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24.07.2017 | Risikosteuerung | Interview | Onlineartikel

"Die Hälfte aller Insolvenzen ließe sich verhindern"

Autor:
Gregor Hallmann
1:30 Min. Lesedauer
Interviewt wurde:
Attila von Unruh

ist Sozialunternehmer, unter anderem Gründer und Geschäftsführer von "Team U - die Turnaround Berater".

Pleiten stürzen Unternehmer oft in Lebenskrisen. Berater Attila von Unruh spricht im Interview mit return über das Vermeiden des Absturzes, über Fehler vieler Firmenlenker und den Weg zurück in die Erfolgspur.

return: Herr von Unruh, was sind die häufigsten Gründe unternehmerischen Scheiterns?

Attila von Unruh: Ursache ist häufig eine Kombination aus Marktveränderungen und Managementfehlern – wenn etwa unzureichend oder zu spät auf die Folgen der Digitalisierung reagiert wird. Die Geschäftsmodelle wandeln sich immer schneller, und wer sich nicht ständig weiterentwickelt, bleibt schnell auf der Strecke.

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01.07.2017 | Hintergrund & Wissen | Ausgabe 2/2017

„Die Hälfte aller Insolvenzen ließe sich verhindern“

Pleiten stürzen Unternehmer oft in Lebenskrisen. Berater Attila von Unruh über das Vermeiden des Absturzes, über Fehler vieler Firmenlenker und über den Weg zurück in die Erfolgspur.

Was passiert menschlich und psychologisch mit einem Unternehmer in der Krise?

Es gibt einen typischen Verlauf. Zuerst wird die Situation verleugnet. Dann kommen die Auflehnung und der Kampf bis zur Erschöpfung. Eskaliert die Krise, wird die Schuld bei Dritten gesucht, etwa den Mitarbeitern, Banken, Behörden, Anwälten und Beratern. Wenn der Kontrollverlust offensichtlich wird, folgen Lähmung und Schock. Banken bestimmen die Spielregeln, Kunden springen ab, gute Mitarbeiter verlassen die Firma. Das Selbstbild des Unternehmers ist dann angeschlagen, nicht selten folgen Krankheit und Depression.

Betrifft das auch das private Umfeld?

Als Unternehmer trägt man viel Verantwortung, auch für seine Familie. Können Miete oder Hypothek nicht mehr bezahlt werden, steigt der Druck. Vor allem Männer werden dann oft einsilbig und reizbar. Die meisten Beziehungen zerbrechen daran, denn für Partner und Angehörige ist die Situation extrem belastend. Auf dem Beifahrersitz sehen sie mit an, wie der Zug auf den Abgrund zurast – während der Partner oft noch abwiegelt.

Beratung könnte helfen. Fällt es Unternehmern schwer, Hilfe anzunehmen?

Eindeutig ja! Wer ein kleines oder mittelgroßes Unternehmen aufgebaut hat, glaubt alle Schwierigkeiten alleine meistern zu können. Er lernt nicht, dass es Situationen gibt, die er alleine nicht mehr bewältigen kann, und gibt Verantwortung und Kontrolle nur sehr ungern ab. Dies zeigt sich übrigens auch bei der Unternehmensnachfolge, wenn ein Senior nicht
loslassen kann.

Das komplette Interview mit Attila von Unruh lesen Sie in der Return-Ausgabe 2 | 2017.

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