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02.07.2020 | Roboter | Infografik | Onlineartikel

Einfache Programmierung gibt Robotik Rückenwind

Autor:
Thomas Siebel
2:30 Min. Lesedauer

Laut einer aktuellen Umfrage wird die Robotikdichte in der Fertigungsindustrie zunehmen. Serviceroboter sorgen für Innovationen, während mangelnde Ausbildung dem verstärkten Einsatz jedoch zum Teil noch im Wege steht.

Der Trend hin zu einem verstärkten Einsatz von Robotik in der Fertigungsindustrie dürfte sich nach der Corona-Krise fortsetzen. Das ist das Ergebnis  des Automatica-Trendindex, für den 100 Industrieentscheider in Deutschland sowie 7000 Arbeitnehmer in den USA, China, Japan, Deutschland, Frankreich, Italien und Großbritannien befragt wurden. 84 Prozent der Entscheider rechnen demnach mit einer weiteren Zunahme von Robotik im deutschen Mittelstand. Das hängt auch damit zusammen, dass die Programmierung von Robotern immer einfacher wird, wie 81 Prozent der Befragten finden. Hoch im Kurs ist auch die mobile Robotik, auf die bereits 77 Prozent der Entscheider setzen, um Fertigungen schnell auf neue Aufgaben umzustellen.

Dieses Stimmungsbild fügt sich in eine Analyse der International Federation of Robotics, nach der die einfache Programmierung und Installation von Robotern neben Mensch-Roboter-Kooperation sowie kommunizierenden Robotern in vernetzten  Produktionsanlagen zu den zentralen Trends in der Robotik gehören. Unter den mobilen Robotern spielen in Produktionsunternehmen insbesondere autonome Transportroboter eine zunehmend wichtige Rolle. Durch die kosteneffiziente Automatisierung des internen Materialflusses, beispielsweise in der Automobilproduktion, entlasten sie Vollzeitkräfte und erhöhen so die produktive Arbeitszeit der Beschäftigten, wie Thomas Visti im Beitrag Mobile Roboter steigern Effizienz für die ATZproduktion 2/2019 erläutert.

Serviceroboter beeinflussen industrielle Robotik

Die vorherrschende Klasse von Robotern im industriellen Einsatz sind jedoch weiterhin Knickarmroboter mit Traglasten zwischen 5 und 1000 Kilogramm, die vorwiegend für die Bauteilhandhabung und Schweißprozesse eingesetzt werden. Bislang, so beschreiben es die Autoren Andreas Pott und Thomas Dietz in ihrer Zusammenfassung zum Buch Industrielle Robotersysteme, sind Entwicklung und Integration wesentliche Kostentreber von Roboteranlagen, wobei Fachwissen aus dem Maschinenbau, der Produktionstechnik, der Elektrotechnik, der Steuerungstechnik, der Informatik und dem Projektmanagement erforderlich sind. Dass die Einrichtung und Programmierung von Robotern nun zunehmend einfacher wird, liegt den Autoren zufolge auch daran, dass Technologien aus der Servicerobotik – Bildverarbeitung, neue Sensorik, automatisierte Planungsalgorithmen – in die industrielle Robotik einfließen.

Den Vorteilen des verstärkten Robotereinsatzes stehen jedoch auch Hindernisse gegenüber, wie der Automatica-Trendindex offenlegt. Zwei Drittel der befragten Verantwortlich zufolge sind ihre Mitarbeiter teils nicht genügend für den Betrieb von Robotern ausgebildet. Demgegenüber stehen jedoch auch drei Viertel der befragten Arbeitnehmer, die sich eine ebensolche Ausbildung wünschen. Die größten Vorteile beim Einsatz von Robotik sehen rund 80 Prozent der Entscheider in der Entlastung der Mitarbeiter von gesundheitsgefährdenden Aufgaben, in der schnellen Umstellung der Fertigung auf neue Aufgaben und im Senken der Produktionskosten.

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Die Hintergründe zu diesem Inhalt

01.05.2019 | Produktion | Ausgabe 2/2019

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2019 | OriginalPaper | Buchkapitel

Zusammenfassung und Ausblick

Quelle:
Industrielle Robotersysteme

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