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09.12.2015 | Risikomanagement | Im Fokus | Onlineartikel

Manager unterschätzen das Risiko Wirtschaftsspionage

Autor:
Andrea Amerland

Wirtschaftsspionage, Sabotage oder Datendiebstahl sind nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel. Dennoch hapert es in Unternehmen an der nötigen Vorsorge. Der Grund: Das Management vernachlässigt das Thema Sicherheit.

Der finanzielle Schaden, der durch digitale Wirtschaftsspionage entsteht, ist enorm. Der IT-Branchenverband Bitkom beziffert ihn auf eine Höhe von 51 Milliarden Euro jährlich, so das Ergebnis einer Befragung unter Geschäftsführern und Sicherheitsverantwortlichen von 1.074 Unternehmen. Die Automobilbranche ist der Untersuchung zufolge besonders von digitalen Attacken betroffen, dicht gefolgt von der Chemie- und Pharmaindustrie sowie dem Finanz- und Versicherungswesen. Auf Platz vier rangiert der Gesundheitsbereich, auf Platz fünf Medien und Kultur.

Spionagerisiken und Kosten

Wie der "Trendreport: Unternehmenssicherheit" von Protected Networks ermittelt hat, ist zumeist mangelhaftes IT- und Sicherheitsmanagement die Ursache. Die größten Kostentreiber sind dabei Rechts- und Patentstreitigkeiten, Gutachten und langwierige Gerichtsverfahren. Auch die wegfallenden Wettbewerbsvorteile sind nach Ansicht der befragten IT-Experten nicht zu unterschätzen.

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Die Spionage-Risiken könnten mit den richtigen Tools leicht minimiert werden. Allerdings fehlt es dafür im Management an Problembewusstsein. 36 Prozent der Umfrageteilnehmer sehen die Hauptverantwortung für das Ausmaß der Wirtschaftsspionage im General Management. Risiken werden unterschätzt oder ignoriert, lautet der Tenor der Befragten.

Doch der Aufwand zur Vorsorge steht dem Trendreport zufolge für viele Unternehmenslenker nicht im Verhältnis zum Risiko. Gerade einmal 13 Prozent können sich vorstellen, dass auch die eigenen Mitarbeiter eine Spionage-Gefahr sind. Das ändert sich erst, wenn erste Sicherheitslecks auftauchen. "Das schwächste Glied in Unternehmen sind und bleiben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter", urteilen auch die Springer-Autoren Astrid Hofer und Martin Weiss in einem Beitrag zur Wirtschafts- und Industriespionage.

Management-Aufgabe Sicherheit

Spionage wird vom Management also unterschätzt. "Sicherheit für Unternehmen vor Wirtschafts- und Industriespionage ist nicht nur eine technische Herausforderung, sondern eine echte Management-Herausforderung", betonen Hofer und Weiss. Sie fordern, das Führungskräfte in ihrem Handeln, in den einzelnen Unternehmensfunktionen und mit Blick auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den Schutz von betrieblich relevantem Wissen berücksichtigen. Hofer und Weiss sind davon überzeugt, dass der finanzielle und prozesstechnische Mehraufwand eher gering, die Verbesserung des Schutzes aber enorm ist. Ist die Geschäftsführung für das Thema Unternehmens- und Informationssicherheit sensibilisiert, lassen sich Sicherheitslücken schließen. Für diese Managementaufgabe bietet die Spionage-Pyramide eine gute Grundlage. Sie erklärt, welche Unternehmensinformationen öffentlich sind und wo Wirtschaftsspionage beginnt.

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