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24.01.2023 | Risikomanagement | Infografik | Online-Artikel

Ukraine-Krieg kostet deutsche Wirtschaft Milliarden

verfasst von: Andrea Amerland

2 Min. Lesedauer
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Aktuelle Berechnungen beziffern die wirtschaftlichen Einbußen Deutschlands durch den Ukraine-Krieg auf Milliardenhöhe. In diesem Jahr ergeben sich somit Wohlstandsverluste von 2.000 Euro je Einwohner.

Mehr als fünf Euro für Toilettenpapier, des Deutschen liebstes Hamstergut, zeigen, wie tief Bundesbürger derzeit beim Einkaufen in die Tasche greifen müssen. Zwar hat sich die Inflationsrate im Dezember 2022 laut des Bundeswirtschaftsministeriums um 1,4 Prozentpunkte auf voraussichtlich 8,6 Prozent verringert. Im Jahresdurchschnitt lagen die Verbraucherpreise damit allerdings um 7,9 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Ukraine-Krieg treibt die Inflation an

Ein wichtiger Faktor für die Verteuerung von Waren ist der Ukraine-Krieg, der neben dem Fachkräftemangel und einer mäßigen Produktivität den deutschen Wohlstand bedroht. Wie aktuelle Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln ergeben, kosten der Ukraine-Krieg und die daraus resultierenden Risiken die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr rund 175 Milliarden Euro. Das entspricht preisbereinigt etwa 4,5 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP). 

Für die Berechnung hat das IW die aktuelle Situation mit einem kontrafaktischen Konjunkturverlauf verglichen, also einer nicht  gegebenen Realität ohne Krieg, hohen Energiepreisen oder Lieferengpässen. Aus dieser Annahme ergeben sich Wohlstandsverluste in Höhe von 2.000 Euro je Einwohner.

Energieversorgung und -kosten, verringerte Kaufkraft  

Zu den wirtschaftlichen Problemen, die in engem Zusammenhang mit Russlands Feldzug gegen die Ukraine stehen, gehören laut IW drei grundlegende Probleme: 

  • Die Energieversorgung ist nicht sicher. Engpässe stören eventuell kritische Infrastrukturen.  
  • Die Kosten für Strom und Gas, aber auch für Rohstoffe, gefährden die Wettbewerbsfähigkeit und können nicht komplett an Kunden weitergegeben werden. 
  • Die Kaufkraft von Kunden sinkt. So wird beispielsweise der Autokauf auf wirtschaftlich bessere Zeiten verschoben.

Deutschland seit drei Jahren im Krisenmodus

Durch diese Umstände sinkt der Wohlstand hierzulande bereits das vierte Jahr in Folge. Zuvor machte die Corona-Pandemie drei Jahre lang der Wirtschaft das Leben schwer. Während im Jahr 2020 durch Lockdowns und Unsicherheit 175 Milliarden Euro Wertschöpfungseinbruch hingenommen werden mussten, belief sich laut IW 2021 der BIP-Verlust auf 125 Milliarden Euro. 

Für 2022 gehen die Wirtschaftsexperten von Einbußen in Höhe von rund 120 Milliarden Euro aus. Insgesamt summieren sich die Produktionsausfälle bis Ende 2023 auf 595 Milliarden Euro. Da die aktuelle Situation sehr fragil sei, warnen die IW-Ökonomen, dass die Ausnahmesituation in den kommenden Monaten den Wohlstand weiter belastet werde.

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