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Über dieses Buch

Im Zusammenhang mit den voranschreitenden Radikalisierungsprozessen ist ein dynamischer Markt für Instrumente zur Risikobewertung extremistischer Gewalt entstanden. Der erste Band in der Reihe „Radikalisierung – De-Radikalisierung – Prävention“ bietet einen praxisrelevanten Überblick internationaler Risikoinstrumente und diskutiert eingehend ihre Entwicklungsmethoden, empirischen Postulate und Testverfahren. Der Autor plädiert für eine Ausweitung evidenzbasierter Erforschung der Radikalisierungsfaktoren und deren Wirkungen, die Grundlage für Prognoseinstrumente darstellen und die ihrerseits wieder Gegenstand einer kontinuierlichen Wirkungsforschung sein müssen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung

Zusammenfassung
Die voranschreitenden Prozesse der (reziproken) Radikalisierung extremistischer Akteure aus verschiedenen Phänomenbereichen auf der individuellen und Gruppenebene prägen die gegenwärtige Situation. Die Ko-Radikalisierung überlagert dergestalt die bereits bekannten Radikalitätsausprägungen sowie extremistische Bestrebungen und ruft zusätzliche Dynamiken in Milieus hervor, die für neue Gefahrenlagen und Risikokonstellationen sorgen. Radikale Akteure betätigen sich zugleich intensiv im virtuellen Raum, wo sie für Loyalitäten werben, sich vernetzen, ihre Aktionen planen und koordinieren.
Michail Logvinov

Kapitel 2. Einführung in den Forschungsgegenstand

Zusammenfassung
Risikobewertung meint eine auf einen zu definierenden Zeitraum beschränkte prognostische Aussage über die Eintrittswahrscheinlichkeit eines bestimmten negativen bzw. schädigenden Ereignisses in einer Zielpopulation. Eine Kriminalprognose liegt nach fachlichen Kriterien vor, „wenn die wahrscheinlich verhaltensdeterminierenden Anteile von Personen- und Situationsfaktoren herausgearbeitet und durch (gegebenenfalls alternative) Wenn-dann-Aussagen auf denkbare zukünftige Situationen projiziert werden“. Die Risikobeurteilung besteht somit aus einer quantitativen (Wahrscheinlichkeit) und qualitativen (Art des Gewaltverhaltens) Größe.
Michail Logvinov

Kapitel 3. Messverfahren und Risikoinstrumente im Vergleich

Zusammenfassung
Das 2014 vorgestellte Instrument „Risk Assessment for Violent Extremism“ (RAVE) ist hinsichtlich seiner methodischen Anlage und technischen Umsetzung einer der anspruchsvollsten RBeG-Ansätze. Es fußt auf den Erkenntnissen der neurokognitiven Wissenschaften und besteht aus zwei Komponenten – einem auf kognitiven Indikatoren basierenden SPJ-Instrument (RAVE selbst) und einer Visualisierungssoftware, die es ermöglicht, die Vulnerabilitätsfaktoren der zu bewertenden Personen in einem geometrischen Modell des Risikokontinuums zu platzieren (GRiPe: Geometric Risk Indicator Positioning of Extremists).
Michail Logvinov

Kapitel 4. Fazit, Forschungsdesiderata und praktische Implikationen

Zusammenfassung
Die diskutierten RBeG-Instrumente wurden nur mangelhaft validiert, in der Regel von Personen und/oder Institutionen, die am Entwicklungsprozess beteiligt waren. Die zwei besprochenen SPJ-Checklisten – VERA und MLG – fußen hauptsächlich auf anekdotischen Evidenzen und Urteilen von konsultierten Anwendern. Signifikante Korrelationen oder radikalisierungsrelevante Kausalitäten konnten von den Instrumentenentwicklern kaum aufgezeigt werden. Als Heiliger Gral der RBeG wird daher das SPJ-Verfahren dargeboten, auch wenn sich das Verfahren in Ermangelung empirisch fundierter Risikofaktoren als stumpfes Schwert erweist.
Michail Logvinov

Backmatter

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