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10.07.2019 | Ressourceneffizienz | Im Fokus | Onlineartikel

Methanol als universeller Brennstoff

Autor:
Frank Urbansky

Methanol lässt sich als Treib- und Brennstoff vielfältig einsetzen. Ein weiterer Vorteil ist die breite Rohstoffbasis. Er kann aus fossilem, biogenem oder aus Luft-CO2 hergestellt werden.

Methanol rückt in der Debatte um die Brennstoffe der Zukunft immer stärker in den Fokus. "Neben dem direkten verstärkten Stromeinsatz, beispielsweise durch Elektrokessel in Wärmenetzen, besteht auch die Option, Strom in flüssige Energieträger (Methanol, Kerosin, Benzin und weitere höhere Kohlenwasserstoffe) umzuwandeln (sogenanntes Power-to-Liquid(PtL))", beschreibt ein Springer-Autoren-Kollektiv um Martin Wietschel in seinem Zeitschriftenbeitrag Sektorkopplung – Was ist darunter zu verstehen? auf Seite 5 eine der Herstellungsmethoden.

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Sektorkopplung – Was ist darunter zu verstehen?

Sektorkopplung ist in den letzten Jahren in der Energie- und Klimapolitik als neue Begrifflichkeit aufgetaucht und hat aktuell einen sehr hohen Stellenwert in der energiepolitischen Diskussion als eine der zentralen Maßnahmen zur Minderung der Treibhausgase.


Doch Methanol kann auch aus fossilen oder biogenen Quellen hergestellt werden. Seine Rohstoffbasis ist damit deutlich breiter aufgestellt als die anderer zukunftsfähiger Brennstoffe, die in Frage kommen um dereinst die fossilen abzulösen.

Zweitmeist gehandelte Flüssigkeit der Welt

Schon heute ist Methanol ein bedeutender Brennstoff und Ausgangsstoff in der chemischen Industrie. Nach Rohöl ist es die volumenmäßig zweitmeist gehandelte Flüssigkeit der Welt. Als Brennstoff verfügt Methanol über ähnliche Eigenschaften wie Benzin, Diesel oder Kerosin, verbrennt im Gegensatz zu diesen jedoch rückstandsfrei.

Das Schweizer Startup Silent Power hat eine Methode entwickelt, den Stoff, wie eingangs beschrieben, nur aus Wasser, CO2 aus der Luft und erneuerbarem Strom herzustellen.  Das Produkt nennt sich M99 für den 99-prozentigen Methanolgehalt. Das Unternehmen selbst bezeichnet den Treibstoff als einen der ungefährlichsten der Welt, da er biologisch abbaubar ist. Bei der Verbrennung hingegen zerfällt er wieder in die Bestandteile, aus denen er erzeugt wurde, also CO2 und Wasser. Eingesetzt werden kann Methanol für Stromerzeugung, Heizen und Kühlen sowie in der Mobilität. Die vorhandene Infrastruktur für Mineralölprodukte könnte ohne größeren Aufwand auf Methanol umgerüstet werden. Aufgrund dieser Vorteile sieht Silent Power Methanol auf dem Weg zum wichtigsten Treibstoff in Europa. Um diese Entwicklung zu beschleunigen, wurden im Unternehmen bereits zwei Anwendungen für M99 entwickelt.


Zum einen ist das ein Mini-Kraftwerk namens Econimo (für Energy Converter Integral Module), das dezentral und geräuscharm eingesetzt werden kann. Nach Vorstellung des Unternehmens etwa dort, wo Versorgungslücken drohen – wie bei den Erzeugern erneuerbarer Energien wie Windräder oder PV-Anlagen, um bei deren meteorologisch bedingten Ausfällen die Stromeinspeisung zu   übernehmen.

Hohe Effizienz durch Thermophotovoltaik

Eine weitere Entwicklung ist eine ebenfalls Econimo genannte thermophotovoltaische Wandlungseinheit, also die direkte Umwandlung von Wärme in Elektrizität über Photonen, die Methanol in Strom umwandelt und diesen für Elektroantriebe zur Verfügung stellt. Diese soll leichter als E-Batterien und nahezu wartungsfrei sein.

"Beim Einsatz von Methanol in Verbrennungskraftmaschinen gibt es keinen Methanschlupf; bestehende Bunkertanks können weiter genutzt werden bzw. bei Neubauten kann ein Tank-Arrangement gewählt werden, das eine günstige und platzsparende Positionierung der Tanks zulässt. Zudem ist Methanol als Flüssigkeit verhältnismäßig einfach zu handhaben und zu bunkern. Methanol ist zudem weltweit verfügbar. Wenn Methanol ins Wasser gelangt, ist von einer deutlich geringeren Umweltbelastung im Vergleich zu Schweröl oder Diesel auszugehen", beschreibt Springer-Vieweg-Autor Holger Watter zusammenfassend in seinem Buchkapitel Biokraftstoffe auf Seite 284 die vielfältigen Vorteile von Methanol als Kraftstoff.

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