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02.10.2020 | Roboter | Infografik | Onlineartikel

Rekordzahl an Industrierobotern, Corona-Auswirkungen noch unklar

Autor:
Thomas Siebel
2 Min. Lesedauer

Der weltweite Bestand an Industrierobotern ist 2019 auf ein Rekordhoch gestiegen, wie der World Robotics Report 2020 des IFR belegt. Am dynamischsten wächst der Markt für kollaborative Roboter.

Der weltweite Bestand an Industrierobotern ist laut der International Federation of Robotics (IFR) im Jahr 2019 auf 2,7 Millionen Einheiten und damit auf eine neues Allzeithoch gestiegen. Dies entspricht einem Wachstum um 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Infolge schwieriger Geschäftslagen in der Automobil- und Elektronikindustrie verlangsamte sich das Wachstum gegenüber dem Rekordjahr 2018 zwar um 12 Prozent, dennoch handelt es sich bei dem Zuwachs um den dritthöchsten jemals verzeichneten Wert.

Der wichtigste Markt für Industrieroboter bleibt Asien. Allein China hat seinen Bestand 2019 um 21 Prozent auf 783 Einheiten ausgebaut, gefolgt von Japan mit plus zwölf Prozent und insgesamt 355.000 Einheiten. Mit einer Zuwachsrate von drei Prozent erhöhte die deutsche Industrie ihre Roboterzahl auf 221.500. Damit verfügt Deutschland im weltweiten Vergleich nach China, Japan, der USA und Korea die fünftmeisten Industrieroboter, in Europa liegt die deutsche Industrie an der Spitze, gefolgt von Italien (74.000), Frankreich (42.000) und Großbritannien (21.700).

Deutschland mit weltweit vierthöchster Roboterdichte

Während in Frankreich und in Italien 15 beziehungsweise 13 Prozent mehr Roboter als im Vorjahr ausgeliefert wurden, gingen die Neuinstallationen in Großbritannien um 16 Prozent zurück. Bezogen auf die Anzahl der Beschäftigten in der verarbeitenden Industrie liegt Deutschland mit 346 Industrierobotern je 10.000 Beschäftigte hinter Singapur (918), Korea (855), Japan (364) und vor Schweden (277) auf Platz vier.

Von den über 140.000 in China neuinstallierten Robotern stammen 71 Prozent aus ausländischer Produktion, wovon wiederum 29 Prozent an Unternehmen der Automobilindustrie geliefert wurden. Auch die meisten der in den USA installierten Roboter stammen aus japanischer oder europäischer Produktion.

Corona-Auswirkungen auf Robotermarkt noch unklar

Hohe Wachtstumsraten erzielt der Markt mit kollaborativen Robotern. Laut IFR stieg die Zahl der installierten Cobots 2019 um 11 Prozent. Damit machen die Roboter, die ohne Schutzzaun mit Menschen zusammenarbeiten können, bereits 4,8 Prozent der 373.000 im letzten Jahr installierten Industrieroboter aus.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Branche lassen sich laut Milton Guerry, Präsident der International Federation of Robotics, noch nicht vollständig abschätzen. Erst 2021, möglicherweise aber auch erst ein oder zwei Jahre später, dürfte die Roboternachfrage wieder das Vorkrisenniveau erreichen. Impulse für das Jahre 2020 erwartet Guerry am ehesten aus China, da sich die Konjunktur in dem Land im Gegensatz zu den anderen Volkswirtschaften bereits im zweiten Quartal wieder erholt hat.

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