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03.12.2020 | Risikosteuerung | Nachricht | Onlineartikel

Verbraucher und Unternehmer sind weniger pessimistisch

Autor:
Angelika Breinich-Schilly
2:30 Min. Lesedauer

Obwohl bei manchem in der Krise das Geld in der Tasche schwindet, begleichen die Deutschen ihre Rechnungen pünktlich, wie eine aktuelle Umfrage zeigt. Und Verbraucher wie Unternehmer blicken positiver in die Zukunft, als noch vor einigen Wochen.

Wie der im November veröffentlichte "Risiko- und Kredit-Kompass 2020" der Schufa ermittelt, hat die Mehrheit der Verbraucher in Deutschland derzeit weder Einkommenseinbußen noch Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes. Insgesamt sei die Stimmungslage "signifikant besser als noch im September". Für Hoffnung sorgt laut Studie die Aussicht auf einen Impfstoff. Auch bei den Unternehmen falle das durchschnittliche Gesamtbild überraschend positiv aus.

Für die Studie hat die Schufa nicht nur eigene Daten ausgewertet, sondern vom 24. September 2020 bis 5. Oktober 2020 durch Nordlight Research auch mehr als 1.000 Personen über 18 Jahren sowie rund 700 Solo-Selbstständige und jeweils 200 Kleinstunternehmen mit ein bis zwei beziehungsweise mit drei bis fünf Mitarbeitern befragt. 

Laut Erhebung haben zwar noch immer 51 Prozent der Deutschen ein mulmiges Gefühl mit Blick auf die aktuelle Krise. Doch im September lag die Zahl der Pessimisten noch bei 66 Prozent. Eine besonders positive Grundstimmung haben vor allem jungen Menschen. Unter den Jugendlichen blicken aktuell nur noch 39 Prozent pessimistisch in die Zukunft. Insgesamt gehen 83 Prozent der Befragten davon aus, dass sich mit einem Impfstoff die wirtschaftliche Gesamtsituation verbessern wird und fast die Hälfte vermutet das auch von der persönlichen finanziellen Lage.

Verbraucher verschieben Anschaffungen und nutzen Rücklagen 

Dabei sagen 64 Prozent der Bürger, dass die Krise das Haushaltseinkommen nicht schmälere. Der eigene Arbeitsplatz wird sogar von 84 Prozent der Teilnehmer als "sehr sicher" beziehungsweise "eher sicher" bewertet. Allerdings haben auch 33 Prozent der Verbraucher vor der Krise geplante größere Anschaffungen zurückgestellt und 23 Prozent nutzen zudem bereits ihre Rücklagen. 

Die Unternehmen klagen ebenfalls nicht über erhöhte Zahlungsausfälle oder Insolvenzen. Die vertragsgemäße Bedienung von Krediten seitens Gewerbetreibender, Freiberufler oder eingetragener Kaufleute habe sich trotz der bislang nicht verändert. Der Anteil der Unternehmen, zu denen die Schufa mindestens ein Negativmerkmal gespeichert hat, lag in den ersten drei Quartalen 2020 monatlich relativ konstant zwischen 10,1 und 10,3 Prozent. Das ist weniger als im Vergleichszeitraum 2019 mit 10,4 bis 10,6 Prozent.

Selbstständige und Kleinstunternehmer stärker von der Krise betroffen

Durchwachsen ist dagegen die Stimmung bei den Solo-Selbstständigen und Kleinstunternehmern, die für diese Studienausgabe erstmals gesondert befragt wurden. Erstere schätzen nur mit 62 Prozent ihre wirtschaftliche Zukunft als "sehr sicher" beziehungsweise "eher sicher" ein. Bei Kleinstunternehmen mit drei bis fünf Mitarbeitern liegt der Wert dagegen bei 72 Prozent. 

"Wir sehen eine hohe Zahlungsmoral trotz der Corona-Krise. Für uns ist das ein Indikator für eine robuste Wirtschaft in schwierigen Zeiten", fasst Schufa-Vorstandsmitglied Ole Schröder die Ergebnisse der Analyse zusammen. Die Solo-Selbstständigen und Unternehmen, die aufgrund ihrer Branche massiv von den Auswirkungen des Lockdowns betroffen sind, befänden sich aber weiter in einer nie dagewesenen Krise. "Hier sind die gezielten staatlichen Unterstützungen extrem wichtig, um Zahlungsausfälle und Insolvenzen zu vermeiden", resümiert Schröder.

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