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01.07.2014 | Ressource | Im Fokus | Onlineartikel

Neue Impulse für alternative Wasserinfrastruktursysteme

Autor:
Matthias Schwincke

Welche Infrastruktur brauchen boomende Städte? Insbesondere in Schwellen- und Entwicklungsländern. In welche Richtung es gehen könnte, zeigt ein bahnbrechendes Konzept aus Darmstadt in der 8-Millionen-Metropole Qingdao.

Eine gut funktionierende Infrastruktur für Wasser und Energie spielt überall auf der Welt eine zentrale Rolle für die Siedlungsentwicklung. In den schnell wachsenden Großstädten vieler Schwellen- und Entwicklungsländer stoßen konventionelle, zentral ausgelegte Systeme jedoch zunehmend an ihre Grenzen. Eine mögliche Chance für ein nachhaltiges Wachstum bietet der am Institut IWAR der TU Darmstadt in den letzten 10 Jahren entwickelte Infrastrukturansatz Semizentral. Das innovative Konzept ist flexibel skalierbar und zielt auf eine ressourceneffiziente Integration der verschiedenen Infrastruktursektoren Wasser, Abwasser, Abfall und Energie.

Seit Ende April ist die weltweit erste Referenzanlage des integrierten Ansatzes in der südchinesischen 8-Millionen-Metropole Qingdao in Betrieb. Das Versorgungs- und Entsorgungszentrum (VEZ) für einen neuen Stadtteil von mehr als 12.000 Menschen kommt dabei ohne Anschluss an ein zentrales Kanalnetz aus und besteht aus drei Modulen:

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  • Modul A umfasst die Behandlung von Abwasser aus Duschen und Waschmaschinen zur Verwendung als Brauchwasser für Toilettenspülung.
  • Im Modul B erfolgt die Behandlung des Schwarzwassers.
  • Modul C umfasst die anaerobe Behandlung von Bioabfällen und Klärschlammen. Das entstehende Biogas wird zur Stromerzeugung genutzt. Die erzeugte Energie versorgt alle anderen Behandlungsprozesse und ermöglicht so einen energieautarken Betrieb des VEZ

Neuimpuls für Diskussion über dezentrale Infrastruktur

Welche Ergebnisse und Erkenntnisse aus der chinesischen Vorreiteranlage nach Deutschland zurückfließen, wird die noch bis 2016 laufende, vom BMBF geförderte Begleitforschung zeigen. Eines steht jedoch schon fest: Mit der erfolgreichen Umsetzung des innovativen, deutsch-chinesischen Kooperationsprojekts hat auch die Diskussion in Deutschland über alternative Wasserinfrastruktursysteme einen neuen Impuls bekommen. Welche Alternativen neben Semizentral dabei momentan zur Diskussion stehen, zeigen die Springer-Autoren Dr. Harald Tauchmann et al. im Buchkapitel "Empirische Analyse". Der Abschnitt 4.7. mit dem Titel "Fallstudien zu alternativen Wasserinfrastruktursystemen" liefert einen Überblick des aktuellen Diskussionsstandes zum Pro und Kontra alternativer Systeme sowie eine exemplarische Darstellung von vier im Demonstrationseinsatz befindlichen Systemen.

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