionsstandard 3/IDW PS 983, anerkannte Kriteriensets zur Bestimmung der Funktionsfähigkeit einer Internen Revision.In Kap. 5 wird daran anschließend die zweite, prozessuale Ebene der Auftragsabwicklung, d. h. der Prüfungsprozess und die Beratung durch die Interne Revision, erläutert.

Jörg Berwanger, Ulrich Hahn

Kapitel 3. Identitäts- und Zugriffsmanagement (IAM)

Zweifelslos gehört die Frage „Wer darf was in einem IT-System?“ zu den wichtigsten der IT-Sicherheit. Wird das Identitäts- und Zugriffsmanagement (IAM) jedoch auf die „Abwehr der Bösen“ („Keep the bad guys out.“) fokussiert, so greift dies viel zu kurz. Die Komplexität der Aufgaben rückt erst dann ins Blickfeld, wenn man bedenkt, dass IAM die digitalisierten Geschäftsabläufe gestaltet. Es geht also primär um die „Unterstützung der Nutzer“ („Let the good guys in.“) und damit um mehr als um IT-Sicherheit.

Eberhard von Faber

Kapitel 5. Analyse von Umweltwirkungen

Als Folgen des Verkehrs auf die menschliche Umwelt werden diejenigen Beeinträchtigungen bezeichnet, die von der Anlage und dem Betrieb des Verkehrssystems auf den Menschen ausgehen. Diese Beeinträchtigungen ergeben sich im Wesentlichen durch die Gefährdung von Leben und Gesundheit durch Verkehrsunfälle (Verkehrssicherheit), die Beeinträchtigung und Belastung durch Lärm und Schadstoffimmissionen sowie die Folgen durch den Ablauf und Betrieb des Verkehrs. Anhand von Indikatoren können die Wirkungen des Verkehrs in den drei Bereichen mithilfe geeigneter Methoden quantitativ beschrieben werden. Die Gefährdung von Leben und Gesundheit durch Unfälle stellt eine der augenfälligsten Folgen des Verkehrs auf den Menschen dar. Die Beschreibung der Verkehrssicherheit über Anzahl und Schwere von Unfällen erfolgt durch Unfallkosten, die die volkswirtschaftlichen Verluste durch die (polizeilich erfassten) Straßenverkehrsunfälle zusammenfassen. Die Monetarisierung von Personenschäden von Verkehrsunfällen gilt als eines der umstrittensten Kapitel der ökonomischen Bewertung der Verkehrsfolgen. Verkehrslärm stellt unerwünschten, unangenehmen oder schädlichen Schall dar, der auf das Verkehrsgeschehen zurückzuführen ist. Als subjektiv wahrgenommenes Phänomen ist eine Beurteilung von Verkehrslärm nur auf der Basis des mit ihm verbundenen Schalls und dessen Schwankungen über einen definierten Zeitraum möglich. Die in Deutschland zur Anwendung kommenden Verfahren zur Beurteilung des Verkehrslärms werden erläutert und verschiedene Grenzwerte für Verkehrslärm dargestellt. Bewertungsverfahren mit Aussagen über die gesamtgesellschaftliche Vorteilhaftigkeit geplanter Infrastrukturausbauten müssen Auswirkungen der Ausbauvorhaben auf den Verkehrslärm und dessen Folgewirkungen enthalten. Die dafür notwendige Methodik wird in ihren Grundzügen mit Bezug zum innerörtlichen Verkehrslärm erläutert. Ausführungen über einige (nicht auf Kfz selbst bezogene) Maßnahmen zur Reduzierung des Verkehrslärms zeigen in Wirkungsbandbreiten das mögliche Ausmaß zur Verbesserung verkehrsbedingter Lärmimmissionen auf. Trotz signifikanter Reduzierung einiger Luftschadstoffemissionen im Straßenverkehr stellt der Kfz-Verkehr neben Kraftwerken, Industrie und Hausbrand einen der bedeutendsten Verursacher der anthropogenen Umweltbelastungen dar. Der Teil „Luftschadstoffe“ behandelt in diesem Zusammenhang die Wirkungen der Luftschadstoffe auf den Menschen, die geltenden Immissionsgrenzwerte für die unterschiedlichen Luftschadstoffe (bezogen auf alle Quellen), die Abgasgrenzwerte für Pkw und Lkw und weitere Maßnahmen zur Reduzierung der Emissionen. Mit den dargestellten Verfahren zur Berechnung der Emissionen und Immissionen lassen sich quantifizierte Aussagen zur Luftverunreinigung gewinnen und in einer Weise evaluieren, wie sie in gängigen Bewertungsverfahren im Verkehrsbereich eingesetzt werden. Die Qualität und Leistungsfähigkeit eines Verkehrssystems wird vor allem durch den Zeitbedarf charakterisiert, den die Verkehrsteilnehmer zum Erreichen der Ziele ihrer täglichen Wege benötigen. Die im Rahmen von Wirkungsanalysen verwendeten Ansätze zur Ermittlung der Indikatoren Zeit- und Betriebskosten werden vorgestellt. Zu den Folgen von Ablauf und Betrieb des Verkehrs zählt ferner die Trennwirkung für nichtmotorisierte Verkehrsteilnehmer, vor allem Fußgänger, ohne deren Berücksichtigung eine Gesamtbewertung geplanter Verkehrsinfrastrukturvorhaben unvollständig bleibt.

Ulrich Brannolte, Raimo Harder, Christoph Walther, Tanja Schäfer, Alexander Dahl

Kapitel 7. Ökologische Folgen

Es werden Umweltwirkungen des Verkehrs auf Ökosystemkomponenten und deren Berücksichtigung im Rahmen von Prüfungsinstrumenten und Folgenbewältigung beschrieben. Das Kapitel betrachtet generell die Maßstabsebene der Stadtlandschaft und geht von einer engen Verflechtung zwischen dem Straßenverkehr in den Innenstädten und der Verkehrserschließung im Umland mit dort stattfindenden ökologischen Belastungen aus. Die ökologischen Wirkungen des motorisierten Straßenverkehrs und dessen Infrastruktur werden systematisch hinsichtlich Wasserbilanz, Nähr- und Schadstoffflüsse sowie deren Wirkungen auf Tierarten und Biotope thematisiert. Um die Folgenbewältigung im Planungsprozess zu illustrieren, werden Umweltverträglichkeitsprüfung sowie FFH-Prüfung erläutert und die Eingriffsregelung mittels landschaftspflegerischem Begleitplan und Ökokontoverfahren diskutiert. Der Ausblick kommentiert Aussagen des Bundesverkehrswegeplans 2030 hinsichtlich künftiger Belastungen der Ökosysteme und zitiert Lösungsansätze bei der Suche nach effektiven Minderungsmaßnahmen.

Hans-Georg Schwarz-von Raumer

6. Dienststellenentwicklung oder die sechs Baustellen der Führung

Im vorhergehenden Kapitel wurden die „Sechs Baustellen“ als Heuristik im Rahmen der Analyse „Kritischer Situationen“ kursorisch vorgestellt. Sie sollen im nun folgenden Kapitel ausbuchstabiert werden, um als Orientierung und ggfs. Inspiration für vertiefte Bearbeitung „Kritischer Situationen“ genutzt werden zu können. Zuvor allerding soll der Begriff der „Dienststellenentwicklung“ als konzeptionelle Klammer für die „Sechs Baustellen“ erläutert werden. Dazu werden die bisher eher punktuell unterbreiteten managementtheoretischen Aussagen aufgegriffen und zu einem handlungsorientierenden Konzept verdichtet.

Christian Barthel

2. Führung – Funktion, Rolle, Professionalität

In diesem Kapitel werden Grundlagen der Führung aus organisationssoziologischer Perspektive dargestellt.

Christian Barthel
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