Skip to main content
main-content

Über dieses Buch

Bei Delegation von Entscheidungen stellt sich für die delegierende Instanz das Problem, positive Anreize zu gewähren, bei denen der Entscheidungsträger genau dann persönliche Vorteile erzielt, wenn er im Sinne der Instanz entscheidet. Da es nicht sinnvoll ist, Anreizsysteme zu etablieren, die auf nicht oder nur schwer beobachtbaren Bemessungsgrundlagen beruhen, und da Anreizsysteme in der Regel bei unsicheren Erwartungen über ihre Konsequenzen konzipiert werden müssen, besteht zwischen Risiko, Anreiz und Kontrolle ein enger Zusammenhang, der in der Arbeit untersucht werden soll. Im Vordergrund steht dabei das Problem, wie in unterschiedlichen Entscheidungssituationen (pareto-)optimale "Belohnungsfunktionen" ermittelt werden können, wie diese von ihren jeweiligen Determinanten abhängen und zu welchen Ergebnissen sie führen (können). Als Leitparadigmen der Darstellungen dienen dabei der "Principal-Agent-Ansatz" und das "Delegationswertkonzept". Es wird versucht, ihre Problemstellungen und Lösungsansätze miteinander zu verbinden.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

I. Einführung

Zusammenfassung
Die betriebswirtschaftliche Organisationstheorie beschäftigt sich mit sozialen Gebilden (z.B. Unternehmungen, Krankenhäusern und Universitäten), in denen zwei oder mehr Personen miteinander kooperieren, um bestimmte Ziele (besser) zu erreichen. Eine Kooperation kann vor allem deshalb Vorteile mit sich bringen, weil sie Arbeitsteilung und Spezialisierung ermöglicht.
Helmut Laux

II. Konzepte und Kriterien der Entscheidungsfindung

Zusammenfassung
Im Vordergrund der vorliegenden Arbeit steht die entscheidungstheoretische Betrachtungsweise. Es werden Modelle zur Ermittlung optimaler Anreizsysteme entwickelt und auf deduktivem Wege untersucht, wie das Optimum von seinen Determinanten abhängt.
Helmut Laux

III. Anreizsysteme bei Sicherheit

Zusammenfassung
Im folgenden wird gezeigt, wie bei sicheren Erwartungen von Instanz und Entscheidungsträger über den Erfolg-Aktivität-Zusammenhang eine optimale Belohnungsfunktion ermittelt werden kann, zu welchen Konsequenzen sie führt und wie das Optimum von seinen Determinanten abhängt (Laux, 1975a; 1975b; 1988c; Ruhl, 1989). Die Annahme sicherer Erwartungen ist zwar wenig realistisch. Jedoch erleichtert sie die Analyse und das Verständnis wesentlicher Grundzusammenhänge.
Helmut Laux

IV. Aktivitätsbezogene Anreizsysteme bei Risiko

Zusammenfassung
In Risikosituationen ist für die Ermittlung eines optimalen Anreizsystems nicht nur das Ziel der Motivierung, sondern auch das einer effizienten Risikoaufteilung von Bedeutung. Beide Ziele können miteinander in Einklang gebracht werden, wenn das Aktivitätsniveau des Entscheidungsträgers kostenlos kontrolliert werden kann. Die Instanz kann dann mit dem Entscheidungsträger ein bestimmtes Aktivitätsniveau vereinbaren und eine positive Belohnung erst gewähren, wenn die Kontrolle erweist, daß er es tatsächlich realisiert hat (forcing contract). Dabei besteht die Möglichkeit, das entsprechende Erfolgsrisiko paretooptimal aufzuteilen, unabhängig davon, welches Aktivitätsniveau vereinbart wird (vgl. dazu Borch, 1962; Demski, 1976; Horst/Schmidt/Terberger, 1982; Rees, 1985, Part 1, S. 7 ff.; Kiener, 1989).
Helmut Laux

V. Erfolgsorientierte Anreizsysteme bei Risiko: Ermittlung und Struktur der optimalen (f,F)-Konstellation

Zusammenfassung
Insbesondere bei Delegation von komplexen Entscheidungen ist die Instanz grundsätzlich nicht in der Lage, das Aktivitätsniveau des Entscheidungsträgers zu beobachten (zumindest sind die damit verbundenen Kosten zu hoch). Es ist dann nicht sinnvoll, daran Belohnungen bzw. Sanktionen zu binden.
Helmut Laux

VI. Erfolgsorientierte Anreizsysteme bei Risiko: Graphische Analyse der Konsequenzen der optimalen (f,F)-Konstellation

Zusammenfassung
Im vorliegenden Kapitel werden Ergebnisse, die in Kapitel V auf der Basis eines formalen Ansatzes erzielt worden sind, mit Hilfe graphischer Darstellungen veranschaulicht (vgl. dazu auch Laux, 1988a; 1988d; Ruhl, 1989). Dabei wird verdeutlicht, wie die mit der optimalen Belohnungsfunktion verbundenen Konsequenzen von den Determinanten dieser Belohnungsfunktion abhängen. Anschließend wird ein graphischer Ansatz zur Analyse der optimalen Belohnungsfunktion und deren Konsequenzen entwickelt, der auf allgemeineren Annahmen beruht als die Darstellungen in Kapitel V und der bei den Analysen in Kapitel X und XII zugrunde gelegt wird.
Helmut Laux

VII. Berücksichtigung eines Aktivitätsindikators als zusätzliche Bemessungsgrundlage zum Erfolg

Zusammenfassung
Wie in den Kapiteln III, V und VI gezeigt wurde, ist das Aktivitätsniveau eine monoton steigende Funktion des Prämiensatzes. Je höher aber der Prämiensatz, desto höher ist in einer Risikosituation bei Risikoaversion des Entscheidungsträgers die von ihm geforderte Riskoprämie und desto teurer wird das Belohnungssystem aus Sicht der Instanz.
Helmut Laux

VIII. Belohnungssysteme bei Informationsasymmetrie hinsichtlich der Nutzenfunktion des Entscheidungsträgers und des Erfolg-Aktivität-Zusammenhangs

Zusammenfassung
Die bisherigen Darstellungen beruhen auf der Annahme, daß die Instanz die Nutzenfunktion des Entscheidungsträgers kennt und dieselben Erwartungen über den Erfolg-Aktivität-Zusammenhang hegt wie der Entscheidungsträger. Diese Annahme erleichtert zwar die Analyse, sie ist aber wenig realistisch; im allgemeinen herrscht Informationsasymmetrie in dem Sinne, daß der Entscheidungsträger seine Präferenzfunktion und/oder den Erfolg-Aktivität-Zusammenhang besser kennt als die Instanz. Im folgenden wird untersucht, wie für solche Situationen ein optimales erfolgsabhängiges Anreizsystem ermittelt werden kann und welche Gestalt es aufweist. Dabei bauen wir auf den Darstellungen in Kapitel III, Abschnitt 6 auf. (Vgl. zu den folgenden Darstellungen Laux, 1988b.)
Helmut Laux

IX. Das Delegationswertkonzept als theoretische Grundlage für die Lösung von Anreizproblemen

Zusammenfassung
Eines der Kernprobleme bei der Ermittlung einer optimalen Belohnungsfunktion besteht darin, den Zusammenhang zwischen dem Erwartungswert des Erfolges (allgemein: der Wahrscheinlichkeitsverteilung über den Erfolg) und dem Aktivitätsniveau zu ermitteln bzw. abzuschätzen. Dieses Problem ist bisher in der Literatur zur Agency-Theorie kaum untersucht worden. Das auf das Informationswertmodell aufbauende Delegationswertkonzept liefert eine theoretische Basis zur Lösung dieses Problems (Kapitel X). Das Informationswertmodell und das Delegationswertkonzept werden im vorliegenden Kapitel zunächst in ihren Grundzügen dargestellt.
Helmut Laux

X. Principal-Agent-Probleme im Licht des Delegationswertkonzepts

Zusammenfassung
Im Rahmen des Delegationswertkonzepts wird nicht explizit untersucht, wie diejenige Belohnungsfunktion ermittelt werden kann, die einer Kooperationsbedingung genügt und zum maximalen Erwartungswert des Erfolges nach Belohnung führt. Im vorliegenden Kapitel soll das Delegationswertkonzept um diesen Aspekt erweitert werden. Dabei betrachten wir nur den Fall der Delegation an einen Entscheidungsträger. Wir nehmen wieder an, die Instanz sei risikoneutral und stehe vor einem bestimmten Objektentscheidungsproblem: Aus einer gegebenen Menge von Objektalternativen, {A1,A2,…,AA,}, ist eine Alternative auszuwählen. Die Erfolge der Alternativen hängen davon ab, welcher der Umweltzustände S1, S2, …, SS, in Zukunft eintreten wird.
Helmut Laux

XI. Die Ermittlung und Gestalt anreizkompatibler Belohnungsfunktionen

Zusammenfassung
In Kapitel X wurde deutlich, welch hoher Planungsaufwand erforderlich ist, um das optimale Anreizsystem „theoretisch exakt“ zu bestimmen. Die Instanz wird sich in der Realität kaum ein umfassendes Wahrscheinlichkeitsurteil über die möglichen Konsequenzen alternativer Belohnungssysteme bilden können; zumindest wäre dies im allgemeinen zu aufwendig. Es besteht die Notwendigkeit der Komplexitätsreduktion.
Helmut Laux

XII. Gesamterfolg vs. Bereichserfolg als Bemessungsgrundlage

Zusammenfassung
Auch dann, wenn die Aufgabe an mehrere Entscheidungsträger übertragen wird, ist es für die Instanz naheliegend, die Belohnungen an den erzielten Erfolg zu knüpfen. Ein solches Anreizsystem kann insbesondere dann sinnvoll sein, wenn der (Gesamt-) Erfolg den einzelnen Entscheidungsträgern „exakt“ zugerechnet werden kann. Diese Voraussetzung ist jedoch oft nicht erfüllt:
1.
Wenn Interdependenzen zwischen den verschiedenen Entscheidungsbereichen bestehen, d.h. der (mögliche) Erfolgsbeitrag eines Entscheidungsträgers auch davon abhängt, welche Aktionen die anderen Entscheidungsträger durchführen, sind der Erfolgszurechnung schon theoretisch enge Grenzen gesetzt (Laux/Liermann, 1987, S. 516 ff.): Sie kann selbst dann nicht eindeutig vorgenommen werden, wenn die Aktivitäten der einzelnen Entscheidungsträger bekannt sind.
 
2.
Auch wenn die Erfolgszurechnung im Prinzip möglich wäre, scheitert sie oft daran, daß die Instanz die Aktivitäten der einzelnen Entscheidungsträger nicht überprüfen kann bzw. will (z.B. weil damit zu hohe Kosten verbunden sind).
 
Helmut Laux

Backmatter

Weitere Informationen