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16.01.2023 | Risikosteuerung | Infografik | Online-Artikel

Kreditrisikotransformation hat hohe Priorität

verfasst von: Angelika Breinich-Schilly

3 Min. Lesedauer
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Von der fortschreitenden technologischen Entwicklung im Zuge der Kreditrisikotransformation erhofft sich die Finanzbranche weltweit Vorteile. Unter den Modernisierungsprojekten in den Instituten steht sie daher ganz oben auf der Agenda, zeigt eine aktuelle Umfrage. 

Banken und andere Finanzdienstleister müssen nicht nur den Vorgaben der Regulierung mit ihrem besonderen Blick auf die Verfolgung von Geldwäsche gerecht werden. Auch Verbraucher fordern von ihnen transparente Prozesse, die eine nutzerorientierte und einfache Handhabung von Finanzservices ermöglichen. Halten klassische Institute diesen Anforderungen nicht stand, wandern Kunden ab zu den häufig agileren Fintechs. Dies macht die Einbettung neuer Technologien in das IT-Universum der Geldhäuser unerlässlich. Besonders für die Transformation im Kreditrisikomanagement (Credit Risk Transformation, kurz CRT) spielen innovative Tools daher eine zentrale Rolle, wie eine im Dezember veröffentlichte internationale Umfrage unter 300 Risikoexperten aus dem Bankensektor herausfand. 

Optimierung von Kreditentscheidungen wichtigstes Ziel

Laut der vom Lösungsanbieter SAS und der Global Association of Risk Professionals (GARP) durchgeführten Untersuchung, hat CRT für 79 Prozent der Kreditrisikoprofis im Vergleich zu anderen organisatorischen Veränderungen im Bankwesen eine mittlere bis hohe Priorität. Fast drei Viertel (72 Prozent) gaben die Optimierung von Kreditentscheidungen als ihr wichtigstes CRT-Geschäftsziel an. Von den Befragten haben allerdings nur 62 Prozent bereits ein konkretes CRT-Projekt mit den entsprechenen technischen Neuerungen angestoßen. Die restlichen Institute wollen kurz- (14 Prozent) oder mittelfristig (zehn Prozent) loslegen. Noch keine hinreichenden Pläne haben hingegen 14 Prozent der befragten Finanzdienstleister. 

Allerdings gibt es im Hinblick auf den Umfang und die Zielsetzung noch einiges zu tun: Von den Banken, die sich bereits in der Umsetzungsphase befinden, sagen 62 Prozent, nicht mal die Hälfte geschafft zu haben. 20 Prozent haben der Studie zufolge bereits drei Viertel des Weges absolviert und fünf Prozent gehen davon aus, dass die Transformation fast abgeschlossen ist. Nur zwei Prozent berichten über die Finalisierung des Prozesses. Elf Prozent geben hingegen an, zwar in den Startlöchern zu stehen, aber noch nicht begonnen zu haben.

"Banken haben bei ihren Aktivitäten rund um eine erfolgreiche Kreditrisikotransformation erhebliche Fortschritte gemacht", stellt Christopher Donohue, Managing Director der GARP Benchmarking Initiative, fest. "Doch es gibt noch viel zu tun, speziell mit Blick auf die Integration von KI und Machine Learning für ein verbessertes Kundenmanagement und zur Optimierung von Kreditentscheidungen."

Zukunft liegt in "phygitaler Struktur"

Insgesamt geht mehr als die Hälfte (55 Prozent) der Teilnehmer davon aus, dass ihr Institut die Umgestaltung ihrer Kreditrisikoprozesse innerhalb von zwei Jahren abschließen wird. Dies sei "ein für den traditionell pragmatisch und vorsichtig agierenden Bankensektor verhältnismäßig schnelles Tempo", heißt es in der Erhebung. In technologischer Hinsicht halten mehr als die Hälfte (52 Prozent) der Risikomanager in Zukunft eine "phygitale Struktur" in der Finanzbranche für realistisch. Diese verbinde physische mit virtuellen Berührungspunkten für Kunden. 

Zentrale Grundlage hierfür seien intelligente, analytics-basierte Prozesse, die aussagekräftige Daten und Erkenntnisse liefern. Allerdings befinden sich die Institute "noch in der Lernphase, wenn es darum geht, die entsprechende Technologien für eine verbesserte CRT tatsächlich zu implementieren". 

KI, Machine Learning und Automatisierung vorne

Zu den schwierigsten Schlüsselbereichen in Bezug auf die Transformation zählen die befragten Risikofachleute Advanced Analytics, einschließlich Künstlicher Intelligenz (KI) und Machine Learning (48 Prozent), die Automatisierung und Rationalisierung von Prozessen (47 Prozent) sowie ein verbessertes Management von Kundendaten (45 Prozent). Den Umfrageteilnehmern zufolge werden diese Technologien derzeit am häufigsten für Prozessautomatisierung (62 Prozent), Prozessoptimierung (58 Prozent) und die Beurteilung der Kreditwürdigkeit (58 Prozent) verwendet.

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