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Ressourceneffizienz

weitere Buchkapitel

Unternehmenskommunikation zwischen Explorations- und Exploitationsanforderungen: Vision-Communication als Mittel zur Überwindung des Ambidextrie-Dilemmas

Technologieentwicklung und Digitalisierung haben seit Jahren Innovations- und Entwicklungszyklen von Produkten und Lösungen verkürzt. Gleichzeitig überschneiden sich – vor dem Hintergrund von gegebenen Liefer-, Rüst- und Produktionszeiten – die Lebenszyklen von Produkten, was die Gefahr birgt, dass neue Produktgenerationen den Absatz bereits etablierter Produkte beeinträchtigen oder Kunden eine Produktgeneration überspringen, um durch die Verzögerung die aktuellere Produktgeneration erwerben zu können. Zudem wird Kommunikation mobiler und kurzzyklischer, was sowohl mit der fragmentalen Differenzierung und Netzwerkstrukturen als auch mit intensiviertem Wettbewerb durch die Globalisierung zu tun hat. Aus Sicht der Informationsökonomie verschärft dies die strukturelle, asymmetrische Informationsverteilung unter Marktakteuren, was zusätzlich durch internationale und interkulturelle Interaktionsprozesse im Industriegütermarketing verstärkt wird. Diese Entwicklungen stellen die interne und externe Unternehmenskommunikation vor neue Aufgaben, die als „Innovator‘s Dilemma“ oder als Problem von Ambidextrie beschrieben werden können. Strategische Unternehmenskommunikation im B2B-Sektor und strategisches Industriegütermarketing sind demnach gefordert, sich der Vermittlung von zyklusübergreifenden Visionen zuzuwenden sowie das Option-Management zu integrieren (Dieser Beitrag ist im Rahmen des Forschungsschwerpunkts Innovationskommunikation der Technischen Hochschule Nürnberg ( www.th-nuernberg.de/innovationskommunikation ) entstanden).

Volker M. Banholzer, Michael A. Siebert

Suffizienz in der Konsumgesellschaft – Über die gesellschaftliche Organisation der Konsumreduktion

Im vorliegenden Beitrag wird Wachstum und Nachhaltigkeit aus Konsumperspektive thematisiert. Dabei wird auf die zentrale Rolle von Konsum für das Leben in Gegenwartsgesellschaften eingegangen und die Ambivalenz von Konsumprozessen herausgearbeitet. Unter der Perspektive einer sozial-ökologischen Transformation werden in der Folge die bisherigen gesellschaftlichen Bestrebungen um nachhaltigen Konsum diskutiert und es wird gezeigt, dass das hegemoniale Konzept einer Green Economy gemessen an internationalen Zielen und Vereinbarungen bisher nicht sehr erfolgreich war. Eine grundlegende sozial-ökologische Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft wird ohne eine gesellschaftliche Organisation des „Weniger“, der Suffizienz, nicht möglich sein. Unter Berücksichtigung inter- und intragenerationaler Gerechtigkeitsnormen wird dafür plädiert, Suffizienz (im Konsum) nicht nur als individuelle Lebensstilentscheidung zu thematisieren, sondern vor allem kollektive Suffizienz in den Blick zu nehmen und deren gesellschaftliche Gestaltung hervorzuheben.

Karl-Michael Brunner

Open Access

Kapitel 2. Die Agenda 2030 und die Sustainable Development Goals

Im Jahr 2015 verabschiedeten die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. Die Agenda als globales Aktionsprogramm sieht bis zum Jahr 2030 weltweit gemeinsame Anstrengungen vor, um die Sustainable Development Goals (SDGs) zu erreichen. Die Realisierung dieser ambitionierten globalen Nachhaltigkeitsziele erscheint angesichts neuer Herausforderungen wie z. B. dem Umgang mit den globalen Auswirkungen der COVID-19 Pandemie schwierig.

Florian Koch, Kerstin Krellenberg

Digitalisierung + Klimaschutz + Inklusion = (k)ein Widerspruch?

Der Megatrend zur Digitalisierung ist unbestritten, unaufhaltbar und greift in jeden Arbeits- und Lebensbereich. Ein Leben ohne Internet, PC/Notebook, Handy oder sozialen Medien ist heute kaum mehr vorstellbar. Digitalisierung steigert die Chancen für Innovationen, integriert aber auch die Verantwortung für ihre Folgen. Ein umfassendes und sensibles Nachdenken über die Wechsel- und Folgewirkungen durch die globale Ausbreitung neuer Technologien auf Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt ist unerlässlich. Dass im Sinn einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft durch die Wiederaufbereitung gebrauchter Hardware – IT-Refurbishing bzw. Recycling – nicht nur eine nachweisliche Wirkung auf die Ökobilanz erzielt werden kann, sondern auch wertvolle Arbeitsplätze – insbesondere für sozial beeinträchtigte Gruppen (behinderte Menschen und Langzeitarbeitslose) – geschaffen werden können, zeigt Europas größtes gemeinnütziges IT-Unternehmen – die AfB gGmbH. Das Unternehmen baut mit seinem einzigartigen Businessmodell Social & Green IT die Brücke zwischen Digitalisierung, Klimaschutz und Inklusion.

Kurt Essler, Monika Schmied

Heuristiken im beratungsorientierten Controlling

Tagtäglich erleben beratungsorientierte Controller eine Vielzahl an intuitiv getroffenen Entscheidungen von Führungskräften. Dies geschieht aus diversen Gründen, beispielsweise aufgrund Zeitdruck oder Komplexität der Situation. Dabei fällt auf, dass derartige Entscheidungen, trotz ihrer Spontanität und heuristischen Ausprägung, eine relativ gute Wirkung erzielen können. Die daraus resultierenden Erfahrungen beeinflussen wiederum das Vertrauen in die eigene Intuition und damit auch das künftige Entscheidungsverhalten maßgeblich. Für das beratungsorientierte Controlling ist es deshalb empfehlenswert, sich mit dem eigenen Verhalten und dem von Führungskräften zu befassen, wenn auf Grundlage von Fakten und Intuition eine Entscheidung getroffen werden soll.

Tobias Gradl

Kapitel 6. Was gute politische Führung im Anpassungs- und Veränderungsprozess an den Klimawandel leisten muss

Krisen sind immer enorme Herausforderungen für die politische Führung, schnell hereinbrechende Krisen und Katastrophen erfordern oft ohne alle Fakten, Möglichkeiten und Auswirkungen zu kennen, rasches Handeln. Hier geht es manchmal um Stunden, Tage oder Monate. Die von Covid-19 ausgelöste Krise und der Umgang der Politik mit ihr haben die meisten sicherlich noch in Erinnerung, heute haben wir den Einblick, wie es hätte laufen können und wie man es hätte besser machen können.

Christa Fischer-Korp

Open Access

3. Hardware eingebetteter Systeme

In diesem Kapitel werden das Interface zwischen der physischen Umgebung und der Informationsverarbeitung (das Cyphy-Interface) sowie Hardware für die Verarbeitung, die Speicherung und die Kommunikation von Informationen vorgestellt. Die Notwendigkeit der Betrachtung des CyPhy-Interfaces ergibt sich dabei durch die Einbettung in ein CPS.

Peter Marwedel

20. Das Internet der Dinge und neue digitale Geschäftsmodelle in der Lebensmittelindustrie

Ausgehend von der Beobachtung, dass sich der Online-Handel über viele Jahre sehr schwer tat, Fuß zu fassen, aber in letzter Zeit zunehmend einen Markt und Akzeptanz bei Finanzinvestoren gefunden hat, stellt dieses Kapitel die Frage, inwieweit die Entwicklungen des Technologieparadigmas „Internet der Dinge“ Beiträge leisten kann, die Schwächen und Probleme der Lebensmittelindustrie zu bewältigen. Dazu fasst es die wissenschaftlichen Arbeiten, die sich mit derartigen Problemen befasst haben, zusammen und beschreibt anschließend die Attribute und Kennzeichen der Entwicklungen des Technologieparadigmas „Internet der Dinge“ sowie des damit verwandten „Industrie 4.0“-Ansatzes. Drei Fallstudien zu Smart Farming, dem System F-Trace der deutschen Firma G1 One Germany und der Firma Yummla aus dem US-amerikanischen Silicon Valley illustrieren die Möglichkeiten und wirtschaftlichen Chancen des Internets der Dinge und einer besseren Vernetzung aller Datenbestände und Prozesse über alle Akteure in der Wertschöpfungskette der Lebensmittelindustrie „from Plough to Plate“, d. h. vom Pflug bis zum Teller. Abschließend fasst es zusammen und gibt Ausblicke darauf, wie eine digitale Revolution in der Lebensmittelbranche naht, die die Märkte erheblich verändern wird.

Gunnar Brink, Fernando Chaves

7. Controlling der digitalen Transformation

Kann das Controlling dabei helfen, in der digitalen Transformation die Unternehmensressourcen effektiv und effizient einzusetzen und zu steuern? Am Beispiel der Axel Springer SE wird aufgezeigt, wie die digitale Transformation des Geschäftsmodells realisiert und mit welchen Kennzahlen die Digitalisierung begleitet werden kann. Folgende Forschungsfragen werden dabei verfolgt: Was sind die Herausforderungen der digitalen Transformation an das Controlling? Was sind Dimensionen der Messung und Steuerung der digitalen Transformation? Was sind digital relevante monetäre und nicht-monetäre Kennzahlen? Die digitale Transformation wird auf der Basis vom Struktur- und Kulturwandel durch die vier Managementdimensionen Community, Partner, Portfolio und Ressourcen ganzheitlich gesteuert. Die sich verändernde Rolle des Controllings wird kritisch diskutiert und dann anhand eines generischen Managementkontrollsystems für die digitale Transformation exploriert. Dazu wird ein Digitalcockpit mit adäquaten Kennzahlen definiert. Es ist herausfordernd, komplexe digitale Ökosysteme in wenigen Kennzahlen zu aggregieren bzw. mit Konkurrenzsystemen zu vergleichen. Nichtsdestoweniger ist es auch schwer, Vertrauen in eine Kontrolle der digitalen Transformation aufrechtzuerhalten, wenn dieser aggregierte Überblick nicht dargestellt werden kann. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass noch kein etabliertes Controllingkonzept zur Messung des Wertbeitrags der digitalen Transformation existiert. Aufgrund der großen Bedeutung der Digitalisierung ist es anzuraten, dass Unternehmen durch ein adäquates Controlling bei der digitalen Transformation begleitet werden. Das Digitalcockpit leistet hierbei einen praxisorientierten Beitrag. Der konzeptionelle Artikel soll der Unternehmenspraxis Impulse für eine wertschaffende digitale Transformation von Geschäftsmodellen vermitteln und darüber hinaus Perspektiven für die weitere betriebswirtschaftliche Forschung aufzeigen.

Avo Schönbohm, Ulrich Egle

5. IoT Best Practices

Fallstricke bei der Realisierung von (Industrial) Internet of Things (IIoT)-Projekten frühzeitig erkennen und adressieren

Das Internet der Dinge treibt die Digitalisierung in vielen Lebensbereichen und vor allem in der Industrie stark voran. Dabei ergeben sich eine Vielzahl von neuen und verbesserten Anwendungsszenarien und Geschäftsmodellen. Getrieben durch die (theoretisch) unbegrenzten Möglichkeiten der Umsetzung, müssen besonders in der Planung zentrale Sachverhalte vorab evaluiert und bewertet werden, um in Bereichen wie Sicherheit, Betriebsfähigkeit, Skalierung, Wirtschaftlichkeit sowie Geschäftsmodell eine bestmögliche Qualität zu erreichen. Wir geben einen Überblick über die Bedeutung und Zusammenhänge dieser verschiedenen Aspekte und zeigen an einem internationalen (I)IoT-Projekt konkrete Fallstricke und die getroffenen Gegenmaßnahmen auf, um darauf basierend eine Empfehlung an Best Practices abzugeben, um neu zu beginnende (I)IoT-Projekte zukünftig zielgerichtet planen zu können.

Marco Barenkamp, Jan Hendrik Schoenke, Novica Zarvic, Oliver Thomas

Open Access

Kapitel 3. Zielausrichtung des Recyclings

Dieses Kapitel befasst sich mit der noch nicht einheitlich festgelegten Zielausrichtung des Recyclings und der CE. Ein wesentlicher Treiber der CE und des Recyclings ist die Befürchtung um die Verknappung mineralischer Ressourcen. Darum wird seit mittlerweile vielen Jahrzehnten eine sehr kontroverse Diskussion geführt. In Abschnitt 3.1 sind die wichtigsten Fakten dieser Diskussion näher beleuchtet, mit dem Ergebnis, dass kein empirischer Beweis für eine drohende Verknappung der Ressourcen existiert. Es besteht also keine Notwendigkeit Recycling als Maßnahme der Ressourcenschonung auszulegen. Vielmehr sollte Recycling anhand der Aufwände und damit verbundenen Umweltbelastungen bewertet und mit der primären Gewinnung verglichen werden. Der Energiebedarf ist als einheitlicher Aufwandsindikator identifiziert, der Kommensurabilität der beiden Gewinnungsmethoden ermöglicht – siehe hierzu Abschnitt 3.2 und 3.3.

Philipp Schäfer

4. Interaktive Bauteiloptimierung für intelligente Produktion – Human-In-The-Loop-Design-Systeme für fortgeschrittene Fertigungsnetzwerke

Der Umgang mit vielfältigen Simulations- und Bewertungsaspekten erlaubt es, früh im Entwurfsprozess Aussagen über die Leistungsfähigkeit von Tragwerksknoten zu treffen. Des Weiteren kann während deren interaktiver Formfindung die Simulationstätigkeit durch das Fachwissen der Ingenieurin und des Ingenieurs gewinnbringend ergänzt werden. Dadurch können ungeplante Änderungen und unerwartete Verzögerungen in der Entwicklung komplexer Geometrien minimiert werden. Der technologische Wandel in der bauindustriellen Fertigung durch die Einführung des 3-D-Drucks erfordert kürzere Entwicklungszyklen, flexiblere Fertigungsmethoden und ermöglicht innovative Designprodukte. Den von den Marktteilnehmenden erwarteten ästhetischen Neuheitswert von 3-D-gedruckten Produkten gilt es, effizient herzustellen. Dabei soll die Komplexität der Nutzeroberflächen für die Anwendenden gering gehalten werden. Der vorliegende Beitrag definiert Schnittstellen für die Einbindung interaktiver Bauteiloptimierung in die intelligente Produktion. Dabei werden deren Zusammenhänge und relevante Eigenschaften beschrieben.

Manuel Mühlbauer

Kapitel 5. Konventionelle vs. additive Fertigung

Die additive Fertigung umfasst eine Reihe von Fertigungsverfahren, bei denen durch schichtweises Auftragen von Material ein dreidimensionales Objekt gefertigt wird. In direkter Konkurrenz zu den additiven Methoden stehen die konventionellen Fertigungsverfahren, die entweder durch Abtragung oder Veränderung von Ausgangsmaterial die gewünschte Form erschaffen. Wenn bei der Herstellung ein Verlust von Ausgangsmaterial auftritt, dann wird der Begriff der subtraktiven Fertigung genutzt. Dieser Begriff unterstreicht die grundsätzliche Verschiedenheit der beiden Fertigungstechniken. In diesem Kapitel werden zunächst gängige konventionelle und additive Fertigungsverfahren beschrieben und dann im Folgenden miteinander verglichen. Dazu werden vergleichbare Eigenschaften der Verfahren abgeleitet sowie Vor- und Nachteile der verschiedenen Fertigungstechniken diskutiert.

Steven Schwehm

59. Grundlagen

Werkzeugmaschinen gehören neben Werkzeugen, Vorrichtungen, Mess- und Prüfmitteln zu den Betriebsmitteln und werden benötigt, um die Fertigung im Bereich der Produktionstechnik zu realisieren. Damit bestimmen sie wesentlich die Produktivität und Effizienz im gesamten Maschinenbau. Werkzeugmaschinen sind unmittelbar oder indirekt Voraussetzung für die Produktion aller anderenMaschinen und die einzigen Maschinen, die sich selbst herstellen. Aufgrund dieser Schlüsselrolle gelten sie als attraktives Exportgut.Im Kapitel 59 Grundlagen werden die Bedeutung, die Anforderungen und Beurteilungskriterien sowie die Klassifizierung und Bezeichnung der Werkzeugmaschinen dargestellt.

Prof. Dr. Andreas Hirsch, Werner Bahmann

Kapitel 1. Lieferantenmanagement, Einkauf und Beschaffung

Unternehmen stehen vor signifikanten Herausforderungen. Die Covid-19-Krise, die voranschreitende Globalisierung, die Notwendigkeit zur weltweiten Digitalisierung und der Drang nach immer schnelleren und neuen Innovationen zwingen Unternehmen ihre Strategie und traditionellen Leitbilder radikal zu verändern. Die zunehmende globale und vor allem digitale Vernetzung von Kunden, produzierenden Unternehmen, Lieferanten und anderen Interessengruppen, der nahezu uneingeschränkte Austausch von Daten und Informationen sowie die damit einhergehende maximale Transparenz über einen Großteil der wertschöpfenden Aktivitäten innerhalb von weltumspannenden Lieferketten wirft die Frage nach der zukünftigen Generierung von Wettbewerbsvorteilen von produzierenden, Handels- aber auch Dienstleistungsunternehmen auf.

Marc Helmold

Ein Mittelständler digitalisiert sich – Von Erfolgen, Hürden und Nachhaltigkeit

Wie bewältigt und gestaltet der Mittelstand die großen Veränderungen, die mit der digitalen Transformation einhergehen? Am Beispiel des süddeutschen Druckluft- und Pneumatikspezialisten Mader wird im folgenden Text beschrieben, wie Digitalisierung im Mittelstand gelingen kann, welche Erfolgsfaktoren der „digitalen Transformation“ das Unternehmen für sich identifizieren konnte und welche Schritte Mader konkret ging und geht, um den analogen Energieträger Druckluft in das digitale Zeitalter zu überführen.

Ulrike Böhm

Warum Rechenzentren nachhaltig geplant und gebaut werden sollten

IT und Digitalisierung können zur Bewältigung der Umweltkrisen und zur Erreichung der Sustainable Development Goals (SDGs) der UN beitragen. Voraussetzung ist allerdings, dass die positiven Effekte, die auf der Basis von Rechenzentren durch Effizienzsteigerung, Prozessoptimierung, intelligenter Vernetzung etc. erzielt werden, nicht durch umweltschädliche Rechenzentren wieder zunichtegemacht werden.

Alexandra Hildebrandt

Nachhaltigkeit und Digitalisierung im Mittelstand

Mit veralteten Führungs- und Organisationsmethoden können im digitalen Zeitalter keine Lösungen entwickelt werden, um auf aktuelle und künftige gesellschaftliche Veränderungen und Herausforderungen richtig zu reagieren. Es braucht kohärente Strategien, die dazu beitragen, dass Organisationen schneller und aktionsfähiger werden. Der Beitrag zeigt übergreifend und am Beispiel der Mader GmbH, dass richtiges Nachhaltigkeitsmanagement, zu dem auch eine professionelle Nachhaltigkeitsberichterstattung gehört, immer mit der Stärkung der Zukunftsfähigkeit der Organisation verbunden ist.

Alexandra Hildebrandt, Stefanie Kästle

Digitale Lösungen für lokale Communitys: Purpose, Genossenschaftsprinzip und Digital Responsibility bei der Future eG

Wie lassen sich digitale Technologien nutzen, um die Gesellschaft für eine nachhaltige Entwicklung zu befähigen? Die Verbindung der Megatrends Nachhaltigkeit und Digitalisierung ist auch für Unternehmen eine Herausforderung, die sich in beiden Feldern bewegen. Die 2019 gegründete Future eG will zu lebenswerten Städten und Gemeinschaften für alle beitragen und entwickelt digitale Lösungen für lokale Communitys. Als Genossenschaft ist sie ihren Mitgliedern verpflichtet und strebt Transparenz über ihren Umgang mit digitaler Verantwortung – wie zum Beispiel Datenschutz und Ressourcenverbrauch – an. Im konzeptionellen Umfeld der Purpose Economy ist der Kern ihres wirtschaftlichen Handelns nicht die Profitmaximierung, sondern die Sinnorientierung. Diese Ausrichtung wirkt sich direkt auf die Corporate Digital Responsibility (CDR) aus.

Tina Teucher, Chiara Dalle Molle

Die Zukunft der Mobilität ganzheitlich gestalten

Aktuell wirken zahlreiche Faktoren auf das Mobilitätssystem ein, die mit einem tief greifenden strukturellen Wandel und einer Vielzahl von Herausforderungen einhergehen. Die Effekte der COVID-19-Pandemie ab dem Frühjahr 2020 sind dabei noch nicht berücksichtigt. Es bietet sich die Chance, ein zukunftsweisendes Mobilitätssystem zu gestalten, das ökologisch, ökonomisch und sozial ausgewogen ist. Die Gestaltung der Zukunft der Mobilität ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die interessenübergreifend angegangen werden muss. Im Mittelpunkt stehen Nutzerinnen und Nutzer, denn Mobilität ist und bleibt unabdingbarer Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens und muss allen Menschen zugänglich sein.

Henning Kagermann

Energieeffizienz und Digitalisierung: Der Schlüssel zur erfolgreichen Erzeugung und Nutzung von Druckluft

Im Interview erklärt Marina Griesinger, Leiterin Energieeffizienzmanagement bei Mader, was Unternehmen tun, um die „Druckluft“-Digitalisierung weiter nachhaltig voranzutreiben.

Marina Griesinger, Alexandra Hildebrandt

Druckluft 4.0 goes green: Herausforderungen, Chancen und innovative Lösungen am Beispiel der Mader GmbH & Co. KG

Digitalisierung wird die Wettbewerbsfähigkeit stärken. Aber Digitalisierung geht häufig am zögerlichen Mittelstand vorbei. Gibt es Chancen für den Mittelstand, die zukünftige Entwicklung nicht nur den Großen oder Google und Co. zu überlassen? Schaffen es Mittelständler wirklich, Standards zu setzen, oder ist dies nur eine schöne Utopie? Dieser Praxisbericht soll aufzeigen, dass es Chancen gibt, wenn sie aktiv angenommen werden. Die Mader GmbH und Co. KG analysiert die Prozesse beim Kunden und schafft Transparenz sowie Klarheit für weitere Entscheidungen. Ziel ist die Entwicklung und Realisierung von nachhaltigen, energieeffizienten und wirtschaftlichen Druckluftlösungen. Dabei findet eine Digitalisierung von unterschiedlichen Teilprozessen bereits heute statt. Das mittelfristige Ziel ist die komplette Digitalisierung des Druckluftprozesses, um optimale energieeffiziente und wirtschaftliche Lösungen bei absoluter Versorgungssicherheit zu realisieren – Druckluft 4.0.

Stefanie Kästle, Werner Landhäußer

Kapitel 2. Planung und Betrieb energieeffizienter Komponentenproduktionen

Kapitel 2 erläutert relevante technische und theoretische Grundlagen zur Entwicklung cyber-physischer Produktionssysteme für die energieeffiziente Komponentenproduktion. Abschnitt 2.1 ordnet zunächst die Komponentenproduktion in den Prozess der Automobilproduktion ein und beschreibt wesentliche Randbedingungen. Abschnitt 2.2 stellt aktuell in Planung und Betrieb genutzte Softwaresysteme vor.

Ingo Labbus

Kapitel 3. Bestehende Ansätze zur Nutzung cyber-physischer Produktionssysteme zur Steigerung der Energieeffizienz

Nachdem Kapitel 2 die relevanten Aspekte des aktuellen Standes der Technik beschrieben hat, bewertet Kapitel 3 den weiteren Forschungsbedarf zur Entwicklung cyber-physischer Produktionssysteme für die energieeffiziente Komponentenproduktion. Abschnitt 3.1 entwickelt zunächst Bewertungskriterien für die Analyse der vorhandenen Ansätze.

Ingo Labbus

2. Schalenförmige Hybridverbunde und Inserts

Schalenförmige Bauteile zeichnen sich durch ein sehr großes Verhältnis von Breite oder Länge zur Wanddicke aus. Durch die geringe Wandstärke kommt der Einleitung von Lasten in derartige Strukturen eine besondere Bedeutung zu. Hierfür werden häufig spezielle Lasteinleitungselemente (Inserts) in die Struktur eingebracht, die als Anbindungspunkte dienen. Die Kombination von metallischem Lasteinleitungselement und CFK-Struktur wird anhand drei verschiedener Teilprojekte untersucht. Im Projekt „Multilayer-Inserts – Intrinsische Hybridverbunde zur Krafteinleitung in dünnwandige Hochleistungs-CFK-Strukturen“ wurde ein Lasteinleitungselement für automatisiert gefertigte Faserverbundstrukturen entwickelt. Das Projekt „Grundlagenuntersuchungen intrinsisch gefertigter FVK/Metall-Verbunde – vom eingebetteten Insert zur lasttragenden Hybridstruktur“ untersucht die faserschonende, intrinsische Herstellung von FVK/Metall-Verbunden im RTM-Prozess anhand verschiedener Hybridisierungsansätze. Im Projekt „Einfluss, Detektion und Vorhersage von Defekten in großserientauglichen Hybridverbunden für Metall/CFK-Leichtbautragstrukturen“ wurde ein neuartiges Anbindungskonzept für Metall-CFK-Hybridstrukturen mit thermoplastischer Zwischenkomponente entwickelt. Im Rahmen dieses Kapitels werden die Ergebnisse der Teilprojekte detailliert vorgestellt und erörtert.

Frank Henning, Alexander Bernath, Lucas Bretz, Berend Denkena, Jürgen Fleischer, Lukas Groß, Fabian Günther, Benjamin Häfner, Hans-Georg Herrmann, Alexander Herwig, Peter Horst, Hendrik Jost, Vanessa Kretzschmar, Gisela Lanza, Dieter Meiners, Markus Muth, Markus Pohl, Sven Roth, Carsten Schmidt, Michael Schwarz, Jonathan Serna Gonzalez, Julian Seuffert, Markus Stommel, Jannik Summa, Kay Weidenmann, Jannik Weykenat

Open Access

Kapitel 3. Nutzung der Chancen der Digitalisierung durch digitale Leistungen – Technologien und Prozesse, Angebote und Geschäftsmodelle verbessern oder verändern

Wir wollen in diesem Kapitel zeigen, wie Unternehmen die Chancen der Digitalisierung nutzen können: 1. durch Verbesserung oder Veränderung zunächst der unternehmerischen Prozesse (z. B. durch die digitale Fabrik bzw. Industrie 4.0) und der dahinter liegenden digitalen Technologien (z. B. ein mehrschichtiges Fertigungsmanagement, MES), als den „Digital Activities“. dann der Angebote, d. h. Produkte und Dienstleistungen (z. B. ein Angebot von Digitalkameras), die Unternehmen in Geschäftsmodelle – einzeln umsetzen oder verbindlich ausgerichtet auf einen definierten Kreis von Partnern (in einem Ecosystem) - umsetzen, als den „Digital Businesses“. 2. durch radikale Veränderungen der Leistungen, die sehr viel weitreichender sind, als eine Verbesserung oder eine inkrementelle Veränderung der Technologien, Prozesse, Angebote und Geschäftsmodelle. Denn sie bedeuten die Entwicklung völlig neuer Geschäftsmodelle bzw. Geschäftsmodellinnovationen, die sich als neue Wege des Denkens auf völlig neue Angebote am Markt beziehen und auf neuartige Technologien und Prozesse stützen. Damit ermöglicht die Digitalisierung eine Neuausrichtung der unternehmerischen Leistungen (Digital Performance) und treibt die Transformation von Unternehmen.Dabei gilt, dass die Gewinnwirkung umso höher ist, je stärker Unternehmen dadurch Technologien, noch stärker Prozesse, mehr noch Angebote und am meisten Geschäftsmodelle verändert werden.

Dr. Harald Proff, Claudia Ahrens, Wencke Neuroth, Prof. Dr. Heike Proff, Dr. Florian Knobbe, Gregor Szybisty, Stefan Sommer

Recourse to the Circular Economy: The Path Ahead

Advancements in science and technology have raised our understanding regarding the levels and types of unsustainability to a greater degree. The world is facing formidable challenges in laying down a path towards a sustainable economy. Undoubtedly, several supply-side factors are crucial in sustainability discourse. However, the demand-side factors have a critical role to play in determining—how long-term sustainability would unfold? Globally, the concept of the circular economy (CE) is being advocated as an effective means of ensuring sustainable consumption and production patterns in the times ahead. In this backdrop, this chapter provides a review of the conceptual foundations of the CE as was first proposed by Pearce and Turner, and analyses the scope and methodological framework of CE in terms of its inter-linkages with other fields such as industrial ecology and ecological economics. It further provides an overview of the recent initiatives of the Government of India towards the adoption of CE. Finally, it puts forth an economic perspective towards CE and highlights some potential hindrances in its mainstreaming from the economic methodology point of view in the realm of the neoclassical economic paradigm. It concludes that there is an urgent need to move beyond the techno-centric and business-oriented understanding of CE to a framework that attempts to integrate with the socio-economic realities and development priorities of the developing economies.

Robin Singhal

Circular E-Cars – Kreislaufkonzepte für die Mobilität der Zukunft

In den nächsten Jahren wird ein massiver Zuwachs von Elektrofahrzeugen auf den Straßen erwartet. 2018 wurden weltweit erstmals mehr als 2 Mio. Elektroautos zugelassen, bis zum Jahr 2030 wird mit insgesamt 30 Mio. Fahrzeugen gerechnet.

Philipp Dräger, Bernd Friedrich, Dominik Joest, Achim Kampker, Kim Kreisköther, Damien Latacz, Peter Letmathe, Paul Sabarny, Dirk Uwe Sauer

Nachhaltigkeit für die Finanzierung im Mittelstand nutzen

Die Bedeutung von Nachhaltigkeit für die Finanzierung von Unternehmen nimmt stetig zu. Der Artikel gibt einen Überblick, welche Rolle Nachhaltigkeit bei der Finanzierung von mittelständischen Unternehmen spielt und welche Instrumente dabei relevant sind. Er informiert über wesentliche Berichtsstandards, Prüfungs- und Bewertungsverfahren sowie den Finanzierungsprozess aufseiten der Finanzdienstleister. Weiterhin werden Trends und Entwicklungsrichtungen im Zusammenhang von Finanzierung und Nachhaltigkeit aufgezeigt sowie konkrete Praxishinweise für eine mittelstandsbezogene Umsetzung gegeben.

Meike Frese, Rolf Häßler, Matthias Kannegiesser, Nicola Stefan Koch, Thilo Marenbach

Nachhaltigkeitsberichterstattung – Bedeutung des Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK)

Nachhaltiges Wirtschaften ist ein weit verbreiteter Begriff sowohl im Privaten als auch in der Wirtschaft. Nicht nur der Einzelne, sondern auch die Unternehmen tragen eine Verantwortung für nachhaltiges Wirtschaften. Unternehmen erstellen Nachhaltigkeitsberichte und zeigen ihren Stakeholdern damit Transparenz bezüglich ihrer nachhaltigen Aktivitäten. Mit dem Geschäftsjahr 2017 besteht erstmals die Verpflichtung zur Nachhaltigkeitsberichtserstattung für kapitalmarktorientierte Unternehmen, Finanzinstitute und Versicherungen mit mehr als 500 Mitarbeitern. Im Nachhaltigkeitsbericht werden die Unternehmensleistungen in Hinblick auf Ökonomie, Ökologie und Soziales veröffentlicht. Zur Erstellung von Nachhaltigkeitsberichten gibt es verschiedene Standards, die die Unternehmen heranziehen können. In Deutschland wurde 2010 der Deutsche Nachhaltigkeitskodex (DNK) entwickelt und stetig optimiert. Der DNK beschreibt Leitlinien für die verbindliche und transparente Darstellung von Nachhaltigkeitsleistungen in Unternehmen. Die Anwendung des DNK erfolgt mittels Abgabe einer sogenannten DNK-Erklärung. Dies ist ein Bericht über die Erfüllung der 20 Kriterien des DNK, unterteilt in die Bereiche Strategie, Prozessmanagement, Umwelt und Gesellschaft. Die Nachhaltigkeitsberichtserstattung rückt auch bei mittelständischen Unternehmen, die nicht von der Berichtspflicht betroffen sind, zunehmend in den Fokus. In der heutigen Zeit gilt Nachhaltigkeit ferner als Wirtschaftsfaktor. Zudem fördert Nachhaltigkeit das gute Image eines Unternehmens. Die Nachhaltigkeitsberichtserstattung bedeutet für den Mittelstand nicht nur Mehraufwand, sondern bringt ebenso erhebliche Vorteile. Insgesamt können Nachhaltigkeitsberichte deutlich besser die auf Langfristigkeit ausgerichteten Erfolgspotenziale beleuchten und werden zukünftig sehr wahrscheinlich unabdingbar.

Sabrina Rückwardt

Unternehmensverantwortung in Mainfranken

Die Wahrnehmung unternehmerischer Verantwortung ist Wesenskern einer Industrie- und Handelskammer nach IHK-Gesetz. CSR kann dazu beitragen, dem Ziel der Förderung der gewerblichen Wirtschaft nachzukommen und zugleich auf Herausforderungen einer Wirtschaftsregion mit stark mittelständischer Prägung – von Fachkräfteengpass, Digitalisierung bis hin zur Gründungsdynamik – zu reagieren. Die IHK Würzburg-Schweinfurt setzt sich seit dem Jahr 2009 bewusst mit CSR auseinander und hat bis dato mit einer Reihe von Maßnahmen und Initiativen den Standort und seine Unternehmen gestärkt. Konzeptionelles Grundgerüst ist eine gewachsene fünfteilige strategische Zielsetzung mit den Bereichen Analytik, Qualifizierung, Sensibilisierung, Netzwerke, Engagement. Der Aufsatz liefert entsprechend dieser Struktur einen Überblick über die Ansatzpunkte der IHK und zeigt, inwieweit CSR in der Region Mainfranken bis dahin implementiert wurde.

Sascha Genders

Den entscheidenden Schritt voraus sein – Corporate Responsibility-Management in der Mahnke Gruppe

Die Ausgestaltung umweltfreundlicher und sozialverträglicher Wertschöpfungsketten erfordert von Handels- und Produktionsunternehmen wie der Mahnke Gruppe frühzeitige Anpassungen und die aktive Übernahme von unternehmerischer Verantwortung, um Produkte wie etwa Fisch- und Meerestiere, Gemüsekonserven, Dekorationsfiguren aus Holz oder Textilien aus Baumwolle weiterhin langfristig und konkurrenzfähig am Markt anbieten zu können. Corporate Social Responsibility (CSR) ist, auch gemäß unserer Erfahrung, mittlerweile fest im Handelsalltag angekommen. Ob Großkonzern oder kleine und mittlere Unternehmen (KMU) – es muss zunehmend im Sinne der Nachhaltigkeit gehandelt werden, nicht nur, weil die Anforderungskataloge der Handelsketten dies mittlerweile teils zwingend verlangen. Es gilt, CSR-Maßnahmen in das Tagesgeschäft zu integrieren, und darüber die Weichen auf langfristigen Unternehmenserfolg einzustellen. Eine große Herausforderung, der die Mahnke Gruppe als KMU gegenübersteht, ist die Integration des Corporate-Responsibility (CR)-Managements in die Kernwertschöpfungsprozesse. Zu Beginn der gruppenübergreifenden CR-Arbeit im Unternehmen wurde die Abteilung von den internen Stakeholdern vordergründig als Cost-Center wahrgenommen und kritisch beäugt. Auch das ist sicher keine Seltenheit. Der Ansatz, der zur Begegnung der Integrationsherausforderung herangezogen wurde, war die Erarbeitung einer CR-Strategie. Heute bildet diese mit ihren zugehörigen Handlungsfeldern und Aktionsplänen, die gemeinsam mit der Geschäftsführung und den Mitarbeitenden der verschiedenen Abteilungen und Verantwortungsebenen aufgesetzt wurden, den Handlungsrahmen für die Übernahme unternehmerischer Verantwortung in der Unternehmensgruppe. Die Mahnke Gruppe hat sich das Ziel gesetzt, in ihrem Geschäftsfeld den entscheidenden Schritt voraus sein, damit zeitnah und vorbereitet gehandelt werden kann – natürlich auch, um die Zukunftsfähigkeit der Unternehmensgruppe zu sichern.

Laura Cremer

CSR im Mittelstand: Einführung in die Thematik und Beschreibung des Buchaufbaus

Das vorliegende Kapitel gibt einen Überblick über den Status quo des Themenkomplexes Corporate Social Responsibility (CSR) im (deutschen) Mittelstand. Ein besonderer Fokus liegt hierbei auf den Hindernissen und Chancen sowie auf dem Themenkomplex Messbarkeit, Implementierung und politische Rahmenbedingungen. Abschließend wird ein Ausblick auf die Kapitel dieses Sammelbands gegeben, in denen Akteure aus Wissenschaft und Wirtschaft zu Wort kommen.

Marina Schmitz, Silvia Damme, Juliane Lohmann

Das CSR-Kompetenzzentrum Ruhr

Dieser Beitrag stellt das CSR-Kompetenzzentrum Ruhr vor und bettet den Projektansatz und Umsetzungen in den Kontext sich wandelnder Herausforderungen des Ruhrgebiets und der Partnerregionen. Das CSR-Kompetenzzentrum Ruhr unterstützt Unternehmen mit unterschiedlichen Angeboten bei der systematischen Einführung und Umsetzung von Corporate Social Responsibility (CSR), um gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen und zu einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen. Mit den vorgestellten Quartiersprojekten verfolgt das Kompetenzzentrum einen eigenen Schwerpunkt, der dort wirkt, wo die Menschen leben. CSR von der Unternehmensstrategie in die Stadtgesellschaft zu bringen, ist dabei ein Ziel im CSR-Kompetenzzentrum Ruhr.

Julia-Marie Degenhardt, Arne Elias, Peter Kromminga, Detlev Lachmann, Michel Neuhaus, Caroline Zamor

Nutzung von CSR zur effizienten Ressourceneffizienz

Aus eigenem, wirtschaftlichem Interesse versucht jeder Unternehmer das Verhältnis von Aus- zu Einnahmen so zu gestalten, dass die Einnahmen mindestens so groß wie die Ausgaben sind. Damit die Bilanz mehr Einnahmen als Ausgaben aufweist, können entweder die Ausgaben verringert oder die Einnahmen erhöht werden. Im Bereich der Ausgabenverringerung steht zum einen die reale Vermeidung einer Ausgabe, zum anderen aber auch die effizientere Nutzung der eingekauften Ressourcen zur Auswahl.

Aiko Müller-Buchzik

Nachhaltigkeit im deutschen Mittelstand – Ergebnisse einer Studie

Die Themen Nachhaltigkeit und Effizienz (u. a. Energie-, Material- und Prozesseffizienz) zusammen mit einer zukunftsorientierten Führungs- und Unternehmenskultur als Kernthemen für zukunftsorientiertes Wirtschaften in Unternehmen und Organisationen werden zunehmend wichtig. Recherchiert man in den Medien, dann scheinen diese Herausforderungen jedoch noch nicht von allen Unternehmen vollständig realisiert zu werden. Ob das tatsächlich so ist und, falls ja, in welchem Ausmaß, wurde bislang noch nicht kombiniert untersucht. Um auf diese Fragen Antworten zu finden und diese den Behörden wie der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen, initiierten wir diese Studie.

Gregor Weber, Miriam Weber

Kapitel 4. Konzepte und Methoden zur Verbesserung logistischer Prozesse

Ineffizienzen in logistischen Prozessen beeinflussen nachteilig die strategischen Erfolgsfaktoren Kosten, Zeit, Flexibilität und Qualität. Für die Etablierung effektiver und effizienter Logistikprozesse wird im Folgenden eine prozessorientierte Strategie verfolgt, die sich durch eine kontinuierliche Optimierung logistischer Prozesse auszeichnet und somit den Aufbau strategischer Wettbewerbsvorteile unterstützt. Eine dadurch realisierbare Verbesserung der strategischen Erfolgsfaktoren führt zu einer Erhöhung des Outputs.

Rainer Lasch

Open Access

Kapitel 2. Hintergrund: Die „Große Transformation“ im Kontext von Forschung und Politik

Das zweite Kapitel gibt zunächst einen Überblick über die Debatte in Politik, Gesellschaft und Wissenschaft zur Notwendigkeit einer nachhaltigen Entwicklung hin zu ressourcenschonenden Lebensweisen sowie zur Kritik am vorherrschenden Wachstumsparadigma. Danach werden Forschungsansätze vorgestellt, die als Reaktion auf diese Herausforderungen entstanden sind, wie die transdisziplinäre Forschung, Transition-Forschung und die transformative Forschung. Hier wird auch auf die hinter den Forschungsperspektiven liegenden Transformationsdefinitionen eingegangen. Anschließend werden die Handlungsmöglichkeiten von Städten bei lokalen Transformationsprozessen betrachtet und der für die spätere Analyse relevante institutionelle Kontext der Stadt Wuppertal dargestellt.

Katharina Schleicher

Open Access

10. Human Resource Management im Wandel der Digitalisierung

Perspektiven cloudbasierter Human Resource Shared Services für kleine und mittlere Unternehmen

In Zeiten der Digitalisierung sind die Unternehmen gezwungen, sich mit der Thematik übergreifend und funktionsbezogen auseinanderzusetzen. Große Unternehmen gelten durch ihre starke Ressourcenbasis als Vorreiter der Digitalisierung, während KMU hier tendenziell einen weniger weiten Entwicklungsstand haben. Auch das Human Resource Management (HRM) wird stark durch die Digitalisierung und die mit ihr verbundenen digitalen Transformation geprägt und muss seine Rolle im Unternehmen neu definieren. Die administrativen HR-Prozesse, die heute häufig noch von HR-Mitarbeitenden durchgeführt werden, werden zukünftig voraussichtlich durch die Mitarbeitenden selber oder durch voll automatisierte intelligenzbasierte und vernetzte HR-Systeme und Roboter abgewickelt. Auf Grundlage einer theoretischen Analyse wird ein für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) einsetzbares mehrwertgenerierendes Modell für cloudbasierte HR Shared Services entwickelt, das im Rahmen einer qualitativen empirischen Untersuchung bei 13 Schweizer KMU und Großunternehmen gestaltungsbezogen validiert und optimiert wird.

Immanuel Zurbriggen, Jochen Schellinger

1. Einleitung

Das erste Kapitel beleuchtet, warum die Bewertung und Auswahl effizienter Organisationsformen ein essenzielles Thema der organisatorischen Gestaltung ist, vermittelt einen Überblick über die Struktur des Buches und gibt Empfehlungen zur Lektüre.

Andreas P. Wenger, Norbert Thom

7. Verdichtung zu einem Effizienzkonzept

Das siebte Kapitel verdichtet die bisherigen Ergebnisse zu einem Effizienzkonzept zur BewertungBewertungvon Organisationsformen und AuswahlAuswahlvon Organisationsformen von Organisationsformen. Die einzelnen Effizienzkriterien und deren UnterkriterienUnterkriterium werden detailliert erläutert. Wir zeigen, welche Einflussgrößen auf die Erfüllbarkeit der Effizienzkriterien„Effizienzkriterium“ wirken und welche Interdependenzen zwischen ihnen bestehen.

Andreas P. Wenger, Norbert Thom

„Doing Value“ – wie Praktiken der Bedeutungszuweisung die Nutzungsdauer von Geräten beeinflussen

Der weltweit steigende Konsum von Elektronikgeräten ist mit vielen sozialen und ökologischen Problemen verbunden, welche durch längere Nutzungsdauer signifikant verringert werden können. In diesem Beitrag wird ein Modell zur Erklärung der Nutzungsdauer vorgestellt, das auf der Basis von qualitativen Interviews mit Nutzenden zu ihrem Umgang mit Technik, speziell Mobiltelefon und Waschmaschine entwickelt wurde. Das Modell „Doing Value“ lenkt die Perspektive darauf, dass Obsoleszenz nicht ein Zustand, sondern ein Prozess bzw. ein dynamisches soziotechnisches Phänomen ist, welches in sozialen Praktiken des Konsumierens, Entwertens, Nachnutzens, Neukaufens und Wegwerfens hervorgebracht und stetig aktualisiert wird. Zentral sind dabei Bedeutungskonstruktionen und -zuschreibungen, die sich zum einen auf die Abwertung oder Entwertung eines Produktes im Gebrauch beziehen, zum anderen auf Aufwertungen und die Zuschreibung von Besonderheit oder Erwünschtheit in Bezug auf noch nicht genutzte oder „neue“ Produkte.

Tamina Hipp, Melanie Jaeger-Erben

15. Der Weg zum Institut der Ideen und Bücher – das Wuppertal Institut

Ende der 1960er-Jahre begannen in Deutschland Studentenvertreter, verkrustete Strukturen an den Universitäten öffentlich zu kritisieren. Sie forderten eine gleichberechtigte Mitsprache aller universitären Gruppen an hochschulinternen Entscheidungsprozessen, um gerechtere Lernbedingungen sowie neue zeitgemäße Lerninhalte und Lehrmethoden durchzusetzen. Dabei wurde auch über interdisziplinäre Ansätze von Forschung und Entwicklung diskutiert: Jeder Elektroingenieur, jeder Mediziner, jeder Jurist und Physiker sollte zusätzlich Marxismus studieren, um mit einem gesellschaftswissenschaftlichen Hintergrundwissen Sinn, Zweck und Ziele wissenschaftlicher Arbeit hinterfragen zu können. Prof. Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker erhielt 1972 den Ruf auf den Lehrstuhl für Interdisziplinäre Biologie und war einer der ersten Professoren, die an die neu gegründete Reformuniversität Essen berufen wurden: „Der Grund warum der damalige Ministerpräsident von NRW, Johannes Rau, mich an die Universität Essen holte, war nicht die Biologie, die war ihm nicht so wichtig, sondern meine unverschämt freche Idee einer Universitätsreform, die ich als Baukasten-Universität bezeichnete, in der Studenten sich „baukastenförmig“ ihre Studienfächer individuell zusammenstellen konnten und sollten. Sie sollten nicht doktrinär Physik, Romanistik, Politologie und dergleichen studieren, sondern die Studienfächer unterschiedlicher Disziplinen interdisziplinär miteinander verbinden. Davon erhoffte ich mir neues Wissen und neue Blickrichtungen. Die alte klassische Lehrorganisation war meiner Meinung nach zu verschult. Diese Idee hat Johannes Rau fasziniert.“ Die studentischen Forderungen fand von Weizsäcker „vom Inhalt her nicht überzeugend, aber das Prinzip der Interdisziplinarität war natürlich richtig.“

Gerd Stadermann

Kapitel 2. Was ist Stadtbauphysik?

Das komplexe System Stadt birgt eine Vielzahl von Phänomenen in sich, wird von zahlreichen Parametern beeinflusst und steht im Spannungsfeld der Wechselwirkung zwischen Mensch, bebauung und Umwelt. Die Bezeichnung Stadtbauphysik wird erstmalig 1980 im Memorandum der Konferenz der Hochschullehrer für Bauphysik eingeführt, um der Wechselbeziehung zwischen dem urbanen Raum unter dem Einfluss der Bebauung und des Menschen sowie der Umwelt einen wissenschaftlichen Rahmen zu geben. Stadtbauphysik ist interdisziplinär ausgerichtet. Kenntnisse aus der Bauphysik, Stadtplanung,Architektur, Meteorologie, Klimatologie, Aerodynamik, Hydrologie und Biologie fließen in verschiedene Teilgebiete dieser Fachdisziplin ein. Eine der wichtigsten Aufgaben der stadtbauphysikalischen Lehre ist es, den Architekten und Ingenieuren die Grundlagen und Grundsätze dieser Fachdisziplin zu vermitteln und den Planer sowie stadtplanende Behörden bereits im Planungsprozess zu unterstützen

Schew-Ram Mehra

Chapter 5. Städtische Atmosphäre und Stadtklima

Städte haben ein eigenartiges Mikroklima und führen durch die zunehmende Besiedlung, anthropogene Wärmeproduktion und Technisierung der Lebensräume zur Erwärmung der Erdatmosphäre. Die natürlichen Energie- und Stoffströme werden in Städten von anthropogen erzeugten Strömen überlagert. Daher stehen Städte vor großen Herausforderungen, um nachhaltig eine bessere Lebensqualität, Ressourceneffizienz und den Schutz der Umwelt zu gewährleisten. Obwohl die anthropogene Energiezufuhr in Städten im Vergleich zu der natürlichen Zustrahlung relativ gering ist, wirken sich die städtischen Emissionen schwerwiegend auf das Klima aus. Aufgrund der durch die Bebauung verursachten Komplexität der städtischen Struktur erleidet auch die bodennahe Atmosphäre Veränderungen. Obwohl die Stadt in ihrer Gesamtheit eine geschlossene Struktur darstellt, ist sie in eine Vielzahl von kleineren räumlichen Strukturen unterteilt. Gekennzeichnet sind sie durch ständigen stetigen und auch abrupten Wechsel in ihrer Oberflächenrauigkeit. Städtische Versiegelungsflächen beeinträchtigen das Stadtklima erheblich. Durch geeignete Anordnung und Gestaltung dieser Flächen und Anordnung von Grün- und Wasserflächen sowie Luftbahnen kann der Aufheizung der Städte entgegengewirkt werden.

Schew-Ram Mehra

Chapter 9. Probleme, Herausforderung und Maßnahmen

Städte sind und werden in der Zukunft noch stärker der Lebensraum der meisten Menschen sein. Die Überlastung der Infrastruktur, ständig zunehmende Probleme bei der Wasser-, Energie- und Lebensmittelversorgung, Abfall- und Abwasserentsorgung, Beeinträchtigung ökologischer Qualität urbaner Räume sowie steigende gesundheitliche Belastung führen jedoch zunehmend zum Verlust an Lebensqualität der städtischen Bewohner. Auch hinsichtlich der Sicherheit sowohl im öffentlichen wie auch im privaten Raum und auch der Mobilität stoßen die Städte an ihre Grenzen. Hinzu kommen der demographische Wandel, die steigende Ressourcenverknappung und der spürbare Klimawandel. Die Zunahme von Hitzeperioden, starken Unwettersituationen, Hochwasser und Überschwemmungen werden sich auf die urbanen Ballungsgebiete noch gravierender auswirken. Um unter diesen veränderten Randbedingungen auch in Zukunft die Umwelt zu schützen und in den Städten behagliche Umgebungsbedingungen zu schaffen, müssen geeignete Maßnahmen ergriffen werden.

Schew-Ram Mehra

1. Grundlagen und Einordnung des § 13a BauGB in der Planung

In diesem Kapitel wird die Basis der Regelung des § 13a BauGB näher betrachtet und eine Einordnung in das Planungsgeschehen vorgenommen.Ausgehend vom Flächenverbrauch, mit seinen vielfältigen Auswirkungen als Hintergrund der Bestimmung, wird die Entwicklung des rechtlichen Rahmens dargelegt sowie Veranlassung, Zielstellung und Vorgänger des § 13a BauGB erläutert.

Bernd Bohnenberg

Megatrend Nachhaltigkeit – Herausforderungen und Lösungsansätze durch digitale Managementstrategien

Um langfristig zukunftsfähig zu bleiben, müssen sich Unternehmen stets an sich stetig ändernde Rahmenbedingungen anpassen. Galt dies früher fast ausschließlich für die Rechtsrahmen in den Ländern ihrer Tätigkeit, so haben sich ökologische und gesellschaftliche Entwicklungen seit dem ausgehenden 20. Jahrhundert so sehr beschleunigt – häufig wahrgenommen in Form von globalen „Krisen“ – dass eigenständige, innovative Antworten von Unternehmensseite zur eigenen wie zur weltweiten Zukunftssicherung notwendig werden. Dabei ist der Anteil der Chancen in globalen Megatrends wie Digitalisierung oder Nachhaltigkeit für Unternehmen umso größer, je früher sie von einer abwehrenden oder nur anpassenden zu einer aktiv gestaltenden Rolle finden. Zwei Instrumente hierfür werden in diesem Artikel näher untersucht: Der Einsatz zumeist junger Managementstrategien und -kulturen wie z. B. Open Innovation oder Science-based targets, sowie innovativer digitaler Lösungen wie z. B. Blockchain oder Digital Twins. Dabei liegt das Augenmerk vor allem auf deren Interdependenz: Die potenziell nachhaltigkeits-steigernden Effekte digitaler Lösungen, wie verbesserte Ressourceneffizienz oder Lieferkettentransparenz, laufen ins Leere oder verkehren sich ins Gegenteil, wenn sie nicht in eine offene, mehrdimensional (im Sinne einer Triple Bottom Line) denkende Managementkultur eingebettet werden. Umgekehrt werden innovative Managementansätze erst ermöglicht durch eine drastisch verbesserte, digitale Informationsinfrastruktur, die die Komplexität ökologischer und sozialer Wirkungen von Unternehmenshandeln aufzeigen und steuerbar machen kann.

Marvin Schulze-Quester

Ein Bonus-Malus-System als Katalysator für die Modernisierung der Pkw-Flotte

Der Verkehr ist der einzige Sektor in Deutschland, dessen Treibhausgasemissionen seit dem klimapolitischen Referenzjahr 1990 nicht gesunken sind. Verantwortlich hierfür war vor allem ein Anstieg der Fahrleistung, aber auch der Trend zu größeren und höhermotorisierten Pkw, durch den technische Effizienzgewinne konterkariert wurden. Um eine Chance zu wahren, die mit dem Bundes-Klimaschutzgesetz selbst gesteckten Emissionsziele zu erreichen, muss nun unverzüglich umgesteuert werden: vom Pfad der Stagnation auf die Schnellspur in Richtung einer massiven Treibhausgasreduktion. Angesichts seines dominanten Emissionsanteils wird dabei gerade der Straßenpersonenverkehr einen entscheidenden Minderungsbeitrag leisten müssen. Ein wesentlicher Ansatzpunkt hierfür ist es, den spezifischen CO2-Ausstoß neuzugelassener Pkw schnell zu senken. Dazu ist sowohl der Markthochlauf elektrischer Antriebe als auch der Effizienzfortschritt bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor deutlich zu beschleunigen. Um Elektrifizierung und Effizienzverbesserungen voranzutreiben, ist das derzeitige Instrumentarium nachzuschärfen und zu erweitern. Eine sinnvolle Ergänzung des bisherigen Instrumentenmix ist ein unmittelbar beim Fahrzeugkauf ansetzendes Bonus-Malus-System. Durch dieses, in einigen Ländern bereits etabliertes, Instrument kann der Kauf sparsamer und klimaverträglicher Pkw in effektiver, aufkommensneutraler und sozial ausgewogener Weise angereizt werden. Ein Bonus-Malus-System kann einen wichtigen Push-Impuls für die beschleunigte Modernisierung der Pkw-Flotte aussenden. Komplementär hierzu braucht gerade die Elektrifizierung überdies einen starken Pull-Impuls, der insbesondere aus einer ausreichend dichten und nutzerfreundlichen Lade-Infrastruktur besteht.

Carl-Friedrich Elmer, Claudia Kemfert

DACHSER Emission-Free Delivery: Nachhaltige City-Logistik in der Stuttgarter Innenstadt

Dieses Kapitel identifiziert und diskutiert die grundlegenden Ansätze, die die Planung und Umsetzung der Innenstadtbelieferung in Europa des Logistikdienstleisters DACHSER SE leiten.

Hella Abidi, Stefan Hohm, Christian Weber

Chapter 8. Instrumente zur Stärkung der Digitalkompetenz in der Kommunalwirtschaft

Die Digitalisierung macht auch vor kommunalen Unternehmen nicht Halt. Insbesondere kleinen und mittleren Betrieben fällt der Umgang mit dem Thema anfangs schwer. Dieser Verunsicherung lässt sich nur begegnen, wenn die Verantwortlichkeiten in den Unternehmen beginnen, die Digitalisierung als eine Chance begreifen. Die Identifizierung und Strukturierung der relevanten Handlungsfelder zur erfolgreichen Gestaltung der digitalen Transformation kann dabei der erste Schritt sein.

Meriem Tazir, Markus Göttemann, Ksenia Grubets

Chapter 19. Smarte Öffentliche Mobilität in Stadt und Region

Digitale Technologien verändern auch im Mobilitätsbereich bestehende Geschäftsmodelle und Nutzungsgewohnheiten. Für die Branche des Öffentlichen Personennahverkehrs entsteht daraus die Notwendigkeit, sich mit neuen Wettbewerbern auseinanderzusetzen und sich an veränderte Kundenwünsche anzupassen. Dabei gilt es, das Kerngeschäft mit Bussen und Bahnen mit neuen, individuelleren und flexibleren Angeboten zu ergänzen und zusammen mit den Angeboten anderer Anbieter zu einem multi- und intermodalen Gesamtpaket zu schnüren. So können attraktive Alternativen zum motorisierten Individualverkehr in urbanen wie in ländlichen Räumen entstehen. Der Beitrag zeigt, dass für eine wirklich „smarte“ Öffentliche Mobilität jedoch mehr notwendig ist als ein attraktiver ÖPNV. Damit durch digitale Anwendungen nicht mehr Verkehr entsteht, muss ein moderner ÖPNV in ein integriertes Verkehrskonzept eingebettet werden, welches Stadt und Land zusammendenkt und das von regulativen Maßnahmen flankiert wird.

Franziska Rischkowsky, Susanne Straßer

Kapitel 3. Digitale Geld- und Währungssysteme

Im Jahr 1998 arbeitete erstmals Nick Szabo an einer dezentralisierten digitalen Währung in Verbindung mit der Blockchain (vgl. Sixt 2017, S. 7). Diese Währung nannte er „Bit-Gold“. Die älteste und noch immer bekannteste Kryptowährung, welche in einem verteilten Datenbanksystem arbeitet, ist der „Bitcoin“. Der Aufsatz zu einem elektronischen und dezentralen Geldsystem von Satoshi Nakamoto aus dem Jahr 2009 gilt als der Durchbruch der Blockchain Technologie (vgl. Nakamoto 2009; vgl. Platzer 2014, S. 12).

Volker Tolkmitt, Ruben Wittrin

3. § 3 Kreislaufwirtschafts- und Abfallrecht

Der Blick auf Abfall hat sich verändert: was früher auf der Müllkippe deponiert wurde, soll heute möglichst lange im Wirtschaftskreislauf gehalten werden. Abfälle, die in Deponien eingelagert wurden, sollen wiedergenutzt werden. Abfall wird zunehmend als Ressource betrachtet. Ursache dafür sind die Probleme und Kosten, die mit der modernen, auf Wachstum ausgerichteten Wirtschaftsweise verbunden sind: Raubbau an der Natur, Kosten für die Entsorgung und eine Mentalität, allzu oft das neueste Produkt zu erwerben, bestimmen das Problemfeld.

Ulrich Smeddinck

Medienregulierung der Schweiz seit 1945

Der föderalistische, mehrsprachige und direktdemokratische Kleinstaat Schweiz regulierte die Medien zögernd, mit Verspätung und immer in Reaktion auf die Entwicklungen im Ausland. Die Verfassungsgrundlage für Radio und Fernsehen kam erst nach drei Anläufen zustande. Eine Art „dualer Rundfunk“ wurde erst ermöglicht, als ausländische kommerzielle Programme längst über einen erheblichen Marktanteil in der Schweiz verfügten, so dass für einheimische Private wenig Wachstumspotenzial bestand. Eine vielfaltsichernde Presseförderung scheiterte zweimal. Die Internetregulierung steckt in den Anfängen, andere Medien (wie Buch, Film oder Außenwerbung) wurden nur behutsam oder gar nicht reguliert. Im Vordergrund stehen Fördermaßnahmen. Das Beschwerdeverfahren gegenüber Medieninhalten ist zwar bemerkenswert, aber noch vom Ideal entfernt. Erst die Medienkrise löste neue Initiativen aus. Diskutiert wird zudem, was der Public Service des öffentlichen Radios und Fernsehens (SRG) umfassen soll. Und diskutiert wird, ob eine staatsunabhängige, aber staatlich alimentierte Stiftung für Medienförderung errichtet werden soll.

Roger Blum, Marlis Prinzing

Kapitel 7. Biosphärische-technosphärische Transformationen – Dreißig praktikable Vorsätze

In diesem Praxiskapitel werden dreißig geniale Naturlösungen als Ausgangspunkt für technosphärische Anwendungen herausgestellt. Sie orientieren sich weitgehend an den in den vorherigen Kapiteln beschriebenen genialen Beispielen aus der evolutionären Natur. Unstreitig nutzt die Natur auch Routineprozesse während ihrer Entwicklungsstadien, jedoch immer mit Bedacht, nie absolut und dauerhaft, sondern ändert die Routine dort, wo es erforderlich ist, z. B. unter Berücksichtigung von Systemgrenzen (z. B. bei Nahrungsknappheit) und im Sinne einer nachhaltigen Weiterentwicklung zur Stärkung der Überlebensfähigkeit. In der Technosphäre gilt dieser Automatismus eher selten bis gar nicht. Wird eine Gewohnheitsroutine angestoßen, dann wird sie nicht selten mehrfach durchlaufen, auch wenn die erwartete Belohnung nicht mehr so üppig ausfällt oder sogar zur Belastung wird und somit über den Zeitpunkt einer notwendigen Routineänderung hinaus bestehen bleibt. Die Tendenz einer Teufelskreisspirale wird erkennbar mit allen schädlichen Konsequenzen, die sich daraus ergeben können. Das gilt im Privatbereich (Sucht nach zuckerhaltigen Süßigkeiten) genauso, wie im beruflichen/sozioökonomischen, politischen/gesellschaftlichen Bereich (Sucht nach Anerkennung, Sucht nach Bestätigung, Sucht nach Macht etc.).

E. W. Udo Küppers

Kapitel 5. Operationale Prinzipien der Natur – Universelle Entwicklungswerkzeuge eines langzeitbewährten biodiversitätsreichen Managements

Dieses Kapitel beschreibt universelle Entwicklungswerkzeuge der Natur, die erkannt wurden und zeigen sollen, warum die Biodiversität der Natur sich derart reichhaltig entfalten konnte, in einer Umwelt, deren Komplexität für uns Menschen kaum zu durchdringen, geschweige denn ihrer Wirksamkeit vollständig zu erfassen ist. Dennoch scheint es für Pflanzen und Tiere im Verbund ein leichtes zu sein, sich mit der Dynamik der komplexen Umwelt zu arrangieren und ihren Fortbestand zu sichern. Nur ein Organismus tanzt aus der Reihe: Der Mensch. In seiner unergründlichen Selbstüberschätzung – der bis heute der fehlinterpretierte Begriff des „survival of the fittest“ nachhängt – überschreitet er Belastungsgrenzen von natürlichen und technischen Systemen, die nur in eine Richtung führen können: der Systemzerstörung.Durch individuelle Nachhaltigkeitsstrategien von Pflanzern und Tieren in ihren biologisch-geologischen Biotopen – mit Werkzeugen, die sich aus Selbstorganisation, Selbstregulation mit stabilisierender Rückkopplung, Symbiose und vielem mehr zusammensetzen – erhalten sie sich durch geniale Vernetzungen ihre Überlebensfähigkeit und die zur Weiterentwicklung, trotz gelegentlicher Rückschläge durch umweltbedingte Störeinflüsse, woran nicht zuletzt der Mensch beteiligt oder sogar Ursache ist. Die evolutionäre Natur ist stabiler als man denkt.

E. W. Udo Küppers

Forschungs- und Technologiepolitik

Die Forschungs- und Technologiepolitik der Europäischen Union (EU) dient der wissenschaftlich-technologischen Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie. Im Kontext einer komplexen Modernisierungsstrategie mit diversen Arbeitssträngen sollen wissenschaftliche Exzellenz, Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung stimuliert werden. Die Arbeitsstränge sind das laufende achte Rahmenprogramm für Forschung und Innovation sowie das Rahmenprogramm für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation der EU.

Jürgen Turek

Kapitel 2. Normen, Indikatoren und Zertifizierung nachhaltigen Wirtschaftens

Normen sollen zu einer nachhaltigen Entwicklung auf der Unternehmensebene beitragen. Sie berücksichtigen die Belange der Verbraucher und legen darüber hinaus Anforderungen an den Gesundheits-, Arbeits- und Umweltschutz fest. Normen werden von Experten oder in einem Multistakeholder-Prozess entwickelt. Sie stellen Lösungen für technische, umweltbezogene und soziale Fragen im Managementprozess von Unternehmen dar.

Christine Rösch, Rüdiger Schaldach, Jan Göpel

Kapitel 3. Zielkonflikte zwischen Nachhaltigkeitszielen der Bioökonomie und öffentlicher Diskurs

Wenn man einen genauen Blick auf die im Rahmen der nationalen Politikstrategie Bioökonomie veröffentlichten Anforderungen an einen Wandel von einer fossil-basierten hin zu einer bio-basierten Wirtschaftsweise wirft, wird man schnell Hinweise auf Zielkonflikte finden.

Christine Rösch, Rüdiger Schaldach, Jan Göpel

Kapitel 4. Methoden zur ökologischen Bewertung

Einen Rahmen zur Analyse der Wirkbeziehungen zwischen Mensch und Umwelt bietet der Driver-Pressure-State-Impact-Response (DPSIR) Ansatz (Abb. 4.1). Das Konzept wurde Ende der 90er Jahre entwickelt und bereits für eine große Anzahl von Analysen im Kontext der vereinten Nationen und der Europäischen Umweltagentur genutzt (EEA 1995, 1999).

Christine Rösch, Rüdiger Schaldach, Jan Göpel

Kapitel 9. Ressourceneffizienz und Kostenpotenziale in der additiven Fertigung

Nachhaltigkeit ist in der Literatur ein umfangreich diskutierter Ausdruck, daher sei für eine weitergehende Auseinandersetzung auf die vielfältige Lektüre verwiesen [Dre08, GK12, Her10, Mat13, Puf14]. An dieser Stelle soll der konstitutive Rahmen für die Definition eines nachhaltigen Handelns erörtert werden, der in dieser Arbeit die Grundlage für ein quantitatives Bewertungskonzept verschiedener Produktionsverfahren bildet. Zu diesem Zweck wird aus der Begriffsgenese eine quantifizierbare Zielbeschreibung für die Bewertung der Nachhaltigkeit der additiven Fertigung abgeleitet und eingeordnet.

Mauritz Leander Birger Möller

Kapitel 1. Einleitung und Motivation

Aufgrund der stetig wachsenden Weltbevölkerung, des zunehmenden Wohlstandsniveaus sowie der gleichzeitig voranschreitenden Entwicklung der globalen Märkte erfährt der Bedarf an individuellen, interkontinentalen Mobilitätslösungen seit Jahrzehnten einen bedeutenden Anstieg. Im Bereich der Luftfahrt führt diese Entwicklung zu einem stetig ansteigenden Passagieraufkommen von ca. 7 % p.a. im Flugverkehr [BDG17] und zu einer vermehrten Nachfrage nach Luftfahrzeugen. Die limitierte Verfügbarkeit der benötigten Rohstoffe sowie der verwendeten Energieträger verstärkt den Bedarf an effizienten Flugzeugen sowie technologischen Innovationen für deren ressourcenschonende Herstellung und deren Betrieb. Das Ziel für die globale Luftfahrt besteht darin, die Menge der luftfahrtbedingten Kohlenstoffdioxidemissionen aus dem Referenzjahr 2005 bis zum Jahr 2050 um mehr als 50 % zu reduzieren [Int19].

Mauritz Leander Birger Möller

Kapitel 3. Forschungsbedarf und Lösungsweg

Im Folgenden werden, aufbauend auf dem erläuterten Stand von Wissenschaft und Technik, der bestehende Forschungsbedarf erarbeitet und eine detaillierte Zielsetzung sowie der zugehörige Lösungsweg für diese Arbeit abgeleitet.

Mauritz Leander Birger Möller

Kapitel 10. Zusammenfassung und Ausblick

In Verbindung mit innovativen Leichtbaukonstruktionen stellt der Einsatz von hochfesten Werkstoffen, wie der untersuchten Titanlegierung, einen Beitrag zur Lösung der globalen Mobilitätsherausforderungen dar. Dabei ist die zunehmende Nachfrage im Luftverkehr durch den Einsatz zusätzlicher Flugzeuge zu bewältigen und gleichzeitig das emissionsneutrale Wachstum der Luftfahrtbranche zu realisieren. Im Betrieb der Luftfahrzeuge wirkt sich die ausgeprägte Widerstandsfähigkeit der hochfesten Werkstoffe positiv aus, wohingegen diese Eigenschaften während der Produktion zu Herausforderungen bei der Bearbeitung führen.

Mauritz Leander Birger Möller

7. Viabilität von Organisationsstrukturen: Horizontale, vertikale und übergreifende Ansatzpunkte

Organisationsstrukturen sind auf Basis von Funktionen, Divisionen oder der Matrix nur unzureichend erklärt. Auch dynamische Faktoren wie Marktbedingungen, Umweltveränderungen, Rivalität innerhalb der Branche, Qualifikationen, Routinen oder Erfahrungen müssen durch Organisationsstrukturen umgesetzt werden. Dies zieht zum einen horizontale Überlegungen nach sich, die das Zusammenwirken von Abteilungen betreffen. Zum anderen geht es um die vertikale Ausgestaltung von hierarchischen Ebenen. Solche Adaptationsmöglichkeiten werden durch Steuerungselemente wie etwa der Abteilungsintegration, Führungs- und Leitungsspannen oder Holdingstrukturen angeboten. Zudem werden Tendenzen zur Ausdehnung der vertikalen Hierarchie diskutiert. Im Vordergrund stehen steigende Kosten und wachsende Distanzierung zwischen Führungs- und operativen Ebenen. Für dieses Problem werden Handhabungsmöglichkeiten aufgezeigt.

Michael J. Fallgatter

Kapitel 22. Ökodesign

Entwicklung von Produkten mit verbesserter Ökobilanz

Jedes Produkt hat über seinen gesamten Lebenszyklus hinweg Auswirkungen auf die Umwelt (z.Bs. durch den Verbrauch von Ressourcen und die Entstehung von Abfällen). Es wird zunehmend anerkannt, dass Hersteller und Verbraucher eine gemeinsame Verantwortung tragen, dafür zu sorgen, dass die negativen Umweltauswirkungen, die durch die Herstellung und den Konsum von Produkten und Systemen entstehen, so gering wie möglich sind, oder dass wir sicherstellen können, dass wir positive (oder netto-neutrale) Auswirkungen aus unserer Nutzung der Ressourcen des Planeten ziehen. Ökodesign ist ein Weg, um den Produktentwickler durch einen strukturierten Ansatz zur Verbesserung der Umwelt in jeder Phase des Produktentwicklungsprozesses und unter Berücksichtigung aller Phasen des Produktlebenszyklus zu unterstützen. Dieses Kapitel stellt eine kurze Geschichte und den aktuellen Stand der Praxis des Ökodesigns vor und führt einen strukturierten Ansatz für das Ökodesign ein, der sich auf zwei komplementäre Ansichten konzentriert: top-down, den designgetriebenen Ansatz und bottom-up, den ökologischen Lebenszyklusansatz. Verwandte Praktiken, Strategien, Richtlinien und Werkzeuge werden vorgestellt, um zu veranschaulichen, wie Ökodesign in den Entwicklungsprozess integriert werden kann.

Tim C. McAloone, Daniela C. A. Pigosso

Kapitel 16. Gestaltungsrichtlinien

Die Grundregeln „eindeutig“, „einfach“ und „sicher“ (Kap. 14) sowie die im Kap. 15 beschriebenen Gestaltungsprinzipien sind aus den generellen Zielsetzungen an jedes zu entwickelnde Produkt abgeleitet und daher immer zu berücksichtigen. Darüber hinaus existiert eine Vielzahl spezifischer Gestaltungsrichtlinien, die jeweils auf für einen konkreten Entwicklungskontext geltender Zielsetzungen ausgerichtet sind. Dies können etwa die besondere Bedeutung von Leichtbauprinzipien im Flugzeugentwurf, die Korrosionsbeständigkeit in Anwendungen der Medizintechnik oder auch Prinzipien der modularen Produktgestaltung für ein Zulieferunternehmen in der Automobilbranche sein.

Beate Bender, Kilian Gericke, Jörg Heusel, Thomas Bronnhuber, Olaf Helms, Jens Krzywinski, Fritz Klocke, Klaus Dilger, Rainer Müller, Tobias Ehlers, Roland Lachmayer

Kapitel 7. Clusterinitiativen als Instrument der Regionalentwicklung in Niederösterreich

„Innovation durch Kooperation“ als kontinuierlicher Ansatz regionaler Wirtschaftspolitik

Dieser Beitrag zeichnet die Entwicklung der niederösterreichischen Clusterpolitik als regionales, wirtschaftspolitisches Instrument von 2000 bis heute nach. Daraus abgeleitete Erkenntnisse: Die Einbettung in eine regionale Wirtschaftsstrategie ist unerlässlich, diese bildet den notwendigen Rahmen. Erfolgskennzahlen für Cluster sind sinnvoll und schaffen Akzeptanz. Clusterinitiativen sind nachhaltige Instrumente und eignen sich nicht für Spontanmaßnahmen. Cluster sind soziale Netzwerke handelnder Personen und basieren auf gegenseitigem Vertrauen, das sich stetig entwickelt. Kooperationsprojekte (B2B, B2R&D) schaffen langfristige und nachhaltige Beziehungen und sind ein Alleinstellungsmerkmal der Cluster. Und Cluster müssen lokal akzeptiert und gefestigt sein, damit eine Zusammenarbeit zwischen Clustern und Regionen funktioniert.

Stefan Liebert, Simone Hagenauer

Kapitel 11. Grenzenlos mobil? Eine ethische Betrachtung unseres Verkehrs- und Mobilitätssystems

Der Beitrag beleuchtet anhand der drei ethischen Leitlinien Gewährleistung von individueller Freiheit (1), Gerechtigkeit (2) sowie Umweltverträglichkeit und Ressourceneffizienz (3) unser Mobilitäts- und Verkehrssystem. Nach einer Einführung in die Problematik und der Definition zentraler Begrifflichkeiten zeigt der Beitrag die Herausforderungen auf mit denen eine mobile Gesellschaft konfrontiert ist. Der Beitrag dokumentiert dabei die Dilemmata zwischen individueller Bedürfnisbefriedigung und gesellschaftlichen Kosten. Abschließend wird kritisch diskutiert inwieweit individuelles ethisches Handeln zur Lösung verkehrs- wie gesellschaftspolitscher Probleme beitragen kann oder ob es vielmehr nationale oder gar supranationale Lösungen braucht.

Matthias Gather, Claudia Hille

Stadt Architektur Vergangenheit Zukunft Ruhr

Wilhelm von Humboldts Ausspruch „Nur wer die Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft“ gehört zwar zu den häufig zitierten Bildungsweisheiten, doch die Verbindung zwischen beidem wird selten hergestellt. Historiker möchten die Wissenschaftlichkeit ihrer Erkenntnisse nicht durch Wertvorstellungen und Wünsche für die Zukunft beflecken; Zukunftsgestalter wie Politiker, Wirtschaftstreibende und andere jagen zumeist jüngsten aktuellen Daten hinterher und haben kaum Zeit, längerfristige Prozesse zu reflektieren und in die Begründung ihres Handelns mit einzubeziehen. Doch gerade im aufkommenden Zeitalter der Nachhaltigkeit stellt sich die Frage nach der Berücksichtigung des Historischen als der einzigen Möglichkeit, Langfristigkeit auch empirisch zu untersuchen und zu belegen, mit zugespitzter Dringlichkeit.

Wolfgang Sonne

Industrie und Nachhaltigkeit für eine starke Ruhrbanität

Der von Jan Polívka, Christa Reicher und Christoph Zöpel geprägte Begriff der „Ruhrurbanität“ beschreibt in einem einzigen Wort das Ziel des Strukturwandels des Ruhrgebiets: die Entwicklung von einem durch die Montanindustrie definierten Gebiet zu einer Agglomeration mit einer klaren urbanen Identität. Sie beschreiben diesen Weg durch sechs strategische Schwerpunkte, nämlich.

Franz Lehner

Herausforderungen und Chancen einer polyzentrischen Agglomeration Ruhr

Regionen, die sich aus einer Vielzahl von einzelnen Städten und Ortschaften zusammensetzen, sind kein Sonderfall. Dennoch steht das Ruhrgebiet im deutschsprachigen Raum nahezu paradigmatisch für den Typus einer polyzentrischen Agglomeration. Welche besonderen Herausforderungen und Chancen stellen sich in einer Agglomeration? Wie lässt sich eine solche großräumige Städtelandschaften nachhaltig planen und gestalten? Nach welchen Prinzipien und mit welchen Mitteln kann und sollte Städtebau im regionalen Maßstab stattfinden? Das Ruhrgebiet ist für derartige Fragen besonders prädestiniert, nicht zuletzt weil derzeit der Blick verstärkt auf die Formate der Stadt- und Regionalentwicklung fällt, die in den letzten 30 Jahren seit der Internationalen Bauausstellung (IBA) Emscher Park die Agglomeration Ruhr geprägt und im Hinblick auf die Gestaltbarkeit regionaler Stadträume neue Wege erprobt haben.

Christa Reicher

Die Zukunft des Ruhrgebietes

Auf dem Weg zur ökologischen Wissensregion

In den letzten Jahren gab es einige Einschätzungen zur Situation und Zukunft des Ruhrgebietes (Bogumil et al. 2012; Bogumil & Heinze 2019; BMR 2020; Kempermann et al. 2020; Roters et al. 2019). Die Einschätzungen schwanken dabei zwischen Skepsis, Hoffnung und Zuversicht. Christoph Zöpel gehört seit Jahrzehnten eher zu den Personen mit Hoffnung und Zuversicht bezogen auf das Ruhrgebiet.

Jörg Bogumil

Open Access

11. Zukunft unter Klima-Unsicherheiten agil und nachhaltig gestalten

Der beschleunigte Klimawandel fordert Wirtschaft und Gesellschaft heraus, zu handeln, um Klimaveränderungen abzuschwächen und zu kontrollieren sowie unser Leben an die sich ändernden Umstande anzupassen. Dabei trifft hoher Entscheidungsdruck auf große Unsicherheit. Um Handlungsmöglichkeiten zu erkennen und zu ergreifen, gilt es, die Instrumente für eine agile strategische Orientierung und Gestaltung im Klimawandelzeitalter zu sortieren und zu scharfen.

Sebastian Abel, Jakob Michelmann

Open Access

10. Digitalisierung − Segen oder Fluch für den Klimaschutz?

Der Klimawandel und die Bedrohung unserer Lebensgrundlagen durch die voranschreitende Ausbeutung unserer natürlichen Ressourcen: Kann die Digitalisierung dabei helfen, diesen großen Herausforderungen der Menschheit entgegenzuwirken? Oder treibt sie den Klimawandel eher voran? Und falls ja, in welchen Aspekten? Ob wir die eine Entwicklung nutzen können und werden, um die andere abzubremsen oder gar aufzuhalten, hangt von zahlreichen Faktoren ab.

Annette Randhahn, Dr. Jochen Kerbusch, Dr. Markus Gaaß, Dr. Doreen Richter

Open Access

13. Kreislaufwirtschaft als Säule des EU Green Deal

Die Nutzung erneuerbarer Energien und Energieeffizienz sind bislang die zentralen Ansätze zur Minderung der anthropogenen Ursachen des Klimawandels. Zudem übt der weltweite Ressourcenverbrauch enormen Änderungsdruck auf unser bestehendes überwiegend lineares Wirtschaftssystem aus. Um Emissionen und Ressourcenverbrauch weiter zu reduzieren, setzt der im November 2019 von der EU-Kommission vorgestellte Green Deal auf die Etablierung einer Kreislaufwirtschaft. Hat sie das Potenzial, das Paradigma der linearen Wirtschaft abzulösen?

Florian Schaller, Annette Randhahn, Dr. Eyk Bösche, Jakob Michelmann

Open Access

5. Gastronomie und Kulinarik

Die Gastronomie ist einerseits ein wichtiger Abnehmer der Landwirtschaft und der Nahrungsmittelindustrie, anderseits liefert sie wichtige Serviceleistungen an Touristen (touristischer Konsum von In- und Ausländern) und die lokale Bevölkerung (privater Konsum) sowie an aus- und inländische Dienst- und Geschäftsreisende. Gerade für Touristen stellt das Speise- und Getränkeangebot ein wichtiges Element nahezu jeder Urlaubsreise dar. Für Hotel- und Gastronomiebetriebe ist es daher wichtig, ein exzellentes Speisen- und Getränkeangebot zu gestalten, das auch die für den Gast wichtigen Nachhaltigkeitsaspekte v. a. auch in Hinblick auf den Klimawandel berücksichtigt (Lund-Durlacher et al. 2016). Insgesamt bieten sich den Hotel- und Gastronomiebetrieben einige Handlungsoptionen hinsichtlich einer klimaschonenden Angebotsgestaltung, die in diesem Kapitel detailliert abgehandelt werden.

Dagmar Lund-Durlacher, Stefan Gössling, Hannes Antonschmidt, Gudrun Obersteiner, Egon Smeral, Martin Wildenberg

Open Access

12. Nationale Verpflichtungen auf Grundlage des Pariser Klimaabkommens

Kap. 11 hat gezeigt, dass es derzeit noch große Unsicherheiten darüber gibt, wie hoch tatsächlich der Beitrag des Tourismus zu den nationalen und internationalen Treibhausgasemissionen ist. Es ist jedoch gewiss, dass der Anteil bedeutend ist und, in Zusammenhang mit dem prognostizierten Wachstum des weltweiten Tourismus, wahrscheinlich weiter steigen wird. Daher stellt sich die Frage, wie die Emissionen der touristischen Aktivitäten gesenkt werden könnten. Im vorliegenden Kapitel wird berichtet, welche Verpflichtungen und Strategien es dazu aktuell auf politischer Ebene gibt, beginnend mit internationalen Verträgen, insbesondere dem Pariser Klimaschutzabkommen, und Vorgaben der Europäischen Union, bei denen Österreich sich verpflichtet hat, teilzunehmen. In weiterer Folge richtet sich das Augenmerk auf eine detaillierte Betrachtung und Bewertung der Klimaschutz‑, Klimawandelanpassungs- und Tourismusstrategien auf Bundesebene und in den einzelnen Bundesländern. Im Anschluss daran werden allgemein mögliche Maßnahmen und Potenziale besprochen. Schließlich wird unter dem Schlagwort „Paris Lifestyle“ diskutiert, welche Maßnahmen notwendig sind, um auf individueller Ebene zum Ziel eines CO2-armen bzw. -neutralen Tourismus beitragen zu können. Dazu werden auch Beispiele innovativer, emissionsarmer Angebote von Tourismusbetrieben und Destinationen vorgestellt.

Franz Prettenthaler, Andrea Damm, Stefan Gössling, Christoph Neger, Stephan Schwarzinger, Willi Haas

Open Access

13. Ableitung von Handlungsoptionen

Bevor im Einzelnen auf die grundsätzlichen Strategien und Handlungsoptionen eingegangen wird, ist es wichtig, die dem Bericht zugrunde liegende Vision zu verdeutlichen.Der Tourismus unterscheidet sich von anderen Wirtschaftszweigen dadurch, dass die Kunden wesentlich flexibler sind und sehr rasch – oftmals von einer Saison auf die andere – „mit den Füßen abstimmen“. Wie die Darstellungen in Kap. 1 zeigen, hat diese Abhängigkeit durch eine Zunahme kürzerer Reisen und der sogenannten Stand-by-Touristen eher noch zugenommen. Daher kommt es im Tourismus nicht nur darauf an, ob und inwieweit das Angebot der österreichischen Tourismusbranche klimagerecht ist, sondern auch ob und wieweit es gelingt, den Kunden gezielt zu beeinflussen (Njoroge 2015).

Prof. Dr. Ulrike Pröbstl-Haider, Nina Mostegl, Andrea Damm, Franz Prettenthaler, Dagmar Lund-Durlacher, Astrid Gühnemann, Robert Steiger, Marc Olefs, Herbert Formayer, Claudia Hödl, Christoph Neger

Abfalltechnik

Die Abfallbehandlung findet in Deutschland generell auf einem hohen technologischen Niveau statt, wobei statt der Beseitigung die Verwertung der anfallenden Abfälle im Vordergrund steht. Ausgehend von rechtlichen sowie abfallwirtschaftlichen Grundlagen (z. B. Abfallmengen und -zusammensetzung), werden die grundlegenden Verfahren der biologischen/mechanisch-biologischen sowie thermischen Abfallbehandlung bis hin zur Deponietechnik kurz erläutert.

Anke Bockreis

42. Sonderverfahren

Die Gewindefertigung umfasst sämtliche Verfahren die zur Herstellung von Gewinden verwendet werden. Die Unterteilung kann in Anlehnung an die DIN 8580 ff. [76] erfolgen (Abb. 42.1). Die Verfahrensauswahl erfolgt unter Berücksichtigung der Gewindefunktion, der Anforderungen an das Gewinde und unter Beachtung wirtschaftlicher Gesichtspunkte. Durch die verfahrenscharakteristische Kinematik wird die Eignung zur Herstellung von Innen‐ und/oder Außengewinden limitiert.Die Herstellung von Gewinden durch Druckgießen ist dem Urformen zuzuordnen. Das Verfahren hat nur eine geringe Bedeutung. Der Gewindefertigung mittels trennender Verfahren ist die größte Verfahrensvielfalt zuzuordnen. Die Vielfalt ist dabei nicht gleichbedeutend mit dem Marktanteil der Verfahren. Innerhalb des Trennens werden die Verfahren gemäß DIN 8580 ff. [76] weiter unterteilt. So werden das Gewindeschneiden und Gewindebohren der Gruppe Spanen mit geometrisch bestimmter Schneide zugeordnet, während beispielsweise das Gewindeerodieren in die Gruppe Abtragen einzugliedern ist. Weitere Verfahren wie das Gewindewalzen oder Gewindedrücken werden dem Umformen zugewiesen.

Andreas Dietzel, Nico Troß, Jens Brimmers, Prof. Dr.-Ing. Eckart Uhlmann, Christian Brecher, Stephanus Büttgenbach, Berend Denkena, Manfred Weck

49. Spanende Werkzeugmaschinen

Drehmaschinen ermöglichen die spanabhebende Herstellung rotationssymmetrischer Bauteile mit geschlossener, meist kreisförmiger Schnittbewegung sowie quer zur Schnittrichtung ausgerichteter Vorschubbewegung [1]. Hierbei führt in der Regel das Werkstück die umlaufende Schnittbewegung und das Werkzeug die in einer zur Schnittrichtung senkrechten Ebene liegende Vorschub‐ und Zustellbewegung aus. Weiterhin existieren Sonderbauformen von Drehmaschinen, die eine umlaufende Werkzeugbewegung sowie die Integration einer Fräs‐ beziehungsweise Bohrbearbeitung ermöglichen.

Prof. Dr.-Ing. Eckart Uhlmann

Kapitel 8. Schlussfolgerungen

In der Zusammenfassung erfolgt die Verifizierung der Forschungshypothesen und die wichtigsten Ergebnisse der Arbeit werden in komprimierter Form darstellt. Anschließend werden die möglichen weiterführenden Forschungen angesprochen und die Schwerpunkte der eigenen Forschungen noch einmal rekapituliert.

Katrin Marquardt

Kapitel 4. Aktuell laufende Programme und Initiativen zur Förderung von nachhaltigen und verantwortungsvollen Geschäften im Kontext von Digitalisierung

Es ist unbestreitbar, dass die Politik eine entscheidende Rolle bei der nachhaltigen und verantwortungsvollen Entwicklung spielt und spielen wird. Deshalb werden in diesem Kapitel des ersten Teiles der Doktorarbeit, die gegenwärtig laufenden internationalen und europäischen Programme zur Förderung und Unterstützung der nachhaltigen Entwicklung präsentiert. Dabei werden im Speziellen die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung, die europäische Strategie für nachhaltige Entwicklung Europa 2020 und mit ihr verbunden themenspezifische Programme betrachtet. Beide gelten als wichtige Meilensteine der internationalen Zusammenarbeit für Nachhaltigkeit, zeigen jedoch bisher nur in begrenzten Umfang Wirksamkeit was die Zielerreichung anbelangt, wie anhand aktueller Berichte belegt wird. Anschließend werden die Initiative Digitalisierung der europäischen Industrie und die europäischen Forschungs- und Entwicklungsprogramme betrachtet und zwei von ihnen eingehender vorgestellt, das EU-Finanzierungsinstrument für Umwelt- und Klimapolitik - Life und das EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation - Horizon 2020. Beide Programme laufen seit mehreren Jahren und es wird bereits jeweils an einem Nachfolgeprogram gearbeitet, welches einen noch größeren finanziellen Rahmen haben soll. Für beide werden die Ergebnisse der Halbzeitbetrachtung und aktuellen Berichte vorgestellt und bewertet und Optimierungspotentiale identifiziert. Integrierte Qualitäts-, Umwelt-, Arbeitsschutz- und Sicherheitsmanagementsysteme sind allseits bekannt und bieten für die Wirtschaft eine Unterstützung bei der Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und der Transformation zu nachhaltigen und verantwortungsvollen Geschäften. Aus diesem Grund wird im letzten Abschnitt dieses Kapitels der aktuelle Sachstand bezüglich integrierter Managementsysteme vorgestellt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den drei ISO Normen zu Qualität, Umwelt und soziale Verantwortung.

Katrin Marquardt

Kapitel 2. Grundlagen von nachhaltigen und verantwortungsvollen Geschäften

In diesem Kapitel wird die historische Entwicklung der Nachhaltigkeit anhand wichtiger Meilensteine dargestellt. Es werden die drei Komponenten der Nachhaltigkeit: Ökonomie, Ökologie und Soziales, der Unterschied zwischen Nachhaltigkeit und nachhaltiger Entwicklung sowie die Haupttypen der Nachhaltigkeitsmodelle und deren Anwendbarkeit vorgestellt. Der zweite Abschnitt der Arbeit widmet sich der Thematik Verantwortlichkeit und hier im Speziellen der sozialen Verantwortung von Unternehmen. Dazu werden die Prinzipien der Verantwortung im Hinblick auf das Wer, gegenüber Wem und Wofür untersucht sowie die historische Entwicklung der sozialen Verantwortlichkeit (CSR) und ihre verschiedenen Ausprägungen. Der letzten Teil des Kapitels bietet einen Überblick über das Thema Green Economy und damit verbundene Konzepte. Hier werden die Charakteristiken, internationale Initiativen und Strategien im Kontext der Green Economy und das Zusammenspiel zwischen Nachhaltigkeit und Konzep-ten zur Förderung nachhaltiger Entwicklung erläutert. Im Detail wird das Konzept der Kreislaufwirtschaft, welches sich in den letzten Jahren einer steigenden Popularität in der Politik, Wirtschaft und Gesellschaft erfreut, eingehender untersucht und erörtert welche Auswirkungen es auf die nachhaltige und verantwortungsvolle Entwicklung hat. Abschließend werden die Archetypen aktueller und zukünftiger Geschäftsmodelle vorgestellt und die Bedeutung der Business Model Innovation im Hinblick auf Nachhaltigkeit und Verantwortlichkeit untersucht.

Katrin Marquardt

Plug&Play-Fördertechnik in der Industrie 4.0

Dezentrale Koordinationsmechanismen für Multifunktionalität und Wiederverwendbarkeit

Für die Umsetzung der Vision „Industrie 4.0“, in der Mensch und Maschine unter- und miteinander vernetzt sind, werden u. a. cyber-physische Systeme benötigt. Im Bereich der IntralogistikIntralogistik wurden in den letzten Jahren bereits mehrere Materialflusssysteme entwickelt, die diesen Ansprüchen zumindest teilweise entsprechen, indem sie modular aufgebaut und dezentral gesteuert sind. In diesem Artikel werden zuerst gewünschte Eigenschaften von Fördertechniksystemen identifiziert, aus denen Gestaltungsregeln abgeleitet werden. Daraufhin werden Beispielsysteme vorgestellt, die diese Gestaltungsregeln befolgen, und es wird untersucht, inwieweit die gewünschten Eigenschaften erfüllt sind. Im Fazit wird auf die zukünftigen Herausforderungen eingegangen.

Zäzilia Seibold, Kai Furmans

Auswirkungen von Industrie 4.0 auf Warehouse-, Transport- und Supply-Chain-Management-Systeme

Industrie-4.0-taugliche Software sollte in der Flexibilität ihrer Gestaltung und Funktionen auf die künftige Wandelbarkeit der Logistikanlagen und -systeme ausgelegt werden. Die Herausforderungen für die Entwickler reichen von der Architektur und Schnittstellenproblematik über die Integration dezentraler Steuerung und Intelligenz bis hin zu den Lizenzmodellen. Darüber hinaus gewinnen die Harmonisierung und intelligente Analyse polystrukturierter Daten sowie die Einbindung von Methoden und Verfahren der Künstlichen Intelligenz (KI) zunehmend an Bedeutung.

Giovanni Prestifilippo

Aktorik für Industrie 4.0

Intelligente Antriebs- und Automatisierungslösungen für die energieeffiziente Intralogistik

Im Rahmen dieses Beitrags werden neue Ansätze für intelligente, innovative Antriebslösungen (Aktoren) und ein Optimierungsansatz zur Ermittlung einer effizienzoptimalen Bewegungsführung für intralogistische Prozesse vorgestellt. Die Ansätze orientieren sich an den spezifischen Anforderungen der Intralogistik und zeigen Lösungen auf, die zu einer Verbesserung der Energie- und Ressourceneffizienz und zu einer Reduzierung der Komplexität im Sinne von Industrie 4.0 beitragen.

Heiko Stichweh

Kapitel 3. Strategien des Supply Chain Managements

Die unter Kapitel B beschriebenen Führungskonzepte sind eine Plattform für das Supply Chain Management. Basierend auf diesen Ansätzen können in den Lieferketten unterschiedliche Strategien Einsatz finden. Ihre Auswahl hängt von den Besonderheiten der Organisationen ab, wobei sich diese Konzepte in der Supply Chain auf die Versorgung, die Entsorgung und das Recycling von Unternehmensaktivitäten beziehen.

Hartmut Werner

Kapitel 2. Governance und Wettbewerb – grundlegende Theorien und konzeptionelle Ansätze

Die vorliegende Arbeit ist durch ein hohes Maß an Interdisziplinarität gekennzeichnet. Parallel zur ökonomischen Grundausrichtung müssen politische und kulturelle Aspekte in die Grundlagenbestimmung einbezogen werden. Um einem möglichen Vorwurf des unreflektierten Eklektizismus entgegenzuwirken, ist bei der Wahl und der Anwendung wissenschaftlicher Theorien an erster Stelle eine exakte Abgrenzung notwendig.

Florian Hösl

Kapitel 5. Messung der Dienstleistungsqualität

Ausschlaggebend für ein erfolgreiches Qualitätsmanagement ist in erster Linie die Messung der Dienstleistungsqualität. Infolgedessen werden in diesem Kapitel die bestehenden Möglichkeiten zur Messung der Dienstleistungsqualität aufgezeigt und kritisch diskutiert. Es zeigt sich, dass neben kundenorientierten Messansätzen (z. B. Expertenbeobachtungen, Kundenbefragungen, Beschwerdeanalysen) auch unternehmensorientierte Ansätze zur Qualitätsmessung (z. B. Benchmarking, Mitarbeiterbefragungen, Betriebliches Vorschlagswesen) eingesetzt werden. Im Rahmen der Betrachtung von Praxisbeispielen und Anwendungsmöglichkeiten der einzelnen Messansätze zeigt sich schließlich, dass hinsichtlich aufgezeigter Stärken und Schwächen der SERVQUAL-Ansatz und der SERVPERF-Ansatz derzeit zu den am weitesten verbreiteten Messansätzen gehören. Diese Ansätze werden detailliert dargestellt und gewürdigt.

Manfred Bruhn

2. Herausforderungen

Das Kapitel beschäftigt sich mit den wirtschaftlichen Trends und Herausforderungen für Unternehmen. Es verdeutlicht die Gemeinsamkeiten und Unterschiede bei der Betrachtung von Lean im Vergleich zur Betriebswirtschaftslehre. Die Begriffe Effektivität und Effizienz werden geklärt. Es wird außerdem dargelegt, dass Krisen zu einer Optimierung dazugehören und immer eine Chance für die Weiterentwicklung sind. Zu Beginn der Lean-Vorgehensweise steht der Kunde im Fokus. Es ist notwendig, sich an ihm zu orientieren.

Frank Bertagnolli

22. Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz sind mit Lean eng verknüpft. Alle Themen haben gemeinsam die Vermeidung von Verschwendung im Fokus. Mit Energieeffizienz können im industriellen Umfeld die Produktionskosten gesenkt werden.

Frank Bertagnolli

14. Lean und Produktionssysteme

Das Flussprinzip ist während der Massenproduktion entstanden. Die Massenproduktion ist nicht in der Lage, eine hohe Kundenvarianz ohne hohe Bestände abzubilden. Lean ermöglicht eine Kundenindividualisierung mit geringen Beständen. Der Begriff Lean stammt aus einer amerikanischen Studie, welche die japanische Automobilproduktion genauer analysiert hat. Die Methoden einer schlanken Produktion sind im Toyota-Produktionssystem vereint. Das Toyota-Produktionssystem ist aus der Notwendigkeit entstanden und vereint den Gedanken der Qualitätserzeugung (Jidoka) mit dem einer idealen Belieferung (Just-in-Time). Produktionssysteme sind heute in vielen Unternehmen mit unterschiedlicher Symbolik vorhanden und verfolgen eine klare Vision.

Frank Bertagnolli

Strategie für die Zukunft – Vom Trendscanning zur strategischen Personalplanung

In einer Arbeitswelt, die sich im beständigen Wandel befindet, ist es unerlässlich einschätzen zu können, welche Trends und Entwicklungen das eigene Unternehmen und die eigene Belegschaft in welchem Ausmaß beeinflussen und welche Maßnahmen gegebenenfalls zu ergreifen sind, um mit den anstehenden Herausforderungen adäquat umzugehen. Zum einen zeigt sich bei näherer Betrachtung der Trends, dass kein Unternehmen – und sei es noch so klein – umhin kommt, strategisch in die Zukunft zu planen, um das richtige Personal in ausreichender Quantität zur Verfügung zu haben und so seine Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Zum anderen stellt eine solche eingehende Auseinandersetzung das Fundament einer jeden strategischen Personalplanung dar.

Jutta Rump, Silke Eilers

Kapitel 12. Agil und selbstorganisiert: Teams als Organisationsform

Peter Klett, Vorstandsvorsitzender Weser-Elbe Sparkasse, berichtet über Erfahrungen mit der Umwandlung seines Unternehmens in eine agile Organisation. Wir informieren über Auswirkungen von Agilität auf Unternehmensstrukturen und Führungskompetenzen, heben die Bedeutung von Unternehmertum auf allen Ebenen des Unternehmens hervor und zeigen Grenzen von Agilität auf.

Joachim Hasebrook, Benedikt Hackl, Sibyll Rodde

Kapitel 2. Synthese (Herstellung, Erzeugung) von (petrobasierten) Kunststoffen

Kap. 2, sehr knapp für den Ingenieur, gibt eine Übersicht zur Synthese von Polymeren. Einzelne Kunststoffe werden den Polymerisationsarten zugeordnet. Die einzelnen Polymerisationen sind verkürzt nach Lehrmaterial von plastics europe abgedruckt. Den Ingenieur interessieren Einflüsse der Polymerisation auf Werkstoffeigenschaften. Neben den Thermoplasten werden auch Duroplaste erwähnt, danach abgewandelte Naturstoffe auf Cellulose-, Protein- und Ligninbasis beschrieben und verfahrenstechnische Prozesse der Kunststofferzeugung am Klassiker Polystyrol gezeigt. Kap. 2 ist weitestgehend unverändert gegenüber der 1. Auflage.

Peter Eyerer

Chapter 2. Was ist Produktmanagement?

Es kann (noch) nicht vorausgesetzt werden, dass allgemein bekannt ist, was Produktmanagement aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist. Deshalb soll im Folgenden der Begriff des Produktmanagements anhand von fünf grundlegenden Aspekten eingeführt werden: Zunächst macht die Erfolgs- bzw. Misserfolgsquote von Neuprodukten deutlich, wozu Produktmanagement benötigt wird (Abschn. 2.1). In einem zweiten Schritt werden anhand des betriebswirtschaftlichen Produkt-Lebenszyklus die Aufgaben des Produktmanagements skizziert (Abschn. 2.2). Diese Aufgaben können entweder von der Unternehmensleitung oder von der Rolle der Produktmanagerin wahrgenommen werden. Letztere hat sich im Laufe der vergangenen 90 Jahre in bestimmten Situationen aus der Rolle der Unternehmensführung ausdifferenziert und professionalisiert (Abschn. 2.3). Mit der Existenz einer eigenständigen Rolle einer Produktmanagerin stellen sich die Fragen, was diese Rolle können muss und wie sie diese Kompetenzen erlernt (Abschn. 2.4). Weiterhin muss geklärt werden, wie eine eigenständige Rolle „Produktmanagerin“ in die Organisationsstruktur eines Unternehmens integriert wird (Abschn. 2.5). Mit diesen fünf Aspekten, welche die Verantwortung, Aufgaben, Kompetenzen und Organisation des Produktmanagements definieren, soll das in diesem Buch zugrunde gelegte Verständnis des Produktmanagements dargelegt werden.

Brigitte Biermann, Rainer Erne

Chapter 7. Nachhaltigkeit – Umsetzungskonzepte

Die Einsicht, dass der eingeschlagene marktradikale Weg in einer endlichen Welt nicht (mehr lange) funktionieren kann, führte zur Entwicklung unterschiedlicher Konzepte, die politische, wissenschaftliche, unternehmerische, aber auch zivilgesellschaftliche Ansätze verfolgen und unterschiedlich stark die im Kap. 5 vorgestellten Nachhaltigkeitsstrategien zugrunde legen.

Hartwig Haase

Kapitel 18. Welchen Beitrag kann ein Biosphere Reserve zur Umsetzung der SDG leisten? Einsichten und Aussichten aus der UNESCO Biosphäre Entlebuch

Mit der MAB-Strategie 2015–2025, der Lima-Deklaration 2016 und dem Lima-Aktionsplan 2016–2025 sollen sich UNESCO Biosphere Reserves (BR) zu Modellen der Umsetzung der Sustainable Development Goals 2015–2030 (SDG) entwickeln. Sie sollen eine Vorbildfunktion übernehmen, indem sie aufzeigen, was und wie sie auf lokaler Ebene zur Erreichung der globalen Ziele Nachhaltiger Entwicklung beitragen. Bisher fehlen jedoch Hinweise, zu welchen SDG mit ihren 169 Unterzielen Biosphärenreservate (BR) überhaupt beitragen können und sollen. Ebenso stellt sich die Frage, ob die SDG wirklich einen sinnvollen Zielrahmen für BR hergeben. Diese Unklarheiten waren Ausgangslage für ein Projekt in der UNESCO Biosphäre Entlebuch. Darin wurden im Rahmen kriterienbasierter Experteneinschätzungen alle 169 SDG-Unterziele dahingehend beurteilt, inwieweit diese für BR in Westeuropa allgemein und speziell für das BR Entlebuch relevant sind, ob die relevanten Unterziele mit Maßnahmen schon abgedeckt sind und ob Anpassungsbedarf bei den Zielen und Maßnahmen besteht. Die Ergebnisse sind vielfältig: Zwei Drittel der 169 SDG-Unterziele haben für BR keine oder eine nur geringe Bedeutung, und auf nur einen Drittel können BR direkt einwirken; indirect (z.B. über Kooperationen mit anderen Akteuren oder Ausbildung) haben sie jedoch bei gewissen Unterzielen weitere Einflussmöglichkeiten. Am Beispiel des BR Entlebuch zeigte sich, dass es noch weniger Unterziele sind, die in der praktischen Umsetzung eines BR eine wichtige Rolle spielen. Aus den Resultaten lässt sich folgern, dass sich die 169 SDG-Unterziele nicht als einziger Zielrahmen für BR eignen. Die allgemein formulierten 17 SDG können hingegen gut als Orientierungsrahmen für BR dienen. Sie erlauben es, eine globale Perspektive auf lokaler Ebene einzubringen und dazu beizutragen, den Zielrahmen wie auch die Maßnahmen eines BR kritisch zu beurteilen.

Thomas Hammer, Florian Knaus, Annette Schmid

Kapitel 6. Verwertung von Kunststoffen

Kunststoffe haben seit den 1950er-Jahren ein beispielloses Wachstum erreicht. Aufgrund ihrer vielfältigen Einsatzmöglichkeiten und hervorragenden technischen Eigenschaften haben sie zahlreiche Anwendungsgebiete erobert. Vor diesem Hintergrund spielt die Frage, was mit den Kunststoffen am Ende ihres Lebensweges geschieht, eine entscheidende Rolle. Das vorliegende Kapitel gibt einen Einblick in den Bereich der Verwertung von Kunststoffen. Dabei werden verschiedene Aspekte angesprochen: Rechtlicher Rahmen sowie aktuelle Strategien und Konzepte des Abfallmanagements, Kunststoffe in Abfallströmen, Abfallmanagement unter Berücksichtigung von Abfallerfassung und Abfallvorbehandlung sowie die verschiedenen Verwertungsverfahren.

S. Cieplik, U. Schlotter, S. Meyer, K. Wittstock

Kapitel 10. Hardware-Gläubige

Die Jagd nach dem besten Smartphone – und wie wir dabei Raubbau an der Erde betreiben

4.00 Uhr: Mike hatte nicht an lange Unterhosen gedacht. Jetzt friert er schon seit Stunden, eine Wärme‐App ist noch nicht auf dem Markt. Aber Mike befindet sich in bester Gesellschaft: Seit letztem Abend belagert er mit anderen Enthusiasten den Apple‐Store, denn eine Prophezeiung soll sich diese Nacht erfüllen: Apple schenkt der Welt das neue iPhone – und lässt es durch seine Jünger auf allen Kontinenten verteilen.

Gerald Lembke, Ingo Leipner

Resilienz als Merkmal verantwortlicher Unternehmensführung

Verantwortliche Unternehmensführung zeichnet sich vor allem in Phasen disruptiver Störungen oder systemischer Krisen aus und erfährt über den Begriff der resilienten Ausrichtung von Unternehmen eine neue Bedeutung im Kontext der Nachhaltigkeitsorientierung. Es existieren nur wenige ganzheitliche Erklärungsansätze und Modelle der organisatorischen Resilienz; diese werden kurz erläutert und der Forschungsbedarf aufgezeigt. Zwei empirische Untersuchen verdeutlichen die Relevanz der Notwendigkeit einer stärkeren resilienten Ausrichtung von Unternehmen. Experten verweisen auf eine teilweise bereits vorhandene partielle Resilienz in Unternehmen. Die gewonnenen Erkenntnisse münden in ein ganzheitliches Modell der unternehmerischen Resilienzgestaltung bzw. -ausrichtung.

Martin Fontanari, Theresa Reiche

Kapitel 3. Digitale Innovationen im E-Commerce

In diesem Kapitel stehen digitale Innovationen im E-Commerce im Mittelpunkt. Digitale Innovationen sind zentral, um Geschäftsmodelle und -prozesse im E-Commerce zu digitalisieren und damit Wettbewerbsvorteile zu erzielen. Zunächst wird erläutert, was digitale Innovationen ausmacht. Danach werden Voraussetzungen in den Fokus gestellt, die die Innovationsneigung von Unternehmen beeinflussen. Die Bereiche, in denen Innovationen im E-Commerce Wettbewerbsvorteile entstehen lassen, lassen sich in Frontend- und Backend-Innovationen unterscheiden.

Dominik Große Holtforth, Richard C. Geibel, Robin Kracht

6. Gestaltungsdimensionen der Digitalisierung – Wie Dienstleistungssysteme den Wandel antreiben und welche Faktoren eine Rolle spielen

In Zeiten der Digitalisierung nimmt Informationstechnologie eine Schlüsselrolle im Modernisierungsprozess von Unternehmen ein. Zugleich bringt die Softwareeinführung das Risiko mit sich, den intendierten Nutzen nicht zu realisieren. Durch eine Dienstleistungssystem-Perspektive erscheint die Einbindung der Nutzer in die Softwareeinführung ein vielversprechender Ansatz. Das Ziel des Projektes ExTEND – Engineering von Dienstleistungssystemen für nutzergenerierte Dienstleistungen ist es daher, Nutzer in die Softwareeinführung nach dem Leitbild „Dienstleistungen von Nutzern für Nutzer“ zu befähigen, aktiv einen Beitrag zu der Gestaltung der Arbeitsumgebung zu leisten. Hieraus resultieren IT-gestützte Servicebausteine, in denen Nutzer sich gegenseitige Hilfestellungen geben und Handlungsalternativen in der Softwareeinführung aufzeigen. Durch ein Pilotierungsvorgehen werden die Servicebausteine in drei Anwendungsfeldern entwickelt und pilotiert. Hieraus resultiert evidenzbasiertes Gestaltungswissen für die Entwicklung von nutzergenerierten Dienstleistungen. Darüber hinaus wird ein Mehrebenenmodell für die Gestaltung von Dienstleistungssystemen vorgestellt, welches die Entwicklung von Dienstleistungssystemen unterstützt und über traditionelle Ansätze des Service Engineerings hinausgeht.

Christian Grotherr, Mahei M. Li, Martin Schymanietz, Albrecht Fritzsche, Martin Semmann, Christoph Peters, Tilo Böhmann, Jan Marco Leimeister, Kathrin M. Möslein

Marketing weiter denken?!

Sechs Postulate

Die Marketingdisziplin hat vielfältigen Ansprüchen gerecht zu werden, nicht nur aus Perspektive der Wissenschaft und Praxis, sondern auch gegenüber anderen Anspruchsgruppen. Es werden sechs Postulate zur Weiterentwicklung der Marketingdisziplin diskutiert: Transformativ denken und handeln, Evidenzbasierung ermöglichen durch eine wissenschaftlich fundierte, faktenbasierte und realitätsnahe Marketing-Politik, politischer werden durch die Integration eines Corporate Political Marketing in das Konzept der marktorientierten Unternehmensführung, digitale Verantwortung übernehmen, eine Balance finden zwischen den kurzfristigen Unternehmenszielen und der langfristigen Kundenzufriedenheit sowie Transdisziplinarität anstreben durch die Entwicklung eigener Theorien und Konzepte. Es wird erläutert, wie diese Postulate zur Weiterentwicklung der Marketingdisziplin beitragen können.

Peter Kenning

Kundenansprache in Zeiten digitaler Transformation

Das Umfeld von Unternehmen hat sich in den letzten Jahren dynamisch entwickelt, allen voran durch die Digitalisierung. Der Kunde nimmt heute eine deutlich aktivere Rolle ein; es liegen umfängliche Kundendaten vor, physische und digitale Welten verschmelzen u. a. m. – dies erfordert eine Veränderung der Kundenansprache. In diesem Zusammenhang werden verschiedene Aspekte diskutiert, wie etwa eine stärkere Beachtung der vom Kunden ausgeübten Kontrolle, die Kontextualisierung der Botschaften, die Personalisierung von Inhalten, die Kredibilität der Markenpositionierung und ein kontinuierliches Management von Kundenbeziehungen.

Werner Reinartz

Kapitel 24. „Wir machen Lust auf Land“ – Tourismus im Land Brandenburg

Interview mit Dieter Hütte, Geschäftsführer Tourismus Marketing Brandenburg (TMB) und Birgit Kunkel, Pressesprecherin TMB – Das Gespräch führte Dominik Pietzcker

Brandenburg gewinnt seit vielen Jahren als touristische Destination an Bedeutung. Dieter Hütte und Birgit Kunkel erläutern im Gespräch die Hintergründe, Angebote und strategischen Überlegungen für Brandenburg als Reiseland.

Dieter Hütte, Birgit Kunkel, Dominik Pietzcker

Kapitel 2. Wie die Entwicklung von künstlicher Intelligenz und selbsttätigen Produktionssystemen alle bisherige ökonomische Theoriebildung über den Haufen wirft

Die deutsche Fertigungstechnologie konnte in der Bankenkrise 2008/2009 ihre personellen und kapazitiven Kompetenzen im Wesentlichen erhalten und als die Nachfrage nach Produkten wieder anstieg, schnell reaktivieren.

Hartmut Frey, Engelbert Westkämper, Dieter Beste

Chapter 5. Building Strategies for Circular Economy: New Visions and Knowledge Production for European Research

This chapter linked the technological strategies fuelling the transition to the circular economy in building sector with the new visions and trajectories of European research. The aim is to highlight possible opportunities to further explore the issues addressed in the previous chapters for the benefit of our readers and the advancement of the discipline. Three topics were identified, which brought together the main theoretical and applicative aspects that were addressed. The first highlights the impact of disruptive technologies that sprawl within the building sector, driven by the overall sustainability target (Sect. 5.1). The second connects the Low-Tech approach in building design to the strategies for remanufacturing that are applied to the whole production processes, aimed at increasing their reversibility (Sect. 5.2), while the third topic focuses on the new requirements of the circular buildings (Sect. 5.3), making them particularly suitable in feeding an innovation dynamic within the sector centred on Low-Tech options.

Ernesto Antonini, Andrea Boeri, Francesca Giglio

20 Years of Applied Circular Economy: Repair and Service Centre R.U.S.Z - A Practitioner’s View

The material consumption for electrical and electronic equipment ranges from 50 to 10,000 times the weight of the products themselves. Every step in the value chain is associated with emissions. With around 9000 repairs per year and a success rate of 80%, R.U.S.Z alone saves enormous amounts of critical raw materials (especially metals and minerals) and carbon emissions. As a repair service providers representative and network node for resource conservation and CO2 equivalent reduction, it helps to multiply these savings. R.U.S.Z and its customers take political responsibility. The slogan “A social enterprise initiating a change in EU policy” is not exaggerated. For 20 years, we have been selflessly fighting for resource efficiency. Our customers help us with their purchasing decisions: be it a repair job, a refurbished model or a rented device, these are the status symbols of a growing minority!

Sepp Eisenriegler

Kapitel 8. Physische Distribution

Die physische Distribution befasst sich mit der Gestaltung der externen Transportprozesse. Zu diesen externen Transportprozessen gehören die Transporte vom Lieferanten zum Kunden, die Transporte zwischen verschiedenen Werken oder Lagerhäusern und die Transporte zwischen Werk und Lagerhäusern. Für die Lösung dieser Transportaufgabe werden unterschiedliche Transportketten aufgebaut, die ein- oder mehrgliedrig gestaltet werden können.

Rainer Lasch

Chapter 12. Pros and Cons of Batteries in Green Energy Supply of Residential Districts — A Life Cycle Analysis

For the mitigation of climate change a switch to renewable energies in combination with battery storage and high efficient technologies, such as combined heat and power is necessary. To assess the environmental impacts of an electricity system model of a residential district, a Life Cycle Assessment is conducted. Different approaches of impact assessment methods are applied and compared. Based on the assumptions made, the use of a battery storage cannot always be recommended due to its dependence on the expected lifetime and capacity utilization in general. When the full cycle life of a battery storage is reached and the consumed electricity originates from photovoltaic an environmental advantage compared to the German electricity mix is created. Consequently, battery storage application can reduce the climate change potential in the conducted analysis up to −26%. A disadvantage is the introduction of a higher resource consumption compared to the German electricity mix. Noticeable is only a slight decrease in the fossil energy demand due to the utilization of natural gas by the combined heat and power plant. Furthermore, there is a displacement of mining or extraction of fossil fuels towards Russia, USA and Rest of World, which may influence the security of supply.

Steffen Lewerenz

Technologien als Impulsgeber für eine integrierte nachhaltige Unternehmensführung

Der Einsatz von Technologie wird immer mehr als eine der zentralen Stellschrauben diskutiert, um zu mehr Nachhaltigkeit zu gelangen. Technologien eröffnen ökonomische, ökologische und soziale Potenziale. Es gilt, sie entsprechend zu nutzen.Das St. Gallener Konzept der integrierten Unternehmensführung bietet einen geeigneten Rahmen, um Technologien für mehr Nachhaltigkeit in der Unternehmensführung zu berücksichtigen. In Zeiten großen technologischen Wandels erfordert die gestiegene Komplexität in der Unternehmensführung einmal mehr ganzheitliches und mehrdimensionales Denken. Unter diesen Rahmenbedingungen müssen Technologien normativ zur Nachhaltigkeitsorientierung mitgedacht, strategisch eingeplant und operativ in der Umsetzung zum Einsatz kommen.Der folgende Buchbeitrag befasst sich mit der Inkludierung von Technologien in das St. Gallener Managementmodell und bietet praktische Anwendungsbeispiele, wie Technologien zur nachhaltigen integrierten Unternehmensführung beitragen können.

Daniela Beyer, Annette Braun, Meike Schiek, Marion Weissenberger-Eibl

8. Energiemanagement und Energieaudit

Prinzipiell lässt sich durch Managementsysteme der Nachhaltigkeitsgedanke in Unternehmen verankern und weiterentwickeln (Abb. 8.1). Dazu bieten die vier Managementsysteme

Gabi Förtsch, Heinz Meinholz

9. Europäisches Energierecht

Mit der Energieeffizienz-Richtlinie 2012/27/EU hat sich die Europäische Union verpflichtet, bis 2050 eine CO2-arme Wirtschaft zu realisieren. Mit diesem Ziel ist auch eine weitgehend emissionsfreie Stromerzeugung verbunden. Gegenüber 1990 sollen die Emissionen an Treibhausgasen bis 2050 um 80–95 % reduziert werden. Um dies zu erreichen, sind vielfältige Maßnahmen in den Bereichen Industrie, Gewerbe/Handel/Dienstleistungen, Verkehr und private Haushalte notwendig. Energieaudits und Energiemanagementsysteme können in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle spielen.

Gabi Förtsch, Heinz Meinholz

Kapitel 3. Zivilgesellschaftliches Engagement in Transformationsprozessen

In diesem Kapitel werden die Begriffe Transformation (Abschnitt 3.1) und Zivilgesellschaft (Abschnitt 3.2) definiert und, darauf aufbauend, der theoretische Hintergrund der Forschungsarbeit unter dem Titel Zivilgesellschaftliches Engagement in den Transformationsphasen (Liberalisierung, Transition, Konsolidierung) (Abschnitt 3.3) dargelegt. Abschließend werden die Demokratisierungsprozesse von Zivilgesellschaft analysiert (Abschnitt 3.4).

Meike Lettau

10. Die Interdependenz von Digitalisierung und Nachhaltigkeit als Chance der unternehmerischen Transformation

Digitalisierung und Nachhaltigkeit werden die zwei großen Veränderungsbeschleuniger der kommenden Jahre sein. In Anbetracht des Umfangs und der Geschwindigkeit, in der sich die Rahmenbedingungen für Unternehmen ändern, müssen sich Unternehmen fragen, wie sie ihre digitale Transformation gestalten müssen, damit sie in einer digitalen Nachhaltigkeitsgesellschaft zukunftsfähig bleiben. Erfolgreiche digitale Transformation bedeutet, dass Unternehmen ihre Unternehmensstrategie und Denkweise hinterfragen und neu ausrichten müssen. Der vorliegende Beitrag zeigt auf, wie die aktive Gestaltung der digitalen Transformation als offener Such- und Lernprozess Unternehmen dabei unterstützt, digitale Technologien und nachhaltigkeitsorientierte Praktiken in innovative Geschäftsmodelle zusammenzuführen. An zwei erfolgreichen Beispielen wird aufgezeigt, wie der Wille und Mut zur Zusammenarbeit mit verschiedensten Akteuren sowie die Bereitschaft, mit Unsicherheit zu experimentieren, die Entstehung von zukunftsfähigen Geschäftsmodellen ermöglicht.

Michael von Kutzschenbach

20. Green Industry Park Freiburg

Im Rahmen der im Jahr 2014 gestarteten Initiative „Green Industry Park Freiburg“ – abgekürzt GIP – soll unter dem Motto „Gemeinsam für mehr Energie- und Ressourceneffizienz in Industrie und Gewerbe“ das älteste und größte Freiburger Industriegebiet unter Einbindung der ansässigen Unternehmen und Einrichtungen zu einem nachhaltigen, energie- und ressourceneffizienten Industriegebiet mit bundesweitem Modellcharakter entwickelt werden. Dazu wurde zu Beginn ein umfassendes Klimaschutzteilkonzept für das gesamte Areal erstellt, welches heute die Grundlage für die Umsetzung zahlreicher Projekte innerhalb des GIP bildet. Im Fokus der Initiative steht die Vernetzung engagierter Unternehmen und einzelbetrieblicher Lösungen, die gemeinsame Entwicklung neuer Pilotprojekte und Modellvorhaben, die Kommunikation von Einspar- und Kooperationspotenzialen im Bereich Umwelt- und Klimaschutz sowie die Vermarktung des Industriegebiets als Vorzeigeareal im Rahmen des „Green City“-Konzepts der Stadt Freiburg.

Michael Richter

Konsum neu denken – damit die Dinge besser werden

Nachfolgend beschreibe ich persönliche Ansichten zum Themenfeld Konsum, aus denen heraus ich mein Engagement in der Verbraucherpolitik begründe. In dieser Beschreibung bin ich stellenweise bewusst pointiert und verschärfend in der Darstellung, um damit einen Impuls für eine Debatte zu einer Erneuerung von Leitbildern im Konsum zu geben. Mit ‚wir‘ meine ich im Text dabei die Konsumenten.

Stefan Schridde

Kapitel 8. Diskussion mit dem Forschungsstand

Im Lichte der oben betrachteten Literatur leistet die vorliegende Arbeit folgendes: Sie ist einzuordnen als eine ethnographische, mikrosoziologische Beobachtung über Ökodörfer und Kommunen, wie zum Beispiel Andreas (2015), Litfin (2014), oder auch Kunze (2009), oder auch frühere Arbeiten über intentionale Gemeinschaften, in denen bereits theoretische Erkenntnisse dargestellt werden (Shenker 1986). Die Auseinandersetzung mit intentionalen Gemeinschaften mit unterschiedlichen Foki und einer positiven Grundhaltung sind daher den Arbeiten gemein. Weiterhin ist die Arbeit in den Postwachstumsdiskurs einzuordnen, der mit den Grenzen des Wachstums (Meadows 2000) seinen Anfang nahm und sich unter anderem in Adler und Schachtschneider (2010), Bergmann und Daub (2015), Helfrich und Bollier (2015), Seidl und Zahrnt (2010), Meadows und Wright (2010), Randers und Bus (2013), Paech (2016) und dem Sammelband von Blätter für Deutsche und Internationale Politik (2015) fortgesetzt.

Anne-Kathrin Schwab

Kapitel 1. Grundlagen der IT-gestützten Logistik

„Tempora mutantur, nos et mutamur in illis – Die Zeiten ändern sich und wir uns mit ihnen“. Durch die zunehmende Globalisierung, die sich in den vergangenen Jahrzehnten sukzessive vollzogen hat, durch den Wandel von Kundenanforderungen und Märkten sowie erstarktes Umweltbewusstsein und maßgeblich beeinflusst durch technischen Fortschritt sowie Digitalisierung haben sich Handlungsfelder sowie Kernfunktionen der Logistik nachhaltig verändert. Es kann in diesem Zusammenhang sowohl aus theoretischer als auch aus praxisrelevanter Perspektive von einem bedeutenden Paradigmenwechsel gesprochen werden.

Iris Hausladen

Kapitel 15. Virtualisierung von Netzfunktionen

In einem Moment zu wissen, was im nächsten Moment benötigt wird, stellt jedwede Form von Netzbetreibern vor Herausforderungen, unabhängig davon, ob es sich beispielsweise um Stromnetze, Kommunikationsnetze oder Computernetze handelt.

Patrick-Benjamin Bök, Andreas Noack, Marcel Müller, Daniel Behnke

Kapitel 5. Strategischer Ansatz für neue Geschäftsmodelle

Wir wissen, was Nachhaltigkeit bedeutet: Nur so viel Holz schlagen, wie auch nachwachsen kann. Vom Ertrag und nicht von der Substanz leben. Mit Blick auf die Gesellschaft heißt das: Jede Generation muss ihre Aufgaben lösen und darf sie nicht den nachkommenden Generationen aufbürden. Die Basis einer funktionierenden Nachhaltigkeitsstrategie ist zunächst einmal die Erkenntnis, dass das betroffene Unternehmen dazu einen Transformationsprozess durchlaufen muss, der weg von einem rein betriebswirtschaftlich geprägten Ansatz zu einer nachhaltigen Unternehmensform führt.

Michael Wühle

Digitale Geschäftsmodelle im Mittelstand – Status Quo, Chancen, Herausforderungen und Perspektiven

Digitale Geschäftsmodelle werden auch in der Industrie zu einem immer wichtigeren Wettbewerbsfaktor. Der Beitrag geht daher der Frage nach, in welchem Maße bereits heute kleine und mittelständische Unternehmen digitale Geschäftsmodelle entwickeln und anbieten. Hierfür wird auf Basis einer quantitativen Betriebsbefragung analysiert, welche Aktivitäten von KMU derzeit unternommen und welche digitalen Technologien bei Geschäftsmodellangeboten eingesetzt werden. Ebenso werden Erfolgsfaktoren und Handlungsempfehlungen für das Angebot von digitalen Geschäftsmodellen abgeleitet.

Christian Lerch, Cornelius Moll

Kapitel 4. Holzbasierte Bioökonomie

Die holzbasierte Bioökonomie beschreibt die innovative Nutzung des Rohstoffs Holz in allen Bereichen der Bioökonomie. Insbesondere versteht sie sich als strategisch altbekannter, aber vor allem als erweiterter, neuartiger Innovationsraum einer Kreislaufwirtschaft mit der gesamten Wertschöpfungskette Holz. Diese erfolgt idealerweise in Form einer sogenannten Nutzungskaskade: vom Forst über die forstlichen Dienstleister, die Sägeindustrie, den Holzbau, die Zellstoff-/Papierindustrie, die Holzwerkstoffindustrie und in zunehmendem Maße bis hin zur chemischen Industrie sowie hinein in moderne Verbrauchs- und Investitionsgüter. Die Nutzungskaskade betrifft damit den gesamten Wirtschaftskreislauf im Kern. Anders als im bisherigen, skalenökonomisch determinierten Wirtschaftsraum muss die Bioökonomie die begrenzte Verfügbarkeit von Ressourcen in Betracht ziehen und zielführende Nachhaltigkeitskriterien beachten. Nutzungskonkurrenzen sollen demzufolge durch intelligente, wertige Verwendung der jeweiligen Holz-, Restholz- und Abfallsortimente weitgehend vermieden werden, wodurch ein tatsächlich sinnvoller Gesamtnutzen für die Gesellschaft möglich erscheint. Um die Bioökonomie umzusetzen und wirtschaftlich zu etablieren, gibt es eine Reihe europäischer, nationaler und regionaler Politikprogramme, Initiativen und Strukturen, die die Forschung und Entwicklung, die Förderung industrieller Umsetzungen und die Etablierung neuer Geschäftsmodelle zum Ziel haben. Deutsche Hochschulen und Universitäten stellen sich auf die entsprechende Erweiterung bzw. Anpassung von Studiengängen ein.

Frank Miletzky, André Wagenführ, Matthias Zscheile

Kapitel 25. Standortbestimmung des Systems Bioökonomie in Deutschland

Die systemische Sicht auf die Bioökonomie ist in Deutschland in den vergangenen Jahren auf verschiedenen Ebenen gereift: Die Teilsysteme der Bioökonomie haben sich formiert, die Akteure investieren in regionale und intersektorale Vernetzung, um neue Innovationen zu ermöglichen und die unterstützenden Systeme haben die Gestaltung der Bioökonomie auf die Agenda gesetzt. Das Versprechen von Innovation zur Effizienzerhöhung und Produktverbesserung ist konkret. Spezifische Ressourcen- und Klimagaseinsparungen können in allen Teilbereichen der Bioökonomie erwartet werden, wenn gleichzeitig eine nachhaltige Energiebereitstellung gelingt. Der aktuelle Markt unterstützt diese Ideen bisher jedoch nur unzureichend. Jenseits der Teilsysteme ist die Aussicht auf den Erhalt der natürlichen Ressourcen allerdings programmatisch: Die Beiträge zum Klimaschutz und Artenschutz werden als zentral beschrieben, sollen jedoch vor allem durch „mehr aus derselben Basis“ erreicht werden. Die Entscheidung darüber, wie viele dieser Ressourcen für die Bioökonomie eingesetzt werden sollen, muss gesellschaftlich ausgehandelt werden – in Deutschland, aber auch in allen anderen Regionen der Welt.

Daniela Thrän, Urs Moesenfechtel

Kapitel 15. Bioökonomie in Bayern

In Bayern treibt eine Vielfalt verschiedener Akteure die Entwicklung der Bioökonomie voran. Die brancheninterne und sektorübergreifende Entwicklung von (Forschungs-)Kooperationen zur Entwicklung innovativer Anwendungen nachwachsender Rohstoffe erfolgt auf Initiative sektorspezifischer Cluster und Verbände sowie einzelner Unternehmen. Die gute Rohstoffverfügbarkeit, bedingt durch eine leistungsstarke Land- und Forstwirtschaft, der Wirtschafts- und Hochtechnologiestandort Bayern sowie die Vielfalt der angesiedelten Unternehmen bieten eine breite Basis für die Vernetzung und Optimierung innovativer Wertschöpfungsketten. Die Bayerische Staatsregierung unterstützt die wirtschaftliche Entwicklung durch Gestaltung entsprechender politischer Rahmenbedingungen.

Benjamin Nummert

Kapitel 9. Digitale Bioökonomie

Die Digitalisierung hat auf die Umsetzung und Ausgestaltung der Bioökonomie einen erheblichen Einfluss. Daten fallen in der Bioökonomie auf unterschiedlichsten Ebenen an: von der Erfassung molekularer Parameter beim Screening von Pflanzeninhaltsstoffen, Enzymen oder Mikroben über Flächendaten zum Zustand von Wäldern oder für die Bewirtschaftung von Agrarflächen mit precision farming bis zur Erfassung von Stoffströmen und der Prozessanalytik bei der biotechnologischen oder chemischen Verarbeitung von biobasierten Rohstoffen. Entsprechend groß ist das Innovationspotenzial, das sich aus der Erfassung, Verknüpfung und Analyse solcher Datenströme ergibt. Zukunftsbilder wie die dezentrale Bioökonomie oder die Maximierung von Nachhaltigkeit und Wertschöpfung aus der verfügbaren Rohstoffmenge sind undenkbar ohne integrierte Datensysteme. Doch während der Einsatz datenbasierter Methoden an diesem Punkt helfen kann, Zielkonflikte aufzulösen, ergeben sich aus der Verknüpfung von Biologie und Daten gleichzeitig neue Zielkonflikte und weitgehende ethische Fragen.

Kathrin Rübberdt

Kapitel 8. Abfall- und reststoffbasierte Bioökonomie

Für eine nachhaltige Gestaltung der Bioökonomie ist die Nutzung biogener Abfall- und Reststoffe sehr wichtig. Sie stehen nicht in Konkurrenz zur Nahrungs- oder Futtermittelproduktion. Die Kaskadennutzung, welche ein zentrales Element der Bioökonomie sein wird, setzt auf die komplette Nutzung der Biomasse, auch von biogenen Abfällen und Reststoffen. Das technische Potenzial biogener Abfall- und Reststoffe ist hoch, es könnte sehr viel mehr stofflich und/oder energetisch genutzt werden: Bewährte und innovative Verfahren sind verfügbar, um diese in wertvolle Produkte umzuwandeln. Allerdings ist der rechtliche Rahmen komplex, eine Reihe von Gesetzen und Verordnungen sind zu beachten. Viele verschiedene Akteure bestimmen das Entstehen und den Umgang mit biogenen Abfall- und Reststoffen – vom einzelnen Konsumenten, über die Landwirtschaft und verarbeitende Industrie und den Handel bis hin zu Abfallwirtschaftsbetrieben. Die Ziele dieser Akteursgruppen sind jedoch sehr unterschiedlich und manchmal gegenläufig. Neben technischen, wirtschaftlichen und ökologischen sind deshalb auch Fragen der Akzeptanz wichtig für eine künftige abfall- und reststoffbasierte Bioökonomie.

Andrea Schüch, Christiane Hennig

Kapitel 11. Cluster, Netzwerk, Plattform: Organisationsformen der Bioökonomie

Die Umsetzung der Bioökonomiestrategie in Deutschland erfordert netzwerkbasierte Organisationsformen, über die neue Wertschöpfungskette entstehen, um biobasierte Innovationen mit etablierten sowie neuen Unternehmensakteuren zu entwickeln und zur Marktreife zu führen. Cluster und Plattformen zählen zu den netzwerkartigen Organisationsformen, die in besonderer Weise in der Bioökonomie zum Einsatz kommen. Unterschiedliche Strategien können zur Umsetzung der verschiedenen Organisationsformen gewählt werden. Bei der Etablierung von Clusterprozessen determinieren viele Einflussfaktoren den Umsetzungserfolg. Im Rahmen des Clustermanagements können verschiedene Instrumente zum Einsatz kommen, durch die Professionalisierungspotenziale in systematischer Weise genutzt werden können. Zukünftig werden Clusterkonzepte zunehmend mit digitalen Plattformen als moderne Organisationsform verknüpft, weil sich hierüber gegenüber klassischen Clusterprozessen weiterführende Netzwerk- und Skalierungseffekte nutzen lassen.

Manfred Kirchgeorg

Zertifizierter Umweltschutz? Zur Rekonstruktion des Nachhaltigkeitsbegriffs von EMAS

In diesem Beitrag wird der Nachhaltigkeitsbegriff des Umweltmanagement- und Öko-Audit-Systems EMAS rekonstruiert. In der Studie werden zunächst historisch spezifische Nachhaltigkeitsverständnisse reflektiert sowie der Forschungsstand zu EMAS im Kontext von Nachhaltigkeit aufgearbeitet. Im Anschluss an eine ontologische, epistemologische und eine ethische Reflexion wird dann die Auswahl der Methode (Grounded Theory) begründet, mit der die für das Forschungsvorhaben ausgewählten Textdokumente analysiert wurden. Daraufhin werden im Befundekapitel die Ergebnisse der Analyse zu der Hauptthese hin verdichtet, dass es sich bei EMAS um ein rein marktlogisches Instrument handelt, das keinen Nachhaltigkeitsbegriff in die Praxis teilnehmender Unternehmen implementiert.

Moritz Harzbecher

Wirtschaftswachstum und Nachhaltigkeit im Diskurs über die Digitalisierung im Bildungssystem

Der Beitrag beschäftigt sich mit der Digitalisierungsreform im deutschen Bildungssystem im Kontext von ökonomischem Wachstum und ökologischer Nachhaltigkeit. Zur Annäherung an das Thema werden die bisherige Entwicklung des Einsatzes digitaler Medien im Unterricht sowie zugrunde liegende bildungspolitische Zielsetzungen untersucht. Die Forschende greift dazu auf das Forschungsprogramm der Wissenssoziologischen Diskursanalyse zurück. Nach einer sequenzanalytischen Auswertung von Texten und Interviews mithilfe der Grounded Theory konnten folgende Schlussfolgerungen gezogen werden: Erstens, dass Wachstum ein zentrales Gesellschaftsziel darstellt und dies auch im Zuge der Digitalreform verfolgt wird und zweitens Nachhaltigkeit dem hingegen kein primäres Ziel ist. Und schließlich, dass die Machtmechanismen, die hinter dem Wachstumszwang stehen, eine Ausrichtung auf Nachhaltigkeit verhindern.

Lea Rahman

Eine andere Art des Wirtschaftens – Wirtschaftswachstum bei Bündnis 90/Die Grünen zwischen 1994 und 2017

Quantitatives Wirtschaftswachstum geht mit erheblichen ökologischen Schäden einher. Aus diesem Grund wird inzwischen vermehrt eine Abkehr vom Diktum des Wirtschaftswachstums gefordert. Bündnis 90/Die Grünen (In der folgenden Arbeit wird bei der Partei Bündnis 90/Die Grünen, von den Grünen gesprochen. Diese Bezeichnung hat sich medial durchgesetzt) stehen in diesem Zuge seit ihrer Gründung Wirtschaftswachstum kritisch gegenüber und fordern eine sozial-ökologische Transformation. Bei dieser Transformation steht der Bereich der Ökologie im Vordergrund. Jedoch zeigt sich, dass die Grünen statt einer vollkommenen Abwendung vom Wirtschaftswachstum zumindest derzeit auf Grünes Wachstum setzen und somit an eine Entkopplung von Ressourcenverbrauch und wirtschaftlichem Wachstum glauben. Allerdings setzen die Grünen, wie bei Vertreter*innen des Grünen Wachstums verbreitet, nicht nur auf technologischen Fortschritt, sondern sehen einen Wandel in der Gesellschaft als einen maßgeblichen Faktor für die Veränderung der Wirtschaft.

Sabrina Koch

Frugalität und Spiritualität für nachhaltige Lebensweise im 21. Jahrhundert

Das Wachstums- und Konsumparadigma der Wirtschaft ist ein starker Faktor für Klimawandel und Umweltschäden. Darüber hinaus fördert es jedoch auch sozio-psychologische Auswirkungen wie Depressionen, Burnout oder Entfremdung. Es wird argumentiert, dass Entfremdung ihrerseits dazu beiträgt, dass ökologische Konsequenzen leichtfertig ausgeblendet werden und das Individuum entgegen seinen ethischen Werten handelt. In diesem Beitrag werden Frugalität als Tugend der Genügsamkeit im Konsum materieller und immaterieller Güter sowie kosmologische Weltsicht, nach der der Menschen in die Natur anstatt über sie herrschend gedacht wird, als Alternativen zum durch Konsum definierten Leben dargelegt. Durch sie kann eine Weltbeziehung hergestellt werden, die ganzheitlich nachhaltigen Lebensstil ermöglicht.

Hannah Witt

Kapitel 4. Agenda 21 und Agenda 2030

Geht’s ein bisschen konkreter?

Die Visionen der Brundtland-Definition wurden 1992 durch die Agenda 21 konkretisiert und 2017 durch die Agenda 2030 in einen Satz von 17 Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals, SDG) umgesetzt, Diese Ziele sind universell gültig, weil sie in allen Ländern umgesetzt werden sollen, und sie sind transformativ, da sie die Welt grundlegend verändern sollen.

Prof. Dr. Ulrich Holzbaur

Kapitel 11. Nachhaltigkeit im Unternehmen

Wie nutzt man die unternehmerischen Möglichkeiten?

Unternehmen haben bezüglich der Nachhaltigen Entwicklung eine wichtige Wirkung. Sie stehen wegen der teilweise negativen Wirkung oft im Brennpunkt der Nachhaltigkeitsdebatte und müssen sich entsprechend anpassen. Damit ist nicht nur die Unternehmensleitung, sondern jeder Mitarbeiter bei der Umsetzung der Nachhaltigkeit bzw. Corporate Social Responsibility im Unternehmen gefragt.

Prof. Dr. Ulrich Holzbaur

Kapitel 9. Nachhaltig leben

Was können wir persönlich tun?

Ein nachhaltiges Leben – d. h. ein mit der Nachhaltigen Entwicklung verträgliches Verhalten – ist der Zielzustand für die Menschheit. Es gibt dafür viele Ansatzpunkte. Das Handeln des Einzelnen kann im Privatleben – Konsum, Mobilität, Wohnen – liegen oder im beruflichen oder ehrenamtlichen Engagement.

Ulrich Holzbaur

Kapitel 8. Umsetzung und Strategien

Wie können wir eine Nachhaltige Entwicklung erreichen?

Um eine Nachhaltige Entwicklung zu erreichen, müssen viele Akteure in unterschiedlichen Bereichen mit unterschiedlichen Strategien zusammenwirken. Die Umsetzungsstrategien für eine Nachhaltige Entwicklung gehen von der Nachhaltigkeitswirksamkeit und den Handlungsmöglichkeiten der einzelnen Beteiligten aus.

Prof. Dr. Ulrich Holzbaur

Überörtliche Infrastrukturnetze – planerische und rechtliche Grundlagen

Infrastrukturen umfassen bauliche Anlagen und institutionelle sowie organisatorische und personelle Voraussetzungen, die anthropogene Raumnutzungen durch Bevölkerung und Unternehmen ermöglichen. Es werden dabei technische Infrastrukturen des Verkehrs sowie der Ver- und Entsorgung und soziale Infrastrukturen der Bildung, Betreuung, Gesundheit, Kultur, Sicherheit usw. unterschieden. Sie bestimmen sich nach der Zahl der potenziellen Nutzer, der Intensität der Nachfrage/Nutzung. Besondere Bedeutung haben großräumige Netze des Verkehrs und insbesondere der Energieversorgung. Die planerische Vorbereitung wie auch die Umsetzung basieren auf entsprechenden planungsrechtlichen Grundlagen.

Klaus J. Beckmann

Kapitel 14. Regionalentwicklung

Ein Industrieland wie Deutschland benötigt Kohlenstoffquellen für Produkte des eigenen Bedarfs und für Exportprodukte. Dies sind heute vorwiegend fossile Kohlenstoffquellen, für die eine umfangreiche logistische Infrastruktur geschaffen wurde. In Deutschland ist insbesondere Nordrhein-Westfalen eine Region mit einer solch hochentwickelten Infrastruktur sowie leistungsfähigen Energie-, Chemie- und Stahlindustrien. Sie sind zugleich intensive CO2-Emittenten und bieten damit das Potenzial, CO2 zu rezyklieren. Kap. 14 diskutiert, welches Potenzial das Rezyklieren von CO2 aus industriellen Punktquellen gerade in Industrieregionen bietet, und stellt dies am konkreten Beispiel der Region Rheinland dar.

Dennis Herzberg, Manfred Kircher

9. Nachhaltigkeit als Treiber für Innovation

Sobald Nachhaltigkeit als strategisches Thema verstanden wird, das systematisch die Gesamtherausforderungen einzelner Industrien und ihrer Lieferketten erkennt und ein umfassendes Chancen- und Risikobewusstsein zur langfristig erfolgreichen Positionierung am Markt aufbaut, verändern sich als Folge Vorgehens- und Geschäftsmodelle. Aus diesem Prozess heraus entsteht eine Vielfalt von Innovationspotenzialen.

Katja Mayer

2. Nachhaltigkeit aus Unternehmensperspektive

Die von KPMG in seiner Studie Expect the Unexpected beschriebenen, globalen Megakräfte (siehe Frage 4) beeinflussen in dramatischer Weise unsere Welt und somit das Umfeld, in dem Unternehmen agieren.Kurzfristig sind für Unternehmen insbesondere Preisveränderungen und eine erhöhte Preisvolatilität spürbar. Den Regeln der freien Marktwirtschaft folgend steigen die Preise mit zunehmender Ressourcenknappheit weiter, verschärft durch eine tendenziell zunehmende Nachfrage. So ist die Preisvolatilität von Rohstoffen seit den 1990er-Jahren um etwa 40 % angestiegen. Auch die Kosten für Energie steigen kontinuierlich. Weitere wesentliche Preisveränderungen sind bei den Kosten für die Entsorgung von Abfällen zu erwarten.

Katja Mayer

24. Dynamische Innovationsnetzwerke als Erfolgsfaktor

Das Gesundheitswesen zeichnet sich durch große Komplexität, heterogene Schnittstellen und eine hohe Dynamik hinsichtlich Marktumfeld und Rahmenbedingungen aus. Die Kombination aus technologischen Transformationen und permanenter Verschärfung regulativer Vorgaben macht es Innovatoren zunehmend schwer, die nötige Expertise in allen relevanten Schritten im Innovationsprozess bereitzustellen. Aus dieser Situation ergibt sich die Notwendigkeit für kollaboratives Arbeiten in Form von Innovationsnetzwerken. Diese ermöglichen durch eine projektbezogene und dynamische Zusammensetzung die effiziente Erarbeitung marktfähiger Innovationen, die im Ergebnis dem medizinischen Bedarf entsprechen und vergleichsweise robust gegen Veränderungen des Umfelds sind. Eine wichtige Rolle beim Aufbau von Innovationsnetzwerken stellen Netzwerkorganisationen dar, die als Initiator, aber auch als Vermittler geeigneter Netzwerkteilnehmer fungieren.

Matthias Schier, Bianca Heinrich

Kapitel 11. Die Gebäudehülle

Sehr beliebte Themen der Bauherren sind die Gebäudeform und die geografische Ausrichtung des Gebäudes. Während ästhetische Aspekte sofort offensichtlich sind und für stundenlagen Diskussionsstoff sorgen können, bleibt der enorme Einfluss dieser beiden Parameter auf die Gebäudeeffizienz manchmal im Verborgenen.

Nicolei Beckmann

Kapitel 20. Verteilte Systeme und Cloud Computing

Verteilte Systeme werden vor allem für folgende Zwecke eingesetzt:gemeinsame Nutzung von Daten (z. B. verteilte Dateisysteme und World Wide Web), auch zur Erreichung von Fehlertoleranz durch Redundanz (z. B. Replikation von Daten einer Datenbank), gemeinsame Nutzung von Geräten (z. B. Drucker und Scanner) gemeinsame Nutzung von Rechenleistung (z. B. Zugriff auf Hochleistungsrechner), Kommunikation der Benutzer eines verteilten Systems (z. B. elektronische Post, gemeinsamer Terminkalender einer Arbeitsgruppe, Mehrbenutzeranwendungen wie Mehrbenutzertexteditoren oder Mehrbenutzergrafikeditoren, IP-Telefonie, Audio-Video-Konferenzen).

Andriy Luntovskyy, Dietbert Gütter

Kapitel 5. Herausforderungen des systemischen Ansatzes in der Bioökonomie

In verschiedenen Bioökonomie-Strategien wird ein systemischer Ansatz für die Entwicklung und Untersuchung der Bioökonomie gefordert, was angesichts der vielfältigen Zusammenhänge und Aspekte eine Herausforderung darstellt. Zielsetzung dieses Beitrages ist, wesentliche Aspekte der komplexen Zusammenhänge in der Bioökonomie herauszuarbeiten, die für den systemischen Ansatz konstitutionell sind. Diese Aspekte sind: vielfältige Verwendungsmöglichkeiten von Biomasse, offene Wertschöpfungsketten, multidimensionale Akteursmatrix, fragmentierte Diskurse, multisektorale und Mehrebenen Governance sowie das Auftreten von Wechselwirkungen und Rückkopplungen. Der Beitrag kommt zu dem Schluss, dass der systemische Ansatz in der Bioökonomie stärker im Bewusstsein der Grenzen und Schwierigkeiten, die mit ihm verbunden sind, weiter verfolgt werden sollte. In der Bioökonomie-Politik ergibt sich die Notwendigkeit, die Lern- und Korrekturfähigkeit zu stärken.

Rolf Meyer, Carmen Priefer

Kapitel 3. Der Zukunftsdiskurs Bioökonomie im Spiegel der gegenwärtigen Themenlandschaft

Bioökonomie wird in diesem Beitrag als Diskursbegriff verstanden, unter dessen Dach eine gegenwärtige Debatte um Zukunftsvorstellungen und Gestaltungsmöglichkeiten stattfindet. Dabei sind die thematischen Bezüge und Schattierungen des Zukunftsdiskurses Bioökonomie ebenso unübersichtlich wie variantenreich. Der Beitrag liefert vor diesem Hintergrund eine systematische Identifikation, Aufarbeitung und Strukturierung der vielfältigen Themenbezüge im Zukunftsdiskurs Bioökonomie anhand von Veröffentlichungen aus unterschiedlichen Akteursperspektiven. Über eine qualitative Inhaltsanalyse wurden 21 Dokumente ausgewertet. Im Zuge dieser Analyse wurden die einzelnen Diskursthemen zu sechs prinzipiellen Themenlinien der Bioökonomie verdichtet, die transformative, spezifische, integrative, innovative, konfliktive und produktbezogene Stränge beinhalten. Zudem wurden die einzelnen Themenbezüge hinsichtlich Relevanz und Bewertung analysiert. Im Ergebnis zeigt der gegenwärtige Zukunftsdiskurs Bioökonomie ein facettenreiches, multidimensionales Themenspektrum und verweist damit auf die in den Diskurs eingewobene Komplexität und Ambivalenz. Die Debatte ist geprägt durch eine Vielzahl von Anknüpfungspunkten an politische, wirtschaftliche, gesellschaftliche und wissenschaftliche Problemstellungen und Lösungsvorschläge.

Dirk Scheer, Wilfried Konrad

Kapitel 9. Nachhaltigkeitsbewertung bioökonomischer Produktsysteme

In diesem Beitrag wird ein konsistenter Rahmen für eine Nachhaltigkeitsbewertung bioökonomischer Produktsysteme vorgestellt. Ein Produktsystem umfasst den gesamten Lebensweg von der Ressourcenbereitstellung (Anbau) über Herstellung und Nutzung bis hin zum Lebensende von Produkten inklusive der Koppel- und Kaskadenprodukte. Für die Ableitung des Bewertungsrahmens wird zunächst eine Definition formuliert, bei der die Bioökonomie als eine Kohlenstoffwende verstanden wird. Hierauf aufbauend wird für die Bioökonomie das Konzept der Sustainable Development Goals (SDGs) am Beispiel von Deutschland kontextualisiert. Das Ergebnis ist ein Bioökonomiekompass, der Orientierung für die Nachhaltigkeit der Produktion und des Konsums biogener Ressourcen gibt. Darauf aufbauend werden lebenszyklusorientierte Indikatoren unter anderem anhand der planetaren Grenzen und der PEF-Richtlinie (Product Environmental Footprint) abgeleitet. Mit diesem Indikatorensatz kann ein integratives Life Cycle Sustainability Assessment bioökonomischer Produktsysteme erfolgen, das explizit die SDGs adressiert und neben der Produktion auch den Konsum berücksichtigt.

Natalia Matiz-Rubio, Ludger Eltrop, Marlies Härdtlein

Kapitel 8. Zukünfte der Bioökonomie: eine modellbasierte Analyse möglicher Transformationspfade

Die Transformation einer Volkswirtschaft zu einer Bioökonomie impliziert eine umfassende Änderung der heute bekannten Beziehungen zwischen Ressourcen, Produktion, Konsum, Märkten und Branchen auf unterschiedlichen geographischen Skalen. Die Änderungen von monetären, stofflichen und energetischen Wechselwirkungen beeinflussen ebenso die Inanspruchnahme der Umwelt und damit auch die Umweltbelastungen. Als etabliertes Instrument, um mit den sich ergebenden Unsicherheiten über Ausmaß und Struktur möglicher zukünftiger Änderungen umgehen zu können, gelten modellbasierte Szenarien. Basierend auf vier Szenarien werden ausgewählte Facetten einer Transformation zu einer Bioökonomie diskutiert. Im Vordergrund steht die Untersuchung der möglichen Auswirkungen einer verstärkten stofflichen und energetischen Nutzung von Biomasse auf den europäischen Agrarsektor. Diese wird durch vertiefte Analysen der Konsequenzen für den Bioenergiesektor in Deutschland sowie für die regionalen Anbaustrukturen am Beispiel Baden-Württembergs ergänzt. Weiterhin werden die möglichen Umweltwirkungen der in den Szenarien dargestellten Veränderungen beispielhaft für Deutschland aufgezeigt.

Witold-Roger Poganietz, Elisabeth Angenendt, Markus Blesl, Eckart Petig, Hyung Sik Choi, Harald Grethe

Kapitel 4. Wie gehen die Top-500 Unternehmen vor? Erfahrungen und Einschätzungen aus der Kommunikationspraxis

Kapitel 4 stellt zentrale Ergebnisse der regelmäßigen Umfragen unter den Top-500-Unternehmen in Deutschland vor, die Einschätzungen und Schwerpunkte der Kommunikationsarbeit in der Praxis analysieren. Zunächst werden die wichtigsten Aktionsfelder in der Kommunikationspraxis im Zeitverlauf von sieben Jahren vorgestellt und Trends herausgearbeitet (Kapitel 4.1). Danach werden zentrale Handlungsfelder in der Unternehmenspraxis vertiefend analysiert. Das ist der Richtungswechsel in der Unternehmenskommunikation, ausgelöst durch den Wandel in der Medienlandschaft (Kapitel 4.2) sowie die Neujustierung der Unternehmen, die auf ihre Rolle als Arbeitgeber bedacht sind (Kapitel 4.3). Je mehr Medienangebote aber um die Aufmerksamkeit der Stakeholder ringen, desto wichtiger wurden neue Strukturen und Abläufe im Kommunikationsmanagement und eine konsequente Schwerpunktsetzung auf attraktive, überzeugende Inhalte. Kapitel 4.4. behandelt, wie Unternehmen mit Content Management die steigende Kommunikationsnachfrage bewältigen wollen. All diese Veränderungen stellen aber auch die Rolle, Gestaltungsmacht und das Selbstverständnis der Funktionsbereiche Unternehmenskommunikation auf den Prüfstand (Kapitel 4.5), die intensiv darüber nachdenken, wo ihr Platz in der Zukunft sein kann und wie viel Gestaltungsmacht sie in den digitalisierten Medienwelten (noch) haben Kapitel 4.6). Sie suchen nach Bündnispartnern im Kampf um Einfluss in der Zukunft und konzentrieren sich strategisch auf Multiplikatoren, in erster Linie auf die Mitarbeiter und Führungskräfte als zentrale Kommunikatoren (Kapitel 4.6). Zusammenfassend werden die wichtigsten Trends der Unternehmenskommunikation vorgestellt, wie sie sich aus den TOPKOM-Umfragen ergeben (Kapitel 4.7).

Claudia Mast, Klaus Spachmann

Kapitel 6. Ein Kommunikationsweg macht Karriere. Beispiele und Erfahrungen der Unternehmenspraxis mit persönlichen Kommunikationsformaten

Persönliche Kommunikation hat viele Formen und Formate. Dies zeigt auch der Blick in die Kommunikationspraxis der Unternehmen, die in dem Forschungsprojekt untersucht werden. Neben verschiedenen Formaten, die sich an interne und externe Bezugsgruppen richten, treten ganz unterschiedliche Akteure der Kommunikation auf oder es tun sich gar grundlegende Kulturfragen auf, die mit der Praxis der persönlichen Kommunikation verbunden sind.

Rainer Berghausen, Hauke Hannig, Andreas Möller, Jörg Schillinger, Bernadette Tillmanns-Estorf, Claudia Mast, Klaus Spachmann

Kapitel 3. Institutioneller Aufbau der öffentlichen Verwaltung in Deutschland

am Ende dieses Kapitels sollten Sie wissen, was man unter öffentlichen Aufgaben versteht, wie veränderbar diese sind und in welchem Zusammenhang sie mit dem Ausmaß der jeweiligen Staatstätigkeit stehen, die öffentliche Aufgabenverteilung und den Verwaltungsaufbau im föderalen Bundesstaat Deutschland kennen, die Besonderheiten öffentlicher Personalwirtschaft und der öffentlichen Finanzversorgung verstehen sowie verschiedene Mechanismen der Kontrolle des Verwaltungshandelns überblicken.

Jörg Bogumil, Werner Jann

Kapitel 12. Umweltsituation: Gefährdung und Schutz des Mittelmeeres

Wie stark sind das Mittelmeer und die Meere allgemein wirklich gefährdet? Welche zuverlässigen Zahlen können ein Bedrohungsszenario belegen? Was sind die Ursachen dieser Negativentwicklungen, ihre treibenden Kräfte? Sind sie unaufhaltsam oder könnten wir daran noch etwas ändern? Leben wir tatsächlich bereits in der sechsten großen Aussterbewelle der Erdgeschichte (big six) und verlieren Biodiversität in einem besorgniserregenden Ausmaß – diesmal verursacht durch das Walten unserer eigenen Spezies und nicht durch kosmische Katastrophen? Kann der Wassermangel zu einem Krieg ums Wasser führen? Kann eine einfache ökologische Gleichung, wie auf S. 961 dargestellt, eine realistische Zukunftsperspektive liefern? Handelt es sich bei der Plastikflut in den Meeren und der Natur allgemein bloß um ein ästhetisches Problem, oder steckt viel mehr dahinter?

Christian Voll, Gerald Blaich, Robert Hofrichter, Jan Gohla, Matthias-C. Müller, Jacek Engel, Sandra Bračun, Walter Buchinger, Walter Rottensteiner, Wolfgang Pekny, Helmut Wipplinger, Dominic Wipplinger, Stefan Haardt, Roland R. Melzer, Martin Pfannkuchen

Kapitel 2. Das Wesentliche der digitalen Transformation

„Perhaps the most common definition-that digital transformation is about the implementation and use of cutting-edge technologies-is also the most misguided“ (Kane 2018, S. 9 EBR: AD) Das Zitat zeigt auf, dass unter der digitalen Transformation mehr zu verstehen ist, als die Einführung von IT-Spitzentechnologien, wobei die Annahme im Wirtschaftskontext besteht, dass weitgehend alles digitalisiert werden kann (Mazzone 2014, S. 18 ff.). Das Wesentliche der digitalen Transformation wird in diesem Kapitel für Sie zusammengefasst dargelegt.

Birgit Cronenberg

5. Controlling-Informationssysteme

Unternehmerisches Handeln ist in der heutigen Zeit einer hohen Komplexität unterworfen. Diese Komplexität erschwert es dem Management Managementzunehmend, die Sicherung der Existenz der Unternehmung und eines angemessenen Ertrags dauerhaft zu garantieren. Hierzu benötigt das Management spezifische Informationen, die eine existenzsichernde und ertragsgenerierende Ausrichtung des unternehmerischen Handelns ermöglichen. Dabei ist nicht nur die Deckung des Informationsbedarfs erforderlich. Wichtig ist es auch, die Informationen im Unternehmen sinnvoll zu kommunizieren und zu verwenden. In diesem Sinne erscheint eine Integration von Management einerseits und des Controllings andererseits sowie darauf aufbauend das Etablieren geeigneter Controlling-Informationssystemen (CIS) Controlling-Informationssystem als sinnvoll. Solche Systeme sind in erster Linie darauf auszurichten, dem Management Wertschöpfungswissen zur Verfügung zu stellen.

Klaus Amann, Jürgen Petzold, Markus Westerkamp

12. Zusammenfassung und Ausblick

Das folgende Kapitel befasst sich mit den erreichten Zielen der ersten Phase der wandlungsfähigen Forschungsproduktion der ARENA2036. Ebenso wird ein Fokus auf weiterführende Arbeiten in der zweiten Förderphase gelegt. Hierbei geht es insbesondere um identifizierte Herausforderungen, zu erreichende Ziele und deren zugehörige Technologien, die die Arbeiten der kommenden Jahre maßgeblich prägen werden. Der Mensch als zentrales Organ einer rekonfigurierbaren, mitunter komplexen Produktion steht dabei im Mittelpunkt der Betrachtungen. Ein menschzentriertes Produktionssystem aus cyber-physischen Modulen soll entwickelt, aufgebaut und in Betrieb genommen werden, mit dem Ziel die Komplexität in der Produktion beherrschbar zu machen und die Zeitaufwände der Inbetriebnahme und Planung von Produktionssystemen weiter zu reduzieren.

Manuel Fechter, Thomas Dietz

Bildungs(r)evolution und Fridays for Future: Die neue Potenzialentfaltung

Über das Bildungs-Start-up EDEN

Die Struktur unseres Schulsystems stammt aus den Zeiten der beginnenden industriellen Revolution, während ein Großteil der Gesellschaft bereits in der Industrialisierung 4.0 angekommen ist. Diese Kluft wird in ihren Folgen immer drastischer. Es ist sehr wahrscheinlich, dass beispiellose technische und soziale Veränderungen auf uns zukommen werden, und wir wissen nicht, was diese Veränderungen von uns fordern werden. Dass es sich grundlegend von dem Denkrahmen einer hundert Jahre alten Struktur unterscheiden wird, ist gesichert anzunehmen. Auch um globale Herausforderungen wie Klimawandel und die Frage nach nuklearer Bewaffnung angemessen lösen zu können, halten wir neue Bildungsansätze für essenziell. Laut eDEN brauchen wir einen Kulturwandel, einen Paradigmenwechsel von Ressourcennutzung (im Sinne eines Verwertungsanspruchs) hin zur Potenzialentfaltung. Was das bedeutet, beschreiben Zoë Bohlmann und Gereon Ingendaay, Gründer und Servant Leader vom Bildungs-Start-up EDEN, die auch ihre persönliche Haltung zur Fridays-for-Future-Bewegung reflektieren.

Gereon Ingendaay, Zoe Bohlmann, Alexandra Hildebrandt

Kapitel 2. Kunststoffe und Bauteile – Umwelt und Recycling

Das Kap. 2 beginnt mit dem Thema Kreislaufwirtschaft und Recycling (Abschn. 2.1). Ein Teilaspekt der ökologischen Nachhaltigkeit ist die Kreislaufschließung von Stoffen und Produkten. Die Kreislauffähigkeit von Werkstoffen lässt sich dabei nicht abstrakt definieren, sondern muss die jeweiligen Rahmenbedingunge mit einbeziehen. Hierzu zählt u. a. der Einsatzzweck, die möglichen Werkstoffalternativen, aber auch das Nutzverhalten und die vorhandenen Strukturen zur Kreislaufführung oder Entsorgung der Altprodukte. Am Beispiel der Kreislaufführung von Faserverbundbaustoffen mit duroplastischer Matrix (Rotorblätter von Windkraftanlagen, Abschn. 2.2) wird die Sichtweise erweitert. Abschn. 2.3 schließt mit „PET – eine Herausforderung für die internationale Kreislaufwirtschaft“ an, Abschn. 2.4 „Umweltbewertung und -bilanzierung von Kunststoffen“ wurde von M.A. Wolf neu gestaltet und erweitert.

Jörg Woidasky, Elisa Seiler, Frank Henning, Marc-Andree Wolf, Matthias Harsch

Nachhaltigkeit – Treiber der Arbeit des Verbands der Chemischen Industrie

Anders als bei Unternehmen ist der ökologische oder soziale Fußabdruck von Verbänden deutlich geringer: Verbände stellen keine Produkte her und haben keine weit zurückreichenden Lieferketten für Rohstoffe und Vorprodukte. Politische Verbände scheinen deshalb auf den ersten Blick deutlich weniger Möglichkeiten zu haben, so nachhaltig zu handeln, dass ihr Engagement einen spürbaren Effekt zeigt. Dennoch kann ein Verband seine eigenen Prozesse nachhaltiger gestalten, sei es im Umgang mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, durch die Art und Weise, wie er arbeitet, oder wie er als Wegbereiter und Unterstützer von Nachhaltigkeit für seine Mitglieder agiert. Der Textbeitrag zeigt, wie der Verband der Chemischen Industrie e. V. (VCI) mit dieser Herausforderung umgeht und Nachhaltigkeit in der Branche sowie in eigenen Abläufen vorantreibt.

Berthold Welling

1. Umweltgerechtigkeit – Aktualität und Zukunftsvision

Ungleiche Lebensverhältnisse und ungleiche Belastungen durch Umwelt- inkl. Klimaeinflüsse sind das aktuelle Thema weltweit. Infolge der Globalisierung der Wirtschaft, der Finanzströme, des Handels, der Digitalisierung und dem stetigen Austausch von kleineren Bevölkerungsgruppen haben sich die Problemstellungen und Handlungserfordernisse in Hinblick auf eine zukunftsfähige und lebenswerte Umwelt verändert. Sie sind weltweit komplexer geworden und haben sich in diesem Zusammenhang auch vergrößert. Mit der Herausbildung von Großsiedlungen, großen Industriestandorten und Aggregationen der industriellen Land- und Viehwirtschaft sowie einer Warenbewegung über die Kontinente hinweg haben sich auch die Beeinflussungen auf die Umwelt verändert. Diese Erkenntnis setzt sich seit geraumer Zeit mehr und mehr durch. Dass diese Prozesse auch einer Betrachtung und vor allem Handhabung bedürfen, weil von der Umwelt selbst erhebliche Einflüsse und Belastungen ausgehen, die zu einem großen Teil neben der Klimarelevanz auch ernstzunehmende Gesundheitsrelevanz haben, wird derzeit noch relativ wenig beachtet. Dabei umfasst die gesundheitliche Beeinflussung sowohl den medizinisch somatischen als auch den psychologischen Teil. Zugegebenermaßen ist das Thema sehr komplex und bedarf noch weitreichender und intensiver Forschung. An der Erkenntnis aber, dass Umweltgerechtigkeit oder im Umkehrschluss Umweltungerechtigkeit Themenfelder von außerordentlicher Bedeutung für präventives bzw. nachhaltiges Handeln sind, gibt es keinen Zweifel. Das gilt sowohl für aktuelle Bewertungen von Umweltzuständen als auch für zukünftige Handlungserfordernisse. Eine zentrale Rolle werden dabei die Planungsaufgaben in Städten und Gemeinden spielen. Zukünftige Planungen, in welcher Art und Form auch immer, werden an den Herausforderungen hinsichtlich Nachhaltigkeit und damit an dem Umweltgerechtigkeitsansatz nicht vorbeikommen. Erste Ansätze und Ergebnisse gibt es schon. So haben sich z. B. bereits einige Städte und Gemeinden mit der Thematik umweltgerechtes Bauen und umweltgerechte urbane Planung befasst.

Regine Grafe

Kapitel 3. Einfluss der digitalen Transformation verstehen

Entscheidend für den Erfolg digitaler Organisationen ist es, dass die Entscheider die ganzheitlichen Auswirkungen der Digitalisierung auf Mensch, Organisation und Gesellschaft verstehen. Dieses Kapitel liefert eine differenzierte Betrachtung der disruptiven „Störsignale“ im Markt und zeigt, mit welchen Methoden diese identifiziert werden können. Neben dem „Wie“ wird auch das „Was“ diskutiert und die verschiedenen Veränderungsebenen der Digitalisierung analysiert, u. a. die Wirkungen der Digitalisierung auf gesellschaftlicher, organisationaler und individueller Ebene. Speziell der Bereich der Verhaltensveränderungen der Menschen wird einer näheren Betrachtung unterzogen und ein Modell der digitalen Bedürfnisse vorgestellt, anhand dessen sich die Bedürfnismuster des „homo digitalis“ erklären lassen. Ob es sich bei allen Veränderungen um eine „echte“ Revolution handelt, wird abschließend besprochen.

Kai Reinhardt

Nachhaltigkeit in Industriebetrieben am Beispiel der Continental AG

Durch ihre produktionsbezogene Charakteristik sind Industrieunternehmen prädestinierte Nachhaltigkeitsobjekte mit einer gleichsam entsprechenden hohen Verantwortung. Diese nachhaltige Verantwortung reicht über das Fabrikgelände weit hinaus, in ein gesamthaftes Lieferkettenmanagement hinein. Entsprechend ist immer stärker eine Koordination und Integration der vielfältigen intra- und intersystemischen nachhaltigen Einzelaktivitäten erforderlich. Zur weiteren Komplexität beitragend, aber auch als Chance sind dabei die Einflussfaktoren zu betrachten, die im Rahmen von Industrie 4.0 ausgehen (werden). Entscheidend für den angestrebten hohen nachhaltigen Durchdringungsgrad aller industriellen Prozesse ist die Verträglichmachung renditeorientierter und nachhaltiger Ziele, wofür es substanzielle Ansatzpunkte gibt. Die Continental AG ist dafür ein sehr gutes Beispiel.

Thomas Winkelmann, Kristin Butzer-Strothmann, Friedel Ahlers

Kapitel 12. Über die Grenzen des Recyclings und die Ressourcen der Reparatur

In Europa, Indien, den USA und auch an anderen Orten weltweit wird aktuell die Kreislaufwirtschaft als Erfolgsmodell gefeiert – als Modell der Zukunft mit ersten beträchtlichen Erfolgen im Hier und Jetzt. Die Kreislaufwirtschaft bindet Hoffnungen. Sie wird geschätzt, weil sie die Umweltprobleme positiv wendet – mit Wachstumschancen für Unternehmen sowie Menschen- und Umweltrechte zugleich.

Stefan Laser

Kapitel 5. Referenzgebäude

Auswirkung einzelner Gebäudeparameter auf die Nachhaltigkeit

Um die Anpassungsfähigkeit von Büro- und Geschäftshäuser an andere Nutzungsarten auf verschiedenen Ebenen anhand eines konkreten Beispiels bewerten zu können, wurden drei Entwürfe als Referenzgebäude entwickelt. In den Entwurfsprozess als Büro- und Geschäftshaus floßen die zuvor definierten Planungsparameter, die sich auf die Anpassungsfähigkeit auswirken, unterschiedlich ein, so dass sich notwendige Eingriffe in die Gebäudestruktur für ausgewählte Nachnutzungskonzepte unterschiedlich darstellen. Die drei Entwürfe werden daher im Folgenden als Referenzgebäude mit geringer, mittlerer und hoher Variabilität bezeichnet.

Johann Eisele, Richard Stroetmann, Lukas Hüttig, Benjamin Trautmann

Kapitel 4. Konstruktion

Konstruktion und Ökobilanzierung multifunktionaler Gebäude

Die Tragstrukturen multifunktional genutzter Geschossbauten sind mit Blick auf die relevanten Nutzungen und die daraus resultierenden Anforderungen zu entwerfen und zu bemessen. Damit wird zunächst die Funktionalität sichergestellt. Darüber hinaus sind die Tragstrukturen, aber auch die Fassadensysteme und der Ausbau nach den Kriterien der Nachhaltigkeit, der Ökologie, Ökonomie und Ressourceneffi zienz zu optimieren.

Richard Stroetmann, Lukas Hüttig

Kapitel 4. Rundenzeitsimulation mit Motormodellen

Die Minimierung der Rundenzeit gilt in der Entwicklung von Rennfahrzeugen als übergeordnetes Ziel. Die Bewertung des Fahrzeugpotentials anhand der geringsten möglichen Rundenzeit erfolgt im Entwicklungsprozess in verschiedenen Phasen. Bei weit fortgeschrittenem Entwicklungsstand bieten Streckentests die Möglichkeit unter Einsatzbedingungen die Fahrleistung zu bewerten.

Simon Malcher

Kapitel 2. Carbonbeton und spezifische Markteintrittsbarrieren

Unter der Baustoffbezeichnung Carbonbeton wird ein Verbundwerkstoff aus Beton verstanden, der mit einem technischen Textil aus Carbonfasern bewehrt ist. Die Carbonfasern werden dabei nicht wie bei kurzfaserbewehrten Betonbauteilen ungeordnet als loses Haufwerk in die Frischbetonmischung gegeben, sondern als feste gitterförmige und stabförmige Bewehrungsstrukturen in die Schalung eingelegt. Es handelt sich daher bei den neuartigen Carbonbetonen nicht um konventionelle Faserbetone.

Jan Kortmann

Kapitel 7. Schlussbetrachtung

In der vorliegenden Arbeit wurde untersucht, ob der Gesundheitsschutz und die Recyclingfähigkeit für den Verbundbaustoff Carbonbeton Markteintrittsbarrieren darstellen. Für die Fragestellung, ob Carbonbeton recycelt werden kann, wurden Aufbereitungsverfahren für die Umsetzung des Recyclings untersucht und Verwertungsoptionen für die dabei anfallenden Materialfraktionen aufgezeigt. Zur Sicherstellung des Gesundheitsschutzes wurden Faseremissionen, die bei der Herstellung von Carbonbetonbauteilen und mit der Ver- und Bearbeitung von Carbonbeton freigesetzt werden, untersucht und das Gesundheitsgefährdungspotenzial beurteilt.

Jan Kortmann

5. Lebenszykluskosten von Maschinen und Anlagen

Es gibt zahlreiche unterschiedliche Ansätze, im Maschinen- und Anlagenbau die Kosten von Investitionen über den gesamten Lebenszyklus zu ermitteln. Hierzu steht ein einheitliches Berechnungsmodell zur Verfügung, das im VDMA-Einheitsblatt 34160 [1] seinen Niederschlag gefunden hat.

Martin Dehli

12. Bündelung Querschnittsfunktionen

Das Beteiligungsmanagement kann durch die Koordination der Kooperation bis hin zu einer teilweisen oder vollständigen Bündelung einzelner unterstützender Funktionen, also den Querschnittsfunktionen, einen Mehrwert leisten. Durch die Zusammenarbeit und die Bündelung der Querschnittsfunktionen wird eine Reduktion der spezifischen Kosten und in Summe auch der absoluten Kosten für die Beteiligungen angestrebt.Das Kapitel beschreibt mögliche Wege für die strukturierte Bündelung von Querschnittsfunktionen in einer Unternehmensgruppe.

Klaus-Michael Ahrend

Kapitel 8. Zusammenfassung

Industrie 4.0 ist ein zentrales Technologieprojekt der Bundesrepublik Deutschland. Mit Hilfe des Projektes soll zum einem die Zukunft des Produktionsstandortes Deutschland gesichert werden. Zum anderem soll für die Anbieter von Lösungen für die Produktionstechnik die weltweite Technologieführerschaft durch Industrie 4.0 gesichert werden.

Yves-Simon Gloy

Kapitel 7. Ausblick, zukünftige Handlungsfelder und Transfer in die Branche

Neben den zuvor beschriebenen Arbeiten zu den Funktionsbereichen der aktuellen Forschungsförderung Industrie 4.0 sind besonders die beiden vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Projekte Speed- und Storefactory zu nennen. Darüber hinaus ergeben sich gerade für den Industrie-4.0-Lösungstransfer in die Branche sowie für zukünftige Aktionen Handlungsfelder, die im Folgenden vorgestellt werden.

Yves-Simon Gloy

Kapitel 2. Stand der Technik und Forschung

Zunächst erfolgt eine Definition der relevanten Begriffe in der Beschreibung von Industrie 4.0. Anschließend wird der Stand der Industrie-4.0-Forschung mit einem Schwerpunkt hinsichtlich der Textilbranche geschildert. Daraufhin erfolgt eine Beschreibung der deutschen Textilbranche. Abschließend werden relevante Forschungsthemen für die Textilbranche im Rahmen der Entwicklungen zu Industrie 4.0 dargestellt.

Yves-Simon Gloy

Kapitel 7. Beteiligungsorientierte Digitalisierung der Pflegearbeit: Das Beispiel „digitaler Tourenbegleiter“

Um Digitalisierungsprozesse in der Pflege möglichst erfolgreich durchführen zu können, müssen zentrale organisatorische Bedingungen und Maßnahmen fokussiert werden, die die einen derart tiefgreifenden Veränderungsprozess möglichst gut bewältigen helfen. Gestützt auf die Ergebnisse des Verbundprojekts KoLeGe, wird der Frage nachgegangen, wie ein organisatorisches Konzept in Grundzügen gestaltet sein muss, um Pflegekräfte im digitalen Veränderungsprozess einen Handlungsrahmen bieten zu können, der als „kohärent“ (= sinnhaft, verstehbar und handhabbar) empfunden wird. Es soll Pflegekräften auch unter veränderten technischen, organisatorischen und interaktionalen Rahmenbedingungen „nachhaltige Beschäftigungsfähigkeit“ ermöglichen, indem etwa negative gesundheitliche Folgen durch Überforderung oder das enttäuschte Verlassen der Pflegetätigkeit aufgrund von Sinnverlusten bzw. fehlenden Handlungskompetenzen vermieden werden können.

Peter Bleses, Andreas Friemer, Britta Busse

Abfallwirtschaft 4.0

Das Ziel der nachhaltigen Kreislaufwirtschaft ist die möglichst effiziente und umfassende Nutzung von Ressourcen. Um dieses Ziel zu erreichen, werden auch im Bereich der Abfallwirtschaft vermehrt neue Ansätze von Industrie 4.0 entwickelt und implementiert.

Renato Sarc, Alexander Curtis, Lisa Kandlbauer, Karim Khodier, Karl Erich Lorber, Roland Pomberger

Robotik 4.0

Moderne Robotersysteme sind ein Kernelement der Industrie 4.0, um die Flexibilisierung und Individualisierung der Produktion bis zur Losgröße Eins bei hoher Ressourceneffizienz umzusetzen. Ein Ziel, das nur mit umfassender Automatisierung und Digitalisierung der gesamten Wertschöpfungskette zu erreichen sein wird. Innerhalb dieser Wertschöpfungskette gilt es die richtigen Roboter mit den richtigen Fähigkeiten, zur richtigen Zeit am richtigen Ort verfügbar zu haben.

Burkhard Corves, Mathias Hüsing, Stefan Bezrucav, Tim Detert, Johanna Lauwigi, Michael Lorenz, Nils Mandischer, Markus Schmitz, Amirreza Shahidi

Das baden-württembergische Innovationssystem als organisationales Feld: eine organisationssoziologische Betrachtung

Die Region Baden-Württemberg war in der Vergangenheit Gegenstand zahlreicher Studien und wissenschaftlicher Untersuchungen. In dem vorliegenden Beitrag werden aus soziologischer Sicht die institutionellen Aspekte dieses regionalen Innovationssystems in den Vordergrund gestellt. Hierfür wird auf das neoinstitutionalistische Konzept des organisatorischen Feldes zurückgegriffen. Die Ausgangsthese ist, dass auch im Zeitalter der modernen, globalisierten Wissensgesellschaft, die den Unternehmen ein hohes Maß an Flexibilität und Fähigkeit zur kritischen Überprüfung tradierter Wissensinhalte und Verhaltensregeln abverlangt, regionale Institutionen eine wichtige Rolle spielen. Allerdings unterliegen diese Institutionen heutzutage einem erhöhten Veränderungsdruck.

Gerhard Krauss

Kapitel 1. Einleitung

Die Digitalisierung gehört zu den bedeutendsten Megatrends unserer Zeit und gewinnt für die Bauwirtschaft zunehmend an Bedeutung. Eine Studie von Roland Berger (2015) untersucht erstmals, im Auftrag des Bundesverbands der Deutschen Industrie e.V. (BDI), die Auswirkungen der digitalen Transformation auf das „industrielle Herz“ Deutschlands und Europas. Die Studie konzentriert sich dabei auf die Industriezweige: Automobilindustrie, Logistik, Maschinen- und Anlagenbau, Medizintechnik, Elektroindustrie, Energietechnik, chemische Industrie und Luft- und Raumfahrttechnik.

Matthias Stange

Kapitel 12. Agil und selbstorganisiert: Teams als Organisationsform

Peter Klett, Vorstandsvorsitzender Weser-Elbe-Sparkasse, berichtet über Erfahrungen mit der Umwandlung seines Unternehmens in eine agile Organisation. Wir informieren über Auswirkungen von Agilität auf Unternehmensstrukturen und Führungskompetenzen, heben die Bedeutung von Unternehmertum auf allen Ebenen des Unternehmens hervor und zeigen Grenzen von Agilität auf.

Joachim Hasebrook, Benedikt Hackl, Sibyll Rodde

Kapitel 5. Fallstudie Niedersachsen

Im August 2002 gab es im Einzugsgebiet der Elbe starke Regenfälle in kurz aufeinanderfolgenden Niederschlagsperioden. Vom 11. bis 13. August fiel in einigen Gebieten zwei bis dreimal so viel Regen wie im langjährigen Mittel des Monats August. Diese Niederschläge waren durch eine seltene Vb-Wetterlage verursacht, die in Mitteleuropa bereits zu mehreren Hochwasserereignissen geführt hatte.

Veit Ebermann

Kapitel 4. Methodisches Vorgehen

Im folgenden Kapitel wird das methodische Vorgehen dieser Arbeit vorgestellt. Im Zuge einer multiplen Fallstudie wurden fünf Unternehmen untersucht und die Personalverantwortlichen in teilstrukturierten Interviews befragt. Mit Hilfe einer qualitativen Inhaltsanalyse wurden die Ergebnisse analysiert und interpretiert.

Mirjam von Buttlar

Mehr Nachhaltigkeit durch gezielte Entwicklung unseres Produktportfolios – Fallbeispiel BASF

Kernelement des umfassenden Nachhaltigkeitsmanagements der BASF ist die Bewertung und Steuerung von Produktportfolio, Forschung und Produktionsverfahren nach dem Beitrag zur Nachhaltigkeit. Grundlage dafür ist die Einteilung in vier Kategorien auf Basis des Sustainable Solution Steering®. Die Nachhaltigkeitskriterien basieren sowohl auf globalen Herausforderungen als auch auf dem intensiven Austausch mit Kunden und anderen Stakeholdern, um deren steigenden Bedürfnissen nach Nachhaltigkeit noch besser Rechnung zu tragen. Dieser kontinuierlich angelegte Verbesserungsprozess in Richtung Nachhaltigkeit trägt dazu bei, den Unternehmenszweck der BASF „We create chemistry for a sustainable future“ (Chemie die verbindet, für eine nachhaltige Zukunft) umzusetzen und den langfristigen Geschäftserfolg der BASF zu sichern. Mit dem Unternehmenszweck „We create chemistry for a sustainable future“ (Chemie die verbindet, für eine nachhaltige Zukunft) setzt BASF auf Innovationen aus der Chemie, um das Ziel der Nachhaltigkeit noch besser erfüllen zu können und den Erfolg des Unternehmens langfristig zu sichern. Hierzu wurde unter Berücksichtigung globaler Herausforderungen ein Sustainability-Solution-Steering-Prozess eingeführt, um unser gesamtes Produktportfolio hinsichtlich Nachhaltigkeitskriterien zu bewerten und zu steuern. Dabei wird umfassend betrachtet, wie das Produkt hergestellt und angewandt wird. Mit diesem Prozess haben wir die rund 60.000 Produktanwendungen der BASF entsprechend ihres Nachhaltigkeitsbeitrags in vier Kategorien eingeteilt. Im Geschäftsjahr 2017 hat BASF mehr als 27 % des Umsatzes mit innovativen Produktanwendungen erzielt, die einen besonderen Beitrag zur Nachhaltigkeit in der Wertschöpfungskette leisten. Indem wir dieselbe Kategorisierung bei der Bewertung und Steuerung unserer Innovations-Pipeline anwenden, wird dieser Anteil und damit unser Beitrag zur Nachhaltigkeit weiter wachsen.

Michael Heinz

RENN.west – die Regionale Netzstelle für Nachhaltigkeitsstrategien in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, dem Saarland und Hessen

Mit der Globalen Agenda 2030 und den 17 Sustainable Development Goals haben die Vereinten Nationen im Herbst 2015 ein Rahmenwerk für eine systematische Transformation von Gesellschaften in Richtung Nachhaltigkeit beschlossen. Erstmals werden die entwicklungspolitischen, ökologischen, ökonomischen und sozialen Ziele in einem integrativen Ansatz zusammengeführt und beziehen sich hierbei auf alle Gesellschaften. Die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie von 2016 und die Nachhaltigkeitsstrategien der Bundesländer orientieren sich mittlerweile systematisch an diesem Rahmenwerk vor dem Hintergrund des jeweiligen Status und der spezifischen Handlungsmöglichkeiten. Das vom Rat für Nachhaltigkeit angeregte Netzwerk RENN (Regionale Netzstellen für Nachhaltigkeitsstrategien) unterstützt seit Beginn des Jahres 2017 diese Entwicklung durch Information, Vernetzung der Akteure und Politikberatung. Der Umwelt-Campus Birkenfeld der Hochschule Trier ist in diesem Netzwerk bundesweit die einzige direkt beteiligte Hochschule.

Klaus Helling, Michael Matern

Die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB): Nachhaltigkeit – von Anfang an

Die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) als Förderbank des Landes hat den Fokus auf der Verantwortung für die Gesellschaft – und das schon seit ihrer Gründung im Jahr 1993. Aufgrund ihrer Aufgabe und ihrer Überzeugung ist es bei allen Förderprogrammen der ISB das Bestreben, im Sinne der Nachhaltigkeit zu handeln und zu entscheiden: im Sinne der Ökologie durch Umweltprogramme, im Sinne der Ökonomie vor allem durch die Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen, im Sinne der sozialen Verantwortung durch die Förderung von bezahlbarem Wohnraum. Basis dafür ist der Auftrag, das Gemeinwohl zu fördern, aber auch der eigene Anspruch, das Land und die Menschen durch vielfältige Angebote weiterzubringen, die nachhaltige Projekte überhaupt erst möglich machen.

Ulrich Dexheimer

Rheinland-Pfalz: Die Landesregierung als nachhaltiger Akteur und Partner

Nachhaltigkeit und Corporate Social Responsibility (CSR) sind als betriebswirtschaftliches Thema in der Wirtschaft angekommen und für große Teile der Unternehmerschaft zum selbstverständlichen Bestandteil ihrer Unternehmensführung geworden. Gerade in Rheinland-Pfalz gibt es dafür zahlreiche gute Beispiele für Unternehmen aller Größenordnungen, vom Großkonzern bis zum Kleinunternehmen. Die Politik hat dabei die Aufgabe, gute Rahmenbedingungen zu schaffen und es den Unternehmen zu ermöglichen, sicher planen, entscheiden und handeln zu können. Eine Landesregierung als politischer und wirtschaftlicher Akteur muss aber auch mit gutem Beispiel vorangehen und nach innen und außen nachhaltig agieren. Dieser Verantwortung wird Rheinland-Pfalz gerecht. Mit der Nachhaltigkeitsstrategie, die sich das Land 2001 als eines der ersten Bundesländer gegeben hat und die seitdem stetig weiterentwickelt wird, haben wir ein starkes Instrument, um Nachhaltigkeit in das Regierungshandeln zu integrieren. Dabei leisten alle Ressorts der Landesregierung ihren Beitrag – die Erreichung unserer Nachhaltigkeitsziele ist eine Querschnittsaufgabe. Sozial gerecht – wirtschaftlich stark – ökologisch verantwortlich: Das ist die Zielsetzung der gegenwärtigen Koalitionsregierung in Rheinland-Pfalz. Hier ist der Dreiklang der Nachhaltigkeit angelegt. In zentralen Politikfeldern verfolgen wir nachhaltige Strategien.

Malu Dreyer

CSR in Rheinland-Pfalz: Einführung in die Thematik und Beschreibung des Buchaufbaus

Das vorliegende Kapitel gibt einen Überblick über den Status quo des Themenkomplexes Corporate Social Responsibility (CSR), bevor detaillierter auf den Kontext von Rheinland-Pfalz und den dort vorherrschenden CSR-Aktivitäten Bezug genommen wird. Abschließend wird ein Ausblick auf die Kapitel dieses Sammelbands gegeben, in denen Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Politik zu Wort kommen.

Marina Schmitz

Kapitel 2. Watch it! Digitalisierung und Nachhaltigkeit zusammen denken

Unterschiedliche Aspekte der Beziehung von Digitalisierung und Nachhaltigkeit werden in diesem Kapitel aufgespannt. Begonnen wird im ersten Abschnitt mit der Nachhaltigkeitschancen und -risiken von Digitaltechnologie in den Dimensionen Ökologie, Ökonomie und Soziales. Danach wird erläutert, welche positiven gesellschaftlichen und Nachhaltigkeitsbeiträge Digitalisierung haben kann und welche „unerwünschten Nebenwirkungen“ sich bereits heute zeigen. Diese „Nebenwirkungen“ erwachsen aus gesellschaftlichen Ansprüchen. Sie werden zunächst prägnant formuliert und dann jeweils Hintergrundinformationen dazu erläutert. Es handelt sich um zum Teil neu entstehende oder an Bedeutung gewinnende gesellschaftliche Anforderungen, die an digitale oder sich digitalisierende Unternehmen heran getragen werden.

Saskia Dörr

Kapitel 4. Just do! Umsetzung im Unternehmen anpacken

Im Kapitel „Just do! Umsetzung im Unternehmen anpacken“ geht es um das Kennenlernen von Methoden zur Umsetzung von CDR im Unternehmen. Zunächst erfolgt eine strategische Einordnung aus Top-Management-Perspektive und die Bestimmung der Potenziale für das Unternehmen durch CDR. Danach wird darauf eingegangen wie bestehende CR-Instrumente, wie Global Compact, OECD-Leitlinien oder DIN/ISO 26000, für CDR genutzt werden können. Vorschläge zur Anpassung von Stakeholder- und Wesentlichkeitsanalyse werden unterbreitet. Weiterhin werden beispielhaft 12 „digitale“ Selbstverpflichtungen für Unternehmen vorgestellt, die genutzt werden können, um CDR in einem ersten Schritt auch außerhalb des Unternehmens zu zeigen. Schließlich wird dargestellt, wie digitale Innovationen mit Verantwortung durch Innovationsmethoden und Geschäftsmodellentwicklung gefördert werden können.

Saskia Dörr

3. Grundlagen

Folgendes Kapitel stellt zunächst allgemein die definitorischen Grundlagen zu den Begriffen Industrie 4.0, Digitalisierung und Mittelstand. Abschließend werden noch aktuell existierende empirische Befunde zu Industrie 4.0 im Mittelstand vorgestellt.

Wolfgang Becker, Patrick Ulrich, Oliver Schmid, Christoph Feichtinger

Kapitel 2. Zieldefinition und Bilanzrahmen

Die Festlegung des Ziels und des UntersuchungsrahmensZiel und Untersuchungsrahmen beinhaltet eine Vielzahl von Entscheiden, welche für die nachfolgenden Phasen Sachbilanz und Wirkungsabschätzung von zentraler Bedeutung sind und das Vorgehen im weiteren Verlauf einer Ökobilanzstudie weitgehend vorbestimmen. Diese Entscheide sind oft mit Werturteilen verbunden. Diese Phase entscheidet auch darüber, ob die Ergebnisse der Studie in einer EntscheidungssituationEntscheidungssituation verwendet werden können und ob sie die Akzeptanz der Entscheider findet.

Rolf Frischknecht

Kapitel 1. Einführung

In den letzten Jahrzehnten treten in der Europäischen Umweltpolitik anstelle zusätzlicher Gebote und Verbote vermehrt marktwirtschaftliche Instrumente auf. Die Europäische Union hat beispielsweise ein Emissionshandelssystem für Kohlenstoffdioxid (CO2) und andere Treibhausgase eingerichtet, während in der Schweiz eine CO2-Lenkungsabgabe auf fossile Brennstoffe (ohne Treibstoffe) erhoben wird. In Deutschland wird eine Prämie beim Kauf von Elektroautos gewährt, und in der Schweiz gibt es eine Steuerbefreiung für Treibstoffe auf Basis nachwachsender Rohstoffe, die nachweislich geringere Treibhausgasemissionen verursachen als konventionelle fossile Treibstoffe (UVEK 2016).

Rolf Frischknecht

21. Konzepte und Faktoren für Innovation bei Pfizer

Dare to Try, Start-up Hubs und Green Economy

Ein flexibles und dennoch formalisiertes Innovationsmanagement stellt heute einen wichtigen Wettbewerbsfaktor für Unternehmen dar. Das pharmazeutische Unternehmen Pfizer hat vor diesem Hintergrund den sogenannten Dare-to-Try-Ansatz implementiert, der als Katalysator für eine neue Innovations- und Experimentierkultur wirkt. Ein Ergebnis, das diese Struktur hervorgebracht hat, war das „Pfizer Healthcare Lab“ in Berlin, das eine flexible Plattform für Kooperationen zwischen Pfizer und verschiedenen Start-ups darstellte. Das Lab entwickelte sich bald zu einem Erfolgsmodell und wurde zum internationalen „Pfizer Healthcare Hub“ ausgebaut. Zudem wurden auch an anderen Standorten weitere Hubs eingerichtet, darunter der Produktionsstandort Freiburg, wo die Innovationsfelder Patientenorientierung und ökologische Nachhaltigkeit im Mittelpunkt stehen. Das innovationsfreundliche Umfeld im Land Baden-Württemberg wirkt sich dort zusätzlich als positiver Treiber aus.

Ekaterina Alipiev, Peter Neske, Ralph Lägel

6. IT-Unterstützung für das Prozessmanagement

Prozessmanagement wird oft mit IT-Werkzeugen in Verbindung gebracht. Zunächst einmal ist Prozessmanagement eine Methode um die Arbeit im Unternehmen besser zu verstehen und kontinuierlich zu verbessern. Aufgrund der Komplexität und vielfältiger Zusammenhänge sind jedoch IT-Werkzeuge erforderlich um Prozesse zu dokumentieren und auch im operativen Betrieb zu unterstützen. Der Beitrag geht umfassend auf die mögliche IT-Unterstützung ein und stellt die in der Praxis üblichen Werkzeuge für die Prozessmodellierung und –analyse, Workflow-Management-Systeme, Enterprise-Resource Planning-Systeme u. a. vor. Abschließend thematisiert der Beitrag aktuelle Aspekte wie Digitalisierung, Big Data, Cloud Computing und Industrie 4.0 im Hinblick auf die Verknüpfungspunkte zum Prozessmanagement. Wiederholungsfragen und eine Fallstudie unterstützen den Lernprozess.

Andreas Gadatsch

3. Organisation und Einführung des Geschäftsprozessmanagements

Die Einführung von Prozessmanagement ist ein klassisches Veränderungsprojekt, das die ganze Organisation auf allen Ebenen in jedem Bereich betrifft. Viele Akteure beginnend mit der Leitungsebene („Chief Process Officer“) über die mittleren Führungsebenen („Prozessmanager“) bis hinunter zum einzelnen Mitarbeiter, den „Prozessexperten“ sind einzubinden. Prozesse zu verändern und zu optimieren bedeutet in erster Linie „Menschen zu verändern“ und zu einer prozessorientierten Zusammenarbeit zu motivieren.Das Kapitel beschreibt Möglichkeiten der prozessorientierten Organisation von Unternehmen und der Optimierung von Prozessen. Daneben werden die verschiedenen Rollen und Akteure vorgestellt, die je nach Unternehmensgröße unterschiedlich stark ausgeprägt werden müssen. Ein besonderer Fokus wird auf die Projektorganisation gelegt, die insbesondere bei der erstmaligen Einführung von Konzepten des Projektmanagements wichtig ist. Den Abschluss bilden wiederholende Fragen und eine Übung.

Andreas Gadatsch

Energiepolitik der Zukunft – wie können wir die Energiewende vollenden?

In diesem Kapitel wird analysiert, wie die Energiepolitik es ermöglichen kann, die Energiewende zu einem nachhaltigen und klimaneutralen Energiesystem zu vollenden. Hierfür werden zunächst die konkreten Ziele und Herausforderungen für die Energiepolitik der Zukunft betrachtet. Im zweiten Teil stehen die Ansätze und Instrumente im Mittelpunkt, mit denen die Energiepolitik die übergreifenden sowohl sektor- als auch technologiespezifischen Aufgaben lösen kann.

Stefan Thomas

Kapitel 3. Wirtschaftliche Zukunft – die Kreislaufwirtschaft durchläuft eine Phase des Wandels

Aber kann sie auch selbst Teil dieser Veränderung sein? Was impliziert der Slogan ‚erneuerbar durch Design‘?

Die hier entwickelte These ist, dass die Kreislaufwirtschaft, wie sie allgemein verstanden wird, gut zu den wirtschaftlichen Trends des 21. Jahrhunderts passt, wenn wir die digitale Revolution, ihre disruptiven Auswirkungen auf Geschäftsmodelle und Produkt-, Service- und Systemdesign nutzen wollen, um Ressourceneffizienz zu schaffen. Es scheint, als würde man auf einer Welle der Veränderung surfen und diese Vorstellung ist hilfreich. Wir stehen noch am Anfang und es wird mehr getan werden müssen. Dieses [Kapitel] untersucht sowohl die gegenwärtige Vorgehensweise als auch die neuen Grenzen, die sich für die Kreislaufwirtschaft ergeben werden.

Ken Webster

Kapitel 15. Das Reparatur- und Service-Zentrum R.U.S.Z – 20 Jahre angewandte Kreislaufwirtschaft

Erfahrungen eines Praktikers und Reparatur-Lobbyisten

Der Materialaufwand für Elektro- und Elektronikgeräte liegt beim 50- bis 10.000-fachen des Eigengewichts der Produkte. Jeder Schritt in der Wertschöpfungskette ist mit Emissionen verbunden. Bei rund 9000 Reparaturen pro Jahr und einer Erfolgsquote von 80 % spart allein das R.U.S.Z enorme Mengen an kritischen Rohstoffen (insbesondere Metalle und Mineralien) und klimaschädlichen Gasen ein. Als Branchenvertreter und Netzwerkknoten für Ressourcenschonung und CO2-Äquivalente-Reduktion trägt es dazu bei, diese Einsparungen zu vervielfachen. Das R.U.S.Z und seine KundInnen nehmen politische Verantwortung wahr. „Ein Sozialunternehmen initiiert einen Wandel in der EU-Politik“ ist nicht übertrieben. Seit 20 Jahren kämpfen wir uneigennützig für Ressourceneffizienz. Unsere KundInnen unterstützen uns dabei durch ihre Konsumentscheidungen: Es darf auch einmal eine Reparatur, was runderneuertes Gebrauchtes oder ein Nutzen-statt-Kaufen Gerät sein. Statussymbole einer wachsenden Minderheit!

Sepp Eisenriegler

Kapitel 14. Prinzipien der Tech-Ökonomie

Die Zukunft der Wirtschaft bis 2050

Alle Formen der Wirtschaft, ob auf Mikro- oder Makroebene, benötigen eine Realisierung solch einer Tech-Ökonomie bis zum Jahr 2050. Dieser Beitrag zeigt, wie die Analyse von Produktion, Verteilung und Konsum von Gütern und Dienstleistungen in wirtschaftspolitische Veränderungen einfließen kann, die auf dem Impuls von „eco-unit“ & „household“ basieren. Prinzipien der Tech-Ökonomie konzentrieren sich auf eine Strategie zur Transformation von Volkswirtschaften in solche Kreislaufwirtschaften, in denen menschliche Teilsysteme nachhaltig zu einem globalen Ökosystem verschmelzen. Die Politik sollte sich von der „Produktion von Reichtum“ auf das „Überleben des Planeten“ verlagern. Wir sollten nun von den früheren exklusiven „Human centric development models“ zu integrativen „Planet centric economic growth models“ übergehen.

Ashutosh Bhardwaj
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