Fraunhofer IPA macht Humanoide vergleichbar
- 07.04.2026
- Robotik
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Ein neues Bewertungsmodell ordnet die Fähigkeiten humanoider Roboter systematisch ein. Unternehmen sollen so fundierter entscheiden können, wann sich deren Einsatz rechnet.
Ein humanoider Roboter räumt Geschirr aus einer Spülmaschine – Anwendungen wie diese dienen dem Fraunhofer IPA als Referenz für die Bewertung technischer Fähigkeiten mit dem "Humanoid Capabilities Navigator".
Rainer Bez | Fraunhofer IPA
Ein Forschungsteam des Fraunhofer‑Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA hat ein Bewertungsmodell zur systematischen Einordnung humanoider Roboter entwickelt. Der sogenannte "Humanoid Capabilities Navigator" soll technische Fähigkeiten vergleichbar machen und Unternehmen bei der Einschätzung potenzieller Einsatzbereiche unterstützen.
Hintergrund sind der zunehmende Fachkräftemangel sowie Fortschritte in künstlicher Intelligenz und Robotik, durch die humanoide Roboter verstärkt in Industrie und Logistik in den Fokus rücken. Unternehmen stehen dabei laut Fraunhofer IPA vor der Frage, wann und für welche Aufgaben sich deren Einsatz technisch und wirtschaftlich sinnvoll realisieren lasse.
Vier Kategorien
Das Modell bewertet humanoide Roboter in vier Kategorien: Mobilität und Fortbewegung, Manipulation, Kognition sowie Safety und Security. Die einzelnen Fähigkeiten werden fünf Reifestufen zugeordnet, die von Stufe 0 (nicht vorhanden) bis Stufe 4 (hochgradig autonom) reichen. Der Ansatz orientiert sich an den Automatisierungsstufen aus dem autonomen Fahren.
Laut Fraunhofer IPA ermöglicht das Modell erstmals eine transparente und herstellerunabhängige Vergleichsbasis. Aussagen zur Eignung bestimmter Roboter für konkrete Anwendungen sollen dadurch erleichtert werden.
Whitepaper verfügbar
In einem Whitepaper veranschaulichen die Forschenden das Modell anhand industrieller Szenarien wie dem Be- und Entladen von Lkw, der Kommissionierung, der Maschinenbedienung sowie Wartungsaufgaben. Dabei zeigt sich, dass etwa das Lkw‑Handling hohe Anforderungen an Manipulation, Kognition und Sicherheit stellt, während strukturierte Prozesse wie die Maschinenbedienung geringere Anforderungen erfordern.
Erprobt wurde der Bewertungsansatz unter anderem am humanoiden Roboter G1 des Herstellers Unitree Robotics. Demnach hat das System insbesondere im Bereich Mobilität Fortschritte erzielt, weist jedoch weiterhin Entwicklungsbedarf auf, um industrielle Anforderungen vollständig zu erfüllen.