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10.08.2018 | Risikoanalyse | Nachricht | Onlineartikel

Neues Analysemodell macht Kryptowährungen vorhersagbarer

Autor:
Angelika Breinich-Schilly

Kryptowährungen sind der staatlichen Kontrolle entzogen und ihre Entwicklung für Experten schwer prognostizierbar. Nun haben zwei Yale-Ökonomen ein Modell entwickelt, dass eine faktenbasierte Einschätzung erleichtert.

Wer sein Geld in Kryptowährungen anlegt, musste bislang mit starken Kursschwankungen rechnen, die oft nicht vorhersagbar waren. So geschehen, als am 8. August eine Entscheidung zu einem auf Kryptogeld basierten Finanzprodukt von der US-Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) verzögert wurde. Im Zuge dessen rutschte der Kryptomarkt auf den tiefsten Stand seit neun Monaten. Nun zeigen der Yale-Wirtschaftsprofessor Aleh Tsyvinski und sein Doktorand Yukun Liu laut amerikanischer Medienberichte, wie sich durch die Analyse historischer Preismuster von Bitcoin, Ripple und Ethereum Vorhersagen zu möglichen künftigen Entwicklung machen lassen.

Für ihr Modell schauten sich die beiden Wirtschaftswissenschaftler die Preisentwicklung für Bitcoin ab 2011, für Ripples XRP ab 2012 und für Ethereum ab 2015 bis jeweils heute an. Sie fanden in der Historie der digitalen Währungen zwei wesentliche Faktoren, die zwar keine Garantie für eine künftige Performancevorhersage geben, aber zumindest Hinweise für kommende Entwicklungsschritte liefern.

Dynamik und Aufmerksamkeit beeinflussen Kryptowährungen

Als ersten wichtigen Faktor entlarvten den sogenannten „Momentum-Effekt“, also die Dynamik der Währungsentwicklung. So verzeichneten sie zum Beispiel bei Bitcoin nach einer Woche mit starken Preisanstiegen in der Regel auch in der Folgewoche eine Fortsetzung. "Momentum ist eigentlich etwas Einfaches", erklärte Tsyvinski gegenüber dem amerikanischen Sender CNBC. "Steigen die Währungen, so steigen sie im Durchschnitt weiter an. Und wenn sie fallen, sinken sie weiter, zumindest kurzfristig." Ähnliche Effekte zeigten auch klassische Anlagen wie Aktien oder Anleihen.

Zweiter Entwicklungstreiber ist das Interesse der Investoren sowie der Hype in den digitalen Medien. Hieraus leiteten Tsyvinski und Liu den "Aufmerksamkeitseffekt" als signifikanter Indikator für Kursbewegungen ab. Dabei half ihnen der Blick auf die Google-Suche. Sie fanden heraus, dass eine vermehrte Online-Suche ein Frühindikator für einen Preisanstieg darstellt. Aber auch die Anzahl positiver Nachrichten auf Twitter zu einer der Kryptowährungen führt zu mehr Aufmerksamkeit der Anleger. Diese Prinzip funktioniert allerdings auch umgekehrt, wenn nämlich negative Suchen wie "Bitcoin hack" zu fallenden Preisen führen.

Problematisch sind für die Ökonomen solche Faktoren, die heute kaum oder gar nicht einschätzbar sind, wie etwa die Einführung internationaler Regelungen, Hackerangriffe oder gar nationale Verbote digitaler Währungen.

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Quelle:
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