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15.05.2018 | Risikomanagement | Interview | Onlineartikel

"Betriebliche Altersversorgung ist ein Instrument der Personalgewinnung"

Autor:
Alexander Ebert

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Die betriebliche Altersversorgung sichert bei Insolvenz eines Arbeitgebers der Pensions-Sicherungs-Verein (PSVaG) auf Gegenseitigkeit. PSV-Vorstand Hans H. Melchiors spricht im Interview über geeignete Instrumente der strategischen Personalentwicklung – und über Krisenfälle.

Springer Professional: Die betriebliche Altersversorgung gilt als zunehmend wichtiges Element der Personalgewinnung und -bindung. Welche Bedeutung messen Sie ihr für die Zukunft bei?

Hans H. Melchiors: Für die Unternehmen wird die betriebliche Altersversorgung auch in Zukunft ein wichtiger Baustein der Personalpolitik sein. Auf Seiten der Mitarbeiter wird sie das wichtigste und wertvollste Zusatzangebot bleiben. 

Denken auch Berufseinsteiger heute an morgen?

Mehr denn je. Natürlich ist klar: Wer jung ist und gerade in den Beruf einsteigt, denkt nicht zuerst an die Rente. Andere Wünsche stehen im Vordergrund. Andererseits hat Altersvorsorge als Thema gewonnen; auch vielen jungen Menschen ist inzwischen klar, dass sie für den Ruhestand vorsorgen sollten. Damit kann das Angebot einer betrieblichen Altersvorsorge sehr wohl auch für 20- bis 30-Jährige interessant werden.

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Inwiefern ist die betriebliche Altersversorgung ein geeignetes Instrument für die strategische Personalentwicklung eines Unternehmens?

Unternehmen stehen heute wie nie zuvor im Wettbewerb um die besten Mitarbeiter – und dies wird sich noch verschärfen. Denken Sie nur an den Mangel an IT-Fachkräften, um ein Beispiel zu nennen. In diesem Wettbewerb gilt: Die betriebliche Altersversorgung ist ein Instrument der Personalgewinnung und -bindung, das Unternehmen ausschöpfen und aktiv gestalten sollten. Gerade hochqualifizierte Fachkräfte treffen ihre Entscheidung bei der Wahl ihres nächsten Arbeitgebers oft mit Blick auf attraktive Nebenleistungen und dort ist eine Versorgungszusage mit einer definierten Leistungshöhe sicher ein gutes Argument.

 Wie sollen die Sozialpartner die Altersvorsorge finanzieren?

Idealerweise sollten sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu gleichen Teilen an der Finanzierung beteiligen. Dabei sollte der Arbeitgeber die betriebliche Altersversorgung nicht ausschließlich als zusätzlichen Kostenfaktor betrachten, sondern sie als Teil seiner Personalaufwendungen in eine moderne Vergütungs- und Sozialpolitik seines Unternehmens einbinden. 

Welche Bedeutung kommt dem PSVaG da in Zukunft zu?

Der PSVaG wird auch in Zukunft wichtige Aufgaben zu erledigen haben. Dies betrifft nicht nur die Seite der Insolvenzsicherung der Versorgungsansprüche bei Insolvenz eines Arbeitgebers. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass die sozialpolitische und arbeitsrechtliche Entwicklung in Deutschland und Europa einen zunehmend dynamischen Einfluss auf die Entwicklung und die Rahmenbedingungen der betrieblichen Altersversorgung hat. Wir unterstützen die Arbeitgeber in ihren Forderungen an die Bundesregierung für attraktive Rahmenbedingungen der betrieblichen Altersversorgung zu sorgen.

Worin zum Beispiel?

Darunter fällt zum Beispiel, dass endlich der steuerliche Rechnungszins zur Bewertung der Pensionsverpflichtungen an die aktuellen Marktgegebenheiten angepasst wird und der Rechtsrahmen der bestehenden betrieblichen Altersversorgung weiterentwickelt wird, um Risiken für Arbeitgeber zu vermeiden. Die Rahmenbedingungen für die betriebliche Altersversorgung haben wiederum auch Auswirkungen auf die Regeln, die für die gesetzliche Insolvenzsicherung der betrieblichen Altersversorgung durch den PSVaG gelten.

Für diese Insolvenzsicherung ist der PSVaG gut gerüstet?

Der PSVaG ist für die Zukunft gut aufgestellt; und hat sich mit der Weiterentwicklung seiner Finanzierung gegen Überraschungen für seine Mitglieder gewappnet. Die gesetzliche Insolvenzsicherung der betrieblichen Altersversorgung ist fester Bestandteil unseres Sozialstaates und damit nicht mehr wegzudenken. In der Europäischen Union und bei der OECD gilt die Insolvenzsicherung der betrieblichen Altersversorgung durch den PSVaG als Best Practice. Das haben die bisherigen Erfahrungen deutlich gezeigt.

Ein noch ausführlicheres Interview mit Hans H. Melchiors zum Thema können Sie in der Zeitschrift "return | Ausgabe 2/2018" lesen. 

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Quelle:
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