Skip to main content
main-content

Über dieses Buch

Dieser Band stellt praxisorientiert die Monte-Carlo-Simulation (Risikosimulation) vor, die es ermöglicht, den Gesamtrisikoumfang eines Unternehmens oder Projektes zu berechnen (Risikoaggregation) und mögliche „bestandsgefährdende Entwicklungen“ aus Kombinationseffekten von Einzelrisiken zu erkennen (Kernanforderung an ein Risikomanagement nach §91 Abs. 2 AktG). Ausgehend von einer Einführung zu Risikoanalyse und Risikoquantifizierung wird gezeigt, wie durch die Verbindung von Unternehmensplanung und Risikoanalyse mittels Monte-Carlo-Simulation eine Risikoaggregation durchgeführt wird (mit Excel und der Simulationssoftware Crystal Ball).

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung und Überblick

Zusammenfassung
Thema dieses Buches ist die Risikoaggregation mittels Monte-Carlo-Simulation. Die Risikoaggregation ist die Schlüsseltechnologie im Risikomanagement. Sie ist nämlich nötig, um den Gesamtrisikoumfang und damit den Eigenkapitalbedarf eines Unternehmens zu berechnen. Eine Aggregation der Risiken mit Bezug zur Unternehmensplanung ist auch notwendig zur Erfüllung der gesetzlichen Mindestanforderung an das Risikomanagement: dieses soll nämlich „bestandsbedrohende Entwicklungen“ früh erkennen (§ 91 AktG) und solche ergeben sich in aller Regel aus Kombinationseffekten von Einzelrisiken. Die Risikoaggregation ist zudem die Grundlage für eine tatsächlich wertorientierte Unternehmensführung, die ein Abwägen erwarteter Erträge und Risiken bei der Entscheidungsvorbereitung ermöglicht.
Werner Gleißner, Marco Wolfrum

Kapitel 2. Grundlagen des Risikomanagements

Zusammenfassung
Bei einer nicht sicher vorhersehbaren Zukunft ist jedes Unternehmen Chancen und Gefahren (Risiken) ausgesetzt, die Planabweichungen auslösen können. Die Fähigkeit im Umgang mit diesen Risiken ist ein wichtiger Erfolgsfaktor von Unternehmen. Wegen des 1998 in Kraft getretenen Kontroll- und Transparenzgesetzes (KonTraG) und seiner „Ausstrahlwirkung“ auf mittelständische Unternehmen ist davon auszugehen, dass das Fehlen eines Risikomanagementsystems bei einer Kapitalgesellschaft einige persönliche Haftungsrisiken für Vorstände und Geschäftsführer mit sich bringen kann. Schließlich resultiert auch aus der veränderten Kreditvergabepraxis von Banken und Sparkassen infolge Basel II und Basel III das Erfordernis, sich konsequenter mit Risiken auseinanderzusetzen.
Werner Gleißner, Marco Wolfrum

Kapitel 3. Risikoquantifizierung als Grundlage der Risikoaggregation

Zusammenfassung
Risikoquantifizierung bzw. Risikobewertung umfasst zwei Teilaufgaben, nämlich die quantitative Beschreibung eines Risikos (durch eine geeignete Wahrscheinlichkeitsverteilung) und die Umrechnung dieser in eine reelle Zahl, das Risikomaß. Das Risikomaß erlaubt den Vergleich und die Priorisierung von Risiken, die durch unterschiedliche Wahrscheinlichkeitsverteilungen beschrieben werden, und ein einfaches „Rechnen mit Risiken“. Grundsätzlich können und sollten bei der quantitativen Beschreibung eines Risikos diejenigen Wahrscheinlichkeitsverteilungen genutzt werden, die dem Charakter des Risikos möglichst gut entsprechen. Die Festlegung auf genau eine Art von Wahrscheinlichkeitsverteilung für alle Risiken – z. B. die Binomialverteilung mit Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit – ist nicht sachgerecht und nicht nötig, weil durch den Einsatz adäquater Methoden auch unterschiedliche Wahrscheinlichkeitsverteilungen zur Berechnung des Gesamtrisikoumfangs aggregiert werden können.
Werner Gleißner, Marco Wolfrum

Kapitel 4. Risikoaggregation: Bestimmung des „Grads der Bestandsbedrohung“ und Gesamtrisikoumfangs

Zusammenfassung
Die Aggregation von Risiken ist notwendig, um auch „bestandsgefährdende Entwicklungen“ aus Kombinationseffekten mehrerer Einzelrisiken zu erkennen (zur Erfüllung der Anforderungen aus § 91 Absatz 2 Aktiengesetz notwendig). Zielsetzung der Risikoaggregation ist die Bestimmung der Gesamtrisikoposition eines Unternehmens sowie eine Ermittlung der relativen Bedeutung der Einzelrisiken unter Berücksichtigung von stochastischen Wechselwirkungen (Korrelationen) zwischen diesen Einzelrisiken, d. h. Kombinationseffekte werden erfasst. In der Praxis erfordert dies eine Monte-Carlo-Simulation.
Werner Gleißner, Marco Wolfrum

Kapitel 5. Anwendung der Risikoaggregation: Messung der Risikotragfähigkeit

Zusammenfassung
Die Etablierung von Konzepten für Risikotragfähigkeit und Risikotoleranz ist die unmittelbare Weiterentwicklung der zur Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen aus § 91 AktG nötigen Risikoaggregationsmodelle. Ergänzend zur bisher üblichen frühen Erkennung „bestandsgefährdender Entwicklungen“ (mittels Risikoanalyse und Risikoaggregation) ist es für die risikoorientierte Unternehmenssteuerung wesentlich, ein Konzept für die Risikotragfähigkeit (und gegebenenfalls ergänzend die Risikotoleranz) zu etablieren. Dieses zeigt den „Abstand“ von der aktuellen Situation zu einer unerwünschten oder gar bestandsgefährdenden Entwicklung. Ergänzend zu dem Zahlenwert für Risikotragfähigkeit (oder Risikotoleranz) ist es sinnvoll die Wahrscheinlichkeit anzugeben, dass – unter Beachtung der vorhandenen Risiken und möglicher Kombinationseffekte – risikobedingt mögliche Verluste die (freie) Risikotragfähigkeit z. B. im Laufe des nächsten Geschäftsjahres aufbrauchen (und damit das Risikodeckungspotenzial überstrapazieren).
Werner Gleißner, Marco Wolfrum

Kapitel 6. Zusammenfassung

Zusammenfassung
Die Risikoaggregation ist die zentrale Schlüsseltechnologie im Risikomanagement, weil ohne sie der Gesamtrisikoumfang (Eigenkapitalbedarf) des Unternehmens nicht bestimmt werden kann und es nicht möglich ist, „bestandsgefährdende Entwicklungen“ aus Kombinationseffekten von Einzelrisiken zu erkennen (wie der Gesetzgeber fordert). Die Risikoaggregation ist darüber hinaus notwendig für die Verknüpfung von Risikomanagement, Controlling und wertorientierter Unternehmenssteuerung. Sie ermöglicht die Beurteilung von Planungssicherheit, die Bestimmung einer risikogerechten Finanzierungsstruktur (Eigenkapitalbedarf) und die Ableitung von risikogerechten Kapitalkostensätzen (ohne die Notwendigkeit des Rückgriffs auf historische Aktienrenditeschwankungen, wie typischerweise beim Capital Asset Pricing Model).
Werner Gleißner, Marco Wolfrum

Backmatter

Weitere Informationen