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08.08.2018 | Robotik | Im Fokus | Onlineartikel

Roboter für menschenfeindliche Umgebungen

Autor:
Dieter Beste

Müssen chemisch verseuchte Areale saniert oder kerntechnische Anlagen zurückgebaut werden, sind Menschen erheblichen Gesundheitsrisiken ausgesetzt. Künftig sollen spezialisierte Robotersysteme solche Arbeiten ausführen.

Kernkraftwerke werden nach ihrer endgültigen Betriebseinstellung entweder nach einem vorübergehenden sicheren Einschluss von wenigen Jahrzehnten oder – wie es jetzt der Regelfall ist – direkt nach der Nachbetriebsphase vollständig abgebaut und beseitigt. So wurden in Deutschland bislang die Anlagen Kernkraftwerk Niederaichbach (KKN), Heißdampfreaktor Großwelzheim (HDR) und Versuchsatomkraftwerk Kahl (VAK) vollständig bis zur grünen Wiese rückgebaut. Der Rückbau von Kernkraftwerken sei zunächst vergleichbar mit dem Abriss anderer unbrauchbar gewordener Industrieanlagen. Allerdings: "Zusätzliche hohe Anforderungen entstehen beim Umgang mit den in abgeschalteten Kernkraftwerken noch vorhandenen radioaktiven Stoffen, also beim Strahlenschutz der Abbaumannschaften und der Umwelt sowie bei der sicheren Entsorgung der radioaktiven Abfälle", hält Springer-Autor Paul Laufs in "Reaktorsicherheit für Leistungskernkraftwerke 2" fest (Seite 321). Künftig sollen Robotersysteme solche Dekontaminationsarbeiten ausführen, damit Menschen der Gefahrenzone fernbleiben können. An der Verwirklichung dieser Vision arbeitet das neue Kompetenzzentrum "Robdekon" das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit zwölf Millionen Euro gefördert wird.

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Der Rückbau von Kernkraftwerken und die Entsorgung radioaktiver Abfälle

Abschn. 7.1 behandelt die Stilllegung, den Sicheren Einschluss und den Rückbau kerntechnischer Anlagen und zeigt insbesondere am Beispiel des Kernkraftwerks Obrigheim die in der Praxis zu lösenden Fragestellungen auf. 


Das Akronym Robdekon steht für "Robotersysteme für die Dekontamination in menschenfeindlichen Umgebungen" und ist der Erforschung von autonomen oder teilautonomen Robotersystemen gewidmet. Es wird vom Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB) koordiniert. Als Forschungsinstitutionen sind neben den Standorten Karlsruhe und Ilmenau des IOSB auch das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) und das FZI Forschungszentrum Informatik beteiligt. Industriepartner im Konsortium sind die Götting KG, die Kraftanlagen Heidelberg GmbH, die ICP Ingenieurgesellschaft Prof. Czurda und Partner mbH und die KHG Kerntechnische Hilfsdienst GmbH.

"Unser Konsortium vereint herausragende Expertise aus den Bereichen Robotik, Altlastensanierung und Rückbau kerntechnischer Anlagen", sagt Jürgen Beyerer, Sprecher des Kompetenzzentrums Robdekon. Er ist Professor für Informatik am KIT und gleichzeitig Institutsleiter des Fraunhofer IOSB. "Wir werden nun die Forschung an multisensorieller Umwelterfassung, Algorithmen für die Bewegungsplanung und Telepräsenztechnologien systematisch vorantreiben. Damit können Roboter Dekontaminationstätigkeiten selbstständig durchführen, während Menschen von einem sicheren Leitstand aus die Arbeiten koordinieren, überwachen und bei schwierigen Aufgaben ferngesteuert eingreifen." Die Roboter werden allerdings von anderer Gestalt sein, als Industrieroboter oder menschenähnliche, die Humanoiden. Beyerer: "Wir setzen auf innovative Konzepte wie zum Beispiel Kletterroboter oder automatisierte Baumaschinen."


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Quelle:
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