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12.07.2017 | Ressourceneinsatz | Im Fokus | Onlineartikel

Erste Kreditkarte aus Biokunststoff spart Ressourcen

Autor:
Julia Ehl

Kreditkarten lassen sich aus Kunststoffen herstellen, die aus nachwachsenden Ressourcen produziert werden. Die Karten der Triodos Bank werden zukünftig aus Polymilchsäure produziert.

Die Triodos Bank N.V. bekennt sich zur Nachhaltigkeit und wurde zum zweiten Mal in Folge auf dem Portal Bankingcheck.de als beste nachhaltige Bank ausgezeichnet. Jetzt kündigt die Bank an, künftig ihre Kreditkarte „Grüncard plus Mastercard“ aus Biokunststoffen fertigen zu lassen. Springer-Autor Hayley Birch erklärt in seinem Buchkapitel Kunststoffe: "Der Ausdruck "Biokunststoff" wird nicht einheitlich verwendet. Häufig bezieht er sich darauf, dass ein Kunststoff aus nachwachsenden Rohstoffen erzeugt wird (biobasierter Kunststoff), zum Beispiel aus pflanzlicher Cellulose. Andere verstehen darunter Kunststoffe, die biologisch abbaubar sind. Polylactid (Polymilchsäure, engl. polylactic acid, PLA) wird aus pflanzlichen Rohstoffen hergestellt und ist auch biologisch abbaubar. Das gilt jedoch nicht für alle biobasierten Kunststoffe. Polyethylen, das aus pflanzlichen Rohstoffen hergestellt wurde, ist dennoch extrem widerstandsfähig gegenüber einem biologischen Abbau."

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Kunststoffe

Wie haben wir es vor der Erfindung der Kunststoffe nur geschafft, zurechtzukommen? Worin haben wir unsere Einkäufe nach Hause getragen? Woraus haben wir Kartoffelchips gefischt? Woraus war alles gemacht? Es ist kaum vorstellbar, dass diese Zeit noch gar nicht lange her ist.


Nach Angaben der Triodos Bank soll die Kreditkarte aus Polymilchsäure gefertigt werden. Der verwendete Biokunststoff wird damit zu den biologisch abbaubaren Kunststoffen gezählt.

Warum eine biologisch abbaubare Kreditkarte?

Jährlich werden alleine in Deutschland über 130 Millionen Kredit- und Girokarten aus Kunststoff herausgegeben. Aneinandergereiht könnten diese Karten die rund 11.000 Kilometer lange Strecke von Kapstadt bis zum Nordkap überwinden. Eingerechnet sind hierbei noch nicht die zahlreichen Kundenkarten, die von Firmen verteilt und ebenfalls aus Kunststoff hergestellt werden. Es handelt sich also bei den diversen Plastikkarten durchaus um eine Menge, die sich zu betrachten lohnt. Für die Triodos Bank stand allerdings nicht die biologische Abbaubarkeit der Karten im Vordergrund, sondern das Einsparen von fossilen Rohstoffen. Die zur Herstellung der geplanten Kreditkarte verwendete Polymilchsäure wird hauptsächlich aus Mais hergestellt. Positiver Nebeneffekt ist auch, dass bei der Herstellung des Biokunststoffs rund 80 Prozent weniger Treibhausgase ausgestoßen werden als bei der Produktion von Kunststoffen auf Erdölbasis.

Entwicklung von Biokunststoffen hat noch Potenzial

Anlässlich der Vorstellung der neuen Kreditkarte verweist Georg Schürmann, Geschäftsleiter der Triodos Bank in Deutschland, auf einen wesentlichen Ansatzpunkt für die Weiterentwicklung von Biokunststoffen. Er betont, es sei ihnen bewusst, dass es bei der Entwicklung von Biokunststoffen noch Luft nach oben gäbe. Ideal wäre es zum Beispiel, wenn die Karte zukünftig aus biologischen Abfallprodukten hergestellt werden könnten, um keine Anbauflächen dafür verwenden zu müssen.

Mit dem Transformationsprozess von einer erdölbasierten Wirtschaft hin zu einer Wirtschaft, in der die fossilen Ressourcen durch nachwachsende Rohstoffe ersetzt werden und die Energie aus Erneuerbaren Energieträgern stammt, setzt sich die Bioökonomie auseinander. Mit Bioökonomie als Kreislauf- und Verbundsystem beschäftigen sich im Detail die Springer-Autoren Silvian Berg, Manfred Kirchner, Nina Preschitschek, Stefanie Bröring und Ulrich Schnurr: "Einerseits wird … dem Aspekt der Kreislaufwirtschaft eine sehr hohe Bedeutung für eine erfolgreiche Implementierung der Bioökonomie beigemessen, andererseits wird betont, dass die Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen mit höchster Effizienz und entsprechend nachhaltig erfolgen soll."

 

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