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13.12.2017 | Risikosteuerung | Infografik | Onlineartikel

Immer mehr deutsche Unternehmen haben Finanzprobleme

Autor:
Eva-Susanne Krah

Bei mehr als 310.000 Unternehmen wird es 2018 finanziell eng werden. Denn sie besitzen eine schwache Bonität und somit ein hohes Zahlungsausfallrisiko. 

Das sind 8,9 Prozent der Unternehmen, die die Wirtschaftsasukunftei Crifbürgel zum Zahlungsverhalten befragt hat. Bisher gab es zwar Grund zur Freude, denn die Firmeninsolvenzen werden 2017 zwar erneut und damit das achte Mal in Folge sinken. Am Jahresende 2017 rechnet Crifbürgel zufolge mit 20.500 Firmenpleiten und damit den niedrigsten Stand seit 1999. Doch die Experten sehen 2018 eine Trendwende kommen. Denn die Anzahl der finanzschwachen Unternehmen erhöhte sich laut der Studie im Vergleich zum Vorjahr um 9,5 Prozent. "Trotz der guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Unternehmen stieg die Zahl der Firmen mit einem hohen Zahlungsausfallrisiko", sagt Ingrid Riehl, Geschäftsführerin von Crifbürgel. Zudem können globale wirtschaftliche und politische Veränderungen oder eine Zinswende die Konjunktur stören und als verstärkende Effekte auf die Firmeninsolvenzzahlen wirken. 

Wo die finanzschwächsten Unternehmen sitzen 

Der Blick auf einzelne Bundesländer zeigt, dass in Nordrhein-Westfalen mit 72.045, Bayern mit 39.745 und Baden-Württemberg mit 32.980 die meisten finanzschwachen Unternehmen sitzen. In insgesamt 15 Bundesländern hat sich die Zahl der Unternehmen mit schwacher Bonität im Vergleich zum Vorjahr erhöht. Vor allem in den so genannten neuen Bundesländern im Osten der Bundesrepublik sind im Vergleich zum Bundesdurchschnitt mehr Unternehmen von Finanz- und Bonitätsproblemen betroffen als in anderen Regionen. Vor allem Unternehmen aus der Logistik (Insolvenzrisiko liegt bei 13,4 Prozent) und aus dem Gastgewerbe (11,5 Prozent) sind von Zahlungsausfällen bedroht, weshalb sie in die Insolvenz rutschen könnten. 13,5 Prozent der Unternehmergesellschaften (haftungsbeschränkt) droht eine Insolvenz. Mangelnde Liquidität kann Unternehmen schnell in eine Zahlungsunfähigkeit und nachfolgend in die Insolvenz führen. Der Springer-Autor Christoph Graf von Bernstorff mahnt in seinem Beitrag "Liquiditätsmanagement im Mittelstand" am Beispiel von Insolvenzzahlen aus den vergangenen Jahren an, dass bei vielen Firmenpleiten ein Großteil auf dauerhaft mangelnde Liquidität zurück zu führen war. Um Liquiditätskrisen mit den entsprechenden Folgen zu vermeiden, empfiehlt er Unternehmen auf der betriebswirtschaftlichen Seite eine Liquiditätsplanung, -analyse, -überwachung und Controlling sowie geeignete Finanzierungsansätze. Vor allem aber ein laufendes Liquiditäts- und Forderungs-management, um Außenstände zu reduzieren.

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